Copyright für Fotos, soweit nicht anders angegeben: D. Rosenbaum

  Luisenplatz mit dem Brandenburger Tor

Foto: © Potsdam Marketing und Service GmbH

Der Raum in der Historischen Mitte – Nikolaikirche, ehemaliges Rathaus und Stadtschloss

Wenn man sich der Stadt nähert, ragt weithin sichtbar der imposante, das Stadtbild beherrschende Bau der Nikolaikirche empor. Sie steht in der Altstadt fast als Solitär auf der barocken Platzanlage des Alten Markts, dessen dichte Raumgestaltung in der Bombennacht des 14. April 1945 verloren gegangen ist. Mit der von Schinkel ab 1830 erbauten Nikolaikirche mit dem Kubus auf quadratischen Grundriss und dem später ergänzten säulenumstandenen Kuppeltambour setzte sich die Stadt – wie damals in europäischen Hauptstädten üblich – ein Andenken an Roms Hochrenaissance. Im Innern der Kirche werden noch immer verlorene Malereien ergänzt; zur Zeit baut man die alte Orgel nach. Vom Turm der Nikolaikirche aus hat man einen atemberaubenden Rundumblick auf Potsdam und seine unvergleichliche Lage in einem bis zum Horizont reichenden Gemälde einer Architektur- und Seenlandschaft. Der Bau gleich neben der Nikolaikirche fällt das von Bouman erbaute ehemalige Rathaus auf mit der Palladio-Fassade und den angedeuteten korinthischen Säulen, vor allem aber mit der krönenden, in Gold strahlenden Atlasfigur von 1755. Es ist als Potsdam Museum zugänglich. Zur Historischen Mitte gehört auch die wiedererbaute Hülle des alten Stadtschlosses der Hohenzollernkönige, das die modernen Räume des Brandenburger Landtags umhüllt.
 

Neubau der Orgel in der Nikolaikirche

  Atlas auf dem historischen Rathaus

Neue Kunst im herrschaftlichen Palais – das Palais und Museum Barberini

Zwischen altem Rathaus und neuem Landtag strahlt das wiederaufgebaute Palais Barberini mit dem Museum Barberini, das sich zum sensationellen Besuchermagneten entwickelt hat.


Friedrich der Große ließ das Palais Barberini 1771/72 als herrschaftliches Bürgerhaus in direkter Nachbarschaft zum Stadtschloss errichten. Mit der Nikolaikirche und dem Alten Rathaus bildete dieses Ensemble am Alten Markt lange das Zentrum der Stadt. Als Vorbild für das Palais diente dem Architekten von Gontard der barocke Palazzo Barberini in Rom. Mitte des 19. Jahrhunderts folgte im Auftrag Friedrich Wilhelms des IV. die Erweiterung um zwei Seitenflügel, in denen bürgerliche Wohnungen untergebracht wurden. Bei dem berüchtigten Luftangriff auf Potsdam im April 1945 wurde das Gebäude stark beschädigt. 1948 wurde die Ruine schließlich abgerissen. Der SAP-Mitbegründer Hasso Plattner ließ mit Hilfe von Spenden das Palais Barberini wieder auferstehen und eröffnete im Januar 2017 auf 2.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche in 17 Galeriesälen ein hochmodernes Museum, das von der Hasso Plattner Stiftung betrieben wird. Seitdem haben sich bereits über 250.000 Besucher die derzeit 170 Exponate angesehen. Ausgangspunkt für die Präsentation von den Alten Meistern bis ins 21. Jahrhundert ist die Sammlung Hasso Plattners. Sammlungsbereiche sind der Impressionismus, die Amerikanische Moderne, Kunst der DDR-Zeit und Malerei nach 1989. Diese Sammlung der Hasso Plattner Stiftung wird als dynamisch wechselnde Sammlungspräsentationen jeweils neu gezeigt. Dazu kommen zwei bis drei wechselnde Schauen mit Werken der Sammlung, ergänzt um Leihgaben aus Privatsammlungen und nationalen wie internationalen Museen.


Noch bis 28. Mai 2017 sind die Ausstellungen Impressionismus. Die Kunst der Landschaft und Klassiker der Moderne zu besichtigen.


Obgleich sie ihr Publikum in Paris fanden und ihnen die Großstadt zahlreiche Motive bot, war die Landschaft für die Impressionisten Claude Monet, Alfred Sisley, Camille Pissarro und Gustave Caillebotte das wichtigste Thema.
Hier konnten sie neue künstlerische Verfahren ausprobieren. Die Künstler zeigen das Meer, Waldwege, Wiesen, Gärten, Schneelandschaften und Spiegelungen auf Wasserflächen und sprechen die Betrachter mit allen Sinnen an. Die Ausstellung präsentiert Meisterwerke im Kontext von 92 Gemälden, die aus 32 internationalen Museums- und Privatsammlungen stammen. Die malerischen Umbrüche der Moderne bis in die Gegenwart stehen im Zentrum der Ausstellung Klassiker der Moderne, Liebermann, Munch, Nolde, Kandinsky. Mit 60 Gemälden und Skulpturen aus mehr als 100 Jahren geht die Schau in sechs Kapiteln Fragen der künstlerischen und gesellschaftlichen Emanzipation nach.


Vom 17. Juni bis 3. Oktober 2017 wird sich die Ausstellung Von Hopper bis Rothko, Amerikas Weg in die Moderne, in Kooperation mit der Philipps Collection, Washington D. C., der Entwicklung der amerikanischen Kunst vom Impressionismus bis zum Abstrakten Expressionismus widmen. Vom 28. Oktober 2017 bis zum 4. Februar 2018 zeigt das Museum die Ausstellung Hinter der Maske, Künstler in der DDR, und vom 23. Februar bis zum 10. Juni 2018 in Kooperation mit der Kunsthalle Bremen die Schau Max Beckmann, Welttheater.


 

Hörerlebnis mit Frau Dr. Dorothee Entrup über die Geschichte des Palais Barberini

Hörerlebnis mit Frau Dr. Dorothee Entrup über das Museum und die Ausstellungen

Hörerlebnis mit Frau Dr. Dorothee Entrup zur Impressionisten-Ausstellung

Foto: Helge Mundt, © Museum Barberini

Das Museum Barberini bietet auch einen Shop, ein Café & Restaurant mit Außenplätzen sowie ein Auditorium für Lesungen, Konzerte und Vorträge.

Öffnungszeiten:
Mai bis 28. Mai 2017: Mo–So 10–19 Uhr, kein Schließtag;
danach Mo & Mi–So 10–19 Uhr, jeder erste Do im Monat 10–21 Uhr, Di geschlossen;

Eintritt:
€ 14, ermäßigt € 10, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre frei.
Jahreskarte Einzelperson € 30, Paare € 50.

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            Museum Barberini     

Kunstwerke und Spionage-Stories – die Villa Schöningen an der Glienicker Brücke

Ein weiterer künstlerischer Anziehungspunkt in Potsdam ist die Villa Schöningen, unweit der Glienicker Brücke, die Berlin-Wannsee und Potsdam verbindet. Vierzig Jahre lang lag der östliche Teil der Glienicker Brücke im Westen und ihr westlicher im Osten Deutschlands. Eine weiße Linie markierte die Grenze zwischen der DDR und West-Berlin. Bekannt wurde die "Brücke der Einheit", wie sie damals absurderweise hieß, vor allem als Schauplatz spektakulärer Agentenübergaben.


Erbaut wurde die Villa Schöningen 1845 nach Entwürfen des Architekten Persius im Stil einer italienischen Turmvilla. Sie ist Teil der Sichtachsenkomposition mit dem Schloss Babelsberg und den 1907 im Zuge des Neubaus der Glienicker Brücke errichteten Kolonaden. Die Dauerausstellung in der Villa Schöningen ist der Geschichte des 2009 wiedereröffneten Hauses und der Glienicker Brücke gewidmet. Im Fokus steht der Zeitraum von 1961 bis 1989, als direkt vor der Tür die innerdeutsche Grenze verlief und als auf der Glienicker Brücke dreimal Agenten zwischen Ost und West ausgetauscht wurden. Der wunderschöne Park der Villa Schöningen verwandelt sich jeden Sommer in einen Skulpturengarten mit Kunstwerken von unterschiedlichen Künstlern. In den letzten fünf Jahren waren hier Arbeiten von Andreas Slominski, Olaf Metzel, Stella Hamberg, Jonathan Meese und vielen mehr zu sehen. Der Park ist ebenso wie das Café zu den Öffnungszeiten ohne Eintrittsgeld zugänglich.


Sowohl für die private Veranstaltung als auch für geschäftliche Events kann man die Villa Schöningen mieten. Das Haus bietet mit seinen historischen Räumen auf 410 Quadratmetern zuzüglich Terrasse und Garten eine Vielzahl an Möglichkeiten für Empfänge, Dinner, Tagungen, Präsentationen, Pressekonferenzen, Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern.


 
Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Eintrittspreise:
9 Euro, ermäßigt 7 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren  haben freien Eintritt.

Führung durch die Dauerausstellung 
In der Führung durch die Dauerausstellung erhält man Informationen zur Geschichte des Hauses, zur Geschichte des geteilten Deutschlands und zur Glienicker Brücke. 
Dauer: 45 Minuten, Preis: 60 EUR, zzgl. Eintritt 
  
Führung zur Geschichte der Glienicker Brücke 
Ergänzen Sie die Führung durch die Dauerausstellung mit der Erkundung der geschichtsträchtigen Glienicker Brücke. Lernen Sie den Schauplatz der Agentenaustausche genauer kennen. 
Dauer: 60 Minuten, Preis: 70 EUR, zzgl. Eintritt 

Führung für Kinder 
Die Villa Schöningen veranstaltet zu aktuellen Kunstausstellungen und zur Dauerausstellung auch Führungen für Kinder. Auf Wunsch können die Führungen durch kreative Workshops ergänzt werden. Dabei unterstützen und schulen ausgebildete und erfahrene Künstlerinnen die Kreativität der Kinder. 
Dauer: 45 Minuten, Preis: 60 EUR, zzgl. Eintritt

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    Villa Schöningen und Veranstaltungen    

Feuer, Wasser, Erde, Luft und die Musik – die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci

Neben der visuellen Kunst im Museum Barberini und in der Villa Schöningen sind alljährlich die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci ein kultureller Höhepunkt in Potsdam.


Vom 9. bis 25. Juni 2017 widmen sich die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci den vielfältigen Verbindungen zwischen Erde, Feuer, Wasser, Luft und Musik. Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci zeigen 2017, wie sich Komponisten, Interpreten, Musiktheoretiker, Wissenschaftler oder Instrumentenbauer im Wandel der Jahrhunderte mit dem Viergespann Feuer, Wasser, Erde und Luft bis heute beschäftigen. In Potsdams Schlössern und Gärten werden die Elemente in Form von Sintflut und Donnerwetter, singenden Steinen, wirbelnden Winden, Schöpfung oder Chaos von Künstlern aus 23 Ländern in über 80 Konzerten, Opern und Führungen musikalisch ausgelotet. Ob bei feurig spanischer Barockoper, einer luftigen Sanssouci Jazznacht, beim Fahrradkonzert, den Babelsberger Wassermusiken oder bei exklusiven Hausmusiken am Wasser – die Musik ist ganz in ihrem Element.


Gleich drei Musiktheater-Produktionen greifen das Thema auf. Als ein Opfer der Elementargewalten irrte der Seefahrer Odysseus über die Meere. In William Kentridges legendärer Inszenierung von Monteverdis Il ritorno d’Ulisse reist Odysseus im Zusammenspiel von Sängern, Puppen und Videoanimationen durch Zeit und Raum. In die Welt des spanischen Barock entführt Antonio de Literesʼ Ópera Los Elementos mit sinnlich-explosiver Rhythmik und viel Liebe zur weiblichen Stimme. Als Oper für Kinder zeigt die Premiere Eine kleine Zauberflöte, wie Tamino und Papageno durch Feuer und Wasser gehen müssen, um die wirkliche Prinzessin zu gewinnen.


Weitere Konzerte beleuchten den Einfluss der Elemente auf Musik und Musiktheorie: von den Tierkreiszeichen zur Alchemie, von den Temperamenten und der damit verbundenen Säftelehre bis hin zur Sphärenharmonie. Auch erklingen Instrumente aus Stein und Glas sowie Pneumaphone oder die baskischen Klanghölzer Txalaparta.


Die Babelsberger Wassermusiken feiern Fürst Pücklers Wasserkünste, die nach 100 Jahren wieder sprudeln. Den Schlosspark Babelsberg in neuer, alter Frische erleben die Besucher bei musikalischen Spaziergängen mit Musikinstrumenten rund ums Wasser, Wasserklangspielen für Kinder und einem Picknickkonzert – erstmals auf der Liegewiese am Tiefen See.


Weitere Besondere Konzerte:

Sonntag, 11. Juni 2017, ab 10.00 Uhr, in, um und rund um Potsdam herum: FAHRRADKONZERT, 7 Seen, 7 Kirchen, viel Musik und immer am Wasser entlang. Man fährt mit dem Fahrrad von einem Musikevent zum nächsten, ganz nach Lust und Laune oder nach dem Zeitplan der Konzerte.


Freitag, 23. Juni 2017, 20.00 Uhr, Nikolaisaal Potsdam: ITAIPU – DER SINGENDE STEIN, monumentales chor-sinfonisches Werk von Philip Glass mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg und Chor.


 

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    Musikfestspiele Potsdam Sanssouci   

© Musikfestspiele Potsdam Sanssouci / Foto: Stefan Gloede

Genuss im Holländischen Viertel – das Restaurant und Hotel XIX Neunzehn

Geschichte, Architektur und Kultur kann man in Potsdam in vielfältiger Weise kulinarisch begleiten. So könnte ein stilvoller Abschluss eines Besuchs des holländischen Viertels ein Essen in dem im Mai 2016 neu eröffneten
Restaurant und Hotel XIX Neunzehn sein.


Das Holländische Viertel wurde vom Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. zwischen 1733 und 1742 im Zuge der zweiten Stadterweiterung unter Leitung des holländischen Baumeisters Boumann erbaut. Die Anlage besteht aus vier Karrees mit insgesamt 134 roten Holländerhäusern. Sie gilt als das größte geschlossene holländische Bauensemble außerhalb der Niederlande. Ursprünglich war geplant, die Häuser nur an holländische Handwerker zu vergeben, als diese aber ausblieben, zogen Handelsvertreter, Künstler und Grenadiere ein. Heute findet man in dem Viertel viele Cafés, Kneipen, Galerien sowie Antiquitäten- und Kunstgewerbe-Geschäfte.


Die Speisekarte des Restaurants im XIX Neunzehn verbindet unter der Regie von Mitinhaber und Küchenchef Maximilian Fuhrmann Klassik und Moderne und nimmt den Gast mit auf eine kulinarische Reise mit einer Kombination von Einflüssen aus aller Welt und regionalen Produkten. Schon am Morgen kann man den Tag hier mit einem leckeren Frühstück eröffnen oder am Nachmittag zu NY Cheesecake vorbeischauen.
Einzigartig sind die Dinnershows an jedem ersten Donnerstag im Monat, bei denen der ehemalige britische Musical- und Drag-Künstler und heutige Mitinhaber Paul Ryan singt, tanzt und einige Kostproben aus seinen regelmäßigen Auftritten auf dem Theaterschiff Potsdam gibt – vom Broadway bis zur Burlesque. Man kann im XIX Neunzehn und damit mitten im Holländischen Viertel auch wohnen: Das Hotel besteht aus mehreren, höchst komfortablen und gemütlichen Zimmern im Boutique-Stil mit Bad plus allerlei kleinen Annehmlichkeiten wie Sitzbereiche, Dockingstation, TV oder W-LAN.


 

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    Restaurant und Hotel XIX Neunzehn    

Freestyle-Cocktails in der Voltaire-Bar des Hotels Brandenburger Tor

Gleich neben dem Brandenburger Tor am Luisenplatz befindet sich das Hotel und Restaurant Brandenburger Tor. Das 1770 durch Gontard und seinem Schüler Unger im Stil eines römischen Triumphbogens erbaute
Brandenburger Tor in Potsdam ist übrigens 18 Jahre älter als das berühmtere Berliner Brandenburger Tor. In der Voltaire-Bar des Hotels sind neben den üblichen alkoholischen Verdächtigen die selbst kreierten Gin-Variationen Höhepunkte des Longdrink-Genusses. Jeder Gast kann unter freundlicher Anleitung der Barkeeperin oder des Barkeepers im Freestyle experimentieren mit verschiedenen Gin-Sorten und diversen Fläschchen von Tonic-Elixieren, angefangen von Slim-Versionen über Mediterranean und Elderflower bis zum damenhaften Bonbongeschmack des rosa Cherry Blossom Tonic. Mit einer Übernachtung im Hotel Brandenburger Tor schläft man in einem Ensemble aus 4 barocken Häusern, die in den Jahren 1736 und 1785 errichtet wurden. Die Zimmer rangieren in den Kategorien Superior ab 71
Euro, Residenz ab 98 Euro und Apartment ab 106 Euro. Da der Inhaber, Jörg Woltmann, auch Chef der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin ist, startet man hier jeden Morgen zwischen 7:00 und 11:00 Uhr entspannt  und stilecht in den Tag: Helle Farben, Kunst von Georg Grosz und ein Verwöhnfrühstück mit Besteck aus Silber und von KPM-Porzellan mit dem kobaltblaue Zepter aus dem kurbrandenburgischen Wappen.




 

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        Hotel Brandenburger Tor    

Brauen und Speisen in preußischen Gemäuern – die Meierei Brauerei Potsdam
Wer in Potsdam ein rustikal-uriges Genusserlebnis sucht, darf die Meierei an der Nordspitze des Neuen Gartens am Ufer des Jungfernsees nicht verpassen. Die Meierei ist, genau genommen, eine Brauerei mit Ausschank im Gasthaus, wo die passenden, zumeist deftigen Schmankerl serviert werden, die saisonbedingt – wie in der Spargelzeit – auch mal vornehm-edel ausfallen dürfen. 

Erbaut wurde die Meierei in ihrer Grundkonzeption 1791 unter Friedrich Wilhelm II. von den Baumeistern Langhans und Krüger. Von hier aus wurden der königliche "Caffetier", die Hofküche, und die königliche Menagerie mit Milchprodukten versorgt und die Kälber zur Zucht und Schlachtung geliefert. 1844 erfolgte unter Friedrich Wilhelm IV. der Umbau durch die Architekten Persius und Hesse. Der Umbau erschuf die Grundlage des heutigen Bilds einer Art normannischer Burganlage. Vom königlichen Teezimmer aus boten Fenster in der Art einer "venezianischen Loggia" dem König einen herrlichen Blick über den Jungfernsee, bis nach Sacrow und Glienicke. Die Milchwirtschaft wurde 1861 eingestellt, in den Kuhstall zog ein Jahr später ein Dampfpumpwerk zur Bewässerung des Neuen Gartens. Dazu wurde ein über 30 m hoher Schornstein errichtet.

1928 baute man die Meierei zur Ausflugsgaststätte um, wo bis zum Ende der 30er Jahre in einem großen Biergarten am Ufer des Sees auf bis zu 1.000 Außenplätzen die Gäste beköstigt wurden. Das Gebäude brannte mit Ausnahme des Pumpenhauses nach Kriegsende durch die Unachtsamkeit der sowjetischen Militärhausherren bis auf die Grundmauern nieder. Nach vierjähriger Bauzeit wurde die Meierei als Brauerei und Gaststätte 2003 von Diplom-Brau-Ingenieur Jürgen Solkowski und seiner Frau, Hannelore Maiwald-Solkowski, als Erbbauberechtigte neu eröffnet. Das Konzept der Meierei greift zurück auf die Brauertradition, nach der, bevor in Deutschland ab 1860 die ersten Großbrauereien entstanden, ein jeder Wirt sein eigenes Bier gebraut und damit jedes Dorf eine eigene Brauerei hatte. Im Rahmen der Renaissance der Gasthausbrauereien eröffnete als achter Gasthausbrauerei-Betrieb in Deutschland Familie Solkowski 1987 in Berlin das Luisen-Bräu und später das Brauhaus Spandau.

Ganzjährig ist das Hausbier Meierei Hell mit 5,2% Volumenprozent Alkohol und einer Stammwürze von 12,8% Prozent im Ausschank. Ein vollmundiges, nicht bitteres Helles, das auch diejenigen anspricht, die kein bitteres Bier mögen. Bei der typischen Weiße, die, weil nicht in Berlin gebraut, nicht Berliner Weiße genannt werden darf, hat der Braumeister ein altes Rezept umgesetzt und dafür gesorgt, dass diese auch ohne den Zusatz von Sirup als erfrischendes Getränk von den Gästen angenommen wird. Von Mai bis September können sich die Sommergäste am obergärigen, hefetrüben Weizenbier erfreuen, im Juni und Juli am Potsdamer Schwarzbier mit seinem feinherben und vollmundigen Geschmack und den dazu gehörigen Malz-und Röstaromen. Das Schwarzbier weist einen Alkoholgehalt von 5,5% Volumenprozent bei einer Stammwürze von 14,8% Prozent auf. Vom malzbetonten Märzen, einem spritzigen Rotbier und einem süßlichen Maibock bis zum süffigen Herbstbock mit 6,8% Volumenprozenten und einer Stammwürze von 16,8% Prozent kommen über das Jahr saisonale Biere zum Einsatz und bringen den Gästen Abwechslung beim Biergenuss. Gasthausmäßig kommt zu den Bierköstlichkeiten Deftiges aus der Küche auf die Ahorntische: Hausgemachte Preußische Kartoffelsuppe mit Speck, Zwiebeln und einer Bockwurst, aber auch das traditionelle Berliner Eisbein mit Sauerkraut und Erbspüree oder das große Schweineschnitzel nach Wiener Art mit Kartoffel-Gurken-Salat und jeden Mittwoch eine Schweinhaxe aus dem Rohr. Wer sich ein Stück Meierei-Brautradition mitnehmen will, lässt sich sein Bier braufrisch in der 2-Liter-Siphon-Flasche abfüllen. Nach Hause oder zu seinem Hotel gelangt man von hieraus traditionsverpflichtet auch mit Wassertaxis oder dem Schiff der Stern- und Kreisschifffahrt vom Anleger Cecilienhof über den Jungfernsee nach Potsdam zurück.



Hörerlebnis mit dem 30jährigen Brauer Kai Piester über die Geschichte der Meierei und die Methodik des Bierbrauens

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        Meierei Brauerei Potsdam

Mühle von Sanssouci

  Neues Palais