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      <title>Niepoort in Portugal: Die weltweit bekannte Marke für legendäre Portweine aus dem Douro-Tal&#13;</title>
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      <pubDate>Fri, 26 Jun 2026 21:17:10 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2026/6/26_Niepoort_in_Portugal__Die_weltweit_bekannte_Marke_fur_legendare_Portweine_aus_dem_Douro-Tal_files/xQuintaNapolesview.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object002_9.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:183px; height:136px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Rund 120 Kilometer östlich der nordportugiesischen Stadt Porto schlängelt sich der längste Fluss der iberischen Halbinsel durch eine atemberaubende Tallandschaft – das Douro-Tal. Hier wird seit zweitausend Jahren auf Schiefer und Granit Wein angebaut, es ist eines der ältesten Weinanbaugebiet weltweit, inzwischen mit geschützter Herkunftsbezeichnung. 2001 wurde das Gebiet des Alto Douro zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es war Anfang des 19. Jahrhunderts, als vor allem Engländer im Tal des Douro in Weinhandel und Weinbau einstiegen und meistens von London aus die Geschäfte regelten. Dann kam das Jahr 1842, als eine Familie aus den Niederlanden zuzog und in Vila Nova de Gaia an der Atlantikküste ein eigenes Portweinhandelshaus gründete: die Familie Niepoort mit Franciscus Marius van der Niepoort als Familienoberhaupt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Seitdem widmet sich die immer jung gebliebene Familie insbesondere der Herstellung von exquisitem Portwein und schöpft aus ihren Erfahrungen aus Diskurs, Leidenschaft und familiärem Zusammenhalt von fünf Generationen. Sie haben Niepoort zu einem der weltberühmtesten Portweinhäuser und Top-Portwein-Erzeugern der Welt und inzwischen auch zum erfolgreichsten Tafelweinhaus Portugals geformt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Generationen der Familie Niepoort&lt;br/&gt;Die Geschichte des Hauses Niepoort haben sechs Generationen in einer bemerkenswerten Weise geschrieben: Immer waren es zwei Generationen, die zusammen einen erfolgreichen Übergang der Familien- und Unternehmensgeschichte gestaltet haben. Weitergeben hieß das Zauberwort, das alles erklärte. Das bezog sich stets auf die gemeinsame Leidenschaft für Wein und für das Douro-Gebiet, auf den Respekt vor den Traditionen und auf den unbändigen Drang zu neuen kreativen Wegen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als 1842 der damals 29jährige, im holländischen Hilversum geborene Kaufmann Franciscus Marius van der Niepoort nach Portugal zog und mit dem Portweinhandel begann, besaß er weder eigenes Land noch Weinberge. Franciscus heiratete Francisca Louisa Elisabeth Ehlers und starb am 7. März 1887 in Porto. Schon 1848 stieg mit seinem Sohn Eduard Karel Jackob die zweite Generation ins Geschäft ein und schaffte es, sich weiterhin an Portweinen hoher Qualität zu orientieren und damit den Ruf des Niepoort-Hauses zu festigen. Nachdem Eduard mit 64 Jahren verstorben war, übernahm 1890 der damals 22-jährige, wissenschaftsbegeisterte Sohn Eduard Marius die Führung des Familienunternehmens. Erst im Alter von fast 90 Jahren beschloss er, die Leitung des Unternehmens abzugeben, um sich seiner Sammelleidenschaft für Bücher, Briefmarken, Münzen oder Zugfahrkarten zu widmen, an die sich seine Enkel Dirk und Verena noch gut erinnern. 1927 kam die vierte Generation mit Eduard Rudolf van der Niepoort, kurz Rolf genannt, in den Betrieb. Rolf blieb dem Douro-Tal fest verbunden und investierte ungeachtet der portugiesischen Revolution und einer Finanzkrise weiter in das Geschäft. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Rolfs in Porto geborene Sohn Eduard Dirk Van der Niepoort stellte ab 1964 die Weichen, die Niepoort zu dem bedeutendsten portugiesischen Weinproduzenten gemacht haben. Dirk hatte keine Winzerausbildung, sondern ein Wirtschaftsdiplom der Universität St. Gallen mit einem Praktikum bei Mövenpick und in der Cuvaison Winery in Kalifornien, was beides sein Interesse am Wein erst richtig verstärkte. Durch Zukäufe von Weingütern Ende der 80er Jahre wandelte sich das Portweinunternehmen zu einem breit aufgestellten Weinanbaubetrieb. Mit mehr oder weniger Zustimmung seines Vaters Rolf konnte Dirk mit Experimenten und Innovationen Weine kreieren, die bald schon nicht nur in der Familie, sondern in Portugal und der Welt Lob und Anerkennung fanden. 1987 übernahm er den Betrieb auch formal von seinem Vater.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Seit 2004 wirken Dirks Kinder Daniel, Marco und Ana Niepoort als nächste Generation im Unternehmen mit. Seit 2020 nimmt der älteste Sohn Daniel wesentlichen Einfluss auf die Vinifikation der Weine. Marco kümmert sich um die Kontakte von Niepoort zum deutschen Markt und entwickelt das FIO-Projekt an der Mosel weiter, auf das noch einzugehen sein wird. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 wurde Dirk in die „Hall of Fame“ des Wein-Magazins DECANTER aufgenommen. Auch wenn er inzwischen zur lebenden Legende geworden ist, so ist der über 180 Jahren bewährte zwei-Generationen-Übergang bereits angelaufen. &lt;br/&gt;Fortsetzung folgt…&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Seit 2005 leitet Dirk Niepoort das Unternehmen mit Unterstützung seiner Schwester Verena. Dirk ist derjenige in der Familiengeschichte, der das Unternehmen in vielerlei Hinsicht auf eine völlig neue Basis gestellt und zu völlig neuen Dimensionen geführt hat. Das ist kein Wunder, denn wer im Tal des Douro steht, kommt schnell auf den Gedanken, dieser einzigartigen Weinlandschaft mehr als Portweine entlocken zu können, zu wollen und zu müssen. Dirk hatte das Glück, dass sein Vater Rolf vielleicht nicht bereitwillig, aber versöhnlich den Ankauf eigener Rebflächen und den Einstieg in die Rot- und Weißweinwelt akzeptierte. Das begann mit dem Erwerb der Quinta de Nápoles und do Carril im Cima Corgo und der Vinifizierung der ersten trockenen roten Redoma-Weine, mit denen Dirk international großes Aufsehen erregte und mit deren Erfolg eine neue Ära bei Niepoort begann. 2012 kam die neu gegründete  Quinta de Baixo hinzu und 2014 die Quinta da Lomba am Fluss Dão. Insgesamt wurden 15 Hektar neue Weinberge angepflanzt und 10 Hektar mit Reben im Alter von mehr als 60 Jahren sorgfältig erhalten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Für Dirk war es ungeachtet seines Innovationsdrangs von Anfang an immens wichtig, die über die Generationen bewährten Traditionen nicht einfach zu ignorieren, sondern auf ihnen mit Respekt aufzubauen. So fiel es ihm auch leichter, seinen Vater mitzunehmen, als er begann, seine unkonventionellen Einfälle im Betrieb mit grenzenlosem Engagement umzusetzen. Seine Neugier schlug schon bald in inspirierende Visionen um, die er schrittweise, aber vehement realisierte. Dabei stützte er sich stets auf seinen Perfektionismus, seine Liebe zum Detail und auf seinen Mut, ständig Neues zu wagen. Dabei erkannte er immer an, dass Wein ein Produkt der Natur ist, eine Komposition von Rebsorte, Boden und Klima – des Terroirs eben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eine der wohl genialsten Marketingideen nicht nur bei Niepoort oder in Portugal, sondern in der Weinwirtschaft überhaupt war 2002 die Weinkollektion FABELHAFT, deren Name von den als Fabeln bezeichneten Tiergeschichten abstammt, von denen die von Wilhelm Buschs Raben Huckebein mit seiner Likörorgie eine gewisse, wenn auch angesichts des tragischen Ausgangs recht ambivalente Beziehung zum Weingenuss herstellt. FABELHAFT war nicht nur labelmäßig, sondern auch geschmacklich ein qualitativ solider, gut trinkbarer und auch erschwinglicher Wein. Er wurde ein überragender Erfolg und ließ die ganze Welt aufhorchen, die diesen wahrlich fabelhaften und eleganten Rot- bzw. Weißwein aus Portugal voller Lebensfreude genoss: Die Flaschen haben noch heute für jeden Markt ein eigenes und originelles Etikett, entworfen von lokalen Künstlern. Die Labels erzählen jeweils eine Geschichte, die an kulturelle Werte der einzelnen Länder anknüpft und zusätzlich ihr Verhältnis zum Wein abbildet. Insofern ist dann auch die Bezeichnung teilweise modifiziert, neben FABELHAFT gibt es Diálogo“, „Conversa“ oder „Drink me“. In Deutschland erscheint FABELHAFT mit Max und Moritz auf dem Etikett – Max, der Frische und Fruchtige, Moritz, der Sanfte und Elegante. Stets sollen die Weine Lebensfreude und die Herkunft aus dem Douro-Gebiet präsentieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Angesichts des familienspezifischen engen Verhältnisses zur Natur war es konsequent, dass sich Niepoort längst den Grundsätzen des biodynamischen Weinbaus zugewandt hat. Es war schon immer einer der wichtigsten Grundsätze von Dirk, im Weinberg die Natur zu schonen und im Keller den Trauben und Weinen weitestgehend  freie Fahrt zu geben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eine von Dirks aktuellen Aktivitäten ist der Anstoß der Bewegung NAT’COOL, mit der er zusammen mit verschieden Winzern aus Portugal und anderen Ländern einen Trend zu „puristischen, authentischen und unkomplizierten Weine, die Lust aufs Trinken machen“ bestärken will. Neben einem eher niedrigen Alkoholgehalt sollen Aroma, Gaumengefühl, Transparenz und Farbe des Weins in den Vordergrund rücken und mit möglichst wenig Eingriffen in die Natur das Terroir schmecken lassen. NAT’COOL bringt Leichtigkeit und Schwung nicht nur in die in Literflaschen abgefüllten Weine, sondern in ein Leben voller Spaß und Gemeinsinn. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Douro-Tal werden von Niepoort derzeit etwa 70 Hektar Rebflächen bewirtschaftet. Hier sind Dirks Sohn Daniel und der Weinmacher Luís Pedro zuständig, während die Herstellung der Portweine in Vale de Mendiz im Pinhão-Tal Dirks langjähriger Weggefährte Nick Delaforce betreut. In den Weinbergen von Niepoort im Duoro-Tal wachsen Rebsorten wie Dona Branca, Bical, Codega do Larinho, Gouveio, Rabigato und Viosinh. Es sind die alten, bewährten Sorten, von denen bislang keine durch internationale Sorten ersetzt wurde. Sie verstehen sich bestens mit den geologischen und klimatischen Besonderheiten der Region. Die Vegetationsperiode ist warm und trocken, was bekanntlich am ehesten rote Sorten lieben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Kellergewölbe von Niepoort in Vila Nova de Gaia bergen so manches Geheimnis der Weinbereitung, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Hier war immer entscheidend, dass nach Perfektion und höchster Qualität gestrebt wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der internationale Erfolg der Portweine wie der Rot- und Weißweine bestätigt nicht nur den richtigen Weg, sondern ist Vorbild für die gesamte Weinwirtschaft Portugals. Darüber hinaus hat Dirk etliche Projekte initiiert und sich weit über Portugal hinaus engagiert. Gemeinsam mit Ernst Loosen vinifizierte er den berühmten Wein Graacher Himmelreich. Dirk engagierte sich auch betrieblich und familiär an der Mosel: Gemeinsam mit seinen Söhnen Daniel und Marco und dem Winzer Philipp Kettern gründete er in Piesport das Weingut Fio. Mit seiner damaligen Frau Dorli Muhr wiederum gründete Dirk das Weingut Muhr-Van der Niepoort im Carnuntum in Niederösterreich. Eine weitere Gründung war das Weingut Quinta de Baixo in Bairrada. Ein anderes Projekt sind die Douroboys: 5 Starwinzer assemblieren alle fünf Jahre aus ihren besten Fässern eine Magnum, von den nur 750 Stück in den Handel kommen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auch nach 180 Jahren Familiengeschichte sind es die hochwertigen Portweine, die die bedeutendste Rolle im Reich der Marke Niepoort Vinhos spielen. Damals waren es hervorragende Vintage Ports, mit denen das Handelshaus Niepoort erst in Portugal und dann weit darüber hinaus bekannt wurde. Heute sind es auch die Ruby- und Tawny Ports und die berühmten Colheitas und Garrafeiras. Der Ruby reift für etwa drei Jahre im Barrique, der Tawny ein wenig länger in kleinen Portwein-Pipes. Wie der Vintage Port ist auch ein Colheita ein Jahrgangs-Portwein, der aber mindestens zehn Jahre lang in kleinen Eichenfässern oxidativ ausgebaut wird. Die Garrafeiras werden wie anno dazumal in Demijohns vinifiziert, das sind bauchige Glasballons mit acht bis elf Litern Fassungsvermögen. Rund 4.000 davon erwarb Niepoort Ende des 19. Jahrhunderts aus einer Glasfabrik in Oldenburg. Es war Eduard Marius Niepoort, der mit dem Jahrgang 1931 die Tradition des Garrafeira begründete. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;WISSENSWERTES ÜBER PORTWEIN&lt;br/&gt;Die „Entdeckung“ des Portweins begann wie ein Märchen: Es waren einmal zwei junge Burschen, die von einem großen Handelshaus in Liverpool nach Porto zum Abt von Lamego geschickt wurden, damit sie dort alles über den Weinhandel lernen. Der Abt weihte sie in das Geheimnis ein, wie der Wein lange haltbar gemacht wird und damit über weite Strecken transportiert werden kann: Während der Gärung setzte man ihm Branntwein zu, so dass er süß und fruchtig wurde. Es waren die Jahre nach 1678, als die Engländer den portugiesischen Wein als wohlschmeckenden süßen Portwein nach England brachten und in die gehobene Gesellschaft einführten. Anbau, Kellerei und Handel des Weins waren zwar in portugiesischer Hand, der Exporthandel in Porto wurde aber zu einem großen Teil von den Engländern übernommen, die englische Bezeichnungen für die Weine einführten, die bis heute erhalten geblieben sind. Seit vielen Jahren regelt ein strenges portugiesisches Weingesetz die Portweinherstellung vom Anbau über Ausbau und Lagerung bis zum Export. Das Gebiet der Portweinherstellung ist durch die &amp;quot;Regiao Demarcada&amp;quot; gesetzlich geschützt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die wichtigsten roten Portwein-Trauben sind Touriga Nacional, Touriga Francesa, Tinta Amarela, Tinta Barocca, Tinta Cão und Tinta Roriz. Die Reben kommen hauptsächlich aus zwei Gebieten:&lt;br/&gt;▪	Dem Baixo Corgo um die Stadt Peso da Regua im westlichen Teil des Douro-Tals. In der Nähe des Atlantiks sind die Niederschlagsmengen höher als landeinwärts und die Temperaturen niedriger. Die Weinberge sind weniger steil und die Erdschicht auf dem Schiefergestein ist tiefer und fruchtbarer. Von hier stammt etwa die Hälfte aller Portweine, vor allem die leichteren Ruby- und Tawnyqualitäten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;▪	Im Cima-Corgo rund um den kleinen Ort Pinhão wird etwa ein Drittel des Portweins hergestellt. Das Klima ist heißer und trockener, die Hänge sind steil, felsig und karg. Hier sind die berühmten Quintas der Spitzenerzeuger angesiedelt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Um die gewünschten Tannine aus der Beerenhaut zu erhalten, wird die Maische mit Holzstößeln oder ähnlichen maschinellen Methoden zerquetscht und manchmal sogar noch gemäß alter Tradition mit bloßen Füssen zertrampelt. Der eigentliche Vorgang, der den Douro-Wein zu Portwein macht, ist der Benefício: Das Aufspriten des gärenden Mostes mit hochprozentigem Weinbrand. Heute wird die Gärung sämtlicher Portweine durch Zugabe von Weinbrand mit ca. 77% bzw. Weindestillat von 98% gestoppt. Der Zeitpunkt des Stoppens beeinflusst den verbleibenden Restzucker. Je nach Stil des Herstellers und Art des Portweins entscheidet der Kellermeister, wieviel (natürlicher) Zucker im Wein verbleiben soll. Je weiter der Wein bereits vergoren ist, desto weniger Brandwein wird hinzugefügt, weil bereits ein höherer Alkoholgehalt aus der Gärung vorhanden ist. Es kommt nämlich darauf an, die gesetzlich vorgeschrieben Volumenprozente Alkohol zu erreichen und sie auch nicht zu überschreiten: zwischen 18 und 21 %.&lt;br/&gt;Der aufgespritete Wein verbleibt normalerweise ein halbes Jahr im Douro-Tal und wird danach in die großen Portweinkellereien nach Porto gebracht, wo der eigentliche Reifungsprozess von mindestens zwei Jahren in Tanks aus Holz oder neuerdings auch aus Stahl oder auf der Flasche stattfindet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Portwein kann nach Farbe oder nach Qualität und Lagerungsart unterschieden werden. Häufig begegnen einem aus dem Bereich der roten Portwein-Sorten drei Bezeichnungen: Ruby, Vintage und Tawny.&lt;br/&gt;Ruby Ports&lt;br/&gt;Es sind rubinrote bis ganz dunkle Ports, die jung abgefüllt wurden. Der einfache Ruby ist ein etwa 3-jähriger rubinroter Portwein. Er wird aus Weinen verschiedener Jahrgänge verschnitten und trägt keine Jahrgangsangabe.&lt;br/&gt;Vintage&lt;br/&gt;Der Vintage stammt aus einer einzigen Ernte und wird nach 2-3 Jahren abgefüllt, um dann in der Flasche über Jahre und Jahrzehnte zu reifen. Anfangs ist er dunkellila, mit zunehmendem Alter verliert er an Farbe und wird immer heller bis zu einem zarten Orange. Anfangs ist er schroff und unausgeglichen. Mit der Zeit wird er elegant, filigraner und harmonisch, weil sich Alkohol, Zucker, Extrakt und Gerbstoffe ausbalancieren. Fast alle Handelshäuser deklarieren einen Vintage nur in den allerbesten Jahren. Ansonsten bringen sie ihn als Single-Quinta-Vintage oder Vintage-Character Port heraus, der von einem Top-Weingut des Herstellers aus hochwertigen Weinen stammt.&lt;br/&gt;Tawny Ports&lt;br/&gt;Tawnys sind anfangs hellrote Weine, denen man die Farben des Fasses ansieht: Mit zunehmender Lagerung verlieren die Weine ihr Rot, werden tabakfarben und bräunlich; sehr alte Tawnys zeigen oft einen Anflug von Olivgrün. Tawnys haben typischerweise Aromen von Trockenfrüchten wie Dörrobst, Feigen und Datteln. Sie sollten nicht allzu lange gelagert werden, zumal sie sich in der Flasche nicht wesentlich weiterentwickeln.&lt;br/&gt;Weiße Ports&lt;br/&gt;Die von weißen Rebsorten erzeugten Portweine sind nach dem Süßegrad eingeteilt: von extra dry/extra seco bis sweet/dolce. Weiße Ports werden immer seltener im Fass gelagert und eher in Stahltanks ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Portweine von Niepoort Vinhos verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dry White&lt;br/&gt;Dieser weiße Portwein wird aus den weißen Rebsorten Malvasia Fina, Viosinho und Gouveio aus den Weinbergen Covelinhas und Pombal in der Douro-Region hergestellt. Die jüngsten Rebanlagen stammen aus den frühen 1980er Jahren und stehen auf Schieferböden. Die Trauben lagen längere Zeit mit Schalen und Stielen auf der Maische bevor abgepresst wurde. Nach Unterbrechung der Gärung durch den Brandweinzusatz reifte der Port ein Jahr lang im großen Eichenholz. Danach kam er für mehr als drei Jahre in Eichenbarriques. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas strahlt der weiße Port in einem eher dunklen Gold. Er offeriert duftige Aromen von Mandeln, Haselnüssen und Honig mit verschiedenen winzigen Fruchtrichtungen, bei denen Limonen, Birnen und Äpfel mitmischen. Im Mund zeigt er sich mit seinen herausragenden Nuss- und Mandelaromen und einer dezenten Honignuance kraftvoll und erstaunlich frisch. Die gut strukturierte und keineswegs aufdringliche Süße kommt mit einer Anmutung von Quitten daher und ist gut verbunden mit dezenten Karamellnoten. Im langen konzentrierten Abgang kommen noch einmal seine feinen Fruchtnote, sein dichtes Volumen und seine Ausdrucksstärke zur Geltung. Ein mit dem nahtlos integrierten Weinbrand hervorragend ausbalancierter, geschmeidiger Portwein. Servieren Sie ihn gekühlt als trockenen Aperitif: pur, auf Eis mit einer Zitronenscheibe oder in Sekt oder einem portugiesischen Espumante. Er passt auch gut zu Desserts wie Crème brûlée oder Crema Catalana und ist die ideale Basis für Cocktails und Mischgetränke jeder Art.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Trudy Ruby&lt;br/&gt;Das ist ein frischer Portwein im Ruby Stil aus dem schon beschriebenen innovativen Nat Cool Konzept von Niepoort. Trudy ist eine Komposition aus Weinen aus unterschiedlichen Jahrgängen zumeist der letzten drei Jahre. Dabei kommt es zur einer Art Assemblage nahezu unzähliger Rebsorten wie Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinto Cão, Tinta Francisca, Tinta Amarela, Sousão, Tinta Roriz und weitere. Die Rebstöcke stehen vorwiegend im Tal von Vale de Mendiz im Herzen der Region Cima Corgo auf Schieferboden und sind bis zu 40 Jahre alt. Die Trauben wurden im Sinne des Frischeziels dieses Portweins grundsätzlich früh gelesen. Ausgebaut ist der Portwein in großen, alten Holzfudern. Abgefüllt wird in Literflaschen, um schon damit das easy drinking zu signalisieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas outet sich der dunkelrote Trudy mit frischen aromatischen Zügen von Kirschen, Brombeeren, Heidelbeeren und roten Pflaumen. Er umhüllt die Zunge mit Energie und prägnanter Frische und kommt herrlich feinherb herüber. Die lebendige Säure, die Primärfuchtigkeit, der Extrakt und die feinen Tannine unterstützen einen energischen, akzentuierten Abgang. Ein zeitgemäß cooler unkomplizierter Portwein – easy drinking, aber mit Charakter und großer Klasse. Genießen Sie ihn als Solisten oder in raffinierten Cocktails – für den beschwingten Genuss und leidenschaftliche Momente.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 LBV Late Bottled Vintage unfiltered&lt;br/&gt;Der Late Bottled Vintage ist eine Portwein-Kategorie, die in den 60er Jahren populär wurde – sie füllte die Lücke zwischen den Tawnys und den Vintage Ports. Es wurden ausgesuchte körperreiche Portweine mit hoher Qualität aus dem Jahrgang 2021 assembliert. Bei dem Late Bottled Vintage kommt es auf die jahrelange Fassreife an – der Jahrgang 2021 reifte über vier Jahre in großen Holzgebinden. Verwendet wurden Trauben unter anderem aus den Rebsorten Sousão, Tinta Amarela, Tinta Cão, Tinta Francisca, Tinta Roriz, Touriga Francesa und Touriga Nacional.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bereits in der Nase macht der 2021 LBV mit charaktervollen Eigenschaften auf sich aufmerksam:  jede Menge Fruchtnoten von reifen Kirschen mit Anmutungen von Nüssen, Karamell und Marzipan. Am Gaumen vermählen sich Nüsse, Karamell, und Marzipan mit reifen Zwetschgen und extravaganten Partnern wie Amarenakirschen und Schlehen. Eine herrlich salzige Mineralik, deutliche Tannine und eine harmonische Süße prägen den unendlichen, durchaus sanften Abgang. Ein kraftvoller, vollmundiger und gut strukturierter Portwein mit imposanter Harmonie, der sich gut trinken lässt: pur mit Eis oder in einem feinen Cocktail. Er begleitet auch gerne einen Blauschimmelkäse.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Colheita 2009&lt;br/&gt;Colheita bedeutet „Ernte“ und Colheitas sind Tawny-Portweine aus einem einzigen Jahrgang. Im Gegensatz zu LBVs müssen sie mindestens sieben Jahre im Fass gelegen haben, doch bei Niepoort ist es Tradition, einen Colheita noch länger reifen zu lassen. So war der Colheitas 2009 über zehn Jahre im Holzfass Pipa. Er ist assembliert aus den Rebsorten Sousao, Tinta Amarela, Tinta Francisca, Tinta Roriz, Tinto Cao, Touriga Franca und Touriga Nacional. Die hohe Qualität und die Komplexität dieses Colheitas 2009 ist etwas Besonderes, war doch die Ernte der Trauben im August und September 2009 aufgrund extremer Hitze sehr schwierig. Der Wein reifte in den Kellern von Vila Nova de Gaia in kleinen Eichenfässern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt der Colheita 2009 in schillernden Farben von Bernstein über Mahagoni bis Orange. Das Bukett vermittelt einen aromatischen Eindruck getrockneter Früchte von Rosinen über Aprikosen bis zu Datteln und Feigen. Immer wieder wehen leichte Lüftchen von Orangenzesten, Nüssen und Karamell aus dem Glas dazu ein Hauch von Vanille, Zimt und eine florale Note Richtung Veilchen. Am Gaumen präsentiert er eine aktive Süße und eine solide Balance zwischen präsenter Säure und Fruchtigkeit. Kirschen, Schlehen, reife Zwetschgen, florale Noten und ein leicht salziger Karamellton sind gut wahrnehmbar. Das lange Finale ist tiefgründig, intensiv, hat eine dezente Röstaromatik und generiert eine überraschende Frische. Ein hochwertiger, charakterstarker Portwein mit einer seidigen Textur und einer hochkomplexen, schön oxidativen Aromatik. Lassen Sie diesen Portwein nicht in Cocktails verschwinden, sondern genießen Sie ihn als Digestif oder Aperitif oder zu einer Platte mit gereiftem Käse oder etwas mutiger zu einer großen Auswahl verschiedener Schokoladensorten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;20 Years old Tawny&lt;br/&gt;Das ist ein Portwein, der aus verschiedenen Weinen aus den tiefsten Ecken der Villa Nova de Gaia-Keller assembliert wurde, die im Durchschnitt 20 Jahre alt sind, das heißt tatsächlich, dass einige Partien „nur“ 12 Jahre, andere 50 Jahre alt sind. Er reifte jahrelang in uralten Eichenpipes, die kaum noch Tannine abgeben und in denen der Wein sehr langsam oxidiert. Je länger ein Tawny in diesen 550-Liter-Pipes reift und atmet, desto heller, feiner und komplexer wird er. Die Rebstöcke der Sorten Touriga Nacional, Franca, Tinto Cão, Sousão, Tinta Roriz und anderer stehen zumeist in Steilhängen auf Schieferboden und sind teilweise über 70 Jahre alt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein verführerisches Bukett entweicht dem Glas, das wie alter Cognac brilliert. Es begegnet uns aber keineswegs lediglich ein exotische Fruchtpotpourri mit seichten blumigen Beigaben. Hier geht es robuster zu mit einem hochkomplexen dichten Panorama von Datteln, Feigen, Zimt, einem großen Potpourri gerösteter Nüsse und einer dezenten Fruchtduftigkeit von getrockneten Aprikosen, Granatapfel, Amarenakirschen und überreifen Zwetschgen. Robust heißt hier nicht plump, daher umkreisen so gegensätzliche Aromen wie Zimt, Orangenzesten, blonder Tabak, Nuss-Nougat, Mokka, Karamell und eine zarte Kräuterwürze die Nase und fordern zum endlosen Herumschnüffeln auf. Über die Zunge quillt er üppig süßlich, aber mit einer imposanten Frische. Die Bukett-Aromen gehen nicht unter, sondern werden mit jedem Schluck intensiver und kleiden den Gaumen dicht und differenziert aus, ohne dass die kandierten Früchte klebrig oder marmeladig werden. Alles gleitet harmonisch in ein langes Finish. Wie bei allen klassischen Edelsüßen ist die Balance der Schlüssel zum Genuss. Es kommt auf das Zusammenspiel von strukturierter Säure, Fructose-Süße und sanfter Würze im oxidativen Ausbau an. Alles ist hier mit dem wärmenden Alkohol von 20 Volumenprozent einfühlsam und nuancenreich ausbalanciert. In diesem Portwein haben wir der genialen Komposition die erstaunliche Saftigkeit, die energische Substanz, die konzentrierte Textur und die geheimnisvolle Komplexität zu verdanken. Sie dürfen mit diesem Wein gerne von einer Foie Gras Patè (nicht zu verwechseln mit einer germanischen Gänseleberpastete) oder einem schokoladigen Dessert ablenken oder ihn gleich als Solisten reichen. Lassen Sie sich Schluck für Schluck süchtig machen, vielleicht beginnen Sie auch zu träumen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Vintage Port 2024&lt;br/&gt;Zum krönenden Abschluss unserer Präsentation stellen wir einen Portwein vor, der erst im September dieses Jahres auf den Markt kommen wird: den Vintage Port 2024. Es ist ein Port, der am 11. März 2026, dem Geburtstag von Dirk Niepoort, offiziell zum Vintage deklariert wurde. Zugleich bezieht er sich auf das Geburtsjahr von Lima und Eduardo Niepoort, der neuen und sechsten Generation der Familie. Nur 25.000 Flaschen werden davon abgefüllt, eine vergleichsweise extrem geringe Anzahl, die schon jetzt als Subskription angefragt werden kann und mit Sicherheit schnell vergriffen sein wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Trauben für diesen außergewöhnlichen Portwein kommen insbesondere von den Rebsorten Sousao, Tinta Amarela, Tinta Cao, Tinta Francisca, Tinta Roriz und Touriga Franca. Die bis zu 100 Jahre alten Rebstöcke stehen auf  etwa 400 Metern Höhe im Cima Corgo, dem Herzstück des Douro-Tals. Vergoren wurde spontan im traditionellen Lagare als Full-Bunch, nach dem Weinbrandzusatz reifte der assemblierte Wein 24 Monate im großen Holzfass.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Jahr 2024 war im Douro-Gebiet zwar von reichlich Regen im Frühjahr, aber von einem so milden Sommer geprägt, dass die Reben ungewöhnlich langsam, aber gleichmäßig und entspannt reiften und die Öchslegrade sich so schleppend aufbauten, dass sehr spät geerntet wurde. Die lange Vegetationsperiode hat gleichwohl den hohen natürlichen Säuregehalt bewahrt und den Trauben Eigenschaften mitgegeben, die letztlich zu einem einzigartigen Portjahrgang führten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein Vintage Port ist die beste Qualitätsstufe eines Portweins. Nur herausragende Jahrgänge werden zu Vintage-Jahrgängen erklärt, wobei jedes Portweinhaus eine eigene Entscheidung trifft, die sie dann dem Portweininstitut meldet. Ein derart deklarierter Portwein wird in Flaschen abgefüllt und reift 20 bis 30 Jahre in der Flasche weiter. In der Fachwelt weckt der Vintage 2024 Erinnerungen an legendäre Jahrgänge wie 1945, 1960, 1970 oder 2005. Wir konnten eine Fassprobe der finalen Cuvée verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt der Wein in einem intensiven Goldton mit einem bernsteinfarbenen Randschimmer. Er duftet energisch in fruchtige Richtungen von Amarena-Kirsche, Schlehe, Heidelbeere und Aprikose, dazu ein Hauch von Mandeln, Safran und zarten Wiesenblumen bis Holunderblüten. Immer wieder drängelt sich ein markanter Ton von Süßholz nach vorne. Am Gaumen breitet sich der Port köstlich süß, konzentriert und würzig zugleich aus. Zu den vielfältigen Aromen aus dem Bukett kommen der Geschmack von heller Schokolade, reifen Zwetschgen, Cassis, Datteln, Akazienhonig und eine winzige Minznote hinzu. Auf der Zunge erscheint überraschend ein pikanter Touch mit einer leisen Anmutung von Pfeffer. Das lange, nuancenreiche Finale wird von vibrierender Säure, reifen, samtigen Tanninen und einer deutlichen, kühlen Schiefer-Mineralik gestützt und lässt Assoziationen an Mandelnougat, Marzipan und Lavendel aufkommen. Obwohl dieser Portwein noch sehr jung ist, imponiert er sowohl mit seiner perfekten und präzisen Balance zwischen souveräner Fruchtigkeit, Säuregerüst und herkunftsbezogener Mineralik, als auch mit einer knackigen Frische und fester Textur ohne erdrückende Opulenz. Ein großer hochkomplexer und eleganter Portwein, der Tradition, Innovation und Noblesse mit Spannung ins Glas bringt und den man schon jetzt genießen kann. Sie können ihn aber auch würdevoll reifen lassen und locker dreißig bis fünfzig Jahre lang alle fünf Jahre eine Flasche öffnen. Sie brauchen also keinen Frosch mehr an die Wand zu werfen, denn mit einem Glas dieses Ports kommt jedes Mal ein Prinz zu Ihnen.</description>
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      <title>Das Weingut Dr. Wehrheim in der Südpfalz: terroirgeprägte Spitzenweine aus einem biodynamischen Familienbetrieb mit einzigartiger vitikultureller Ausrichtung und höchster Reputation&#13;</title>
      <link>http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2026/6/9_Das_Weingut_Dr._Wehrheim_in_der_Sudpfalz__terroirgepragte_Spitzenweine_aus_einem_biodynamischen_Familienbetrieb_mit_einzigartiger_vitikultureller_Ausrichtung_und_hochster_Reputation.html</link>
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      <pubDate>Tue, 9 Jun 2026 09:51:48 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2026/6/9_Das_Weingut_Dr._Wehrheim_in_der_Sudpfalz__terroirgepragte_Spitzenweine_aus_einem_biodynamischen_Familienbetrieb_mit_einzigartiger_vitikultureller_Ausrichtung_und_hochster_Reputation_files/xDSC_6005.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object000_15.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:183px; height:136px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Diese Lage sagt schon alles: Unweit der Einmündung der einen Weinstraße Richtung Albersweiler in die andere Weinstraße Richtung Siebeldingen steht ein Jugendstilhaus – Stammsitz des Weinguts Dr. Wehrheim. Wir sind hier in der Gemeinde Birkweiler nicht weit von Landau im Bereich Südliche Weinstraße im Anbaugebiet Pfalz.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der romantische Jugendstilhof wurde 1902 vom Familienmitglied Fritz Müller gegenüber dem Bahnhof Siebeldingen-Birkweiler erbaut, und zwar von dem Architekten Arndt Hartung, der auch die berühmte Villa Schwarz in Landau entworfen hat. 1920 kaufte Karl Wehrheim das Haus und richtete einen landwirtschaftlichen Betrieb ein, der sich über die Jahre auf den Weinbau fokussierte, zumal es einen tiefliegenden Keller gab, der als Fasslager geradezu prädestiniert war.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Karls Sohn Heinz stieg nach seinem Studium der Allgemeinen Agrarwissenschaften Ende der 40er Jahre in den Weinbaubetrieb ein, der damals noch Weingut Hohenberg hieß. Er stellte die Fassweinvermarktung auf Flaschenwein um, was seinerzeit eine viel beachtete und wirtschaftlich risikoreiche Pioniertat war. Nach dem Tod von Karl 1974 führte Heinz Wehrheim das Weingut allein weiter. Er brachte bis zu seinem 93. Lebensjahr praktisch sein ganzes Leben in das Weinmachen ein, bestimmte aber auch die Entwicklung von Birkweiler, dessen Bürgermeister er 25 Jahre lang war.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sein Sohn Karl-Heinz studierte ebenfalls in Stuttgart Hohenheim Allgemeine Agrarwissenschaften, spezialisierte sich im Hauptstudium auf Weinbau und begann 1984 zusammen mit seiner Ehefrau Ulrike mit der Tätigkeit im Betrieb. Ulrike blieb zwar ihrem Beruf als Oberstudienrätin an der Maria-Ward Schule in Landau treu, setzte aber mit ihrer kulturellen Kompetenz und liebevollen Sorge für die Familie unentbehrliche menschliche Maßstäbe im Betrieb. Damals erhielt das Weingut seinen heutigen Namen Dr. Wehrheim in Ableitung von Heinz Wehrheim, der über den Einfluss der Flurbereinigung auf die Arbeitszeit pro Hektar Reben promoviert hatte. Karl-Heinz machte das Weingut zu einem der angesehensten in der deutschen Weinbranche. 1991 wurde es Mitglied im Verband der Prädikatsweingüter VDP. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2013 kam dann mit Franz Wehrheim die vierte Generation und führte das Weingut zusammen mit seinem Vater weiter. Franz war in Deutschland und den USA zur Schule gegangen, hatte Betriebswirtschaftslehre in Mannheim und Lissabon studiert und dann ein duales Studium in Weinbau und Önologie aufgenommen, das er mit dem Master of Businessadministration im Bereich Weinbau, Nachhaltigkeit und Vertrieb krönte. Franz veranlasste den Erweiterungsbau mit dem temperatur- und feuchtigkeitsgesteuerten Barriquefasskeller. Franz Ehefrau Aurelia stammt aus dem Familienweingut Hamm in Oestrich-Winkel im Rheingau, das sie zusammen mit ihrem Bruder weiterführt. Aurelia bestärkt jeden Tag ihre Familie mit ihrer Leidenschaft für Wein und Genuss. Das hat sich auch auf die nächste Generation mit den gemeinsamen Söhnen Arthur und Erik übertragen, die schon mal gerne im Fasskeller rumtoben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es ist eher selten, dass eine solche chronologische Familiengeschichte auch von einer über die Generationen immer weiter gewachsenen Harmonie begleitet wird, die stets das Weinmachen inspiriert und beflügelt hat. Ob Karl, Heinz, Karl-Heinz oder Franz – alle im Weingut Dr. Wehrheim haben erkannt, dass ein vereinender und respektvoller Diskurs der Generationen über Tradition und Innovation äußerst hilfreich, wenn nicht gar unerlässlich war, um das Weingut gemeinsam durch die Zeiten zu begleiten. Tradition ist schließlich nichts in Ewigkeit Festgefügtes, sondern muss immer neu erfunden und weiterentwickelt werden. Es galt, jahrzehntelange Erfahrungen, Wissen und Erfolge mitzunehmen und stets mit Neuem abzugleichen. Dabei bedeutete neu zu keinem Zeitpunkt, modischen Trends spekulativ nachzurennen. Vielmehr wurden im Weingut Dr. Wehrheim ähnlich wie in der Wissenschaft neueste Erkenntnisse, Forschungsergebnisse und Erfahrungen im Winzerhandwerk aus verschiedenen Blickwinkeln nüchtern ausgewertet und vor allem eigene kreative Gedanken einbezogen. Dabei waren Inspiration und Ideen der Jüngeren immens wichtig. Wie glücklich kann sich ein Betrieb schätzen, wenn es gelingt, all das mit Mut, Toleranz, Visionen und Leidenschaft in einem kontinuierlichen Miteinander zu vereinen, um gemeinsam mit Weitblick nach dem Ziel zu streben, an der Spitze voranzuschreiten. Familie Wehrheim weiß auch, dass ein zuverlässiges, kompetentes und im wahrsten Sinne des Wortes liebeswertes Team dazugehört, wenn man ein Weingut mit Reputation sein will. So sind schon seit langem mit großem Engagement Anette Falke für das operative Geschäft im Büro und Patrick Christ als Winzermeister im Außenbetrieb und für die Logistik zuständig.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wenn auch manchem in diesem Zusammenhang die Frage nach der Philosophie eines Weinguts angesichts des heutigen betriebswirtschaftlichen Drucks nahezu esoterisch erscheint – Familie Wehrheim kann stolz darauf sein, sich an konkreten Visionen zu orientieren, die man schnöde Leitlinien nennen kann. Jedenfalls bilden sie eine zuverlässige Grundlage für eine einzigartige familiäre und vitikulturelle Ausrichtung des Weinguts. Genau das ist dann auch der Rahmen, in dem heute die hochwertigen Weine in der ziemlich einsamen Spitze der höchsten Qualität gemacht werden. Es sind Weine, die ihre Herkunft nicht verbal vorzeigen, sondern schmecken und erleben lassen. Charakterstarke Eigenständigkeit, Herkunftsprägung und Langlebigkeit heißt die Devise. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das fängt im Weinberg an, wo die Reben in einer intakten natürlichen Umgebung gepflegt und verwöhnt werden, damit sie einerseits resilient werden, andererseits in der Traube alles abbilden können, was ihnen durch Mensch und Natur zuteil geworden ist. Deshalb setzt das Weingut seit 2007 auf einen biologisch-dynamischen Anbau – seit dem Jahrgang 2010 sind alle Weine biozertifiziert. Seit 2017 ist der gesamte Betrieb nach den Regeln des Verbands Respekt Biodyn als biodynamischer Weinbau zertifiziert. Begrünung und Bodenmanagement mit dem Fokus auf Humusaufbau bilden den wesentlichen Ausgangspunkt für die Biodiversität und den CO2 Haushalt in den Lagen. Herbizidfreies Arbeiten und selektive Handlese sind ohnehin selbstverständlich. Dabei werden viele Arbeitsabläufe an den Mondkalender angepasst. Immer wird die Natur als Freund behandelt, nicht als Gegner, den es zu besiegen gilt. Die Reben bedanken sich mit gesunden Trauben höchster Provenienz, die gerne und wie gewünscht das Terroir in den Keller transportieren. Doch nicht nur die Weinberge, sondern der ganze Betrieb lebt im Rahmen eines ganzheitlichen Denkens in einer Symbiose mit Umgebung und Umwelt. Familie Wehrheim hat frühzeitig erkannt, dass nur die konsequente nachhaltige Bewirtschaftung die natürlichen Ressourcen an die nächste Generation weitergeben kann. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller können sich Trauben und Most bei der Verwandlung in Wein frei entfalten, um ihre individuelle Identität bis in die Flasche zu bewahren. In diesem Sinne werden sowohl moderne Technik als auch altbewährte Methoden eingesetzt, auf jeden kosmetischen Eingriff wird verzichtet. Die weißen Rebsorten genießen lange Maischestandzeiten, die roten den Ausbau im Barrique. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eines der wichtigsten Prinzipien im Weingut Dr. Wehrheim ist die authentische und lupenreine Abbildung des Terroirs. Karl-Heinz Wehrheim begann bereits 1999 Weine „terroirrein“ auszubauen und gehörte damit deutschlandweit zu den ersten Winzern, die darauf setzten. Dabei wird der Begriff Terroir im Betrieb keineswegs inflationär gebraucht oder einfältigerweise auf den Boden reduziert. Mit jedem Wein wird das ganze Spektrum dessen erfasst, was den Begriff des Terroirs ausmacht: ein komplexes Zusammenspiel zwischen Boden und Klima, die Eigenarten des Weinbergs und seine landschaftliche Prägung sowie nicht zuletzt die führende Hand des Winzers. Verkürzt gesagt ist Terroir alles, was die Reben im Weinberg erleben und im Laufe der Reifung bis zur Ernte an ihre Trauben weitergeben. Auch wenn auf diese Weise das Terroir im Mittelpunkt steht, so gehört im Weingut Dr. Wehrheim zur Abbildung der Herkunft der komplette rebsortenbezogene und bodenreine An- und Ausbau der Weine dazu. Darüber hinaus hat Familie Wehrheim konkrete Vorstellungen von einer Weinstilistik, die sie als Anspruch an sich selbst so definiert: &amp;quot;Harmonie und Balance bieten, ohne süß zu sein. Fülle verkörpern, ohne dabei ‚fett‘ zu wirken. Pikant, mineralisch und eigenständig schmecken, ohne auf eine vordergründige Frucht zu setzen. Intensiv und vielschichtig duften. Essen begleiten und nicht überwältigen.&amp;quot;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Dr. Wehrheim bewirtschaftet in und um Birkweiler 17 Hektar Rebfläche mit den Einzellagen Mandelberg, Im Sonnenschein, Rosenberg und Kastanienbusch mit der Sublage Köppel sowie den Frankweiler Biengarten und die Katasterlage Am Dachsberg. Es sind zu einem Drittel Steillagen. Die Böden sind extrem unterschiedlich und geprägt von Buntsandstein über Muschelkalk und Rotliegendem bis zu Keuper.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Angebaut werden wie in der Pfalz üblich eine Vielfalt von Rebsorten mit Fokus auf Riesling und Weißburgunder, aber auch auf Grauburgunder und Chardonnay sowie Spätburgunder und St. Laurent, was alles zusammen etwa 80 % des Rebsortenspiegels ausmacht. Dabei spielten die Burgundersorten und der Riesling schon zu Anfangszeiten des Weinguts vor hundert Jahren die entscheidende Rolle. Hinzugekommen sind inzwischen Parzellen, die mit den weißen Sorten Silvaner, Gewürztraminer und Muskateller und den roten Merlot und Cabernet Sauvignon bestockt sind. Das Weingut Dr. Wehrheim füllt alljährlich rund 110.000 Flaschen Wein ab, von denen ein großer Teil in etliche Länder der Welt exportiert wird – bis nach China und Japan. Die Weine sind in die Linien des VDP eingestellt, daneben werden flaschenvergorene Sekte und Edelbrände angeboten. Das Weingut ist Partner von WINEinMODERATION und gehört zur Vereinigung „Fünf Winzer -Fünf Freunde“, eine Kooperation von fünf Weingütern in der Südpfalz.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Veranstaltung VDP.Spätburgunder-Vergleich am 12. Dezember 2026 im Weingut ist eine gute Gelegenheit, das Weingut Dr. Wehrheim zu besuchen und dabei auch sieben weitere südpfälzer Weingüter des VDP kennenzulernen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten neun Weine des Weinguts Dr. Wehrheim verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2025 Weissburgunder Buntstück trocken VDP.GUTSWEIN&lt;br/&gt;Die Rebstöcke dieses Weißburgunders stehen, wie die Linie Buntstück aus dem Einstiegssortiment schon verrät, in Parzellen mit Verwitterungsböden des Buntsandsteins. Der ist hier im Bereich des Pfälzer Walds über 250 Millionen Jahre alt und glänzt mit einer gelben bis tiefroten Farbe je nach Gehalt an Eisenoxyd. Die handgelesenen und streng selektierten Weißburgunder-Trauben wurden bei der Einlieferung in den Keller entrappt und lagen vor dem Abpressen einige Stunden auf der Maische. Die temperaturkontrollierte Gärung und der weitere Ausbau erfolgten bis zur Abfüllung im Februar 2026 reduktiv im Edelstahl, also unter Vermeidung von Sauerstoffkontakt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein entfaltet im weißgolden ausgeleuchteten Glas ein starkes, einladendes Bukett mit vielen gelben Früchten: Birnen, Äpfel, Mirabellen, Pfirsiche und Limetten mit Anklängen an Honigmelone und weiße Blüten nebst einem feinen Hauch von Nüssen und frischen Kräutern. Im Mund tritt er vollmundig auf und präsentiert äußerst saftig sein ganzes Bukettspektrum. Die sortentypisch eher dezente Säure begünstigt die Fruchteindrücke von Äpfeln, Birnen und einigen Mangos mit Spuren von Ananas. Alles schmeckt harmonisch, ausgeglichen, extraktreich und erstaunlich elegant, was ihn zu einem wahrlich grandiosen Gutswein macht. Im lebendigen und leicht schmelzigen Abgang beeindrucken noch lange seine Feinfruchtigkeit und die höchst frische, modern salzige Mineralik. Der Weißburgunder Buntstück untermalt das Essen mit seiner feinfruchtigen Aromatik, seine zarte, mäßige Säure unterstützt etliche Geschmacksrichtungen, insbesondere bunte Salate, leichte Pasta und einen klassischen Schweinebraten. Er funkelt im Glas aber auch als der gefällige Sommerwein für alle Weißwein-Gäste.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Riesling Buntstück trocken VDP.GUTSWEIN&lt;br/&gt;Dieser trockene Riesling aus der Buntstück-Linie kommt auch vom Buntsandstein. Er ist ähnlich vinifiziert wie der Weißburgunder Buntstück, also mit Maischekontakt der Trauben, temperaturkontrollierter Gärung und Ausbau im Edelstahl.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir erduften offensive Aromen von Zitrus und grünem Apfel mit einem winzigen Touch von weißem Pfirsich und einer Anmutung weißer Blüten. Am Gaumen treffen sich die verschiedenen Zitrusrichtungen mit grünen Äpfeln und mit exotischen Früchten wie Mangos, Papayas und Litschis. Die Rieslingsäure ist kernig, aber nicht aggressiv und vor allem gut eingebunden. Dazu meldet sich der Buntsandstein mit einer attraktiven Mineralik. Das lange Finish wird durch die aktive Säure, die herkunftstypische Mineralik und ganz besonders durch die konzentrierte Struktur gestützt. Die rührt daher, dass die kargen Böden des Buntsandsteins die Beeren klein halten, was die Extraktanreicherung fördert. Wir haben einen frischen, animierenden Pfälzer Riesling im Glas, richtig schön saftig und beschwingend und gleichwohl feingliedrig. Es ist der perfekte Begleiter zu einem gebratenen Zanderfilet oder einem echten Wiener Kalbsschnitzel mit Kartoffelsalat. Er glänzt aber auch stolz neben dem Weißburgunder Buntstück als Sommerwein für die gerade erwähnten Weißwein-Gäste.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Birkweiler Grauburgunder Keuper trocken VDP.ORTSWEIN&lt;br/&gt;Die Keuper-Böden rund um Birkweiler bestehen aus einer vielfältigen Mischung von Kalk, Sandstein, Ton und Mergel. Sie speichern hervorragend das Wasser und animieren die Reben, in den Trauben ordentlich Aromatik zu deponieren. Im Weinberg wurde während der Vegetationszeit gezielt der Ertrag reduziert – wie in fast allen Weinbergen des Weinguts. Die handgelesenen und selektierten Trauben bekamen eine zwölfstündige Maischestandzeit, der Ausbau erfolgte reduktiv im Stahltank.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas schickt der Wein neben Duftaromen von Birnen und einigen Mandeln vor allem Töne von Mirabellen und Aprikosen, aber auch florale Nuancen. Am Gaumen eröffnet sich ein ganz besonderer Grauburgunder, der nicht mit der sortentypischen Exotik protzt, sondern schlank, ruhig und gut balanciert die fruchtigen Aprikosen-, Apfel- und Ananastöne und die nussigen, floralen und vegetativen Anklänge mit einer feinen Gerbstoffspur, einer subtilen Würze, einer präzisen Säure und einer bodenständigen kühlen Mineralik zusammenführt und ungewohnte Spannung und Eleganz generiert. Bis ins Finale erfreuen wir uns an einem zurückgenommenen Burgunderschmelz und der körperreichen, gradlinigen Struktur. Das ist ein individueller Charakterzug, der neugierig macht auf die weiteren Stufen der Qualitätspyramide. Dieser Grauburgunder steht richtig auf dem Tisch für ein Lachsfilet mit weißem Spargel. Er ist aber auch der universelle Helfer zu fast jedem Salat und Meeresfrüchte-Gericht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Birkweiler Chardonnay Keuper trocken VDP.ORTSWEIN&lt;br/&gt;Nun also ein Chardonnay vom Keuperboden. Der Wein belegt überzeugend, dass der Keuper aufgrund seines Mineralreichtums und des Wasserhaltevermögens ein freundlicher Boden für Burgundersorten ist. Auch hier wurde der Weinberg ertragsreduzierend gepflegt, bei der Ernte handgelesen selektiert und im Keller temperaturgesteuert vergoren, und zwar in Barriquefässern aus französischer und pfälzer Eiche. Das ist ein interessanter und mutiger Ausbau, ziehen sich doch viele Weingüter auf den Edelstahlausbau zurück, um keinen aufdringlichen Neue-Welt-Butter-Bananen-Wein zu produzieren. Mit diesem Chardonnay marschieren Sie aber auch nicht gleich in Richtung Chablis, sondern eher in Richtung Neuseeland-Typ. Richtigerweise muss man Familie Wehrheim aber bescheinigen, mit Hilfe des Gärungsprozesses und der Reifung im Holz stilistisch die Rebsorte individuell zu einem großartigen eigenständigen Charakterwein verzaubert zu haben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Keuper-Chardonnay hat ein fruchtbetontes Bukett mit vielen gelben Äpfeln, einigen weißen Pfirsichen, etwas Ananas, einem winzigen Dash Zitrus und einem schönen Hauch dezent vanilliger Röstaromen vom Holz. Im Mund schmeichelt er mit einem genialen sanften Zusammenspiel von vielfältiger Fruchtexotik, lebendiger Säure und distinguierten Holzaromen. Alles streckt sich im langen energiegeladen Abgang noch einmal ordentlich aus und fügt eine deutliche mineralische und eine winzige vegetabile Spur hinzu. Wir bewundern einen kraftvollen, präzise akzentuierten Chardonnay, der die Fruchtigkeit in eine herrliche Frische und Saftigkeit überleitet, immer harmonisch und freundlich. Wenn Sie ihn solo trinken, dann aus einem mittelgroßen Rotweinglas mit zehnminütiger Belüftung. Und stellen Sie sich vor, er würde mit einem Weißburgunder vom Keuper assembliert und zu einem flaschenvergorenen Sekt gemacht werden, Wow. Und wer sollte das in der Südpfalz machen, wenn nicht Franz Wehrheim? Kommen wir wieder runter und genießen den Birkweiler Keuper Chardonnay ganz irdisch zu einer Dorade in Beurre-Blanc.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Birkweiler Riesling Rotliegendes trocken VDP.ORTSWEIN&lt;br/&gt;Eigentlich kommt die als Rotliegendes bezeichnete Bodenformation in der Pfalz äußerst selten vor, aber sie ist zu finden in der berühmten Talkessel-Lage Kastanienbusch. Es ist also eine Art Glücksfall für das Weingut, den Rieslingreben hier ein besonderes Herkunftspotential bieten zu können. Die Gesteine dieser Bodenformation entstanden vor Millionen Jahren in einem wüstenähnlichen Klima und formten sich zu Konglomeraten, Sandsteinen und reichlich Schieferton, die durch Eisensalze vorwiegend rot bis bräunlich und gelblich gefärbt sind. Das ist ein wärmespeichernder, aber wenig nährstoffreicher Boden, so dass sich die Rebstöcke mit tiefer und breiter Verwurzelung schwer durch die Vegetationszeit kämpfen müssen. Sie tanken dabei ordentlich Mineralität und bringen es oftmals nur zu kleinen Beeren, was die Konzentration der Aromen erhöht. Die Vinifizierung des Weins erfolgte mit langsamer Gärung und reduktivem Ausbau im Edelstahltank. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wie es sich für einen Riesling gehört, bringt er ein helles Gelb mit grünlichen Reflexen ins Glas und verströmt mit seinem reduktiven Auftritt dichte Mineraltöne, die an nasse vulkanische Steine erinnern. Mit zunehmender Belüftung machen sie Platz für eine markantes exotisches Duftspektrum, das von einigen Äpfeln, wenigen Limetten und einem deutlichen Touch Kräutern abgerundet wird. Am Gaumen präsentiert sich energisch und zupackend wieder die enorme Mineralik, die sich mit einer grün-gelben Würze, feinen pflanzlichen Noten und etwas Grapefruit verbündet. Dazu kommt eine stronge Säure, die eine grandiose Frische anstößt, alles hochkonzentriert, kristallklar und spritzig. Die kühle Fruchtigkeit ist mit der Säure so gut austariert, dass im schön herben Finish eine powermäßige Saftigkeit entsteht. Dabei haben wir keinesfalls ein ordinäres, plumpes Energiebündel im Mund, ganz im Gegenteil: einen Wein mit Finesse, der einen Höhepunkt an Trinkfreude bietet. Ein markanter Terroirwein, mit dem man die Halbtrocken- und Lieblich-Trinker nicht verschrecken sollte. Wenn Sie nett sein wollen zu sich und dem Wein, so bieten Sie ihm einen in der Pfanne gebratenen Wolfsbarsch oder einen Kaninchentopf mit einer Kräuter-Sahnesoße an.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Birkweiler Rosenberg Chardonnay VDP.ERSTE LAGE&lt;br/&gt;Die Lage Rosenberg liegt fast gegenüber dem Weingut Dr. Wehrheim und erstreckt sich zwischen Birkweiler und Siebeldingen über insgesamt rund 41 Hektar. Hier beherrschen schwerer sandiger Lehm im Oberboden und Buntsandstein bis Keuper darunter das Terrain. Im Keller reifte der Wein 10 Monate lang in Barriques aus französischer und pfälzer Eiche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der strohgelbe Wein lockt mit einer fruchtigen und pikanten Nase, in der sich Zitrusvariationen an den Nuancen von Mandarine, Aprikose und gelber Apfel vorbei nach vorne drängeln. Eine sanfte Brise von vanilliger Holzwürze und von floralen Richtungen steigert die Spannung, die ab und an auch eine mineralische Spur durchlässt. Auf der Zunge verpassen der sehr dezente Säurekick und die feinen mineralischen Anklänge dem schönen Fruchtgefüge von Apfel über Limette bis Mango eine schlanke Frische und eine beeindruckende Eleganz. Zugleich imponiert der dichte und pointiert lebhaft strukturierte Auftritt im langen, dezent cremigen Finale, was den Wein substanzreich und zugleich raffiniert erscheinen lässt. Dieser burgunderhafte Chardonnay ist ein komplexer Wein, der sich gut als Solist und als Gesprächsthema eignet. Er rundet aber auch gerne einen Steinbutt im Salzteig aus dem Ofen oder ein edles Hummergericht mit einer würzig-kräftigen Rahmsoße ab. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Frankweiler Biengarten Riesling VDP.ERSTE LAGE&lt;br/&gt;Die an den nördlich von Siebeldingen liegenden Ort Frankweiler angrenzende Lage Biengarten zieht sich oberhalb der Siebeldinger Lagen „Im Sonnenschein“ und „Mönchspfad“ entlang. Die Weinberge sind auf einer kühlen Höhe von 180 bis 200 Metern nach Süden bis Südosten ausgerichtet, der Boden besteht in den Parzellen des Weinguts überwiegend aus Kalkmergel. Sowohl Gärung als auch der reduktive Ausbau fanden im Stahltank statt. Der 2024er ist der zweite Jahrgang dieses Weins.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt dieser Riesling zitronengelb und entfaltet animierende Zitrusnoten, die von intensiven steinig-mineralischen Schwaden umgeben sind. Töne von gelben Äpfeln, rosa Grapefruit und einigen weißen Pfirsichen gesellen sich dazu. Eine markante Säure prägt den gradlinigen Geschmack mit einer kristallklaren Frische, einem dichten Extrakt und einer imposanten Fruchtigkeit. Grüne und gelbe Äpfel, weiße Pfirsiche, Limetten, Aprikosen und ein paar Orangen verbünden sich mit einer kalkigen, schön salzigen Mineralik. Alles eskortiert einen langen straffen Abgang, in dem sich die brillante Spannung dieses Rieslings noch lange hält. Er bietet als Solist Geschmacks- und Gesprächsstoff und wird kraftvoll und reichhaltig einen kräftig gewürzten Red Snapper aus der Pfanne erfreuen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Birkweiler Am Dachsberg Spätburgunder VDP.ERSTE LAGE&lt;br/&gt;In der Lage „Am Dachsberg“ breitet sich auf kühlen 180 bis 220 Metern ein von Kalk und Quarzsandstein durchzogener gelber Buntsandsteinverwitterungsboden aus. Der Wein wurde in Barriques aus französischer und pfälzer Eiche ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im rubinrot strahlenden Glas präsentiert sich dieser Spätburgunder in der Nase mit einem breit gefächerten, feinmaschigen, im Kern würzigen Duft von roten Johannisbeeren, roten Kirschen, einigen Brombeeren und Schlehen und einer Anmutung von Vanille. Im Mund kommt sein ausbalancierter Fruchtkörper gut an, er zeigt jetzt neben der Verstärkung der Brombeernoten zusätzlich komplexe Waldbeerenaromen und pikante Gewürzspitzen. Die angenehm introvertierte Eichenholznote und die engmaschigen, leicht holzwürzigen Tannine unterstützen zusammen mit der feinen Säure einen mineralisch aufgefrischten, mal kühlen, mal wärmenden, jedenfalls langen Abgang. Das ist ein stringenter, hervorragend burgundisch strukturierter Spätburgunder mit einem unwiderstehlich harmonischen Charakter. Gönnen Sie sich und dem Wein ein Filet aus der Rehkeule, vorsichtig abgeschmeckt mit vielen Kräutern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Im Sonnenschein Siebeldingen Spätburgunder GG VDP.GROSSE LAGE&lt;br/&gt;Die Lage „Im Sonnenschein“ mit den am Südhang liegenden Parzellen grenzt mit mehreren Sublagen sowohl nördlich als auch südlich an Siebeldingen an. Sie ist durch Muschelkalk geprägt, der mit kleinen und großen Steinen den lehmig-tonigen Boden durchsetzt. Diese Bodenstruktur garantiert mit ihrem Wasserspeichervermögen einen ausgeglichenen Wasserhaushalt und schafft im Tag-Nachtwechsel die von den Reben so begehrten Temperaturamplituden. Nach der Ernte wurden die Trauben auf einem Rüttelpult mehrmals sortiert, vollständig entrappt und über fünf Tage kalt mazeriert. Die aus mehreren Spätburgunder-Parzellen geernteten Trauben wurden gemeinsam vergoren; der Wein reifte über 12 bis 14 Monate in Barriques aus französischer und pfälzer Eiche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase geht es zärtlich vertraulich und frisch zu: samtig-fruchtige Aromen treten auf mit einem vornehmen Duft nach reifen Erdbeeren und Himbeeren, nach hellem Tabak, Nüssen, Waldheidelbeeren, einigen Schwarzkirschen und reichlich Veilchen – alles umrahmt von einer zarten Gewürz-Note in Richtung Wacholder. Über die Zunge preschen Töne von Amarena-Kirschen, etwas Cassis, eine Prise Assam-Tee, etwas Süßholz, etwas Mokka und nussige Röstaromen. Wir genießen die samtige Würze mit den feinsandigen, trockenen und gut untergebrachten Tanninen und der gebändigten, äußerst feinnervigen Säure. Alles vereint sich harmonisch in dem von energischer Fruchtigkeit, sanfter Würze und feingliedriger Mineralik geleiteten, leicht holzgestützten, nachhaltigen Finale. Dieses Große Gewächs ist ein animierender, tiefgründiger Barrique-Pinot, der gekonnt eine burgundische Handschrift à la Côte de Nuits mitbringt: saftig, körperreich, dicht und elegant. Mit diesem Wein ziehen Sie in die Küche mit einem riesigen Entrecôte ein oder stellen etwas kleiner dimensioniert und mutiger eine leckere Platte verschiedener Schokoladensorten zusammen.  </description>
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      <title>Das Weingut Nikolaus Köwerich in Leiwen: Die verführerische Magie des Rieslings von der Mosel genießen&#13;</title>
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      <pubDate>Thu, 21 May 2026 21:12:09 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2026/5/21_Das_Weingut_Nikolaus_Kowerich_in_Leiwen__Die_verfuhrerische_Magie_des_Rieslings_von_der_Mosel_genieen_files/xLandschaft%20Laurentiuslay.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object002_9.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Die Feen, Elfen, Helden und Träumer, Fräuleins und Herren sind los in Leiwen an der Mosel. Sie verstecken sich in Flaschen, die von einem Weingut mit Riesling befüllt werden: dem Weingut Nikolaus, kurz Nick, Köwerich. Damit es zu keinen Verwechslungen kommt und sich jeder aussuchen kann, von wem er sich verzaubern und verführen lassen möchte, tragen die Flaschen eindeutige Namen: „Für Elfen und Feen“ – „Für Träumer und Helden“ – „Fräulein Mosel“ – „Herr Mosel“.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wer sich solchermaßen von Poesie und Wein locken lässt, darf an der Himmelstür des Rieslings anklopfen und weiß: So märchenhaft schön kann Mosel sein. Wer lieber in die Realität zurück möchte, sollte sich Zeit nehmen für einen kurzen Zwischenaufenthalt beim Leitspruch von Familie Köwerich im 104. Psalm der Bibel, in dem Vers 15 einen winzigen Ansatz bietet, um zu verstehen, warum sie sich Jahr für Jahr in der Steillage abrackert, woher die Inspirationen kommen, mit denen sie im Keller Rieslinge zu Sommer- wie Winterträumen formt und was sie mit ihren Weinen eigentlich sagen will: „Der Wein erfreue des Menschen Herz.“&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach dem philosophischen Stop-over kommen wir direkt im Weingut von Nick Köwerich in Leiwen an. Leiwen ist ein kleiner, idyllischer Ort, umgeben von Weinbergen an einer der schönsten Moselschleifen zwischen Bernkastel und Trier. Er liegt moselaufwärts hinter Trittenheim und vor Köwerich, Klüsserath und Schweich. Der Ort soll von der Gattin des Kaisers Augustus gegründet worden sein. Leiwen und das benachbarte Köwerich sind mit Weinbau jedenfalls seit dem Jahr 704 dabei, als die Äbtissin Irmina dem Echternacher Klostergründer Willibrord ererbte Weinberge in der Steillage Köwericher Laurentiuslay schenkte. So klein Leiwen mit seinen rund 1.600 Einwohnern auch ist, mit rund 273 Hektar bestockter Rebfläche ist es eine der größten Weinbaugemeinden an der Mosel. Hier an der Mosel prägt der Wein nicht nur die Landschaft, sondern seit Jahrhunderten auch die Menschen und deren Leben, das stets auf den Rhythmus der Reben ausgerichtet ist, den die Natur vorbestimmt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Nick Köwerich liegt in der Maximilianstraße mitten in Leiwen. Nick Köwerich gehört zu den Enthusiasten an der Mosel, die sich in den Steillagen abrackern und einen unnachahmlichen Wein machen, eigensinnig, unangepasst, einzigartig. Kein Wunder, dass in allen renommierten Weinführern, Weinmagazinen und Zeitschriften und von Weinpäpsten wie Suckling das Weingut Nick Köwerich seit Jahren begeistert gefeiert und mit Punkten, Trauben, Sternen und anderen Auszeichnungen überschüttet wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut bewirtschaftet insgesamt 10,5 Hektar Rebflächen unter anderem in den erstklassigen Einzellagen Laurentiuslay in Leiwen, Laurentiuslay in Köwerich und Bruderschaft in Klüsserath. Angebaut wird ausschließlich die kapriziöse und edle Sorte Riesling. Die Weinberge, in denen verbreitet bald 40 Jahre alte Rebstöcke stehen, sind allesamt Steillagen mit mindestens 30 % Hangneigung, manchmal bis zu 70 %. Hier wird die Arbeit zum Abenteuer und der Winzer ist nicht nur Bergsteiger, sondern im wahrsten Sinne des Wortes Hand-Werker mit Arbeitsstunden, die sich betriebswirtschaftlich nicht mehr vernünftig rechnen. Den Rebstöcken gefallen die Steillagen, können sie sich doch ausgiebig sonnen und im Wechsel zwischen der Wärme des Tages und der Kühle der Nacht die Aromen in den Beeren anfeuern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Böden in den Weinbergen bei Leiwen sind wie aus dem Mosel-Bilderbuch: Einige bestehen überwiegend aus karbonhaltigem Sedimentgestein von Urmeeren, die meisten sind jedoch bedeckt mit Devon-Schiefer. Das ist gleichsam zu Stein gequetschter Ton und Schlamm eines urzeitlichen Meeresbeckens. Schiefer im Weinberg bedeutet weniger Unkraut, schnelles Aufheizen durch die Sonne, Speicherung der Tageswärme und Abgabe an die Rebstöcke in der Nacht, vor allem aber die deutliche Aromatisierung des Weins durch eine ausgeprägte mineralische Komponente. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Köwerich betreibt zwar keinen zertifizierten Bio- oder „integrierten Weinbau“, dennoch wird im Weinberg naturverbunden und im Rythmus der Natur gearbeitet. Die Begrünung der Rebzeilen mit Gräsern und Kräutern reguliert den weinbergseigenen Wasserhaushalt und fördert die Humusbildung. Strenge Ertragsreduzierung ist selbstverständlich, die Trauben werden vor der eigentlichen Lese mehrmals selektiert. Eine sehr späte Lese ist wirtschaftlich stets risikoreich, verschafft den Trauben jedoch die vollendete physiologische Reife, die sie brauchen, um mit viel Extrakt ausdrucksstark den Charakter des Terroirs vorzuzeigen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller geht es bei den Köwerichs durchaus innovativ zu. Nick Köwerich hat die Traditionen der Mosel verinnerlicht und praktiziert das Weinmachen als kreatives Handwerk. Seine Weine reifen im Edelstahl, einige auch noch im moseltypischen Fuder-Holzfass, auf jeden Fall ohne Zeitdruck. Er wartet mit der Unterbrechung der Gärung zur Erhaltung der Restsüße geduldig ab, bis sich genügend feine Rieslingaromen entwickelt haben und die Säure gebändigt ist. Das kann er im Edelstahl gezielter als im Holz steuern, um die Frische und die Leichtigkeit der Mosel zu bewahren. Das perfekte Zusammenspiel zwischen aktiver Säure, saftiger Fruchtigkeit und feiner Restsüße sorgen auch für eine lange Lagerfähigkeit der Weine.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es gibt vom Weingut keine Sortimentsbroschüre, die einen schon beim Blättern schwindlig werden lässt, noch bevor man die unendlichen Variationen unterscheiden kann. Nick Köwerich konzentriert sich auf wenige Weine mit verschiedenen eindeutigen Charakteren, die alle Facetten des Mosel-Rieslings abbilden. In geeigneten Jahren fügt er seinem kleinen Programm noch Edelsüße ab Auslese aufwärts bei. Da er nur wenige Weine macht, fallen die Ergebnisse von 10 Hektar jeweils in entsprechend hoher Stückzahl an, immerhin kommt er auf eine Jahresproduktion von mehr als 90.000 Flaschen. Dass ganze Batterien davon in seiner Schatzkammer landen, ermöglicht ihm, jederzeit eine vertikale Verkostung über mehr als 20 Jahre präsentieren zu können. Solche Jahrgänge stehen auf Nachfrage sogar noch zum Verkauf.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nick Köwerich macht Weine, die gewissermaßen die Referenz der Tradition an der Mosel sind: Riesling ist das, was er aus ihm macht. Es sind Klassiker, die hier und nur hier hingehören. Die so wie seit Anno dunnemals erzeugt werden in einem unverwechselbaren, einzigartigen Stil ohne Furcht vor Restsüße. Mit Köwerichs Weinen kann man seine dummen Vorurteile gegenüber restsüßen Weißweinen pflegen oder sich bis zur Sucht verführen lassen. Es sind Weine, die viele heimlich trinken, weil sie den fantastischen Genuss restsüßer Weine in Zeiten des Trocken-Trinkens nicht zugeben wollen. Selbst viele Moselwinzer ignorieren solche Sehnsüchte unter dem Diktat des Trocken-Marktes. Dennoch ist Nick Köwerich weder ein Relikt der Vergangenheit, noch zielt er auf die berüchtigten Export-Süßlinge für Japan oder Kanada. Er ist stets neugierig und offen für Neues, kommt aber immer wieder voller Selbstvertrauen auf seine Erkenntnis zurück, dass die Rieslingfrucht und das Terroir am besten durch fein austarierte, leichte Weine zum Ausdruck kommen, die einen guten Teil unvergorener, natürlicher Süße stolz vorzeigen. Von ihm sind keine Säurebömbchen zu befürchten, er lässt die geliebten Öchsle seiner Moste weder im Alkohol verschwinden noch die Moste durchgären, bis die Hefen dahingerafft sind. Seine Weine sind auch nicht schnoddrig für die Terrasse einzustufen und nicht dazu da, um Allerwelts-Fälle jederzeit bedienen zu können. Sie sind für den bewussten und sinnlichen Genuss gemacht, für die zärtliche Berührung und die sehnsüchtige Erinnerung – gerne aber auch zu einer adäquaten Speise.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sie können das Weingut Nick Köwerich besuchen und die Weine in der Vinothek verkosten. In der Zeit zwischen Ernte und dem Austrieb der Reben laden Nick und Annette Köwerich jedes Jahr im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Erlesenes im Weingut Nikolaus Köwerich“ zu besonderen Lesungen oder auch einer Vernissage ein. Dann lesen Autoren wie der Eifler Norbert Scheuer, Gero von Randow, Monika Traut Bonato, Brigitte Jünger oder Dr. Maren Gottschalk aus ihren Werken oder man sieht wie in diesem Jahr Bilder von Susanne Schiering-Rosch.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Geschichte des Weinguts Nick Köwerich&lt;br/&gt;Seit Jahrhunderten ist Familie Köwerich in Leiwen ansässig – belegt ist das in den Kirchenbüchern des Dorfes seit 1548 – ein Jahr, das aufgrund der Zulassung der Priesterehe für Protestanten in besonderer Erinnerung ist. Im 18. Jahrhundert wurde Familie Köwerich dadurch auffällig, dass Maria Magdalena, eine geborene Keverich, der Welt den wohl berühmtesten Komponisten aller Zeiten schenkte - Ludwig van Beethoven. Nikolaus Köwerichs eigene Winzer-Geschichte fängt naturgemäß erst später an: Nachdem er 1990 das Studium in Geisenheim abgeschlossen hatte, avancierte er zum Kellermeister im elterlichen Betrieb und übernahm 1994 das Familienweingut von seinen Eltern Annemarie und Stefan Köwerich. Im selben Jahr erschien die junge Agraringenieurin Anette auf ihrer ersten Dienstfahrt in Leiwen und heiratete zwei Jahre später den jungen Diplom-Ingenieur für Weinbau und Önologie Nick – an der Mittelmosel ist die Welt eben noch in Ordnung. Anette Köwerich hilft an allen Ecken und Enden im Betrieb und führt ihn praktisch gemeinsam mit Nick. Ihre Passionen sind neben Nick und den drei gemeinsamen Töchtern Anne, Eva und Marie die literarischen Betrachtungen der Mosel und ihrer Menschen, die sie bereits in mehreren Büchern poetisch oder novellenhaft formuliert hat, z.B. „Genießen wie die Römer“, „Mosel - eine Hommage - von der Quelle zur Mündung“ oder „Briefe von Ophelia und Jan“, in dem es um einen reifen Riesling geht. Das im letzten Jahr dreisprachig erschienene Buch „Kostbarkeiten Trésors Treasures“ lädt ein, Erinnerungen, Gedanken und Wünsche festzuhalten und verbindet Text und Bild zu einem Tage- und Erinnerungsbuch. Tochter Eva Köwerich wurde bereits zweimal zur Leiwener Weinkönigin gewählt. Tochter Maria ist Mitbegründerin von Kolonne Null in Berlin, des inzwischen wohl bedeutendsten Herstellers alkoholfreier Weine. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Weine des Weinguts Nick Köwerich verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2025 Einblick N° 1 Riesling&lt;br/&gt;Das ist der Wein, der den Blick freigibt auf die Philosophie des Weinguts Nick Köwerich: Transparent, klar, gradlinig und luftig leicht mit strahlenden Fruchtaromen und einer belebenden Frische – der Wegweiser in den beschwingten und unbeschwerten Genuss des Moselweins. Nach der streng selektiven Handlese erfolgt im Keller die schonende Pressung der Trauben. Der Ausbau im Edelstahl macht den feinherben Wein zum authentischen Abbild des Terroirs der Weinberge rund um Leiwen. Er liefert einen deutlichen Säurewert, aber dank der Winzerkünste von Nick Köwerich bekommt man keineswegs einen Säureschock, was am professionell ausbalancierten Zusammenspiel mit dem Restzucker liegt. Ein eindrucksvoll harmonischer Wein, der auf Samtpfoten daherkommt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem hellgelb mit grünlichen Reflexen ausgeleuchteten Glas schickt der Einblick N° 1 extrovertiert intensive Aromen von weißen Pfirsichen, grünen und gelben Äpfeln, Aprikosen und Limonen, die wir alle am Gaumen nuanciert und ausgeprägt wiedertreffen. Wir staunen über die Leichtigkeit, mit der der Wein mit seinen 10,5 Volumenprozent Alkohol im Mund herumschwebt. Die lebendige Säure, die filigrane Restsüße und die spielerisch untergebrachte, tiefgründige und schieferwürzige Mineralität stützen den langen Abgang, der den Wein harmonisch, sanft und erfrischend ausklingen lässt. Die wunderbare Fruchtigkeit des Einblick N° 1 vermittelt eine Fülle und Saftigkeit, die ihn süffig, erfrischend und charmant zu jeder Art der Gastlichkeit erstrahlen lässt und die an traumhaften Sommerabenden für nächtelangen Genuss sorgt. Er würde aber auch einen Cesars Salad mit seiner Eleganz verzaubern.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2025 Für Feen und Elfen Riesling&lt;br/&gt;Das ist die richtige Bezeichnung für einen Wein, der selbst sture Trolle und Zwerge mit Trockenfimmel in seinen Bann schlagen kann. Er rangiert wie die Fabelwesen irgendwo zwischen den Menschen und Göttern und verführt mit magischen Kräften Nase und Gaumen, ein Naturgeist eben, aus besten, schwindelerregenden Mosel-Lagen und keineswegs so unnahbar wie jene mystischen Geschöpfe. An der verführerischen Märchenhaftigkeit der Feen und Elfen hat sich auch beim allerneuesten Jahrgang 2025 nichts geändert. Der poetische Name ist und bleibt ein Versprechen, das der Wein zuverlässig einlöst.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem weißgold ausgeleuchteten Glas klettern fabelhafte, süßliche Aromen von zartblättrigen rosaroten und gelben Blüten, weißen Pfirsichen, Aprikosen, roter Grapefuit mit einigen exotischen Anklängen und vegetabilen Richtungen vom Typ Wiese im Morgentau. Mit seiner blütenduftigen Fruchtigkeit im Stil von Flower-Power umschmeichelt der Wein auch den Gaumen – sanft und zart, wie man es von Feen und Elfen erwarten darf. Der gut ausbalancierte Hauch von Restsüße kleidet den Mund lieblich verspielt, frisch, rund und süffig aus. Im tänzerischen Menuett mit einer aktiven Säure und integrativen Mineralik hallt die saftige, dichte Fruchtigkeit mit Anklängen an süßliche Weintrauben und Kräuter noch lange nach. Der Wein ist keineswegs so flatterhaft wie seine mythologischen Namensschwestern, teilt aber gerne ihre Freude am Tanzen und Baden und ist so floral, so filigran, so gewandt und charismatisch wie sie. Mit dem 2025 Für Feen und Elfen hat man eine magische Verbundenheit mit der Natur und der Mosellandschaft direkt im Glas und kann sich verführerischen Zauberkräften aussetzen. Das ist fast so glückbringend, so heiter und so zärtlich wie die Begegnung mit einer leibhaftigen Fee.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Für Träumer und Helden Klüsserather Bruderschaft Riesling Spätlese&lt;br/&gt;Die meisten von uns sind bekanntlich eher Träumer als Helden, dennoch hat Nick Köwerich die Zielgruppe höflich und vielversprechend zusammengefasst und ermöglicht immerhin der empirischen Mehrheit der Träumer über den gemeinsamen Trunk den Aufstieg in den Heldenrang. Auf dem Etikett verkörpert Caravaggios Maria Magdalena vielleicht ihre angebliche Sündhaftigkeit als Anreiz für einen verführerischen, sinnlichen Wein. Möglicherweise symbolisiert sie aber auch ihre Überbringung der Auferstehungsbotschaft oder ihre begnadete Vollkommenheit, die ihr zumindest regional die Rolle als Schutzpatronin der Winzer verschaffte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Jedenfalls haben wir einen Wein zum Anschnallen vor uns, so umwerfend ist er. Die hochreifen Trauben wurden bei der Ernte handselektiert, der Ausbau erfolgte im traditionellen, moseltypischen Fuderfass. Eine wuchtig-fruchtige Edelsüß-Spätlese aus der Spitzenlage im benachbarten Klüsserath. Hier reckt sich die nach Süden geneigte Lage Bruderschaft mit ihren Böden aus steinigem Tonschiefer und sandigem Lehm steil empor. Die Lagenbezeichnung &amp;quot;Bruderschaft&amp;quot; geht auf die Gebetsverbrüderungen im Mittelalter zurück. Im Jahr 1681 gründete der in Klüsserath amtierende Pastor Johann Gerhard von Manderscheid eine Rosenkranzbruderschaft. Er stiftete ihr neun Weinberge, deren Erträge der gemeindlichen Seelsorge zugutekamen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Bukett schwebt mit intensiven Pfirsichnoten aus dem Glas. Wir denken an Charentais-Melonen, reife rote Äpfel und Aprikosen und an tropische Akzente von Maracuja und reifer Papaya. Dann laben wir uns geschmacklich an dem dichten süßlichen Fruchtextrakt mit Kandis, hochreifer Sweet-Ananas, Wiesenhonig und einer winzigen Prise Zimt und Kardamom. Umrahmt wird die süße und konzentrierte Geschmacks-Explosion von einer stabilen und eleganten Schiefer-Mineralität, einem selbstbewussten, schönen Botrytis-Touch und vor allem einer prägnanten Säure, die sich wie bei Eisweinen gegen ihren Untergang in der Restsüße erfolgreich gewehrt hat. Der lange, wunderbar dahinschmelzende Abgang betont die fruchtig-edelsüßen Akzente und bleibt saftig und süffig in Erinnerung. Es ist ein komplexer Wein mit einer angenehmen, sündigen Opulenz, der die Fantasie anregt. Vor allem bietet er jedem eine Chance: Träumer werden zu Helden und Helden zu Träumern. Ein filigranes, energiereiches und sinnliches Stück Mosel, neben dem am Tisch jedes Dessert die Flucht ergreift. Ein träumerischer, heldenhafter Mosel-Riesling, der aber nicht nur Helden und Träumer, sondern vor allem jeden Genießenden in seinen Bann zieht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Fräulein Mosel Leiwener Laurentiuslay Riesling Kabinett&lt;br/&gt;Wenn sich der Abend über der Mosel senkt, scheint in der Südwestlage Leiwener Laurentiuslay noch lange die Sonne und hübscht die Trauben auf, damit die Öchsle tanzen. Geradeso wie es Fräulein Mosel mag. So alleinstehend wie die Bezeichnung „Fräulein“ klingt, ist der Wein nicht, denn er hat noch den Herrn Mosel im Schlepptau, mit dem sich eine zeitgemäße geschmackliche Lebenspartnerschaft herstellen lässt. Fräulein Mosel bringt sich dabei süßlich und mit einem weiblich geschwungenen Inital M wie Mosel auf pinkviolettem Etikett ein, Herr Mosel dann trocken mit einem männlich zurückhaltenden M auf einem vornehmem Türkis-Ton. Sowohl Fräulein als auch Herr Mosel sind inspirative Kreationen von Familie Köwerich.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas ziert sich Fräulein Mosel nicht lange beim Bukett und bietet freigiebig, selbstbewusst und fokussiert Aromen von Mirabellen, gelben Pfirsichen, Zitronen und etwas Honig an mit kleinen Düften von weißen und gelben Frühlingsblüten aus Gärten und Wiesen. Am Gaumen vereinen sich Früchte, Säure und Mineralik nicht wild und plump, sondern zärtlich und nuanciert – fräuleinmäßig eben. Die Früchte streichen keine Rieslingmarmelade auf die Zunge, sondern tänzeln durch den Mund mit einer herrlichen Süße: klar, frisch und fein. Zu den Fruchtaromen aus dem Bukett kommen Aprikosen und rote Äpfel hinzu, aber auch ein Touch weißer Johannisbeeren und ein schmackhafter Hauch von Würze. Die geschliffene und brillant untergebrachte, aber eben nicht übertrieben auffällige Säure spannt im langanhaltenden, saftigen Finale noch einmal einen sanften Bogen zur Frucht und zur deutlichen Schiefermineralik mit dem heute so beliebten leicht salzigen Unterton. Die gesamte Struktur des Weins spricht für eine Langlebigkeit, die noch manche sensationelle Überraschung bieten könnte. Ein mitreißender süßer Moseltraum voller Lebensfreude mit weiblicher Dynamik und zeitgemäß selbstbewusstem Auftritt, der eine enorme Trinkfreude ausstrahlt. Verzaubern Sie mit diesem charmanten Wein ein zärtliches Dinner for Two, einen pinkvioletten Sonnenuntergang oder eine thailändische Hähnchenbrust an süßlich-scharfer Mangosoße. Mit Fräulein Mosel lässt sich aber auch jeder Mädelsabend in Schwung bringen und endlich einmal der verbreitete Fräulein-Rosé abklatschen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Herr Mosel Köwericher Riesling trocken&lt;br/&gt;Zwar füllt Nick Köwerich schon lange einen trockenen Riesling in der Literflasche ab, aber mit Herrn Mosel belegt er an der Seite von Fräulein Mosel eindrucksvoll, dass er nicht nur feinherb und süß, sondern auch Mosel trocken mit allerhöchster Wertigkeit machen kann, dann natürlich auch in 0,75 l-Schlückchen. Herr Mosel geht an Dinge wie Nase und Gaumen aber anders ran als Nicks feinherbe und süße Traditionsrieslinge: trocken, cool und herbfruchtig.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Fruchtaromen in der Nase und am Gaumen stammen von gelbem Obst wie Birnen, Äpfeln und jungen gelben Pflaumen, hinzu kommen zitrische Richtungen mit Zitronenmelisse und Grapefruit. In der Größenordnung eines Hauchs wehen auch weiße Blüten und eine dezente Schiefermineralität herum. Im Mund machen sich obendrein noch weiße Johannisbeeren und ganz hinten eine schüchterne halbreife Stachelbeere und ein feiner Zug von Würze bemerkbar. Die Säure hat ordentlich Gripp, ist aber nicht aggressiv, weil genial ausbalanciert. Das Frucht-Säurespiel generiert eine markante Frische und kann es nicht lassen, mit einer sehr vorsichtigen Süßlichkeit moselgerecht an feinherbe Richtungen zu erinnern. Das ausdrucksstarke Finale ist robust und griffig, wobei die Mineralität sich leicht schieferwürzig-rauchig einbringt. Herr Mosel ist komplex und geheimnisvoll, harmonisch und elegant, animierend und höflich und zeigt extrovertiert seine Muskeln vor – wenn das keine gute Partie ist. Einstweilen können Sie sich mit langen Abenden und leidenschaftlichen Momenten zufriedengeben und über des Rieslings männliche Seite staunen. Wer unbedingt ein Pairing sucht: Ein Schmaus von edlen Meeresfrüchten einschließlich Muscheln oder eine Trüffelpoularde aus dem Rohr dürfte Ihnen und diesem großartigen Wein bestens gefallen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Mosel Süd-West Köwericher Laurentiuslay Riesling Kabinett&lt;br/&gt;Die Lage Köwericher Laurentiuslay liegt gegenüber von Köwerich auf dem nördlichen Moselufer und grenzt unmittelbar an die Lage Klüsserather Bruderschaft an. Weiter südlich beginnt die Leiwener Lage Laurentiuslay. Die Köwericher Laurentiuslay ist eine Steillage mit bis zu 50 % Neigung. Die Weinberge sind durchzogen von kunstvoll errichteten Trockenmauern und bestockt mit teilweise uralten, wurzelechten Reben, die mit Sonne aus Süden und Südwesten verwöhnt werden. Auf dem gleißenden, stark verwitterten blauen Devonschiefer hat Nick Köwenig die Riesling-Stöcke zu stehen, mit denen er Weine in dem Stil macht, der einst den Ruhm der Moselweine begründet hat. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Finesse trifft üppige Frucht und packende Mineralität, so könnte man den hochwertigen Kabinett in die Schlagzeilen heben. Der komplex-expressive Riesling protzt freigiebig mit Aromen von Weinbergpfirsich, grünen Äpfeln, Mirabellen, reifer Ananas, und reichlich Zitrus. Dazu kommen florale Anklänge und eine prächtige Würze. Die ordentlich eingefangene Säure streichelt den Gaumen mit verführerischem Schmelz. Wir schmatzen auf dem Vermächtnis einer großen Devon-Schieferlage herum, in der Familie Köwerich ihren Knochenjob great gemacht hat. Wahrscheinlich waren es kerngesunde Trauben, die an den strahlend schönen Spätherbsttagen, die das Jahr 2024 der Mosel beschert hat, gelesen wurden und die diesem Wein seinen unverwechselbaren Charakter aus Energie, Frucht und mineralischem Gestein gegeben haben. Im langen, saftigen Finish verfolgt uns die vielfältige Fruchtigkeit mit einer leichten Würze und einer feinen, ausgewogenen und festen Struktur. Es ist ein reiner, körperreicher, durchaus komplexer Sonntagswein mit wunderschöner zärtlicher Fruchtsüße und mit geschmeidiger Säure. Ein dichter, eleganter Riesling, der durch sein feinherbes Frucht-Säure-Mineralik-Spiel der perfekte Mosel-Botschafter ist. Erfreuen Sie sich und den Wein mit einem Kaninchenbraten aus dem Ofenrohr an einer klassischen Sahnesoße oder mit einem gigantischen Wiener Schnitzel vom Kalb, oder betrachten Sie den Wein als Hochgenuss pur zu jeder Tages- und Nachtzeit.</description>
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      <title>Das Weingut Van Volxem in Wiltingen: Mit höchsten Qualitätsansprüchen, bewährten Traditionen und handwerklicher Präzision die Weine von geschichtsträchtigen Lagen an der Saar ganz nach vorne bringen&#13;</title>
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      <pubDate>Mon, 18 May 2026 16:58:32 +0200</pubDate>
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Er hat beim weintrinkenden Publikum und in der Fachwelt für die Erkenntnis gesorgt, dass hier, an der Saar, nicht mehr nur die Riesling-Süßlinge drängeln oder die Elblinge versauern, sondern echter Wein gemacht wird – äußerst faszinierend, charaktervoll, terroirbetont und hochwertig.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Saar war über Jahrzehnte im Weinschatten der Mosel kaum noch wahrnehmbar, zumal die klimatischen Verhältnisse und die regelmäßigen Missernten es tatsächlich schwer machten, den Nachkriegsmarkt mit seiner massenhaften Nachfrage nach billigen Süßlingen zu bedienen. Erst mit dem Beginn der Trockenweinperiode und der Nachfrage nach Qualität kamen die Saar-Winzer wieder groß heraus. Dann hieß es plötzlich, sie machten Cool Climate Weine, und die oechslegeplagten und säureverschonten Kolleginnen und Kollegen schluckten neidisch. Jetzt bemerkten auch die letzten, dass die Saar höher liegt als die Mosel, die Reben aufgrund der niedrigeren Durchschnittstemperaturen eine längere Vegetationsperiode genießen und die schärfsten Steillagen sich ohnehin an der Saar emporrecken. Mittlerweile kommen in etlichen Jahren die besten „Moselweine“ von der Saar, obwohl die Region nur 0,3 Prozent der bundesdeutschen Rebfläche ausmacht. Diese Weine gehören inzwischen (wieder) zu den teuersten und exklusivsten in Deutschland.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das war schon einmal so zu Kaisers Zeiten, als die Saar-Weine während des großen Riesling-Booms an der Mosel und seinen Nebenflüssen mit Preisen weit höher als Bordeaux und Burgund auf den Weinkarten der nobelsten Restaurants und Hotels in aller Welt standen und in den Kellern des europäischen Hochadels landeten. Sie waren in Europa unschlagbar, zumal die Grand-Cru-Weine Europas seinerzeit ganz überwiegend Rotweine waren und es so gut wie keine trockenen Weißweine, sondern reichlich süße gab. Auf den prominenten Trierer Versteigerungen erzielten die Saarweine regelmäßig Spitzenpreise. Damals orientierte man sich am System der Weinschlösser in Burgund, die ein bestimmtes Terroir repräsentieren – eine Richtung, die inzwischen in vielen bedeutenden deutschen Weingütern die wichtigste Orientierung bietet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bis 2007 wurde die Region Saar in der Gebietsbezeichnung Mosel-Saar-Ruwer wenigstens noch an zweiter Stelle erwähnt. Heute, wo die Moselaner in der Gebietsbezeichnung Mosel alle Regionen vergemeinschaftet haben, müssen und dürfen die Winzer hier stolz und trotzig korrigieren: Unsere Weine sind von der Saar, nicht von der Mosel. Die Saar-Weine wachsen auf einer Strecke von gerade mal 30 Kilometern von Konz bis Serrig und gehören zu Rheinland-Pfalz, während die einzigen Weinberge des Saarlandes in der Großgemeinde Perl nahe der französischen Grenze zur Obermosel gehören.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Geschichte hinter Van Volxem&lt;br/&gt;Die bewegende Geschichte des Weinguts Van Volxem beginnt in der Römerzeit, was die Überreste einer römische Villenanlage auf dem Gelände belegen. Die von den Römern seit dem 3. Jahrhundert bewirtschafteten Schiefersteillagen übernahmen im 11. Jahrhundert die Mönche, die ab dem 17. Jahrhundert zum Luxemburger Jesuitenorden gehörten und den Betrieb seit 1743 als Klosterweingut nutzten. Im Zuge der Französischen Revolution wurde der Besitz säkularisiert, also zugunsten des Staats enteignet. Ende des 19. Jahrhundert erwarb ihn der aus dem belgischen Brabant nach Trier gezogene Bierbrauer Gustav van Volxem. Er machte das Weingut mit den historischen Lagen Scharzhofberger, Gottesfuß und Volz zu einem der berühmtesten Saarweingüter im Reich. Dabei profitierte es ganz besonders von der bereits erwähnten damaligen hohen Werteinstufung der Saar-Mosel-Weine in der Welt. Gustavs Sohn Otto van Volxem führte das Weingut weiter, engagierte sich aber auch in der Politik als Innen- und Sozialminister und Landtgspräsident  in Rheinland-Pfalz. Über vier Generationen betrieb Familie van Volxem so ihr Weingut, bis es 1993 der Münchner Unternehmer Peter Jordan übernahm und die Weine als „Jordan &amp;amp; Jordan“ vermarktete.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;1999 kam dann der 32jährige Roman Niewodniczanski. Er stammt aus der bekannten Bitburger Brauerei-Dynastie und hatte Betriebswirtschaft und Wirtschaftsgeographie studiert, ist aber ein begeisterter Liebhaber großer Weine aus aller Welt. Seine Diplomarbeit bezog sich auf Erfolgsstrategien der Region Mosel im Vergleich zu anderen Weinbaugebieten. Im Jahr 2000 kaufte Roman das Weingut und kehrte zum Namen Van Volxem zurück. Er ließ die Gebäude historisch authentisch und denkmalgerecht restaurieren und in den Weinbergen die Böden revitalisieren. Über die Jahre machte er das Weingut zu einem der renommiertesten Betriebe ganz oben an der einsamen Spitze der deutschen Weingüter. 2007 wurde es Mitglied des Verbands der Prädikatsweingüter VDP.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weingut und Architektur als Gesamtkunstwerk&lt;br/&gt;Als das Weingut Van Volxem für das historische Zentrum und den beschaulichen Ortskern von Wiltingen aufgrund seiner wachsenden Größe zur Belastung wurde, ließ Roman Niewodniczanski auf dem Gelände einer ehemaligen Kellerei auf dem Wiltinger Schlossberg mit einem Investitionsvolumen von über 20 Millionen Euro eine neue Manufaktur errichten. Vier Architekten aus Südtirol und eine Innenarchitektin aus Bad Soden planten das Gebäude-Ensemble auf mehr als 6.800 Quadratmetern. Am 9. Juli 2019 eröffnete die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, die neue Manufaktur Van Volxem.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sie bildet zusammen mit der alten Weinguts-Villa ein Ensemble, das durch Architektur und Design die enge Verbindung zur Weinlandschaft der Saar und zu den Visionen des Weinguts von Exzellenz und Präzision ausdrückt und an die historischen preußischen Weinbau-Domänen erinnert. In gewisser Weise hat sich Roman damit den Traum erfüllt, den von ihm maßgeblich wiederbelebten Saar-Weinen ein die Weinkultur prägendes Zuhause zu geben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Komplex besteht aus einem schon von Weitem sichtbaren turmähnlichen Gebäude, dem „Monolith“, der in Anlehnung an den auf der gegenüberliegenden Hangseite stehenden Bismarckturm von 1893 gestaltet wurde, um den Stolz und das Selbstbewusstsein der damaligen Weltgeltung der Saarweine zum Ausdruck zu bringen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Monolithgebäude ist unterirdisch durch den Holzfasskeller mit der Produktion in einem weiteren Gebäude verbunden. Der vollständig mit Naturstein im Stil moseltypischer Weinbergsmauern ausgekleidete Holzfasskeller beherbergt die Weine aus den Großen Lagen. Die großen und kleinen Eichenfässer wurden von dem bekannten österreichischen Böttcher Franz Stockinger entworfen, das Holz stammte aus familieneigenen Wäldern in der Eifel. Ebenfalls im Untergeschoß des Monoliths liegt der Raritätenkeller. Hier reifen ausgewählte Jahrgänge und Weine aus Spitzenlagen in bienenwabenartig angeordneten Tanks über viele Jahre zu echten Raritäten heran.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zur Vinothek des Monoliths gehört nicht nur der Hofbereich mit Terrasse, sondern verschiedene Räume, vor allem der Panorama Saal im Obergeschoss mit fast neun Meter breiten Fensterfronten. Von hier aus hat man einen spektakulären Ausblick auf den romantischen Altarm der Saar und auf einige der renommiertesten Lagen, darunter den Wiltinger Scharzhofberg, eine der wertvollsten Weißweinlagen der Welt. Im Panorama Saal treten auf Fachverkostungen Berühmtheiten der Weinbranche und auf kulinarischen Events Sterneköche auf. Der Saal kann auch für private Veranstaltungen angemietet werden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Fassade des Gebäude-Ensembles ist in hellem, unbehandeltem Muschelkalk gehalten und stellt damit wie auch der Einsatz von Taunusquarz und Devonschiefer eine enge Beziehung zur umgebenden Natur- und Kulturlandschaft her. Die Weinmanufaktur Van Volxem ist im wahrsten Sinne des Wortes eine moderne Hochburg für Weingenießer und eines der größten und innovativsten baulichen Projekte der deutschen und europäischen Weinwelt – Heimstatt für die Entstehung von Saarlegenden im Weltformat.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Van Volxem bewirtschaftet heute bald 100 Hektar Rebfläche. Der Besitz umfasst Parzellen in fast allen nach Süden bis Südwesten ausgerichteten Steillagen der Saar, die zu den besten der Welt zählen: Braunfels, Gottesfuß, Klosterberg, Kupp, Schlangengraben, Volz und Scharzhofberg in Wiltingen, Goldberg und Ritterpfad in Wawern, Altenberg in Kanzem sowie Bockstein und Geisberg in Ockfen. Kurioserweise ist die weltberühmte VDP.GROSSE LAGE Scharzhofberg weinrechtlich nur eine „einzellagenfreie Gemarkung“ und darf nur ohne Ortsbezeichnung gelabelt werden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Über 90 % der Weinberge sind mit Riesling bestockt, die anderen mit Weißburgunder, Chardonnay und Spätburgunder. Die Rebstöcke stehen teilweise noch in traditioneller Einzelpfahlerziehung und sind durchschnittlich etwa 35 Jahre alt, in einigen Lagen wie im Wiltinger Gottesfuß stehen sogar bis zu 130 Jahre alte, wurzelechte Riesling-Reben, also unveredelte Reben, die auf keiner Unterlage aufgepropft sind. Sie bringen mit den kleinbeerigen Trauben eine hohe Aromenkonzentration aus einer einzigartigen genetischen Vielfalt in den Wein, der dadurch eine tiefe Komplexität und Reifefähigkeit bekommt. Seit es in Deutschland wieder erlaubt ist, werden im Weingut für Neupflanzungen überwiegend solche wurzelechten Rebselektionen verwendet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bis auf einige Grauwacke- und Quarzit-Bereiche mit Feinerde sind die meisten Böden geprägt von Rotschiefer, Blauschiefer und vor allem grauem Devonschiefer. Das ist ein bis zu 500 Millionen Jahre altes Gestein, das nach der Grafschaft im Südwesten Englands benannt ist. Es ist über Millionen Jahre zu Stein gequetschter Ton und Schlamm eines urzeitlichen Meeresbeckens. Klimamäßig genießen die Reben die bereits erwähnte lange Vegetationsperiode. Von Mosel und dem schmalen Saartal strömt stetig eine kühle Feuchte in die Seitentäler, was die von den Reben so geliebten großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht garantiert. Zudem sind die Rebanlagen durch die Eifel und den Hunsrück vor extremen Winden und Kälteströmungen geschützt. Das sind alles Eigenschaften einer Cool Climate Region und beste Voraussetzungen für frische, fruchtstarke und komplexe Weine.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Sortiment von Van Volxem ist überwiegend in die Linien des VDP eingestellt, insbesondere mit den Großen Gewächsen. Es werden aber auch eine ganze Reihe rebsorten- oder terroirbezogene Gutsweine und zwei Sekte angeboten. Trotz der gezielten Dominanz der trockenen Weine sind auch feinherbe Weine und restsüße Kabinette sowie Spät- und Auslesen im Angebot. Jedes Jahr werden mehr als 600.000 Flaschen abgefüllt, von denen rund die Hälfte in alle Welt exportiert wird. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weinberge werden umweltschonend und organisch bewirtschaftet. Das fängt schon bei der Bestockung mit der Auswahl gebietstypischer Rebsorten an und geht über die Ertragsreduzierung auf durchschnittlich etwa 40 hl/ha durch grüne Lese oder Traubenteilung bis zu jeder Art sorgfältiger Handarbeit in den steilen Schieferschluchten. Es wird in mehreren Durchgängen per Hand gelesen und gnadenlos selektiert, damit nur kerngesunde Trauben höchster Qualität im Keller ankommen. Das geschieht oftmals erst von Mitte Oktober bis in den späten November hinein, um den Reben mit Vegetationsperioden von bis zu 160 Tagen Gelegenheit zu geben, Trauben mit hoher physiologischer Reife zu entwickeln.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller konnten im Zuge des Neubaus nicht nur die neuesten weinbautechnischen Ideen, sondern auch ökologische und soziale Ansprüche umgesetzt werden. Auf einem Laufband wird das eintreffende Lesegut nochmals penibel selektiert, bevor mit modernen Korbkeltern schonend abgepresst wird. Bei der weiteren Traubenverarbeitung wird auf Schwerkraft gesetzt. Der Most gärt spontan und langsam im großen Eichenfass oder temperaturgesteuert im Edelstahl. Auf Enzyme und Schönungsmittel wird verzichtet. Die Weine reifen lange auf der Hefe, vor allem in den Holzfässern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Energie für die Manufaktur kommt ressourcenbewusst aus umweltschonenden Quellen: Der Strom wird vorrangig von einer riesigen, gut kaschierten Photovoltaikanlage bezogen, die auf dem Parkplatz auch Strom für Elektroautos der Kunden kostenlos zur Verfügung stellt. Zudem wird modernste Kälte- und Klimatechnik eingesetzt. Die Wärme kommt von einer Hackschnitzelheizung, die von nahe gelegenen Sägewerken versorgt wird. Ein Teich fängt das Regenwasser von den großen Dachflächen auf.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Roman Niewodniczanski hat seit der Übernahme des Weinguts bedeutende Weichen gestellt, zum einen Richtung Exzellenz und Rückbesinnung auf ursprüngliche Formen der Vinifikation, zum anderen Richtung Nachhaltigkeit und Bewahrung der Natur. Er hat mit mutigen Innovationen die visionäre Herausforderung angenommen, sich an alten und bewährten Traditionen zu orientieren, um sich der historischen Exzellenz der trockenen Saar-Weine zuzuwenden. Im Vordergrund steht nach wie vor der allumfassende Naturweingedanke mit soviel Natur und so wenig Technik und Hilfsstoffen wie möglich.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Einer der Ausgangspunkte dafür war sein intensives und detailbesessenes Studium historischer Lagenkarten und vieler in Archiven schlummernder Dokumente. Dabei halfen ihm nicht nur seine historische und geologische Neugier, sondern auch eines seiner Hobbys – das Sammeln uralter Weinkarten von Restaurants, von Händler-Preislisten, von Versteigerungsunterlagen und von Weinbergkarten preußischer Steuerbeamter. Sein Eifer bestätigte nicht nur seine Träume von der Wiederauferstehung des historischen Renommees der Saarweine. Er entdeckte auf diese Weise auch einige einstmals wertvolle und manchmal fast vergessene alte Rieslinglagen, von denen das Weingut dann Parzellen zukaufte und mit enormem Aufwand renaturierte und rekultivierte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Roman wollte immer schon weg von der Dominanz der Süßweine und doch bei der zartfruchtigen Leichtfüßigkeit der markanten Terroirweine der Saar bleiben. So baut er seine Weine überwiegend trocken aus mit derzeit stark nachgefragtem moderaten Alkoholgehalt, einer markanten Mineralität, einer opulenten Rieslingfrucht und einer komplexen Struktur, was alles zu überraschenden geschmacklichen Entdeckungen führt. Stilistisch knüpft Roman weiter gerne an die berühmten Saarweine aus Kaisers Zeiten an, die seinerzeit auch ein fast unglaubliches Lagerpotential hatten. Die Weine sollen die kargen, mineralreichen Schieferböden der legendären Steillagen an Saar und Mosel zeitlos abbilden und gut ausbalanciert ihre Herkunft in jedem Glas erleben lassen – mit Raffinesse und Eleganz. Sie sollen die Traditionen des Winzerhandwerks und zugleich neue Visionen für die Zukunft erkennen lassen. Das strebt er mit der Leidenschaft eines Winzers und der Präzision eines Schweizer Uhrmachers an und ist damit zu einem der wichtigsten Impulsgeber im Spitzenbereich der deutschen Weinwirtschaft geworden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Seit Jahren wird das erfolgreiche Engagement von Roman Niewodniczanski mit Auszeichnungen auf höchster Ebene gewürdigt. Bereits 2002 wählte der Weinguide GAULT MILLAU das Weingut zur „Entdeckung des Jahres 2002 in Deutschland“, im Magazin FALSTAFF war Roman „Winzer des Jahres 2012“, in VINUM war er das 2018, im FEINSCHMECKER 2023 als „Winzer des Jahres international“. Im Rahmen der Meininger Excellence Awards erhielt Van Volxem 2019 den Ehrenpreis der Jury.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten dreizehn Weine des Weinguts Van Volxem verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 VV Pinot Noir Rosé&lt;br/&gt;Wir leiten als erstes den Sommer ein mit einem verführerischen Rosé, der erstmals im Jahrgang 2022 gemacht wurde und nichts gemein hat mit den Himbeergelees etlicher Weingüter, sondern sich einreiht in die hohen Qualitätsansprüche von Roman Niewodniczanski. Die Spätburgunder-Parzellen für diesen Wein stehen in geschichtsträchtigen Lagen wie dem Wawerner Goldberg und Ockfener Geisberg mit tiefgründigen Devonschiefer-Verwitterungsböden mit Anteilen an Sand, Kalk und Quarzporphyr vulkanischen Ursprungs. Die handgelesenen Trauben wurden nach kurzer Maischestandzeit schonend gepresst und über sieben Monate sowohl im Edelstahltank als auch im großen Holzfass ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein entwickelt im Glas zarte Aromen von roten Waldbeeren, frischen Erdbeeren, aber auch von einigen Äpfeln, dazu schwebt ein sehr dezenter mineralischer Hauch herum. Am Gaumen notieren wir begeistert die Frische, die Harmonie und die Fruchtbetonung, die wiederum aus roten Beeren resultiert, auch Cranberrys, Preiselbeeren und Himbeeren, sogar Kirschen sind dabei, alles sehr distinguiert und nicht aufdringlich. Der Rosé geht geschmeidig ab mit einer saftigen Frucht, einer frischen Säure, einer belebenden Mineralität und einem gewissen Schmelz. Das ist der Wein, der mit 11,5 Volumenprozent Alkohol als saftiger Begleiter mit einem ausgewogenen Säure-Süße-Spiel den Sommer verschönert oder an ihn erinnert. Er dürfte auch zu einem Salat Niçoise oder zu mild asiatisch marinierten Garnelen Vergnügen bereiten. Obgleich es ein ernsthafter Rosé ist, passt er mit seinem animierenden Schwung gut in die Linie VV – „Viel Vergnügen“.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Pinot Blanc&lt;br/&gt;Die Trauben für diesen Pinot Blanc kommen aus Schiefersteillagen in Wawern mit dem Goldberg, wo es auch Kalk-, Grauwacke- und Kieselboden gibt. Er ist komplett im Holzfass ausgebaut und reifte 15 Monate auf der Hefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase erleben eine gelbfruchtige Duftigkeit mit reifen Birnen, Äpfeln und Ananas, dazu viele Kräuter und sogar schon ein eindeutiger Eindruck von der Mineralik. Wir genießen geschmacklich eine animierende frische Fruchtigkeit und feine Würze mit dezenten Karamelltönen vom Holz. Die imposante Dichte dürfte wunderschönen kühlen Nächten des Spätherbstes im Weinberg zu verdanken sein. Die sortentypisch ohnehin eher ruhige Säure trifft eine leicht salzige Mineralik, die einen herrlich schmelzigen und wärmenden Abgang eskortiert. Ein stimmiger, energiereicher und runder Pinot Blanc mit einem stoffigen Gerüst und einer beschwingten Leichtigkeit, der unaufgeregt Druck macht. Er hat es verdient, wenn Sie ihm Scallops aus der Pfanne oder eine große französische Käseplatte servieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Chardonnay&lt;br/&gt;Ein Chardonnay nimmt gerne und viel vom Boden auf und bringt in einer Cool Climate Region aufregende Aromen hervor. Da wird es besonders interessant, wenn Reben von französischen Klonen in einer Lage wie dem Wawerner Ritterpfad wachsen, wo es neben etwas Schiefer vor allem Kalkmergel und Buntsandstein gibt, was allen Burgunderrebsorten gefallen dürfte. Wir haben keinen puren Stahl-Chardonnay im Glas, sondern einen, der sowohl im Edelstahl als auch im Holz ausgebaut ist, wo es zum biologischen Säureabbau gekommen sein dürfte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein offeriert ein fruchtiges, etwas nussiges und sanft mineralisches Bukett, in dem gelb-weiße Honigmelonen, überreife gelbe Pflaumen und eine sanfte Brise von Röstaromen die Spannung steigern. Den Gaumen umschmeicheln saftige gelbe Früchte und etliche Nuancen von Nüssen, Feigen und Kräutern auf dem „ein Hauch“-Level. Der Wein strahlt Harmonie und Tiefe aus. In die zarten Holztöne mischen sich eine inspirierende, gebändigte Säure und eine deutliche mineralische Würze. Der Abgang ist schön schmelzig und lässt einen noch lange auf der angenehmen Fruchtsüße herumschmatzen. Ein komplexer Chardonnay mit guter Struktur und Frische. Er eignet sich ideal als Solist und als Gesprächsthema. Er rundet aber auch gerne ein edles Hummergericht mit einer Rahmsoße ab.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 VV Cuvée&lt;br/&gt;Das ist eine seltene und ungewöhnliche Komposition aus Weißburgunder, Chardonnay, Grauburgunder und Auxerrois. Die Trauben kommen aus den Weinbergen bei Wavern mit devonischem Schiefer, Grauwacke und vulkanischem Rhyolith, das übrigens das Gestein des Jahres 2026 ist. Die Trauben aller Rebsorten wurden gemeinsam vergoren, der Ausbau erfolgte über fünf Monate im Edelstahltank und im Holzfass.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Linie VV – viel Vergnügen – gibt schon mal die Richtung vor. Tatsächlich haben wir einen herrlich frischen, burgundischen Wein im Glas. Er vereint im einladenden Bukett die Fruchtnoten der Rebsorten zu einem saftigen Potpourri aus Birne, Mirabelle, Mango, Zitrusfrüchten und gelber Honigmelone, dazu Nüsse und zarte florale und kräuterige Töne und eine kleine mineralische Anmutung. Im Mund kommen fruchtige und pikant-würzige Aromen aus dem Bukett gut an. Ein fülliger, vollmundiger, dennoch kühl und gradlinig wirkender Wein mit harmonisch angepasster mineralischer Unterstützung. Die reife, griffige, aber feingliedrige Säure und der winzige Gerbstofftouch geben dem Wein noch einmal einen Schub an Frische und Finesse. Ein cremiger, saftiger Schmelz führt in einen langen, kraftvollen Abgang. Möchten Sie mit ihm eine Speise pairen, so ist die Auswahl riesengroß. Gefällig macht man es unter vielem anderen mit Lammcarée vom Grill plus Spargelrisotto, einem medium rare Entrêcote oder einem echten holländischen oude Kruitkaas.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 VV Riesling&lt;br/&gt;Wir sind auf der Stufe des Vergnügens jetzt beim ersten Riesling angelangt, und zwar bei einem feinherben. Die Reben wachsen auf Böden mit Devonschiefer, Grauwacke und vulkanischem Rhyolith, das man früher Quarzporphyr nannte. Der Ausbau erfolgte mit Spontanvergärung über sieben Monate im Edelstahl. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir erduften reife gelbe Früchte, gelbfleischige Pfirsiche, reife Zuckeraprikosen und Mirabellen mit einer klitzekleinen, im Riesling allgegenwärtigen Zitrusnote und Anklängen an weiße Blüten und an eine feine Mineralik. Der Wein ist am Gaumen bemerkenswert harmonisch: Seine präsente leichte Restsüße und seine aktive Säure sind trefflich ausbalanciert. Ein Wein, der dank seiner runden, strukturellen Mineralität auch im Abgang einen angenehm vollsaftigen, spritzigen Eindruck macht. „Unkompliziert“, sagt man heutzutage dankbar, man kann auch hinzufügen: „Typisch Saar.“  Ein Wein, der ganz einfach Spaß macht und damit jede Party anheizt. Es ist auch eine universelle Begleitung zu einem netten Grillfestival im Sommer.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Saar Riesling&lt;br/&gt;Dieser Wein ist sozusagen eine Lagencuvée aus den verschiedenen Schiefersteillagen des Weingutes, wo sich der Devonschiefer den Boden teilweise mit Grauwacke- und vulkanischem Rhyolithgestein teilt. Die Rebstöcke sind über 30 Jahre alt, es wurde wie stets streng selektiert per Hand gelesen. Ausgebaut wurde der Wein sieben Monate im Edelstahl. Die Vermarktung als Gutswein erscheint eher als Understatement, bildet der Wein doch einiges aus Großen Lagen ab gemäß der neuen Terroirstilistik der Saar. Das hat auch Lufthansa erkannt, als sie den Wein in der Business- und First-Class anbot.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Saar Riesling trocken plätschert in einem hellen Strohgelb mit grünlichen Reflexen im Glas. Er duftet nach Zitrusrichtungen, weißen Pfirsichen, Mirabellen und Holunderblüten mit einer Ahnung von Feuerstein im Hintergrund. Am Gaumen fällt sofort die vibrierende Mineralität auf, die animierende Frische und das starke Aromenbündel voller exotischer Früchte. Im Mund mischen sich unter die Pfirsiche und Limetten schon mal einige Mangos und Papayas, aber auch Äpfel jener Sorte, die genauer und netter „Schöner aus Boskoop“ heißen. Zu den Früchten kommt eine herrliche Würze hinzu plus wilde Kräuter von Wiesen im kühlen Morgentau. Die knackige Saar-Säure wird von der Saar-Mineralität und der Fruchtsüße – nicht zu verwechseln mit Restsüße – in belebende Frische verwandelt. Stark im Auftritt und stark im langen Abgang, ein gradliniger und zugänglicher Visitenkarten-Wein voller Tiefe und Eleganz, den Roman Niewodniczanski gleich am Eingang vorzeigen kann. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 VV Schiefer&lt;br/&gt;Weiter geht es mit dem Vergnügen, jetzt einmal von jüngeren Reben auf diversen devonischen Schieferböden, der wieder durch das übliche Quäntchen Grauwacke und Rhyolith aufgehübscht ist. Diesmal reichten fünf Monate für den Ausbau im Edelstahltank. Auch dieser Riesling zeigt stolz seine auf der Tradition basierende moderne Saar-Stilistik vor, die Roman Niewodniczanski maßgeblich geformt hat. Der VV Schiefer ist ein Wein trockener Geschmacksrichtung, der beeindruckend authentisch das Terroir abbildet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir schnüffeln nach etwas Belüftung des Glases begeistert an einem betörend fruchtigen Bukett herum: Pfirsiche, weiße Nektarinen, Granny Smith, Mirabellen und etwas rote Grapefruit. Alles ist beeindruckend stark mineralisch unterlegt von einer steinig-schiefrigen Würze die obendrein noch winzige kühl-kräuterige Nuancen von Salbei und Minze durchlässt. Schon der erste Schluck verbreitet auch am Gaumen eine reife Fruchtigkeit, eine strahlende Mineralität und runde Würze. Die Fruchtnoten von weißen Pfirsichen, grünen Äpfeln, Zitrus und die Töne von Kieselsteinen sind leicht vegetabil umrahmt. Er strömt saftig in eine fruchtig-frisches Finish, an dem man dank quicklebendiger, aber gut eingebundener Säure und dichter Mineralik noch lange herumschmatzt. Die Leichtigkeit und kühle Frische dieses trockenen, filigranen Rieslings, aber auch seine fast vornehme Eleganz machen ihn zum hochwertigen Erfrischungswein zu jeder Tages- und Nachtzeit. Er ist auch der animierende Begleiter von tausend Gerichten, von denen eins die langweiligen, aber pairingsicheren Meeresfrüchte, als klassisches Gericht die gebratene Seezunge oder als mutiges der Rheinische Sauerbraten sein könnten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Alte Reben&lt;br/&gt;Die teilweise wurzelechten Rebstöcke für diesen Wein sind bis zu 120 Jahre alt und stehen in dramatisch steilen Schieferlagen mit Anteilen an Rhyolith – alles Große Lagen. Die alten Reben wachsen deutlich langsamer und der Ertrag sinkt mit jedem Jahr mehr. Sie haben ihre Wurzeln tief in den mineralhaltigen Boden gestreckt und können die feinen Verästelungen auch bei wenig Niederschlag gut versorgen. Die Nährstoffbilanz verteilt sich auf einen geringer gewordenen Traubenbehang mit sehr kleinen Beeren. Der trockene Wein ist mit Spontangärung neun Monate lang im Edelstahl ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Enorm duftig funkelt der weißgoldene Wein im Glas mit animierenden Noten von Ananas, Äpfeln, roter Grapefruit, Weinbergpfirsich und einer Spur Orangenkonfit, dazu feine Nuancen von Kräutern und Mineralik. Die Bukettaromen spazieren allesamt nochmal über die Zunge, begleitet von einer frischen, knackigen Säure, einer betörend schmelzigen Fruchtigkeit, einer modern salzigen Mineralität und einem charmanten kleinen Gerbstoffkick – alles perfekt austariert. Der komplexe, dichte und bemerkenswert extraktreiche Spannungsbogen löst sich in einem langen schmelzigen, elegant straffen Finale mit enormer aromatischer Intensität. Ein Wein, der es verdient, aus dem Schatten der Großen Gewächse herauszutreten und neugierig macht auf die nächste Stufe der Pyramide. Wer unbedingt ein Speise-Pairing wünscht, sollte es nicht unter Seeteufelbäckchen machen. Der 2023 Alte Reben würde aber auch jeden Fisch in der Pfanne wiederbeleben und Muscheln auf dem Teller rocken lassen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Rotschiefer Riesling Kabinett&lt;br/&gt;Dieser Wein kommt aus Lagen mit grauem, vor allem aber rotem, eisenreichen Verwitterungsschiefer in den Wiltinger GG-Lagen Gottesfuß, Kupp und Klosterberg und wohl auch Kanzemer Altenberg. Die Vinifizierung fand über acht Monate im Edelstahl statt. Mit dem feinherben Kabinett hat Roman einen Wein in der historisch-klassischen Tradition gemacht, die einst den Ruhm der Saar getragen hat. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In die Nase drängeln vielfältige Aromen von Pfirsichen, Zitronenmelisse, roten Äpfeln, Kumquat, Ananas, Macadamianüssen und ein Hauch Safran, dazu eine fantastische, extrovertierte Schieferduftigkeit. Am Gaumen treffen sich Pfirsiche, Honig, Passionsfrüchte und eine angenehme Würze. Das reife Säuregerüst gibt der Restsüße aus der überragenden Fruchtigkeit ein stabiles Rückgrat, eine Komposition, die diesen Saarweine unvergesslich macht. Die aktive Mineralität gibt dem Wein eine gewisse Süffigkeit mit und lässt uns in einem nahezu unendlichen Abgang schwelgen. Der Wein ist cremig elegant und beindruckend frisch und leichtfüßig, auf eine gewisse Art aber auch komplex. Er zeigt würdig seine natürliche, fein ausbalancierte opulente Fruchtsüße, die mit der Säure Versteck spielt und das Terroir authentisch abbildet. Die 10 Volumenprozent Alkohol lassen es erträglich erscheinen, dass dieser Wein süchtig macht, Schluck für Schluck, bis die Flasche geleert ist und eine neue her muss. Mit anderen Worten ist das der leckere Solist für einen netten Abend auf der Terrasse oder am Kamin. Er begleitet auch perfekt ein thailändisches Hähnchencurry mit Kokossoße und Jasminreis. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Geisberg Riesling Kabinett&lt;br/&gt;Die Lage Ockfener Geisberg hat eine turbulente Beziehung zum Weingut. Durch das Studium historischer Dokumente war Roman aufmerksam geworden auf diese früher wertvolle Lage, die von Benediktinermönchen im Mittelalter angelegt, unter Napoleon säkularisiert und anschließend in Paris versteigert worden war. Um 1900 waren Weine aus dem Geisberg ebenso begehrt wie die aus dem Scharzhofberg. Nach der Krise des Moselweinbaus schlingerte der Geisberg so vor sich hin, wurde seit den 90er Jahren nicht mehr bewirtschaftet und verkam als Brachlage. Nach der Verkostung eines 64er Geisbergers war Roman vom Potential dieser Grand Cru Lage so überzeugt, dass er 14 Hektar im Kern gleichsam als Monopollage kaufte und sie 2016 neu bepflanzte. Hier liegt in der nach Süden gerichteten Steillage reichlich basaltisches Gestein subvulkanischen Ursprungs herum, aber auch blauer und roter Schiefer, was den Weinen diese herrliche mineralische Power der Saar verpasst. Vor allem der rote Schiefer protzt mit den bewundernswerten tropischen Aromen, die der blaue oder graue Schiefer nicht so ohne weiteres herausrückt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein kommt in der Nase gleich mit Litschis, Charente-Melonen, Ananas, Aprikosen, Mangos und Zitrusfrüchten rüber. Immer liegt ein Hauch von Exotik in der Luft, der mit zunehmender Belüftung auch florale Noten freigibt. Am Gaumen treten noch Honig und hochreife Pfirsiche und ein pikanter Anklang von frischem Ingwer auf. Harmonisch bewegt sich diese komplexe Aromatik mit einer rasanten, aber feinen Säure und der klirrenden Schiefermineralität auf eine markante Frische im ewig langen saftig-süßlichen Finale zu. Ein präzise fokussierter Kabinett, der eine perfekt ausbalancierte Kraft und geschliffene Eleganz mitbringt und sich gleichwohl bestens zum Süffeln und lautem Schmatzen bei vielen stilvollen Gelegenheiten eignet, am besten mit einem ordentlichen Flaschenvorrat und open end. Sollten Sie zwischendurch Lust zu einer kleinen feinen Speise verspüren, macht sich ein thailändisches Scampi-Risotto oder eine Hähnchenbrust mit Aprikosen besonders gut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Goldberg Riesling GG&lt;br/&gt;Auch diese einst vergessene Lage am Ortsrand von Wawern wurde von Roman Niewodniczanski wiederentdeckt und rekultiviert. Der Boden ist geprägt vom Rotschiefer und Rhyolith. Aus den besten Parzellen des Goldbergs wird dieses GROSSE GEWÄCHS vinifiziert und zwar zwölf Monate im Holzfass. Die besondere salzige Mineralität des Terroirs zeichnet seinen einzigartigen Charakter aus.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas schimmert der Wein goldgelb mit zitronengelb-grünlichen Reflexen. Er lockt mit verspielten Aromen vollreifer Früchte wie Aprikose, Pfirsich, Mirabelle und Limette, aber auch mit Blütenaromen von Holunder und Akazie plus einer fruchtigen Zuneigung von Orange und Mango, dazu angedeutete Wildkräuter und Gewürze wie weißer Pfeffer. Als großer Rahmen wehen vielfältige Lüftchen von raffinierter Schiefermineralik aus dem Glas. Am Gaumen trifft ein außergewöhnlich gut gezügelter Säurenerv auf die vielseitige leicht süßliche und extraktreiche Fruchtigkeit mit der kühlen schiefrigen, salinen Mineralität und einer kleinen Gerbstoffspur: Alles verträgt sich in einem eindrucksvollen harmonischen Gleichgewicht voller Kraft ohne jegliche Wuchtigkeit. Im endlos langen saftigen und schön cremigen Finish liegt der fruchtige Schwerpunkt auf Weinbergpfirsich und Aprikosen und einem unscheinbaren Glanz von herbem Waldhonig, was den trockenen Gesamteindruck durchaus bereichert. Ein souverän strukturierter, finessenreicher, tiefgründiger, eleganter und ausdrucksstarker Riesling mit einer ausgeprägten Intensität. Genießen Sie den Wein als Solisten an jedem schönen Abend und schmecken Sie seine Herkunft. Natürlich hat dieser Wein noch viele Jahre Zeit, aber Sie vielleicht nicht, also machen Sie ihm und sich eine Freude und öffnen Sie jetzt schon eine Flasche zu einer mit Laugenknödel, Kalbsleber und Liebstöckel gefüllten Kalbsbrust. &lt;br/&gt;2024 Maximiner Herrenberg Riesling Alte Reben trocken&lt;br/&gt;Der Maximiner Herrenberg in Longuich an der Mittelmosel wurde 1868 in der Königlich-Preußischen Weinlagenklassifizierung zur steuerlichen Erfassung der Weinberge in die höchste Klasse der Moselweine eingeordnet. Der Weinberg wurde 1896 mit wurzelechten Riesling-Reben bepflanzt und wird heute als eine der ältesten Riesling-Lage der Welt angesehen. In der Steillage mit bis zu 70 % Hangneigung blicken die Rebstöcke nach Süden und erfreuen sich des steinigen Untergrunds aus grauem Devonschiefer mit vulkanischen Rhyolith-Anteilen. Roman Niewodniczanski hat hier an der Mosel Parzellen mit bis zu 145 Jahre alten wurzelechten Reben erworben und präsentiert mit dem Jahrgang 2024 die glanzvolle Premiere des ersten Weins. Er wurde über acht Monate im Edelstahl und großen Holzfass ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir haben einen sehr lebendigen Riesling im strohgelb ausgeleuchteten Glas, der Düfte von Waldbeeren, gelben Pfirsichen, Mirabellen, Limetten und ganz dezent auch pflanzlich-würzige Noten von Rosen verströmt. Um die Zunge herum verteilt sich eine fruchtige präzise geschliffene Struktur mit einem eher wärmenden Charakter, die durch eine zärtliche Restsüße verführt wird und deren reife Säure einen guten Griff im Süße-Säure-Spiel liefert. Eine schöne, ganz leicht salzige Schiefermineralik rundet mit ordentlichem Druck und Extrakt die Sortentypizität und die trockene Ausrichtung ab. Im Finale steckt noch einmal Kraft und Saft und eine schöne Eleganz, die das Mosel-Terroir sensorisch authentisch erleben lässt. Die alten Reben führen bekanntlich an das Tor zum Riesling-Himmel, wer es etwas geerdeter möchte, verwöhnt sich und diesen Wein mit einem Kalbsrücken an Morchelrahm oder einem Saibling in Safransoße.</description>
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      <title>Das Weingut Wittmann in Rheinhessen: mit biodynamischen Weinen an die deutsche und internationale Qualitätsspitze</title>
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      <pubDate>Tue, 12 May 2026 17:23:53 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2026/5/12_Das_Weingut_Wittmann_in_Rheinhessen__mit_biodynamischen_Weinen_an_die_deutsche_und_internationale_Qualitatsspitze_files/xWeingut%20Wittmann_Philipp%20Wittmann%20%281%29.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_19.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Wir machen einfach mal mit, wenn mit Hand und Schere plus strengem Blick geerntet wird und nur bestes Traubenmaterial sich auf den Weg macht aus dem Weinberg in den Keller. Dort werden am Eingang die Trauben begrüßt, mitsamt Stielen angemahlen, einige Stunden mit den Schalen der Beeren gut gekühlt mazeriert und dann schonend und langsam abgepresst. Fast immer bleibt der Most noch einen Tag gekühlt im Tank bis er weitgehend geklärt ist, um sich dann, angetrieben durch Schwerkraft, sechs Meter in die Tiefe zu stürzen. Hier warten unter der Erde im Gewölbekeller von 1829 nur wenige Edelstahltanks, aber rund 80 große Holzfässer, in denen der Most auf natürlich-traditionelle Weise, oder wie man modern sagt – spontan, vergoren wird. Die ältesten der Stückfässer werden doch tatsächlich seit 1890 mit Most und Wein gefüllt und haben schon etliche spektakuläre Jahrgänge geliefert. Jedes Fass ist für eine einzelne Parzelle zuständig. Die Spätburgunder werden meistens mit Barriques verwöhnt. Anders als in vielen anderen Weingütern wird hier Wert darauf gelegt, dass die Spontangärung mit weinbergs- und kellereigenen Hefestämme nicht nur so vor sich hin, sondern zügig abläuft, um die authentische Aromatik zu erhalten und keine Spontitöne zu erzeugen. Da wird dann auch schon mal der Gärraum ordentlich aufgeheizt, damit die Gärung möglichst zum Jahresende beendet ist. Nach der Gärung dürfen die Weine stets im großen Holz auf der Hefe reifen solange sie wollen, um sich irgendwann mit der richtigen puristischen Textur, Präzision, Tiefe und höchster Güte zu outen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Immer wird der Wein zeitlich und räumlich geduldig begleitet und nicht übergriffig malträtiert bis die Aromen kapitulieren. Es geht um Herkunft und Terroir, um Authentizität und Charakter und vor allem um Balance als erklärtes Ziel. Das Ergebnis sind Weine, die in allen Qualitätsstufen auf Weltklasse-Niveau rangieren, wie es seit Jahren die internationale Weinwelt hervorhebt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir gehen mal eben hoch aus dem Keller und schauen uns um: Wir sind im Weingut Wittman in Westhofen im Bereich Wonnegau des Weinanbaugebiets Rheinhessen. Das Weingut Wittmann ist nicht nur wegen seiner höchsten Qualitäten bekannt, sondern, weil es im deutschen Weinbau ein Vorreiter war für die biologische und biodynamische Wirtschaftsweise: Bereits 1988 stellte Familie Wittmann das Weingut komplett auf ökologischen Weinbau um, seit 1990 ist es als biologisch zertifiziert, seit 2004 als biodynamisch.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Familiengeschichte des Weinbaus ist bei den Wittmanns durch 15 Generationen urkundlich belegt zurückzuführen bis in das Jahr 1663. 1921 begann man mit der Flaschenabfüllung im Weingut. Günter Wittmann war es schließlich, der sich in seiner Naturverbundenheit dem biologischen Weinbau zuwandte. Sohn Philipp Wittmann studierte an der Hochschule Geisenheim, machte ein Praktikum in der Pfalz und ging nach seiner Ausbildung erst einmal auf Wanderschaft. Er ließ sich in bekannten Weingegenden der Welt auf berühmten Weingütern in Bordeaux, in Burgund und in der Toskana inspirieren von Methoden und Erfolgen im Weinbau und im Keller. 2004 war er es dann, der im Opernhaus in Sydney mit sensationellem Erfolg seine eigenen Weine vorstellte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;1999 stieg Philipp in das Weingut ein. Wie er selbst sagt, habe er schon immer gewusst, dass er das Weingut einmal übernehmen werde. Seine Eltern, Günter und Elisabeth Wittmann, sahen das glücklicherweise genauso und führten ihren Sohn in vorbildlicher Vollziehung des Generationenvertrags frühzeitig an die Verantwortung für das Weinmachen heran. Heute leitet Philipp Wittmann das Weingut zusammen mit seiner Ehefrau Eva, die aus ihrer Familie das Weingut Ansgar Clüsserath bei Trittenheim an der Mosel eingebracht hat.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach seiner Rückkehr von den Auslandsaufenthalten hatte Philipp zunächst mit Schwung mit dem Ausbau im Edelstahl und mit Reinzuchthefen experimentiert. Da die Ergebnisse nicht seinem Qualitätsstreben entsprachen, wandte er sich recht desillusioniert dem naturnahen und über Jahrhunderte bewährten Holzfass zu, das immerhin auch einen malolaktischen Ausbau der Weine ermöglicht. Das passte gut zu Philipps durch die ökologische Bewirtschaftung gewachsenem Verständnis vom Umgang mit der Natur und der von ihr bereit gestellten Ressourcen. Die absolute und natürliche Gesundheit der Reben ist seiner Meinung und auch seiner Erfahrung nach Ausgangspunkt aller großen Weine. Konsequent hat er das insbesondere im Bodenmanagement weiter entwickelt bis zu eben jenem Einstieg in die Biodynamik. Die ist aber nicht starr ideologisch verankert, sondern wird mit Vernunft und Respekt umgesetzt. Bei Philipp haben anders als oftmals in anderen biodynamischen Weingütern die Regeln des Anthroposophen Rudolf Steiner keinen Gesetzescharakter, sind es aber wert, auf ihren praktischen Nutzen geprüft zu werden. So stellte Philipp fest, dass das Spritzen der speziellen Naturmittel nach der Rezeptur Steiners die Gesundheit der Reben fördert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut bewirtschaftet rund 35 Hektar Rebfläche in Lagen, die zu den besten Terroirs in deutschen Anbaugebieten gehören. Das sind rund um Westhofen die Lagen Kirchspiel, Morstein, Brunnenhäuschen, Aulerde, Westhofen und Steingrube und in Gundersheim die Lage Höllenbrand. Am bekannten Niersteiner „Roten Hang“ hat das Weingut Parzellen in den reinen Südlagen Niersteiner Orbel und Niersteiner Ölberg mit Tonschieferböden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den Westhofener Lagen beherrschen schweren Tonmergelböden mit Kalksteineinlagerungen in der oberen Schicht das Terrain. Der Untergrund wird von wasserführenden Kalksteinfelsschichten dominiert. Klimatisch hat jede Lage zwar ein besonderes Mikroklima, gemeinsam werden sie aber durch die umliegende Hügellandschaft des Taunus, Hunsrücks und Odenwalds vor kaltem Wind und Wetter geschützt. Auch wenn der Rhein sich mehr oder weniger entfernt windet, so spendiert er bei bestimmten Wetterlagen tagsüber eine gewisse Reflektion von Sonne und Wärme und nachts die Verdunstungskühle. Solche Temperaturamplituden lieben die Rebstöcke und bedanken sich mit einem besonderen Aromenspektrum.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weinberge sind zu rund 70 % mit Riesling bestockt, 25 % mit Burgundersorten wie Chardonnay, Weißer und Grauer Burgunder sowie Spätburgunder und etwa 5 % mit anderen Sorten wie Silvaner und Scheurebe. Im Weinberg konzentriert sich alles darauf, die höchstmögliche Traubenqualität zu erzielen. Es ist der Biodynamik zu eigen, dass auf chemisch-synthetische Mittel verzichtet und natürlich gedüngt wird, um nicht nur die Reben bei Laune, sondern auch die Böden vital zu halten. Es gilt, sich dem Vegetationsverlauf der Reben anzupassen, das Wachstum zu unterstützen, die Bedürfnisse des Rebstocks zu erkennen und den Einfluss kosmischer Kräfte wie die des Wetters zu beachten. Insofern wird angesichts des Klimawandels das Arbeiten mit der Natur zunehmend zur Herausforderung werden. Auf jeden Fall braucht es schon jetzt eine enge, fast tägliche Betreuung der Rebstöcke mit intensiver handwerklicher Arbeit – individuell bezogen auf jede Rebsorte und jede Lage. Selektive Handlese in mehreren Durchgängen ist dann sowieso selbstverständlich.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weine sind gemäß der VDP-Klassifikation in die Linien Gutsweine, Ortsweine und als Große Gewächse in die Linien Erste und Große Lagen eingestellt. Zusätzlich werden Weine in der Linie Estate als Visitenkarte des Weinguts angeboten und als Spitzenkategorie zwei Réserve Weine aus den Filetstücken der Westhofener Spitzenlagen, ausgebaut im traditionellen Halbstück oder im Barrique Fass mit Hefelager mit mindestens 15 Monaten. Als Kronjuwel wird der Riesling Alte Reben La Borne aus einer privilegierten Parzelle innerhalb der Lage Morstein angesehen, der nur in besten Jahrgängen hergestellt und ausschließlich über die jährliche VDP-Versteigerung in Bad Kreuznach gehandelt wird. Insgesamt werden im Weingut alljährlich mehr als 150.000 Flaschen abgefüllt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Philipp Wittmann macht Weine, die puristisch sein sollen und geschmacklich von ihrer Herkunft berichten. Sie sind in allen Qualitätsbereichen vielschichtig, komplex, elegant und tiefgründig mit rebsorten- und terroirtypischer Aromatik und facettenreicher Mineralität. Sie verführen mit ihrer Strahlkraft von Anfang an und gewinnen Jahr für Jahr an Größe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Deshalb bildet das Weingut Wittmann zusammen mit ganz wenigen Weingütern die Qualitätsspitze in Deutschland und zeigt seine Rieslinge in aller Welt als Referenz vor. Das würdigt seit Jahren die internationale Fachwelt mit unzähligen Auszeichnungen: Schon Anfang der 90er Jahre bewertete der amerikanische Weinpapst Robert M. Parker eine 1989er Riesling Auslese aus der Spitzenlage Morstein mit 98 Punkten. 2014 wählte der Weinguide Gault-Millau Philipp Wittmann zum Winzer des Jahres. 2025 war das Weingut mit dem 2024 Westhofener Morstein Riesling GG RIESLING CUP SIEGER 2025 bei den „Feinschmecker Wine Awards 2025“.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Wittmann ist Mitglied im VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter); hier war Philipp Wittmann von 2005 bis 2019 Vorsitzender des VDP in Rheinhessen und ist nach wie vor Vizepräsident des Bundesverbands. Weitere Mitgliedschaften des Weinguts bestehen im Bioverband NATURLAND, einem der größten internationalen Verbände für ökologischen Landbau, und in der rheinhessischen Vereinigung MESSAGE IN A BOTTLE, die für Spitzenqualität, Innovationsgeist und Erfahrungsaustausch unter jungen Winzern steht. Daneben ist Philipp Mitglied bei RESPEKT, der Vereinigung biodynamisch arbeitender Spitzenwinzer.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Weine des Weinguts Wittmann verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Weißer Burgunder trocken Bio&lt;br/&gt;Die Trauben kommen aus den kalkreichen Burgunder-Parzellen der Spitzenlagen bei Westhofen. Der Wein wurde in Eichenfässern verschiedener Größe vinifiziert, teilweise durchlief er die malolaktische Gärung. Die Weißburgunder-Traube hat im Gegensatz zum Grauburgunder helle Beeren und liebt es kuschelwarm. Dass sie in der Regel sehr früh das Mostgewicht aufbaut, hat in Rheinhessen in der regenverhangenen Erntezeit des Jahrgangs 2024 wahrscheinlich geholfen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein funkelt im Glas in einem hellen Strohgelb. In der Nase wird hier nicht gedrängelt – cool und gentle heißt es, wenn sich reife Birnen, Äpfel, Ananas, etwas Zitrus und einige Mandeln melden. Dazu schweben florale Töne, sehr dezente Röstaromen und winzige kräuterige Anklänge herum. Geschmacklich begegnen wir neben den Birnen auch gelben Äpfel und einer kleinen Zitrusfrucht, alles recht dezent. Und immer wieder stechen nussige, vegetative und leicht rauchige Geschmacksnoten durch, wir entdecken sogar etwas Karamell. Das alles passt gut zu dem durchgehenden Eindruck einer herrlichen Fruchtigkeit, die in eine erstaunlich erfrischende Säure und in eine modern salzige Mineralik eingebunden ist. Im leicht cremigen und würzigen Abgang zeigt der Weißburgunder stolz seine animierende Finesse mit einem interessanten kleinen Gerbstoff-Griff vor. Wir haben einen spannungsvollen Wein im Glas, der spritzig und fein wirkt und eine bemerkenswerte Eleganz und Harmonie mitbringt. Der Weißburgunder wird bekanntlich als klassischer Sommerwein propagiert, obwohl er als beliebte Spargel-Zugabe eher unter Frühjahrswein rangieren müsste. Stellen Sie doch lieber mal einen dampfgegarten Zander mit Leipziger Allerlei auf den Tisch und lassen sich dazu mit einem Glas dieses Weißen Burgunders trocken 2024 erwischen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Weißer Burgunder &amp;quot;Calcaire&amp;quot; trocken Bio&lt;br/&gt;Auch das ist ein Wein von Trauben aus besten Westhofener Lagen, und zwar aus Parzellen, die besonders von Kalkstein geprägt sind, was die Bezeichnung „Calcaire“, das französische Wort für Kalkstein, ausdrücken soll – tatsächlich haben wir auch einen sehr burgundischen Burgunder vor uns. Er ist nach klassischer Methode im Holz ausgebaut. Anders als „normalerweise“ liefert die Rebsorte Weißburgunder bei mineralischer Beeinflussung durch stark kalkhaltige Böden oftmals reichlich Säure, quasi als trotzige Abwehrreaktion gegenüber dem basischen Kalk.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es lohnt sich, dem Weißburgunder im Glas einige Minuten Luft zu verschaffen, das animiert ihn, sein großes sensorisches Spektrum zu entwickeln. Gleichwohl wird es in der Nase nicht ungestüm, sondern es treten nach und nach grüne Äpfel, Birnen und Nüsse auf und bereiten markanten würzigen bis mineralischen Noten den Weg. Am Gaumen steigert sich der burgundische Eindruck noch einmal durch die aktive Säure, durch die Mineralität, die vielfachen Fruchtnoten und durch eine dunkelwürzige Abrundung. Bis ins lange Finale sticht eine schöne salzige Kalksteinmineralität durch. Ein kühler, klarer und dichter Weißburgunder mit einem gut strukturierten Profil. Der Weißburgunder Calcaire ist der distinguierte Begleiter wichtiger Ereignisse auf der Terrasse, darf aber auch gerne einen Kalbsbraten mit Penne und Rucola-Juice aufwerten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Westhofener Weißer Burgunder &amp;amp; Chardonnay trocken VDP.ORTSWEIN Bio&lt;br/&gt;Das ist eine weiße Burgunder-Cuvée aus den Sorten Weißburgunder und Chardonnay, mit der Philipp Wittmann eine ganz eigene Stilistik in die Weißweinwelt Rheinhessens gesetzt hat. Wer die kleinen vitikulturellen Sperenzchen des Chardonnays im Griff hat und ihn sorgfältig vinifiziert, schätzt es, dass er sich im Keller gerne jedem Experiment aussetzt und dann mit höchst unterschiedlichem Stil und Charakter bedankt. Entscheidend ist, welche Klone im Weinberg gepflanzt sind, denn die aus der Neuen Welt liefern ganz andere Weine als die aus Burgund. Wir deuten die Weinstilistik dahin, dass dieser Chardonnay aus Burgunder-Klonen generiert wurde. Die Assemblage mit Weißburgunder war anfangs im gemischten Satz beliebt, heute vor allem deshalb, weil sich der Chardonnay mit seiner feinen Würze und Tiefe und der Weißburgunder mit seiner intensiven Fruchtigkeit zu vollendeter Harmonie ergänzen. Das hat Philipp Wittmann mit seinem Ziel der absoluten Balance tatsächlich eindrucksvoll perfektioniert. Im Keller kamen die in besten Westhofener Lagen streng handselektiert gelesen Trauben in die Ganztraubenpressung. Nach kurzer Maischestandzeit wurde der Weißburgunder ausschließlich im großen Stückfass und der Chardonnay auch im Barrique vinifiziert bis assembliert wurde. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein fokussiert in erstaunlichem Maße die Fruchtigkeit der Burgundersorten, ohne durch zu viel Holz, zu viel Brioche oder zu viel protzige Cremigkeit abzulenken. In der Nase bemerken wir feine Anklänge an gelbe Pfirsiche, reife Mangos, einige Orangen, eingemachte Mirabellen und Haselnüsse mit leichten Röstaromen. Die Cuvée ist im Geschmack zart schmelzig und zugleich kraftvoll. Die feine Würze liefert der Chardonnay, wohl auch die kalkige Mineralik. Beide Rebsorten vereinen sich in der Spende der lebendigen Säure. Wir genießen das fruchtbetonte, aromatische Finish mit den punktgenau gelandeten, sehr dezenten nussigen Holztönen und den Anklängen an Äpfel und an exotische Früchte wie Ananas, Papaya, Passionsfrucht und Feigen. Eine hochkomplexe, druckvolle und doch schlank und kühl auftretende Cuvée mit guter Substanz und einem imposanten Zusammenspiel beider Rebsorten. Die Fruchtigkeit, die Tiefe und die Extraktfülle passen gut zu dem von uns schon oft empfohlenen Welt-Klassiker der Gourmet-Küche: Roasted chicken with honey-sesame carrots.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Riesling trocken Estate Bio&lt;br/&gt;Jetzt treten wir ein in die Riesling-Welt von Familie Wittmann mit einem trockenen Riesling aus der Visitenkartenlinie Estate, was man frei als „Gutshof“ übersetzen könnte. Die säurestark geernteten gutseigenen Trauben kommen aus Ersten und Großen Lagen bei Westhofen, ein jeweils kleiner Teil aus einer 280 Meter Höhenlage in Weißheim oberhalb des Morsteins sowie aus der Lage Höllenbrand in Gundersheim. Die Regenperioden des Jahrgangs 2024 haben den lang wurzelnden Reben zuverlässig Mineralität aus dem Kalkstein und Extrakt verschafft. Ausgebaut wurde der Wein in 3.000-Liter-Eichenholzfässern mit einer kleinen Partie im Edelstahltank.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das ist die Riesling-Richtung, die neuerdings gerade junge Winzer selbstbewusst ausbauen: Er hat einen lebendig-kernigen Charakter mit tougher Mineralik und satter Rieslingfrucht. Der Wein leuchtet weißgolden aus dem Glas. In der Nase brilliert präzise und klar die kühle Fruchtigkeit von gelben Äpfeln, weißen Pfirsichen, reifen grünen Birnen und Mirabellen. Dazu kommen Düfte aus verschiedenen Zitrusrichtungen und ein sehr zurückhaltender würzig-kräuteriger Touch. Im Mund faszinieren bei allem Schmelz zuerst die kristallklare, salin-mineralische Note und die perfekt integrierte energische Säurestruktur, die der üppigen und dichten, aber differenzierten Fruchtsüße ein tolles schlankes Gerüst verschafft. Eine fantastische saftige Kraft ohne Schwere. Ein finessenreicher Wein, der mit seiner reifen, extraktbetonten und komplexen Aromatik und Dynamik fesselnd und tänzerisch animierend im langen Finale enorme Eleganz aufbaut. Der Wein ist auch über das Jahr hinaus ein großer Wirker, wenn Sie ihn stilistisch überraschend als Aperitif reichen; er ist ein galanter Begleiter, wenn Sie ihn ganz einfach mal einem Ingwer-Hähnchen aufdrängen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Westhofener Riesling trocken VDP.AUS ERSTEN LAGEN Bio&lt;br/&gt;Die Trauben für diesen Wein sind im klimatisch schwierigen Jahrgang 2024 nicht wie üblich ein Potpourri aus Steingrube, Brunnenhäuschen und Morstein, sondern sie stammen zu 100 Prozent aus der Grand-Cru-Lage Westhofener Morstein, und zwar aus den Parzellen, die den Kernbereich umkreisen, aus dem das Große Gewächs kommt. Sie ziehen sich an einem Südhang auf ein Plateau auf 280 Meter hoch. Eine weitere Besonderheit des Jahrgangs ist im Keller die Einbeziehung von einigen Fässern mit eben diesem weltberühmten Großen Gewächs Morstein. Wären wir in Bordeaux, wäre es der Morstein-Zweitwein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Glas zeigt ein geordnetes Gelb mit artigen grünlichen Reflexen. Dann strömen in die Nase dichte Aromen von Zitrusvarietäten über weiße Pfirsiche und Goldkiwis bis zu würzigen Kräutern, weißen Blüten und einem Hauch Mineralik. Im Mund breitet er sich mit kühlen Fruchtaromen und einer knackigen Rieslingsäure aus. Diese hält trotz des Holzausbaus die anregende Frische aufrecht und arbeitet die markante Mineralität noch heraus. Alles ist gut eingebunden und mit einer beeindruckenden Balance austariert, sogar die ganz dezente Cremigkeit, wie man sie beim Riesling selten findet, passt zu der Coolness des Weins. Die animierende Fruchtigkeit und die geschliffene Säure eskortieren den Wein in ein ewig langes Finish, in dem die mineralischen Kalkstein-Komponenten gut zur Geltung kommen. Ein komplexer, klarer und eleganter Riesling, der zeigt, dass die puristischen Gedanken von Philipp Wittmann sehr schmackhaft sein können. Die energiegeladene Frische, die tiefgründige Struktur und der Ausnahmecharakter dieses trockenen Rieslings wird noch über Jahre zu entdecken sein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Westhofen Aulerde Riesling Großes Gewächs trocken VDP.GROSSE LAGE Bio&lt;br/&gt;Jetzt sind wir auf dem Höhepunkt unserer Präsentation – ein Großes Gewächs aus dem Kernstück der nach Süden blickenden Westhofener Spitzenlage Aulerde. Bereits 1380 wurde die Aulerde zum ersten Mal namentlich erwähnt. Es ist die wärmste Lage des Weinguts, wo gesunde Trauben früh reifen. Der Boden ist geprägt durch schweren Tonmergel mit Anteil an Lößlehm und Kalkstein, während der Untergrund aus gelbem und kiesigem Tonsand besteht. Die Riesling-Rebstöcke wurden überwiegend zwischen 1949 und 1951 mit hoher Pflanzdichte gesetzt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Vornehm offeriert der Wein im Glas eine raffinierte Duftigkeit. Mit zunehmender Belüftung wird das anfangs noch leicht schüchtern wirkende Aromenspektrum immer vielfältiger und vor allem intensiver mit einer wunderbar kühlen Ausstrahlung in die Nase: reife gelbe Pflaumen, Aprikosen, Zitrusfrucht, tropische Nuancen und ein starker floraler Einschlag mit viel Weißdornblüten, dazu ein Touch Fenchel plus Salbei und eine Spur Süßholz. Um die Zunge herum verteilt sich eine fruchtig kühle und präzise geschliffene Struktur mit cool climate Charakter, die durch eine zärtlich-fruchtige Restsüße von weißen Pfirsichen und Mirabellen mit einer Anmutung von Orangenblüten hindurchführt – geradewegs zu der knackigen Säure, die ordentlichen Griff liefert. Eine schöne, ganz leicht salzige, ausdrucksstarke Mineralik und eine feine Würze runden die Sortentypizität ab. Im konzentrierten, endlos langen Finale mit kühlen und warmen Nuancen stecken noch einmal Kraft und Saft. Vertrauen Sie sich mit allen sensorischen Sinnen seiner entspannten Eleganz und seiner bestens ausbalancierten, feingliedrigen Fülle und der präzisen Abbildung des Terroirs an. Legen Sie die alltäglichen Sorgen in die unterste Schublade und genießen Sie Schluck für Schluck seine noble, vollmundige und zugleich filigrane und aristokratische Struktur – das kann dann noch locker zehn Jahre so gehen. Der Aulerde Riesling 2024 ist ein unvergessliches Solo-Erlebnis, aber auch ein extrovertierter Verstärker für einen Tafelspitz mit Apfelmeerrettich oder einen in Butter langsam gebratenen Saibling mit Estragon.</description>
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      <title>Das Weingut Matthias Müller: traditionelle und innovative Rieslingschätze aus weltberühmten Lagen am Mittelrhein </title>
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      <pubDate>Fri, 17 Apr 2026 20:26:51 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2026/4/17_Das_Weingut_Matthias_Muller__traditionelle_und_innovative_Rieslingschatze_aus_weltberuhmten_Lagen_am_Mittelrhein_files/xWeingut%20MMM.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_19.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Knapp vierzehn Autominuten südlich von Koblenz, wo der Rhein sich in eine starke Rechtskurve legt, erstreckt sich am Ufer entlang das idyllische Weinörtchen Spay. Wir sind hier im romantischen Mittelrheintal, das zwischen Bingen und Koblenz im Jahr 2002 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Die Region gehört zwar zu den kleinsten Weinanbaugebieten in Deutschland, blickt aber auf eine Tradition im Weinbau bis in die Römerzeit zurück. Entlang des hier wildromantischen Rheins reihen sich Burgen und Schlösser vor allem Richtung Süden, wo man schon bald hinter St. Goar und noch vor Oberwesel und Bacharach sich vor dem Gesang der Loreley in Acht nehmen muss. An keiner anderen Stelle des Rheins breiten sich Weinberge so majestätisch aus wie bei einem Blick aus den Weinbergterrassen des Bopparder Hamms.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mittendrin im Weltkulturerbe in der Mainzer Straße im Ortskern von Spay und gut hundert Meter vom Rheinufer entfernt, liegt das Familienweingut Matthias Müller. Es ist eines der nicht allzu zahlreichen Weingüter im Anbaugebiet Mittelrhein und stolz darauf, legendäre Weinberge in der weltberühmten Schiefersteillage Bopparder Hamm zu besitzen. Man könnte ohne Übertreibung feststellen, dass es eine der tragenden Säulen des Weltkulturerbes ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Begonnen hat das Weinmachen 1678 in einem damals traditionellen Mischbetrieb. Irgendwann in der Familiengeschichte fokussierte man sich auf den Weinbau und kurz vor der letzten Jahrtausendwende übergaben Heinrich und Hilde Müller das Weingut an Sohn Matthias und seine Frau Marianne. Matthias hatte Weinbautechniker gelernt und war schon von klein an in den steilen Hängen herumgeturnt. Er war es dann, der mit enormem Ehrgeiz und Leidenschaft auf die Qualität der Weine setzte, was großen Erfolg und eine herausragende Anerkennung brachte. Inzwischen arbeitet schon die nächste Generation im Weingut mit: die Söhne Christoph und Johannes Müller und dessen Ehefrau Anika. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der älteste Sohn und Juniorchef Johannes hatte eine Winzerausbildung gemacht und Weinbau und Önologie in Geisenheim studiert. Von dort brachte er so manche innovative Idee mit, die er im Weingut im Zusammenwirken der Generationen weiterentwickelte, um die hochwertigen Weine vom Mittelrhein auch international bekannt zu machen. Anika Hattemer-Müller, Ehefrau und Winzertochter vom Weingut Nikolaushof in Rheinhessen, lernte Johannes während des Studiums in Geisenheim kennen und initiierte nach der Eheschließung im Betrieb viele kreative Ideen in Richtung Marketing, sei es mit Events, der Website oder Social Media Auftritten. Sie hatte schon 2016 dem elterlichen Weingut eine eigene Sektlinie in der neu gegründeten Sektmanufaktur Hattemer im rheinhessischen Gau-Algesheim verschafft. Seit einigen Jahren krönt das Ehepaar Johannes und Anika auch das Sortiment im Weingut Matthias Müller mit dem Angebot verschiedener Sekte aus der familiären Manufaktur Momentum. Der jüngere Sohn Christoph sammelte während seiner Winzerausbildung in Weinbaubetrieben in verschiedenen Regionen Kenntnisse und Erfahrung und studierte Geografie und Wirtschaftswissenschaften. Dabei wurde ihm zunehmend bewusst, welche Schätze der Riesling am Mittelrhein anbietet, die alljährlich zu heben er mit großem Elan und abwechslungsreichen Tätigkeiten im Betrieb vorantreibt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Matthias Müller bewirtschaftet heute rund 17 Hektar Rebfläche. Die Rebstöcke stehen allesamt in Lagen in einem der berühmtesten deutschen Weinbauareale, dem Bopparder Hamm im Weinbaubereich Loreley, etwa zwölf Kilometer südlich von Koblenz. Die mit rund 75 ha größte zusammenhängende Rebfläche am Mittelrhein mit den Schiefersteillagen bildet zugleich die größte Schleife des Rheins. Über 3 Kilometer fließt der Rhein von West nach Ost quer zur eigentlichen Fließrichtung. Diese Flussbiegung bringt die Weinberge auf der linksrheinischen Seite überwiegend in eine perfekte Südlage. Familie Müller hat hier Parzellen in den Lagen Engelstein, Rabenlei, Ohlenberg, Feuerlay und Mandelstein. Sie alle sind als VDP.Große Lage® klassifiziert – kein Wunder, dass das Weingut gleich mehrere VDP.Große Gewächse® anbietet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Erstaunlicherweise unterscheiden sich diese Lagen durch kleine Abweichungen in Exposition, Boden und Mikroklima so erheblich, dass es möglich ist, von den einzelnen Lagen des Bopparder Hamms ganz individuelle, terroirbezogene und charakterstarke Rieslinge zu machen. Stets sind es anspruchsvolle Weine mit dem Temperament des Mittelrheins und der Leidenschaft der Generationen von Familie Müller – immer mit feinster Fruchtigkeit, tänzelnder Säure und imponierender Mineralik. Es sind Weine, von denen jeder für sich präzise und einzigartig seine Herkunft authentisch und lebendig schmecken lässt – selbst wenn die Rebstöcke nur wenige hundert Meter auseinander stehen. Genau das ist es, was jede Verkostung dieser Weine aus dem Bopparder Hamm zum genussvollen Erlebnis macht. Hier wird aus jeder Flasche mehr als Heimat und kulturelles Erbe ausgeschenkt, auch Erfahrung und kreative Dynamik der Generationen, traditionelle Handwerkskunst und innovative Ideen begleiten das Weingut in der Rolle des Botschafters vom Mittelrhein. Es ist ein Ansatz, der früher oder später auch international die ganze Region zunehmend ins Blickfeld rücken und das Weingut als Hidden Champion positionieren wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hergestellt werden im Weingut Matthias Müller ausschließlich Weißweine mit dem Fokus auf Riesling, der rund 88 Prozent der Weinberge belegt, auf der restlichen Fläche stehen derzeit ungefähr 6 % Grauburgunder und je 3 % Spät- und Weißburgunder. Riesling ist allerdings die ideale Rebsorte für die anspruchsvollen Steillagen mit dem markanten Devonschiefer im Boden. Die Rebstöcke freuen sich über den steinigen Wärmespeicher an ihren Wurzeln und über die bis in den Abend reichende Sonnenreflektion vom Rhein, die eine lange Reifeperiode ermöglicht. Obendrein mildert besonders im Frühjahr und Herbst die große Wasseroberfläche des Flusses mit ihrer Wärmespeicherung und der aktiven Verdunstung gelegentliche extreme Fröste. Der nahe Hunsrück bremst den größten Teil der feuchten Westwinde aus, was den Pilzbefall der Rebstöcke weitgehend verhindert. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weine sind in die Klassifikation des VDP eingestellt mit Gebietsweinen, Ortsweinen und Großen Lagen. Hervorzuheben ist die Linie „Edition MM“, in der in geeigneten Jahren zwei oder drei herausragende, besonders vinifizierte Lagenweine aus alten Weinbergen abgefüllt werden. Neben den Weinen werden Sekte gemacht, die in ganz besonderer Weise mit der Geschichte zweier Familien verbunden sind. Die Sektherstellung wurde maßgeblich durch Anika Hattemer-Müller mit der schon erwähnten Sektmanufaktur Hattemer in Rheinhessen initiiert. Seit 2025 werden die Sekte des Weinguts Matthias Müller unter der Dachmarke Momentum präsentiert. Das Sortiment umfasst inzwischen sechs Schaumweine. Das Weingut ist nicht nur Mitglied im VDP, sondern auch im Fair’n Green e.V., der die Bereiche Betriebsführung, Umweltschutz und gesellschaftliches Engagement mit dem Siegel für den nachhaltigen Weinbau zertifiziert. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dass sich Familie Müller angesichts der hohen Qualität ihrer Weine und Sekte vor Sternen, Punkten oder Gläsern in Weinführern wie Eichelmann, Gault Millau oder Feinschmecker und auch vor anderen Auszeichnungen auf höchster Stufe kaum noch retten kann, erscheint nahezu selbstverständlich. Und doch gibt es ganz besondere Ereignisse hervorzuheben wie den Siegerwein 2025 im Falstaff Weinguide 2026 für den 2024er Bopparder Hamm Edition MM Riesling trocken, den Preis Siegerwein 2025 der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz für den Bopparder Hamm Riesling trocken 2024 oder die Auszeichnungen als Vinum Riesling Champion 2025, dreimal Gold beim Riesling Champion oder den Cup der Gourmetwelten: Edel Cup 2024, Auszeichnung: Next Generation 2025. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2012 erhielten die Müllers das Prädikat „Winzer des Jahres“ vom Weinführer Gault Millau. Damals eröffneten sie auch ihre neue Vinothek mitten im alten Fachwerksensemble des Dorfkerns von Spay. Das Gebäude fällt durch die bunten Glasscheiben in der 16 Meter langen Fensterfront auf, von denen die verschiedenen Grüntöne an das Laub der Reben in den unterschiedlichen Vegetationsphasen erinnern, die Erdtöne an den Schieferboden und das Gelbgold an die Sonnenstrahlen. An mehreren Wochenenden im Jahr wird die Vinothek zum Wein-Bistro mit regionalen Speisen. Bei der der Veranstaltungsreihe „Mittelrhein-Momente“ finden hier und im wunderschön gestalteten Hof abendliche Events statt, von Kabarett bis zu Konzerten. Immer hat man von der Terrasse den Blick auf die romantischen Fachwerkhäuser des Ortes. Verbinden Sie einen genussvollen Besuch der Vinothek mit einem Kurztrip an den Mittelrhein, vielleicht sogar mit einer unvergesslichen Wanderung durch die Weinberge mit einmaligen Ausblicken vom Weltkulturerbe Bopparder Hamm.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Lagen im Bopparder Hamm&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Feuerlay&lt;br/&gt;Die direkt nach Süden blickende und von der Sonne ordentlich angefeuerte Lage wurde durch das berühmt- berüchtigte Weingesetz von 1971 in der Mitte des Bopparder Hamms geschaffen, obwohl die ursprüngliche und historische, bereits 1605 erwähnte Lage heute Teil der Lage Mandelstein ist. Wie der Name andeutet, erwärmen sich die Weinberge intensiv und anhaltend, was den Rieslingreben gut gefällt. Der tiefgründige, stark schieferdurchsetzte Boden hat eine dicke kalkhaltige, feinerdereiche Auflage, die den Rebstöcken das Wasser lange erhält. Je nach Lage der einzelnen Parzellen können der Schieferverwitterungsboden allein oder auch eine Lössauflage den Rebwuchs beeinflussen. Als sogenannte &amp;quot;Bopparder Verwerfung&amp;quot; verläuft zudem ein Quarzit-Band im Boden mitten durch die Lage Feuerlay.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Engelstein&lt;br/&gt;Die Lage am östlichen Ende des Bopparder Hamms steigt zwischen dem Ohlenberg und Spay ungefähr 80 bis 60 Meter über dem Rhein auf. Sie ist die kleinste Lage von der bestockten Fläche her. Die Rebanlagen sind nach Süden ausgerichtet mit einer Hangneigung von etwa 60 %. Sie entging der Flurbereinigung, so dass noch eigene Gewanne im ursprünglichen Zustand ohne Wegebau erhalten sind, die heute auch wieder auf dem Etikett als Zusatz genannt werden dürfen. Der Boden ist nicht nur vom Devonschiefer mit teilweise rötlicher Färbung geprägt, sondern auch von den aus der Eifel stammenden vulkanischen Bimseinlagerungen und von Lößlehm, was die Wasserversorgung der Rebstöcke je nach Position in der Lage sehr unterschiedlich macht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ohlenberg&lt;br/&gt;Der zweit-östlichste Teil des Bopparder Hamms ist die Lage Ohlenberg, die sich rheinabwärts an den Feuerlay anschließt und auf 60 bis 150 Metern Meereshöhe nach Süden blickt. Am Fuß des 40 bis 70 % geneigten Hangs ist die Lage rund hundert Meter vom Rhein entfernt. Von hieraus sind es etwa ein Kilometer bis Spay. Der Boden besteht vorwiegend aus verwittertem Devonschiefer mit Quarzitgestein und Einwaschungen von Lößkalk, an einigen Stellen gibt es auch größere Lößanlagerungen. Der Name Ohlenberg geht auf die Fischerei am Mittelrheintal zurück: Ohl = Aal. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mandelstein&lt;br/&gt;Die überwiegend nach Süd-Südosten exponierte Lage Mandelstein grenzt westlich an die Lage Feuerlay. Der im unteren Teil nur 50 bis 80 Meter vom Rhein entfernte Hang recket sich mit einer Steigung bis zu 70 % entsprechend 35 Grad auf bis zu 170 Meter Meereshöhe empor und gehört damit zu Deutschlands und Europas steilsten Weinbergen. Verwitterter graugrünlicher Devonschiefer ist durchmischt mit hartem Grauwackegestein aus Feinsandstein. Die leichten sandigen Lehme, die aus diesen Gesteinen hervorgegangen sind, besitzen einen besonders hohen Steinanteil und sind gut erwärmbar. Sie haben allerdings das geringste Wasserspeichervermögen aller Böden am Mittelrhein. Der Name Mandelstein kommt nicht von den essbaren Mandeln, seine genaue Herleitung ist aber nicht gesichert. Entweder kommt er von der alten Gewannbezeichnung „Mannestein“, weil Männerarbeit gefragt war, um das felsige Terrain für den Weinbau zu erschließen. Oder aber der Name knüpft an den ursprünglichen Bewuchs des Berges mit Föhren an, die im Mittelhochdeutschen Mandeln hießen.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Fässerlay&lt;br/&gt;Gleich neben dem Mandelstein erstreckt sich die Lage Fässerlay, ein bis zu 40 bis 50 % steiler Hang in Südost-Ausrichtung, der vor allem von der Vormittagssonne profitiert. Der Name leitet sich nicht von Weinfässern ab, sondern von dem Begriff „Fiskal“, was auf die historische Steuerabgabe des „Zehnten“ hinweist, als der zehnte Teil des Ertrags als Steuer abgegeben werden musste. Die Böden haben einen hohen Anteil an Feinerde und sind nicht nur geprägt von dem üblichen grauen Devonschiefer mit den feinen Quarzitadern, sondern dem sehr speziellen Kieselgallenschiefer. Dabei handelt es sich um sogenannte Kieselgallen, rundliche bis linsenförmige blauschwarze Mineralanreicherungen aus Silizium innerhalb des grau bis grau-grünlichen Tonschiefers.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten elf Weine aus dem Weingut Matthias Müller verkosten. Wir stellen sie von trocken nach edelsüß vor und krönen die Präsentation mit den Sekten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Rheinschiefer Riesling trocken&lt;br/&gt;Das ist der Einstiegs-Riesling des Weinguts im trockenen Bereich, der bereits die weingutstypische hohe Generalqualität aufweist. Die Trauben kommen aus verschiedenen Lagen, teilweise auch von befreundeten Weingütern, die mit den Qualitätsstandards und den Vinifikationsmethoden von Familie Müller mithalten. Immer wachsen die Reben auf Schiefergestein und Schieferverwitterungsböden an den Hängen des Mittelrheintals. Der Wein steht hellgelb im Glas mit weiß-grünen Reflexen. Obwohl er ein Einstiegswein ist, macht er viel her mit seiner fruchtigen Frische. Da sind vor allem die duftigen, frischen Noten von knackigen grünen Granny-Äpfeln und weißen Pfirsichen mit einigen Zitrusaromen und etwas Ananas, die sich erst im Bukett präsentieren und dann im Mund weiter herumschmatzen lassen. Die aktive Säure gestaltet den Wein spritzig und ergänzt die saftige Fruchtigkeit mit einem sehr attraktiven winzigen Restsüßeschwänzchen. Im langen Abgang wirkt er dank seiner Mineralität richtig schön belebend und erfrischend. Das ist der Rhein-Riesling für den Rund-um-die-Uhr-Genuss, aber auch für ein solides Brathähnchen vom Grill mit Kartoffelsalat. Wenn Sie sich lieber von Leckereien verwöhnen lassen, dann mit diesem trockenen Riesling und einem Birnenkuchen mit Sahneguss. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Bopparder Hamm Riesling Trocken VDP.ORTSWEIN&lt;br/&gt;Wie der Name und die Verortung mitteilen, stehen die Reben für diesen trockenen Riesling in den Lagen des berühmten Bopparder Hamms. Hier können die Trauben in der den ganz Tag scheinenden Sonne lange und optimal reifen. Der Wein fängt den vielfältigen Charakter der Weinberge imposant ein. Er darf sich übrigens deshalb als VDP.ORTSWEIN bezeichnen, weil der Bopparder Hamm aufgrund seiner Größe den Status eines Stadtteils von Boppard genießt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Üppige Frucht und knackige Säure mit der Mineralität des Devons macht kühle, schlanke Weine, die ihre Herkunft nicht leugnen und mit denen die allzu leicht eingeebnete Sanftheit des Rheingaus gar nicht erst angestrebt wird. Dafür gibt es Klarheit, Präzision und Schliff im Glas: It’s the Fruchtigkeit, Mineralität and Säure, Stupid. Und so glänzt der Bopparder Hamm Riesling Trocken frisch und munter in der Nase und am Gaumen gleichermaßen. Er zeigt stolz die Aromen weißer Früchte mit weißem Pfirsich und Zitruspointen vor. Auf der Zunge schmeckt er gehörig fruchtexotisch, leicht hefig-pflanzlich mit cooler Säure und deutlicher Mineralität. Zeigen Sie diesem herrlichen Riesling bitte nicht so banal irgendeinen Fisch, beeindrucken Sie ihn lieber etwas mutiger mit dem deftigen Geschmack eines Schweinekoteletts mit Leipziger Allerlei.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2025 Bopparder Hamm Alte Reben Riesling Trocken VDP.ORTSWEIN&lt;br/&gt;Die Rebstöcke für diesen Wein wurden im Zuge der Flurbereinigung im Bopparder Hamm zu Beginn der 1970er Jahre gepflanzt. Es sind mit rund 45 Jahren die ältesten Reben des Weinguts, die im und unter dem Schiefergestein tief verwurzelt sind und deshalb über Trockenperioden nur lächeln können. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein entfaltet ein ausdrucksstarkes Bukett. Noten von Pfirsich, Ananas und Zitrusfrüchten im Zusammenspiel mit Kräutern, Holunderblüten und Mineralität tummeln sich in der Nase. Der Gaumen wird energisch verwöhnt von einer vibrierenden Spannung aus aktiver Säure und einer gut verborgenen dezenten Süße, in der eine enorme Fruchtigkeit aus Äpfeln, Weinbergpfirsichen, Zitrus und Aprikose, aber auch exotischen Früchten wie Mangos steckt. Der lange Abgang wird von animierenden Fruchteindrücken, einer feinen schmelzigen Würze und einer kristallinen Mineralität gestützt. Das ist ein gehaltvoller, dichter Riesling, der mit einem prägnanten Extrakt durchaus komplex strukturiert ist und mit kraftvoller und ausgewogener Noblesse brilliert. Servieren Sie ihn gut bürgerlich zu Zürcher Geschnetzeltem oder zu einem gigantischen Caesars Salad mit selbstgerösteten Croutons oder ganz verwegen zu einem echten Berliner Kasslerbraten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Bopparder Hamm Steilstück Riesling Trocken VDP.ORTSWEIN&lt;br/&gt;Wie wir jetzt wissen, übertreffen sich die Lagen im Bopparder Hamm mit ihrer Hangneigung und dort, wo die Hänge am steilsten sind, wachsen die Reben für diesen Wein. Wenn man so will, ist dieser Riesling gleichsam Mittelrhein pur. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Steilstück kommen sowohl der Aromenreichtum des Rieslings als auch die Mineralik des Terroirs hervorragend zur Geltung. Der Wein präsentiert sich mit einem coolen Apfel-Zitrus-Mango-Bukett, das eine mineralische Frische ausstrahlt und von weißfloralen und fein-kräutrigen Noten umweht wird. Am Gaumen feiern Pfirsiche, rote Grapefruit, Honigmelonen, einige Litschis und eine reife Renéclaude ein auffallend harmonisches Fest, hemmunglos extrovertiert und heiter beschwingt. Die prägnante, modern salzige Mineralik ist nachhaltig fest und von einer beeindruckenden Tiefe und Struktur. Sie macht den Wein zusammen mit der aktiven Säure zum herb-süffigen Genuss voller Eleganz. Auch im keineswegs übergriffigen, vielmehr sanft schmelzigen Nachhall lässt die fruchtig-mineralische Kraft dieses vielschichtigen Rieslings lange nicht nach. Einfach eingießen, zurücklehnen und chillen. Er begleitet aber auch gern ein deftiges Nordseekrabben-Brötchen zu jeder Tages- und Nachtzeit.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Bopparder Hamm Engelstein Riesling Trocken Großes Gewächs VDP.GROSSE LAGE&lt;br/&gt;Nun also ein trockener Lagenwein, ein Großes Gewächs aus einer VDP.GROSSEN LAGE im Bopparder Hamm. Wie wir bei der Vorstellung der Lagen beschrieben haben, ist die Lage Engelstein klein, aber fein mit sonnenreicher Südausrichtung und einer Hangneigung bis zu 60 %. In den Parzellen des Weinguts beherrschen neben dem Schiefer die Bimsschichten des Eifelvulkanismus das Terrain. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas steht jetzt ein wiederum strohgelber Wein mit goldenen Reflexen. Unsere Nasen nehmen einstimmig schieferwürzige und exotische Düfte wahr von Mango, Honigmelone und Orange, dazu Pfirsich, reife gelbe Pflaume und eine verheißungsvolle Mineralität. Ach ja, jemand will auch noch einen kleinen vegetabilen Hauch verspürt haben. Im Mund umspielen die Bukettaromen die Geschmacksknospen weich und ausgewogen. Die fruchtige Fülle trifft auf eine feine Säure und strömt zusammen mit der toughen steinigen Mineralität freundlich und harmonisch in einen langen, einschmeichelnden Abgang. Ein höchst eleganter, beschwingter Wein mit einer reifen Aromatik, einem fesselnden Charakter und maximalem Geschmack. Ein körperreicher, vielschichtiger Riesling, der Finesse, Eleganz und Harmonie verbreitet. Genießen Sie ihn aus großen Rotweingläsern und geben Sie ihm einige Minuten zum Durchatmen. Auf dem Tisch könnte dann ein Braten vom galicischen Kalbfleisch aus der Tenera-Gallega-Klasse stehen – man gönnt sich ja sonst (fast) nichts. Aber auch eine Trüffelpoularde aus dem Rohr dürfte Ihnen und diesem großartigen Riesling bestens gefallen. Wie es heißt, soll es weniger als 1.000 Flaschen von diesem Wein geben, als beeilen Sie sich, dabei zu sein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Bopparder Hamm Mandelstein Riesling Trocken Großes Gewächs VDP.GROSSE LAGE&lt;br/&gt;Jetzt verkosten wir einen der steilsten Rieslinge Deutschlands, mühsam einem 35 Grad-Hang abgerungen. In der VDP.GROSSE LAGE Mandelstein im Bopparder Hamm wachsen die Reben direkt vom Rheinufer empor und bekommen vom zeitigen Morgen bis in den Nachmittag hinein Sonne. Ihre Wurzeln bedienen sich am Schieferverwitterungsboden und dem feinlehmigen Sandsteingemisch, das leider allzu schnell das Wasser in die Tiefe rauschen lässt. Darüber freuen sich aber die älteren Rebstöcke mit ihren langen, fast senkrechten Wurzeln. Die Trauben für dieses Große Gewächs kommen aus der ältesten Parzelle des Weinguts, die direkt unterhalb einer Mauer liegt, wo das ganze Jahr über nur Handarbeit möglich ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bereits in der Nase entfaltet sich der Mandelstein-Riesling mit der üppigen Frucht von Pfirsichen und Aprikosen, etwas Zitronengras, von reifen Mirabellen, einem Touch Mandeln und einer kleinen floralen Spur. Immer wieder kommt eine leichte Schieferwürze durch mit winzigen Nuancen von Feuerstein. Eine markante Mineralik prägt den Geschmack mit einer kristallklaren Frische und einer imposanten Fruchtigkeit. Grüne Äpfel, weiße Pfirsiche, Litschis und rote Grapefruit vereinen sich mit einer dezenten und feinen steinig-salzigen Würze. Das Finish wird von der reifen, vibrierenden Säure und der terroirbezogenen Mineralik getragen und von einer ausgeglichenen Fruchtigkeit angenehm extraktreich und tiefgründig gestimmt. Ein komplexer, klarer und eleganter Riesling, mit gut dosierter Energie, dessen Vielseitigkeit und Ausnahmecharakter noch über Jahre zu entdecken sein wird. Schon jetzt ist er ein leuchtender, verführerischer Solist für milde Sommer- und entspannte Kaminabende oder begleiten Sie mit ihm ein zartrosa Schweinekopffilet aus dem Ofen mit einer Mozarellasoße.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Bopparder Hamm Alte Reben Riesling Feinherb VDP.ORTSWEIN&lt;br/&gt;Nun gibt es einen feinherben Riesling von den rund 45 Jahre alten Rebstöcken, die, wie bereits angemerkt, im und unter dem Schiefergestein tief verwurzelt sind. Mit dem Alter der Reben werden die Beeren zwar kleiner und der Ertrag geringer, dafür explodieren aber oft die Aromen in Weinen mit einer extremen Extraktdichte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das ist ein Ortswein, der in eindrucksvoller Weise den Terroircharakter des Mittelrheins in der Flasche versammelt. In kaum einer Ausbaustufe kann man so zwischen Aromen und Säure nebst Mineralität Ping-Pong spielen wie im feinherben Bereich. Der Bopparder Hamm Alte Reben Riesling Feinherb füllt die Nase mit herrlichen Anklängen an weiße Pfirsiche, grünen Äpfeln und Birnen plus liebliche Kräuter, Zitrusnuancen und dem typischen Hauch von Mineralik. Er streichelt die Zunge mit einer saftigen Fruchtskala, mit lebendiger Säure und einer einladenden Restsüße, die nie aufdringlich wirkt. Im Finale bleibt er kühl und frisch und man erfreut sich an der süffigen, süßlich-säurigen Fruchtigkeit. Es ist ein kraftvoller, spannungsgeladener und trinkfreudiger Wein. Es ist zweifellos auch einer der Naschweine des Weinguts, der als Solist genossen Gedanken in Träume verwandeln kann. Er ist aber auch die einwandfreie, klassische Eskorte für ein thailändisches Kokoscurry vom Chicken.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Bopparder Hamm Riesling Kabinett VDP.ORTSWEIN&lt;br/&gt;Wir haben eingangs schon darauf hingewiesen, dass es viele Leute gibt, die süßliche Weine, die nicht ausdrücklich als Edelsüß salonfähig sind, nur heimlich trinken, um im Kreis der ach so trendigen Trockentrinker nicht auffällig zu werden. Schön dumm, denn feinherbe und Kabinett-Rieslinge sind geradezu die Referenz, für all das, was die Böden und das Mikroklima an Rhein in die Rieslingrebe reinpacken. Natürlich kann man als Winzer den Most mit bis zum bitteren Ende durchgären lassen. Das gibt dann besonders bei Trauben aus Südlagen so trockene Alkoholbömbchen, dass es am Gaumen staubt und ätzt. Der Natur wird damit reichlich Gewalt angetan, denn die liefert wohlschmeckende Riesling-Trauben mit reichlich potentieller Süßpower. Das Geheimnis eines guten Rieslings ist es gerade, im Wein möglichst viel Natur abzubilden und seine Sehnsucht nach Harmonie zu erfüllen. Es gilt, ein balanciertes Verhältnis der von den Trauben angebotenen Säure und Restsüße zu erreichen, der Boden schickt dann am Mittelrhein noch einen markanten mineralischen Gruß mit. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Aromatik dieses Kabinett-Rieslings überzeugt nicht nur wegen der üblichen Verdächtigen aus dem hier eher kleinen Zitrusspektrum, sondern wegen der duftigen Noten von weißem Pfirsich, grünen Äpfeln und exotischen Früchten wie reifer Hawaii-Ananas, Mango und Papaya plus einer vielfältigen Würze. Das Geschmacksbild ist von rassig-würzigen Eindrücken und von der edlen Fruchtsüße bestimmt, auf der sich, gestützt von einer lebendigen Säure und einer schmelzigen Mineralik, Schluck für Schluck mit zunehmender Begeisterung herumschmatzen lässt. Er hält sich trotz seiner Leichtfüßigkeit im ordentlich strukturierten Abgang mit schöner Länge und unbekümmerter Frische. Ein Kabinett-Riesling, der nie wuchtig rüberkommt, sondern seine von der angemessenen Säure und Mineralik unterstützte Harmonie eher grazil und beschwingt anbietet. Das ist kein Wein für einen netten, sondern für einen richtig netten Sommerabend. Es ist der charmante Fresh&amp;amp;easy-Wein für jede schöne Begegnung, auch die mit sich selbst. Doch auch ein Geflügelsalat oder ein Ziegenfrischkäse mit Feigenchutney dürften stolz auf diesen authentischen Gruß vom Mittelrhein sein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Bopparder Hamm Mandelstein Riesling Auslese Großes Gewächs VDP.GROSSE LAGE&lt;br/&gt;Nun kommt alles zusammen: die Rebsorte Riesling, die Lage Mandelstein, die Klassifikation als VDP.GROSSE LAGE und der Ausbau als Auslese. Die Trauben sind mit teilweise eingetrockneten Beeren sehr spät gelesen und vereinten im Jahrgang 2024 bei hohen Öchslewerten eine hochkonzentrierte Aromatik mit noch präsenter Säure. Das ist die berühmte Dreieinigkeit, aus der sich nach einem Frosterlebnis der Reben auch Eisweine kreieren ließen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas klettert ein süßliches Bukett von reifen Früchten wie Apfel, Birne, Ananas, Charente-Melone, Orange und Reineclaude. Dazu schweben florale und kräuterige Anmutungen in die Nase. Die süßliche Duftigkeit macht Appetit auf einen Sofortschluck. Wir behalten ihn für eine gefühlte Stunde im Mund, rauslassen wollen wir ihn nimmer. Es gibt Wildblumen-Honig zu schmecken, superreife Viktoriapflaumen, kandierte Ananas und Feigenaromen. Die Säure ist erstaunlich aktiv. Sie trägt die Süße zusammen mit einer angemessenen Schiefermineralik in vollendeter Balance und struktureller Tiefe in ein endloses, verführerisches Finale. Ein vollmundiger, energiegeladener Wein, der dankenswerterweise an eine Fähigkeit des Rieslings erinnert, die sich nur noch selten erleben lässt: Raffinierte Süße mit hoher Eleganz. Nirgends auf der Welt findet man restsüße Rieslinge in solcher Vollendung wie in den deutschen Weinanbaugebieten. Er begleitet perfekt etwas Fernostasiatisches mit Fisch oder Fleisch im Teriyakistil. Aber genau genommen ist es der edle und elegante Wein für süße Stunden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Pinot Blanc Brut&lt;br/&gt;Zum Schluss stellen wir zwei Sekte aus der hauseigenen Sektmanufaktur Momentum vor, wo die Sekte mit großer Leidenschaft und höchster handwerklicher Sorgfalt hergestellt werden. Hier wird nicht mal eben nebenbei eine Vorernte unterentwickelter Trauben durchgeführt, sondern das ganze Jahr über wird in bestimmten Weinbergen bereits auf das ideale Traubenmaterial für den Sekt hingearbeitet. Der Grundwein für diesen Pinot Blanc Brut ist ein reinsortiger Weißburgunder. Die Grundweine der Burgundersekte von Momentum vergären mit einer gewissen Partie in kleinen Holzfässern. Der Sektgrundwein lagert für viele Monate auf der Hefe im temperierten Keller, in dem auch die zweite Gärung in der Flasche stattfindet. Während der Flaschengärung reifte der Pinot Blanc Brut 46 Monate auf der Hefe bis degorgiert wurde. Danach durfte er sich noch einige Zeit in der Flasche ausruhen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Klar und goldgelb mit winzigen grünen Reflexen schimmert der Pinot Blanc im Glas und perlt anhaltend und fein. In der Nase wird es gelbfruchtig und leicht nussig – burgundermäßig eben. Gelbe Aromen von Birnen und Äpfeln, aber auch Melone und etwas Weinbergpfirsich strecken sich aus und verbinden sich mit floralen weißen Blüten. Im Mund sammelt sich spontan eine frische Saftigkeit von gelben und grünen Birnen mit einem frischen Säurespiel und einer klaren Mineralik. Töne von Nüssen, Limonen und Melisse nebst Mango tauchen auf und leiten in ein wieder von Birnenfrucht angeführtes schmelziges Finish über. Das ist ein vollmundiger, charakterstarker und vielschichtiger Pinot Blanc mit einer ausgesucht cremigen Textur, der gut austariert ist und distinguierte Eleganz vermittelt. Er ist der perfekte schäumende Begleiter einer geräucherten Lachsforelle.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Blanc de Blanc Brut Nature&lt;br/&gt;Wir haben schon öfter erläutert: Brut Nature oder brut de brut oder Zero oder non dosé – alles bedeutet Verzicht auf die zweite Dosage, die Versanddosage, und auf die damit verbundene Zuckeranreicherung. Das ist oft nichts für schwache Zungen, aber eine Offenbarung für viele Trockentrinker. Diese Sekte sind zunehmend nachgefragt, vor allem von Sektliebhabern, die meinen, sich schon an alles gewöhnt zu haben. Dieser Purist von der Sektmanufaktur Momentum ist eine Cuvée aus 95 % Weißburgunder und 5 % Chardonnay. Knappe 10 % des Grundweins sind spontan im gedämpften Barrique vergoren, der größere Teil mit Reinzuchthefen im Edelstahltank. Während der Flaschengärung reifte der Sekt 52 Monate auf der Hefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Blanc de Blanc zeigt im Glas eine schneeweiße Mousse und feine, lange anhaltende Bläschen in einer weißgoldenen Umgebung. Die Nase wird belebt von gelben Birnen, Haselnüssen, einer Spur Zitrus, weißen Akazienblüten, etlichen Briochearomen und einem Hauch Ozean. Erwartungsgemäß zeigt er sich schonungslos trocken und bedient gerne und hochwertig den puristischen Geschmack, gradlinig und ohne Schnörkel. Natürlich ist damit ein schneidig klarer Frische-Eindruck verbunden, der durch die kühle, prägnant-salzige Mineralik des Mittelrheins und die aktive Säure noch gesteigert wird. Den Gaumen streichelt eine flotte Coolness und ein Aromenbündel von Würze, Hefe- und Holzanklängen und eine eher verhaltene, im Hintergrund agierende Primärfrucht von Äpfeln, Mirabellen und einer kleinen Zitrusnote. Das ist kein karger, aggressiver Sprudler, vielmehr perlt er zwar trocken, aber cremig und weich über die Zunge, einem voluminösen, herben Abgang entgegen. Servieren Sie ihn in einem großen Weißweinglas, damit er seine Eigenarten großzügig entfalten kann. Er passt hervorragend zu einem luftgetrockneten Schinken vom iberischen Schwein. </description>
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      <title>Das Weingut von Othegraven: Allerhöchster Genuss mit Tradition und Charakter von der Saar&#13;</title>
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      <pubDate>Fri, 10 Apr 2026 21:05:52 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2026/4/10_Das_Weingut_von_Othegraven__Allerhochster_Genuss_mit_Tradition_und_Charakter_von_der_Saar_files/xGutshaus.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_18.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Kanzem, ist ein kleiner, aber berühmter Weinbauort, der sich parallel zu seiner Bedeutung von Cantzheim über Canzem zu Kanzem entwickelt hat. Er schmiegt sich von Süden her an die Saar, in der Gegend, wo gleich nebenan vom Wiltinger Saarbogen die Rede ist, etwa 10 Kilometer nördlich von Saarburg entfernt. Noch eine Schleife muss die Saar von hieraus machen und noch schlappe sieben Kilometer zurücklegen, dann vereint sie sich mit der Mosel, wo die Verbandgemeinde Konz als Kommune residiert. Früher, das heißt bis 2007, wurde die Region Saar in der Gebietsbezeichnung Mosel-Saar-Ruwer wenigstens noch an zweiter Stelle erwähnt. Heute, wo die Moselaner in der Gebietsbezeichnung Mosel alle Regionen vergemeinschaftet haben, müssen und dürfen die Winzer hier stolz und selbstbewusst korrigieren: Unsere Weine sind von der Saar, nicht von der Mosel. Die Saar-Weine wachsen auf einer Strecke von gerade mal 30 Kilometern von Konz bis Serrig und gehören zu Rheinland-Pfalz, während die einzigen Weinberge des Saarlandes in der Großgemeinde Perl nahe der französischen Grenze zur Obermosel gehören – alles klar? &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das zweite Aha-Erlebnis beim weintrinkenden Publikum ist dann zumeist die Erkenntnis, dass hier, an der Saar, nicht mehr wie früher die Elblinge versauern, sondern echter Wein gemacht wird – äußerst charaktervoll, terroirbetont und sehr hochwertig, vorwiegend Riesling. Das wusste die Welt schon zu Kaisers Zeiten, als die Saar-Weine während des großen Riesling-Booms an der Mosel und seinen Nebenflüssen mit Preisen weit jenseits von Bordeaux und Burgund auf den Weinkarten der nobelsten Hotels standen und in den Kellern des europäischen Hochadels landeten. Sie waren als feinherbe Rieslinge in Europa unschlagbar, zumal die Grand-Cru-Weine Europas seinerzeit ganz überwiegend Rotweine waren und es so gut wie keine trockenen, sondern reichlich süße Weißweine gab. Unter diesen ragten die charakterstarken, feinherben von der Saar heraus. Damals fing aufgrund der gut bezahlten Fassweine der Gewinn eines Winzers schon ab dem Verkauf von 2% der Erntemenge an, weil die Kosten des ganzen Jahres noch darunter lagen. Später haben die Saar-Weine den Ruf der säuredominanten Herblinge aushalten müssen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Saar war über Jahrzehnte im Weinschatten der Mosel kaum noch wahrnehmbar, zumal die klimatischen Verhältnisse und die regelmäßigen Missernten es tatsächlich schwer machten, den Nachkriegsmarkt mit seinen massenhaften Süßlingen zu bedienen. Erst mit dem Beginn der Trockenweinperiode und der Nachfrage nach Qualität kamen die Saar-Winzer wieder groß heraus. Dann hieß es plötzlich, sie machten Cool Climate Weine, und die oechslegeplagten und säureverschonten Kollegen schluckten neidisch. Zumindest muss sich an der Saar heute niemand nach Nordwestlagen umsehen, denn alles, was um Südhänge herum liegt, liefert im Angesicht der Erderwärmung jedes Jahr vollreife Trauben mit hohen Oechslewerten plus stabiler Säure. Mittlerweile kommen in etlichen Jahren die besten Moselweine von der Saar, von den Grundweinen für Sekte ganz zu schweigen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eine der beiden registrierten Weinberglagen von Kanzem ist der Altenberg, wo mehrere Winzer Parzellen haben. Er liegt gegenüber von Kanzem auf der anderen Seite des Flusses und klettert hinter den Gleisen der Regionalbahn von Trier nach Merzig, beziehungsweise Homburg, bis auf 250 Meter Meereshöhe. Hier gibt es keine von Wegen oder Mauern abgestuften Terrassen, sondern die Weinberge wachsen in einem Stück wie die Eiger-Nordwand empor. Von oben am Waldrand hat man einen dieser atembeeinflussenden Blicke auf den Saarbogen und auf das Örtchen Kanzem bis rüber nach Wiltingen und zum Saarkanal. Und man blickt auf ein hinter Bäumen gut verborgenes Weingut, das scheinbar senkrecht unter einem, direkt am Fuße des Altenbergs liegt: Das Weingut von Othegraven.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die irgendwann im frühen 16. Jahrhundert mit einer Familie von Metzenhausen von Hagen beginnt und vorerst 2010 endet, als TV-Journalist Günther Jauch und seine Frau Dorothea das Weingut kauften und es damit in nunmehr siebenter Generation in die alte Familienlinie zurückführten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Familienangelegenheiten&lt;br/&gt;Die Familiengeschichte des Weinguts startete 1805, als Reichsgraf Philipp von der Leyen-Hohengeroldseck sein Weingut in Kanzem an den Trierer Kaufmann Emmerich Grach verkaufte. Mit seinem Tod am 27. Oktober 1826 erbte Anna Katharina Grach, verheiratet mit Franz Anton Weißebach, das Weingut und verstarb noch im selben Jahr im Alter von 37 Jahren. Erbe des Weinguts war Sohn Julius Weißebach. Nach seinem Tod 1881 führte es seine Frau Anna Maria, geb. Schoemann, fort. Im erläuternden Text von 1898 zur Weinbaukarte Mosel-Saar wird „Frau Witwe Weißebach“ als eines der „größeren Weingüter in Canzem“ aufgeführt. Ihre Erben waren die Söhne Franz und Carl. Franz starb 1919 und Carl, der das Gut unter der Firmierung „J. Weißebach Erben“ ohnehin allein verwaltet hatte, übergab es mangels eigener Kinder 1925 an seinen Neffen Maximilian von Othegraven. Der erwarb Mitte der 50er Jahre die Anteile seiner Geschwister und seines Schwagers Hans Jauch, der das Miteigentum von seiner Ehefrau Elsa, geborene von Othegraven, Großmutter von Günther Jauch, 1948 geerbt hatte. Das Weingut hieß jetzt „Maximilian von Othegraven“. Als Maximilian, der Gründungsmitglied des VDP Mosel-Saar-Ruwer war, 1968 überraschend starb, führte seine 1899 geborene Frau Maria, Jauchs Großtante, das Gut fast 30 Jahre allein weiter, denn die Ehe war kinderlos geblieben. Noch vor ihrem Tod übergab Maria das Weingut ihrer Nichte und früheren Chefärztin am Kölner St.-Agatha-Krankenhaus, Dr. Heidi Kegel, die es mit dem Tod von Maria 1995 auch erbte. Da Heidi Kegels Kinder kein Interesse am Winzerdasein hatten, war ihr klar, dass sie das Gut irgendwann verkaufen muss. Nachdem Günther Jauch davon erfahren hatte, dauerte es noch drei Jahre, bis er es zusammen mit seiner Ehefrau Dorothea am 1. Juli 2010 kaufte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Günther Jauch hatte eine gewisse sentimentale Beziehung zu dem Anwesen, wohin ihn in Kinder- und Jugendjahren sein Vater oft mitgenommen hatte – zu Großonkel Max und Tante Maria – und wo er die Ferien im Paradies Othegraven verbringen durfte. Es war die Zeit, als es für Berliner Kinder ein Glücksfall war, in die Ferien „verschickt“ zu werden. Doch Jauch war keineswegs besessen auf das Anwesen. Ihm lag zwar daran, das Weingut für die Familie zu retten, aber er ist niemand, der zur Stärkung eines Geltungsbedürfnisses mal eben in ein Weingut investiert, und auch keiner, der sich für die zweite Hälfte des Lebens unbedingt einen über Jahre verdichteten Traum erfüllen musste. Er machte es sich nicht einfach, seinen Betätigungsfeldern ein weiteres hinzuzufügen, das sich in den Umrissen eines Abenteuers abzeichnete. Letzten Endes war es wohl einer der ehelich mitbestimmten Entscheidungen nach dem Motto: Wenn du mitmachst, dann machen wir das. Inzwischen hat er längst die Verantwortung angenommen, die er im Weinberg spürt, wenn die Rebstöcke ihn erwartungsvoll ansehen und abwarten, ob er das Richtige tut, um sie bei Laune zu halten. Er hat die Weinberge als Orte der Natur schätzen gelernt, wo sich Produktionszahlen nicht planen und controllen lassen. Hier wartet auf ihn pure Erholung, wenn sich im Herbst auf dem Altenberg der Nebel Rebzeile für Rebzeile lichtet und die Sonne ihre so dringend benötigte Energie ankündigt. Die tägliche Arbeit im Weinberg und im Keller hat er in die Hände eines erfahrenen Teams gelegt. Seine Rolle ist die eines Bewahrers, Förderers und langfristigen Begleiters des Weinguts. Es gilt, die Identität zu erhalten und sie in hochqualitativen, eleganten Weinen abzubilden, die ihre Herkunft und die Stilistik der Saar ohne Eskapaden schmecken und erleben lassen. So oft wie möglich pendelt die Familie zwischen Potsdam und Kanzem hin und her und hat sich seit einigen Jahren zunehmend in das Tagesgeschäft eingebunden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wenn er auf Messen und Präsentationen zusammen mit seiner Frau Thea am Stand steht, möchte er nicht als Klinkenputzer, sondern als Winzer wahrgenommen werden, auch wenn sich kommunale Weinprinzessinnen und Weinköniginnen um Selfies drängeln. Immerhin können Günther und Thea Jauch die Winzernähe inzwischen durch fachliche Kompetenz, überzeugtes Engagement und gesteigerte Leidenschaft belegen. Beide treten als harmonisierendes Team auf, als Normalos, auch wenn bei ihnen stets eine gewisse Wachsamkeit erforderlich ist, damit nicht irgendeine Kleinigkeit von sogenannten Grünen und Goldenen Blättern missbraucht wird, um unter Verachtung von Persönlichkeitsrechten die Auflagen zu steigern. Im Kreis der verschworenen Gemeinschaft der Saarwinzer wird er nicht als Marketingmaskottchen für den Saarwein behandelt, sondern ist als Winzerkollege anerkannt und beliebt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Jauchs Engagement in Othegraven fing allerdings nicht mit den ersten Weinflaschen an, sondern mit Bauarbeiten. Von Othegraven, das ist nämlich auch ein gegenständliches Kleinod eines historisch aussehenden Gutshauses mit Schlossambiente. Das ursprüngliche großbürgerliche Gutshaus war im Jahr 1925 abgebrannt und durch Artilleriebeschuss 1945 zerlegt. Es wurde zwischen 1954 und 1959 nach Plänen des Trierer Stadtbaumeisters Heinrich Otto Vogel zwar nicht originalgetreu, aber im ursprünglichen Stil wieder aufgebaut. An das Gutsgebäude schließt sich eine Art Englischer Park an, der seit Anfang des 19. Jahrhunderts über Generationen angelegt wurde und wo Onkel Max leidenschaftlich etliche exotische Baumarten ergänzte. Das ganze Ensemble mitsamt Park und der Lage Altenberg steht als Kulturgut unter Denkmalschutz, was Jauch nach seinen verheerenden Erfahrungen mit den Potsdamer Denkmalbehörden einigermaßen geräuschlos in den Griff bekam. Das Gutshaus wurde von Architekt Stefan Wolf funktional umgestaltet, beherbergt Wohnungen für Angestellte, Saisonarbeiter und für Familie Jauch und dient ansonsten dem Betrieb. Es gibt eine moderne Vinothek, eine Stehverkostung und ein Kelterhaus, das auch für Veranstaltungen genutzt wird. Baulich hinzugekommen sind insbesondere zwei neue Wirtschaftsgebäude, eine Photovoltaikanlage und ein 400 Quadratmeter großes Flaschenlager mit zwei Klimazonen. Der große Park steht übrigens allen Besuchern offen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auch sonst war für viel zu tun in Othegraven: So wurden beispielsweise die Weinetiketten komplett überarbeitet. An Vorschlägen, die von Jauchs Bild bis zur Bezeichnung Millionärswein reichten, mangelte es nicht. Entschieden hat man sich für ein modernes, einheitliches Corporate-Design mit dem alleinstehenden „O“, das durch ein „V“ gekrönt wird. Es wurde mit dem Red Dot Award für Design ausgezeichnet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ganz wesentlichen Anteil an dem in wenigen Jahren erreichten Erfolg des Weinguts von Othegraven als eines der bedeutendsten deutschen Qualitätsweingüter hatte Andreas Barth. Ein Weinautor brachte 2004 Heidi Kegel mit Barth zusammen, der erst nebenbei und später komplett die Aufsicht über Keller und Weinberge führte und 2010 von Jauch übernommen wurde. Inzwischen ist Swen Klinger Kellermeister und Gutsverwalter abgelöst, der jede Lage wie seine Westentasche kennt und viel Erfahrung und Ruhe in den Keller brachte. Der examinierte Jurist hatte vor mehr als zwanzig Jahren sein Hobby zum Beruf gemacht und hat den Betrieb mittlerweile zu einem der besten in Deutschland geformt. Der Weinguide VINUM kürte das Weingut zum „Winzer des Jahres 2023“, das Magazin Falstaff machte es zum „Winzer des Jahres 2025“. Der Weinführer Gault&amp;amp;Millau zeigt sich Jahr für Jahr begeistert und vergibt spitzenmäßig 3 Trauben mit besonderer Empfehlung.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Heute bewirtschaftet das Weingut van Othegraven unter Berücksichtigung von Zupachtungen insgesamt über 16 Hektar Rebfläche und produziert mehr als 100.000 Flaschen. Die Einzellagen liegen im Kanzemer Altenberg, Ockfener Bockstein, Wiltinger Kupp – allesamt VDP.GROSSE LAGEN® – und im Wawener Großen Herrenberg, eine VDP.GROSSE LAGE®, Monopol. Mit den Parzellen im Herrenberg hat Jauch alten Familienbesitz zurückgekauft, den Urahn Emmerich Grach 1812 von dem Trierer Bankier Reverchon erworben hatte und der vom ehemaligen Hofgut des Trierer Domkapitels stammte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit diesen Spitzenlagen setzt das Weingut nicht nur auf die Qualität und die Tradition der Saar-Rieslinge, sondern in ökologischer Verantwortung auch auf den nachhaltigen Weinbau in einer ganzheitlichen Strategie. Auf den Einsatz von Herbiziden und Insektiziden im Weinberg wird verzichtet, dafür auf Biodiversität und auf die Kraft gesunder Böden und Reben gesetzt. Die Natur gibt den Takt an, sie muss geschont und bewahrt werden. So ist das Weingut nicht nur Mitglied im VDP, sondern seit 2014 auch im Fair’n Green e.V., der die Bereiche Betriebsführung, Umweltschutz und gesellschaftliches Engagement mit dem Siegel für den nachhaltigen Weinbau zertifiziert. Außerdem hat man sich der Initiative Wine in Moderation angeschlossen, die sich für einen maßvollen und verantwortungsbewussten Weinkonsum einsetzt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weinberge, in denen teilweise über 50 Jahre alte, wurzelechte Rebstöcke auf rauem Devonschiefer stehen, aus dem die langen Wurzeln ordentlich Mineralität in die Trauben hochpumpen, sind allesamt Steillagen mit bis zu 80% Neigung und sehr spezifischem Mikroklima. Der Kanzemer Altenberg gehört zu den steilsten und mit 250 Metern Länge auch zu den längsten Steillagen der Welt. Hier wird nicht nur empfehlenswerter Weise, sondern aus Prinzip per Hand gearbeitet mit Arbeitsstunden, die sich betriebswirtschaftlich nicht mehr vernünftig rechnen. Den Rebstöcken gefallen die Steillagen, können sie sich doch ausgiebig sonnen und im Wechsel zwischen der Wärme am Tag und der Kühle der Nacht, vor allem im Frühherbst, die Aromen in den Beeren anfeuern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Angebaut wird ausschließlich Riesling. Also machen Jauch und Klinger auch nur Riesling – von trocken bis zu restsüß. Als Jauch anfing, waren 80 Prozent der Weine trocken und 20 Prozent restsüß, jetzt sind weniger als 65 Prozent trocken. Es entspricht nämlich der legendären Saar-Tradition, dass Rieslingfrucht und Terroir am besten in den fein austarierten, leichten Weinen zum Ausdruck kommen, die einen guten Teil unvergorener, natürlicher Süße stolz vorzeigen. In von Othegraven lässt man die geliebten Grad Oechsle der Moste weder im Alkohol verschwinden noch die Säfte durchgären bis die Hefen schlapp machen. Was wir schon bei anderen Weingütern angemerkt haben, gilt auch in Othegraven: Das Weingut macht mit den legendären Kabinetten mit ihrer feinen Restsüße, der harmonischen Säure und dem niedrigen Alkoholgehalt die traditionellen Weine, die viele heimlich trinken, weil sie den fantastischen Genuss restsüßer Weine in Zeiten des trendigen Trocken-Trinkens nicht zugeben wollen. Mit diesen Weinen können die Trockentrinker die dummen Vorurteile gegenüber den restsüßen Weißen pflegen, alle anderen begeistern sich am einzigartigen Genuss und lassen sich bis zur Sucht verführen. Wer will, kann sich auch damit beruhigen, dass die teuersten Weißweine der Welt süß sind und nicht trocken. Vor allem aber kamen sie einstmals von der Saar: Wie Günter Jauch gerne erzählt, erzielte um die Jahrhundertwende eine Flasche Riesling vier Goldmark, während die teuersten französischen Weine nur anderthalb Goldmark kosteten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller gibt es auf von Othegraven etwas, das heutzutage selten geworden ist: Zeit. Die Moste bekommen jede Zeit, die sie brauchen, um sich in einer langsamen Gärung selbst zu verwirklichen. Hier freuen sich die Trauben, in die Flasche zu kommen und entscheiden selbst und kein Chemiebaukasten, welcher Wein entsteht. Deshalb lassen Jauch und Klinger die Moste spontan mit eigenen Hefen vergären, die sich an den Trauben oder im Keller tummeln. Die Rieslinge werden alle im Edelstahl vergoren, wo sich folgenloser als im Holz abwarten lässt, dass sich die feinen Aromen entwickeln und die Säure gezähmt ist. Das Hefelager kann sich zur Steigerung der Tiefgründigkeit schon mal über ein dreiviertel Jahr erstrecken, notfalls wird zur Erhaltung der Restsüße die Gärung beendet. Stets steht akribische handwerkliche Präzision im Vordergrund, auf unnötige technische Übergriffigkeit wird verzichtet. Typisch für die so hergestellten Saar-Weine sind ihre Langlebigkeit und ihre Fähigkeit, auch in der Flasche noch zu reifen. Das erfordert, wenn schon nicht vom privaten Konsumenten, zumindest von der Gastronomie oder jedenfalls vom Weingut, bestimmte Partien einzulagern, um später ältere Jahrgänge anbieten und den Genuss über Jahre mit neuen Geschmacksnuancen bereichern zu können.    &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Weine des Weinguts von Othegraven verkosten – wir stellen zuerst die trocken Weine und dann die Kabinette und Spätlesen vor.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Max Riesling trocken VDP.GUTSWEIN&lt;br/&gt;Das ist der Begrüßungswein des Weinguts, eine Referenz an Maximilian von Othegraven und an die Zeiten, da die Saar-Rieslinge die knackige Säure unangepasst vorzeigten. Die Trauben stammen überwiegend aus dem vom Devonschiefer geprägten Altenberg. Der Gutsriesling Max ist zwar trocken ausgebaut, aber auf eine raffinierte Weise: Hinter dem Alkoholgehalt von lockeren 11,5 Volumenprozent und der lebendigen Säure verbirgt sich eine kleine Restsüße, die nicht mal weit von einem Feinherben entfernt liegt, hier aber genial von der Säure und der Mineralik umarmt wird und in der trockenen Stilistik der Fruchtbetonung zugutekommt. Nach der selektiven Handlese werden die Trauben schonend gepresst und spontan und temperaturkontrolliert im Edelstahltank vergoren. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas schnüffeln wir herum an feinen, frisch-würzigen Aromen von Aprikosen, grünen Äpfeln und Zitrusfrüchten, vielen Kräutern, einem subtilen Touch Mineralik und an einer winzigen Spur Hefe. Wir schmecken die üblichen Verdächtigen wie Zitrus, Melone, weiße Johannisbeeren, weißen Pfirsich und pflanzlich-florale Richtungen. Die schlanke und präzise, aber kraftvolle Struktur wird von einer herrlichen, leicht salzigen Schiefermineralität gestützt, die den Wein zusammen mit der aktiven Säure in einen saftigen Abgang führt, spannungsgeladen, herb-frisch und schwungvoll. Es ist ein filigraner, facettenreicher und ausdrucksstarker Wein, dessen Säure mit der sehr diskreten Fruchtsüße Verstecken spielt und der mit seiner Frische, Saftigkeit und Balance nicht nur Trockentrinker begeistert. Das ist der Weinbegleiter für alle Fälle und gerne auch für eine Schweinsroulade in Sahnesoße oder eine in einer Kasserolle mit Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und Rosmarin lange geschmorten Kaninchenkeule. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Kanzheimer Riesling trocken VDP.ORTSWEIN&lt;br/&gt;Dieser Ortswein ist natürlich ein Botschafter der Kanzemer Lagen, gleichwohl stammen seine Trauben vorwiegend aus dem Altenberg. Er ist ein sehr eleganter und lebendiger Typ von trockenem Riesling, also eine Richtung, die Trockentrinker so anhimmeln. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er duftet kühl, pflanzlich, zitrusmäßig und lässt viel weißen Pfirsich durch. Dazu kommen pikante, fast ätherische Kräuterrichtungen und eine schüchterne florale Anmutung. Mit zunehmender Beatmung meint man eine Anmutung von Salbei und Curry zu erschnüffeln. Ein kleiner Hauch von Schiefermineralik weht sowieso aus dem Glas. Der Pfirsich trifft sich am Gaumen mit gelben Äpfeln, roter Grapefruit, feiner Würze und einigen vegetabilen Nuancen aus dem Wald. Die kleinliche, aber kennerhafte Recherche nach weiteren winzigen Aromaspuren wird überholt durch die vielfältige, leicht süßliche Fruchtigkeit, die von der herrlichen Säure immer wieder angefeuert wird. Im langen, fast schon komplexen Abgang bringen sich auch die Kräuter und einige florale Bemühungen in Erinnerung. Es ist ein klarer, gradliniger Trockener, der, wie es Saarwinzer lieben, nicht nur eben mal mühevoll ausbalanciert ist, sondern bei dem sich Restsüße und Säure kämpferisch emporrecken aus dem Glas und sich dann wieder vertragen, um mit einer noblen Eleganz zu beeindrucken. Wie schön, dass sie auch der Mineralik mit dem herrlichen Biss vom Schiefer reichlich Platz lassen, die zu fördern sich die tiefen Wurzeln der Reben schließlich das ganze Jahr über eifrig abgerackert haben. Der Wein steht schon jetzt gut im Saft, ist aber so professionell strukturiert, dass er noch mindestens fünf bis sechs Jahre Klasse verbreiten wird. Man kann ihn routinemäßig zu einer gebratenen Lachsforelle hinstellen oder etwas neumodischer zu einem Salat Niçoise oder zu einem Chaource-Käse, der mit seinem Weißschimmel die Säure puffert und die Rieslingfrucht prägnant herausstellt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Kanzemer Altenberg Riesling trocken Großes Gewächs VDP.GROSSE LAGE&lt;br/&gt;Die etwa 19 Hektar große Lage Altenberg am rechten Ufer der Saar, die früher Kanzemerberg hieß, ist vom VDP als Große Lage klassifiziert. Sie ist vor kühlen Nordwinden geschützt nach Südsüdost ausgerichtet und liegt in 140 bis 250 Metern Meereshöhe. Der Boden besteht aus grün-braunem, blaugrauem und rötlich-violettem Eisenoxyd-haltigen Tonschiefer, den er sich am unteren Hang mit reichlich Feinerde und Lehm teilen muss. Obwohl das nur mäßig verwitterte, grobe Gestein das Wasser schnell durchlässt, haben die Reben aufgrund der horizontalen Lage der Schieferplatten genügend Gelegenheit, sich ihren Wasseranteil zu sichern. Hier stehen teilweise noch wurzelechte, ungepropfte Rebstöcke, die schon mehr als fünfzig Geburtstage hatten. Wesentlich für das Mikroklima im Altenberg ist die Verdunstungskühle des Flusses, die ständig nach oben steigt und dank der häufigen Westwinde die heiße Sonne in moderate Temperaturen verwandelt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein Großes Gewächs aus dem Altenberg von Kanzem ist einer der besten Weine, die Riesling-Rebstöcke hierzulande zu bieten haben. In dieser Steillage gibt die Natur ihnen alles: Sonne aus dem richtigen Winkel, Wärme vom Schieferboden, das erwähnte, vom Fluss reflektierte Licht und die vom Wasser aufsteigende nächtliche Kühle. Die Altehrwürdigen unter den Rebstöcken bedanken sich seit Jahrzehnten mit Mineral- und Extraktkonzentrationen, von denen viele Winzer nur fantasieren. Die selektiv per Hand gelesen Trauben wurden zum größten Teil spontan im Edelstahltank vergoren, ein Teil des Mosts wurde nach kurzer Maischestandzeit im großen Holzfass ausgebaut. Insgesamt lag der Wein lange auf der Feinhefe, was für eine samtige Textur und lange Lagerfähigkeit sorgt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem goldgelb ausgeleuchteten Glas drängelt ein vielschichtiges und verführerisches fruchtig-reifes Bukett. Immer wieder hängen wir die Nase ins Glas. Der Duft ist mineralisch angelegt, sommerlich-floral bis herbstlich-würzig und lockt mit deftigen Fruchtaromen von Pfirsichen, Aprikosen, Mirabellen und einigen kandierten Zitronen. Dazu kommen leicht rauchige Anklänge, tiefe Töne von Kräutern wie Salbei und Rosmarin und ein Touch blonder Tabak. Insgesamt eine hochkomplexes Aromenspiel. Im Mund werden die mineralischen Noten und die rauchigen Anklänge als salzig-steinig konkretisiert – fast wie nasse Feuersteine –, dazu tanzen Würze, Frucht, Kräuter und Sommerblumen ein zärtliches Menuett. Es ist ein gehörig dichter, energischer, gut strukturierter Wein mit enormer Tiefe – trocken, kühl und puristisch im Ausdruck. Der Gaumen wird von feiner Säure und hingehauchten Gerbstoffen verwöhnt, während der Wein ein zupackendes, saftiges, fast schmelziges und nachhaltiges Finish mit klitzekleinen Tönen von Karamell und Macadamianüssen hinlegt. Seine Vielschichtigkeit, Kraft, die gediegene Eleganz und eine imposante Harmonie werden sich, auch wenn er jetzt schon fünf Jahre alt ist, zu noch mehr tiefgründiger Leichtigkeit entwickeln, ebenso wie sich saartypischer Weise die salzig-erdige unverwechselbare stahlige Mineralität noch steigern wird. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das ist keine Sofortwein und kein schneller Show-Wein, sondern ein außergewöhnlicher terroir-geprägter Riesling für besondere Momente, die sich auch durch das Öffnen seiner Flasche ergeben können. Entkorken Sie die Flasche im Kühlschrank drei Stunden vor dem Genuss oder karaffieren ihn sogar und geben Sie ihm dann noch 20 Minuten bei Raumtemperatur. Der 2021 Altenberg Riesling trocken Großes Gewächs ist einer, der sich freut, wenn er Jahr für Jahr noch mehr von seinem in der Flasche verborgenen Potenzial und seinen spannenden Sekundäraromen vorzeigen kann – mindestens zehn bis fünfzehn Jahre lang. Wer nicht warten will oder kann, erfreut sich und den Wein schon jetzt mit gegrilltem Steinbutt oder einer gigantischen, edlen Sushi-Platte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Riesling Kabinett feinherb VDP.GUTSWEIN&lt;br/&gt;Die Trauben für diesen feinherben Riesling stammen aus der renommierten Lage Kupp in Wiltingen. Wiltingen ist im Weinbau bekannt: Aus der Wiltinger Lage Schwarzhofberg stammten um die Wende des vorigen Jahrhunderts die teuersten Weine Deutschlands. Der Riesling Kabinett feinherb kommt aus der ebenso wie der Schwarzhofberg in der Lagenkarte des 19. Jahrhunderts als „Bessere Lage“ eingestuften Lage Kupp – nicht zu verwechseln mit der daneben gelegenen „Brauner Kupp“. Sie ist eine Süd- bis Südsüdwest-Steil-Lage, die bis 280 Meter Meereshöhe mit 50 bis 60% Neigung ansteigt. Sie liegt nordöstlich von Kanzem am Wiltlinger Saarbogen, nur wenige Kilometer vom Weingut von Othegraven entfernt. Hier ist der leicht rotliegende Devonschiefer mit den Lehmanteilen schon stark angewittert. Von ganz oben am Bergkopf hat man eine der schönsten Aussichten an der Saar ins Saartal nach Wiltingen und Kanzem. Ganz unten rechts unter den Bäumen, liegt dann das Gutshaus von Othegraven.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Kabinett-Riesling ist mit seinen 9% Alkohol ein schlanker Süßer, der einen unwiderstehlichen Zwang zum immer noch einem Glas auslöst. Er lässt einen ganzen Korb voller Aromen explodieren, die aber allesamt wie dahingehaucht wirken und keineswegs unverschämt aus dem Glas drängeln. Nicht nur die sortentypischen Zitrus- und Pfirsicharomen sind dabei, sondern auch exotische Richtungen mit Limonen und Ananas, viele mediterrane Gewürze sowieso, dazu auch etwas Kandis. Wir schmatzen auf einer zärtlichen Extraktsüße herum und wollen uns mit den Aromen-Eindrücken übertreffen: gelbe Pfirsiche, reife Zuckeraprikosen, reife Hawaii-Ananas, überreife Tamarinde, Litschis, eine kleine Scheibe Orange und ein Kräutersträußchen, unter anderem mit Bohnenkraut und Liebstöckel. Dazu kommen einige florale Anmutungen. Die feine spritzig-frische Säure verneigt sich respektvoll vor der prächtigen Fruchtsüße mit der zitrischen Frische und der eher sanften Mineralität, die einen langen, spielerischen und vibrierenden Abgang mit einigen zärtlich herben Noten stützt. Dieser perfekt ausbalancierte Kabinett ist bei aller Leichtigkeit beindruckend saftig und animierend, sehr zugänglich und elegant. Es ist ein aromatischer Begleiter zu einer mexikanischen Putenbrust mit Chili, Zimt, Rosinen, roten Paprikaschoten, Kreuzkümmel und Koriander. Ganz solide werden sich auch eine oder mehrere Hasenkeulen in Sahnesoße oder thailändisch gewürzte Pasta nicht über den Wein beschweren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Großer Herrenberg Wavern Riesling Kabinett VDP.GROSSE LAGE&lt;br/&gt;Die vor einigen Jahren zugekaufte Lage Großer Herrenberg oberhalb von Wawern in einem Seitental der Saar ist eine 1,65 Hektar große Monopollage des Weinguts im oberen Teil des Wawerner Herrenbergs. Es ist eine ganz überwiegend nach Süden ausgerichtete, 40% geneigte Steillage in bis zu 220 Metern Meereshöhe. Die Wawerner Lagen gelten als die mit der längsten Sonnenbestrahlung an der Saar. Der Boden besteht aus stark verwittertem grauen Devonschiefer mit einem für die Saar ungewöhnlich hohen Lehmanteil, der das Wasser gut speichern kann. Die Weinberge wurden 1964 bestockt und 2011 nach aufwendigen Rekultivierungsmaßnahmen neu bepflanzt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit diesem Lagenwein nähern wir uns mit großen Schlucken der Typizität der Saar-Weine. Wir sind überrascht von dem üppigen Bukett, das aus dem Glas springt. Es ist würzig, kernig, pflanzlich-floral und deutlich mineralisch Richtung Feuerstein. Frucht ist natürlich ganz vorne dabei, was wäre auch ein Riesling ohne Zitrus- und Steinobstnoten, vor allem vom weißen Pfirsich. Geschmacklich erfreuen wir uns erst einmal an dem Gesamteindruck eines fruchtigen, süßlich-griffigen und professionell ausbalancierten, tiefgründigen Weins, der sich vornehm, filigran und geschmeidig zeigt. Mit leisem Understatement als Kabinett klassifiziert, braucht er sich gegenüber den Großen Gewächsen nicht zu verstecken – die Trauben könnten sogar aus der Vorselektion für ein Großes Gewächs stammen. An der Zunge strömen Eindrücke von Kräutern, Pflanzen, reifen weißen Johannisbeeren, weißen Pfirsichen und vor allem eine leicht erdverbundene Mineralität vorbei. Es ist ein straffer, druckvoller, mineralisch-würziger, fruchtsüßer Wein mit einer wunderbar kühlen Süße-Säure-Harmonie und animierender Frische. Seine dichte Textur verspricht eine interessante Reifeentwicklung über mindestens zehn Jahre. Er macht sich gut im Käsegang zu einem ururalten Gouda oder zu einem urnormalen Brathähnchen mit süßer Chilisoße aus der thailändischen Küche. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Kanzemer Altenberg Riesling Spätlese VDP.GROSSE LAGE&lt;br/&gt;Eine Spätlese aus der monumentalen Steillage Kanzemer Altenberg – das kann nur Hochgenuss pur sein. Die Trauben wurden superreif von Hand und mit gnadenloser Selektion gelesen. Der Most wurde im Edelstahl vergoren, der Wein reifte mehrere Monate auf der Feinhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eine betörende süßliche, fast minzige Kühle. die an die klassischen Eisbonbons aus den sechziger Jahren erinnert, strömt einem aus dem Glas entgegen. Weiter geht es in der einen Richtung mit etwas Limone, Zitronengras und einer zarten Rauchigkeit mit erdig-mineralischen Tönen und in der anderen Richtung mit Pfirsich, reifer Mango, Ananas und Spuren von Kräutern und Karamell. Schon in der Bukett-Aromatik imponiert, dass der Wein hochkomplex und tiefgründig ist. Im Geschmack kommen reife grüne Birnen, Maracujas und Aprikosen hinzu plus etwas Honig von der Wildblumenwiese und sogar einige überreife gelbe Stachelbeeren. Die Lage Kanzemer Altenberg transportiert die saartypische mineralische Würze an den Gaumen, die durch die Spontangärung noch individueller und terroirbetonter hervorkommt. Die Säure ist draufgängerisch, bindet die Fruchtsüße perfekt ein und strahlt animierend auf eine fast puristische Mineralität, die einen cremigen, sehnsuchtsvollen Abgang ansteuert, auf dem wir noch lange herumschmatzen – mit schönem Botrytis-Schmelz, einem Hauch süßer Orangen und floralen Noten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein leichtfüßiger, konzentrierter, saftiger Power-Wein mit einer gewaltigen, wilden Geschmacksfülle. Sie sollten ihn als Solisten aus einem großen Glas genießen, zu einem schönen Buch, mit einem netten Menschen oder zu einem interessanten Gespräch – immer bringt er eine innere Ruhe, um von der Welt draußen abzuschalten. Wer unbedingt ein Pairing braucht, nehme die klassische Ente mit Orangensauce oder etwas auffälliger einen Rehrücken mit Preiselbeerkonfit und Mangochutney. Ersparen Sie ihm bitte die üblichen Blauschimmel- und Apfeltarte-Orgien. Vor allem aber ist dies einer der Weine, die ein außergewöhnliches, für die Saar allerdings nicht ungewöhnliches Reifepotenzial auf der Flasche haben: Sie können diesen Wein noch mindestens zehn Jahre lang begleiten und seine spannende Entwicklung verkosten. Dafür müssen Sie natürlich einen mittleren Vorrat im Keller haben…</description>
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      <pubDate>Wed, 25 Mar 2026 20:44:52 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2026/3/25_Das_Weingut_J._Neus_in_Rheinhessen__Weltberuhmte_Burgunder_aus_Tradition,_Handwerkskunst_und_Terroir_files/J.Neus%20Weingut%20seit%201881.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_17.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:134px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Rheinhessen ist noch immer eine Entdeckung wert. So wie selbst Weinkenner den Silvaner nicht hier in seinem weltgrößten Anbaugebiet verorten, so wissen viele nicht, dass Ingelheim für weltberühmte Spätburgunder steht, von denen etliche die burgundischen Pinot Noirs weit in den Schatten stellen. Solche Rotweine kommen vor allem vom Ingelheimer Weingut J. Neus. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hier reift der Spätburgunder so vor sich hin – in großen Fässern aus deutscher Eiche aus den Jahren 1893 und 1897. Die hatte der Gründer des Weinguts von der Mosel mitgebracht. Dort war er nämlich Weinhändler in Niederfell und griff zu, als ihm ein Grundstück am Rhein angeboten wurde. Es war das Jahr 1881, als Weinhändler Josef Neus Senior beschloss, von der Mosel an den Rhein zu ziehen und ein eigenes Weingut zu gründen. Seit zwei Jahren war damals auch der Wein durch indirekte Steuern und Zölle von Bismarcks Schutzzollpolitik erfasst, was den Handel insbesondere mit französischen Weinen stark beschränkte. Als neue Heimat erwählte Josef Neus Senior Ingelheim am westlichen Ufer des Rheins zwischen Mainz und Bingen. Es hatte sich seit der Errichtung der Pfalz von Karl dem Großen durch berühmte Burgunder zur Rotweinstadt entwickelt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nicht weit vom Bahnhof der seinerzeit noch neuen Linksrheinischen Bahn in Ober-Ingelheim ließ Josef Neus Senior auf einem großen Gelände mit 5 Hektar Weinbergflächen zwischen der Bahnhofstraße, der Breitbachstraße und der Mühlstraße zunächst den größten bzw. längsten unterirdischen Gewölbekeller Rheinhessens anlegen und dann weiträumige, funktionelle Wirtschaftsgebäude unter anderem mit Kelterhaus, Lager und Verkostungszimmer errichten, die noch heute jeden Besucher in ungläubiges Staunen versetzen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die bauliche Anlage des Weinguts J. Neus&lt;br/&gt;Inmitten eines denkmalgeschützten englischen Landschaftsgartens liegt die 1883 vom Architekten C. Richter konzipierte und als Bruchstein-Villa überwiegend aus behauenen Kalksteinen erbaute neoklassizistische Villa. Von der Straße beeindruckt ihr Balkon mit originären klassizistischen Sandsteinelementen an den Fenstern und im Giebelbereich. Auf dem weitläufigen Gelände gelangt man durch ein Holztor in den mit Basaltsteinen gepflasterten Innenhof zwischen den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Hier erstrecken sich die zwischen 1891 und 1894 vom Mainzer Architekten Georg Gerlinger errichteten Kellerei- und Lagergebäude. Ab 1920 wurden unter der Leitung der Architekten Markwort und Seibert aus Darmstadt die Betriebsgebäude aufgestockt und erweitert, die Fassaden wurden zum Innenhof hin teilweise verputzt und grüne Fensterläden angebracht. Das gesamte Ensemble ist heute als Kulturdenkmal eingestuft. Im Innern wurden inzwischen die historischen Holzfußböden, die Fenster und die Wandverkleidungen im Verkaufsraum anspruchsvoll aufbereitet und ein angemessenes Umfeld zur Präsentation der hochwertigen Weine geschaffen, die von Glasvitrinen und einem Eichentresen mit umlaufender Lichtleiste dezent in Szene gesetzt werden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit immenser Leidenschaft und Kompetenz wurde Josef Neus Senior zum Rotweinpionier und Experten der Region und b seinen Spätburgundern zum Weltruhm. 1900 und 1904 erhielt er hohe Auszeichnungen bei den Weltausstellungen in Paris und St. Louis. Ein Ziel ist in der abwechslungsreichen Geschichte des Weinguts immer gleichgeblieben und wurde immer erreicht: beste Spätburgunder auf Weltspitzenniveau zu erzeugen. Schon Weinkarten und Preislisten aus den Anfangsjahren belegen, dass das Weingut J. Neus das qualitative Vorbild der ganzen Region war. Es ist eine Tradition, die inzwischen auch die Weißweine des Weinguts erfasst hat. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sohn Josef Junior absolvierte wie sein Vater eine kaufmännische Lehre und trat 1908 im Alter von 23 Jahren in den Betrieb ein. Gut 20 Jahre später übernahm er nach Vaters Tod das Weingut und führte es zusammen mit seinen beiden Töchtern weiter. Josef Neus Junior wurde 1957 wurde Ehrenmitglied des Deutschen Weinbauverbands und erhielt 1960 die Goldene Kammerpreismünze der Landwirtschaftskammer Rheinhessen. Nach der Auflösung der „Vereinigung Rheinhessischer Naturwein-Versteigerer“ 1971 wurde das Weingut Mitglied im VDP, dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter. Josef Junior übergab das Weingut dann an seine ältere Tochter und seinen Schwiegersohn Ulrich Burchards, der es in vierter Generation bis 2012 leitete. Seitdem gehört es der Unternehmerfamilie Schmitz aus Mainz mit Christian Schmitz an der Spitze und Lewis Schmitt als Betriebsleiter sowie Toni Frank als Kellermeister – junge Talente, die Tradition und modernste Weinbaumethoden geschickt verbinden. Mit großem Engagement begleiten sie seit 2020 die Umstellung des Betriebs auf biologisch-ökologischen Weinanbau. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Josef Neus Senior schrieb auch auf andere Weise deutsche Weingeschichte. Dabei geht es nur am Rand um die “Einführung“ der erwähnten 1.000-Liter-Fuderfässer von der Mosel, die am Rhein damals als Gebinde eher ungebräuchlich waren. Historisch bedeutend für den gesamten Weinbau war die Züchtung des reblausresistenten Neus-Klons durch Selection Massale, mit dem inzwischen Weinberge in aller Welt bestockt sind. Die Züchtung durch Massenselektion hat gegenüber der Klonselektion mit genetisch identischen Klonen den Vorteil, dass Edelreiser von den besten, gesündesten und ältesten Rebstöcken eines Weinbergs ausgewählt werden, um neue Rebstöcke zu ziehen. Dies bewahrt die genetische Vielfalt und Resilienz verschiedener Reben und macht den Weinberg dann widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Klimaveränderungen. Es ist seitdem eine große Tradition im Weingut, den Spätburgunder auch von uralten Reben zu ernten und mit großen Anstrengungen auf die Flasche zu bringen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut J. Neus bewirtschaftet 15 Hektar mit den Lagen Burgberg und Rheinhöhe zum Westerberg hin und den Spitzenlagen Pares und Horn auf dem Mainzer Berg. Die Böden sind geprägt für den Muschelkalk, der in vielen Parzellen von Lehm und Ton durchsetzt ist; man findet aber auch Lössböden. Die meisten Weinberge werden durch umliegende Hügel vor rauen Wetterlagen geschützt. Das Klima Rheinhessens mit warmen Sommern und milden Wintern ermöglicht nicht nur eine lange Vegetationsperiode zur Steigerung der Aromen und Strukturierung der Säure, sondern lässt in vielen Lagen auch noch ein besonderes Mikroklima zu, das gerade dem im Weinberg sonst oftmals etwas zickigem Spätburgunder gut gefällt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Angebaut werden im Weingut überwiegend rote Rebsorten, allen voran Spätburgunder, aber auch St. Laurent, Frühburgunder und Cabernet Sauvignon. Bei den weißen Rebsorten sind es vor allem Weißburgunder und Chardonnay, aber auch Silvaner und Riesling. Abgefüllt werden jährlich etwa 70.000 Flaschen. Die Weine sind gemäß der VDP-Klassifikation in die Linien Gutsweine, Ortsweine, Erste und Große Lagen eingestellt. Zusätzlich werden drei Gutssekte angeboten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sowohl im Weinberg als auch im Keller sind seit Jahren Maßstab die Richtlinien der ökologischen Landwirtschaft. Es wird so naturnah wie möglich gearbeitet, auch wenn der Einsatz immens ist. So wird etwa mit Brennnesseljauche und Grüneinsaaten das Bodenleben aktiviert, was den Reben gut gefällt. Geerntet wird selbstverständlich schonend per Hand und mit gnadenloser Selektion. Im Keller wird meistens spontan vergoren, die Rotweine lagern mindestens 12 Monate in den historischen Holzfässern und werden unfiltriert abgezogen. Nach den Grundsätzen des low intervention wine wird so wenig wie möglich in die Entstehung der Weine eingegriffen. Demnächst soll zudem der Most vom Kelterhaus in den Fasskeller nur noch mit Schwerkraft befördert werden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es sind diese drei Joker, die das Weingut nach wie vor zum Spitzenweingut machen – Tradition, Handwerkskunst und Terroir: Das sind die uralten Reben, die über 150 Jahre alten Holzfässer, der Muschelkalkboden und das handwerkliche Geschick, das alle Kellermeister bisher mit jedem Jahrgang neu bewiesen haben. 2022 verlieh der Vinum Weinguide die Auszeichnung “Weingut des Jahres in Rheinhessen“.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten drei Sekte und neun Weine aus den Linien Gutswein, Ortswein und Erstes Gewächs verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Blanc de Noirs Brut Nature&lt;br/&gt;Das ist ein reinsortiger Sekt aus Spätburgunder-Trauben und der traditionellen champagnermäßigen Methode der Flaschengärung. Brut nature bedeutet Verzicht auf die zweite Dosage, die Versanddosage, und auf die damit verbundene Zuckeranreicherung. Das ist oft nichts für schwache Zungen, aber eine Offenbarung für viele Trockentrinker. Diese Sekte sind zunehmend nachgefragt, vor allem von Sektliebhabern, die meinen, sich schon an alles gewöhnt zu haben. Der Most des Grundweins wurde durch Saftabzug und Pressvorlauf gewonnen und im Edelstahltank vergoren. Der Grundwein ist im Edelstahl ausgebaut und lag mehrere Monate auf der Feinhefe und danach noch im großen Holzfass. Er wurde dann über 30 Monate in der Flasche weiter vergoren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt der Blanc de Noirs Brut Nature in einem sehr hellen, zarten Lachsrosa. Er zeigt offensiv seine feine, lange anhaltende Perlage vor. Dabei offeriert er der Nase duftige, sinnliche und sanfte erste Eindrücke. Es geht um Nuancen von Zitrus, getoastetem Baguette und einigen Kräutern. Dazu schweben dezente Anmutungen von Hefe heran. Im Mund gibt der Sekt ein frisches Aromenbündel frei mit jungen gelben Pflaumen, grünen Äpfeln, Mandeln, Zitrus und einem Hauch von Johannisbeeren – alles komplex, aber harmonisch ausgewogen und nicht aufdringlich. Man genießt den markanten mineralischen Rahmen, der dem Sekt eine raffinierte köstliche Eleganz vermittelt. Ein vibrierender Spätburgunder-Sekt, ein Zero mit der handwerklichen Exzellenz des Weinguts J. Neus, der Spannung aufbaut und niemals langweilig wirkt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Blanc de Blancs Chardonnay Brut&lt;br/&gt;Der Sekt ist aus 100% Chardonnay-Trauben kreiert mit traditioneller Flaschengärung. Chardonnay ist bekanntlich die Rebsorte, aus der zusammen mit Pinot Noir und Pinot Meunier der Champagner komponiert wird. Hier wurde der reinsortige Grundwein über sechs Monate im Edelstahl und in französischen Tonneaus ausgebaut. In der Flasche gärte und reifte er 30 Monate auf dem Hefelager.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Glas leuchtet hellgelb bis weißgolden. Der Sekt perlt sehr fein mit einer stabilen Mousse. Schon der Duft lässt die Frische-Stilistik erkennen, die sich von dem holzbetonten Bananen-Typus abhebt und dem Glas Aromen von Zitrusfrüchten, Nüssen, Brotrinde und Kräutern entlockt. Das ist, auch wenn darüber manchmal mit dümmlicher Überheblichkeit diskutiert wird, keine Unterscheidung zwischen Gut und Böse, sondern eine Frage des bevorzugten Geschmacks. Die Geschmacksnoten mit den sortentypischen Fruchtaromen werden von gelben Äpfeln, Birnen und Zitrusfrüchten eingewiesen und gehen mit einer schönen Mandel- und Melonennote und einem kleinen Kick von weißen Johannisbeeren mit einem leicht floralen Touch ins Finale. Die spritzige Säure ist mit der typischen Mineralität und dem saftigen Fruchtauftritt vollendet ausbalanciert. Scheinbar endlos genießen wir die cremige Mousse auf der Zunge.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Riesling Brut&lt;br/&gt;Der Gutssekt in traditioneller Flaschengärung hatte nach dem Ausbau im Edelstahl und französischem Tonneau dann in der Flasche 30 Monate Kontakt mit der Hefe. Dabei wurde er auf den Rüttelpulten von Hand bewegt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas glänzt die quicklebendige strohgelbe Perlage als sehr feine Mousse, die auffallend stabil bleibt. In der Nase verbreitet sich eine fruchtige Aromatik mit schöner Rieslingbetonung und Aromen von weißen Pfirsichen, reifen Aprikosen und Mirabellen. Im Mund tritt er kraftvoll und saftig, aber nicht plump auf, sondern animierend, sauber und mineralisch. Er perlt munter, energisch und anhaltend mit einem breiten, reifen Fruchtspektrum, in dem auch exotische Richtungen und Trockenobst angesteuert werden. Mit seiner zupackenden und nicht zu trockenen Art bleibt er sehr elegant und setzt eins drauf mit einem kleinen Touch von Äpfeln und dezenten Anklängen an Hefe. Gerade im Nachhall werden die Frucht, Mineralität und seine lebendige Säure noch einmal anhaltend herausgearbeitet. Beindrucken Sie Ihre Gäste mit einem Brut-Sekt der Oberklasse, gerne auch am Ende eines mehrgängigen Menus.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Villa Neus Blanc VDP.GUTSWEIN&lt;br/&gt;Der Gutswein ist eine Cuvée aus 75% Weißburgunder und 25% Chardonnay. Er wurde komplett im Edelstahl ausgebaut. Die Kombination des Weißburgunders mit Chardonnay war schon immer beliebt, anfangs im gemischten Satz, heute vor allem deshalb, weil sich beide Rebsorten in der Regel zu vollendeter Harmonie ergänzen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase bemerken wir sogleich Anklänge an frühreife Haselnüsse, Aprikosen, grüne Äpfel und ein breites Spektrum fruchtig-exotischer wie vegetabiler und floraler Nuancen, aus denen die Lindenblüten sich nach vorne drängeln. Die Cuvée ist im Geschmack ungemein schmelzig und zugleich kräftig, was dem Weißburgunder zu verdanken sein dürfte. Die feine Würze liefert der Chardonnay, wohl auch die zarte Mineralik und die feine Säure. Die Zunge streckt sich weit aus nach der leichten, eleganten, stoffigen Saftigkeit mit dem komplexen Frucht- und Würzpanorama, einigen rauchigen Noten und einer ausgeprägten Tiefe, was Mineralik und Extrakt angehen. Die eindrucksvolle Fruchtigkeit, die kräuterig-pflanzlichen und mineralischen Noten und die Extraktfülle passen gut zu einem Welt-Klassiker: Roasted chicken with honey-sesame carrots.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Muschelkalk Chardonnay VDP.GUTSWEIN&lt;br/&gt;Der Chardonnay wird bekanntlich als internationale Rebsorte bezeichnet, womit diejenigen, die ihn nicht im Weinberg haben, gerne mal in vornehmer Weise eine gewisse Verachtung ausdrücken wollen. Wer ihn indes angepflanzt, seine kleinen vitikulturellen Sperenzchen im Griff hat und ihn dann sorgfältig vinifiziert, schätzt es, dass er sich im Keller gerne jedem Experiment aussetzt und sich mit höchst unterschiedlichem Stil und Charakter bedankt. Der Muschelkalk Chardonnay von J. Neus ist im 600-Liter-Halbstück aus deutscher Eiche ausgebaut. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er schickt aus dem Glas zwar tropische Fruchtaromen von Papayas, Guaven und Macadamianüssen, dämpft den Übermut aber deutlich durch dominierende Töne von Äpfeln, Birnen und gelben Pfirsichen. Dazu kommen markante florale Anspielungen mit weißen und gelben Blüten und feine mineralische Anmutungen. Schon mit dem ersten Schluck ist der Mund prall gefüllt. Wir begegnen feinen Holztönen in vorbildlicher Balance mit der modern salzigen Mineralik und einem wieder leicht tropisch anmutenden Fruchtensemble mit Ahnungen von Haselnuss und Rauch. Ein druckvoller Wein von Charakter, der mit seiner lebendigen Säurestruktur, seiner angemessenen feinen röstig-toastigen Tiefe und seiner Mineralik und herrlichen Würze vornehme Eleganz ausstrahlt. Ein vielseitiger Partner am Tisch, gerne auch zu Saibling in Beurre-Blanc oder einem Risotto mit Butternutkürbis und Pfifferlingen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Villa Neus Spätburgunder Blanc de Noirs VDP.GUTSWEIN&lt;br/&gt;Das Kunststück, einen Weißen aus Trauben mit dunkler Beerenhaut wie dem Spätburgunder zu machen, gelingt nach der klassischen Methode nur, wenn man die Trauben nach der Lese sehr schnell abpresst. Denn das Fruchtfleisch, aus dem der Saft rinnt, ist farblos, die Farbstoffe sitzen einzig in der Beerenhaut. Bringt man gesunde, unverletzte Trauben vom Stock direkt zur Kelter, haben die Farbstoffe keine Zeit, aus der Schale in den Most überzutreten. Von der Kelter fließt ein heller, mehr oder weniger leicht rosé-farbener Most. Die Trauben für diesen Blanc de Noirs stammen demgemäß aus der Vorlese der besten Spätburgunder Lagen. Der Most wurde im Edelstahl vergoren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein leuchtendes, helles bis fast weißliches Bronzerosa lacht uns im Glas an. Wir nehmen die frische, kühle Duftigkeit auf von Hedelfinger Knorpelkirschen, Mandeln, Ananas, einigen grünen Kräutern und roten Beeren. Der Wein schmeckt fruchtig-spritzig, aber nicht unangemessen süßlich, und zeigt sich mit einer präsenten Säure, die glücklicherweise nicht weggezaubert wurde, sondern mit der schön herben Fruchtsüße plus einem Hauch dunkler Beeren eine Harmonie der Frische eingegangen ist, die von einer kleinen Gerbstoffspur begleitet wird. Mit der cremigen Struktur wird ein langer, schmelziger und durchaus komplexer Nachhall unterstützt, der uns lange herumschmatzen lässt auf der zarten Spätburgunderfrucht und der herrlichen, leicht salzigen Mineralität. Das ist der imponierende Begleiter einer Grillparty, er würde sich aber auch nicht gegenüber einem Vorspeiseteller mit Serranoschinken oder gebratener Leber mit Äpfeln wehren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Villa Neus Spätburgunder Rosé VDP.GUTSWEIN&lt;br/&gt;Seit einigen Jahren gibt es einen starken, anhaltenden Trend zum Rosé, so dass immer mehr Winzer sich hochwertige Kreationen einfallen lassen. Eines steht jedenfalls fest: Die qualitativ hochwertigen Rosé-Weine sind jene, deren rote Trauben extra dafür gekeltert werden und nicht nebenbei als Saftabzug bei der Rotweinerzeugung abfallen. Dieser lachsrosa strahlende Rosé wurde reinsortig vom Spätburgunder im Edelstahl ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir erfreuen wir uns an feinen Aromen aus dunkelroten bis schwarzen Tönen aus Süß- und Sauerkirschen, roten Pflaumen und Brombeeren, aber auch aus hellroten Früchten wie Erdbeeren und einigen reifen Roten Johannisbeeren. Hinzukommen starke sensorische Eindrücke von Orangen und Aprikosen, aber auch vegetabile Spuren. Den Geschmacksknospen imponieren eine feine Restsüße aus einem spätsommerlichen Obstkorb, eine trockene, zart hefige Würze und einige Muskatblüten. Aus dem Obstkorb packen wir Brombeeren aus, Kirschen, Himbeeren und reife Jonathan-Äpfel. Im Abgang verabschieden wir die Fruchtaromen erst wehmütig und dann in Erwartung des nächsten saftigen Schlucks. Das ist der Wein, der mit seidiger, spritziger Eleganz, einer guten Struktur und einem frischen Säure-Süße- Mineralik-Spiel einen langen Sommer verschönert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Ingelheimer Chardonnay VDP.AUS ERSTEN LAGEN&lt;br/&gt;Die Trauben dieses Weins stammen aus den als VDP.ERSTE LAGEN klassifizierten kühlen und kalkigen Weinbergen in den Einzellagen Ingelheimer Schlossberg im nord-östlich ausgerichteten Westerberg und aus dem Ingelheimer Horn. Der Ausbau erfolgte im 500-Liter-Tonneau aus französischer Eiche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit großem Erfolg hat das Weingut J. Neus hier eine frische und kraftvolle Stilistik in Anlehnung an burgundische Richtungen herbeigeführt, jenseits des fast schon altbackenen reinen International-Neue-Welt-Stils, in der gewöhnlich alles steckt, was der Keller Richtung Holz, Vanille und Butter hergibt. Das helle Goldgelb im Glas kündigt kühle Energie auf allen Ebenen an. So grüßt der Wein nach einiger Belüftung dann auch gleich mit seinem intensiven Bukett aus einem gelb blühenden Garten, in dem zwei Zitrusbäumchen und je ein Aprikosen- und ein Apfelbaum mit reifen Früchten und eine Pinie stehen und am Boden Ananas, Kräuter und Kamille wachsen. Im Hintergrund vermeinen wir auch Noten von Vanille und Karamell wahrzunehmen, die um eine klassische Toastnote herum irrlichtern und immer von einem mineralischen Rahmen umgeben sind. Am Gaumen begegnen wir erneut diesem herrlichen Frische-Mix, zu dem Noten von Nüssen, Rauch und Hefe hinzukommen und auf eine überaus lebendige Säure treffen. Körperreich umhüllt der Chardonnay die Zunge und lässt im cremigen, herb-trockenen, würzigen Finale uns noch lange genießen. Servieren Sie ihn im großen Burgunderglas, um die Aromatik und den Geschmack spontan zu steigern. Traumpartner dieses Chardonnays könnten eine getrüffelte Poularde aus dem Rohr oder gutbürgerliche Rinderrouladen sein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Villa Neus Rouge VDP.GUTSWEIN&lt;br/&gt;Jetzt haben wir eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Spätburgunder im Glas. Die Rebstöcke stehen auf den vom Muschelkalk geprägten Böden rund um Ingelheim. Die Gärung erfolgte im Edelstahltank bei kontrollierten Temperaturen. Danach reifte der Wein für einige Monate auf der Feinhefe ebenfalls im Edelstahl.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem purpurroten Glas steigen duftige Klänge eines großen Konzerts auf unter Mitwirkung von reifen Schwarzkirschen, Brombeeren, Cassis, Backpflaumen, Mandeln und dunkler Schokolade mit einer würzigen Schlussnote. Am Gaumen belohnt die geschmacksstarke Sorte Cabernet Sauvignon den Verzicht auf das Holz mit einer trockenen, mineralischen Frische, die vom Spätburgunder noch getoppt und vom Merlot herrlich rund gemacht wird. Durch dieses gekonnt austarierte Zusammenspiel arbeiten die feinen, engmaschigen Tannine freundlich und gelassen mit der Säure zusammen und sichern gemeinsam mit der Mineralik und dem leichten Schmelz einen langen Abgang voller Trinkfreude. Eine edle, trockene Cuvée mit einem temperamentvollen Spannungsbogen. Erfreuen Sie sich und diese Cuvée mit einem Rehrücken aus dem Rohr.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Muschelkalk Spätburgunder VDP.GUTSWEIN&lt;br/&gt;Der sortenreine Spätburgunder Muschelkalk stammt ausschließlich von Parzellen mit lehmigen Muschelkalkböden rund um Ingelheim. Die Trauben wurden mit hoher physikalischer Reife ausschließlich von Hand geerntet und im Weingut noch einmal streng selektiert. Sie wurden auf der Maische in Gärbehältnissen aus Holz vergoren, der Wein reifte in den berühmten alten Fuderfässern aus deutscher Eiche und wurde unfiltriert abgefüllt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im rubinrot ausgeleuchteten Glas dominiert vor allem ein klares Aroma von Kirschen und dunklen Beeren, das von feiner Mineralität, von floralen Anklängen und einer vielfältigen Würze mit Kardamom, Zimt und Wacholder begleitet wird. Ab und an machen auch einige Schokotöne mit und kleine feine Tabak- und Röstnoten und sogar ein Touch Zeder melden sich. Am Gaumen schmeckt man nicht nur Kirschen, sondern vor allem dunkle und rote Beeren einschließlich Cassis. Der Wein schmeichelt sich galant ein mit geschliffenen Tanninen, der feinen Holznote, einer freundlichen Säure und einer geschmeidigen Textur mit gutem Extrakt. Im vollsaftigen Abgang hängt er nicht schlaff auf der Zunge, sondern zeigt extrovertiert seinen Charakter. Alles ist mal wieder gekonnt ausbalanciert und bringt trotz aller Trockenheit eine erstaunliche Frische an den Gaumen. Er passt hervorragend zu einem Coq au vin, zu geschmorter Kalbsbrust oder etwas schlichter zu Chili con Carne.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Ingelheimer Frühburgunder VDP.ORTSWEIN&lt;br/&gt;Obgleich die Frühburgunder-Rebe in den deutschen Anbaugebieten eher schleppend Einzug hält, gehört sie in Ingelheim fast zu den historisch gewachsenen, gleichsam autochthonen Rebsorten. Gerade dort, wo dem Spätburgunder etwa die Nachmittagssonne fehlt, gibt sich der Frühburgunder bescheiden und reift sechs bis drei Wochen vor dem Spätburgunder, so dass auch in problematischen Jahren vollreife Trauben geerntet werden können. Und so wurden 2023 im Weingut J. Neus die Frühburgunder Trauben für diesen Wein fast zwei Wochen vor Lesebeginn geerntet. Der Wein ist im 600-Liter-Halbstück aus deutscher Eiche ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas entwickelt der Ingelheimer Frühburgunder intensive Aromen von Brombeeren, Walderdbeeren, Cassis und schwarzen Kirschen. Dazu gibt es schon mal einen Hauch von Nüssen und Mokka und ein winziges, duftiges Rauchsignal. Am Gaumen treffen Schwarze Johannisbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren und Erdbeeren auf Kräuter vom herben Typ wie Lorbeer, aber auch auf florale Töne. Eine süßliche, weiche Röstaromen-Richtung ist ebenso präsent wie ein wenig Schokolade. Die Säure tritt eher dezent auf, die Mineralik schon deutlicher. Das Holz, das der Wein im Fass abbekommen hat, ist in die griffigen Tannine gewandert und stützt ein derzeit noch recht herbes, aber schön vanillig verziertes Finish, das zudem an frühlingshaften Waldboden erinnert. Der Wein macht einen fruchtig-frischen Gesamteindruck mit einer dichten Textur aus blauem und rotem Samt und einem unwiderstehlichen Charme. Das ist schon jetzt ein interessanter Begleiter zu einem echt retro Schaschlik-Spieß. Wer der Mode gern etwas extravagant voraus sein will, der probiert den Wein zu einer großen Schüssel gut gewürzter Miesmuscheln.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Alte Reben Ingelheimer Spätburgunder VDP.AUS ERSTEN LAGEN&lt;br/&gt;Die Spätburgunder Trauben dieses Weins stammen von über 60 Jahre alten Rebstöcken aus Parzellen bei Ingelheim. Durch die lockere und kleinbeerige Traubenstruktur transportieren die Spätburgunder Trauben eine tiefgründige Aromenvielfalt und jede Menge Extrakt und Mineralik in den Wein. Der Wein reifte nach der Gärung 22 Monate im Halbstück- und Barriquefass.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Alte Reben Ingelheimer Spätburgunder zeigt im Glas mit zunehmender Belüftung erstaunlich kräftige Farbnuancen von Karmin- bis zu Granatrot. Wir atmen tief durch und genießen all die sanften, beerigen Düfte des Waldes, also Waldhimbeeren, Waldheidelbeeren, Walderdbeeren, dazu viele Kirschen, ein pikanter Touch von Kräutern plus etwas Tabak und Süßholz. Obendrein schweben stetig feine Röstaromen aus dem Glas. Auch im Geschmackserlebnis überrascht die seidige rote Fruchtigkeit und frische Saftstruktur mit ihren klaren Tanninen, der deutlichen Mineralik, einer gut untergebrachten Säure und gewissen Rauch-, Mokka- und Gewürznoten mit Wacholder. Er hat den Nachklang eines leichten, aber durchaus komplexen Burgunders, der zu immer neuen Schlucken animiert und den man immer weiter zu entdecken scheint. Er wird noch über Jahre weiter reifen, aber Sie können sich diesen eleganten Burgunderglanz schon jetzt gönnen zu einer festlichen Mahlzeit, gerne auch zur urdeutschen Weihnachtsgans.</description>
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      <title>Die Domaine Gresser im Elsass: charakterstarke, wohlschmeckende und hochwertige Terroirweine aus biodynamischem Weinbau im Andlautal</title>
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      <pubDate>Mon, 6 Oct 2025 21:56:29 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/10/6_Die_Domaine_Gresser_im_Elsass__charakterstarke,_wohlschmeckende_und_hochwertige_Terroirweine_aus_biodynamischem_Weinbau_im_Andlautal_files/xDomaine%20Gresser%20%20enseigne.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_15.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:136px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Es gibt nicht viele Weingüter in der Weinwelt, die so sorgfältig, so kompetent und so vorbildlich mit der Natur umgehen wie das Weingut Gresser im Elsass. Remy Gresser führt vor, wie man im biodynamischen Weinbau das Zusammenspiel von Terroir und Rebe respektvoll und klug nutzt und charakterstarke, wohlschmeckende und hochwertige Spitzenweine macht. Und das nicht, um modischen Trend zu folgen, sondern aus Überzeugung und mit Leidenschaft – und das seit Jahrzehnten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am Anfang stand ein wissbegierig erarbeitetes Verständnis für die komplexen Vorgänge und Zusammenhänge in der Natur: Das fing an mit der Erkenntnis um die Bedeutung und die Aufgaben jeder Pflanze und jedes noch so kleinen Tierchens im Weinbau. Dadurch war sofort klar, wie entscheidend der Erhalt der Artenvielfalt im Weinberg ist. Weiter ging es mit den konkurrierenden Beziehungen von Boden und Wasserhaushalt und der funktionalen Rolle von Wurzelsystemen und von organischen Substanzen. Nimmt man nun noch die geologischen Strukturen und die klimatischen Ereignisse hinzu, ist man schon dicht an der Lösung der Frage, was diese vielfältigen Faktoren mit dem Wein in unseren Gläsern zu tun haben. Die Antwort ist dann ganz einfach: alles. Wer all die verschiedenen Einflüsse aus der Umwelt auf die Rebe erst einmal verinnerlicht hat, staunt nicht nur über die Organisationsfähigkeiten der Natur, sondern sieht sich in ihren Diensten, um es der Rebe im Weinberg passend zu machen, damit sie im Keller freigiebig herausrückt, was die Natur ihr mitgegeben hat. Die Weine von Familie Gresser belegen seit Jahren, dass die Praxis der Biodynamik mit der harmonischen Vereinigung von Rebe und Terroir zu gefälligen, unkomplizierten, spannenden sowie außergewöhnlichen, jedenfalls immer hochqualitativen Weine führen kann.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Domaine Gresser liegt mitten in der beschaulichen Ortschaft Andlau, auf halbem Weg zwischen Straßburg und Colmar südlich des Odilienbergs an der Elsässer Weinstraße. Um den Ort herum erstrecken sich tiefe Wälder und endlose Weinberge mit berühmten Elsässer Grand Cru Lagen. Im Familienhaus mit beeindruckendem Blick auf die Abtei von Andlau gibt es einen Verkostungskeller, wo die Gressers gerne Besucher empfangen, die auch durch Weinberge und Keller geführt werden. 1667 erbaute Georg Gresser das Haus und ließ als Beweis seines Berufs seine Initialen, einen Weinstock, Trauben und ein Gartenmesser in den Schlussstein der Veranda meißeln.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Familie Gresser hat sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach durch Mitteleuropa bewegt, immer in großzügiger Reichweite der Alpen: Im 11. Jahrhundert ging es vom Stammsitz im Schweizer Wallis nach Gressoney im Aostatal und dann nach Wil am Bodensee, wo die Fürstabtei Andlau eine Tochterabtei unterhielt. Ein gewisser Eberhardt Gresser zog 1399 von Wil nach Andlau und bekam dort das Bürgerrecht verliehen. Bereits für 1525 ist urkundlich der Weinbau in der Familie verbürgt, als Winzer Thiébaut Gresser zum Probst von Andlau ernannt wurde. Er pflanzte die ersten Rebstöcke in den schieferdurchzogenen Hängen am Fuß des Odilienbergs. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Emile Gresser auffällig, weil er zu den ersten Winzern gehörte, die Reben an Spalieren hochzogen, um den Pferden den Durchgang durch die Rebzeilen und damit die Bodenbearbeitung zu ermöglichen. 1924 begann Victor Gresser, seine Weine in Flaschen abzufüllen und direkt ab Weingut zu verkaufen. In den letzten fünfziger Jahren übernahm Vater André Gresser das Weingut und gab seinen Beruf als Anwalt und Landwirt auf, um sich ganz dem Weinbau zu widmen. Er machte in den sechziger Jahren bei der Mechanisierung der Weinbergarbeit mit und stieg in die Selektion von Rebstöcken ein, was eigentlich den Klonzüchtern und den wenigen Fachhochschulen vorbehalten war. André war in der Riesling-Selektion so erfolgreich, dass noch 2018 die Hochschule Geisenheim Pflanzenmaterial von Rebstöcken des Weinguts selektierte. Inzwischen hatte mit Sohn Rémy Gresser die neue Generation das Weingut übernommen: Rémy studierte Weinbau und Önologie, zog den Militärdienst durch und begann ab 1977 in der Domaine zu arbeiten und bei Vater André weiter zu lernen. Er hatte das Glück, mit seinem Vater nicht nur die Tradition, die Verbundenheit mit Heimat und Natur und den Mut zu Experimenten zu teilen, sondern von dessen Geduld, Toleranz und Weltoffenheit zu profitieren, um seit den 80er Jahren seine jungen Erfahrungen und seine Begeisterung für den ökologischen Landbau im Weingut nach und nach umsetzen zu können. Der war und ist für Rémy keine ideologisch eingezwängte Schmalspurbahn. Er orientiert seine ökologische Ausrichtung nach wie vor an jahrhundertealten überlieferten Weinbautraditionen und bewährten Regeln der Vorfahren, die es gewohnt waren, Weinbau gemeinsam mit der Natur zu betreiben, nicht gegen sie. Remy sieht sich als Bauer und Handwerker, der im Kleinen dazu beitragen möchte, die Schätze der Natur in seiner Umgebung zu bewahren und zu genießen, und der damit im Großen einen beachtlichen und bewunderungswerten Anteil an der Rettung unseres Planeten hat.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die ökologischen Ambitionen von Remy begannen in kleinsten Dimensionen wie der Einbringung von Nützlingen in den Weinberg. Es ging weiter mit der Umstellung auf einen biologischen Pflanzenschutz und dem Verzicht auf chemische Keulen. 2007 erfolgte die Zertifizierung des ökologischen Landbaues, 2010 die vollständige Umstellung auf biodynamischen Weinbau. Seit 2023 darf die Domaine Gresser sich und ihre Weine mit dem begehrten und anspruchsvollen Demeter-Label schmücken.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Weinberg geht es Familie Gresser darum, die Vitalität der Rebe zu stärken und zu erhalten. Sie soll sich wohlfühlen und ungestört wachsen. Ganz konkret wird der Maschineneinsatz und damit die Bodenverdichtung reduziert, bestehende Bewässerungshilfen wie Mauern und natürliche Zuflüsse werden erhalten, die Tierwelt wird geschützt, die Bodenbiodiversität gepflegt und die Grasbedeckung gefördert, um Wasserkonkurrenz mit den Reben zu vermeiden. Das alles kann aber nur erfolgreich sein, wenn das gesamte Ökosystem um die Rebe herum im Weinberg resilent, also widerstandsfähig und anpassungsfähig gemacht wird, zumal sich der Wettbewerb um Wasser durch die Klimaveränderung verschärft – nicht nur für die Menschheit, sondern erst recht für die Natur. Es gilt, das organische Leben um den Rebstock herum zu animieren, die Rebarbeit zu unterstützen und nicht zu sabotieren. Das bedeutet nicht nur gute Käfer gegen böse Käfer, sondern auch förderliche Flora gegen destruktive Flora. Man muss sich das der Natur innewohnende Streben nach Gleichgewicht mit ihren eigenen Methoden zu Nutze machen und es nicht mit alchemistischen Brutalitäten zerstören. Schließlich weiß doch jeder Gärtner, dass gegen Unkraut Umgraben hilft, wodurch die Unkräuter der Humusproduktion zugeführt werden. Obendrein wird der Boden auflockert, was wiederum die Infiltration des Wassers fördert. Anders als im Gartenbau ist Unkraut – solange es dem Rebstock nicht das Wasser wegschnappt – im Weinberg in Maßen durchaus willkommen, weil es untergegraben der Humusversorgung der Rebe dient. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Rémy Gresser respektiert auch die Richtung des biodynamischen Weinbaues, die sich am Einfluss der Sterne orientiert und richtet Pflanzung, Anbau und Weinbereitung am Mondkalender aus. In gewisser Weise ist ja nicht nur jede Wurzel der Sensor irdischer Energien, sondern jedes Rebblatt ein Sensor für himmlische und solare Energien.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller werden einheimische Hefen eingesetzt, im Katalog der unzähligen Hilfsstoffe wird nur selten geblättert, der Wasserverbrauch wird kontrolliert. Alle Vorgänge sind darauf ausgerichtet, die Eigenschaften der Trauben und ihren sensorischen Reichtum authentisch in die Flasche zu bringen. Bei der Abfüllung werden aus überzeugter Umweltverbundenheit Korkverschlüsse eingesetzt, um den Korkeichen einen Lebensraum zu bieten und dazu beizutragen, die Wälder rund um das Mittelmeer zu erhalten und Brände einzudämmen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut bewirtschaftet gut 11 Hektar Rebfläche in der Umgebung von Andlau und Eichhoffen. Die Weinberge liegen in den Grand Cru d’Alsace-Lagen Kastelberg Wiebelsberg und Moenchberg und in den Cru d’Alsace-Lagen Brandhof, Duttenberg, Saint-André, Kritt und Clos de l'Ourse.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Auswahl der Sorten für die Bestockung der Flächen ist insbesondere an den Selektionsexperimenten und Erfahrungen früherer Generationen ausgerichtet, vor allem aber an der subtilen Erkundung der Bodenverhältnisse und den bekannten Eigenschaften der Rebsorten: Zum einen brauchen Reben für ihr Wachstum viel Humus, zum anderen ist der Wasserhaushalt entscheidend. An den flachwurzelnden Sorten rauscht das Regenwasser über 18 bis 24 Monate in die Tiefe und spendiert ihnen wenig Mineralik, es sei denn es wird von einem lehm- oder tonhaltigen Boden zurückgehalten und lässt die Wurzeln in einer steinigen Oberschicht tanken. Rebsorten mit tiefen Wurzeln laben sich sozusagen meterlang am Wasser, das durch rissiges Gestein wie Schiefer oder brüchiges wie Sandstein über zehn bis dreißig Meter an ihnen vorbeifließt und sie unablässig mit Mineralsalzen versorgt. Hinzu kommt, dass das Wasser immer auch die für die Entwicklung der Reben wichtigen organischen Substanzen mittransportiert. Die individuellen Unterschiede in den Bodenstrukturen machen die Weine entweder leichtfüßig und luftig oder komplex und texturreich. Dass der Wein die Eigenschaften des Bodens und des Gesteins nahezu unveränderbar abbildet, ist neben Lage und Ökosystem eine wesentliche Grundlage für die ewige Signatur des Terroirs. Deshalb war es für Familie Gresser seit Generationen wichtig, in jedem Weinberg die zum Terroir passende Rebsorte anzupflanzen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hinzukommt, dass die Böden im Andlautal eine einzigartige Gesteinsvielfalt aufweisen, weil hier eine geologische Bruchlinie verläuft. Das reicht von Sand, Kies, Ton und Lehm über Muschelkalk und Kalk bis zu Buntsandstein und Schiefer. Das Elsass ist zudem die einzige französische Weinbauregion mit kontinentalem Klima, mit vier ausgeprägten Jahreszeiten unter dem Schutz durch die Vogesen. Die Sommer sind sehr warm und durchweg sonnig, die Winter sind sehr kalt mit häufigen Frosttagen. All das begünstigt Rebsorten mit sehr dicker Schale und damit starkem Aromapotenzial.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Angebaut werden in der Domaine Gresser zu etwa 45 % Riesling, dann folgen Gewürztraminer, Pinot Blanc Pinot Gris, Sylvaner und Muskateller. Als rote Rebsorte ist Pinot Noir angepflanzt. Ohne sich in Linien festzulegen, macht Rémy Gresser daraus verschiedene Richtungen Rebsortenweine aus Einzellagen – trocken, fein und fruchtig die einen, reichhaltig, opulent und großzügig die anderen, seidig und süß die seltenen Spätlesen und die außergewöhnlichen Auslesen. Dazu gibt es einen Orange Wine und einen Amphorenwein. Selbstverständlich werden auch die für die Region typischen Vendanges Tardives (Spätlesen) und Sélections de Grains Nobles (eine Art Beerenauslese) angeboten. Zwei Crémant d'Alsace und zwei Eaux de vie (Brände) runden das Sortiment ab. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Andlautal&lt;br/&gt;Das mittelalterliche Städtchen Andlau südwestlich von Straßburg erstreckt sich am Fuß der Vogesen zwischen dem Odilienberg und der Hohkönigsburg und hat rund 1.800 Einwohner. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bekannt ist Andlau vor allem durch die Klosterabtei, die 880 von Kaiserin Richard gegründet wurde. Der Legende nach zeigte ihr ein Bär den richtigen Platz dafür. Deshalb steht in der Krypta aus dem Jahr 1045 eine Bärenskulptur. Die Krypta wurde im Elsass aufgrund der dem Bären nachgesagten heiligen Kräfte der wichtigste Wallfahrtsort zur Jungfrau Maria. Das Bild des Bären findet man auch im Stadtwappen, dazu sind mehrere Bärenskulpturen in Andlau zu sehen, etwa der Bär aus rosa Sandstein vor der Abteikirche oder in der Gruppe am gotischen Springbrunnen nahe dem Rathaus. Die Statue des Bären mit Trauben ist ein Werk von Graf Roland von Andlau, das der Stadt von der Bruderschaft der Hospitaliter von Andlau gestiftet wurde, deren Gründungsgroßkanzler Remy Gresser ist. Sein Vater André war Mitglied des Großen Rates der Bruderschaft im Rang eines Kapitelbruders. Was den Bären angeht, so spielte er als Symbol schon vor der Christianisierung eine Hauptrolle in der Gegend von Andlau, weil hier eine keltische Kultstätte der Bärengöttin Artio geweiht war. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Klosterabtei lebte sich dann durch das Mittelalter bis 1499 der Benediktinerinnenstift in ein reines Damenstift umgewandelt und Ende des 18. Jahrhunderts wie fast alle Klöster im Zuge der französischen Revolution aufgelöst wurde. Heute bietet Andlau mit der Abteikirche Sainte Richarde, der Burg Spesbourg und der Burg Haut-Andlau ein bedeutendes kulturelles Erbe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Geschichte von Andlau ist eng mit dem Weinbau verbunden: Die weltlichen Herrscher erließen schon im frühen Mittelalter strenge Vorschriften für die Herstellung des reinen Weins, wie die in Stein gemeißelte “Versuchung des Winzers“ über dem Portal der Abteikirche zeigt: Während ein Winzer versucht, seinen Wein zu verwässern, sitzt der Teufel auf dem Fass und hält ihm das Seil um den Hals. Einer der großen Söhne von Andlau hatte auch mit Wein zu tun: Der Militärarzt Dr. Jean-Louis Stoltz wandelte sich zum Ampelographen, also Experten für Reben, und gab 1840 im berühmten Brief an die Winzer wichtige Ratschläge zur Bedeutung der Beziehungen zwischen Terroir und Rebsorte. Kein Winzer hat es seither bereut, den Rat im Bereich der Grands Terroirs befolgt zu haben, schließlich kann ein Ampelograph immer darauf verweisen, dass nach der griechischen Mythologie Ampelos der Gott des Weins ist. 1852 veröffentlichte Dr. Stolz übrigens ein Nachschlagewerk zur Ampelographie und zu den Terroirs des Rheintals.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Weine von der Domaine Gresser verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Duttenberg Riesling Terroir de Marnes&lt;br/&gt;Die Riesling-Parzellen in der Cru d’Alsace-Lage Duttenberg liegen zwischen Andlau und Eichhoffen in einer nach Osten ausgerichteten bogenförmigen Hanglage, die sich nordwestlich an die Grand Cru d’Alsace-Lage Moenchsberg anschließt. Hier stehen bis zu 35 Jahre alte Riesling-Rebstöcke auf Böden mit hohem Mergelanteil aus Kalk und Ton. Die Trauben wurden Anfang September mit voller physiologischer Reife per Hand geerntet. Im Keller erfolgte eine 36stündige Kaltmazeration, bevor mit einheimischen Hefen vergoren wurde. Der Wein reifte auf der Feinhefe in Eichenfässern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit der vibrierenden Rassigkeit des Rieslings, seiner reifen Verspieltheit, seiner brillanten Frucht, seiner klaren Transparenz, seiner kühlen, markanten Mineralität und seiner einzigartigen Frische gehört dieser harmonische Wein zu den ganz großen Einstiegsweinen im Hause Gresser. Er verbreitet zarte Aromen von grünen Äpfeln, Aprikose und Zitrus mit den herkunftstypischen Düften von steiniger Mineralität. Dazu schweben Anmutungen von weißen Blüten aus dem hellgelb ausgeleuchteten Glas. Der Wein verwöhnt den Gaumen mit seinem konzentrierten Fruchtspiel von Limetten, Birnen, Grapefruit und einem süßlichen Hauch weißer Pfirsiche. Die lebendige Säure und die deutliche und ganz leicht salzige Mineralik begleiten den Wein in einen frischen, saftigen und anhaltenden Abgang. Ein klarer und präziser, fast puristischer trockener Riesling, der mit einem energischen Spannungsbogen sein Terroir vorzeigt und immer wieder zu neuen Geschmackerlebnissen herausfordert. Erfreuen Sie sich und diesen elsässischen Riesling einmal sehr extravagant mit meersalzgewürzten Backkartoffeln mit Speck und kross gebratenen Streifen von Schweinebauch. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Saint-André Pinot Blanc Terroir de Schistes de Ville&lt;br/&gt;Die etwa 23 Jahre alten Rebstöcke in der nach Osten ausgerichteten Lage Saint-André stehen auf Böden mit Schiefer und Kalkstein. Geerntet wurde im September per Hand. Die Vinifikation ähnelt der des soeben vorgestellten Duttenberg-Rieslings. Der Wein wurde assembliert aus Auxerrois und Weißburgunder. Er vereint damit die gehaltvolle Aromatik des Auxerrois wunderbar mit der Eleganz und Frische des Weißburgunders. Namensgeber der Rebsorte Auxerrois ist übrigens die ehemalige Grafschaft Auxerrois zwischen Nordburgund und der Champagne.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase drängelt sich die Cuvée nicht mit Explosivstoffen, sondern offeriert vornehm dosiert feine Nuancen von frischen Birnen, Quitten, Ananas, Mangos und einigen Zitrusfrüchten. Hinzu kommt ein interessanter vegetabiler und leicht rauchiger Touch. Im Geschmack kommt zu dem fruchtigen Aromenspektrum eine würzige, nussige Note mit etwas Holunder und Mandeln hinzu. Der Wein wirkt dank der gezügelten Säure weich und geschmeidig und bringt neben einer charakterstarken spritzigen Mineralität im Finish auch einigen Schmelz mit. Es ist ein filigraner und spannend komplexer trockener Wein, der perfekt ausbalanciert ist. Begleiten Sie mit ihm ein Kalbfleischragout, er hält aber auch locker ein Steinpilzgericht in Sahnesauce aus. Völlig risikofrei brilliert er zu weißem Spargel mit Kartoffel-Drillingen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Duttenberg Sylvaner Terroir de Marnes&lt;br/&gt;Die Sylvaner Reben wachsen in der Cru d’Alsace-Lage Duttenberg in einer nach Osten ausgerichteten Hanglage mit Mergel-Böden. Dieser tonhaltige Kalkstein hält das Wasser und lässt den Rebwurzeln viel Zeit, um sich an den Mineralsalzen zu bedienen. Die Handlese erfolgte im Oktober. Nach der Kaltmazeration der Trauben wurde der Most mit einheimischen Hefen vergoren, der Wein reifte auf der Feinhefe im Eichenfass.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Duttenberg Sylvaner funkelt im Glas in einem hellen Strohgelb mit grünlich schimmernden Rändern. Nicht stürmisch, aber intensiv offeriert er sein Frucht-Bukett von grünen Äpfeln, Limetten, grünen Kiwis und reifen Birnen, dazu einen Hauch Pfirsich und weiße Blüten. Am Gaumen korrespondiert die saftige Fruchtigkeit harmonisch mit der resoluten, gut passenden Mineralik. Zu den Aromafrüchten kommen sanfte Töne von Melone und Ananas hinzu nebst einer Andeutung von Honig und Nüssen. Die pikante, aber milde Säure, baut einen faszinierenden Spannungsbogen zum konzentrierten Körper auf. Sie trägt die intensive mineralische Frische in den herrlich cremigen Abgang und sorgt – bei aller Komplexität – für einen unvergleichlichen saftigen Schwung. Ein universeller und doch eleganter trockener Trinkwein auf hohem Niveau, der allerlei Leckereien aus der Küche eskortieren kann– zum Beispiel einen Elsässer Flammkuchen, ein Perlhuhn aus dem Rohr oder kurz gebratene Jakobsmuscheln.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Kastelberg Riesling AOC Alsace Grand Cru Terroir de Schistes de Steige&lt;br/&gt;Am nördlichen Ortsrand von Andlau liegt der Kastelberg, wo auf der steil abfallenden Südseite in 240 bis 300 m Höhe die bis zu 40 Jahre alten Riesling-Reben von Familie Gresser stehen und nach Süden blicken. Der Boden besteht aus bis 35 Meter in die Tiefe reichendem Steiger-Schiefer, das ist eine seltene, vulkanisch kristallisierte Tonschieferart. Er erstreckt sich südlich der Vogesen als etwa 11 Kilometer breites Band und schlängelt sich hinter Hohwald vom Kamm in das Andlautal hinab. Die Schichten des Steiger-Schiefers sind hier von Granitgestein begrenzt. Das ist im Elsass ein einzigartiges Grand Cru-Terroir, wobei der Kastelberg mit insgesamt weniger als 6 Hektar Rebfläche eine der kleinsten Grand Cru Lagen ist. Die Mitte September mit hoher physiologischer Reife handgelesenen Trauben wurden kaltmazeriert und der Most mit einheimischen Hefen vergoren; der Wein reifte auf der Feinhefe im Eichenholz. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir erduften Äpfel, weiße Pfirsiche und junge gelbe Pflaumen mit der im Riesling allgegenwärtigen Zitrusnote, alles in einem schönen mineralischen Rahmen. Mit zunehmender Öffnung kommen einige Kräuter und leichte vegetabile Anklänge und eine winzige Petrolnote hinzu, während sich die Mineralik auf einen deutlichen Touch von Schiefergestein fokussiert. Schon in der Nase imponieren sowohl die klare und präzise Reinheit und Transparenz als auch die überraschende Komplexität. Der Mund füllt sich mit herrlichen reifen Pfirsichen, diesmal eher Typ Weinbergpfirsich. Dazu tauchen eine Zitrusfruchtigkeit mit Grapefruitbetonung und eine Apfelnote auf zusammen mit floralen Richtungen. Allgegenwärtig ist auch am Gaumen die einzigartige mineralische Begleitung vom Schiefer. Eine quicklebendige Säure hält die seidige Fruchtsüße des Rieslings ordentlich in Schach. Ein körperreicher, energiegeladener und gradliniger Wein, der mit seiner tragenden, modern salzigen Mineralität auch im langen Abgang nachhaltige Saftigkeit und Frische vermittelt. Das ist die ultimative und hochelegante Eskorte für eine Heilbutt-Tarte mit Basilikumdip oder für einen Hummercocktail auf Orangen-Chicoréesalat.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Moenchberg Gewürztraminer AOC Alsace Grand Cru Terroir de Grès du Mont-Sainte-Odile&lt;br/&gt;Die Grand Cru-Lage Moenchberg erstreckt sich bogenförmig vom Brandhof zwischen der Gemeinde Andlau und Eichhoffen. Die mit Gewürztraminer bestockten und in Südrichtung blickenden Parzellen von Remy Gresser liegen in dem Bereich, wo der Boden überwiegend aus fossilem Sandstein, genannt Grès du Mont-Sainte-Odile, besteht. Im September wurde manuell gelesen, nach Kaltmazeration und Vergärung auf einheimischen Hefen erfolgte der Ausbau des Weins auf der Feinhefe in Eichenfässern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir haben einen halbtrockenen Wein im Glas, was perfekt zur Rebsorte passt. Einen Gewürztraminer zu bestocken ist auch im Elsass, wo er eine lange Tradition hat, ein spannendes Abenteuer, das Mut und Hartnäckigkeit erfordert, aber auch den Lohn der Angst bringt. Die Rebsorte ist äußerst zickig, was den Boden und die Verrieselungsneigung angeht, deshalb schwanken die Erträge in den Jahrgängen sehr stark. Oftmals ist das „bisschen“, was dann am Stock hängt, ein Öchsleknaller, wenn spät geerntet wird. Jedenfalls eignen sich die Gewürztraminer Reben immer dazu, einen hochwertigen Wein auszubauen, auch im halbtrockenen Bereich. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Kaum ist der Moenchberg Gewürztraminer goldgelb im Glas, schon entfalten sich die Aromen: Ein großer Strauß leicht süßlicher Gewürze aus der orientalischen Küche, dazu ein Korb heimischer und exotischer Früchte mit Aprikosen, Litschis und Maracujas. Wir erahnen auch Rosen und Veilchen nebst einem Hauch Bittermandeln. Alles kommt distinguiert in die Nase, niemand drängelt vor oder trumpft unangemessen auf. Das Aromengemälde setzt sich am Gaumen fort, ohne auch hier aufdringlich zu werden. Der Wein ist konzentriert und rein-fruchtig, aber auf keinen Fall marmeladig oder übersatt. Alles ist gut austariert und mit Finesse eingebunden in den starken mineralischen Rahmen und eine sortentypisch eher milde Säure. Mit nachhaltiger aromatischer Intensität tritt er sanftmütig ab, getragen von einer schönen Würze und einer feinen Fruchtigkeit. Ein kraftvoller, körperreicher und lupenreiner Gewürztraminer mit höchster Eleganz. Er macht sich gut als einschmeichelnder Aperitif oder zu einem thailändisch gewürzten Hähnchenbrustfilet. Er ist aber auch eine einwandfreie, klassische Eskorte für einen Red Snapper in Kokos-Mango-Soße oder einen uralten holländischen Kumin-Gouda.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2017 Wiebelsberg Pinot Gris AOC Alsace Grand Cru&lt;br/&gt;Der Wiebelsberg nördlich von Andlau ist einer der prestigeträchtigsten Grand Cru-Weinberge mit rund 12 Hektar Rebfläche. Der Boden ist durchsetzt von rosa Vogesen-Sandstein und Quarz. Er lässt die Reben tief wurzeln, so dass sie sich während des Wachstums auch vertikal mit organischen Substanzen versorgen und reichlich Mineralsalze aufnehmen können. Rémy Gresser ist übrigens der Einzige, der die nach Süden ausgerichteten Parzellen im Wiebelsberg mit Pinot Gris bestockt hat, weil er in diesem Terroir eine ideale Umgebung sieht, um charaktervolle, tiefgründige Weine dieser Rebsorte zu ermöglichen. Im Keller wurde mit Kaltmazeration und Reifung auf der Feinhefe im Eichenholz gearbeitet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase tummeln sich in einem intensiven und komplexen Aromenspektrum reife gelbe Birnen und Äpfel, Honigmelonen, einige Gewürze und sogar ein Hauch von Mandeln und getrockneten Feigen. Wir schmecken komplexe Aromen von exotischen Früchten wie Ananas, Passionsfrucht, Papaya und etwas Mango, dazu eine feine süßliche bis leicht rauchige Würze und einen vegetabilen Touch von Akazien. Eingebettet sind die Geschmacksaromen in die deutliche terroirbetonte Mineralik und in eine angemessene Säure, die einen langen schmelzigen, reichhaltigen und frisch-fruchtigen Abgang eskortieren. Ein eleganter, vollmundiger und tiefgründiger Pinot Gris, der dank der terroirbezogenen und qualitätsbetonten Vinifizierung eine ganz individuelle Richtung einschlägt und ein enormes Lagerpotenzial für weitere Jahre mitbringt. Das ist der flüssige Berater im entspannten Gespräch, er steht aber auch richtig auf dem Tisch für ein elsässisches Choucroute oder eine herbstliche Pfifferlingspfanne.</description>
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      <title>Weinlandschaft Roussillon: Hochwertige Terroirweine und legendäre Süßweine entdecken&#13;</title>
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      <pubDate>Fri, 27 Jun 2025 14:38:20 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/6/27_Weinlandschaft_Roussillon__Hochwertige_Terroirweine_und_legendare_Suweine_entdecken_files/xVignoblesCaramany_1civr.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object004_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Das Roussillon liegt ganz im Süden der Region Languedoc-Roussillon im Departement Pyrénées-Orientales mit der Hauptstadt Perpignan. Die Landschaft erstreckt sich wie ein Amphitheater: Sie ist von drei Bergmassiven umgeben – im Norden die Corbières und im Westen die Pyrenäen mit dem Mont Canigou und den Albères im Süden – im Osten ist sie offen zum Mittelmeer. Der kulturelle Reichtum, die historischen Sehenswürdigkeiten und die hochinteressanten und bisher viel zu wenig entdeckten Weine machen diese südfranzösische Region zu einem verlockenden Genuss- und Urlaubsziel.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Roussillon hat sich vor allem in den letzten Jahren zu einem der interessantesten Weinanbaugebiete Frankreichs entwickelt – auch wenn es nicht zu den weltberühmten Zentren des französischen Weinanbaus zählt. Über die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen des Roussillon sind mit Reben bepflanzt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weinlagen erfreuen sich eines besonders milden Klimas. Mit mehr als 2.500 Stunden Sonneneinstrahlung gegenüber 1.550 im Rheingau zählt das Departement zu den trockensten und sonnenreichsten Gegenden Frankreichs. Die kurzen, aber heftigen Herbst- und Frühjahrsregen gestatten es der Natur, einen großen Teil der Wasserreserven des Bodens anzulegen. Die in den Tiefen verankerten Reben zehren während des ganzen Sommers davon. Doch inzwischen hat auch der Klimawandel die Region erreicht und stellt viele Winzer vor Probleme oder erfüllt sie zumindest mit Sorge. Zufrieden sind sie jedenfalls mit den häufigen Winden, die die Reben vor etlichen Krankheiten schützen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Roussillon zeichnet sich durch die große Vielfalt seiner Böden aus: Man findet Kalk, Ton und Schluff, Schiefer, Gneis, Kiesel, Sandstein, Granit, Sand, Molasse, schiefriger Mergel aus der Kreidezeit oder aus Kolluvialablagerungen und Schwemmlandböden. Das unterschiedliche Terrain sorgt für ein breites Spektrum an Rebsorten und Geschmacksnoten. Viel der Weinberge liegen an den Flusstälern und sind terrassiert. Es gibt aber auch extreme Berghänge mit bis zu 80% Steigung in bis zu 750 m Höhe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Pyrénées-Orientales belegen den neunten Rang unter den weinproduzierenden Departements Frankreichs. Hier werden mit rund 330.00 Hektolitern etwa 1% des nationalen Produktionsvolumens hergestellt. Mindestens 75% der natürlichen Süßweine Frankreichs stammen aus dieser Region. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon während des Mittelalters machten die Weine aus dem Roussillon, die hier die Griechen und Römer installiert hatten, sich einen Namen. Eine wahre Blütezeit fand zwischen 1747 und 1882 statt, wobei damals ein Teil der Weinstöcke durch die Reblaus zerstört wurde. Im letzten Jahrhundert wurden im Roussillon die Weichen gestellt für hochwertige Qualitätsweine. Ab 1930 begann die Klassifizierung der Rot-, Weiß- und Roséweine: Es wurden die AOC (geprüfte und kontrollierte Herkunftsbezeichnung) Rivesaltes, Banyuls und Maury, Muscat de Rivesaltes, Banyuls Grand Cru, Collioure sowie 1977 Côtes du Roussillon und Côtes du Roussillon Villages verliehen. Seitdem hat sich die Qualität unaufhörlich verbessert und die Qualitätsregeln wurden verschärft. Entsprechend den europäischen Richtlinien wurden die AOC-Bezeichnungen in AOP (Appellation d'Origine Protégée = geschützte Appellationen) und die Vins de Pays/Landweine in IGP (Indication Géographique Protégée = geschützte geografische Angabe) geändert. Inzwischen sind die AOP-Siegel von den europäischen Gütesiegeln PDO und PGI überlagert, was noch immer zu ziemlicher Verwirrung beiträgt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auf der Rebfläche von rund 18.000 Hektar werden zu 57% Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung (PDO/PGI) hergestellt. Es gibt 16 solcher Gebiete, davon 5 mit den berühmten Süßweinen Vin Doux Naturels, die etwa 24% der Gesamtproduktion ausmachen. 24 verschiedene Rebsorten werden angebaut, davon sind allein 17 noch von den AOP-Disziplinaren erfasst. 69% der trockenen PDO-Weine und 43% der trockenen PGI-Weine sind rot. Im Rousssillon werden insbesondere folgende rote Sorten angebaut: Grenache noir, Grenache gris, Carignan noir, Lladoner Pelut, Mourvèdre und Syrah. Bei den weißen Rebsorten sind es Grenache blanc, Grenache gris, Macabeu, Malvoisie du Roussillon, Marsanne, Viognier, Muscat à petit grains, Muscatd‘Alexandrie und Carignan blanc. Bemerkenswert ist es angesichts der zunehmenden Nachfrage nach Rosé-Weinen, dass im Roussillon 25% der PDO und 29% der IGP-Weine rosé sind. Die meisten Weine im Roussillon sind übrigens Cuvées aus mindestens drei Rebsorten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Roussillon erfolgt der Weinanbau hauptsächlich in Familienbetrieben. Es gibt knapp 2.000 Winzer in über 366 privaten Weingütern. Die Betriebe sind mit 10 Hektar im Durchschnitt eher klein, 90% werden von den Besitzern selbst bewirtschaftet. Heute besitzt praktisch jeder größere Weinort auch eine Genossenschaftskellerei, von denen es 24 gibt und viele als Erzeugergemeinschaft organisiert sind. Das Roussillon steht in Frankreich an der Spitze der Produktion von Weinen aus biologischem und biodynamischem Weinbau: 32% der Weinberge werden entsprechend bewirtschaftet, die 40% der Weine als Bio liefern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die wohl berühmtesten Weine des Roussillon sind die einzigartigen Vins Doux Naturels. Sofern die Rebstöcke der Hitze gesundes Lesegut abringen können, lassen sich aus den fruchtzuckerstarken Trauben hervorragende Süßweine herstellen, während die Produktion trockener Weine zunehmend außerordentliche Eingriffe erfordert. Viele Winzer des Roussillon haben erkannt, dass sie ihre Vins Doux Naturels den Weinfreunden offensiv herausstellen müssen. In welcher Weinregion kann sich das Marketing schon auf ein solches Alleinstellungsmerkmal wie im Roussillon stützen? &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Immerhin hat man im letzten Jahr 24% der gesamten Traubenernte als Vins Doux Naturels in der PDO-Stufe ausgebaut und 17% als Vins Doux Naturels in der PDO-Stufe abgefüllt. Es gibt die drei PDOs Rivesaltes – 22% der Gesamtproduktion von 54.000 Hektolitern –, Maury (3%) und Muscat de Rivesaltes (75%). Für die Vins Doux Naturels sind acht Rebsorten zugelassen: Grenache blanc, Grenache gris, Macabeo, Malvoisie du Roussillon, Muscat d’Alexandrie, Muscat Petits Grains und die roten Grenache noir und Carignan noir.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Herstellung der Vins Doux Naturels ähnelt der des Portweins und ist doch wieder ganz anders: Während des alkoholischen Gärprozesses fügt der Winzer dem Most oder der Maische, die selbst mindestens 14,5 Volumenprozent Alkohol mitbringen müssen, 96prozentigen Weinalkohol in einem Verhältnis von 5 bis 10% des Traubenmostvolumens zu. Diese Operation, die sogenannte Mutage, stoppt die Wirkung der Hefen, bevor sie den ganzen Zucker in Alkohol umwandeln können. So behalten die Natürlichen Süßweine einen Teil der in der Frucht enthaltenen natürlichen Süße. Bei den Muscats wendet man manchmal die Hülsenmaischung an. Die Reben werden entrappt, leicht gemahlen und mit etwas Schwefelung oder unter Schutzgas bei niedriger Temperatur zwischen 5 und 24 Stunden in Kontakt mit der Beerenhaut und den Kernen gelassen. Diese Methode erlaubt eine bessere Extraktion der unter der Haut enthaltenen Aromen. Ansonsten erfolgt die Mutage auf dem Tresterhut, um konzentrierte Weine zu erhalten. Die darauffolgende alkoholische Gärung erlaubt es, das Extraktionsvermögen des Alkohols zwei bis drei Wochen voll zu nutzen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Reifung der Vins Doux Naturels findet bei den Rivesaltes und Maury Grenache, den Rivesaltes Rosé und den Maury blanc reduktiv statt, also unter Vermeidung von Sauerstoffkontakt (Oxidation). Die übrigen Rivesaltes, Maury Amber und Tawny werden mit Luftkontakt oxidativ in Holzfässern, Tanks oder Flaschen ausgebaut – zwischen 24 Monaten und mehr als 20 Jahren, je nach Art des gewünschten Weins. So erlangen sie im Lauf der Zeit ihr volles Bukett. Man nimmt hier große Fässer ab 1000 l, Demi-Muids mit 650 l oder Barriques. Gelegentlich werden die Weine in dicken Glasflaschen oder Demi-Muids an der freien Luft gelagert und so den Temperaturschwankungen und der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, die den «Alterungs»-Prozess beschleunigen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;                                                    ➭  &lt;a href=&quot;http://www.info-roussillonweine.de/&quot;&gt;mehr Infos&lt;/a&gt; über&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;http://www.info-roussillonweine.de/&quot;&gt;Weine aus dem Roussillon&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir stellen aus dem Roussillon drei Weingüter vor:&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;Eintrage/2025/6/20_Die_Domaine_Paul_Meunier_Centernach_im_sudwestfranzosischen_Roussillon__finessenreiche,_biologische_Spitzenweine_mit_der_perfekten_Komposition_aus_Terroir_und_Rebsorte.html&quot;&gt;➭  zur Domaine Paul Meunier&lt;/a&gt; &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;Eintrage/2025/6/26_Die_Domaine_Fontanel_in_Maury_im_sudwestfranzosischen_Roussillon__Mit_Liebe,_Mut_und_Leidenschaft_zu_besten_Bio-Weinen.html&quot;&gt;➭  zur Domaine Fontanel &lt;/a&gt;  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;Eintrage/2025/6/25_Das_Weingut_Mas_Janeil_im_sudwestfranzosischen_Roussillon__hochwertige_Weine_mit_Tradition,_Innovation_und_solidem_Handwerk.html&quot;&gt;➭  zur Domaine Mas Janeil&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Außerdem konnten wir vier Weine der Domaine La Toupie und einen Wein der Domaine la Casenove verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;DOMAINE LA TOUPIE&lt;br/&gt;Am Fuße des Canigou an den Ausläufern der östlichen Pyrenäen liegt im Vallée de l'Agly, etwa 25 km von Perpignan entfernt, die Domaine la Toupie. Wir sind hier im katalanischen Teil des Roussillons. Nicht weit von der Domaine liegen die Katharerburg Quéribus mit Blick auf das Tal und acht Minuten nördlich davon Dorf Cucugnan mit seiner von Alphonse Daudet verewigten Mühle.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Agraringenieur und Önologe Jérôme Collas hat das Weingut 2012 aus Leidenschaft zu seinem Handwerk und aus Begeisterung für die Region gegründet: Nach Beendigung seines Studiums kaufte er einige alte Weinparzellen um den Ort Maury und begann eine Erfolgsgeschichte, die ihn inzwischen mit höchstem Lob der Fachpresse und zahlreichen Auszeichnungen würdigt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Man kommt allerdings nicht so leicht darauf, dass der Name der Domaine Programm und Verheißung zugleich ist: La Toupie ist ein Familienerbstück, das vom Vater an den Sohn weitergegeben wurde. Es ist ein Gyroskop, ein zwischen zwei Lagern aufgehängter Kreisel aus Metall, der in schnelle Drehbewegung versetzt werden kann und immer im Gleichgewicht bleibt – welch Allegorie zu den Jahreszeiten im Weinberg und vor allem zum Wein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Heute gehören zur Domaine über 12 Hektar Rebfläche mit über 50 Jahre alten Rebstöcke im Gebiet Fenouillèdes, rund um das Dorf Maury. Dabei sind auch etliche, in Zeiten des Klimawandels sehr begehrte Nordhanglagen, die für Frische und Eleganz im Wein sorgen, während die Weine von in südliche Richtungen blickenden Reben sich eher mit Dichte und Kraft präsentieren. Das Terrain wird beherrscht von Kalkstein- und Kieselstein-, Schiefer- und Schiefermergelböden. Wie in weiten Teilen des Roussillons reduziert der trockene Nordwind Tramontana den Krankheitsdruck im Weinberg deutlich. Angebaut werden in den Appellationen AOP Côtes du Roussillon, Côtes du Roussillon Villages und Maury traditionelle Rebsorten wie Grenache, Carignan und Macabeu sowie Syrah und Mourvèdre.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Weinberg setzt man auf nachhaltige Anbaumethoden, im Keller auf schonende Verarbeitung der Trauben. Hier vereinen sich Tradition und Innovation, wobei immer der Respekt vor dem Terroir im Vordergrund steht, damit es ebenso wie das Handwerk des Winzers in jeder Flasche erlebbar und genießbar ist. Alle Trauben werden morgens in der Kühle des Tages von Hand gelesen und weitgehend getrennt nach Parzellen vinifiziert. Die Assemblage der Cuvées erfolgt erst am Tag vor der Abfüllung.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sie können auf der Domaine La Toupie in Maury sogar Urlaub machen und eines der drei Gästezimmer als Chambres d'hôtes buchen. Es ist ein Erlebnis, bei dem man auf dem Weingut entspannen und die einzigartige Naturkulisse und Schönheit der Region erkunden kann – die Galamus-Schluchten in Saint Paul de Fenouillet, das Prähistorische Museum in Tautave, die Verdouble-Schluchten oder der Tierpark Ecozonia sind nur einige der Höhepunkte. Und die Strände des Mittelmeers sind weniger als 45 Minuten entfernt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Domaine La Toupie wird seit langem von der Fachpresse hochgelobt und mit Auszeichnungen überhäuft, die keine Zweifel lassen, dass die Weine zu den Besten gehören, die im Roussillon hergestellt werden. Es sind Weine von höchster Qualität und Authentizität. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten vier Weine der Domaine La Toupie verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Fine Fleur Côte du Roussillon&lt;br/&gt;Wir haben eine weiße Cuvée im Glas aus Grenache Gris (45%) und Grenache Blanc (45%), dazu etwas Macabeu (10%). Die Reben sind teilweise über 50 Jahre alt. Die Rebsorten kommen von Böden mit Kalksteinkiesel, Schiefermergel und Schwarzschiefer. Die Trauben wurden in der Kühle der Morgenstunden von Hand gelesen und schnell zum Keltern in die Kellerei transportiert. Die Gärung startete im Edelstahl bei niedrigen Temperaturen. Nach einigen Tagen wurde der Most in französische Eichenfässer umgefüllt und die Gärung fortgesetzt. Er lag danach sechs Monate auf der Feinhefe im Holz.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas schimmert der Wein zwischen grünlichgelb und strohgelb mit silbrigen Reflexen. Er duftet zart und frisch und überaus fruchtig mit Anklängen an Zitrus und Pfirsichen und Birnen, dazu ein Hauch von gebrannten Mandeln und weißen Blüten. Im Mund ist eines klar: ein ganzer Fruchtkorb wird hier geboten, den wir mit jedem Schluck auspacken und dabei unter anderem mehrere Apfelsorten und reife Renekloden entdecken. Erstaunlich harmonisch wirkt das Frucht-Potpourri, nicht süßlich, nicht marmeladig, gerade richtig für einen prinzipiell trockenen Wein. Dazu kommt ein Anklang von Mandeln, Gewürzen und einer gelbweißen Honigmelone. Es ist ein gut strukturierter, spritziger Wein, dessen lebendige Säure für Frische und Jugendlichkeit steht und die zusammen mit der modern salzigen Mineralik einen langen, cremigen Abgang eskortieren. Hier und heute ist er ein edler Genuss zu Ziegenfrischkäse oder zu einem zarten Fisch wie Zander.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Phi rouge AOP Côtes du Rousillon Villages&lt;br/&gt;Phi knüpft an das gleichnamige Symbol an, das unter anderem für den Goldenen Schnitt in der Mathematik steht, das ungefähr dem Teilungsverhältnis 1,618 entspricht. Er wird oft in Kunst, Architektur und Natur beobachtet und als besonders harmonisch empfunden. Da muss man wohl nicht lange rätseln, was die Verwendung dieses Symbols als Bezeichnung für einen Wein bedeuten soll: Mehr Streben nach Harmonie und Ausgewogenheit geht nicht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Bürde das zu liefern, wurde zwei Rebsorten auferlegt: Syrah (70%) und Grenache Noir (30%). Die Reben wachsen an nordöstlich ausgerichteten Hängen unterhalb von Château Quéribus nahe dem Ort Maury. Der Syrah wurde in neuen 400-Liter-Fässern vinifiziert, der Grenache in Betoneiern, sogenannte Flextanks, in denen die Feinhefe durch Konvektionsbewegungen immer wieder aufgewirbelt wird. Der Ausbau erfolgte über 12 Monate in Holzfässern, von denen die Hälfte neu war.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Phi Rouge schimmert im Glas in einem intensiven Rubinrot mit violetten Reflexen. Stetig und nachhaltig entwickeln sich völlig unterschiedliche Aromen von roten und schwarzen Kirschen, von Pflaumen, Brombeeren, von dunklem Tabak, Vanille und vielen geheimnisvollen Gewürzen. Im Mund entfalten sich sogleich Volumen und Körper; die Tannine sind schon jetzt erstaunlich gezähmt und eröffnen einen eleganten Rahmen. Die reichhaltige Fruchtigkeit wird unterstützt von kernigen Kaffee-, Holz- und Kirschtönen mit einer winzigen Prise Muskat. Im Abgang hallt er noch lange nach. Ein fein strukturierter Wein, der eine überraschende Frische verbreitet nicht nur im Mund Harmonie verströmt. Das ist ein Wein, den Sie noch gut und gerne fünf bis zehn Jahre lagern und Jahr für Jahr die Entwicklung seiner Harmonie genießen können. Verwöhnen Sie ihn schon jetzt schon mit einer Lammkeule in einer kräftigen Fleischsoße mit Kartoffelklößen. Und nicht vergessen, ihn zwei bis drei Stunden zuvor zu öffnen – Sie werden staunen, wie der Sauerstoff in dieser Zeit Sanftmut und Aromatik entwickelt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Sur 1 fil rouge Maury sec&lt;br/&gt;Das ist eine Cuvée aus Grenache Noir (70%) von alten Reben plus Syrah (15%) und Mourvèdre (15%). Die Rebstöcke aller Sorten stehen auf magerem Schieferboden in unterschiedlichen Terroirs. Der Grenache an Südhängen nahe dem Dorf Tautavel, Syrah und Mourvèdre dagegen in kühlerem Klima auf den Hügeln oberhalb von Maury und Saint-Paul-de-Fenouillet. Nach vier- bis fünfwöchiger Mazeration erfolgte die Gärung hauptsächlich in temperaturgeregelten Edelstahltanks. Der Wein reifte bis 12 Monate im Edelstahl, der Syrah in vorbelegten französischen Eichenholzfässern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas haben wir einen durch und durch tiefdunklen rubinroten Wein. Anklänge von reifen dunklen Früchten wie Brombeeren, schwarzen Kirschen und dunkelblauen Pflaumen schweben aus dem Glas. Im intensiven Bukett schwingen dazu ein Hauch von schwarzem Pfeffer, etwas Zimt und einige vanillige Röstaromen mit. Man möchte die Nase gar nicht mehr aus dem Glas nehmen. Im Mund branden ein intensiver Körper, schon jetzt gebändigte Tannine, eine zarte Struktur mit einer lebendigen Frische und Eleganz an. Wir schmecken eine herrliche Fruchtigkeit und Würze. Die typisch süßlichen Tannine sind deutlich eingebunden und halten die sanfte Säure auf Abstand. Die Frucht und der Extrakt mit den feinen Kräuteraromen bleiben auch im langen, starken Abgang erhalten, sie lassen uns dem Wein genüsslich nachschmatzen, wobei eine kleine Mineralik noch eine schöne Abrundung bringt. Ein noch junger Wein, dessen Komplexität, Tiefe und Eleganz sich noch weiter entwickeln werden. Der Wein passt hervorragend zu einer schicken traditionellen Rinderroulade oder zu einem exquisiten Entenbraten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Quatuor Côtes du Roussillon Villages&lt;br/&gt;Es ist eine der Leidenschaften, aber auch der Stärke von Jérôme Collas die Eigenart jeder Rebsorte mit den besonderen Ausdrucksmöglichkeiten des Terroirs bis zur Perfektion zu vereinen und zugleich höchste Qualitätsansprüche zu erfüllen. Genau dafür steht dieser Wein. Er verdankt seinen Namen der Assemblage aus vier Rebsorten: Grenache noir, Mourvèdre, Syrah und Carignan. Jede Sorte bringt ein eigenes Terroir in die Cuvée ein, sei es von Südhängen bei Maury oder aus kühleren Höhenlagen nördlich von Saint-Paul-de-Fenouillet. Die Böden reichen von sauren Schieferböden bis zu mediterranen roten Kalkböden mit Kieseln. Die Gärung erfolgte komplett im Edelstahl, der Wein reifte zehn Monate lang zu einem Drittel ebenfalls im Edelstahl, im Übrigen in verschiedenen Holzfässern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein glänzt mit einer gedeckten rubinroten Farbe und blitzt im Glas blauviolett auf. Das Bukett entwickelt sich intensiv und konzentriert aus reifen dunklen Kirschen und schwarzen Beeren wie schwarze Johannisbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren. Wir bemerken auch feine süßliche Gewürznoten wie Zimt und Kardamom, dazu etwas Zedernholz und dunkler Tabak. Die Aromatik ist herrlich komplex und verleitet zu tiefen Schnüffeleien. Im Mund versammeln sich erneut die dunklen Beeren aus dem Wald, es melden sich außerdem blaue Pflaumen, getrocknete Feigen und dezent vanillige und karamellige Nuancen aus dem Holz. Er trumpft im beharrlichen Finish noch einmal auf mit einer pikant-würzigen Prägung, herben Waldfrüchten und einer kleinen Mineralität. Der Wein hat eine komplexe und dichte Struktur, die von den aktiven, gleichwohl mürben Tanninen begleitet wird. Sie sind so gut eingestellt, dass der Wein trotz seiner relativen Jugendlichkeit ein Genuss ist und sogar eine ansprechende Frische vermittelt. Zögern Sie nicht, den Wein zu einem T-Bone-Steak vom Grill oder einer Platte mit diversen Salami-Sorten und luftgetrocknetem Rohschinken zu servieren. Er ist und bleibt dabei immer eine sensorische Reise durch die Landschaft des Roussillons.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;                                                   ➭  &lt;a href=&quot;https://www.domainelatoupie.com/&quot;&gt;mehr Infos&lt;/a&gt; über die&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;https://www.domainelatoupie.com/&quot;&gt;Domaine La Toupie&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;DOMAINE LA CASENOVE&lt;br/&gt;Seit über 400 Jahren wird das Weingut Casenove in Trouillas, südlich von Perpignan von der Familie Montés bewirtschaftet. Seit 1993 stellt Etienne Montés, früher einer von Frankreichs berühmtesten Pressefotographen, zusammen mit seiner Frau Fréderique hier die Weine her. Angebaut werden auf ca. 70 Hektar Rebfläche Syrah, Grenache Blanc, Macabeu, Carignan, Grenache Noir, Roussanne, Muscat à Petits Grains und Muscat d'Alexandrie.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 La Garrigue&lt;br/&gt;Die Cuvée ist eine Komposition aus Carignan, Syrah und Grenache. Die Rebstöcke stehen auf Lehmböden und Kieselterrassen. Die Gärung erfolgte vier Wochen lang in paraffinbehandelten Ziegel- und Zementtanks. Danach reifte der Wein zwischen 15 und 30 Monaten je nach Sorte in Beton- und Emaille-Fässern oder im Holz, bevor assembliert wurde. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der dunkelgetönte La Garrigue entwickelt typische Aromen schwarzer und roter Früchte, dazu einige pikante Gewürze und Anklänge an Süßholz plus einige winzige Röstaromen. Im Mund erscheinen über die Buketteindrücke hinaus kräftige, aber ordentlich eingebundene Tannine, dazu Aromen von getrockneten Feigen, Zwetschgen und einigen Schwarzkirschen. Immer kommen Erinnerungen an tiefe dunkle Wälder auf. Er ist saftig und geschmeidig, hat eine leichte Eleganz und deutliches Alterungspotenzial. Reichen Sie diesen Wein zu zu einer Lammkeule mit Kartoffel-Tomaten-Zucchini-Gemüse.</description>
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      <title>Die Domaine Fontanel in Maury im südwestfranzösischen Roussillon: Mit Liebe, Mut und Leidenschaft zu besten Bio-Weinen </title>
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      <pubDate>Thu, 26 Jun 2025 17:32:21 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/6/26_Die_Domaine_Fontanel_in_Maury_im_sudwestfranzosischen_Roussillon__Mit_Liebe,_Mut_und_Leidenschaft_zu_besten_Bio-Weinen_files/xDSC2622-scaled.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object008_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Das ist keine der allseits so beliebten Stories von jahrhundertealten Familientraditionen im Reich des Weinbaues, sondern eine von Liebe, Mut, Überzeugung und die unbändige Lust, Wein zu machen. Die Liebe von Elodie und Matthieu, die sich auf ihrem Weg zum Wein kennengelernt haben, vom Mut zur Selbstständigkeit und der Überzeugung, dass man verstehen und sorgsam bewahren muss, was die Natur einem als Winzerin und Winzer anbietet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut, das Elodie und Matthieu Collet 2017 übernommen haben, besteht schon seit 1864. Seitdem bemühten sich fünf Generationen von Winzern darum, mit den uralten landwirtschaftlichen Traditionen im Norden Kataloniens beste Trauben zu produzieren. 1989 gründeten Pierre und Marie-Claude Fontaneil hier die Domaine Fontanel und füllten die Weine im eigenen Keller ab. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir sind im kleinen Weindorf Tautavel im Département Pyrénées-Orientales im Herzen des geschichtsträchtigen katalanischen Teils des Roussillons zwischen Mittelmeer und Pyrenäen am Fuße des Corbière-Massivs. Tautavel liegt am Ufer des Flusses Verdouble rund 30 km nordwestlich von Perpignan. Der Ort wurde international bekannt durch den im Jahr 1971 in einer nahegelegenen Höhle gefundenen „Homme de Tautavel“, der vor rund 450.000 Jahren lebte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Geschichte von Elodie und Matthieu Collet ist bedeutend jünger, aber auch die einer trouvaille. Elodie wuchs im Norden Frankreichs auf und lernte Matthieu während seines Studiums am Institut Supérieur d’Agriculture in Lille Ende der 90er Jahre kennen. Sie arbeitete lange in der sensorischen Analyse in der Lebensmittelindustrie. Matthieu stammt aus der Picardie aus einer Familie von Züchtern und Landwirten. Er lernte früh, die Natur zu schätzen und begeisterte sich für die Landwirtschaft, was zu einem Studienabschluss als Agraringenieur führte. Danach arbeitete er in der Weinwirtschaft im Elsass, der Champagne und im Burgund, später in der Lebensmittelindustrie. Kein Wunder, dass an diesem Orten seine Leidenschaft für Wein entstand, die ihn schon bald mit Elodie verband. Gemeinsam besuchten sie die École supérieure d’Agriculture in Angers und machten eine Önologieausbildung mit zahlreichen Praktika an der Pharmazeutischen Fakultät in Montpellier. Bald darauf ließen sie sich im Roussillon nieder – gemeinsam mit ihren Kindern Antoine und Agathe, der nächsten Generation im Weingut…&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Domaine Fontanel bewirtschaftet 25 Hektar Rebfläche insbesondere in den Appellationen Côtes du Roussillon Village Tautavel, Maury, Maury sec und Rivesaltes. Die Böden sind vielfältig wie auch in anderen Gegenden des Roussillon. So findet man Ton-Kalkstein um Tautavel, Schiefer bei Maury und quartäre Kieselsteine um Ribéral. Verbreitet sind auch lehm-kalkhaltige und Schiefermergelböden aus der Unterkreidezeit Albien-Aptien. Eher außergewöhnlich sind die Sandsteinböden mit einer 40 cm dicken Schicht aus überrollten Kieselsteinen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Klima wird sowohl von den Pyrenäen als auch vom Mittelmeer beeinflusst. Durch die zunehmende Trockenheit wird es jedoch immer problematischer im Weinbau. Regen gibt es fast nur noch im milden Winter, im Sommer leiden die Rebstöcke unter der Hitze. Da schätzt man es, wenn man eine Nordwest- oder Nordostlage besitzt. Einzig die häufigen Winde in der Gegend bringen den Reben Erleichterung und bewahren sogar vor Fäule und Krankheiten. Berühmt ist der Tramontana, eine starke trockene Luftströmung, die von den Pyrenäen über das Mittelmeer von der Sahara kommend angesaugt wird und sich aber schon mal zu einem extremen Sturm steigern kann.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zu den wichtigsten angebauten Rebsorten zählen die roten Sorten Grenache noir, Syrah, Carignan und Mourvèdre sowie die weißen Grenache blanc, Muscat à petits grains, Roussanne, Viognier und Muskat.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Elodie und Matthieu haben das Weingut von Anfang an auf einen nachhaltigen Weinbau ausgerichtet. Sie haben verinnerlicht, dass Wein die Frucht der Erde und des Himmels ist – eines Zusammenspiels von Boden und Klima, in das man möglichst wenig eingreifen sollte. Insofern muss man gar nicht an Ideologien anknüpfen, der gesunde Menschenverstand, der im Englischen so trefflich als common sense bezeichnet wird, reicht aus, um zu erkennen, wie fragil und komplex die Abhängigkeit der Rebe von der Natur ist. Wann und wie auch immer in dieses Gleichgewicht eingegriffen wird, hat das Konsequenzen, die erwünscht oder fatal sein können – Elodie und Matthieu wissen, dass sie mit ihren Weinen verantworten müssen, was im Weinberg geschieht. Deshalb sind sie auch nicht darauf aus, die Natur zu beherrschen, sondern sie angemessen zu begleiten, damit die Reben ihr Allerbestes geben. Auch wenn das zu geringen Erträgen führt – oft weniger als 30 Hektoliter pro Hektar. Die umweltschonenden Anbaumethoden im Weinberg verzichten auf jegliche Wirkstoffe, die nachweislich ein erhebliches Risiko für die Umwelt oder die Gesundheit darstellen. Statt beispielsweise Insektizide zu verbreiten, wird mit der Methode der sexuellen Verwirrung gearbeitet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller geht es konsequent weiter mit einer schonenden Verarbeitung der gesund und im optimalem Reifezustand geernteten Trauben. Man bleibt deutlich unter den in den BIO-Spezifikationen festgelegten Schwefelungsgrenzen und setzt im Übrigen eher auf traditionelle Weinbereitung als auf die neuesten technologischen Knüller.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Seit dem Jahrgang 2018 ist die Domaine amtlich zertifiziert als „Haute Valeur Environnementale“ (HVE) auf der höchsten Stufe 3. Das bescheinigt dem gesamten Betrieb die verpflichtende Einhaltung von Umweltleistungskriterien in Bezug auf Biodiversität, Pflanzenschutzstrategie, Düngemanagement und Wasserressourcen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Domaine Fontanel und ihre Weine werden von der Fachpresse in Frankreich und im Ausland sowie bei nationalen Wettbewerben regelmäßig mit Auszeichnungen überhäuft. Der Weinguide Hachette kürte Familie Collet 2019 zu den Winzern des Jahres im Roussillon. Elodie und Matthieu Collet haben inzwischen ein charakterstarkes und spannendes Portfolie von Weinen geschaffen, zu dem Rotweine aus verschiedenen Terroirs, Vins Doux Naturels (Muscat de Rivesaltes, Rivesaltes ambré und Maury), Weiß- und Roséweine und trockenen Rancio gehören.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wer die Domaine Fontanel besucht, kann dort auch im Gîte oder in der Lodge die Ferien verbringen. Vom Pool aus hat man einen atemberaubenden Blick auf den Cirque de Vingrau, das Verdouble-Tal und die Pyrenäen. Es gibt zahlreiche Natur- und Kulturstätten zu erkunden wie die Gorges des Gouleyrous, die Gorges de Galamus, das Museum für Vorgeschichte, die Côte Vermeile, Abteien, befestigte Städte und natürlich Wanderungen in den Corbières. Das Weingut organisiert auch Wein- und Tapas-Verkostungen sowie Streifzüge durch die Weinberge – für die ganz Kleinen steht derweil ein Tisch mit Aktivitäten und Malvorlagen zur Verfügung.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten zwölf Weine von der Domaine Fontanel verkosten. Wir beginnen mit den Weinen der Initium-Linie, gehen dann zu den Terroir-Weinen und stellen schließlich ausgesuchte Vins Doux Naturels vor.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Initium Côtes du Roussillon Rosé&lt;br/&gt;Zuerst gibt es eine herrliche Sommer-Cuvée aus je zur Hälfte Grenache Noir und Syrah quer durch den roten Fruchtgarten. Die Reben stehen auf lehmig-kalkhaltigen Böden mit einem geringen Ertrag von 40 hl pro Hektar.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase kommt eine extrovertierte Fruchtigkeit an. Reife rote Früchte wie Erdbeeren und Himbeeren, einige helle Kirschen und weiße Pfirsiche formen das Bukett und tummeln sich dann auch gleich im Mund. Es imponieren eine dezente Restsüße aus einem sommerlichen Obstkorb und eine winzig leichte Würze und feine Mineralität. Im Abgang verabschieden wir die Fruchtaromen und die Frische erst wehmütig und dann in Erwartung des nächsten süffigen Schlucks. Das ist der leichtfüßige Rosé, der mit seidiger, spritziger und durchaus komplexer Eleganz und einem ausgewogenen Säure-Süße-Spiel den Sommer verschönert oder an ihn erinnert. Erweitern Sie damit einfach Ihr weißes Frische-Angebot auf der Sommer-Party. Er dürfte auch einem Salat Niçoise oder zu gegrillten Hähnchenschenkeln Vergnügen bereiten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Initium Côtes Catalanes blanc Viognier&lt;br/&gt;Das ist ein reinsortiger Viognier vom Kalkmergel wie er im Roussillon eher selten zu finden ist. Die Trauben wurden früh geerntet, damit die Säure nicht abstürzt, die Öchsle kein Alkoholmonster anschieben und Frische und Klarheit erhalten bleiben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas schimmert der Wein intensiv strohgelb mit hellen Reflexen. Es verbreiten sich distinguierte Aromen von Pfirsichen, Aprikosen, jungen Mirabellen und einigen Zitrusfrüchten. Den Rahmen für das Fruchterlebnis bildet ein großer Blumen- und Kräutergarten. Im Geschmack drängeln die Zitrusfrüchte weiter nach vorne, dicht gefolgt von weißen Pfirsichen, großen gelben Pflaumen und grünen Äpfeln. Die aktive Säure wird von der leichten Fruchtsüße perfekt pariert. Dazu legt sich eine cremige Mineralität um die Zunge, die den langen harmonischen Abgang stützt. Beeindrucken Sie Ihre Gäste im Sommer mit dem Initium Viognier auf der Terrasse oder im Garten. Zu jeder Jahreszeit begleitet er gerne Venusmuscheln mit angebratenem grünen Spargel.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Initium Côtes du Roussillon Villages&lt;br/&gt;Der rote Initium ist eine Cuvée aus 80% Syrah, 10% Carignan und 10% Grenache noir. Die Carignan-Reben wachsen auf schwarzem Schiefermergel, die anderen Sorten auf Ton-Kalkstein, wir haben also zwei Terroirs im Glas. Die Trauben wurden mit 25tägiger Mazeration spontan vergoren. Der weitere Ausbau erfolgte über 15 Monate in Edelstahltanks.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas erstrahlt er in einem dunklen, aber nicht ganz undurchsichtigen Rubinrot. Das Bukett ist prall und vielschichtig: Schon nach kurzer Belüftung setzen sich Aromen von Sauerkirschen durch und werden von Waldbeeren wie Heidelbeeren oder Brombeeren begleitet. Dazu grüßt eine feine kräuterige Würze mit Eukalyptus und aus dem Hintergrund weht ein leichtes Garrigue-Lüftchen. Der Gaumen genießt die mineralische Begegnung mit dem Terroir der Côtes du Roussillon Villages. Dieser Rote ist nicht etwa mit Ecken und Kanten ausgebaut, sondern mit einer harmonischen, saftigen Fruchtigkeit und feinen, manchmal herben, wilden Würznote. Die Tannine sind präsent, aber ordentlich eingebaut. Ein gradliniger, geradezu frischer Rotwein mit einem soliden strukturellen Gerüst, der auch im herrlich schmelzigen, feinsüßlichen bis pikanten Nachhall seine dichten Fruchtnoten noch lange in Erinnerung hält. Ein überaus charmanter Initium, der universell zu Vorspeisen passt, aber auch eine gute Pizza oder ein Pastagericht noch verfeinert. Er begeistert auch die rote Fraktion auf jedem Grillabend.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Amae Côtes IGP Côtes Catalanes blanc&lt;br/&gt;Das ist sozusagen ein liebevoller Familienwein, steht doch Amae für die Initialen von Mathieu und Elodie und die ihrer beiden Kinder Antoine und Agathe. Die Cuvée aus 50% Roussanne und 50% Grenache blanc ist ein IGP Côte Catalanes, ein Bereich im Roussillon, der 2003 durch Zusammenlegung der zwei früheren Vin de Pays-Bereiche Coteaux des Fenouillèdes und Vals d'Agly geschaffen wurde. Die Roussanne-Partie reifte in neuen Fässern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In einem hellen Strohgelb mit grünlichen Reflexen schimmert der Wein im Glas und sendet im Bukett kräftige Fruchtsignale von Pfirsichen, Zitrusfrüchten, etwas Birne, dazu exotische Früchte mit einer Abrundung von Akazie, Nüssen und Kräutern. Auf der Zunge dann ein herrliches Frucht-Säure-Panorama, das der Fruchtbetonung zu einer beschwingten Saftigkeit verhilft. Dabei tritt der Wein nicht protzig rough, sondern weich, subtil und harmonisch auf mit einem kleinen Hauch von süffiger Süße. Im seidig-cremigen Abgang begleiten uns noch lange dezente vanillig-karamellige Röstaromen. Das ist der gefällige Weiße für den Start in einen erholsamen Sommerabend, aber auch der passende Begleiter für legere Fischgerichte oder sogar einer asiatischen Geflügelpfanne.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Arrels Maury Sec&lt;br/&gt;Arrels bedeutet auf Katalanisch „Wurzeln“, daher ist das eine Hommage an die wohl immerwährenden Einflüsse der katalanischen Ursprünge. Der Wein ist einer der eher raren trockenen Maury-Weine, die bekanntlich eher als Vin Doux Naturels berühmt sind. Es ist eine Cuvée aus 70% Grenache und 30% Mourvèdre. Die Reben stehen auf steinigem Schieferboden mit geringem Ertrag von nur 35 Hektolitern pro Hektar. Die Trauben wurden vollständig entrappt für 20 Tage mazeriert, der Wein reifte ausschließlich im Edelstahl.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem tiefdunkel ausgeleuchteten Glas klettert ein energisches, würziges Bukett mit vielfältigen Fruchtkomponenten von reifen Morellenfeuer-Sauerkirschen, dunklen Zwetschgen und Holunderbeeren plus einer winzigen Note Mokka. Im Geschmack kommt der Arrel mit dem Gesamteindruck eines eleganten und dichten Körpers rüber, den die aktive, aber verhaltene Säure und die Fruchtigkeit vor jeder barocken Schwere bewahren. Wir entdecken neben den Kirschen auch Brombeeren, einige Heidelbeeren und Gewürze mit einer winzigen Prise Pfeffer. Die seidigen Tannine und der dynamische Extrakt sind eingewoben in eine dichte Struktur, die im Finish sehr lange anhält und von Würze und einer überraschenden Frische gekrönt wird. Der Wein bietet ein harmonisches Geschmackserlebnis eines vollmundigen Körpers, der neben Reife auch Saft und Fruchttiefe zeigt – ein Zusammenspiel, das nicht einfach zu komponieren ist. Es ist ein komplexer und höchst eleganter Wein mit großartiger Textur und viel Kraft und Liebe. Genießen Sie ihn an einem erinnerungswürdigen Abend oder erfreuen Sie ihn und sich mit einem dry aged Entrecôte vom Grill.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Prieure Côtes du Roussillon Villages Tautavel&lt;br/&gt;Die Rebstöcke für diese Cuvée aus 70% Syrah und 30% Mourvèdre stehen interessanterweise in einer angesichts des Klimawandels so begehrten Nordwestlage an sehr steinigen Lehm-Kalk-Hängen mit sehr niedrigen Erträgen von 25 Hektolitern pro Hektar. Der Wein reifte 18 Monate im Eichenfass. Er wurde gerade abgefüllt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er zeigt im Glas stolz seine intensive dunkelrote Farbe mit einem deutlich granatroten Schimmer. Ihm ein gehaltvolles Bukett zu bescheinigen, wäre angesichts der komplexen Fruchtexplosion stark untertrieben. Es wimmelt in der Nase nur so von roten und schwarzen Früchten, vor allem Heidelbeeren, schwarzen Johannisbeeren, und Zwetschgen, dazu ein Hauch von pikanter Lorbeerwürze, Moos und Tabak. Dazwischen schummeln sich schokoladige und toastige Töne plus eine Ahnung von getrockneten Kräutern. Der Wein breitet sich auf der Zunge weich und leicht süßlich aus. Die runden, leicht rauchigen Tannine sind ausdrucksstark und animieren zusammen mit dem ordentlich ausbalancierten Holz zum despektierlichen, herzlichen, langen Herumknautschen im Finale. Die von einer lebendigen Säure, einer feinen Mineralik und schönen Frische gestützte Fruchtstruktur kommt nicht nur von schwarzen Johannisbeeren, sondern hier tänzeln auch Gewürze, Tabak und Feigen über die Zunge. Das ist ein kraftvoller Wein mit einem seidigen, eleganten Auftritt. Knallen sie ihm ein scharf gegrilltes Rindersteak auf den Teller oder reichen Sie ihn wesentlich vornehmer zu einer Verkostung dunkler Schokoladensorten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Hominus Sapanius IGP Côtes Catalanes rouge&lt;br/&gt;Dieser echte Katalane ist assembliert aus 70% Syrah, 15% Grenache und 15% Carignan und wurde xausschließlich im Edelstahl vinifiziert. „Schon damals wurde viel gelacht“, heißt es auf dem Etikett. Bestimmt war das die Zeit des „Homme de Tautavel“, was 450.000 Jahre Lachen bedeutet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas funkeln uns satte Rottöne an: rotes Rubin, das violett blinzelt. Eindrücke eines großen Konzerts aus Brombeere, Kirsche, aus einem Hauch Zitrus und roten Marmeladenfrüchten erreichen die Nase. Dazu kommen Töne von Garrigue-Gewürzen und Tabak plus etwas Lakritze. Im Geschmack erleben wir große Fruchtigkeit mit Beeren und blauen Pflaumen, dazu Gewürze und Schokolade. Er schmeckt kräftig, warm, es kommen auch Himbeeren heraus, obendrein etwas Kirsche. Alles ist komplex und konzentriert verpackt und von einem schönen pikanten Touch mit einer Anmutung von Pfeffer abgerundet. Es imponieren die harmonische, körperreiche Geschmeidigkeit mit der angemessenen Säure, der kleine Touch Frische und die reifen feinen Tannine, die den Abgang ordentlich verlängern. Gönnen Sie dem Hominus Sapanius einen Auftritt als Solisten. Wenn es ein Foodpairing sein muss, servieren Sie ihn an einem Abend mit verschiedenen Fleischsorten vom Grill oder zu den französischen Weichkäsesorten, die Sie vor zwei Wochen im Keller vergessen hatten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Cistes Côtes du Roussillon Villages Tautavel&lt;br/&gt;Das ist eine Cuvée aus 50% Grenache Noir und 50% Syrah vom besten Weinberg der Domaine im Tautavel-Tal. Die Rebstöcke stehen an sehr felsigen, kargen Lehm-Kalk-Hängen und blicken nach Südosten. Vergoren wurde in offenen Bottichen über 20 Tage auf den eigenen Hefen. Der Wein reifte 12 Monate in gebrauchten Barriques. Cistes verdankt seinen Namen den buschigen Zistrose-Sträuchern, die rund um die Weinberge wachsen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas sehen wir eine kräftig rubinrote Farbe mit hellen, violetten Reflexen. In der Nase laden intensive und vor allem bemerkenswert fruchtige Aromen ein: schwarze und rote Kirschen, blaue Zwetschgen, Brombeeren, Heidelbeeren, dazu Garrigue Gewürze, eine Andeutung von Süßholz, etwas blonder Tabak, etwas Mokka und einige smoky Röstaromen. Im Mund dann ein tiefes Grenache Noir-Syrah-Erlebnis. Wir genießen die herrliche Fruchtigkeit, die von einem Potpourri aus konzentrierter Fruchtigkeit, Gewürzen, Kräutern, Süßholz, einem winzigen floralen Dash und feinsten Eichennoten umrahmt wird. Ein Terroirwein mit einer vollendeten Harmonie, überraschender Frische und geschliffener Eleganz. Im langen Abgang verfolgen uns die feine Mineralik, die polierten Tannine und die saftige Fruchtfülle. Genießen Sie den Cistes als Solisten, im Winter auch gerne als Outdoor-Activity auf der Terrasse oder stellen Sie ihn auf den Tisch zu einer verschärft gebratenen Hirschkeule aus dem Rohr. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Cabanac Côtes du Roussillon Villages&lt;br/&gt;Die Cuvée aus 40% Syrah, 30% Carignan und 30% Grenache noir stammt von Reben, die auf Böden aus Schiefermergel wachsen. Die Trauben gärten etwa drei Wochen traditionell auf der Maische, der Wein reifte 18 Monate in Edelstahltanks.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er leuchtet das Glas rubinrot bis violett aus. Er verströmt eine wilde, reife Fruchtigkeit und Würze, die ungemein lebendig wirkt. Im Vordergrund erscheinen Heidelbeeren, Brombeeren, Pflaumen und süßliche Gewürze. Aus dem Hintergrund weht ein Hauch Pfeffer und Lakritz mit einer kleinen Nuance Leder. Und dann im Mund: Eine saftige Dichte umhüllt die Zunge, unterlegt von Heidelbeeren, schwarzen Kirschen und Brombeeren. Obendrein erschließt sich eine pikante Würze. Die Säure hat einen gewissen Gripp und vermittelt eine intensive Frische, ist aber gut eingebunden und passt zu den ausdrucksstarken Tanninen, die gezähmt und geschmeidig sind. Auch im wärmenden Finish zeigt er energisch, tanninstark und herbwürzig seine Konturen. Das ist kein Wein, der betört oder jeden einwickelt, er ist aber herrlich ungestüm und markant. Man genießt einen selbstbewussten charakterstarken, authentischen Côtes du Roussillon Villages. Genießen Sie ihn nach dem Dekantieren als Solisten zum Tagesausklang oder zeigen Sie ihm ein dry aged Rib Eye vom Grill, medium rare.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 L’Âge de Pierre Muscat de Rivesaltes Vin Doux Naturel&lt;br/&gt;Jetzt haben wir einen reinsortigen Muscat Petit Grains im Glas, also einen Gelben Muskateller, die bekannteste und am häufigsten angebaute Varietät der Muskatellerrebe, die in allen Weinbaugebieten der Welt beheimatet ist. Die Rebstöcke stehen auf Ton-Kalkstein Böden. Im Keller werden die Trauben direkt gepresst. Die Gärung des Mosts wird nach der Mutage-Methode durch die Zugabe von Alkohol gestoppt, so dass der Wein 105 Gramm Restzucker pro Liter behält. Der Ausbau erfolgt komplett im Edelstahl. Abgefüllt wird sehr früh um Weihnachten herum, um Frische, Duftigkeit und Aromatik zu erhalten. Die Bezeichnung des Weins dürfte auf Pierre Fontaneil zielen, dem Gründer der Domaine Fontanel, der Elodie und Matthieu im ersten Jahr nach der Übernahme des Weinguts noch begleitet und beraten hat.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein zeigt im Glas ein kräftiges Goldgelb und duftet animierend lebendig nach Honig sowie kandierten und getrockneten Früchten von Ananas über Maracuja bis Papaya, dazu einige Mandeln, alles abgerundet mit einem Hauch von weißen Frühlingsblüten. Über die Zunge tänzelt eine explosive reife Fruchtigkeit voller betörender Süße, gebändigt von einer frischen Säure. Während die Süße – unterstützt durch die Struktur und Finesse des Weines – über den Gaumen tröpfelt, wirkt sie wie die Essenz der Traube. Seine verführerische Seidigkeit, Harmonie und Eleganz halten sich in einem scheinbar endlosen Finale. Genießen Sie diesen Wein Schluck für Schluck abseits einer Speise und ignorieren Sie die üblichen Pairingvorschläge. Lassen Sie sich lieber Schluck für Schluck süchtig machen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Maury Grenat Vin Doux Naturel&lt;br/&gt;Das ist ein Süßwein aus der roten Rebsorte Grenache Noir. Die Rebstöcke sind bis zu 60 Jahre alt. Nach dem Stoppen der Gärung durch die Mutage reifte der Wein 18 Monate in Eichenfässern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem granatrot schimmernden Glas steigen mit zunehmender Belüftung animierende, vielfältige Aromen von Waldhonig, Röstaromen, schwarzen Kirschen, Brombeeren und reifen Feigen. Wir schmecken eine vollmundige rote Frucht-Exotik, denken an Amarena-Kirschen, Cassis, Feigenmarmelade und Schokolade. Der Wein füllt den Mund dicht und extraktreich, tiefgründig und feinwürzig aus. Bis ins lange Finale wird die Süße von einer überraschend lebendigen Säure in Schach und samtigen Tanninen gehalten, so dass die Reifenoten von einer scheinbar oxidativen und leicht mineralischen Frische umgeben sind. Dieser Maury hat einen imposanten Körper und zeigt schon jetzt eine komplexe Entwicklung. Reichen Sie ihn als leckere Begleitung zu schokoladigen Desserts.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2015 Ambré Rivesaltes Vin Doux Naturel&lt;br/&gt;Das ist eine Cuvée, die einem gemischten Satz ähnelt, weil die Trauben vom 50% Grenache blanc und 50% Grenache gris aus einer gemeinsamen Anpflanzung im Jahr 1908 stammen. Der Wein selbst reifte nach der Mutage 7 Jahre oxidativ in Eichenfässern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon farblich signalisiert der Wein durch sein leuchtendes, bernsteinartiges Gold-bis orangegelb die angekündigte Fruchtsüße. Sein Bukett entfaltet sich mit einiger Belüftung dann stürmisch und üppig. Dabei machen etliche getrocknete und kandierte Früchte die Musik: von Aprikosen über Feigen bis zu Zitrusfrüchten. Immer wieder schweben auch Orangenblüten und nussige Aromen aus dem Glas, dazu ein Lüftchen aus der Weihnachtsbäckerei. Wir schmatzen auf einer süßlich energischen Fülle aus reifen Früchten mit Zitrus- und Ananaskomponenten und vielfältigen Nuancen von Rosinen herum, die dank der unerwarteten schönen Säurestruktur und dem kleinen. mineralischen Einschlag eine herrliche Frische durchlassen. Im langen konzentrierten Abgang kommt noch ein köstlicher Geschmack von Safran und Walnüssen hinzu. Ein ausgewogener, hochkomplexer und eleganter Wein, der klassischerweise zu Desserts und Blauschimmelvariationen auf den Tisch gestellt wird, der gerne aber auch mal allerlei Plätzchen und Weihnachtskekse eskortiert.</description>
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      <title>Das Weingut Mas Janeil im südwestfranzösischen Roussillon: hochwertige Weine mit Tradition, Innovation und solidem Handwerk &#13;</title>
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      <pubDate>Wed, 25 Jun 2025 16:57:38 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/6/25_Das_Weingut_Mas_Janeil_im_sudwestfranzosischen_Roussillon__hochwertige_Weine_mit_Tradition,_Innovation_und_solidem_Handwerk_files/xMAS%20JANEIL%20DRONE%20%281%29.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object045_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Eigentlich ist Mas Janeil ein beschauliches und überschaubares Anwesen, doch François Lurton hat es zu einem der bekanntesten und renommiertesten Weingüter des Roussillons gemacht. Es liegt mit weitem Blick gesehen eingebettet zwischen schroffen Bergketten und dem glitzernden Mittelmeer. Genauer hingeschaut liegt es am Fuße der Corbières einerseits und der Pyrénées Orientales andererseits, und zwar im Herzen des malerischen, für seinen Weinbau berühmten Vallée d'Agly, dem Agly-Tal, in der Gemeinde Tautavel nordwestlich von Perpignan. Nicht weit entfernt ragt die Karthager-Burg Château de Quéribus auf. Viele Investoren und bekannte Winemaker aus dem kalifornischen Napa Valley, aus Bordeaux oder Südafrika haben im Agly-Tal schon Weingüter gefunden oder suchen noch immer.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als François Lurton in der Gegend einen Platz zum Weinmachen suchte, fiel ihm Lage und die Vielfalt der dazugehörigen Weinberge sogleich auf. Er war schließlich nicht nur mit dem Weinmachen fachlich vertraut, sondern stammte aus einer Familie, die sich ein mittleres und bekanntes Weinreich mit Besitz in etlichen Teilen Frankreichs aufgebaut hatte. François wurde 1958 auf Château Bonnet in Entre-Deux-Mers bei Bordeaux in eine Winzerfamilie hineingeboren, die seit 1897 in der damals vierten Generation Weinbau in der Region Bordeaux betrieb. Nach seinem Studium trat er 1985 eine Stelle als Marketingdirektor im Weinunternehmen seines mittlerweile verstorbenen Vaters André Lurton an. Zusammen mit seinem Bruder Jacques gründete er 1988 eine Beraterfirma, die mit großem Erfolg Weingüter in aller Welt fachlich begleitete. So kamen die Brüder nicht nur nach Moldawien und Spanien, sondern bis ins argentinische Mendoza und nach Australien. Jacques sammelte auf diesen Reisen gleichsam Weingüter ein und schuf sich ein eigenes Wein-Imperium mit Niederlassungen in Chile, Argentinien, Spanien und Frankreich. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als François gemeinsam mit seinem Vater André in Frankreich nach neuen Weinbergen für die Familie suchte, wurden sie zwar auch in der Gascogne und im Languedoc fündig, wo sie die Domaine de Targuerie bzw. die Domaine de Nizas erwarben, doch François verliebte sich vor allem in die wilde und vielfältige Weinlandschaft des Roussillons. Hier fand er Mas Janeil, das Mitte des 20. Jahrhunderts von der Weinhändler-Familie Sichel gegründet worden war und die Weinberge mit Parzellen zwischen den Gemeinden Maury und Tautavel nun verpachtete. 2009 konnte François den gesamten Weingutsbesitz erwerben. 2011 eröffnete er hier einen modernen Keller und 2020 ein zweistöckiges Steingebäude mit drei Gästezimmern und einer Terrasse mit herrlichem Blick auf die Weinberge und die faszinierende Landschaft der Umgebung. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Domaine Mas Janeil verfügt über rund 70 Hektar Weinberge, von denen indes nur rund 34 Hektar bestockt sind. Sie liegen in den Unterregionen Côtes Catalanes, Côtes du Roussillon, Côtes du Roussillon Villages und Pays d'Oc. Die Parzellen in den Weinbergen erstrecken sich überwiegend an den mit Kalkstein bedeckten, sehr sonnigen Südseiten der mit Garrigue bewachsenen Hänge. Geologische Verwerfungen haben dazu beigetragen, dass die Weinberge im Roussillon höchst unterschiedliche Böden aufweisen. So besteht der Boden am Fuße des Château de Quéribus aus Kalkstein und Granit während das Terrain in der Parzelle Pas de la Mule von braunem Schiefer und in Devèzes mit lehmig-tonigem Braunschiefer bedeckt ist. Der Abschnitt Soulanes liegt in einem kleinen Tal mit schwarzem Schiefer. In anderen Parzellen ist der Boden mit Schwemmsand, Kies oder Kieselsteinen vermischt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;60% der Rebflächen sind mit teilweise über 60 Jahre alten Grenache Noir Stöcken bepflanzt, angebaut werden aber auch die Rebsorten Syrah, Carignan, Mourvèdre, Grenache Gris und die weißen Sorten Grenache Blanc, Sauvignon Blanc und Macabeo. Diese Sorten sind typisch für die Region und gedeihen in den kargen Böden und dem mediterranen Klima des Roussillons hervorragend. Die Bestockung ist überwiegend noch wie in den Zeiten vor der Mechanisierung angelegt – nämlich quadratisch mit etwa 1 m x 1 m, so dass Pferde und Pflüge in beide Richtungen durchfahren konnten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das mediterrane Klima im Agly-Tal bekommt immer heißere Sommer zu spüren, wodurch die Reben zunehmend unter Stress leiden. Niederschläge sind hier selten und fallen meist in den milden Wintermonaten. Zum Glück wird die Gegend von zahlreichen kleinen Wasserläufen durchquert und durch viele Quellen bewässert, die aus dem Kalksteinformationen sprudeln. Im Frühjahr und im Herbst weht aus Südost stark und gleichmäßig, zuweilen heftig und über Land sehr böig der feuchte auflandige Meereswind Marin. Das reduziert zumindest die Anfälligkeit der Rebstöcke für Krankheiten und vermeidet Fäulnis. Obendrein werden die Reben zapfenförmig mit dem Spornschnitt und damit gleichsam windschnittig geformt, damit sie durch einen buschigen und robusten Wuchs dem Wetter trotzen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der gesamte Weinbau in Mas Janeil ist darauf ausgerichtet, die Eigenarten der Rebsorten und des zugehörigen Terroirs optimal in den Weinen erleben und schmecken zu lassen. Das fängt an mit einer geringen Bestockungsdichte von etwa 3.600 Rebstöcken pro Hektar und einer Ertragsreduzierung auf nur 25 hl pro Hektar. Im Weinberg wird nachhaltig gewirtschaftet, einige Parzellen sind sogar biologisch zertifiziert ausgerichtet. Die handgelesenen Trauben werden im Keller vielfach der Kaltmazeration unterzogen und ohne Schwefelzusatz vergoren. Generell wird in einer Kombination aus traditionellen Methoden und modernster Technik gearbeitet, aber gleichwohl in den Gärungs- und Reifeprozess so wenig wie möglich eingegriffen. Die natürliche Qualität der Trauben soll in charaktervollen Weinen zur Geltung kommen, jeder Wein ist von einem tiefen Verständnis für die Region geprägt und soll von seiner Herkunft über Sonne, Wind und uralte Böden erzählen: Bei den meisten Weinen von Mas Janeil bedeutet das Kraft, Konzentration und Tiefe. Im Laufe der Jahre hat man sich mit Tradition, Innovation und solidem Handwerk einen Namen für qualitativ hochwertige Weine mit eindeutiger Identität geschaffen, was regelmäßig durch internationale Auszeichnungen bestätigt wird. Die Weine von Mas Janeil sind eingestellt in die Linien der AOP Côtes du Roussillon und Côtes du Roussillon-Villages als „Mas Janeil“ und in die Linie der IGP Pays d'Oc als „Les Hauts de Janeil“.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Weine von Mas Janeil verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Le Petit Pas Blanc IGP Côtes Catalanes&lt;br/&gt;Das Gebiet Côtes Catalanes im Roussillon ist bekannt für das ausgewogene mediterrane Klima, in dem die Reben lange reifen können. Kühle Meeresbrisen machen es den Reben leichter, die heißen, trockenen Sommer zu ertragen. Die Böden bestehen aus Schiefer, Granit, Ton oder Kalkstein. Die Reben des Le Petit Pas Blanc stehen in Parzellen bei St. Paul de Fenouillet. Drei Rebsorten vereinen sich in dieser Cuvée: Macabeu, Grenache Gris und Grenache Blanc. Die Trauben wurden manuell gelesen und vorsichtig in 25-kg-Kisten transportiert. Im Keller wurden einige Partien in 600-Liter-Holzfässern vergoren, andere in Betontanks. Der Wein reifte neun Monate lang in neuen und vorbelegten Fässern aus französischer Eiche sowie in Bottichen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im leuchtend goldenen Glas entwickeln sich Aromen von weißen Pfirsichen, frisch geschnittenen Blumen wie weißen Rosen und Jasmin und von tropischen Früchten, dazu gibt es einen Hauch feiner Röstaromen. Im Geschmack kehren etliche der Duftaromen zurück, dazu Töne von Süßholz, gelben Birnen und Blüten, von exotischen Früchten und eine kleine Anmutung von frischem Ingwer und Kräutern. Die lebendige, aber gut untergebrachte Säure führt den vollen, großzügig fruchtigen Geschmack, die fesche Mineralik, die vanilligen Röstaromen und die herrliche Frische in ein rundes, komplexes Finish mit gutem Volumen. Das ist der leichte, ordentlich strukturierte Wein als Dauer-Aperitif für vormittags, nachmittags, abends und nachts. Er freut sich aber auch über ein Meeresfrüchte-Risotto oder ein Ziegen-Ragout an Kartoffelgratin und Pilzen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Sarrat del Mas Vin Biologique Orange&lt;br/&gt;Orange Wine ist sozusagen die vierte Farbe des Weins und eine alte Tradition, die ursprünglich aus Georgien kommt. Einen Orange Wine zu machen, ist stets eine Herausforderung, schließlich ist es wünschenswert, wenn das Ergebnis nach Wein schmeckt. Damit deutet sich schon an, dass ein Orange Wine nicht jedem zusagt, aber in jedem Fall eine Verkostung wert ist, mit der sich oftmals ungeahnte Geschmackstoleranzen entdecken lassen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Sarrat del Mas ist eine vielschichtige Cuvée aus fünf Rebsorten: Macabeu, Grenache Blanc und Gris, Chardonnay und Viognier. Die sorgsam auserwählten Trauben wurden im Keller wie beim Rotwein auf der Maische mit Beerenhaut und Kernen vollständig vergoren, wobei großer Wert auf tägliche Battônage gelegt wurde. Während dieser Maischegärung werden die Tannine aus Beerenhaut und Kernen gelöst. Der Wein reifte im großen Holzfass und entwickelte aufgrund der sanften Oxidation das typisch „Orangene“. Der Wein braucht etwas Luft, um sein charakteristisches Aroma, seine offene Direktheit und Frische zu zeigen, die dann auch das Tanningerüst leichter überspielt. Er ist von ECOCERT FRANCE als Bio-Wein zertifiziert. Der Wein ist der erste Jahrgang des Sarrat del Mas und wir sind eine der wenigen, die diesen Wein zuerst verkosten können. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt er selbstbewusst seine goldgelbe Farbe. Er fällt von Anfang auf mit einem warmen, reifen Duft, einer weit entwickelten Nase und einer imposanten Vielfalt an Aromen. Anders als viele Orange Weine lässt dieser auch Primäraromen noch eine Chance. So entdecken wir weiße Pfirsiche, Aprikosen, Safran und markante florale Anklänge. Hinzukommen röstaromatische Nuancen mit leicht nussiger Abrundung und ein winziger Hauch von Vanille. Mit zunehmender Belüftung melden sich die beim Orange Wine so typischen Phenole, ohne aufdringlich zu werden. Am Gaumen dann ein Weinerlebnis besonderer Art: Der Wein ist absolut trocken und doch saftig, er hat zwar ein ordentliches Tanningerüst, das zerstört jedoch nicht seine intensive Aromatik. Die herben und zugleich versteckt süßlichen Fruchtnoten, die von feinen Quitten- und Bergamotte-Noten begleitet werden, harmonieren sowohl mit der vanilligen Holzwürze als auch mit dem äußerst professionell austarierten Säurerahmen. Es imponiert, welche Energie und Frische der Wein freisetzt und sich dennoch mit einer reifen Phenolik umgibt. Im Finish grüßen noch lange die herbe Fruchtigkeit, eine Ahnung vom Holz und die pikante Würze mit einer kleinen Bitternote. Ein in der Nase und am Gaumen hochkomplexer, konturenstarker Wein, der seine sensorischen Geheimnisse gerne jedem anbietet, der sich auf ihn einlässt. Das ist nichts für schwache Gaumen, aber eine Offenbarung für Forscher und Entdecker. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Petit Pas Rouge IGP Côtes Catalanes&lt;br/&gt;Das ist gewissermaßen das rote Gegenstück zum Le Petit Pas Blanc –eine rote Cuvée aus Mourvèdre, Grenache, Carignan und Syrah. Nach einer mehrtägigen Kaltmazeration erfolgten Gärung wie auch später die Reifung je nach Rebsorte in temperaturgeregelten Betontanks oder im Holz. Für die Carignan Trauben wurde eine Kohlensäure-Maischung durchgeführt (maceration carbonique). Die Cuvée wird kurz vor der Abfüllung assembliert. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt sich der Petit Pas Rouge in einem kräftigen Rubinrot mit einem starken granatroten Schimmer. Er entfaltet sofort ein intensives fruchtbetontes und würziges Bukett von roten und schwarzen Beeren und dunklen Kirschen. Dazu schweben aus dem Glas mediterrane Gewürze und diskrete Röstaromen mit kleinen rauchigen und floralen Richtungen. Am Gaumen überrascht er mit der Sanftmut seiner Tannine, was viel Raum für Frische und Saftigkeit lässt. Die Bukett-Aromatik kehrt zurück und wird ergänzt durch Noten von Süßholz. Er ist perfekt ausbalanciert, nicht nur hinsichtlich der assemblierten Rebsorten, sondern auch, was die verhaltene Säure und die herrliche Frische angehen. Ein kleines Potpourri aus Kräutern und Gewürzen, aber auch eine gewisse Rauchigkeit und ein Touch Vanille umhüllen die Zunge. Im Abgang umarmen die weichen Tannine die Kraft und Frucht mit einem geschmeidigen Ausklang. Der Petit Pas Rouge beeindruckt auf jedem Grillabend, passt aber auch hervorragend zum Käsegang mit mittelreifen Sorten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Autèntic Mas Janeil Côtes du Roussillon Villages&lt;br/&gt;Das Anbaugebiet Côtes du Roussillon-Villages an den Ausläufern des Corbières-Massivs zwischen 100 und 400 Metern über dem Meeresspiegel erstreckt sich nördlich von Perpignan mit Weinbergen in mehr als 40 Gemeinden. Es sind meistens terrassierte Hanglagen mit sehr unterschiedlichen Böden aus Gneis, Schiefer, oder Kalkstein entlang der Flüsse Agly, Verdouble und Maury. Seit 1977 ist es AOC bzw. später AOP-Gebiet ausschließlich für Rotweine, die zwingend als Cuvée aus mindestens drei der traditionellen Rebsorten der Region hergestellt werden müssen. Demgemäß ist dieser Autèntic Mas Janeil assembliert aus Grenache, Carignan, Syrah und Mourvèdre&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas setzt der Wein gleich mehrere Wölkchen frei: Cassis, Brombeeren, Kirschen und etwas Zedernholz, gewürzt mit Salbei, Nelken, Lakritze und abgerundet mit einem Hauch von Leder. Im Mund erweitern sich die Aromen und Geschmackserlebnisse auf reife schwarze Johannisbeeren, Brombeeren, Feigen, wieder etwas Zedernholz und Töne von Mokka. Im energiegeladenen Finish bestätigt sich seine energische Säure, seine zupackenden und dichten, aber gut integrierten Tannine und eine dunkelfruchtige Würze, alles gut eingebunden in einen überraschenden kleinen Frischekick. Das ist Finesse ohne Schwert, vollmundig und keineswegs aufdringlich plump. Nach Börsenkriterien würde man den Wein auf langfristiges Halten setzen, aber wer kann schon jahrelang dem Anblick eines so fantastischen Weines widerstehen. Also Korken raus, rein in die Karaffe und nach zwei Stunden ein einzigartiger Solo-Genuss aus dem Roussillon.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Arrels Mas Janeil Côtes du Rousillon Villages&lt;br/&gt;Die Rebstöcke dieser Cuvée aus Grenache, Carignan, Syrah und Mourvèdre stehen in Schiefer- und Kreideparzellen rund um das Dorf Maury. Die Sorten werden unterschiedlich vinifiziert: Beim Syrah erfolgt vor der Gärung eine Kaltmazeration, ein Teil des Carignan wird mit Kohlensäure-Maischung behandelt. Jede Rebsorte reift separat in teils neuen, teils vorbelegten französischen Eichenfässern für 10 bis 12 Monate bevor assembliert wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der 2022 Arrels glänzt im Glas mit seiner dunklen rubinroten Farbe und violett-schwarzen Reflexen. Es duftet nach roten und blauen Früchten von Schwarzkirschen über Brombeeren bis Zwetschgen. Dazu wehen aus dem Glas Töne von Garrigue-Kräutern und süßlich-pikanten Gewürzen mit einem Touch Röstaromen und einer leichten floralen Anmutung. Wir schmecken dann blaue und rote Pflaumen, schwarze Johannisbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Backpflaumen und viele Gewürze. Die Tannine dieser noch jungen Cuvée legen sich stramm, aber seidig an den Gaumen. Mit seinem saftigen, opulenten Abgang bleibt der Wein noch lange in Erinnerung. Seine überraschende und wohlschmeckende, leicht schmelzige Fruchtsüße ist mit dem dezenten Holz eng verbunden. Seine Komplexität lässt immer wieder neue Aspekte entdecken. Das ist ein großartig strukturierter Wein mit einer hervorragenden und eleganten Textur. Sie sollten ihn als äußerst schmackhaften Solisten zu einem entspannten Anlass kredenzen, der auch im Öffnen einer Flasche bestehen kann – möglichst zwei Stunden vor dem Genuss. Wenn Sie ihn mit einem Essen pairen wollen, dann bieten Sie ihm und sich mindestens ein dry aged Porterhouse Steak an.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Maury Janeil AOP&lt;br/&gt;Die Gegend von Maury etwa 35 km nordwestlich von Perpignan ist hügelig und etwas höher gelegen als die beiden benachbarten und vergleichbaren Anbaugebiete Rivesaltes und Banyuls. Der Boden besteht fast ausschließlich aus dünnem braunem und schwarzem Schiefer. Nur in diesem Tal der Maury, das die Grenze zwischen den Bergen des Corbières und dem Roussillon bildet, darf der Maury APO als alkoholisierter Rotwein aus Grenache Noir hergestellt werden. Die Trauben dieses reinsortigen Grenache Noir stammen von alten Rebstöcken bei Tautavel und wurden in Betonfässern auf der Maische vergoren mit täglichem Unterstoßen des Tresterhuts. Dann erfolgte die Mutage (französisch für „stumm“): Damit bezeichnet man das Abstoppen der alkoholischen Gärung durch Zugabe von Alkohol zum gärenden Most. Der Wein reifte rund 4 Monate in großen Fässern und Barriques.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die kleine Süßweinflasche mit dem blauen Etikett signalisiert einen besonderen Maury. Im Glas hat er einen rubinroten Auftritt mit einem verführerischen Bukett: Ein intensives exotisches Fruchtpotpourri mit Kirschen und Zwetschgen trifft sich mit Rosinen, Vanille und würzigen Beigaben Richtung Rosmarin, Thymian und Akazienblüten, dazu Spuren von Safran, Salbei und ein Hauch Mineralik. Der Wein füllt den Mund dicht und extraktreich, fruchtig und feinwürzig aus. Zu den Bukett-Aromen kommen im Mund noch einige Töne von Datteln und ein wenig dunkler Waldhonig hinzu. Er legt ein saftiges, säuregestütztes Finale mit gut gezähmten Tanninen und einer unerwarteten Frische hin, das wir lange genießen. Sie dürfen mit diesem Wein gerne von einem Krebsgericht mit indischem Curry ablenken oder ihn gleich als adretten Aperitif reichen – Ihre Gäste und er haben es verdient.</description>
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      <title>Die Domaine Paul Meunier Centernach&#13;im südwestfranzösischen Roussillon: finessenreiche, biologische Spitzenweine mit der perfekten Komposition aus Terroir und Rebsorte &#13;</title>
      <link>http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/6/20_Die_Domaine_Paul_Meunier_Centernach_im_sudwestfranzosischen_Roussillon__finessenreiche,_biologische_Spitzenweine_mit_der_perfekten_Komposition_aus_Terroir_und_Rebsorte.html</link>
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      <pubDate>Fri, 20 Jun 2025 15:03:51 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/6/20_Die_Domaine_Paul_Meunier_Centernach_im_sudwestfranzosischen_Roussillon__finessenreiche,_biologische_Spitzenweine_mit_der_perfekten_Komposition_aus_Terroir_und_Rebsorte_files/xViamo-Paul%20Meunier_B3A6136_antoninbonnet.com.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object003_2.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Es gehört zu den spannendsten und vielseitigsten Weinregionen Frankreichs, obgleich es bislang wenig entdeckt wurde: das Vallée de l’Agly, das Tal von Agly. Es versteckt sich auf rund 30 Kilometer zwischen den Berghängen der Corbières und den Bergkämmen der Pyrenäen im Département Pyrénées-Orientales. Im oberen Teil des Tals, nur knapp einen Kilometer vom Flüsschen Agly entfernt, liegt das kleine Dorf Saint-Arnac, das früher in der einheimischen okzitanischen Sprache Centernach hieß. Napoleon mochte diese regionalen semantischen Ursprünge nicht und benannte den Ort kurzerhand nach einem Heiligen, den es tatsächlich gar nicht gibt, dafür aber den phonetischen Gleichklang von Arnac mit arnaque aufweist, was bezeichnenderweise soviel wie Schwindel oder Betrug heißt. Wir sind hier rund 40 km westlich von Perpignan im Weingebiet des Roussillon. Am Rand des Dorfes befindet sich in einem langgestreckten südfranzösischen Landhaus die Domaine Paul Meunier Centernach.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hier bewirtschaften Paul und Lucile ein Weingut, das inzwischen weit über Frankreich hinaus bekannt und berühmt ist. Paul kommt aus Burgund, wo 1988 seine Eltern Sophie Confuron und ihr Ehemann Alain Meunier das Weingut Jean-Jacques Confuron in Premeaux-Prissey von Alains Vater übernommen hatten. Nach seinem Abitur bereiste Paul mit Lucile ein Jahr lang Südamerika und machte nach seiner Rückkehr den Abschluss in Weinbau und Önologie in Beaune. Er absolvierte ein Praktikum im Nordwesten des Roussillon auf der Domaine de la Preceptorie, die ebenso wie die Domaine de la Rectorie von Familie Parcé geführt wird. Seitdem ließ ihn die wunderschöne, wilde Weinlandschaft dieser Gegend mit den hoch aufragenden Pyrenäen im Hintergrund und die Neugier für die süßen Weine der kleinen Region Maury nie mehr los. Die darauffolgenden Jahre führten ihn als Vertragswinzer in den Libanon, als Winzergehilfe nach Australien, als Dozent und Übersetzer an eine Weinbauschule in Chile und als Sommelier nach Japan. 2013/14 kehrte er ins Roussillon zurück und kaufte zunächst einige Weinbergparzellen von Genossenschaftswinzern und dann den ehemaligen Genossenschaftskeller von Centernach südlich von Maury, um den ersten Jahrgang 2014 zu vinifizieren. Lucile zog zu ihm und begann, sich mit großem Engagement in Kursen und Praktika in den Weinbau einzuarbeiten. Heute managt sie die gesamte Verwaltung der Domaine – mit dem Durchblick einer Winzerin.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Paul und Lucile bewirtschaften rund 10 Hektar Rebfläche, von denen etwa zwei Drittel mit roten Sorten bepflanzt sind. Die Weinberge liegen in Höhenlagen bis über 350 Metern in den Gemeinden Centernach, Lesquerde, Maury und Saint-Paul-de-Fenouille. Vielfach stehen hier noch bis zu 100 Jahre alte Rebstöcke. Die Böden reichen von dem sehr verbreiteten schwarzen Schiefer über Granitsand, Granit, Lehm und Kalk bis hin zu einem Kalktongemisch. In einigen Parzellen findet man alte Flusssteine, die Galet Roulets, die runden Kieselsteine, für die Châteauneuf du Pape weltbekannt ist. In Maury und Saint-Paul-de-Fenouillet wachsen die Reben vom weißen, schwarzen und grauen Grenache, vom Macabeu, Cinsault und Carignan. Auf den Granitfeldern von Centernach und Lesquerde mit den weißen Kalksteinfelsen stehen in rund 350 Metern Meereshöhe Rebstöcke vom Muscat petit grain, vom Syrah, Carignan und vom weniger bekannten Lladoner Pelut, auf den noch einzugehen sein wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Roussillon herrschte schon immer ein eher raues Klima vor, das durch die zunehmende Trockenheit jedoch immer extremer wird. Regen fällt regelmäßig und ausgiebig fast nur in den milden Wintern, während im Sommer das Wetter immer wüstenähnlicher wird. Ähnlich wie der Mistral an der Rhône von den Alpen herüberweht erreicht das Roussillon der Tramontana, eine starke trockene Luftströmung, die von den Pyrenäen über das Mittelmeer von der Sahara kommend angesaugt wird. An 200 Tagen bläst der kalte Wind aus Nord und Nordwest und erreicht dabei Geschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Domaine wurde von Anfang an weitgehend biologisch und jetzt zunehmend biodynamisch gearbeitet. Dazu gehört auch, dass die ältesten Weinberge seit 2016 schonend mit 1 PS bewirtschaftet werden: Jedes Jahr wird der Boden um die Rebstöcke herum von Voici, dem Pferd von Pauls Schwester Perrine umpflügt. In den Parzellen wurden Hunderte von Bäumen wie Oliven-, Granatapfel- und Pistazienbäume und Hecken gepflanzt, um der Bodenerosion vorzubeugen, die Reben zu schützen und sie an die klimatischen Veränderungen anzupassen, aber auch um die Artenvielfalt, die Wildheit der Böden und letztendlich die Qualität der Trauben fördern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller wird auf Chemie verzichtet und nur minimal geschwefelt. Es wird mit natürlichen Hefen gearbeitet, ein langsames Pigeage während der Gärung und Reifung der Rotweine praktiziert. Dabei wird der bei der Gärung oben schwimmende Tresterhut immer wieder untergetaucht, damit der Alkohol den Trauben besser die Farb-, Aroma- und Gerbstoffe entziehen kann. Auf eine ganz besonders traditionelle Methode der Pigeage werden wir bei dem einschlägigen Wein noch zurückkommen. Für die Vinifizierung werden je nach Wein alte Eichenfässer aus dem Familienbesitz in Burgund, aber auch Betonfässer und -eier sowie Keramikamphoren und Edelstahltanks verwendet. Es wird auch gerne experimentiert, beispielsweise beim Carignan mit der Kohlensäuremaischung an Stelle der Pressung. Geradezu spektakulär ist heutzutage, dass die Trauben parzellenweise vinifiziert werden, um das Terroir weitestmöglich zu erhalten. Die Cuvées werden mindestens einen Monat vor der Abfüllung assembliert, die reinsortigen Weine erst vor der Abfüllung. Anschließend ruhen die Weine in der Flasche, bis sie oftmals erst nach einem Jahr als trinkreif angesehen werden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Paul hat es nicht bereut, sich in dieser besonderen Weingegend Frankreichs niedergelassen zu haben, wo er mit Neugier, Leidenschaft, Mut zum Experiment und handwerklichem Können in großer Freiheit das Zusammenspiel des Terroirs mit den Eigenschaften der Rebsorten zur kompromisslosen Perfektion treiben kann. Dabei fehlt seinen Weinen jede triefende Schwere, einseitige Holzlastigkeit oder aufdringliche Aggressivität. Vielmehr bringen sie burgundische Leichtigkeit in den Südwesten Frankreichs – finessenreich, feingliedrig und frisch und dennoch mit Energie, Tiefgang und großartiger Balance.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Weine der Domaine Paul Meunier verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Fragment Côtes Catalanes&lt;br/&gt;Die Côte Catalanes ist ein IGP-Bereich im Roussillon, der 2003 durch Zusammenlegung der zwei früheren VdP-Bereiche Coteaux des Fenouillèdes und Vals d'Agly geschaffen wurde.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Rebsorte dieses Weins ist die Muscat Petit Grain, das ist der Gelbe Muskateller. Die lange Geschichte der Muskatellerrebe, die sich bis zu den Phöniziern zurückverfolgen lässt und von der mehr als 200 Varietäten entdeckt sind, ist der Grund, dass die Rebe in allen Weinbaugebieten der Welt beheimatet ist. Der Gelbe Muskateller ist die bekannteste und am häufigsten angebaute Varietät. Im Keller reifte der Wein mehrere Monate auf der Feinhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas blitzt der Fragment goldgelb und nach und nach öffnet sich eine ganz individuelle Aromatik von Jasmin, Holunderblüte, Aprikosen, Papaya, Zitrus und etwas Muskat, zusammen mit einem Ton Orangenblüte und Safran. Im Mund bemerkt man sofort den aromareichen Charakter, der dicht und animierend auftritt. Die Fruchtigkeit ist feinsaftig und nicht überladen, die Säure ist quicklebendig, aber nicht betäubend. Eine kleine Zitrus-Auswahl von Limette bis Zitronenmelisse im Hintergrund kleidet die sortentypische, hier sehr zarte Süßlichkeit adrett ein. Im fruchtig-saftigen Abgang kommen auch florale, vegetabile und würzige Spuren zur Geltung. Das ganze sensorische Spektrum ist mit bemerkenswerter Harmonie eingebunden. Dieser Muscat Petit Grain tritt vollmundig, locker, klar und luftig zugleich auf. Ein duftiger Begrüßungswein, der auch zu asiatischen Bratnudeln mit Schweinefleisch oder Frühlingsrollen mit Zitronengras und Sweet Chili Soße brilliert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Chorèmes Blancs Côtes du Roussillon&lt;br/&gt;Das Wort Chorèmes stammt aus dem Griechischen und ist ein Begriff der räumlichen Wahrnehmung, der sich auf Wege zwischen Räumen bezieht – in diesem Fall auf Wege – sowohl physische als auch metaphysische – zwischen den Parzellen und den Rebstöcken selbst. Wir haben eine bio-zertifizierte Cuvée aus Macabeu und Grenache gris im Glas. Die bis zu 70 Jahre alten Rebstöcke stehen bei Saint-Paul-de-Fenouillet in rund 270 Metern Meereshöhe in einer einzigen Parzelle an einem nach Norden ausgerichteten Hang mit schwarzem Schieferboden. Ähnlich wie beim gemischten Satz wurden die Trauben gemeinsam gelesen. Nach einer rund zwölfstündigen Mazeration erfolgte die spontane Gärung teilweise in Amphoren und in Stahltanks, der Wein wurde dann komplett im Stahltank auf der Feinhefe ausgebaut und reifte über ein Jahr lang.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt sich der Chorèmes Blancs in einem hellen Strohgelb mit goldenen Reflexen. Das geschliffene Bukett entwickelt sich in seiner Vielfalt langsam, aber nachhaltig: Noten von gelben Äpfeln, Birnen, weißen Pfirsichen, Mandeln, Grapefruit und weißen Blüten sind wahrzunehmen. Dazu klettern subtile mineralische Komponenten aus dem Glas. Der Wein füllt den Mund aus mit vornehmen, schmelzigen Nuancen von reifen Birnen, gelben Pflaumen, Zitrusrichtungen, Mandeln, Vanille und mit einem Hauch von weißer Schokolade. Die herrlichen Aromen, die frische, gut untergebrachte Säure, die herkunftstypische leicht salzige Mineralität und die unaufdringliche Fülle vereinigen sich zu einem runden, cremigen, fast seidigen Abgang. Das ist kein rougher Südwestfrankreich-Bursche, sondern ein vollmundiger, straffer, schlanker und energiestrotzender edler Roussillon-Ritter. Wer es schafft, eine Languste auf den Grill zu legen, hat hier den passenden Wein parat. Etwas bodenständiger brilliert er zu einer Meeresfrüchte-Pasta oder – durchaus mutiger – auch zu einem Perlhuhn.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Les Chorèmes Côtes du Roussillon Villages&lt;br/&gt;Die alten Reben für diese Cuvée stehen in Lesquerde, Maury und Saint-Paul-de-Fenouillet je nach Parzelle auf Granitsand, schwarzem Schiefer und Ton-Kalkstein. Im Keller wurde parzellenweise spontan vergoren in Amphoren und Stahl. Der weitere Ausbau erfolgte über 18 bis 24 Monate in vorbelegten Eichenfässern.  Es ist eine Bio-zertifizierte rote Cuvée assembliert aus 60% Carignan, 20% Grenache, 15% Syrah und 5% Lladoner Pelut. Lladoner oder Lledoner Pelut ist eine Synonymbezeichnung der bekannten Rebsorte Grenache oder Garnacha. Sie stammt entgegen erster Annahme aus Sardinien, wo sie als Cannonau angebaut wird. Die Sorte Grenache zählt zu den am meisten angebauten Rebsorten der Welt und nimmt Platz drei im internationalen Rebsortenspiegel ein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Komposition der Rebsorten garantiert eine nahezu vollfruchtige Nase: Dunkle und rote Beerenfrüchte wie Heidelbeeren, rote Johannisbeeren, Brombeerkonfit, reife Zwetschgen – die Aromen nehmen mächtig Fahrt auf. Geschmacklich ist es ein sehr distinguierter Wein, der in keiner Richtung übertreibt. Die Säure drängelt sich nicht vor, sondern lässt einer kleinen neckischen Restsüße der Tannine noch Räume, die an den sanften Holzton ankoppeln. Sie tänzeln beschwingt und geschmeidig in einen würzigen Abgang, in dem noch schnell einige mit Cassis vermählte rote Johannisbeeren zuwinken. Der Wein erscheint ausgewogen und lebendig mit dichtem Körper und fülligem Rückgrat und einer gleichwohl bemerkenswerten Frische. Vergessen Sie nicht, den Wein zwei Stunden vor dem Genuss zu dekantieren. Dann beeindruckt er auch ein kräftig gewürztes Wildgulasch mit Waldpilzen und glänzt geradezu neben einem Hirschfilet mit Cassissoße.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Quartier Libre Côte du Roussillon&lt;br/&gt;Die Cuvée aus Carignan, Grenache Noir, Lladoner Pelut und Syrah kommt von Trauben aus sieben Parzellen in verschiedenen Gemeinden. Hier gibt es überwiegend Schwarzschiefer und Granitsand. Im Rahmen der Vinifizierung wurde ein Teil der Carignan- und Grenache-Trauben in Amphoren vergoren, die Reifung erfolgte in Eichenfässern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas schimmert der Wein in einem tiefdunklen Brombeerrot mit purpurnen Reflexen. Es duftet mit zunehmender Belüftung wild nach Brombeeren, schwarzen Kirschen, dunklen Pflaumen und einigen Himbeeren. Auch feine Gewürze aus der Weihnachtsbäckerei machen sich bemerkbar – alles mit feinen Anklängen von schwarzem Pfeffer, Minze und vegetabilen Tönen unterlegt. Der Mund wird saftig und extrovertiert ausgekleidet von einer schönen Fruchtdichte und einer würzigen Komposition von dunklen und roten Beeren, einigen Schwarzkirschen und reifen Zwetschgen. Das Holz gibt einen kleinen vanillig-röstigen Eichenakzent hinzu. Die noch jungen, gut eingebundenen, griffigen Tannine, die markante Mineralität und die frische Säure sind innig verwoben und unterstützen einen langen würzig-pikanten Abgang mit samtiger Textur. Der facettenreiche Wein imponiert durch seinen starken Körper, ohne sich plump anzubiedern. Eine moderne Roussillon-Symphonie in vielen Tonlagen, die besonders gut schallen, wenn Sie den Wein zwei Stunden vor dem Genuss dekantieren. Natürlich ruft dieser Wein geradezu nach einem wilden Braten vom Hirsch oder vom Angus-Rind oder noch ruinöser vom Kobe-Rind. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Maury Ambré Vin doux naturel&lt;br/&gt;Nun sind wir endlich bei den Weinen, mit denen das Roussillon die Weinwelt so einzigartig beeindruckt: die Süßweine V.D.N. – Vin doux naturel. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Maury Ambré ist ein Grenache blanc plus Macabeo von Reben, die 1981 auf schwarzem Schiefer und schwarzem Mergel in 200 Metern Meereshöhe gepflanzt wurden. Der steinige Boden speichert die Wärme am Tag und gibt sie in der Nacht an die Reben ab, was die Öchsle ordentlich antreibt. Das Disziplinar der AOP schreibt vor, dass die Rebstöcke in Buschform (französisch gobelet) geschnitten sein müssen, damit sie den Tramontane-Winden widerstehen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller wurden die Trauben nach der urtraditionellen Methode in portugiesischen Lagares „gepresst“, bei der die Trauben entrappt und eine Woche lang täglich eine Stunde lang in flachen Steinzeugfässern, eben den Lagares, zerstampft werden. Es heißt, dass hierfür gemäß der alten Tradition ganz einfach die Füße benutzt werden. Denn der menschliche Fuß ist ausreichend hart und schwer, um die Beeren zuverlässig anzuquetschen. Das Besondere ist jedoch, dass seine weiche Sohle die Traubenkerne dabei völlig unversehrt lässt, so dass die harten und bitteren Tannine der Kerne nicht in den Most gelangen. Gemäß den Vorschriften muss der Grundwein des Maury Ambré mindestens 15 Volumenprozent Alkohol haben, dann dürfen maximal 10% Eau de Vie hinzugefügt werden, mit denen die Gärung gestoppt wird, so dass unvergorener Zucker, aber auch viel von der natürlichen Süße und den natürlichen Aromen der Traube erhalten bleiben. Die Maury-Weine – das Äquivalent zu Vintage-Portweinen – reifen 18 Monate im Holzfass. Insgesamt wird der Maury Ambré teils wie ein Portwein, teils wie ein traditioneller Maury hergestellt. Dabei ist er weniger alkoholstark und subtiler und eleganter in seinen Geschmacksnuancen als Portwein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Bezeichnung Ambré verrät, welche Farbe der Wein hat, nämlich bernsteinfarben. Eine imponierende Vielfalt an fruchtigen Aromen stürmt die Nase. Ganz nach vorne drängeln Cassis, getrocknete Blumensträuße, einige exotische Gewürze und viele Nüsse. Die Aromatik ist herrlich komplex und lädt zu einem reichhaltigen Schnüffeln ein. Im Mund überrascht es, wie vornehm zurückhaltend sich die Süße dieses oxidativ ausgebauten Weins präsentiert. Nicht klebrig, nicht marmeladig, nicht überrumpelnd. Die Lösung dürfte in der vollendeten Harmonie zwischen Restzucker, aktiver Säure und den zurückhaltenden weichen Gerbstoffen nebst der kleinen Mineralität liegen. Vor allem das Säuregerüst im Hintergrund, das Frische in den Geschmack bringt, lässt jeden Sauternes blass aussehen. Im Geschmack laben wir uns an kandierten dunklen Früchten, getrockneten Feigen, Sultaninen, Honig, Macadamia Nüssen und bilden uns sogar einige vanillige Röstaromen ein. Der so hartnäckig lange Abgang wird durch enorme Tiefe, einen attraktiven Schmelz und eine feine, modern salzige Mineralität gekrönt. Ein edelsüßer voller Körper mit Raffinesse. Genießen Sie ihn zu Schokoladentörtchen mit flüssigem Kern (fondant au chocolat) oder probieren Sie ihn zu einer Mandeltorte oder zu San Daniele Schinken mit Feigenmarmelade.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Falguayra Nord Maury V.D.N.&lt;br/&gt;Dieser Vin doux naturel ist ein reinsortiger Grenache noir aus Maury, dessen Rebstöcke auf schwarzem Schieferboden stehen. Die Parzelle liegt an einem steilen Südhang auf einer Höhe von 200 Metern. Die Trauben wurden nach Erreichen der vollen physiologischen Reife per Hand geerntet. Im Keller reifte der angereicherte Wein in mehrfach vorbelegten Eichenfässern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas schaukelt der Wein bedächtig in einem leuchtenden Purpurrot mit Farbnuancen von Bernstein bis Mahagony. Er entwickelt ein markantes Aromenspektrum mit schwarzen Kirschen, Mandeln, einigen kandierten Orangen, einem Hauch Zimt und Nüssen plus einem energischen Touch dunkler Schokolade. Dazu schwebt eine kleine Anmutung von Mineralität aus dem Glas. Man möchte schon den ersten Schluck nicht mehr aus dem Mund lassen. Er hat under cover einen unerwarteten Säurestamm, ähnlich einem deutschen Eiswein, der die Aromen stabil und die Süße auf gewisse Art filigran hält und nicht Marshmallow-artig werden lässt. Wir schwelgen am Gaumen mit den unterschiedlichen Bukettaromen in allen Nuancen. Dazu gibt es Anklänge an Karamell, Feigen, kandierte Datteln, Mokka, Nüsse und eine aufregende Erinnerung an Schwarzwälder Kirsch Eis. Finesse trifft Ausdrucksstärke mit hoher Reife, viel Frucht und dichter Fülle. Auch im langen Finale präsentiert er liebevoll sein Kraftpotenzial mit einer erstaunlichen Frische und Sanftheit ohne jede Schwermut. Ein traumhaftes Süßweinerlebnis, das gerne eine pâté-ähnliche Foie Gras (nicht zu verwechseln mit einer germanischen Gänseleberpastete) oder einen Ziegen-Frischkäse oder einen Apfelstrudel begleitet. Und natürlich ein Dinner zu Zweit.</description>
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      <title>Das Weingut R&amp;A Pfaffl im Weinviertel: Höchste nationale und internationale Auszeichnungen für Spitzenweine von einem der besten Weingüter Österreichs&#13;</title>
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      <pubDate>Thu, 12 Jun 2025 21:27:54 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/6/12_Das_Weingut_R%26A_Pfaffl_im_Weinviertel__Hochste_nationale_und_internationale_Auszeichnungen_fur_Spitzenweine_von_einem_der_besten_Weinguter_Osterreichs_files/xbd_pers_rprjp4-600x400.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object000_17.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Jedes Jahr von Neuem öffnet sich der Weinhimmel und es regnet Auszeichnungen höchster Güte und Provenienz auf das Weingut R&amp;amp;A Pfaffl. Und das schon seit wenigen Jahren nach seiner Gründung. Das schafft kein weiteres Weingut in ganz Österreich. So wurde Winzer Roman Pfaffl 1996 vom renommierten Falstaff Magazin zum „Falstaff Winzer des Jahres“ gekrönt, 2016 kürte das berühmte amerikanische Magazin „Wine Enthusiast“ das Weingut zur „European Winery of the Year 2016“ – „für die Errungenschaften, Grüner Veltliner in die Welt zu bringen.” 2025 schließlich wurde Familie Pfaffl beim Spring Tasting von Mundus Vini als „Bester Produzent Österreichs“ ausgezeichnet und der PASSION Riesling Reserve 2024 als „Bester Weißwein Österreichs“. Elfmal erhielt das Weingut den Titel „Bester Produzent Österreichs”, zehnmal wurde es zu „Österreichs Weingut des Jahres” gekürt und 2021 sogar zum „Internationalen Weingut des Jahres”. Das sind allerdings nur die Höhepunkte der unzähligen nationalen wie internationalen Ehrungen der Verdienste von Familie Pfaffl.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut R&amp;amp;A Pfaffl liegt rund 18 Kilometer vom nördlichen Standrand von Wien entfernt in der 1300-Einwohner-Gemeinde Stetten. Wir befinden uns im östlichen Niederösterreich im Süden des Weinanbaugebiets Weinviertel, das sich hier mit dem Donautal und dem Weinbaugebiet Wien trifft.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Familie Pfaffl, das sind neben Roman Josef Pfaffl und seiner Schwester Heidemarie die Eltern Roman und Heidi Pfaffl und Romans Freundin Julia Wimmer. Dabei ist Roman für die Weingärten zuständig, Roman Josef regiert in erster Linie als Kellermeister, Heidemarie managt das Büro, Julia betreut die Kunden und Heidi sorgt für die familiäre Harmonie, in der sich alle wohlfühlen sollen. Schließlich wartet mit Heidemaries Kindern Marianne und Josef schon die nächste Generation.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Alles begann 1978, als Roman und Heidi Pfaffl nach ihrer Heirat die elterliche Landwirtschaft mit einem kleinen Buschenschank übernehmen und mit weniger als einem Hektar den Weinbau starten. Genau genommen fängt es zunächst mit dem Kauf eines Hauses in der Bezirksstadt Korneuburg an, das sie zu dem Heurigen „Laterndl Pfaffl” umbauen, der gleichsam den Aufstieg des Weinguts finanziert. Schon 1983 füllt Roman Pfaffl zwei Qualitätsweine in die ersten 200 Flaschen und erhält zweimal Gold bei der niederösterreichischen Landesweinbewertung. Der Weinanbau wächst über die Jahre auf fünf Hektar Rebfläche, zu denen 1989 sieben Hektar Terrassenlagen mit der Ried Sonnleiten hinzukommen, die allesamt neu bepflanzt werden müssen. Schon um die Jahrtausendwende sind die Weingärten mit dem Zukauf von 10 Hektar bester Flächen von Schloss Bockfliess mit der Premiumlage Ried Hochfeld auf 40 Hektar angewachsen. Die Familie schließt den Heurigen und legt nun gemeinsam los mit dem Weinmachen. 2002 wird der Keller erweitert und auf den Stand eines hochmodernen professionellen Weinguts gebracht, während der alte Bauernhof sich in eine Vinothek verwandelt. Da ist Roman Pfaffl schon mittendrin im Weinbusiness und wird 2002 als Ergebnis seines langjährigen Werbens für einen Zusammenschluss der Weinviertler Winzer zum ersten Obmann des Regionalen Weinkomitees Weinviertel ernannt. Er ist maßgeblich an der Einführung der ersten Appellation Österreichs im selben Jahr beteiligt: Weinviertel DAC (Districtus Austriae Controllatus). Inzwischen gibt es in Österreich neun klassifizierte DAC-Anbaugebiete. Es ist eine regionale österreichische Herkunftsbezeichnung mit klaren gebietstypischen Geschmacksprofilen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon ein Jahr später mischt eine neue Generation im Weingut mit: Sohn Roman Josef übernimmt die Kellerarbeit, obwohl er gerade erst von der Weinschule gekommen ist. Er bringt die Idee der Doppelstockerziehung im Weingarten und sein Faible für Rotweine ein. Seit 2004 werden auch die Wiener Weingärten bewirtschaftet und liefern die ersten Wiener Weine. 75 Hektar misst die Rebfläche des Weinguts, als 2011 zu Romans 60. Geburtstag er und Adelheid das Weingut an die beiden Kinder Roman Josef und Heidemarie übergeben, während die ganze Familie gemeinsam weiterarbeitet. In den nächsten Jahren geht es voran mit den Innovationen: 2017 wird ein weiteres Tanklager errichtet, das Presshaus vergrößert und eine Halle mit vollautomatischer Abfüllanlage samt Warenlager und Versand errichtet. 2021 folgt die Ausstattung der Dächer und Fassaden mit Photovoltaik, und im Keller wird aus Italien importierte ökologisch orientierte Verarbeitungstechnik installiert, die neue Maßstäbe in der österreichischen Kellerwirtschaft setzt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut besitzt heute 150 Hektar Weingärten im Weinviertel und in Wien. Die Lagen in mehr als zehn Gemeinden befinden sich in Stetten, Leobendorf, Rückersdorf, Karnabrunn, Königsbrunn, Enzersfeld, Großebersdorf, Münichsthal, Ulrichskirchen, Kronberg, Großengersdorf, Bockfließ und Wien. Einzigartig sind die Seewann´schen Lagen aufgrund ihrer terrassenförmigen Struktur in der sanften Hügellandschaft um Wien.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Böden reichen von metertiefem Löss aus der Eiszeit und kalkreichen Terrassen über Ton, Sand und Kies im Wiener Becken bis zur Flyschzone mit Sandstein, Sand und Quarzsandsteinen. Auf dem Hochplateau am Bisamberg südlich von Stetten mit den Rieden Herrenholz und Praschen liegen Mergel und Kalksandstein. In der Ried Zeiseneck stößt man auf fossile Überreste von Schnecken und Muscheln.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die so großflächig verteilt liegenden Weinberge weisen ein höchst unterschiedliches Kleinklima auf, zumal sich im Weinviertel das Mikroklima schon innerhalb von wenigen Kilometern ändern kann. Diese klimatische Vielfalt hat sich Familie Pfaffl mit der Anpflanzung der passenden Rebsorten zunutze gemacht. Klimatisch herrschen im südlichen Weinviertel durch den pannonisch-kontinentalen Klimaeinfluss vom Marchfeld her trockene Sommer und kalte, schneearme Winter vor. Oftmals treten tagsüber starke thermische Windböen als Folge der starken Sonneneinstrahlung auf. Durch die gute Entlüftung der Weingärten sind diese auch im Frühjahr und Herbst weitgehend vor unerwünschten Frösten und Krankheiten geschützt. Besonders im langen, nebelreichen Herbst gefallen die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht den Reben, die sich mit Fruchtigkeit, Säure, kräftigem Extrakt und ausgeprägter Komplexität bedanken. Wasser vom Himmel gibt es eher selten, was weniger zu Trockenstress führt, sondern die Rebstöcke veranlasst, sich über die Wurzeln die gewünschte Feuchtigkeit aus der Tiefe zu holen und damit zugleich ordentlich Mineralität in die Trauben transportieren. Die Vielfalt der Rebsorten und der Varietäten im Sortiment des Weinguts von leicht, verspielt, fruchtig und elegant bis dicht und kraftvoll ist auch ein Spiegelbild des Potenzials der Böden und des Mikroklimas in den teilweise grundverschiedenen Lagen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Angebaut werden im Weingut die weißen Rebsorten Grüner Veltliner, Riesling, Chardonnay, Weißburgunder, Grauburgunder, Welschriesling, Muskateller und Sauvignon Blanc und die roten Sorten Zweigelt, St. Laurent, Merlot, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir. Abgefüllt werden zu 65% Weißweine. Rund 70% aller Weine gehen in den Export in über 20 Länder. Berühmt sind die Cuvées aus den Reben von den Wiener Weingärten. Etliche Rotweine reifen im schicken Barriquekeller in französischen Eichenfässern und erreichen Weltrangniveau. Die Paradesorte Grüner Veltliner wird in zahlreichen Varianten ausgebaut, sogar im Holzfass. Zum Grünen Veltliner hat das Weingut eine besondere Beziehung, ist doch Roman Pfaffl in der Fachwelt schon frühzeitig als „Mr. Veltliner“ und auch „Mr. DAC“ bezeichnet worden, was seine herausragenden Verdienste um die Neuentdeckung des Grünen Veltliners und die Einführung der Klassifizierung würdigt.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den Weingärten steht der respektvolle Umgang mit der Natur nach den Grundsätzen des integrierten Weinbaus mit der Schonung der Böden, der Reben und der Umwelt im Vordergrund. Daher wird viel Handarbeit geleistet und weitgehend der „Pfaffl-Schnitt” praktiziert, bei dem durch Minimierung des Laubschnitts die Trauben durch mehr Schatten geschützt sind und sie luftig hängen, was insbesondere Pilzbefall verhindert. Bei der Doppelstockerziehung werden zwei Reben direkt nebeneinander angepflanzt, damit sie im Wettbewerb um die Wette in die Tiefe wachsen und intensiver Wasser tanken. Die Rebstöcke werden zu höherem Wuchs erzogen, so dass sie vielfach wie kleine Bäumchen aussehen. Die Pflanzung erfolgt zudem in doppeltem Abstand als üblich, so dass Unkraut zwischen den Stöcken maschinell und nicht chemisch beseitigt werden kann. Die Trauben werden möglichst spät mit hoher physiologischer Reife und streng selektiv gelesen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller wird mit zahlreichen technischen Highlights gearbeitet, aber nicht, um sich industriellen Methoden zu nähern, sondern um das, was die Trauben mitbringen, so schonend wie möglich als Wein in die Flasche zu bringen. Dabei gilt es, stets den richtigen Zeitpunkt zu finden, beispielsweise für die Dauer der Mazeration, der Gärung oder der Reifung. Eine Hauptrolle spielt auch die Wahl der Ausbaumethode und die präzise Temperatursteuerung.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut ist zertifiziert von „Nachhaltig Austria“, was einen nachhaltigen Herstellungsprozess bescheinigt, der aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht geprüft wird. Das nachhaltige Wirtschaften beginnt bei den Pfaffls im Weingarten mit vielen Ideen, um den Schutz der Natur zu fördern. So werden etwa die Fahrgassen begrünt, mit Blühpflanzen nützliche Insekten angelockt oder durch Reduzierung des Fahraufwands in den Weingärten CO2 eingespart. Zwischen den Rebzeilen wächst Klee, der Stickstoff bindet und den Boden auflockert. Pflanzenreste werden kompostiert und zum Düngen verwendet. Das Weingut wird mit Erdwärme geheizt, im Weinkeller wird die Wärmerückgewinnung aus der Gärung genutzt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Geschichte des Weinguts R&amp;amp;A Pfaffl ist nicht nur eine vorbildliche Familiengeschichte, sondern schon jetzt die Legende vom Aufstieg eines kleinen Familienbetriebs zum Spitzenwinzer im Weinviertel und einem der besten Weingüter Österreichs, von denen nur einige wenige so weit oben in die Spitze der Pyramide passen. Die Pfaffls haben mit Neugier, Leidenschaft, Mut zum Experiment und handwerklichem Können das Zusammenspiel des Terroirs mit den Eigenschaften der Rebsorten zur kompromisslosen Perfektion getrieben. Wenigen Weingüter gelingt es, den Facettenreichtum des Weinviertels mit ihren Weinen in so unterschiedlicher Charakteristik zu präsentieren und damit den Beweis zu erbringen, wie entscheidend es ist, dass die Eigenschaften, die von der Natur im Weingarten in die Rebe geschickt worden sind, sich im Keller ungestört entfalten können. Wenige wissen und können wie Roman Josef Pfaffl die Angebote der Natur so gut verstehen und so visionär in ausdrucksstarke Weine umsetzen. Das sorgt zu Recht international für Aufsehen und gleichwohl kann sich jeder Weinliebhaber hier Rot- und Weißweinträume auf höchstem internationalen Niveau erfüllen. Hinter allem steht die Solidarität einer Familie mit der positiven Einstellung zum Leben und zu den Traditionen plus viel Spaß an den Gemeinsamkeiten, bei denen man jedem seine eigene Persönlichkeit belässt. Immer sorgen die Generationen mit unterschiedlichen innovativen Beiträgen dafür, dass der Blick in die Zukunft sich auf handwerkliches Können, Traditionen und Erfahrung verlassen kann. Familie Pfaffl hat mit ihren Weinen innerhalb von knapp 4 Jahrzehnten nicht nur den internationalen Fokus auf Österreich und das Weinviertel gelenkt, sondern die österreichische Weinkultur maßgeblich geprägt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Weine aus dem Einstiegsbereich des Weinguts R&amp;amp;A Pfaffl verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Ganz Zart Rosé&lt;br/&gt;Da steht dieser Rosé und zieht einen mit seiner funkelnden Farbe so magisch an, dass man ihn gleich mal einschenken muss. Es ist eine Cuvée aus den Rebsorten Zweigelt (60%), Saint Laurent (30%) und Roesler (10%). Der Wein wurde im Edelstahl vinifiziert und ruhte einige Monate auf der Feinhefe. Die Roesler ist eine hierzulande wenig bekannte Sorte, die 1970 in Klosterneuburg als Kreuzung aus Zweigelt und Blaufränkisch gezüchtet wurde. Sie ist frost- und pilzresistent und vereint qualitativ das Beste der Eltern mit einer tiefdunklen Farbe und kräftigen Struktur.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas fällt der Rosé noch mehr als in der Flasche durch sein brillierendes Rubinrot auf. Wir freuen uns über agile und doch zärtliche Aromen von Erdbeeren, Rosenblüten und den Hauch von Johannisbeeren, die aus dem Glas strömen. Mit seiner Fruchtigkeit wirkt er geschmacklich dann auch ohne aufdringliche Süße äußerst sympathisch und saftig. Gleichwohl tritt er keineswegs allzu verspielt auf, sondern zeigt gerne seinen starken Charakter mit einiger Eleganz und einer energischen Textur vor. Die muntere Säure und die mineralischen Spuren sind ansprechend harmonisch integriert und geben dem trockenen Wein bis in das von Johannisbeeren eskortierte Finale animierende Spritzigkeit und Frische mit. Die leichtsinnigen 9,5 Volumenprozent Alkohol sorgen garantiert für gute Laune und lassen die Fußspitzen wippen. Es ist der freche und fruchtig-trockene Wein für die rosigen Abende in einem Sommer, der ruhig 12 Monate dauern darf. Er begleitet aber auch gerne einen großen Salatteller mit Ziegenfrischkäse.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Zeisen Grüner Veltliner Weinviertel DAC&lt;br/&gt;Ein Weinviertel DAC muss immer ein trockener Grüner Veltliner aus dem Weinviertel mit 12 bis 13 Volumenprozent Alkohol sein, eine hell- bis grüngelbe Farbe haben und einen fruchtig, würzig-pfeffrigen Geschmack ohne Holz- oder Botrytiston. Das wird von einer unabhängigen Weinkommission streng überwacht, ist aber gleichwohl oder vielleicht deshalb eine Erfolgsgeschichte geworden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Zeisen Grüne Veltliner ist ein Lagen-Wein aus der Ried Zeiseneck in der Gemeinde Stetten, die auf dem größten fossilen Austernriff der Welt liegt, das runde 17 Millionen Jahre alt ist. Hier heizt der steile Südhang am Tag ganz schön auf, der nahe Wald sorgt indes für kühle Nächte, so dass die Reben angesichts der großen Temperaturamplitude zufrieden sind und sich mit besonderer Aromatik und Feingliedrigkeit bedanken. Die rund 49 Jahre alten Rebstöcke stehen auf einem von Sand durchzogenen Lössboden, der zum Teil mit den Überresten fossiler Muscheln und Schnecken durchsetzt ist. Die Stöcke werden mit der beschriebenen Methode des Pfaffl-Schnitts behandelt, damit sie ordentlich Frische in den Wein bringen. Geerntet wurde im Jahr 2024 teilweise bereits Anfang September und der Rest Ende des Monats. Im Keller wurde nach etwa 3 Stunden Maischestandzeit bei sanftem Druck mit der pneumatischen Presse gepresst. Die Vergärung und die viermonatige Lagerung erfolgten im Edelstahl.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas duftet der Wein frisch, intensiv und elegant nach Zitrusrichtungen, grünem Apfel, Kräutern vom Typ Wiese im Morgentau und weißem Pfeffer mit einem winzigen Hauch aus der Weihnachtsbäckerei. Im Mund schlagen die Bukettnoten eine eigene Richtung ein, die zwar mineralisch umrahmt wird, das aber eher vorsichtig nuanciert und nicht so steinig-salzig intensiv. Wir schmatzen auf einer gesteigerten Fruchtigkeit herum, zu den Bukettaromen kommen Grapefruit und Pomelos hinzu, alles getoppt von viel Würze. Die aktive Säure sorgt dafür, dass die Fruchtsüße nicht zu wild wird und fördert einen langen, knackigen und ausgewogenen Abgang mit dem Eindruck einer saftigen Frische. Ein klassischer, trockener Grüner Veltliner, der das Weinviertel mit Charakter und Trinkvergnügen ins Haus bringt. Wenn dieser Wein auf dem gedeckten Tisch stehen soll, dann ganz österreichisch zu einer Brettljause oder neben einem Tafelspitz mit Meerrettich.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Wien.1&lt;br/&gt;Wer hätte gedacht, dass es über 600 Hektar Weingärten in der Hauptstadt Österreichs gibt, die von 155 Weingütern bewirtschaftet werden. Dabei speisen sie nicht allein die Heurigenlokale und Buschenschanken oder begießen das Wiener Schnitzel. Vielmehr werden immer mehr Qualitätsweine gemacht, die auch international nachgefragt sind.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wien 1 vom Weinguts R&amp;amp;A Pfaffl ist die erste Weißweincuvée aus den Weinbergen des Weinguts in Wien – daher die 1. Die Cuvée ist komponiert aus 60% Riesling, 20% Grüner Veltliner und 20% Weißburgunder. Die rund 24 Jahre alten Rebstöcke stehen in den Lagen Herrenholz und Praschen hoch über Wien auf dem Hochplateau Bisamberg, einem Höhenzug an der Wiener Pforte, der das Korneuburger Becken umrahmt. Das Terrain wird hier von kalkigem Sandstein der Flyschzone bestimmt, stellenweise gemischt mit Löss, Kalkstein oder Tonmergel. Im Keller erfolgte die Verarbeitung des Anfang September 2024 selektiert geernteten Traubenmaterials im Edelstahl. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas blitzt der Wein in einem sehr hellen Gelb und sendet grünliche Reflexe aus. Er duftet intensiv und transportiert Noten von grünen Äpfeln, Aprikosen, Zitrusfrüchten und weißen Pfirsichen in die Nase. Dazu schwebt ein Touch von Holunderblüten und frischen Kräutern herum. Alles passt erstaunlich zu den Rebsorten und ihrem Cuvée-Anteil. Am Gaumen zeigt der Wien1 sich von einer enorm fruchtigen Seite, auf der die grünen Äpfel, Zitrus, Grapefruit und Maracuja mitspielen, alles umrahmt von einer inspirierenden Würze. Die spritzige, anregende Säure und eine herrliche Mineralik von den kalk- und sandsteinhaltigen Böden eskortieren einen langen fruchtig-würzig Abgang mit einer kleinen delikaten Spur von grünem und weißem Pfeffer im Nachhall, den der Grüne Veltliner spendiert hat. Eine fruchtig-frische, körperreiche Cuvée mit Eleganz. Wenn man schon Wien im Glas hat, darf das Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat nicht weit sein. Es ist aber auch der universelle Begrüßungswein auf der Terrasse.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Gemischter Satz Harmony&lt;br/&gt;Das Besondere am gemischten Satz ist bekanntlich nicht nur die Gemeinsamkeit im Weingarten, sondern die gemeinsame Vinifizierung. Im Gegensatz zur Cuvée, bei der die Rebsorten-Weine im Keller assembliert werden, wird beim echten gemischten Satz alles, was dafür im Weingarten wächst, in trauter Verbundenheit gekeltert, was die begehrte Komplexität der Weine nahezu garantiert. Diese Art des Weinanbaus war bis zum 19. Jahrhundert überall in Europa sehr verbreitet, um das Risiko des Ernteverlustes zu verringern. Am längsten hat er sich in der Wiener Umgebung, im Weinviertel und in der Steiermark gehalten. Die rebsortenreinen Weingärten kamen erst im 19. Und 20. Jahrhundert auf. Durch EU-Verordnung von 2009 wurde die Bezeichnung „gemischter Satz“ geschützt und ist nun Weinen aus Österreich vorbehalten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Harmony ist ein Mischsatz aus jeweils 15% Chardonnay, Gelber Muskateller, Grüner Veltliner, Riesling und Weißburgunder. Wie es der Tradition entspricht, kommen die Trauben von den Lagen am Stadtrand von Wien von kalkigen Sandstein-Böden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase drängelt sich die Cuvée nicht mit Explosivstoffen, sondern offeriert vornehm dosiert Nuancen von Pfirsichen, Äpfeln, etwas Ananas und Zitrus, dazu der veltlinertypische pikante Hauch von Pfeffer. Im Geschmack kommt zu dem fruchtigen Aromenspektrum eine deutlich würzige Note mit Anmutungen von Holunder und Mandeln hinzu. Hier wirkt der Wein geschmeidig, frisch und saftig. Das imponierende Zusammenspiel von saftiger Frucht und lebendiger Säure bringt neben einer charakterstarken Mineralität im Finish auch einen ordentlichen Schmelz mit. Eine fesche Komposition, die noch lange nachklingt. Wir genießen einen lustvollen Sommerwein von großer Klasse für alle Fälle. Er brilliert aber auch völlig risikofrei zu weißem Spargel mit Kartoffel-Drillingen oder zu einem Pasta Gericht mit edlen Meeresfrüchten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Hund® Grüner Veltliner Weinviertel DAC Reserve&lt;br/&gt;Die bis zu 44 Jahre alten Reben für diesen Grünen Veltliner wachsen in der alten Ried Hundsleiten am schon erwähnten Bisamberg in Parzellen mit kargem Ton-, Sand- und Quarzgestein über felsigem Untergrund. Diese Flysch-Formation transportiert reichlich Mineralität in die Trauben. Die Ried ist nach Südwesten geneigt und so extrem steil, dass die schwere Arbeit in dieser Ried ihr den Namen gab. Wenig Ertrag, viel Handarbeit und eine späte Ernte sind eine Art Erkennungsmerkmal dieser Lage. Im Keller wurde nach 8 Stunden Maischestandzeit schonend abgepresst und der Most je zur Hälfte im Edelstahl und großen Holzfass vinifiziert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit einem hell-goldigen Gelb und silbrig-grünlichen Reflexen präsentiert sich der Wein im Glas. Markante Töne von grünen Äpfeln und Ananas schwingen sich in die Nase, aber auch Anklänge an Melisse, Orange und feine Noten von getrockneten Kräutern. Dazu schweben vorsichtige Anmutungen an pfeffrige Würze herum. Am Gaumen stellt sich sofort eine fruchtige, saftige Frische ein, unterlegt von roten und gelben Äpfeln, Zitrus und Würze. Im langen Finish genießen wir nicht nur die sortentypische Pfeffernote, sondern auch die terroirtypische Mineralik. Der Trinkfluss kommt ordentlich in Schwung dank des kräftigen Körpers und der komplexen, gut ausbalancierten Struktur mit filigraner Säure, distinguierter Mineralität, zart cremigem Schmelz und einem belebenden Fruchtspiel. Alles lässt sich im Abgang noch lange genießen. Ein ausdrucksstarker, vielschichtiger und energiegeladener Wein mit packender Finesse. Das ist der Vorzeigewein, der gerne als Aperitif glänzt. Was die Speisebegleitung angeht, so gehören selbstredend Spargel, Wiener Schnitzel oder Backhendl zu den üblichen Verdächtigen. Sie können es aber auch einmal mit einer asiatischen Fischpfanne probieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2024 Sandstein Zweigelt&lt;br/&gt;Die Zweigelt-Rebe ist einst von der österreichischen Bundeslehranstalt in Klosterneuburg gezüchtet worden als Kreuzung zwischen Blaufränkisch und St. Laurent. Dass dieser Zweigelt im Glas von Sandsteinböden kommt, signalisiert schon sein Name. Die etwa 28 Jahre alten Rebstöcke stehen in der Ried Neuberg bei Stetten mit direktem Blick ins Korneuburger Becken. Wir befinden uns in der Flyschzone, wo der Sandstein mit Ton bzw. Tonmergel vermischt und mit einer dünnen Lössauflage überzogen ist. Die im September 2024 streng selektiv geernteten Trauben wurden bei 28°C rund drei Wochen im Edelstahltank mit Überflutung und Belüftung vergoren, der Wein reifte zu 50% im Stahltank und zu 50% in gebrauchten Barriques.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Sandstein-Zweigelt lädt mit einem dunklen, purpur schimmernden Rubinrot im Glas ein. In der Nase werden alle Zweigelt-Erwartungen erfüllt: eine mit Waldbeerenkonfit unterlegte kernige Kirschfrucht vom Typ Hedelfinger Schwarzkirsche, dazu ein kleiner Touch Mokka plus Veilchen und eine gewisse Kräuter- und Mineralwürze. Auf der Zunge breitet der Wein sich schmiegsam, ruhig und fast cremig aus. Die saftige Kirschfrucht wirkt wie die Essenz der Traube und wird durch Töne von Brombeeren und Zwetschgen, einer pikanten Würze, durch die verhaltene Säure, die gradlinige Struktur und die Jugendlichkeit des Weins unterstützt. Die extraktsüß umhüllten Tannine sind zwar noch knackig, aber gut eingebunden und treten deshalb nicht klotzig auf, sondern eskortieren ausgewogen den angenehm mineralischen Nachhall. Ein dichter, trockener Zweigelt, der nicht plattmacht, sondern trinkfreudige Kraft herauslässt. Erfreuen Sie sich und den Wein mit einem krossen Entenbraten oder ganz einfach mit einer neapolitanischen Pizza.</description>
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      <title>Wo Alpengletscher mediterrane Täler umarmen: Die Kellerei Eisacktal in der Spitzenliga der Qualitätsweine aus Südtirol&#13;</title>
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      <pubDate>Thu, 15 May 2025 13:31:24 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/5/15_Wo_Alpengletscher_mediterrane_Taler_umarmen__Die_Kellerei_Eisacktal_in_der_Spitzenliga_der_Qualitatsweine_aus_Sudtirol_files/xCantina%20Valle%20Isarco%20%2810%29.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object882.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Südtirol (Alto Adige) bildet mit rund 5.300 Hektar ein kleines, aber selbständiges italienisches Weinanbaugebiet in der Region Trentino. Rund 5.000 Betriebe bauen Reben an, etwa 160 Betriebe füllen alljährlich gut 40 Millionen Flaschen, von denen etwa ein Drittel exportiert wird. Über 98 Prozent der gesamten Fläche sind als DOC mit sieben Unterregionen für bestimmte Weintypen klassifiziert. Rund 70 % des Weins werden in 15 Kellerei-Genossenschaften erzeugt, die hier eine lange Tradition im Weinbau haben und zusammen mit 10 Molkerei- und 25 Obstgenossenschaften über 3.500 Arbeitsplätze in der Südtiroler Landwirtschaft sichern. Wer sich bei uns lauthals über Genossenschaftsweine pikiert, muss wissen, dass Genossenschaftskellereien in Südtirol Tradition haben und schon lange keine Massenweine, sondern höchste Spitzenqualitäten herstellen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Eisacktal (italienisch Valle Isarco) ist Südtirols und somit Italiens nördlichstes Weinbaugebiet. Es liegt inmitten einer Landschaft, wo Alpengletscher mediterrane Täler umarmen und der Norden zum Süden wird. Es ist eines der schönsten Täler Südtirols, durchzogen vom Flüsschen Eisack, das sich bei Bozen in die Etsch ergießt. Jeder, der mit dem Auto nach Süden reist, durchquert das Tal auf der Autobahn vom Brenner nach Bozen zwischen Brixen und Klausen. Das Weinanbaugebiet Eisacktal erstreckt sich von der Gemeinde Vahrn, kurz vor der Provinzhauptstadt Brixen im Norden bis zum Ritten bei Bozen im Süden. Bedeutende Weinbauorte sind unter anderen Feldthurns, Kastelruth, Klausen, Lajen, Vilander und Völs am Schlern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hier wurde seit Jahrhunderten Weinbau betrieben, vorwiegend von den Klöstern. Schon der Minnesänger Walther von der Vogelweide pries die Weine aus dem Gebiet um Klausen und Brixen. Ein Neubeginn des in den Jahrzehnten davor stark vernachlässigten Weinbaus erfolgte 1961 mit der Gründung der Kellerei Eisacktal als jüngste südtiroler Genossenschaft mit Sitz am Reintalherhof. Als das historische Gebäude ein Jahr später abbrannte, kaufte die Genossenschaft die Ruine und errichtete einen modernen Produktionsbetrieb. Viele Weinbauern arbeiteten damals nur im Nebenerwerb und erkannten, dass ein Zusammenschluss sowohl Produktion als auch Absatz fördert. Nach dem Zusammenbruch der Lagerhalle durch eine Neuschneedecke zog die Kellerei 1978/79 um und vergrößerte die Betriebsanlagen an den Spitalwiesen in Klausen zwischen Brennerstaatsstraße und Fluss. 2006 wurde der gesamte Komplex modernisiert. Zum 60-jährigen Jubiläum 2021 designte man die Flaschen und den Internetauftritt komplett neu.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Genossenschaft wuchs von 24 Gründungsmitgliedern inzwischen auf 130 Winzer aus 11 verschiedenen Gemeinden und ist damit die größte im Tal noch vor der Stiftskellerei Neustift, die dafür auf eine 875jährige Geschichte zurückblicken kann. Die Genossenschaftsmitglieder – darunter viele lokale Familienbetriebe – bewirtschaften heute knapp 150 Hektar Weinberge und erzeugen alljährlich mehr als 950.000 Flaschen. Damit gehört sie eher zu den kleineren Genossenschaften in Südtirol, hat sich aber seit etlichen Jahren in der Spitzenliga der südtiroler Qualitätsweine etabliert. Neben der Genossenschaft wirtschaften im Eisacktal nur noch 18 „Selbsteinkellerer“, in Südtirol auch „Freie Weinbauern“ genannt. 2015 schlossen sich die meisten dieser Weingüter und die Kellerei Eisacktal unter dem Namen „eisacktalWein&amp;quot; zu einer anderen Art von Genossenschaft zusammen, um nach dem Motto „Vom Berg ins Glas“ das Gebiet nach außen zu präsentieren und die Zusammenarbeit der Betriebe kommunikativ und mit Weinführungen und Events zu fördern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Den Grundstein für die Hochwertigkeit und den Charakter der Weine der Kellerei legt das einzigartige Terroir des Eisacktals. Die Weingärten schauen in alle Himmelsrichtungen, mit Böden, die sich das Beste aus der Geologie ausgesucht haben, und die ein Mikroklima genießen, das jede Lage individuell verwöhnt. Die Rebstöcke stehen in den Weingärten der Mitglieder in schroffen, teils abenteuerlich steilen Hügel- und Steillagen. Dabei klettern die Rebanlagen von 250 bis auf 1.000 Meter Meereshöhe. Diese Tophöhe war früher in Europa eine grenzwertige Höhenlage für den Weinanbau, die sich in Zeiten der Klimaveränderung indes zum Vorteil entwickelt, zumal die Reben hier langsam wachsen und in Ruhe die begehrte lebendige und spannungsreiche cool climate Aromatik aufbauen können, bis sie nach sonnig-warmen Herbsttagen spät geerntet werden. Die Reben schmiegen sich an die ortsüblichen Pergel-Drahtrahmen und wachsen im Angesicht von eisigen Bergwinden und späten Nachtfrösten trotzig der stundenlang scheinenden Sonne entgegen, während sie die Wurzeln in die Tiefe schicken, um Wasser und Mineralien zu tanken, mit denen sie die Aromatik der Trauben anreichern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wohl kaum ein sütiroler Tal kann in seinem Verlauf eine derartige Vielfalt an Bodentypen vorweisen. Im Brixner Talkessel, wo die Rebterrassen an steilen Hängen mit intensiver Sonneneinstrahlung am linken Ufer liegen, beherrscht eine Melange aus Schiefer, Gneis, Granit und schottrig-sandigen Moränenböden das Terrain, das nach Norden hin von den Bergen geschützt wird. In Richtung Süden und Südwesten wird das Tal enger und die meisten Rebanlagen sind auf das rechte Ufer gewandert. Hier liegen Glazialschotter und zwischeneiszeitliche Flussablagerungen herum, dazu kommt bis Klausen Quarzphyllit, ein feinkristallines, dünnschiefriges und blättriges Gestein, das in Richtung Waidbruck in Quarzporphyr übergeht, ein in seiner Zusammensetzung dem Granit entsprechendes vulkanisches Gestein, neuerdings als Rhyolith bezeichnet. Alles ist jedenfalls gut wasserdurchlässig, speichert mehr oder weniger Wärme und transportiert letztendlich eine ordentliche Mineralität in die Weine.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Klimatisch bietet das Eisacktal den Reben beste Voraussetzungen für eine stressfreie Entwicklung der Aromen und des wichtigen Säureniveaus. An außergewöhnlich vielen Tagen im Jahr strahlt die Sonne, während die Niederschlagsmengen gering ausfallen und die Rebstöcke von kühlen alpinen Brisen trocken gehalten werden, was Pilzbefall inklusive Botrytis verhindert. Die Abkühlung in der Nacht durch die Luftströmungen von den umliegenden Bergen fördert noch einmal die Konzentration der Aromen in den Trauben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die verschiedenen Bodenarten und das wechselnde Mikroklima ermöglichen eine spezielle Auswahl der für den jeweiligen Standort idealen Rebsorte. Das ideale Zusammenspiel zwischen Rebsorte und Lage wird hier bewusst gepflegt und genutzt. Das ist ein immenser Vorteil einer Genossenschaft, die von jedem Mitglied seine perfekte Rebsorte zugeliefert bekommt und damit ein breites Sortiment an hochwertigen Terroirweinen mit einzigartigen Geschmacksprofilen anbieten kann. Kleines Beispiel: Wer Müller-Thurgau in 900 Metern Höhe anbaut, der macht keinen der berüchtigten gesichtslosen Müllers für den Massenkonsum.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Anders als in anderen südtiroler Anbaugebieten fokussieren Böden und Klima den Weinbau im Eisacktal unstreitig auf weiße Rebsorten, obgleich man bis Mitte des letzten Jahrhunderts hinein unter Ignorierung der eher mageren Bodenstrukturen und des rauen Klimas ganz überwiegend Rotweine mit dann geringer Qualität herstellte. Einer der entscheidenden Schritte hin zur Südtiroler Qualitätsspitze war für die Kellerei Eisacktal und ihre Mitglieder daher die nicht ganz einfache Umstellung und strategische Ausrichtung auf überwiegend weiße Sorten, womit sie letztlich eine weit bewunderte Erfolgsgeschichte angeschoben haben. Der Erfolg bestätigte sich durch Höchst-Prämierungen in nationalen und internationalen Weinführern. Mittlerweile gilt das Eisacktal als eines der besten Weißweingebiete Italiens. Das heißt allerdings nicht, dass hier nicht auch großartige Rotweine entstehen können, worauf bei der Verkostung noch zurückzukommen sein wird. Die Genossenschaftswinzer der Kellerei Eisacktal bauen die Weißweinsorten Kerner, Sylvaner, Grüner Veltliner, Pinot Grigio, Gewürztraminer, Sauvignon Blanc, Müller-Thurgau, Weißburgunder und Chardonnay an. Sie machen 97% der Produktion aus. Daneben werden die Rotweinsorten Lagrein, Blauburgunder, Vernatsch und Zweigelt vinifiziert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Arbeit auf den Terrassen in den Weingärten ist fast immer Handarbeit, gelesen wird ausschließlich von Hand. Viele Genossenschaftsmitglieder richten den Anbau zunehmend nach ökologischen Regeln aus, weil sie erkannt haben, dass es gilt, die Natur auch für nachfolgende Generationen noch genießbar und nutzbar zu hinterlassen. In der Produktion wird auf die Schonung der Ressourcen geachtet, insbesondere was den Wasserverbrauch und die Stromerzeugung durch Photovoltaik angehen. Obendrein wurde die Leichtglasflasche eingeführt, was jährlich 67,5 Tonnen CO2 einspart und die Umweltbilanz deutlich verbessert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Seit 2020 arbeitete die Kellerei mit dem Önologen Riccardo Cotarella als Weinberater zusammen, seit 2023 verantwortet Stefan Donà als einer der jüngsten Kellermeister der Südtiroler Genossenschaften die Vinifikation der Weine. Beide haben einen großen Anteil am internationalen Erfolg der Weine. Auf dem Foto ist Stefan Donà zusammen mit dem Geschäftsführer Armin Gratl zu sehen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Kellerei hat ihre Weine in abgestufte Kategorien eingestellt: Ganz oben rangieren als absolute Spitzenweine die limitierte Premium Cuvée Adamantis aus Sylvaner, Grüner Veltliner, Pinot Grigio und Kerner sowie die ebenfalls limitierte Linie Sabonia mit einem Silvaner und einem Kerner aus den Toplagen der Dioritfelsen rund um das Kloster Säben. Es folgt die Selektions-Linie mit den sortentypisch vinifizierten Aristos-Weinen mit neun weißen und einer roten Rebsorte plus einem Schaumwein. Klassisch Weiß und Klassisch Rot präsentiert zehn frische, fruchtige und mineralische weiße und vier ausgesuchte erstklassige Rotweine. Dazu kommt die Linie Isaras mit drei Aperitifweinen – von jeder Farbe einer. Der Dessertwein Nectaris ist ein Passito aus selektierten, getrockneten Kerner-Trauben. Die meisten Weine tragen die Herkunftsbezeichnungen DOC-Eisacktaler oder DOC Südtiroler.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten acht Weine der Kellerei Eisacktal aus der ARISTOS-Linie verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Aristos Kerner&lt;br/&gt;1929 kreuzte der deutsche Landwirt August Herold die Rebsorten Trollinger (in Südtirol Vernatsch) und Riesling und schuf damit den uns heute bekannten Kerner. Getauft wurde die neue Rebsorte nach dem deutschen Dichter und Mediziner Julius Kerner. Die Kernerrebe liebt die schottrigen, flachgründigen Quarzphyllit-Verwitterungsböden in den höheren Lagen des mittleren Eisacktales, wo sie in 700 bis 800 Metern Meereshöhe ihre Frostbeständigkeit ausspielen kann. Im Keller vergärte der Most nach einer kurzen Maischestandzeit im Edelstahltank, der Wein reifte für zehn Monate mit Partien im Edelstahl und im großen Holzfass auf der Feinhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem strohgelb mit grünlichen Reflexen beleuchteten Glas drängen sich feinfruchtige Aromen. Charente-Melone, Passionsfrucht, Honigtau und viel Muskat mit einigen weißen Pfirsichen und einer gewissen pikanten Kräuterwürze sind die Richtungen, mit denen man sensorisch auf einer üppigen Blumenwiese sitzt: Hier blühen Geißblatt, dort weiße Rosen und Akazien, irgendwo liegen ein paar Steine herum. Man kann gar nicht aufhören, zu schnüffeln. Wer nun einen süßlichen Blumenwein erwartet, wird überrascht. Schon der erste Schluck schafft Klarheit im wahrsten Sinne des Wortes: ein trockener Wein, transparent, gradlinig, vollmundig und frisch. Wir genießen ein Potpourri an Früchten: rote und grüne Äpfel, Honigmelonen, reife Reineclauden, weiße Pfirsiche, eine winzige Spur dunkler Beeren und Limette. Dazu melden sich auch am Gaumen dezente Muskatnoten. Eine rassige, fröhliche und gut integrierte Säure versorgt den runden Körper und das starke Aroma mit herrlicher Frische und Saftigkeit, was dem würzigen Finale noch einmal ordentlich Schwung und Coolness verschafft. Es ist ein intensiver, charaktervoller, von einer subtilen Mineralik begleiteter Wein mit einer guten Struktur und imponierender Ausdrucksstärke. Der Kerner Aristos ist der Weiße, der auf dem Tisch steht, wenn die erwachsenen Kinder oder Großvater kommen, wenn im Spa oder am Strand das Glas gefüllt wird oder wenn man das ganze Jahr über Lust auf Sommer haben will.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Aristos Silvaner&lt;br/&gt;Beim Silvaner sind die Trauben typischerweise ein Abziehbild ihres Terroirs. Die Reben sind recht eigenwillig und brauchen ehrliche Zuwendung. Bei aufwändiger Laubarbeit und rigoroser Mengenreduzierung bedanken sie sich dann auch mit einem kraftvollen, aromareichen Wein. Das Resultat von Betreuung im Weinberg und im Keller kann man hier nur bewundern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Trauben für diesen Sylvaner stammen aus den sonnendurchfluteten Weinbergen rund um das Kloster Säben. Hier stehen die Rebstöcke auf flachgründigen, kargen und steinigen Diorit- und Quarzphyllit-Verwitterungsböden. Die Trauben wurden streng selektioniert von Hand gelesen und bekamen eine kurze Maischestandzeit, bevor schonend abgepresst und der Most im Edelstahl vergoren wurde. Der Wein reifte für 7 Monate auf der Feinhefe, teils im Edelstahltank, teils im großen Akazienholzfass.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wenn Sie den Wein im grünlich-hellgelb strahlenden Glas einige Minuten atmen lassen, bedankt er sich mit einer eindrucksvoll stürmischen Nase: Alle wollen die ersten sein – die grünen Äpfel, die kleinen gelben Pflaumen, reife Birnen, Pfirsiche, einige frische Kräuter und eine Anmutung von Nüssen. Im Hintergrund schweben fein-vegetabile Richtungen. Am Gaumen korrespondiert die Fruchtigkeit harmonisch mit der deutlichen Mineralik und dem angemessenen Säuregerüst. Er tritt gradlinig, klar und frisch mit einer eleganten Tiefe auf. Im ausgiebigen Finish verbündet sich die straffe Säure innig mit der Frucht und der Mineralik. Ein griffiger Wein, der saftig und animierend ein kühles, frisches Mundgefühl vermittelt. Er beeindruckt einen Kalbsrücken mit Rahmsoße ebenso wie ein Perlhuhn aus dem Rohr.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Aristos Pinot Grigio&lt;br/&gt;Die Trauben für diesen Grauburgunder kommen aus mehreren Abschnitten des Eisacktals von Weingärten in 550 bis 600 Meter Meereshöhe. Die Reben wurden sortenbezogen vorwiegend auf Lehmböden gepflanzt, wo die Stöcke gut mit Wasser versorgt werden. Nach kurzer Maischestandzeit erfolgte die Gärung teils im Edelstahltank, teils im großen Eichenholzfass. Auch hier lag der Wein noch zehn Monate auf der Feinhefe im Edelstahl und großen Holz.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon im Bukett hebt er sich deutlich ab von den schnöden Pinot-Gridjio-Typen aus dem Trinkernahverkehr. Er lockt nicht nur mit Fruchtnuancen von reifen gelben Äpfeln, Williamsbirnen und Mirabellen, sondern auch mit Noten von Macadamia Nüssen und mit vegetabilen Lüftchen. Im Mund trifft sich dieses schöne Aroma-Ensemble wieder, hinzu kommen Spuren von dunklen Beeren, Ananas, Mandeln und würzigen Kräutern. Die Kühle der Frucht und die Präzision der lebendigen Säure sind bemerkenswert. Dank geht an den wärmenden Lehm, der obendrein durch sein Wasserhaltevermögen für ein verlässliches Wachstum der Reben sorgt und den Trauben die sonst oftmals schwächelnde Säurestruktur erhält, was sich durch rechtzeitige Ernte noch absichern lässt. Im Mund geht der Wein über in einen kühlen, fast schmelzigen Abgang mit saftiger Kraft und Frische, die sich nicht in belangloser Lieblichkeit verlieren. Dieser vollmundige Pinot Grigio steht richtig auf dem Tisch für ein Lachsfilet mit weißem Spargel.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Aristos Gewürztraminer&lt;br/&gt;Der Gewürztraminer aus der Aristos-Linie wurde im Keller ähnlich ausgebaut wie Kerner und Pinot Grigio aus derselben Linie, also sowohl im Edelstahl als auch im Holz. Die Reben sind auf schottrigen Diorit-Verwitterungsböden an Südost-Hängen rund um Brixen, Klausen, Feldthurns, Ritten und Villnöß in 550 bis 650 Meter Meereshöhe gewachsen. Einen Gewürztraminer zu bestocken ist ein spannendes Abenteuer, das Mut und Hartnäckigkeit erfordert, aber auch den Lohn der Angst bringt. Die Rebsorte ist äußerst zickig, was den Boden und die Verrieselungsneigung angehen, deshalb schwanken die Erträge in den Jahrgängen sehr stark. Oftmals ist das „bisschen“, was dann am Stock hängt, ein Öchsleknaller, wenn spät geerntet wird. Jedenfalls eignen sich die Gewürztraminer Reben immer dazu, einen hochwertigen Wein auszubauen. Das ist der Kellerei Eisacktal mehr als gelungen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Kaum ist der Gewürztraminer im Glas, schon explodieren die Aromen: Ein Strauß Rosen und edle Muskat-Gewürze, dazu ein Korb heimischer und exotischer Früchte mit Aprikosen, Maracujas und Zitruszesten aber auch ein Hauch von Nelken, Marzipan und Vanille. Alles aber auf der kühlen Ebene, ohne aggressiv zu wirken. Das Aromengemälde setzt sich am Gaumen fort, niemand will der Erste sein, der diesen hochkomplexen Wein aus dem Mund entlässt. Ein Touch dunkler Beeren, ein Hauch von vegetabilen Eindrücken und Spuren von Mineralik runden das Geschmacksbild ab. Er ist konzentriert rein-fruchtig, intensiv, aber auf keinen Fall wuchtig oder übersatt, obgleich der merkliche, aber nicht übertriebene Alkoholgehalt von 14 % bei Weißweinen nahe an der no-go-Area liegt. Mit nachhaltiger aromatischer Intensität tritt er zusammen mit der sortentypisch milden Säure in einem langen Finish mit dezenten mineralischen Anklängen ab – getragen von einer aromatischen Würze und einer üppigen Fruchtigkeit. Der Wein ist ein flüssiger Berater im entspannten Gespräch, aber auch der galante Begleiter einer Gänseleberpastete oder einer großen Platte mit betont würzigen Käsesorten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Aristos Sauvignon&lt;br/&gt;Die Trauben für den Aristos Sauvignon stammen aus der Gegend um das Weindorf Atzwang im südlichen Abschnitt des Eisacktals zwischen Klausen und Bozen. Die warmen, tiefgründigen Porphyr-Verwitterungsböden liegen auf einer Meereshöhe zwischen 600 und 720 Metern, die Rebstöcke sind nach Süden und Südosten ausgerichtet. Das gefällt der recht empfindlichen Sorte ganz gut, liebt sie doch windoffene trockene Weingärten ohne Herbstnebelfeuchte. Die per Hand gelesenen Trauben wurden nach kurzer Maischestandzeit vorsichtig abgepresst, die Vergärung und das zehnmonatige Hefelager erfolgten teils im Edelstahltank, teils im großen Holzfass. &lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Der Sauvignon schaut uns aus dem Glas in einem hellen Grüngelb an. In der Nase outet er sich als der Stachelbeer-Gras-Brennnessel-Typ, der dieses grüne Aromenspektrum intensiv, vollfruchtig und lustvoll rüberbringt und zurückhaltend durch gelbe Töne von Zitrus und Litschis mit einem Touch Mandeln ergänzt wird. Am Gaumen münden die Bukettaromen zusammen mit dezenten Limettennoten und etwas Paprika und Kräuter in einer herrlichen Kraft mit einer lebendigen Säure und einer bodenbezogenen dezenten Mineralik, was den leicht schmelzigen Abgang dann anhaltend ausfüllt. Das ist ein vollmundiger Wein, der Energie spendet – ein saftig-fruchtiger Frischling mit einer schlanken, kernigen Struktur. Er brilliert völlig risikofrei zu weißem Spargel mit Kartoffel-Drillingen oder zu Meeresfrüchte-Pasta oder als kleine Apéro-Überraschung mit einem Ziegenkäse-Dip.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Aristos Grüner Veltliner&lt;br/&gt;Die Reben dieses Weins wachsen im mittleren Abschnitt des Eisacktals auf tiefgründigen, sandigen Lehmböden in 550 bis 600 Metern Meereshöhe. Die Hänge sind mit 45% nach Südosten geneigt. Die Vinifizierung erfolgte auf gleiche Weise wie beim Aristos-Sauvignon. Grüner Veltliner ist bekanntlich das weiße Aushängeschild des Weinviertels in Niederösterreich, doch die Lehmböden, die Berghänge und das einzigartige klimatische Wechselspiel im Eisacktal transportieren eine besondere südtiroler Eigenart in das Aroma und den Charakter der Grüne Veltliner Traube. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hellgelb schimmert er im Glas und lässt bisweilen einen grünen Reflex aufblitzen. In der Nase tritt er mit einem interessanten floralen und pikant-kräutrigen Aroma an, das eine eigene alpine Frische ankündigt. Eher schüchtern wollen auch Früchte wie grüne Äpfel, Birnen, weiße Johannisbeeren und einige weiße Pfirsiche mitmachen. Die alpine Frische breitet sich im Mund, gestützt durch die elegante Säure, nachhaltig aus. Eine pikante Würze betont seine klassische Fruchtigkeit. Ein energieverbreitender dezent cremiger Abgang mit deutlicher Saftigkeit hält das gut ausbalancierte Frischeerlebnis noch lange und aromatisch auf der Zunge. Ein ausdrucksstarker, sauberer und aromatischer Wein mit spannender Finesse. Was das Speisepairing angeht, so begleitet dieser außergewöhnliche Grüne Veltliner gerne ein Spargelrisotto oder im Vorspeisengang einen Salat Niçoise oder eine gigantische Platte mit heimatlichem Südtiroler Speck von verschiedenen Metzgereien.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Aristos Weissburgunder&lt;br/&gt;Die Weissburgunder Rebstöcke von dieser Aristos Selektion stehen auf 500 bis 600 Metern Meereshöhe mit flachgründigen, schottrigen Porphyr-Verwitterungsböden. Die Terrassen steigen mit 45% Hangneigung an und schauen Richtung Süd-Süd-Ost ins Warme. Die Vinifikation erfolgt in der bewährten Aristos-Methodik mit hier zehnmonatiger Reife auf der Hefe im Edelstahl und großen Holz.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Obgleich die meisten Weißburgunder sich im Bukett eher zurückhalten, verströmt dieser hier nach einiger Belüftung ein frühlingshaftes Flair von grünen Äpfeln, gelben Birnen, Aprikosen und viele weißen Blüten, dazu einige Nüsse und eine kleine Würze, alles umweht von einem Hauch Mineralik. Am Gaumen dann eine hohe Eleganz ohne Schwere oder aufdringliche Opulenz. Das ist trotz des Besuchs des Holzfasses keiner der Brioche-Typen, sondern ein frisch-saftiger Wein mit leichter Nussigkeit – alles gekonnt eingebunden in eine wohldosierte Säure und eine salzig-mineralische Note. Auch im langen Finale zeigt er sich trotz seiner trockenen Stilistik von einer überzeugend charmanten Seite mit spannungsvoller Eleganz und kühler Frische in einem fröhlichen Mundgefühl. Auch wenn der Spargel zu den üblichen Verdächtigen gehört – dieser Weißburgunder ist seine perfekte Eskorte. Er ist aber auch der distinguierte Begleiter aller Ereignisse auf der Terrasse und darf dort gerne Kalbfleisch-Rouladen mit Penne und Rucola aufwerten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Aristos Pinot Noir Riserva&lt;br/&gt;Obgleich, wie erwähnt, das Eisacktal aufgrund der geologischen Strukturen und des Klimas kein angestammtes Rotweingebiet ist, ist der Eisacktalkellerei ein großer Burgunder gelungen. Es hat ja auch seinen Reiz, der aufmüpfigen Sorte Blauburgunder den passenden Weingarten zuzuweisen und ihn im Keller liebevoll zu zähmen: Die Eleganz, Komplexität, Ausdauer, Langlebigkeit und das fruchtige Bukett zu erreichen, wie es im Glas erwartet wird, setzt eben nicht nur die richtige Lage voraus, sondern vor allem handwerkliches Können, Kreativität und Geduld. Die Trauben des Blauburgunders stammen aus dem südlichen Bereich des Eisacktals zwischen Klausen und Bozen, wo das Weindorf Atzwang direkt am Fluss liegt und zu beiden Seiten des Tals steile Hänge mit 55% Neigung aufsteigen. Die Rebstöcke stehen hier in 500 bis 600 Meter Meereshöhe Richtung Südost auf warmem, tiefgründigen Porphyr-Verwitterungsböden mit Kalkablagerungen von urzeitlichem Dolomitengestein. Die handgelesenen und gnadenlos selektionierten Trauben werden nach kurzer Kaltmazeration im offenen Tonneaux auf der Maische vergoren. Der Wein reifte über 18 Monate auf der Feinhefe im Tonneaux und ruhte für weitere 6 Monate auf der Flasche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er leuchtet das Glas einladend sortengerecht in einem hellen Rubinrot aus. In der Nase geht es zärtlich vertraulich zu: samtig-fruchtige Aromen entfalten sich mit dem Duft nach reifen Sauerkirschen, Himbeeren, Walderdbeeren und Waldheidelbeeren, nach Trockenkräutern, Süßholz, Zimt und Veilchen, alles umrahmt von einer zarten Karamell- und Mokka-Note. Am Gaumen tauchen zu den Bukettaromen auch Töne von Cassis, herben Kräutern, etwas Süßholz und ein runder Touch von Röstaromen auf. Wir schätzen die samtige Würze mit den feinsandigen, jugendlichen Tanninen und der gebändigten, aber belebenden Säure. Noch lange erinnern wir den von herber Fruchtigkeit, Würze, Mineralik und Holz gestützten gehaltvollen und fein strukturierten Abgang. Ein komplexer, trockener Blauburgunder: Reif, körperreich, fruchtig und elegant. Mit diesem Wein können Sie in die Küche mit einem riesigen Stück Wild einziehen oder Sie verwöhnen sich und diesen Pinot Noir mit einer Lammkeule in einer kräftigen Fleischsoße mit Kartoffelklößen. Sie können ihn auch noch gut und gerne acht bis zehn Jahre lagern und Jahr für Jahr die Entwicklung zu vollendeter Harmonie genießen.&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Das Weingut Fritz Haag an der Mosel: Mit legendären Rieslingen an der Weltspitze des Genusses&#13;</title>
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      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/4/25_Das_Weingut_Fritz_Haag_an_der_Mosel__Mit_Riesling_an_der_Weltspitze_2_files/xOliver.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object003_3.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:183px; height:136px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Wenn Weine als außerirdischer Genuss erscheinen, dann gehört die sensationelle Kollektion des Weinguts Fritz Haag dazu. Es ist eines der vielleicht drei Weingüter an der Mosel, die mit ihren Rieslingen an der Weltspitze stehen – aber nicht nur mit einem besonderen Jahrgang oder mit einem Ausnahmewein, sondern nahezu jahraus, jahrein mit fast dem gesamten oberen Sortiment, sowohl fruchtsüß als auch trocken und feinherb. So etwas ist eine Lebensleistung, die der 2022 verstorbene Wilhelm Haag vorgelegt hat und Sohn Oliver Haag mit ungebrochenem Erfolg weiter formt. Wenn es bei der UNESCO eine entsprechende Kategorie gäbe, gehörte das Weingut Fritz Haag zum Weltkulturerbe des Weinbaus. Es ist ein Denkmal, das nicht einfach so als kulturelles Monument herumsteht, sondern sich alljährlich immer wieder erneuert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auch wenn es inzwischen einige Rebstöcke und dementsprechend einige Flaschen Weißburgunder gibt, so ist das die sprichwörtliche Ausnahme, die die Regel bestätigt: Die Haags machen (fast) nur Riesling und das mit vollendeter Perfektion für den maximalen Trinkgenuss. Sie sind sozusagen eine Grand Cru-Referenz – nicht nur an der Mosel, sondern im deutschen Weinbau schlechthin. Wenige deutsche Weine erreichen als Schatzjahrgänge regelmäßig so hohe Auktionssummen. Fritz Haag ist eines der berühmten Weingüter, die dafür sorgen, dass der Riesling weltweit das begehrte Aushängeschild des deutschen Weins ist. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Fritz Haag liegt in Brauneberg an der Mosel zwischen Bernkastel-Kues und Piesport, moselabwärts gesehen gleich hinter Wintrich und vor Mülheim. 1605 wurde es erstmals urkundlich erwähnt. Damals hieß die Gemeinde noch Dusemond, das kommt aus dem Lateinischen von mons dulcis, süßer Berg. 1925 wurde die Ortschaft in „Brauneberg“ umbenannt. Man wollte sich nämlich mit dem Ruf der beiden Spitzenlagen &amp;quot;Brauneberger Juffer&amp;quot; und &amp;quot;Brauneberger Juffer Sonnenuhr&amp;quot; schmücken. Die waren zuvor schon in höchsten Kreisen aufgefallen: Napoleon zählte die Lage Brauneberger Juffer zu den &amp;quot;Perlen der Mosel&amp;quot;. Thomas Jefferson, Theodor Fontane und das englische Königshaus begeisterten sich für Weine aus dieser Lage. Um die Beziehung zum alten Ortsnamen aufrecht zu erhalten, trägt das Weingut Fritz Haag den Zusatz „Dusemonder Hof“.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2005 übernahm Oliver Haag mit seiner Frau Jessica das Weingut, das in der Generation davor seit 1957 sein Vater Wilhelm Haag geführt und den Ruf legendärer Weine begründet hatte. Wilhelm Haag wurde 1937 geboren und unterbrach 1957 sein Studium in Österreich, um wegen der Krankheit seines Vaters Fritz während der Ernte im Weingut auszuhelfen – was dann in ein fast 50 Jahre währendes Winzerleben mündete. Das Weingut Fritz Haag ist Mitglied des VDP. Von 1984 bis 2004 war Wilhelm Haag Vorsitzender des VDP.Mosel Großer Ring und später dessen Ehrenvorsitzender. Er gehört zu den Winzern, die frühzeitig und klug dem Generationswechsel den Weg ebneten, um den Betrieb in der Familie zu halten. Auch Olivers älterer Bruder, Thomas Haag, wurde von Vater Wilhelm zum Winzerberuf verführt, er ist seit 1993 Inhaber und Kellermeister des Weinguts Schloss Lieser, nur wenige Kilometer entfernt am anderen Ufer der Mosel. Oliver Haag hat die Fachhochschule Geisenheim mit dem Abschluss als Diplom Önologe besucht. Im praktischen Teil seiner Ausbildung war er auf den legendären Spitzenweingütern Helmut Dönnhoff (Nahe), Karthäuserhof (Ruwer) und bei Mont du Toit in Südafrika, wo er an einem Weinprojekt von Bernd Philippi und Bernhard Breuer teilnahm. Danach leitete er fast fünf Jahre lang das große und berühmte Rheingauer Weingut Wegeler in Oestrich-Winkel, das wir auch schon vorgestellt haben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Oliver Haag gehört zu der Geisenheimer Generation, die verinnerlicht hat, dass mindestens 80% des Weins im Weinberg gemacht werden, und zwar mit der Natur und nicht gegen sie: Seit Jahren bewirtschaftet das Weingut die Weinberge organisch ohne Pestizide. Das bekommt vor allem den über 100 Jahre alten wurzelechten Reben gut, die der Reblauskatastrophe entkommen sind. Die manuelle Weinlese erfolgt mit gnadenloser Selektion meistens in vier Durchgängen. Im ersten Durchgang werden erst mal die Trauben für den eher säurebetonten Gutswein abgeschnitten – das macht zumeist ganz grob 20% des Rebbehangs aus. Die verbleibenden 80% dürfen auf die Verwendung in den Ortsweinen und den Große-Lage-Weinen hoffen. Die vorsichtig zur Kelter transportierten Trauben kommen zur Ganztraubenpressung, dann noch ein kurzes Anquetschen und je nach Qualitätsstufe wird weiter abgepresst oder die Trauben erfreuen sich an Maischestandzeiten von sechs bis acht Stunden. Die Gärung erfolgt mit eigenen Hefen ganz überwiegend spontan, der Wein wird in Ruhe gelassen bis im März die ersten Qualitätsstufen filtriert werden, die Weine der Großen Lagen bis Ende Mai. Abhängig vom angestrebten Weinstil erfolgt der Ausbau im Edelstahl und im Fuder-Holzfass, stets mit so wenig Eingriffen wie möglich, malolaktische Gärung ist grundsätzlich nicht erwünscht. Die Technik im Keller ist mit den Jahren zwar kontinuierlich modernisiert worden, immer orientiert sie sich aber an handwerklicher Methodik mit schonender, nachhaltiger und selektiver Verarbeitung. Wenn die Weine abgefüllt sind, beginnt für viele Flaschen die Reise in alle Welt. Immer sind sie der Botschafter ihrer Herkunft und ihres Terroirs sowie des Weinbau-Handwerkers Oliver Haag und seiner Leidenschaft und Inspiration.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zwar besitzt das Weingut auch Parzellen in der Lage Paulinshofberg im benachbarten Kesten, doch die allermeisten Riesling-Rebstöcke aus verschiedenen Klonen und unterschiedlichen Alters stehen in den Ausnahmelagen Brauneberger Juffer und Brauneberger Juffer Sonnenuhr, die sich über fast 2 km auf dem linken Moselufer gegenüber der Ortschaft Brauneberg erstrecken. Es sind reine Südschieferlagen mit einem einzigartigen Mikroklima und verwittertem Devonschiefer, der immer wieder aus der Tiefe heraus nachwächst. Der Bezeichnung Brauneberg (brauner Berg) ist auf den hohen Eisengehalt des Bodens zurückzuführen, der hier den Schiefer rostbraun färbt. Juffer bedeutet im mosel-fränkischen Dialekt soviel wie &amp;quot;altes Mädchen&amp;quot;, was unter heutigem Legitimationszwang immerhin mit einer netten Geschichte gerechtfertigt werden kann, die im Jahr 1790 spielt: Der kurpfälzische Kammerherr und Weinbergbesitzer Wunderlich hatte drei Töchter, die alle unverheiratet und damit in jenem despektierlichen, aber verbreitet anerkannten Status der sogenannten alten Jungfer blieben, was er verdrießlich den Weinbergen als Lagebezeichnung aufdrückte, die dann als &amp;quot;Brauneberger Juffer&amp;quot; bekannt und berühmt wurden. Die Spitzenlage Juffer-Sonnenuhr ist gute zehn Hektar groß und hat eine außergewöhnliche Geländekrümmung, durch die ein großer, leicht gewölbter Hohlspiegel entsteht, der die Sonne in 110 bis 210 Meter Meereshöhe aus jedem Einfallswinkel einfängt. Das ultimative Filetstück in der Juffer Sonnenuhr ist eine ca. 7.000 m² große Parzelle mit 80 Jahre alten Rebstöcken. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den Brauneberger Steillagen wird die Arbeit zum Abenteuer und der Winzer im wahrsten Sinne des Wortes zwangsläufig zum Hand-Werker und zugleich zum Weinberg_steiger. Es geht hier immerhin um bis zu knapp 80° Neigung, das sind etwa 40 Grad, was als schwarze Black-Diamond-Skipiste reichen würde. Die mühsame Arbeit schafft eine besondere Beziehung zu den erstklassigen Weinen, die man dem Terroir entlockt. Den Rebstöcken gefallen die Steillagen, können sie sich doch ausgiebig sonnen und im Wechsel zwischen der Wärme am Tag und der Kühle der Nächte besonders im Frühherbst die Aromen in den Beeren anfeuern. Die Sommer an der Mittelmosel waren schon immer durch reichliche Sonne begnadet – ein fast mediterran anmutendes Klima. Das wird allerdings in Zeiten der Klimaveränderung vor allem für Südlagen zunehmend zur Herausforderung. Während früher jeder Oechslegrad herbeigesehnt wurde, kommt es jetzt darauf an, den optimalen Erntezeitpunkt abzupassen, um dem Säureabbau zuvorzukommen und im Keller nicht Alkoholbomben entschärfen zu müssen. Wenn für die Großen Gewächse früher noch Mitte bis Ende Oktober in den Steillagen herumgeturnt wurde, sind sie inzwischen oftmals schon im September im Keller. Die allgemeine Erwärmung scheint der Mosel zwar beständigere Jahrgänge zu sichern, die Extremwetterlagen erhöhen andererseits die Gefahr von Schäden, vor allem durch Hagel. Die übrigen Jahreszeiten an der Mittelmosel sind mild und gemäßigt, statistisch irgendwo zwischen See- und Kontinentalklima. Die Weinberge profitieren von der im Norden ansteigenden Eifel, die vor übermäßigem Regen und starken Westwinden schützt und eher mal einen sanften Föhn rüberschickt. Wenig Wind heißt tendenziell bessere Wasserhaltung im Boden und gleichmäßige Wärme, die von der Verdunstung der Moseloberfläche feucht gehalten wird. Die Schwüle kann zwar eine Botrytisneigung fördern, ist aber grundsätzlich vorteilhaft für die Reben, löst im Hochsommer oftmals aber auch schwere Gewitter aus und kann für die Arbeit in den Steilhängen zur echten Tortur werden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Was das Terrain angeht, so ist der Brauneberger Abschnitt der Mosel zu 60 bis 80% vom Devonschiefer mit Eisenoxideinschlüssen verwöhnt. Das ist ein bis zu 500 Millionen Jahre altes Gestein, das nach der Grafschaft im Südwesten Englands benannt ist. Es ist sozusagen zu Stein gequetschter Ton und Schlamm eines urzeitlichen Meeresbeckens. Schiefer im Weinberg bedeutet weniger Unkraut, schnelles Aufheizen durch die Sonne, Speicherung der Tageswärme und Abgabe an den Rebstock in der Nacht, vor allem aber die deutliche Aromatisierung des Weins durch eine ausgeprägte mineralische Komponente. Kleines Manko in der Schieferbilanz: Der Boden ist nährstoffarm und braucht ordentliche Mistfuhren zur Humusversorgung. Dummerweise hält er grundsätzlich das Wasser schlecht und lässt die mühsam angehäuften Nährstoffe oftmals schnell wieder in die Tiefe sausen, vorbei an den langen Wurzeln der alten Rebstöcke. Der Effekt ist an der Mittelmosel allerdings weit geringer, weil der immer wieder aus der Tiefe hochdrückende Schiefer hier stark verwittert und mit viel Lehm oder Ton durchzogen ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Brauneberger Juffer Sonnenuhr&lt;br/&gt;Der Lage Juffer Sonnenuhr wird die Geschichte von der im Weinberg aufgestellten Sonnenuhr nachgesagt, die von den Dorfbewohnern auf der anderen Moselseite gut ablesbar war. Mehrere Hundert dieser meist steinernen Zeitmesser dürfte es an der Mosel heute noch geben. Die Juffer Sonnenuhr zeigt, wie alle alten Sonnenuhren, die tatsächliche Ortszeit an: Wenn die Sonne am Mittag ihren Höchststand über Brauneberg erreicht, fällt der Zeigerschatten genau auf zwölf Uhr. Abgesehen vom Sommer-Winterzeit-Wechsel gibt es im Vergleich zur 1893 eingeführten Mitteleuropäischen Zeit einen Unterschied von rund 30 Minuten – das bedeutet, dass die Sonnenuhr um eine halbe Stunde nachgeht. Erst 1971 wurde der Weinberg einschließlich der historischen Lage Falkenberg als Juffer Sonnenuhr von der Weingesetzgebung anerkannt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Oliver Haag will die Herkunft der Trauben und die Eigenart seiner Riesling-Reben unverfälscht und puristisch auf die Flasche bringen, ganz ohne Schnickschnack und Modedesign. Er hat – wie schon Vater Wilhelm – die Einzigartigkeit des Moselweins erkannt, der mit seiner Leichtigkeit, seiner Frische und der Abbildung eines unvergleichlichen Terroirs der Inbegriff des deutschen Weins ist, die Garantie für den perfekten Hochgenuss. Man muss ihn nur lassen, den Moselwein, die Reben im Weinberg, die Trauben und den Most im Keller. Und immer beachten, dass die nicht nur bekannte, sondern auch zeitlos bewährte Tradition an der Mosel der Erhalt der natürlichen Süße der Rieslingfrucht ist. Es sind vor allem die fein ausbalancierten Klassiker, feinfruchtig, filigran und mit Tiefe, die stolz ihre handwerklich dressierten Oechsle vorzeigen, statt sie im Durchgären verschwinden zu lassen. Auch als von der Mosel in den 50ern und 60ern fast nur penetrant süße Publikumsweine kamen, blieb Wilhelm Haag bei seinen hochqualitativen, feinfruchtigen, filigranen Mosel-Rieslingen, die am Gaumen tänzeln, ohne kleben zu bleiben. Selbst in Zeiten des Trockentrinkens überzeugte er mit einer Renaissance des klassischen Moselstils. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Oliver Haag gelingt es mit seinem viel bewunderten Talent und seiner Liebe zu puristischer Stilistik fortwährend, die Natur, das Terroir, die Eigenarten des Rieslings und seine Handschrift als Kellermeister in der Flasche einzufangen. Keiner der Weine des Weinguts Fritz Haag ist schnoddrig für die Terrasse einzustufen und dazu da, um Allerweltsfälle jederzeit bedienen zu können. Das heißt aber nicht, dass sie nur für Sammler bestimmt sind. Vielmehr sind es Weine zum Trinken, gemacht für den bewussten und sinnlichen Genuss, sei es als Solisten, gerne aber auch zu einer passenden Speise. Obendrein bringen etliche Weine ein Lagerpotenzial mit, das den Verdacht nahelegt, hier seien einige Tropfen eines Jungbrunnens mitabgefüllt worden. Wie sonst sollte es erklärbar sein, dass die Schönheit jugendlich perfekter Rieslinge sich hinsichtlich Balance, Präzision, Finesse und Eleganz im Alter noch steigert. Oliver wandte sich angesichts der weltweiten Nachfrage auch verstärkt dem Ausbau trockener und feinherber Weine zu. Selbst mit diesen platzierte er sich dank der filigranen, mineralischen Typizität der auf den Devonschieferböden gewachsenen Rieslinge voller frischer Frucht und rassiger Säure dauerhaft in der Oberstliga. Doch nach wie vor knüpft die Legende an seine Moselklassiker an, die in der raren Top-Selektion als Goldkapsel gekennzeichnet sind. Oliver weiß, dass die Welt sich dreht und teilweise zurecht so manche Tradition auf den Kopf stellt. Doch er weiß auch, dass der Wein, der seit zweitausend Jahren an der Mosel in die Flasche kommt, immer genau der Riesling ist, der an die Mosel passt, der hier hingehört und nirgendwo anders – wenn das nicht Tradition ist.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Fritz Haag bewirtschaftet heute rund 35 Hektar mit einer Jahresproduktion von über 135.000 Flaschen, von denen rund 60% ins Ausland exportiert werden. Die Mehrsprachigkeit der rückseitigen Labels ist daher kein Gag, sondern ein hilfreicher Service für die vielen Kunden in aller Welt. Die Weine sind in die Linien der drei VDP.Klassifizierungen eingestellt: VDP.Gutsweine, VDP.Aus ersten Lagen und VDP.Große Lage. Daneben präsentiert das Weingut noch die Kategorie Prädikatsweine. Hier rangieren in hergebrachter Manier die Spätlesen, Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen, die sich mit der besagten Goldkapsel innerhalb ihrer Prädikatsstufe noch weiter gen Genusshimmel abheben. Man kann in all diesen Weinen förmlich schmecken, dass das Weingut Fritz Haag eines der deutschen Top-Weingüter ist. Klar, dass dies seit Jahrzehnten unentwegt durch Prämierungen und von allen Weinführern bestätigt wird: Der Punkte-, Gläser- und Sterneregen lässt sich in seinem Umfang und seinen oft euphorischen Belobigungen kaum noch darstellen. Bezeichnend ist, dass Wilhelm Haag der Erste war, der im Gault Millau zum „Winzer des Jahres“ gekürt wurde. Das war schon 1994, als diese begehrte Auszeichnung eingeführt wurde. Im Jahr 2000 wurde Vater Wilhelm vom „Feinschmecker“ und vom inzwischen eingestellten „Weingourmet“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Oliver Haag bekommt im Gault Millau regelmäßig seine 5 Trauben, die höchstmögliche Bewertung als weltbeste Erzeuger, zu denen in deutschen Landen nur wenige Weingüter gehören. Das Online-Magazin „wein-plus“ prämierte Oliver bereits 2008 für die beste Kollektion im deutschen Wein. Riesling-Experte Stuart Pigott hält ihn nach wie vor für „einen der besten Erzeuger des gesamten Gebiets“. Der Weinpapst Robert Parker hat in seinem WineAdvocate schon die 2016er Weine von Oliver Haag beschrieben als: „One of the finest collections I have tasted this year along the Mosel.“&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Weine des Weinguts Fritz Haag verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Brauneberg -J- Riesling trocken&lt;br/&gt;Das ist sozusagen der Vorwein eines Großen Gewächses, im Bordelais würde man sagen ein Zweitwein. Der Wein ist eine Lagen-Cuvée aus den historischen Brauneberger Spitzenlagen Klostergarten, Juffer und Juffer-Sonnenuhr. Das VDP-Disziplinar lässt für „einfache“ Qualitätsstufen keine andere Möglichkeit, als die Herkunft der Trauben zu Dreiviertel aus der Lage Juffer und zu einem Viertel aus der Juffer Sonnenuhr in der Bezeichnung auf ein „J“ zu reduzieren. Der Ortswein Brauneberger -J- Riesling trocken ist aber mitnichten eine einfache Qualität, sondern ein hochwertiger, genialer Einstieg in den Trockenbereich, mit dem Oliver Haag eindrucksvoll belegt, dass er auch trocken kann – und wie.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Überall in den Brauneberger Lagen wurzeln die Reben tief im lockeren, steinigen bis feinen Schieferverwitterungsboden an den Steilhängen. Während der Klostergarten mit 65% Neigung nach Süd-Südost ausgerichtet und damit etwas kühler ist, sind Juffer und Juffer Sonnenuhr reine Südlagen mit Steigungen von bis zu 75%. Die Mosel intensiviert die Sonnenstrahlen als Reflektor und wärmt den Devonschiefer verlässlich auf. Die Reifephase der Trauben wird durch die warmen Tage und kühlen Nächte verlängert, so dass sich mehr Aromen entwickeln als in schnell reifenden Früchten. Es ist dieses besondere Zusammenspiel aus Mikroklima, Böden und Rebsorte, das diese weltberühmten Lagen und den Terroircharakter des Weins so einzigartig prägen. Nach einer langen Ausreifung der kleinbeerigen Trauben, die größtenteils aus uralten Rebbeständen stammen, wurde mit Oechslegraden in Spätlesequalität manuell geerntet und dabei streng selektiert. Nach kurzer Mazeration erfolgt die temperaturkontrollierte Gärung im Edelstahltank und im Fuder. Danach reift der Wein für einige Monate auf der Feinhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas weht das fast ortstypische mineralisch-salzige, ganz leicht rauchige Lüftchen aus dem Schieferabdruck mit Feuersteintouch. Es transportiert in die Nase eine herrlich vielseitige, vorerst noch etwas reduktive Aromatik von reifem Apfel, Williams-Christ-Birne, Zitrusfrucht und etwas Aprikose und Orangeat mit einem winzigen Hauch von Würze aus der Weihnachtsbäckerei und einer überraschenden Anmutung von Walnuss und Pfeffer. Hier zeigt sich eine ganz individuelle und hochinteressante Seite des Moselrieslings ohne Exotik-Fruchtkorb und ohne Botrytisrausch.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Mund baut der Wein einen vollvolumigen Druck und eine explosive Spannung auf. Er trinkt sich frisch-spritzig und fruchtig an – kristallklare Trockenpuristik und intensive Impressionen von reifer, fester Frucht und frischen Wiesenkräutern. Zu der erschnüffelten Aromatik kommen Töne von Zitronengras, Mirabellen, Sternfrucht, Pfirsich und Melone hinzu, aus dem Hintergrund winkt eine angedeutete Spur von Cassis. Mit zunehmender Belüftung baut er seine Tiefe aus, komplex und nachhaltig und dennoch superschlank. Er geht mit seiner krachenden Energie am Gaumen sorgsam um, nicht enervierend, eher mit wohldosiertem, gleichwohl vollmundigem Griff. Was gegensätzlich erscheint, führt der Wein auf der Basis erstaunlicher Werte von Restsüße und Fruchtsäure harmonisch zusammen: schmelzig weich und vibrierend rassig, energische Power und kühle Eleganz mit feinzisilierter Struktur. Im langen, strammen Finale wird die ausgeprägte, würzige Schiefermineralik von der lebendigen Säure gestützt und in eine feinsüßlich-saftige, zart schmelzige Unendlichkeit getragen. Eine großartige Balance zwischen intensiver Kraft, kristalliner Klarheit, Finesse und distinguierter Eleganz. Eigentlich schrammt der Brauneberger -J- Riesling trocken dicht entlang am Großen Gewächs. Eine köstliche Versuchung, die zu jedem Anlass auftrumpft. Auf Augenhöhe könnte ihm eine getrüffelte Poularde aus dem Rohr oder ein Couscous von der Kalbskeule gefallen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Brauneberger Juffer Riesling trocken VDP.Großes Gewächs&lt;br/&gt;Wieder erleben wir, welch erstaunliche Janusköpfigkeit die Lage Juffer anbietet. Kommen hier traditionell die großen feinherben und süßen Weine her, liefern die Reben auch ordentlich Stoff für edle trockene Weine. Was beim „J“ anfängt, wird mit dem Großen Gewächs zu faszinierender Vollendung gebracht. Die Trauben kommen in der Regel überwiegend aus dem etwas frischeren Teil der Juffer Lage, der mitten auf dem Brauneberger Hügel oberhalb der Juffer-Sonnenuhr liegt. Auch für diesen Wein wurden die Trauben von Hand selektiert, die Gärung des Mostes erfolgte spontan im Edelstahl und Fuderfass.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dass man einen exquisiten, eleganten Wein im Glas hat, bemerkt schon die Nase. Sie freut sich über das Feuerwerk von mineralisch dichten, komplexen Tönen mit feingliedrigen Aromen von reifen Granny Smith, Aprikosen, Mirabellen, zarter Bergamotte, roter Grapefruit, gelber Honigmelone und Nüssen nebst einigen tropischen Früchten wie Litschi, Passionsfrucht und Goldkiwi. Obendrauf kommt eine kleine floral-vegetative Abrundung von weißen Blüten und frischem Heu. Die Fruchtigkeit ist weniger kühl und eng verwoben mit Anklängen von gebrannten Mandeln, Kräutern und der animierenden Schiefermineralik. Der Gaumen wird dicht, saftig und druckvoll verwöhnt. Gleichwohl drängelt der Wein nicht, sondern schwebt intensiv, fast leichtfüßig und mit perfekt austarierter feiner Säure durch den Mund. Er ist klar und sauber, völlig frei von Botrytisandeutungen. Würzig herbe Noten und feiner, fruchtiger Schmelz von Aprikosen und Litschis treffen auf eine vibrierende Finesse und eine gut integrierte mineralische Textur. Tiefgründig und verspielt zugleich geht er in einen fantastischen langen Abgang, voller Zitrusnoten, einem Hauch von Zwetschgen und subtiler, salziger Mineralik. Das ist kein Wein zum ehrfürchtigen Etikettengucken, sondern ein elegantes Großes Gewächs mit saftigem Trinkfluss. Sie können ihn locker zehn bis fünfzehn Jahre liegen lassen, er wird noch expressiver, würziger und komplexer werden. Also ab mit einer 12erKiste in den Keller und neugierig jedes Jahr eine Flasche mit Staunen genießen. Der Wein ist der geborene und erkorene Solist, er zeigt seine Impressionen aber auch gerne jenseits der üblichen Verdächtigen, beispielsweise zu pochierten Venusmuscheln oder einem leckeren Rebhuhngericht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Brauneberg Riesling Tradition feinherb&lt;br/&gt;Der Ortswein stammt aus verschiedenen Parzellen der Braunberger Lagen des Weinguts. Hier ist, salopp gesagt, nicht nur ortsmäßig, sondern gemäß seiner Bezeichnung auch inhaltlich alles drin, was der Moseltradition entspricht. Es ist der klassische Genuss von der Mosel, wo feinherbe Weine, mit denen man sich bis zur Sucht verführen lassen kann, von jeher hingehören: Diese fein austarierten leichten Weine zeigen einen guten Teil unvergorener, natürlicher Süße stolz vor und bringen Rieslingfrucht und Terroir perfekt zum Ausdruck. Die Trauben wurden in mehreren Durchgängen per Hand selektiv gelesen und im Keller nach kurzem Schalenkontakt vorsichtig gepresst, um den durch Sedimentation vorgeklärten Most im Edelstahl zu vergären. Der Wein reifte ohne Schönungsmittel auf der Vollhefe und wurde zur Abfüllung nur behutsam filtriert. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Brauneberger Riesling Tradition präsentiert der Nase spontan einen Korb mit reifen, gelben Früchten, in dem Pfirsiche, gelbrote Äpfel und Quitten liegen. Immer wieder schleichen sich markante Zitrusnoten an den anderen Früchten vorbei und verbünden sich mit einigen floralen und hefigen Noten und einem kleinen Eindruck blonden Tabaks. Das anfangs leicht Reduktive kapituliert nach wenigen Minuten im Glas – zunehmend entfaltet sich die feine, manchmal fast erdige Mineralik, deren schön salziger Charakter vom Schieferboden mit Moselgeschmack kommt. Im Mund tritt der Wein harmonisch und komplex, leicht und lebendig auf, ohne jede Schwere. Saftig und ausdrucksstark kompakt kommt seine kühle Fruchtigkeit an. Glasklar und rein in der Struktur fährt er über den Gaumen mit voller Grapefruitkraft und Anklängen an reife Clementinen und Nüsse, dazu schummeln sich einige Kräuternoten und florale Anklänge über die Zunge. Die Säure ist lebendig und begleitet ein nachhaltiges, feinherbes Finish, in dem der Wein noch einmal seine strahlende Schiefermineralität mit einer schönen dezent süßlichen Rieslingwürze aussendet. Die tiefgründige Gleichzeitigkeit von zart-restsüßer Frucht, gradliniger Säure und frischer Mineralität ist schon verblüffend. Ein feinherber Mosel mit filigraner Eleganz und faszinierender Brillanz. Der Brauneberger Riesling Tradition ist der Wachmacher mit einem markigen Riesling-Weckruf, der bereits so überzeugt, dass man es kaum erwarten kann, die nächsten Stufen auf der Sortimentstreppe zu betreten. Er passt gutbürgerlich zu einem klassischen bayerischen Schweinsbraten mit dem üblichen Beiwerk oder etwas weniger bürgerlich zu einem Schwertfischcurry an einer pikant-fruchtigen Soße.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Kestner Paulinshofberg Riesling Kabinett&lt;br/&gt;Ein Kabinett war von jeher an der Mosel der klassische Frischewein mit markanter Restsüße. Auch bei Oliver Haag steht er für den Moselklassiker, dessen Charme sich niemand ernsthaft entziehen kann. Die historische Lage Kestener Paulinshofberg befindet sich in Kesten, linkes Moselufer zwischen Wintrich und Brauneberg moselaufwärts in direkter Verlängerung des Braunebergs in Nahbarschaft der Juffer. Sie ist nach dem Stiftshof der Kirchengemeinde St. Paulin benannt, die hier seit Jahrhunderten Wein anbaut. Schon 1868 wurde die Kernlage als Grand Cru eingestuft, seit 2019 ist sie auf Initiative von Oliver Haag als VDP.GROSSE LAGE neu klassifiziert. Die Neigung des Hangs beträgt bis zu 70% bei südöstlicher Ausrichtung, die Reben wachsen in unmittelbarer Nähe zum Fluss. Der tiefgründige Boden mit großem Anteil an verwittertem blauem und grauem Devonschiefer hat einen hohen Anteil an lehmhaltigem Tonschiefer. Die Trauben kommen aus dem streng selektierten ersten Lesedurchgang. Dieser Wein ist eine Art Premiere, denn zum ersten Mal gibt es mit dem 2023er Jahrgang den Paulinshofberg in begrenzter Flaschenanzahl als Kabinett.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Bukett überholen dezente Aprikosendüfte die kühlen Zitrusnoten und lassen Äpfel, weiße Fliederblüten, einige Kräuter und einen betörenden Hauch Mandeln durch. Die Zunge freut sich über eine klare, gleichwohl milde Zitrusspannung und über Töne von Pfirsichen und einen rieslingtypischen Touch schwarzer Johannisbeeren und Brombeeren. Dazu kommt eine tiefgründige, angehaucht rauchige Schiefermineralität. Die präzise und quicklebendige Säure kommt klar und vibrierend herüber, sie vereint sich mit der imponierenden natürlichen Fruchtsüße in einem überaus harmonischen Zusammenspiel. Im Abgang tritt der Kabinett saftig, straff und geschliffen auf mit süßfruchtiger Säure, modern salziger Mineralik und einer würzigen Kräuternote– ein leichter, kühler Riesling, frisch, fein, mit schlankem, filigranen Körper. Er ist ein herausragendes Beispiel für die berühmte Haag Stilistik der hocheleganten, feinfruchtigen und gleichwohl puristischen Moselweine mit Lagencharakter. Ein zartsüßer Kabinett-Wein mit Reife- und Alterungspotenzial. Servieren Sie ihn zu einem Red Snapper in Kokos-Mango-Soße oder zu knackigen, leicht asiatisch-scharf gewürzten Blattsalaten oder einem alten holländischen Kumin-Gouda.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Brauneberger Juffer Riesling Spätlese&lt;br/&gt;Die Lage Brauneberger Juffer ist bekanntlich die VDP.Große Lage, aus der auch Große Gewächse des Weinguts kommen. Genau genommen umschließt der „allgemeine“ Juffer-Weinberg die berühmte Speziallage Juffer Sonnenuhr an drei Seiten moselab- und aufwärts. Von der Tendenz her entstehen hier die leichteren, kühleren Weine, während die Juffer Sonnenuhr eine wärmere, reifere Typizität anbietet. Wenn die Juffer auch grundsätzlich eine Steillage ist, so läuft sie nach Westen hin in der historischen Lage Hasenläufer flach aus, was nach heutigen Klimamaßstäben einer gewissen Coolness des Rieslings durchaus nützt. Es ist schon eine geniale Idee, die Trauben aus den kühleren höhergelegenen Parzellen für eine Spätlese zu verwenden, um damit von vorherein mehr moseltypische Balance anzusteuern. Dazu wurden sehr reife Trauben ohne Botrytis von Hand selektiert. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt die Spätlese, die in Haags Prädikatsweinsegment rangiert, in einem zarten Strohgelb mit vereinzelten grünlichen Reflexen. Wir schnüffeln an einer kühlen Aromatik herum mit prägnanten Zitrus-, Litschi- und hochfeinen Pfirsichnoten nebst Tönen von grünen und gelben Äpfeln, Melone, weißen Blüten, einigen frischen Kräutern und etwas Cassis. Wie gewohnt entfalten sich die schlanken Aromen von Minute zu Minute extensiver. Was die Schiefermineralik angeht, so weht sie aus dem Glas mit einer leichten, angenehm salzigen Briese, die mit der Fruchtsüße kokett herumtänzelt. Im Mund entfalten sich zu den Zitrusrichtungen auch Töne von Honigmelone und Pfirsich, dazu exotische Früchte wie Papaya und Rambutan. Vor allem aber beeindruckt das lineare, harmonische Miteinander von fantastischer Fruchtsüße, aktiver Säure und eher hintergründiger, aber dennoch substanzieller Schiefermineralik. Davon wird auch der lange, saftige und würzige Abgang mit einer winzigen Anmutung von mürbem Gerbstoff geprägt. Eine perfekt austarierte Spätlese mit verspielt leichter und frischer, aber gehaltvoller Textur – beschwingt und animierend. Ein charmanter Begleiter, der zu jeder Jahreszeit den Sommer aus dem Glas lässt und jeden netten Abend zu zweit umrahmt. Erleben Sie seine Begleitung abseits des Pairing-Mainstreams auch einmal zu Apfelstrudel mit gebrannte-Mandel-Eis.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Brauneberger Juffer Sonnenuhr Riesling Auslese Goldkapsel&lt;br/&gt;Diese Auslese aus der absoluten Mosel-Spitzenlage ist ein Wein auf Weltklasse-Niveau und demgemäß international nachgefragt. Dabei ist die Goldkapsel gleichsam die Steigerung der Auslese. Es werden nicht nur wie bei der Auslese die goldgelben und vollreifen Trauben penibel selektiert, sondern für die Goldkapsel zusätzlich ein bedeutender Anteil hochsüßer Botrytis-Beeren. Die Trauben kommen aus den steilsten Süd-Gewannen der Sonnenuhr mit einer Neigung von bis zu 73% inmitten der umgebenden Juffer-Lage. Leichte Mulden und Erhebungen im Hang lassen einige Parzellen nach Südsüdost bzw. Südsüdwest drehen, so dass – wie schon erwähnt – im oberen Abschnitt, begrenzt durch steile Felsen, ein großer, flacher Hohlspiegel entsteht, der die Sonne aus jedem Einfallswinkel einfängt und festhält. Der lockere, tiefgründige und grobsteinige Schieferverwitterungsboden speichert die Wärme optimal und präsentiert zugleich den Reben in der Nacht die Verdunstungskühle der Mosel.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon in der Nase brilliert präzise und intensiv die geheimnisvolle salzige Mineralität des Schiefergesteins. Die reife, dichte und komplexe Aromatik von Äpfeln, kandierten Zitrusfrüchten, Aprikosen, Mangos, Maracujas, Nüssen, Zimt und Wiesenhonig fesselt und verführt. Wir schmatzen vornehm lautlos aber mit verdrehten Augen auf einer üppigen Fruchtsüße herum, die von einer spritzigen Fruchtsäure mit dem richtigen Schliff umrahmt wird und mit einer erstaunlichen Tiefe versehen ist. Dabei bleibt diese Auslese immer locker und saftig, cremig und konzentriert, sie wirkt niemals klebrig oder marmeladig und vor allem nicht im geringsten botrytislastig. Mit zunehmender Beatmung drängeln sich in die mineralische Restsüße eine Bergblumenwiese, aber auch Mandarinen, rote Grapefruit, Karamell, Akazienhonig und Kandis-gesüßter Darjeeling. Die opulente, facettenreiche Frucht wird mit saftiger Frische präsentiert, was dieser Auslese eine ungewöhnliche, fast luftig-kühle Eleganz verschafft. Sie ist perfekt ausbalanciert, filigran und abgerundet, man erlebt mit allen Sinnen die Quadratur des Auslese-Kreises. Die Zunge taumelt in ein fülliges, schmelziges, pikantes Finish mit Open End auf der nach oben offenen Genussskala. Mit diesem Wein kann man seine dummen Vorurteile gegenüber den edelsüßen Weißen pflegen oder sich bis zur Sucht verführen lassen. Ein großer und offensichtlicher Wahnsinn und eines der überragenden Rieslingerlebnisse der Welt, das mit jedem Schluck die Geschichte seiner Herkunft erzählt. Das heißt Genuss pur, zu schade, um sich ablenken zu lassen von den üblichen Blauschimmel- und Apfeltart-Orgien.</description>
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      <pubDate>Mon, 14 Apr 2025 14:34:57 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/4/14_Gambero_Rosso_Weine_Italiens_2025_und_Gambero_Rosso_Oli_dItalia_2025_files/IMG_8989x%20%282%29.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object002_9.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:183px; height:137px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Italiens Spitzenweine&lt;br/&gt;Auf der ProWein 2025 in Düsseldorf war es wieder soweit: Der Verlag Gambero Rosso präsentierte am Vortag die Tre Bicchieri, die 3-Gläser-Weine, von den bestprämierten Weingütern Italiens aus dem neuen Weinführer Weine Italiens 2025. Beste Gelegenheit für Freundinnen und Freunde italienischen Weins, Spitzenweine, die im Weinführer mit Höchstwerten versehen wurden, zu verkosten und zu entdecken. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die deutschen Weintrinker wurden in den letzten zehn Jahren zu immer größeren Bewunderern und Abnehmern italienischer Weine. Waren es anfangs noch einfache Modeweine von Pinot Grigio über Prosecco bis Asti Spumante, so hat man sich inzwischen auch den anspruchsvollen Klassikern wie Brunello di Montalcino, Barolo oder Amarone zugewandt, die hierzulande zu echten Rennern und zum Inbegriff für italienische Lebensart geworden sind. Erstaunlicherweise hat bei jungen Leuten der Primitivo aus Apulien große Beliebtheit erlangt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Häufig fand die erste Begegnung mit diesen Weinen auf Urlaubsreisen statt, besonders, wenn sie vom Strand weg ins geographische und kulturelle Innere Italiens führten, wo auch die besten Tropfen gekeltert werden. Da gibt es dann einen sympathischen Winzer, der seine Weine gerne zur Verkostung anbietet, oder aber einen aufgeschlossenen Wirt, der sich Zeit nimmt, den staunenden Reisenden ein umfangreiches Weinsortiment ausgiebig zu erklären: All das trug zum positiven Image des italienischen Weins bei. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Heute ist Deutschland der führende europäische Markt für italienische Weine. Im Jahr 2023 flossen 980 Mio. Euro nach Italien, Schaumweine sind dabei nach wie vor führend.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Inzwischen haben sich sogar einst recht verschlossene und unzugängliche Spitzenweingüter dem Weintourismus geöffnet. Der Tag der offenen Tür, der seit vielen Jahren im Mai in allen italienischen Weinbauregionen organisiert wird, mobilisiert zahllose italienische und ausländische Gäste, die die Gelegenheit nutzen, um die besten Tropfen direkt beim Winzer zu verkosten und die Produzenten ihrer Lieblingsweine einmal persönlich kennen zu lernen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eine wertvolle, wenn nicht sogar die beste Orientierung in der Welt der italienischen Weine bietet der Weinführer Gambero Rosso Weine Italiens 2025 aus dem bekannten Verlag Gambero Rosso. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Verlag arbeitet eng mit der Slow Food Bewegung zusammen, dessen Begründer Carlo Petrini seinerzeit zusammen mit Daniele Cernilli den Gambero Rosso „erfunden“ hat. Gambero Rosso legt 2025 bereits die 37. Auflage des Weinführers „Vini d'Italia“ in Italienisch vor. Es gibt heute Übersetzungen ins Englische, Deutsche, Chinesische und Japanische – die deutsche Ausgabe heißt Gambero Rosso Weine Italiens.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die weltweite Anerkennung der Marke Gambero Rosso beruht auf einer soliden Grundlage: Verschiedene Jurys, bestehend aus über 70 Personen, evaluieren in Blindverkostungen jährlich fast 50.000 Weine. Die Koordination erfolgt durch drei Kuratoren, die nach einer Schlussverkostung über die Vergabe von Auszeichnungen entscheiden. Das strenge Verfahren wird ergänzt durch die von Gambero Rosso kreierte Bewertungsskala, die aus einfachen und eingängigen Symbolen besteht: 1 Glas (bicchiere) steht für gute Weine, 2 Gläser verweisen auf sehr gute bis ausgezeichnete Weine und 3 Gläser schließlich krönen die herausragenden Tropfen. Die Auszeichnung «Tre Bicchieri» ist mittlerweile sowohl bei Weinliebhabern als auch bei Fachleuten wohlbekannt und seit 38 Jahren zum Inbegriff für die vorbildliche Auswahl eines Qualitätsweins geworden. Insgesamt sind in der Bibel des italienischen Weins mehr als 25.000 Weine bewertet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Buch hat sich als verlässlicher Führer durch die Welt des italienischen Weins fest auf dem Markt etabliert. Das wachsende Vertrauen eines inzwischen breiten Publikums in die kompetenten Beschreibungen und Bewertungen von Weinen und Weingütern in ganz Italien spornt nicht zuletzt auch die Winzer dazu an, auf hochwertige Qualitätsweine zu setzen. Das zeigt sich vor allem an der immensen Zunahme der Drei-Gläser-Weine in den letzten zehn Jahren. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Ausgabe 2025 erhielten 498 Weine die Auszeichnung «Tre Bicchieri». Die meisten Drei-Gläser-Weine ortet der 2025 Gambero Rosso nach wie vor in der Toskana und im Piemont, gefolgt von Venetien und der Lombardei. Ein weiteres Schwerpunktthema bildet die Nachhaltigkeit. 187 Weine fanden Eingang in die Liste der Grünen Tre Bicchieri. Das sind 37% aller ausgezeichneten Weine – ein neuer Rekord. Dabei handelt es sich um Weine, die nach biologischen oder biodynamischen Gesichtspunkten produziert werden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut des Jahres ist San Leonardo der Familie Guerrieri Gonzaga aus dem Trentino. Rotwein des Jahres im 2025 Gambero Rosso ist der Chianti Colli Fiorentini Molino degli Innocenti Ris. 2019 von Torre a Cona und der Südtiroler Weißwein Sauvignon Gran Lafóa Ris. 2021 der Kellerei Schreckbichl. Unter den Dessertweinen machte der Piemonte Moscato Passito La Bella Estate 2016 von Vite Colte das Rennen. Auch in der Ausgabe 2025 vergibt der Gambero Rosso die begehrte &amp;quot;Drei-Gläser&amp;quot;-Auszeichnung an den Schaumwein des Jahres. Das ist diesmal der OP Pinot Noir M. Cl. Pas Dosé Poggio die Duca 2019 von Calatroni. Auch Rosé-Weine werden seit einigen Jahren prämiert: Der beste des Jahres ist der RGC Valtènesi Chiaretto Antitesi 2023 von Avanzi. Wer den Wein mit dem optimalen Preis-/Qualitätsverhältnis sucht, findet ihn mit dem Lambrusco di Grasparossa di Castelvetro 7Bio der Genossenschaft Settecani.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eine ganz neue Auszeichnung hat im Gambero Rosso Weine Italiens 2025 Premiere: die Auszeichnung der Raritäten. Das sind großartige Weine in geringer Stückzahl, bei denen Sammler zugreifen, sobald sie meist in Online-Shops angeboten werden. 50 Weine sind ausgewählt worden, jeder einzelne von ihnen ein Kleinod in jeder Schatzkammer.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der für jeden Weinfreund unentbehrliche und jeden Weininteressierten fortbildende Gambero Rosso Weine Italiens 2025 ist zum Preis von 30,00 Euro im Verlag Gambero Rosso Editore erschienen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Italiens beste Olivenöle&lt;br/&gt;Neben dem berühmten und allseits bekannten Gambero Rosso vini d’Italia gibt es seit 2011 den „Oli d’Italia“ von Gambero Rosso, der mit seiner zweisprachigen Edition in Italienisch und Englisch jetzt in der Ausgabe 2025 vorliegt. Er nimmt sie mit auf eine Entdeckungsreise in die faszinierende und komplexe Welt des Olivenöls, dem Vorzeigeprodukt der italienischen Agrar- und Ernährungswirtschaft.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Jedes Öl ist das mühevoll errungene Ergebnis der Sorte, einer Ölmühle und eines Gebiets. Wer sich aufmacht, um Olivenöle wirklich kennen zu lernen, wird überrascht und begeistert sein über die unzähligen Duft- und Geschmacksnuancen und die fantasievolle Verwendung zum Verfeinern fast jeden Gerichts. Olivenöl ist seit Jahrhunderten eines der am häufigsten verwendeten Produkte in der Küche und auf unseren Tischen, aber die Kultur des guten Öls, das vom Feld bis zur Abfüllung mit Sorgfalt hergestellt wird, ist immer noch nur wenigen ein Begriff.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Oli d’Italia präsentiert die besten nativen Olivenöle extra Italiens und gibt damit wertvolle Hilfe bei der Auswahl hochwertiger Öle, um sich in der Vielzahl der Produkte und Etiketten zurechtzufinden und dabei stets die Qualität als Referenz im Blick zu behalten. „Natives Extra“ kennzeichnet ein Olivenöl der höchsten Kategorie, das direkt aus Oliven und ausschließlich durch mechanische Verfahren gewonnen wird, wie auf dem Etikett ausgewiesen werden muss, frei von Mängeln jeglicher Art. Jedes Jahr bewerten erfahrene Verkoster Hunderte von nativen Olivenölen extra, um die besten des Landes auszuwählen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Oli d’Italia 2025 werden insgesamt 828 native Olivenöle extra von 437 Produzenten in fünf Preisklassen (von 10 bis über 30 Euro pro Liter) vorgestellt und beschrieben. In den Artikeln wird auch die Geschichte der Produzenten gewürdigt, die mit Leidenschaft und Hingabe die tausendjährige Tradition der Ölproduktion fortführen. 183 Produkte wurden mit den „Drei Blättern“ ausgezeichnet – der höchsten Anerkennung für „außergewöhnliche“ Öle – ein Blatt gibt es für interessante Öle, zwei Blätter für ausgezeichnete Öle. Daneben rangieren mehrere Sonderpreise, die vom Unternehmen des Jahres bis zur besten Sorte reichen. 43 Sterne wurden an Unternehmen vergeben, die zehn Jahre in Folge mit dem Three Leaves-Preis ausgezeichnet wurden. Angegeben ist im Oli d’Italia 2025 auch, welche Betriebe über eine eigene Ölmühle verfügen oder Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten bieten. Immerhin entwickelt sich zunehmend ein teils sogar organisierter Olivenöltourismus, der eine Gelegenheit bietet zur Interaktion und zum Austausch zwischen Produzenten, Enthusiasten und Verbrauchern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Qualität eines Olivenöls und seine organoleptischen Eigenschaften zu beurteilen, ist komplex und faszinierend und erfolgt anhand des Aromaprofils, der Fruchtigkeits-, Bitterkeits- und des Schärfewertes. Jedes Produkt hat einzigartige Eigenschaften. Verbraucher achten immer mehr auf die gesundheitlichen Eigenschaften von nativem Olivenöl extra und fühlen sich von den sensorischen Erlebnissen angezogen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Gambero Rosso „Oli d’Italia“ 2025, der unentbehrliche Leitfaden für alle, die sich in der Welt des nativen Olivenöls extra orientieren möchten, ist zum Preis von 9,90 Euro zu kaufen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Hörerlebnis stellt Marco Sabellico aus der Redaktionsleitung vom Gambero Rosso die beiden berühmten Ausgaben von Gambero Rosso vor und eröffnet einen Blick in die redaktionelle Arbeit.</description>
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      <title>Das Weingut Rinke an Obermosel und Saar: Alles außer gewöhnlich&#13;</title>
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      <pubDate>Wed, 12 Mar 2025 21:59:31 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/3/12_Das_Weingut_Rinke_an_Obermosel_und_Saar__Alles_auer_gewohnlich_files/x23_RINKE_09272023_DJI_PW_217%20%28002%29.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object002_10.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Hinter dem Saarzufluss bei Konz hört für viele Weintrinker die Welt der Moselweine längst auf. Es heißt, hierhin hätten sich die Rieslinge allenfalls verirrt, hier würden nur noch der verruchte Müller-Thurgau und saure Elblinge vor sich hinwachsen. Dieser eklatante Irrtum beruht schon darauf, dass die Obermosel südwestlich hinter Trier, weil damals zu Luxemburg gehörend, 1787 nicht unter den Riesling-Befehl des Trierer Erzbischofs fiel und es hier beim traditionellen Elbling bleiben durfte, der dann später vor allem der Sektindustrie zugeliefert wurde. Allerdings muss sich ein Riesling an der Obermosel ohnehin schämen, weil er niemals in die honorige Gesellschaft der schiefergeschwängerten, weltbekannten Moselweine aufsteigen könnte. Denn hier herrscht anders als sonst an der Mosel der feine und hochwertige Muschelkalk vor – Chablis und Champagne lassen grüßen. Dem hochmineralischen Muschelkalkboden mit Lehm- und Mergelvarianten gefallen in erster Linie Burgunderreben, denen sie zu Höchstleistungen verhelfen können. Geologisch gesehen gehören die Strukturen ebenso wie die Champagne zu den Ausläufern des Pariser Beckens.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2006 wollten die Nicht-Winzer, weil Anwältin und Unternehmer, Dr. Marion und Alexander Rinke als Quereinsteiger in die Kreation von Weinen investieren. Sie kauften knapp drei Hektar teilweise terrassierte Parzellen &amp;quot;Im Galgenberg&amp;quot; in der seinerzeit fast vergessenen Grand Cru-Steillage Langsurer Brüderberg am linken Moselufer zwischen Igel und Wasserbillig in Richtung des Flusses Sauer kurz vor der luxemburgischen Grenze. Es war ein Start-up der besonderen Art: Keiner der beiden hatte zuvor ein Weingut geleitet oder als Kellermeister einen eigenen Wein gemacht. Aber die Rinkes waren fest entschlossen, neue Weine zu kreieren, Freistil sozusagen, allein mit frischen handwerklichen Winzerkünsten. Fix waren hier nur die Ideen, aber nicht die Regeln.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weil die Rinkes eben unternehmerisch dachten, investierten sie damals heftig und engagierten den Moselstar Gernot Kollmann vom Mittelmosel-Weingut Immrich-Batterieberg als Kellermeister, der früher Van Volxem an der Saar, die Bischöflichen Weingüter Tier und Knebel in Winningen aufgepäppelt hatte. Er hat sich bei den Rinkes quasi autodidaktisch zum Burgunderflüsterer gemacht und dabei auf seine spektakulären Riesling-Erfahrungen aufgepfropft. Seit dem Jahrgang 2020 machen Marion und Alexander Rinke ihre Weine selbst, Gernot Kollmann ist weitergezogen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im brombeerbefallenen und partiell mit Elbling bepflanzten Weinberg Langsurer Brüderberg mit extremer Hangneigung wurde tabula rasa gemacht. Alles raus, Chardonnay rein. Es waren keine globalisierten, sondern französische Klone allerbesten burgundischen Adels, überwiegend aus der sogenannten &amp;quot;Sélection Massale&amp;quot;, mit denen ein neues Terroir entstand. Mittlerweile wurde die Rebfläche um Pinot Noir von burgundischen Klonen mit niedrigstem Ertrag erweitert. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Doch bei der Chardonnay-Bepflanzung blieb es nicht. Marion und Alexander bezogen in ihre strategische Planung auch Wettbewerb, Marketing und Sales ein. Was Neues musste her und das war das Alte: Der historische gemischte Satz war die Zauberformel, mit der sie an der Obermosel und weit darüber hinaus anfangs mit einem einzigen Wein im Programm für Furore sorgten und als erste diese alte Weinbautradition an der Mosel wiederbelebten. Sie mussten ihre Weine allerdings als „Mischsatz“ bezeichnen, da Österreich die Originalbezeichnung hatte schützen lassen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eigentlich denkt man beim gemischten Satz an knorrige, uralte Rebstöcke diverser, nahezu ausgestorbener Sorten unbekannter Provenienz. Doch man kann den gemischten Satz auch neu mischen. Und so gesellten sich in Rinkes Weinbergen zum Chardonnay auch Grauer und Weißer Burgunder, Traminer, Muskateller und Petit Viognier hinzu. Es wurde Burgund-like eng gepflanzt mit niedriger Laubwand, um den Extrakt zu fördern und die Chardonnay- und Viognier-typischen Alkoholspitzen abzufedern, selbst wenn diese Bepflanzungsart die Botrytis begünstigte. Die Zusammenstellung der Sorten war ziemlich genial und stets ausgleichend. Von den Bukettsorten ist der der Traminer zuckerreich und der Muskateller schlank und säurebetont. Die bei Vollreife eher wuchtigen Grau- und Weißburgunder sind gut geeignet, die grüne Frucht und spitze Säure eines jungen Chardonnays zu dämpfen. Der Petit Viognier schließlich ist der aromatische Zartmacher, der den Wein weich und mild macht. Interessant ist, dass man nicht davor zurückgeschreckte, Rebsorten anzubauen, die keineswegs einen gemeinsamen Reifezeitpunkt haben oder, wie beispielsweise der Traminer und der Muskateller, im Weinberg sich schon mal zickig anstellen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Knüller am gemischten Satz ist allerdings nicht unbedingt die Gemeinsamkeit im Weinberg, sondern die gemeinsame Vinifizierung. Im Gegensatz zur Cuvée, bei der die Rebsorten im Keller assembliert, sprich gemixt werden, wird beim gemischten Satz alles, was im Weinberg wächst, in trauter Verbundenheit gekeltert, was eine Komplexität der Weine nahezu garantiert. Im Weingut Rinke kommt noch ein ganz spezifischer Aspekt des gemischten Satzes zur Geltung, der angesichts des Klimawandels zukünftig verstärkt in allen deutschen Anbaugebieten diskutiert werden wird: Anders als im relativ flachen Burgund sind die Reben in den Steillagen von Mosel und Saar exponiert Sonne und Hitze ausgesetzt, was die Replikation reinsortiger burgundischer Stilistiken auch bei besten burgundischen Böden erschwert. Da kommt ein neuartiges Sortenpotpourri des Gemischten Satzes gerade recht, um einen gewissen klimatischen Ausgleich zu ermöglichen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Art des Weinanbaus im gemischten Satz war bis zum 19. Jahrhundert überall in Europa gebräuchlich, am längsten hat er sich in der Wiener Umgebung gehalten. Die rebsortenreinen Weinberge kamen erst im 19. und 20. Jahrhundert auf. Der Grund für die Bestockungsart im gemischten Satz war eine schlichte Risikoverteilung. Denn Krankheiten, Schädlinge und Wetterbedingungen waren kaum beherrschbar. Oftmals beeinträchtigten sie nur bestimmte Rebsorten, andere wiederum blieben unversehrt. Bei der Diversifizierung im Weinberg konnte man daher immer noch auf einen gewissen Ertrag hoffen. Das Ende des traditionellen und historischen gemischten Satzes in Deutschland kam spätestens mit dem Reblausgesetz von 1929, das die meisten der über 600 uralten Rebsorten verbot: Entweder waren die Hybriden genetisch nicht sauber genug oder die Rebsorten zu fremdländisch. Heute sind noch etwa 25 uralte Rebsorten verkehrsfähig, alle anderen in den deutschen Anbaugebieten zugelassenen Sorten sind Importe wie der Chardonnay oder Neuzüchtungen wie der Kerner. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2015 vergrößerten Marion und Alexander ihren Betrieb um 1,5 Hektar Rebfläche und erwarben von Winzer Moritz Gogrewe nebst einer Betriebsstätte Parzellen in den Cool Climate-Top-Lagen Oberemmeler Altenberg, südöstlich von Konz, und Wiltinger Klosterberg und Braunfels an der Saar. Dort bauen sie teilweise in altertümlicher Einzelpfahlziehung unter anderem auch Riesling sowie Pinot Noir und den eher raren Frühburgunder mit Klonen vom Pinot Madeleine/Pinot Noir Précoce an. Mit diesen Zukäufen sind sie eines der wenigen Weingüter an Saar und Mosel, die sowohl im Muschelkalk- als auch im Schiefer-Terroir unterwegs sind und damit Weine aus zwei Welten anbieten können. In einigen dieser Lagen sind bis zu 60 Jahre alte Rebstöcke mit breiter genetischer Vielfalt zu finden. Die geringen Erträge der alten Reben sind beste Voraussetzung für aromatisch dichte Weine mit typischer Saar-Stilistik. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Alle Weinberge von Familie Rinke werden biologisch nach den strengen Vorgaben von Bioland bewirtschaftet, also ohne Herbizide, chemisch-synthetische Dünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Seit September 2024 ist das Weingut nach dreijähriger Umstellungszeit nun endlich bio-zertifiziert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Was die Vinifizierung bei Rinkes angeht, so gehen sie systematisch, geplant und minimalistisch vor: Die Reben werden im Weinberg zur Vollreife getrieben und mengenreduziert gelesen – selektiv und per Handarbeit. Im Keller wird den Reben mit natürlichen Hefen und spontan auf die Vergärungssprünge geholfen. Aber immer nach dem Prinzip der Low und No Intervention. Reinzuchthefen, Enzyme, Eiweiß- und Klärhilfen bleiben draußen, gefiltert wird nur über Sedimentation. Der Ausbau der roten Sorten erfolgt in 500-Liter Tonneauxs und 1.200-Liter Stückfässern und in gebrauchten Barriques – je nach Jahrgang entweder nicht entrappt oder teilweise entrappt. Man lässt die Weine möglichst durchgären und lange auf der Hefe liegen. So vergären die Pinot Noirs und die Frühburgunder für etwa vier Wochen auf der Maische und reifen mindestens 18 Monate in den Barriques. Alle Weine werden vegan hergestellt. Alljährlich füllt das Weingut Rinke rund 20.000 Flaschen ab. Die Weine sind in die Linien Gutsweine, „Terroir ohne Ende“, Lagenweine, Rotweine und Schaumweine eingestellt. Es werden auch auf der Maische vergorene Weißweine als Orange Weine vinifiziert, die in vorbelegten Barriques reifen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Rinke liegt rund 7 km nordwestlich von Trier entfernt in Mertesdorf gleich neben dem Mosel-Nebenfluss Ruwer. Hier kann man im historischen Restaurant Grünhäuser Mühle im idyllischen Ruwer-Tal,  das früher den Rinkes gehört hat, alle Weine verkosten. und eine 80minütige Weinverkostung mit passender kulinarischer Begleitung buchen. Man darf sich dann zur passenden Tageszeit sogar eine Wanderung durch die Weinberge wünschen. Sie können Familie Rinke auch mitten in Trier besuchen, wo sie in der Weberbachstr. 75 die Weinwirtschaft Friedrich Wilhelm mit Außenbereich und Garten betreiben – unmittelbar vor der Konstantin-Basilika und dem Kurfürstlichem Palais mit Palastgarten. Es sind die Räumlichkeiten des legendären Friedrich Wilhelm Gymnasiums Trier, das hier auch ein Kelterhaus mit Weinkeller unterhielt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es gibt im Weingut Rinke zwar nicht die allseits so beliebte Story von jahrhundertealten Familientraditionen im Reich des Weinbaus, dafür die unbändige Lust, Wein zu machen. Rinke-Weine sind ein außergewöhnliches, ambitioniertes Produkt von Leidenschaft, Idealismus, Mut zum Risiko, akribisch umgesetzten Qualitätszielen, einer optimistischen Kreativität im Keller und nicht zuletzt den selbst geschaffenen Weinbergen, die zu Recht als lebender Organismus voller Energie angesehen werden. Wer Qualität abseits des Mainstreams und seriöse Nachhaltigkeit sucht und das Terroir der Herkunft authentisch schmecken möchte, ist hier perfekt aufgehoben. Zudem ist jeder Jahrgang von Neuem ein spannendes und einzigartiges Erlebnis, schließlich offeriert die Natur keinen zeitlosen Einheitsgeschmack. Der Gault-Millau hat es so zusammengefasst: „Ein einzigartiges Experiment, das man vielleicht in Burgund oder Baden vermuten würde, aber niemals an der Mosel.“ Da ist es nur konsequent, dass die Arbeit von Marion und Alexander regelmäßig mit Auszeichnungen wie dem „Lagencup“, mit Prädikaten wie „sehr gutes Weingut“ (Eichelmann) oder in Magazinen wie Vinum und Savoir vivre maximal gewürdigt wird. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten fünf Weine und einen Sekt vom Weingut Rinke verkosten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Rosé Muschelkalk&lt;br/&gt;Wir fangen gleich an mit dem Trinkvergnügen für diejenigen, die Lust und Laune gerne aus Rosé-Weinen beziehen. Wenn es auch ein Geheimnis bleibt, ob eine oder mehrere Rebsorten vom Muschelkalk die Grundlage dieses Weins sind, so wurde jedenfalls im vorbelegten Barrique vergoren und der Wein über neun Monate weiter ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein macht schon im Glas mit seinem illustren Kirschrot an. Er präsentiert sensorisch ein herrliches dezentes Bukett aus Himbeeren, Erdbeeren und roten Johannisbeeren mit einer charmanten Kräuternote. Schon in der Nase kommt die Sommerlaune auf Touren. Am Gaumen tritt dann die vielfältige, schlanke Frucht des Terroirs auf, ohne die trockene Stilistik zu kippen. Interessante und überraschende Röstnoten mit Anklängen an Nougat und würzige Richtungen machen diesen Rosé geradezu einzigartig. Die straffe Frische belebt mit jedem Schluck, was sich leicht zu einem strömenden Trinkfluss steigern kann. Im Abgang schmulen schüchtern einige Gerbstoffe um die Ecke und begleiten den mineralischen Touch. Ein swingender Sommerweinwein, der auch ein Lachsfilet oder ein mediterranes Gemüse vom Grill rosa ausleuchtet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Wild auf Schiefer Saar-Riesling Kabinett&lt;br/&gt;Die Bezeichnung dieses Rieslings steht für die minimalistische Arbeit in Weinberg und Keller im Einklang mit der Natur. Es ist ein Ortswein, assembliert aus den Saar-Lagen des Weinguts, also Wiltinger Klosterberg und Oberemmeler Altenberg. Beide Lagen weisen eine tiefgründige Bodenstruktur auf mit Schiefer, der von Quarziten durchzogen ist. Hier stehen durchschnittlich 55 Jahre alte Reben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase entfaltet er sich dezent, aber nachhaltig, allerdings nicht mit den üblichen Verdächtigen wie Aprikose und grüne Apfel, hier duften zarte Töne von Kräutern und Gewürzen mit der zarten Frucht von reifen Pfirsichen um die Wette, dazu florale Noten von Jasmin und Flieder und eine Anmutung von Nüssen. Über die Zunge fließt ein schlanker und extraktreicher Kabinett mit der unvergleichlichen Leichtigkeit und Spannung des klassischen Saarweins – gradlinig, fruchtig, frisch und lebendig. Sanfte Fruchtnoten von Litschis und Zitrus, die vom Bukett bekannten frischen Kräuter und vegetabile Spuren treffen auf eine sanfte Säure und markante Mineralität. Alles zusammen legt mundfüllend und abgerundet ein sauberes, saftig-griffiges Finish hin. Mit dem gemäßigt reduktiven Stil verschaffen die Rinkes diesem Wein im feinherben Kabinett-Rang eine feine Eleganz. Wie die meisten Saarweine kann der 2022 Wild auf Schiefer gerne als Solist auftreten, er schmeckt aber auch auffällig gut zu indonesischen Satay-Spießen mit in Kurkuma marinierten Hähnchenbrustfilets plus einer würzigen Erdnusssoße und Duftreis.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Pinot Gris „Schiefergestein“ trocken&lt;br/&gt;Das ist sozusagen der Einstiegs-Grauburgunder des Weinguts. Die Reben für diesen vielfach ausgezeichneten Gutswein stehen in der Saar-Lage Wiltinger Schlangengraben am südlichen Abzweig des Saarkanals von der Saar. Die Weinberge sind überwiegend nach Süden ausgerichtet und erstrecken sich auf einem Plateau mit Devonschiefer, das von flachem Terrain aus in Richtung zum schützenden Waldrand nach Norden leicht ansteigt. Die Grauburgunderrebe freut sich bestimmt jeden Tag über die Schieferböden in dieser Lage. Diese Böden mag sie nämlich lieber als Lehm oder lehmige Sande. Was die Wachstumsbedingungen angeht, so ist der Grauburgunder robust und scheut auch keinen Frost, allerdings sind die rötlich-grauen Beeren in den Trauben so dicht angeordnet, dass gerne mal Botrytis auftritt. Das Risiko kann man senken, wenn man die Trauben früh erntet, was zudem die Frische des Weins steigert. Gleichwohl drohen keine hohen Säurewerte, da der Grauburgunder wie fast alle Burgunder-Rebsorten in den meisten Jahren nicht so von der Säure dominiert ist. Die Spontanvergärung des Mosts und die Reifung des Weins erfolgte im großen Holzfass mit elfmonatigem Hefelager.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas schickt der Wein neben den sortentypischen Duftaromen von Mandeln, Birnen und Blüten sogar kräutrige und nussige Töne mit einigen Röstaromen und winzigen Spuren von dunklen Beeren. Geschmacklich tritt der Grauburgunder extrovertiert trocken auf mit erstaunlich prägnanter Säurestruktur und klarem Ausdruck, der sowohl feinfruchtig als auch mineralisch unterlegt ist. Im Abgang erfreuen wir uns noch lange an dem ordentlichen Zug, den filigranen nachhallenden Röstaromen und dem typischen weichen Burgunderschmelz, den er dem langen Hefelager verdankt. Das ist keiner dieser verspielten Pinot-Gritschio-Typen, sondern ein dichter, reintöniger und kraftvoller Grauburgunder. Mit dem starken Auftritt dieses Weines können Sie abseits des Spargel-Mainstreams deftige Gerichte begleiten, zum Beispiel einen Eintopf aus gelben Erbsen und Schweinefleisch, gerne auch mit gerebelter Salbei, Liebstöckel und Koriander, alles behutsam abgeschmeckt, dazu eine Prise gemahlener Beifuß.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Langsurer Brüderberg Chardonnay S&lt;br/&gt;Der Langsurer Brüderberg ist die westlichste Steillage an der Mosel, unmittelbar an der luxemburgischen Grenze, nach Süden ausgerichtet und von Muschelkalkboden geprägt. Die Reben für diesen Wein wurden mit mehrfacher Selektion aus den oberen, terrassierten Parzellen der Grand-Cru-Einzellage „Im Galgenberg“ des Langsurer Brüderbergs geerntet, wo 75° Hangneigung eine echte Herausforderung darstellen. Der Wein wird im Mischsatz aus rund 90% Chardonnay und anderen Burgundersorten wie Pinot Blanc und Pinot Gris angebaut, geerntet und als Réserve ausgebaut. Das geschieht komplett in gebrauchten Barriques mit 17 Monaten Hefelager. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hell und leuchtend strohgelb strahlt er uns aus dem Glas an, der Chardonnay von der Mosel. Seit 1991 ist die Sorte in Deutschland zugelassen und wird in allen deutschen Anbaugebieten von vielen Weingütern „zusätzlich“ angebaut, man will ja international sein. Nach der allgemeinen Neugier am Neuen ist die Nachfrage bei der Kundschaft etwas zurückgegangen, weil Klima und Terroir hierzulande die bekannte tropische Neue-Welt-Aromatik (noch) nicht hergeben, obgleich er angesichts des derzeitigen Tempos der Klimaveränderung jedenfalls in sonnenreichen Jahren mindestens in Richtung Neuseeland-Typ marschiert. Wer europäisch mineralische Chardonnays mag, zieht oftmals die am ehesten vergleichbaren burgundischen Chardonnays wie den Chablis vor. Dabei lässt sich der Chardonnay auch in deutschen Anbaugebieten im Keller mithilfe der Gärungsprozesse und der Reifung im Holz stilistisch wunderbar verzaubern. Und genau das führen Marion und Alexander Rinke mit diesem Chardonnay der S-Klasse in einer Stilistik vor, die bereit ist, den Chablis und andere Appellationen des nördlichen Burgunds zu überholen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der 2022 Langsurer Brüderberg Chardonnay S hat ein leicht kräutrig-florales Bouquet von der spätherbstlichen Wildblumenwiese, dazu gelbe Äpfel und ein klitzekleiner Dash Zitrus plus nussige und rauchige Nuancen. Im Mund beeindruckt er mit einer coolen, herben aber doch exotischen Richtung, bei der Litschis, Mirabellen, Aprikosen, aber auch Kokos, Anis und dunkle Beeren mitmachen dürfen. Das lange druckvolle Finale wird von der cremigen Textur getragen und lässt Ahnungen von Gewürzen und Kräutern aufkommen. Der Abgang wird von der lebendigen Säure und einer prägnanten Mineralik gestützt, die der Muschelkalk in die Reben transportiert hat, Das isses – so muss ein hochwertiger Obermosel-Chardonnay sein, um mit den großen Burgundern aus Chablis gemeinsame Fahrt aufzunehmen und sie zu überholen. Servieren Sie diesen Charakterwein zu einem Red Snapper aus der Pfanne oder zu einem schicken Rebhuhn-Gericht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Pinot Noir Réserve vom Schiefer Oberemmeler Altenberg&lt;br/&gt;Die schon zu Zeiten der Römer bewirtschaftete Saar-Lage Oberemmeler Altenberg – bitte nicht verwechseln mit dem Kanzemer Altenberg – liegt in einem cool-climate-Seitental der Saar. Unzählige kleine Wasseradern vom Langwiesebach und Plitschbach spendieren den Reben eine zuverlässige Wasserversorgung. Überall liegt blauer Devonschiefer und Grauwackeverwitterungsgestein herum, die Reben strecken ihre Wurzeln in die Tiefe und nehmen reichlich Mineralstoffe auf. Schon in der Preußischen Lagenklassifikation von 1868 wurde der Oberemmeler Altenberg in der Klasse der besten Lagen aufgeführt. Ein Spätburgunder aus dieser Lage ist angesichts der gewaltigen Fußtapfen des Rieslings aber eine mutige Rarität. Bekanntlich stellt sich der Spätburgunder im Weinberg wie im Keller ziemlich zickig an, doch wenn er richtig und nett behandelt wird, kann er das Weingut glücklich machen. In den Parzellen der Rinkes wachsen die Reben extrem ertragsreduziert Der Wein reifte 16 Monate in Barriques und wurde ungefiltert abgefüllt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dieser Spätburgunder offeriert im Bukett eine auf Sauerkirschen, rote Waldbeeren und Cassis aufgebaute Fruchtigkeit und feinduftige Nuancen von Kräutern und Nüssen nebst einem Hauch von Veilchen und kleinen Röstnoten. Am Gaumen zeigt der Wein ordentlich Charakter, die Burgunderaromen tummeln sich mit Energie und Komplexität im Mund. Er bleibt mit einer freundlichen, gut integrierten Säure, der schiefrig-mineralischen Komponente und der seidigen Textur der Tannine immer geschmeidig und wirkt niemals ungezähmt. Wir nehmen geschmacklich dunkle und rote Beeren nebst Zitruszeste, Granatapfel und subtile Mokkatönen im Background wahr. Das lange, schmelzige und fruchtige Finish verrät Holz, drängt es aber nicht auf. Ein reiner, fast schlanker, eindeutig trockener, saftiger und eleganter Spätburgunder, der der schon jetzt eine feine Harmonie und Finesse verkündet, die zu höchster Eleganz auflaufen wird. Er fühlt sich besonders wohl zu einem saftigen Rheinischen Sauerbraten mit einer Soße wie anno dunnemals, begleitet aber auch locker fast jedes Pasta-Gericht. Und bitte den Wein mindestens dreißig Minuten durchatmen lassen, bevor er in Burgunderstiele gefüllt wird. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 PassionSaar But Nature Riesling Sekt&lt;br/&gt;Der Riesling ist nicht nur beim Wein die perfekte Rebsorte an Mosel und Saar, sondern erst recht beim Sekt. Seine unvergleichlichen Aromen umperlt von feinen Bläschen sind ein Fest für den Gaumen. Hier steckt allerdings weit mehr dahinter, denn ein Rinke-Sekt verspricht neue sensorische Erlebnisse, zumal das sein geschützter Name PassionSaar® schon ankündigt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Trauben des Grundweins kommen aus der Saarlage Oberemmeler Altenberg, der flaschenvergorene Sekt lag länger als 40 Monate auf der Hefe. Brut Nature oder brut de brut oder Zero oder non dosé – alles bedeutet Verzicht auf die zweite Dosage, die Versanddosage, und auf die damit verbundene Zuckeranreicherung. Das ist oft nichts für schwache Zungen, aber eine Offenbarung für viele Trockentrinker. Diese Sekte sind zunehmend nachgefragt, vor allem von Sektliebhabern, die meinen, sich schon an alles gewöhnt zu haben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Und so perlt der 2020 PassionSaar But Nature nachhaltig und vorbildlich wie ein feiner Nieselregen. Im Glas funkelt er im satten Goldgelb hochreifer Rieslingtrauben. Das Bukett erscheint sehr sortentypisch, mineralisch und höchst elegant. Eine angenehme Melange aus dem Duft von grünen Äpfeln und Birnen mit etwas Brioche und einem Hauch Zitrus entfaltet sich. Im Mund verbindet sich die aktive und doch erstaunlich moderate Säure mit einer modern salzigen, schiefrigen Mineralität zu einer herrlichen Frische und einer edlen Saftigkeit. Es zeigen sich dezente Aromen von Äpfeln und Mandeln, einige Zitrusnoten und eine sehr dezente leicht süßliche, schiefrige Würze sowie eine vorbildliche cremige, harmonische Textur. Das ist der Sekt für besondere Anlässe und festliche Momente, Sie können ihn aber auch zu Graved Lachs im Mund schäumen lassen.</description>
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      <title>FRUIT LOGISTICA 2025 – Neuigkeiten von der Weltmesse für den globalen Fruchthandel&#13;</title>
      <link>http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/2/24_FRUIT_LOGISTICA_2025_Neuigkeiten_von_der_Weltmesse_der_Frischfruchtbranche_in_Berlin.html</link>
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      <pubDate>Mon, 24 Feb 2025 20:25:28 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/2/24_FRUIT_LOGISTICA_2025_Neuigkeiten_von_der_Weltmesse_der_Frischfruchtbranche_in_Berlin_files/xRLR_3271.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_16.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:142px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Die FRUIT LOGISTICA in Berlin ist und bleibt weltweit die bedeutendste Messe im Handel und im Marketing für Fresh Products von Obst und Gemüse und bietet den kompletten Überblick über sämtliche Innovationen, Produkte und Dienstleistungen in allen Handelsstufen. Immerhin wurden im vergangenen Jahr allein in der EU über 40 Millionen Tonnen Obst und mehr als 46 Millionen Tonnen Gemüse erzeugt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die FRUIT LOGISTICA verbreitet sich Jahr für Jahr über das gesamte Messegelände in Berlin. Branchen-Höhepunkte sind der Innovations Award und das Future Lab. In der Startup World präsentieren junge Unternehmen frische Ideen und smarte Technologien. Das Segment Technik mit der Präsentation von Maschinen und Automation belegt mehrere Ausstellungshallen und bietet mit der TechStage auch ein Forum für technische Lösungen im Fruchthandel. Im Forum Logistics Hub erhalten Produzenten, Exporteure und Händler Informationen, die ihnen helfen sollen, die richtige logistische Entscheidung für den Transport ihrer Ware zu treffen. Das wird nicht zuletzt durch die zunehmende Sensibilität für die Auswirkungen des Transports auf die Umwelt immer wichtiger.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach wie vor schätzen die Aussteller die FRUIT LOGISTICA als „besonderen Ort der Kommunikation, um bestehende sowie künftige nationale und internationale Partnerschaften, sowie Kundenbeziehungen zu pflegen und neue zu gewinnen&amp;quot;, wie es schon vor Jahren das „Messe-Urgestein“ Franz Schaden, Leitung Marketing &amp;amp; Kommunikation, OPST Obst Partner Steiermark GmbH, ausdrückte, der von Anfang an bei der FRUIT LOGISTICA dabei war.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Herausragend an der FRUIT LOGISTICA ist, dass so verschiedene Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette des grünen Sortiments in Berlin vertreten sind - vom Global Player bis zu klein- und mittelständischen Anbietern. Das drückt sich aus in den Fresh Products bei Obst und Gemüse, aber auch im Bereich Nüsse oder Trockenfrüchte. Die Wertschöpfungskette reicht von der Anbautechnik wie Gewächshaustechnologie oder Klimabeobachtung über Sortenentwicklung bis zu Produktverpackung und Etikettierung, Transport und Logistik, Warenumschlag und Lagerung bis zum Einsatz von künstlicher Intelligenz.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Rund 2.600 Aussteller aus über 90 Ländern zeigten vom 5. bis 7. Februar 2025 eine umfassende Marktübersicht der Obst- und Gemüsebranche. Neben der Anbahnung und dem Abschluss von Geschäften war für die Aussteller die globale Aufmerksamkeit wichtig. Über 67.000 Fachbesucher aus mehr als 151 Ländern kamen zur Messe. Die größten Fachbesuchergruppen waren Obst- und Gemüseerzeuger und Vertreter des Import-/Exportgeschäfts gefolgt von Vertretern und Einkäufern des Groß-und Einzelhandels. Sie alle erlebten eine weltweit einzigartige Zusammenkunft der Fruchtbranche. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den drei Messetagen der FRUIT LOGISTICA werden vielfach die Weichen für den Erfolg eines gesamten Geschäftsjahres gestellt: So haben etliche Aussteller während des Messeverlaufs Geschäftsabschlüsse realisiert. Darüber hinaus erwarten die meisten der Aussteller ein sehr gutes bis zufriedenstellendes Nachmessegeschäft, insbesondere aufgrund neuer Geschäftskontakte: Mehr als drei Viertel der Fachbesucher erwarten, dass die hergestellten Kontakte zu Geschäftsabschlüssen nach der Messe führen werden. Rund ein Drittel der Fachbesucher tätigten während der Messe unmittelbar Geschäftsabschlüsse. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die nächste FRUIT LOGISTICA findet vom 4. bis 6. Februar 2026 statt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Stimmen zur Bedeutung der FRUIT LOGISTICA&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Luis Alberto Jaramillo Granja, Minister f. Produktion, Außenhandel, Investitionen, Fischerei, Ekuador&lt;br/&gt;„Die FRUIT LOGISTICA ist eine sehr wichtige Messe, insbesondere für ein Land mit einer so starken Exporttradition. Sie ist ein wichtiges Forum für uns, um Ideen mit Kunden aus verschiedenen Teilen der Welt auszutauschen. Eines unserer Hauptziele ist es, unsere Märkte zu diversifizieren. Gerade unter den derzeitigen Bedingungen ist eine breite Diversifizierung der Märkte wichtig.&amp;quot;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Prof. Dr. Senih Yazgan, Vorsitzender, Uludağ Fresh Fruit and Vegetable Exporter Association (UYMSİB), Türkei&lt;br/&gt;„Wir haben viele Fachbesucher, die zu Gesprächen und zur Erkundung des künftigen Marketingbedarfs für den europäischen Markt kommen. Die FRUIT LOGISTICA ist die beste Messe für uns. Ich vertrete alle Exporteure. Wenn ich sie frage, sagen sie alle: ‚Wir sind so glücklich, weil wir hier in Berlin neue Kunden finden’&amp;quot;.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Kai Olschner, Global Vice President Supply Chain Engineering, DP World, Vereinigte Arabische Emirate&lt;br/&gt;„Dies ist mein erster Besuch auf der FRUIT LOGISTICA, und ich bin erstaunt über das, was ich sehe. Es ist unglaublich, was es braucht, um Obst und Gemüse zu produzieren. Es gibt so viel mehr zu entdecken und alles hängt mit Logistik und Lieferketten zusammen, um sicherzustellen, dass die Waren pünktlich und in der richtigen Qualität geliefert werden. Das ist meine Leidenschaft.&amp;quot;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Neue Impulse auf der FRUIT LOGISTICA 2025&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Avocados aus Spanien – Biofrüchte zu wettbewerbsfähigen Preisen&lt;br/&gt;Die Nachfrage nach Avocados nimmt in Deutschland ständig zu. Immer mehr Verbraucher entdecken nicht nur die gesundheitlichen Vorzüge der Avocados in der Ernährung, sondern schätzen auch den einzigartigen Geschmack und die Vielfalt der Rezepturen für Avocados. Die Preise sind in den letzten Jahren stetig zurückgegangen, wozu auch der Wettbewerbsdruck der internationalen Avocado Produktion beigetragen hat. Wichtige Importländer für den deutschen Markt sind nach wie vor Südamerika mit Peru, Kolumbien und Chile, aber auch Marokko und Israel. Seit einigen Jahren expandieren spanische Betriebe wie das Familienunternehmen Alcoaxarquía aus Velez und Malaga auf dem Avocado Markt und konzentrieren sich vielfach auf werthaltige Bio-Avocados. Alcoaxarquía vermarket rund 16.000 Tonnen Avocados, wovon 90% in den Export gehen. Es will den Verkauf in den nächsten vier Jahren verdoppeln. 60% der Produktion sind Bio-Avocados, die zu wettbewerbsfähigen Preisen angeboten werden sollen. Das Unternehmen bewirtschaftet inzwischen auch in Peru über 1.200 Hektar im biologischen Anbau. Auch in Spanien werden die Pflanzungen und Produktionsstätten ausgeweitet und dabei Genossenschaften von Kleinerzeugern einbezogen. Dass die Lieferkette das ganze Jahr über zuverlässig mit hohen Qualitäten fortbesteht, stellen eigene Plantagen in der Dominikanischen Republik sicher, die Avocados liefern, wenn die Saison in Peru beendet ist und die Früchte in Spanien noch nicht reif sind. Alcoaxarquía ist heute ein multinationales Unternehmen, das ganz wesentlich dazu beiträgt, dass Spanien zu einem wichtigen Lieferanten hochqualitativer Avocados geworden ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Kiwis aus Italien – ein Importschlager in allen Farbschattierungen&lt;br/&gt;Kiwis gehören heute bei uns zu den bedeutendsten Importfrüchten. Sie werden vom Verbraucher als schmackhafter Vitamin-C-Lieferant geschätzt. In Europa drängt vor allem Italien mit den Kiwis auf den deutschen Markt – 2023 wurden aus Italien über 62.000 Tonnen importiert. Große Mengen gehen auch in die USA und Mexiko. Eine der größten Herausforderungen für die Produzenten in Süditalien sind die zunehmenden klimatischen Extreme mit Wasserstress und die Verbreitung von Krankheiten auf den Plantagen. Zu den grünen Standartfrüchten sind längst goldgelbe und rote Sorten hinzugekommen. Die gelbfleischigen machen inzwischen bald ein Drittel des Konsums aus, obwohl sie deutlich höherpreisig sind. Die Verbraucher akzeptieren das, weil sie ständig nach neuen Geschmackserlebnissen suchen und Qualität verlangen. Der große italienische Produzent JINGOLD aus der Emilia-Romagna stellt die süße rote Sorte Dong Hong (Jingold Exotic Red) groß heraus und hatte damit bereits 2019 den FRUIT LOGISTICA Innovation Award gewonnen. Neben der Konzentration auf Marken-Kiwis sind für den Wettbewerb auch umweltschonende Anbaumethoden entscheidend, weil das für die Konsumenten immer mehr Stellenwert bei der Kaufentscheidung bekommt. Daneben hat Jingold erkannt, dass die Verbraucher großen Wert auf die ganzjährige Verfügbarkeit von Kiwis legen. Es hat daher Lizenzbetriebe in etlichen Ländern der Welt eingebunden. So kommen die Goldenen Kiwis auch aus Portugal, Chile, Südafrika, während Griechenland für die grünen Sorten bekannt ist und Argentinien die Organic Golden Kiwi Fruit herausstellt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Immer beliebter – Mangos aus aller Welt&lt;br/&gt;Die ersten Mangos kamen im 16. Jahrhundert mit portugiesischen Seefahrern aus Indien, Burma und Borneo nach Europa. Mangos werden seit mehr als viertausend Jahren kultiviert. Heute kommen die Früchte nicht nur aus Asien und anderen tropischen oder subtropischen Gebieten zu uns, sondern werden sogar im Thüringer Wald im Tropenhaus des Betriebs Klein Eden mit der Abwärme von Glasfabriken angebaut. Es gibt weltweit mehr als tausend Sorten, von denen aber nur wenige in den Lebensmittelhandel gelangen. Jedenfalls werden jährlich etwa 61 Millionen Tonnen Früchte geerntet, die meisten, nämlich mehr als 40% in Indien, wo der Mangobaum im Hinduismus heilig ist. Auch Indonesien, Thailand, Pakistan, Vietnam, Mexiko, Brasilien, Peru, Malawi oder Ägypten gehören zu den Hauptanbauländern. Die meisten der weltweit rund 2 Millionen Tonnen Mangos importieren die USA, an dritter Stelle steht aber schon Deutschland mit 116.000 Tonnen (2023). Wir bekommen die meisten Früchte ganzjährig aus Brasilien, in der ersten Jahreshälfte aus Peru und in den Sommermonaten aus der Elfenbeinküste und der Dominikanischen Republik. Im Einzelhandel werden Mangos oftmals mit dem gleichen Preis wie Avocados beworben und sind beliebt als Königin der Früchte.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Birnen – Imagearbeit mit Verbraucheraufklärung und neuen Sorten&lt;br/&gt;Zwar bedurfte es einer Redensart, um Äpfel nicht mit Birnen zu verwechseln, doch tatsächlich droht diese Gefahr wohl kaum. Das gilt nicht nur für Verbraucher, sondern auch für den Obsthandel: Hinter der Tatsache, dass in Deutschland 2024 rund 780.000 Tonnen Äpfel, aber nur 38.000 Tonnen Birnen produziert und rund 474.000 Tonnen Äpfel und 153.000 Tonnen Birnen importiert wurden, steht eine deutliche Zurückhaltung der Konsumenten gegenüber der weniger robusten Birne. Das beruht auf Erfahrungen mit der Empfindlichkeit, was Umgang und Aufbewahrung angehen, aber auch auf fehlenden Kenntnissen über Sorten und Reifegrad. Wer weiß schon, dass bei beliebten Sorten wie Conference oder Williams die grüne Schale der festen Frucht in einen gelblichen bis ockerfarbenen Ton der weicheren Frucht übergeht und vom knackigen Biss zum zarten Fruchtschmelz wechselt. Jede Sorte hat ihre Eigenheiten, was den Ausdruck des Reifegrads angeht, so dass der Verbraucher leicht den Überblick verliert und angesichts der gegenüber Äpfeln höheren Preise keine Risiken eingehen will. Kernobstspezialisten wie die französische Firma BLUE WHALE aus dem südwestfranzösischen Okzitanien forcieren die Vermarktung von Birnen durch bessere und umfassendere Information der Verbraucher und setzen zugleich auf neue Sorten. So nehmen zum Beispiel Anbau und Absatz der Genießer-Sorte Fred® vehement zu. Die Sorte zeichnet sich durch einfaches Handling und gute Haltbarkeit aus, während sich die Qualität in der Verkaufsphase sogar weiter steigert. Die Branche will den Konsumenten unterstützen, damit das Image der Birne als edle Genussfrucht durch hohe Qualität im Markt aufrecht erhalten bleibt.</description>
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      <title>Das Weingut Briziarelli in Umbrien: moderne Weine aus der perfekten Harmonie von Liebe zum Land, Winzerhandwerk und Technologie&#13;</title>
      <link>http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/2/19_Das_Weingut_Briziarelli_in_Umbrien__moderne_Weine_aus_der_perfekten_Harmonie_von_Liebe_zum_Land,_Winzerhandwerk_und_Technologie.html</link>
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      <pubDate>Wed, 19 Feb 2025 09:01:01 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/2/19_Das_Weingut_Briziarelli_in_Umbrien__moderne_Weine_aus_der_perfekten_Harmonie_von_Liebe_zum_Land,_Winzerhandwerk_und_Technologie_files/xBRIZIARELLI-0011%20AA.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_17.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Wo die Via Colle Allodola ihren südlichsten Punkt erreicht und nach Norden entkommt, liegt die Cantine Briziarelli, ein Weingut im Herzen Italiens inmitten eines riesigen gedachten Dreiecks zwischen Rom im Süden, Ancona im Nordosten und Grosseto im Westen. Wir sind hier in Umbrien an der Grenze zwischen den Gemeinden Bevagna und Montefalco mit dem DOCG-Gebiet Sagrantino und dem DOC-Gebiet Rosso Montefalco.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Alles begann 1906 mit den Aktivitäten des lokalen Ziegeleibesitzers, Bauunternehmers und Philanthropen Pio Briziarelli, der 1966 verstarb. Er gründete die Bank Marscianese und die Industrievereinigung von Perugia, erwarb Immobilienobjekte und baute eine Landwirtschaft auf, um vom natürlichen Reichtum des üppigen Umbriens zu profitieren. Die Society Agricola Briziarelli setzte über Jahrzehnte auf Ackerland, Olivenbäume, Weintrauben und Viehzucht. Dazu gehörten das alte Weingut Marsciano und die Zucht und Auswahl von Chianina-Rindern in San Gemini. Erst Generationen später, im Jahr 2000, entschied sich die Familie für ein neues Projekt: das Weingut Briziarelli. Nach umfangreichen Vorarbeiten wurden 2003 und 2006 die Rebstöcke gepflanzt. 2012 wurde eine nahezu futuristische, doch perfekt in die Landschaft integrierte moderne Kellerei errichtet, dessen ökologisch nachhaltige Architektur mit der familiären Tradition des Ziegelsteins verbunden ist. Hier werden auch der Grappa extravecchia “Grappa Mattone” und ein natives Olivenöl extra aus den Olivenhainen der Gemeinden Foligno und Sangemini hergestellt. 2021 entstand ein neues Logo und die Flaschen bekamen neu entworfene Etiketten, deren Design die fortschrittliche Ausrichtung des Weinguts hervorhebt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Familie Briziarelli bewirtschaftet heute rund 20 Hektar Rebfläche. Einen guten Überblick über einige Lagen hat man von den nahe gelegenen Hügeln und von der Kellerei aus. Von hier lässt sich das breite Tal Umbriens bewundern, das sich von Perugia nach Spoleto erstreckt mit Ausblicken auf Spello, Bevagna, Assisi, Foligno und Montefalco. Die Weinberge von Bevagna haben überwiegend eine Ost-Südost-Ausrichtung und liegen auf einer Höhe von etwa 250 Metern. Die Weinberge von Montefalco haben eine mehr oder weniger ähnliche Höhe und sind häufig nach Norden ausgerichtet. Die tonhaltigen Lehmböden der Weinberge mit ihren fossilen Ablagerungen verhelfen den Trauben zu einer ausgeprägten Aromatik und verschaffen den Weinen komplexe Strukturen. Angebaut wird eine Vielzahl an Rebsorten, darunter Sagrantino, Sangiovese und Merlot sowie Syrah, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Petit Verdot und die weißen Trebbiano und Viognier. Die Weine sind in die Linien Storica und Classica eingestellt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Weinberg setzt man auf nachhaltige Anbaumethoden, um die Gesundheit der Reben und die Umwelt zu schützen. So wird etwa Regenwasser zur Bewässerung der Rebstöcke gesammelt. Im Keller werden ausschließlich manuell gelesene Trauben aus eigenem Anbau verarbeitet. Hier geht es darum, die Eigenarten jeder Rebsorte zu erhalten und herauszuarbeiten. Moderne Techniken wie kontrollierte Gärung und sorgfältiges Fassmanagement ergänzen die sowohl traditionelle als auch innovative Weinherstellung. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Weingut Briziarelli betrachtet man Wein nicht nur als Traube am Stock oder als Inhalt einer Flasche, sondern als Ergebnis von Ideen und der Leidenschaft von Menschen, als Zusammenspiel von Zeit, Geduld und einem vorausschauenden Blick auf die Entwicklung einer zunehmend gefährdeten Natur. Das bedeutet nicht sture Umsetzung von Traditionen, sondern stetige Anpassung und Verbesserung von Methoden und Stilistiken, um Tradition und Innovation auf eine geniale Weise zu verbinden. Hier fährt man nicht ständig am Limit und legt keinen Wert auf Ecken und Kanten. Familie Briziarelli weiß, dass man einen Wein nur dann wirklich schätzen kann, wenn man alles über ihn weiß und das sowohl im Weinberg als auch im Keller berücksichtigt. Das spiegelt sich in jeder Hinsicht im sensorischen Auftritt der Weine mit ihrer eleganten Persönlichkeit und ihren verführerischen Geschmacksrichtungen und macht sie so einzigartig.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es lohnt sich, das Weingut Briziarelli zu besuchen, denn es werden hochinteressante und schmackhafte Führungen angeboten: Einer der Sommeliers begleitet die Besucher durch die Weinberge, den Keller und den Fassraum. Nach der Tour gibt es eine geführte Verkostung der Weine, kombiniert mit den besten und passenden lokalen gastronomischen Spezialitäten und einem herrlichen Blick auf die Weinberge.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Weine aus dem Weingut Briziarelli verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 L'Affabile Viognier Umbria Bianco IGT&lt;br/&gt;Beginnen wir mit einem reinsortigen Weißwein aus der Rebsorte Viognier. Die weiße Rebsorte Viognier stammt aus Frankreich, wo sie seit Jahrhunderten angebaut wird. Der Viognier ist ohne Frage eine der interessantesten Weißweinsorten überhaupt und verbreitet sich in Europa immer mehr. Die Viognier Rebe erfordert vom Winzer viel Arbeit und bringt generell keinen sehr hohen Ertrag. Sie ist zwar sehr widerstandsfähig gegen Trockenheit, aber extrem anfällig für echten Mehltau. Dafür schützen die dicken Beerenhäute gegen viele Arten von Fäulnis. Die handgelesenenTrauben wurden im Keller sanft gepresst und 12 Stunden mazeriert bevor der Most bei einer kontrollierten Temperatur von 12° bis 14° C in Stahlbehältern gärte. Er lag dann noch vier Monate auf der Hefe, bevor abgefüllt wurde.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt sich der Wein in einem hellen Strohgelb. Er schickt ein herrliches florales Duftspektrum in die Nase, das durch subtile Zitrusnoten eine gewisse Frische vermittelt und mit einem Hauch von Aprikosen und Mangos abgerundet wird. Der sehr eigene Geschmack der Sorte beeindruckt durch seine Cremigkeit und Tiefe. Die an sich eher schlaffe Säure ist im L'Affabile zu einer lebendigen Frische erweckt worden, wahrscheinlich wurde früh geerntet, was auch Alkoholexplosionen verhindert. Über der Zunge breitet er sich würzig und vollmundig aus, es sind feine Töne von Pfirsichen, Mandarinen und Birnen dabei. Die Komplexität einerseits und die Harmonie aus Frische, Frucht und dezenter Säure andererseits geben dem Wein einen ganz besonderen, unbeschwerten Charakter. Genießen Sie ihn jung und frisch, gerne auch zu Spargel oder gebackenem Fisch.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Sua Signora Trebbiano Umbria IGT&lt;br/&gt;Der Sua Seniora ist zu 100% aus Trebbiano-Trauben hergestellt. Die Trebbiano ist die weiße Leitrebsorte Umbriens, sie ist in Deutschland vor allem durch die ebenfalls reinsortigen Lugana-Weine vom Gardasee her bekannt. Die Traube wird in den meisten Gebieten Italiens vorwiegend als Cuvéepartnerin genutzt. Dieser reinsortige Trebbiano ist eine gute Gelegenheit, die alte Mähr von der schlichten, langweiligen Sorte zu widerlegen. Denn wir haben mit dem Sua Signora Trebbiano einen Wein mit einer modernen Stilistik, einer starken Persönlichkeit und vornehmer Eleganz im Glas. Ein Teil der geernteten Trauben wurde getrocknet, vorsichtig gepresst und über Nacht mazeriert. Der Most daraus wurde in Barrriquefässern vergoren, der Wein lag für etwa 4 Monate auf der Feinhefe. Der restliche Teil der Trauben wurde schonend gepresst, bei einer kontrollierten Temperatur von 12° bis 14° C in Stahlbehältern vergoren, der Wein reifte sechs Monate auf der Hefe. Nach der Assemblage der beiden Partien und Abfüllung ruhte der Wein noch einige Monate in der Flasche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er lädt mit einer strohgelben Farbe und goldenen Reflexen ein. Offensiv präsentiert er seine vielfältigen Aromen von gelben und tropischen Früchten wie Pfirsich, Mango, Grapefruit und Ananas. Im Hintergrund drängeln sich florale Töne von Weißdorn und Ginster, aber auch kräuterige Noten von Thymian und Heu machen mit. Im Mund bestimmen insbesondere Aromen von Ginster, Zitrusblüte und Aprikose das intensive Geschmacksbild. Er präsentiert sich mit einer erfrischenden Säure und einer markanten Mineralität. Dieses weiche Zusammenspiel und die komplexe Struktur bleiben im Abgang noch lange erhalten. Servieren Sie diesen hochwertigen umbrischen Trebbiano nicht zu den üblich Verdächtigen wie Meeresfrüchte oder Käseplatte. Er begleitet lieber ein Kaninchen auf mediterrane Jägerart mit Oliven und Thymian oder eine gut gewürzte Poularde aus dem Ofenrohr.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sip no Guilt Sangiovese Umbria IGT&lt;br/&gt;Den Einstieg in den Rotweinbereich beginnen wir mit einem Wein in einem sensationellen, innovativen Outfit: Die Linie „Sip-No-Guilt“ ist das neue Projekt des Weinguts, das Design, Verpackungsinnovation und Aufmerksamkeit des Publikums vereint. Er kommt glaslos in einer Frugalbottle von FrugalPack, einem Unternehmen für nachhaltige Verpackungen. Die Frugalbottle ist ein zu 94% recycelter Außenkarton mit einem Gewicht von nur 82 g, der seinerseits vollständig recycelbar ist. Innen befindet sich ein lebensmittelechter Beutel mit Schraubverschluss als Bag-in-Box. Das alles bringt einen sechsmal geringeren CO2-Fußabdruck als mit einer Weinflasche – wenn das nicht ökologisch nachhaltig ist. Das poppige, farbenfrohe Design der Verpackung ist ein von Camilla Falsini geschaffenes Kunstwerk.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Kein Glas, kein Gewicht – der ideale Wein für den Trecking-Rucksack, ein Picknick, den Badeausflug, auf der Demo und bei Open-Air-Events. Und immer mit dem Gefühl der Symbiose von Genuss und Umweltschutz. Dieser Wein hat auch schon besondere Aufmerksamkeit in Perugia gefunden, wo üblicherweise durch eine Verordnung aus Sicherheitsgründen der Außer-Haus-Verkauf von Glas oder Dosen während der Silvesternacht im historischen Zentrum nicht erlaubt ist: Das war die Stunde der revolutionären Sip-No-Guilt-Flasche von Briziarelli. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Trauben für den reinsortigen Wein aus einer Sangiovese Varietät wurden schonend gepresst und bei einer kontrollierten Temperatur von 14° bis 16° C in Stahlbehältern vergoren. Hier reifte der Wein noch einige Monate auf der Feinhefe. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem rubinroten Glas wehen Lüftchen von roten und schwarzen Beeren wie Brombeeren und schwarze und rote Johannisbeeren, dazu eine Anmutung von reifen Zwetschgen, ein Touch Veilchen plus einer pikanten Spur von Pfeffer. Dann schmecken wir die typische, fruchtige Frische der Rebsorte mit ausgewogen Aromen aus dem Bukettspektrum plus Sauerkirschen und Preiselbeerkonfit. Den Abgang tragen die sortentypischen Tannine, die hier aber ordentlich gezähmt sind, wozu die späte Ernte der Trauben beigetragen haben dürfte. Ein freundlicher, fruchtiger Rotwein mit angenehmem Trinkfluss.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Bezeichnung SipNoGuilt – nippen oder süffeln ohne Schuldgefühle – lässt spontan an Genuss, Buße und Vergebung in einer Flasche denken. Und genau so ist es auch: Weingenuss mit einem Gefühl von beschwingter Leichtigkeit, lustvollem Spaß und glücklichen Stunden – wo und wann auch immer.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Don Brizio Rosato Umbria Rosso IGT&lt;br/&gt;Dieser Rosé ist im Jahrgang 2023 ein reinsortiger Sangiovese. Die Trauben wurden kurz angepresst, um die Beerenhaut leicht zu verletzen und den Farbabfluss in Gang zu setzen. Die Gärung des Mostes erfolgte mit geringen Partien im Holz und ansonsten bei kontrollierter Temperatur zwischen 14° und 16° C in Edelstahltanks. Danach reifte der Wein über vier Monate auf der Hefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas leuchtet der Don Brizio Rosato einladend mit einem Zwiebelschalenrosa und hellen Reflexen. Es duftet dezent nach Brombeeren, Erdbeeren, süßlichem Kokosmehl und einem klitzekleinen Hauch Lavendel. Im Mund stellt sich eine herzhafte Frische und eine bemerkenswerte Tiefe ein. Es kommen sanfte Noten von roten Johannisbeeren, Sauerkirschen an und sehr dezente Anklänge an Himbeeren, Brombeeren und pikante Kräuter. Die Tannine sind weich und stören nicht den Eindruck der Frische und Fruchtigkeit. Zusammen mit einer aktiven Säure und einer animierenden Würze geht alles ins harmonische und lang anhaltende Finale. Ein gut strukturierter, saftiger Rosé mit Charakter. Mit ihm können Sie auf jedem Sommerfest glänzen, oder Sie bieten ihn als Aperitif an oder zum Pasta-Gang mit Tomaten, Pilzen und Rucola oder mit Venusmuscheln.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Montefalco Rosso DOC&lt;br/&gt;Der Montefalco Rosso ist eine Cuvée aus Sangiovese, Sagrantino und Merlot. Die Rebstöcke stehen auf den bereits erwähnten Weinbergen in rund 260 Metern Meereshöhe und sind nach Südwesten ausgerichtet. Die per Hand geernteten Trauben wurden über 22 Tage in temperaturgesteuerten Edelstahltanks auf der Maische vergoren, der Wein reifte 20 Monate mit malolaktischer Gärung im Edelstahl auf der Hefe. Nach der Abfüllung ruhte er vier Monate in der Flasche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er funkelt mit einem hellen Rubinrot im Glas. In der Nase tummeln sich komplexe Noten von Kirschen und Zwetschgen einerseits und kräutrig-würzigen Tönen von Anis, Kakao und Süßholz andererseits. Florale Anklänge an Veilchen und Rosen kommen hinzu. Dazu schwebt immer ein Hauch Vanille herum. Am Gaumen breitet sich eine harmonische, weiche Fülle aus, die das Sanfte vom Merlot mit den markanten Tanninen des Sangioveses genial zusammenführt. Auch die Säure fällt nicht aus dem Rahmen, sie vermittelt Frische und ist gut ausbalanciert. Im herb-trocken und herrlich schmelzigen Finish bleiben die fruchtigen und würzigen Noten lange in Erinnerung. Ein sympathischer, lebhafter und zugänglicher Wein mit einer modernen Stilistik, der zum immer nächsten Schluck einlädt. Servieren sie ihn zu einer Lasagne mit Fleischsauce und Ricotta.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Montefalco Sagrantino DOCG&lt;br/&gt;Das ist einer der berühmtesten Weine Umbriens aus einer der besten italienischen roten Rebsorten. Der Wein wird ausschließlich aus Sagrantino-Trauben hergestellt, eine Rebsorte, die hauptsächlich in der Gegend um Montefalco angebaut wird. Die DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) Montefalco Sagrantino ist seit 1992 die wichtigste Herkunftsbezeichnung für Weine aus dieser autochthonen Rebsorte – sie ist auch die einzige rote DOCG Umbriens. Das Disziplinar stellt strenge Anforderungen an Anbau und Herstellung, um die Qualität und Authentizität der Weine zu gewährleisten. Im Keller wird über drei Wochen auf der Maische im Edelstahl vergoren, danach kommt der Wein zur Reifung für mindestens 12 Monate in neue Barriques und weitere 21 Monate in Stahltanks. In der Flasche ruht er mindestens vier Monate.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er schimmert im Glas in einem intensiven, dichten Rubinrot mit violetten Reflexen. Extrovertiert und kraftvoll öffnet sich sein Bukett mit balsamischen Tönen und Noten von reifen roten Waldfrüchten. Im Hintergrund duftet eine vielschichtige Würze, dazu kommen bereits tertiäre Richtungen von Tabak und Leder. Schon der erste Schluck füllt den Mund kraftvoll aus. Am Gaumen verteilen sich die Aromen und Geschmackserlebnisse auf reife schwarze Johannisbeeren, Brombeeren, Feigen, etwas Zedernholz und Töne von Schokolade und Vanille. Im energiegeladenen Finish bestätigt sich seine energische Säure, seine zupackenden und dichten, aber erstaunlich mürben Tannine und eine schöne Würze – alles gut austariert in einer modern strukturierten Harmonie. Das ist Finesse ohne Schwere, vollmundig, aber keineswegs aufdringlich. Nach Börsenkriterien würde man den Wein auf „Halten“ setzen – bis zu 25 Jahre. Aber wer kann schon jahrelang dem Anblick eines so fantastischen Weins widerstehen. Muss man nicht, denn er ist auch jung ein Genuss. Also Korken raus, rein in die Karaffe und den Verstand ruhig mal abfliegen lassen. Sie können sich und diesen Montefalco Sagrantino auch mit einem perfekt scharf gegrillten T-Bone-Steak oder einem Wildschweinbraten erfreuen.</description>
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      <title>Die Quinta da Plansel in Portugal: &#13;mit Tradition und Frauenpower zu Spitzenweinen aus dem Alentejo&#13;</title>
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      <pubDate>Wed, 5 Feb 2025 22:03:18 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2025/2/5_Das_Weingut_Nimmervoll_im_Wagram__Zeitlos_authentische_Weine_aus_einem_der_erfolgreichsten_und_innovativsten_Weinguter_Osterreichs_2_files/xALF03611.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object000_18.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Eigentlich begann alles im pfälzischen Neustadt an der Weinstraße, wo der 1938 geborene Hans-Jörg Böhm in einer traditionellen Winzerfamilie aufwuchs. 1961 führte ihn eine Segeltour nach Portugal, die allerdings mit dem Kentern seiner Yacht „Prosper d`Etel“ im Hafen von Cascais bei Lissabon jäh endete. Nicht überliefert ist, ob er die Erinnerung an die Havarie spontan in portugiesischem Wein ertränkte, jedenfalls war das Ereignis der Beginn einer wunderbaren Liebe zum portugiesischen Wein, der für ihn so faszinierend anders war als in der Pfalz, insbesondere was die Rebsorten und die damalige Weinbereitung angingen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zunächst verfrachtete Hans-Jörg Böhm als größter Portugal-Importeur Weinkisten nach Deutschland, dann gründete er die Rebschule Viveiros, um die autochtonen Rebsorten Portugals durch spezifizierte Klone zu optimieren. Nach der Nelkenrevolution kaufte er 1975 ein Haus in Colares, Alto do Penedo, und 1981 ein Weingut am südöstlichen Rand von Montemor-o-Novo, das er in Anlehnung an seinen Namen Quinta de São Jorge nannte. Montemor-o-Novo liegt im westlichen Teil des Alentejo, gut hundert Kilometer südöstlich von Lissabon und etwa achtzig Kilometer vom Atlantik entfernt. Nach der östlich gelegenen Universitätsstadt heißt die Region hier Évora als Untergebiet im Weinanbaugebiet Alentejo. Korkeichen- und Steineichenwälder, Schaf- und Rinderweiden, Olivenhaine und Kornfelder wechseln sich in der Landschaft ab. Granitverwitterungs- und metamorphe Sedimentböden bestimmen die Bodenstruktur. Es gibt aber auch nicht-metamorphen Schiefer, Gneis- oder Dioritböden. Die Rebstöcke müssen ihre Wurzeln zur Ernährung in die Tiefe strecken und nehmen intensive Aromen auf. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das kontinentale Klima wird durch den Atlantik und durch die Gebirgskette Monfurado beeinflusst und gestaltet ein einzigartiges Terroir. Im Sommer reicht die Temperaturamplitude von 48°C am Tag bis 18°C in der Nacht, was den Rebstöcken gefällt und die Aromatik der Trauben und das Säuregerüst stärkt. Hingegen kann es im Winter schon mal Frost bis –4°C geben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hans-Jörg Böhm trennte sich schließlich vom elterlichen Hof in der Pfalz und nahm nun ganz erheblichen Einfluss auf die gesamte Entwicklung des Weinbaues in Portugal, vor allem durch seine akademischen Grundlagenforschungen, durch die von ihm organisierten Konferenzen und seine zahlreichen Fachpublikationen. Aus der umfangreichen Sachliteratur ist in Deutschland im Ulmer Verlag der von ihm herausgegebene „Rebsortenatlas Spanien und Portugal“ erschienen. Hans-Jörg Böhm gründete in Portugal den ersten privaten Rebzuchtbetrieb, war Gründungsvorstand des Rebpflanzgutverbandes VITICERT und Vorstand des internationalen Rebzüchterverbands San Michele. Mit seiner Klonenselektion erreichte er die offizielle Anerkennung von Klonen der wichtigsten portugiesischen Rebsorten und Unterlagen sowie zweier neuer pilzresistenter Rebsorten. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Hans-Jörg Böhm einer der aktivsten Innovationsgeister im portugiesischen Weinbau war und einer der weltweit wichtigsten Spezialisten der Rebselektion, der die rund 300 autochtonen Rebsorten Portugals wie kein anderer erforschte und erstmals systematisch katalogisierte. 2006 verlieh ihm Staatspräsident Dr. Jorge Sampaio den Orden „Comendador da Ordem de Mérito Agrícola“ – Kommandeur des Verdienstordens für Landwirtschaft –. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Seine 1965 in der Pfalz geborene Tochter Dorina kam nach dem Abi 1987 nach Montemor-o-Novo und studierte dann Weinwirtschaft an der Hochschule Geisenheim mit einem Praktikum bei Deinhard. 1993 zog sie endgültig nach Portugal und baute zusammen mit ihrem Ehemann Thomas, der 2008 tragisch dem Krebs erlag, ihre eigene moderne Kellerei auf, die Adega Plansel. Aus ihr entstand 1997 das Weingut Quinta da Plansel, von „Plantas selecionadas“ abgeleitet, was sinngemäß „auserwählte Reben“ heißt und auf das von Hans-Jörg Böhm ausselektionierte Rebmaterial hindeutet. Es waren seine Selektionen und seine Mikrovinifikationen, die auch die Auswahl der Pflanzen für die seit 2004 neu angelegten Weinberge der Quinta da Plansel bestimmte. Auf dem Weingut von Dorina Lindemann arbeiteten am Anfang übrigens ausschließlich Frauen, weil es im erzkonservativen Portugal damals für männliche Arbeitskräfte nahezu undenkbar war, sich der Führung einer Frau unterzuordnen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;1999 nannte Dorina Lindemann ihren ersten 2000-Flaschen-Premiumwein schlicht Dorina Lindemann. Sie konzentrierte sich zusammen mit dem Önologen Paulo Laureano, mit dem sie seit 1996 zusammenarbeitete, auf den Ausbau sortenreiner Weine, was im südlichen Portugal in jener Zeit ziemlich einzigartig war, jedoch erstmals das Geschmackspotenzial jeder Rebsorte offenbarte. 2001 kam Dorina mit dem „Plansel Selecta Touriga Nacional“ ganz groß heraus und holte sich 2003 beim Wettbewerb Mundus Vini die erste von zahlreichen weiteren Goldmedaillen. Später kamen weitere reinsortige Weine aus den autochthonen Rebsorten des Nordens, dem Touriga Franca und Tinta Barroca, hinzu, die im Alentejo eine Rarität waren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Heute ist Dorina Lindemann eine der wenigen und sicher die berühmteste Önologin Portugals. Sie führt ihr Weingut nach wie vor mit Frauenpower: Inzwischen sind ihre Töchter Luísa, die Weinbau und Önologie in Geisenheim studierte, und Júlia, die nach dem Studium in Lissabon im Marketing und Vertrieb arbeitet, als dritte Generation im Weingut tätig – mit Begeisterung und strahlender Empathie. Ganz maßgeblich unterstützt wird das Weinmachen seit Jahren von Kellermeister Carlos Ramos, der seinerzeit als erster Mann im Weingut angestellt wurde und der ebenso wie der Agronom José Manuel Valadas in den Weinbergen die Leidenschaften der Familie Lindemann und ihre Weinphilosophie perfekt umsetzt. 2012 kam Karl-Heinz Stock von der Quinta do Vales in der Algarve hinzu, der im Management und Marketing Verantwortung trägt. Ebenfalls seit 2012 ist der Lebensgefährte von Dorina, Kai Schierke, der in Deutschland den auf Portugal spezialisierten Weinhandel Orbis Vini betreibt, unterstützend in Vertrieb und Marketing tätig.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Quinta da Plansel hat nicht nur eine spannende Geschichte zu bieten, sondern sie hat maßgeblich den Aufschwung der portugiesischen Weinwirtschaft beeinflusst und den Weg von der Masse zur Klasse geebnet: Vollmundige Weine mit weichen Tanninen, mit einem komplexen Charakter und mit Frische, Frucht und Eleganz war die Zauberformel der Familien Böhm-Lindemann, die führend zur internationalen Anerkennung der Weine aus Portugal beitrug.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Heute bewirtschaftet die Quinta da Plansel rund 75 Hektar Rebfläche und füllt alljährlich eine halbe Million Flaschen ab, die in fünfzehn Länder exportiert werden. Die Weine sind in vier Linien aufgestellt: Marquês de Montemor, Plansel Selecta, Dorina Lindemann und Family Estate. Überwiegend werden Rotweine hergestellt: Die wichtigsten Rebsorten sind zu 30% Touriga Nacional, 20% Aragonez (Tempranillo), 15% Trincadeira, 15% Touriga Franca sowie Tinta Barroca und Castelão. Der Anteil der Weißweine liegt bei etwa 20%, vor allem aus den Rebsorten Verdelho, Arinto, Antão Vaz, Viosinho und Albarino. Daneben gibt es Rosé-Weine als Cuvés aus Aragonez und Alfrocheiro. Die Rebflächen liegen verteilt auf vier verschiedene Quintas rund um Montemor-o-Novo: Quinta de S. Jorge, Quinta de Sta. Margarida, Quinta da Adua und Monte da Fidalga. Wie es in Portugal vorgeschrieben ist, werden Quinta-Weine nur aus eigenen Reben ohne Zukäufe hergestellt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Rebschule Viveiros wird nach wie vor geforscht und geklont, nicht zuletzt, um die Ertragsfähigkeit der Rebsorten in Ansehung des Klimawandels zu stabilisieren und zu steigern. Vor allem aber wird die Anpassung der Rebsorten an das Terroir der Quinta da Plansel fortgeführt und als Grundlage für den Präzisionsweinbau benutzt. Im Labor wird nicht nur die Entwicklung der Weine im Ausbau begleitet, sondern im Zuge der Wachstumsperiode werden Säure, Ph-Wert und Alkoholgehalt der verschiedenen Trauben getestet, um den idealen Tag der Ernte zu bestimmen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Weinberg wird wegen des trockenen Klimas im Alentejo oft bewässert. Das geschieht teilweise mit der international üblichen modernen Tropfbewässerung, die aber den Nachteil hat, dass die Wurzeln der Rebstöcke bald nur noch relativ oberflächlich wachsen. Daher überflutet Dorina Lindemann die Rebzeilen auch gerne mal mit großen Wassermengen, damit der Boden viel aufnimmt und es tief eindringt. Sie sieht darin eine Möglichkeit, die Reben zu veranlassen, mit den Wurzeln weit in den Boden einzudringen und Aromen und Mineralität in die Trauben zu transportieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Ernte beginnt im Alentejo meistens schon Anfang August, damit die Sommerhitze die Öchslewerte nicht ins Unendliche treibt und im Keller die Alkoholwerte nicht explodieren. Gelesen wird überwiegend in der Nacht, die qualitativ hochwertigen Trauben werden schon in den Weinbergen per Hand selektiert. Das gesunde Lesegut wird schonend und teilweise unter Einsatz von Trockeneis zum Weingut transportiert und kommt dort in eine Kühlkammer, wo bei 10° bis 15°C der vorzeitige Gärungsbeginn verhindert werden soll. Im Keller kommt modernste Technik zum Einsatz: Rotary Fermenter und Edelstahl-Lagares (niedrige Tanks oder Tröge) für die Herstellung von Rotweinen und gekühlte Stahlbehälter für die Weißweine. Es gibt Bereiche für die Herstellung von traditionellem Sekt, für die Fassreifung und für die Flaschenreifung.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Trauben für die Rotweine vergären auf der Maische in der Regel in Edelstahltanks bei einer Temperatur von 25° bis 27ºC. Für die Rotweine der „Family Estate“ Linie erfolgt die Vergärung mit Bâtonnage teilweise auf der Maische in alten Barriques mit ausgeschlagenem Boden. Sofern rote Trauben mit hohen Öchslegraden in 10.000 Liter Edelstahl-Trögen (Lagars) auf der Maische vergoren werden, wendet man das Verfahren rack and return an. Dabei wird der gesamte Most in einen zweiten Tank oder Trog abgelassen, um ihn dann in einem Zug wieder zurückzupumpen. Das fördert die Extraktion und die Oxidation, verlangt aber viel Erfahrung, um die Gärung unter Kontrolle zu halten. Als weitere Verfahren werden bei der Rotweinherstellung die tägliche Maischeüberflutung und die Vinimatic-Methode der Mischung von Maische und Most durch eine rotierende Spiralschraube in einem rotierenden Behälter eingesetzt. Nach dem Abzug des Rotweins wird die Maische im Sinne einer nachhaltigen Bewirtschaftung noch zur Herstellung von portugiesischem Aguardente für verschiedene Brände verwendet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Quinta da Plansel ist nicht nur ein Ort des Weins, sondern bietet auch eine große Sammlung zeitgenössischer Kunst mit vielen Originalen von Beuys, Immendorf, Richter, Hundertwasser oder Lüpertz und eine der umfangreichsten Antiquariate portugiesischer Weingeschichte. Zwei neue Luxusappartments mit Pool, mitten im Weinberg neben einer alten Kapelle aus dem 15. Jh. mit Blick auf das Weingut und die mittelalterliche Burg von Montemor-o-Novo gelegen bieten eine komfortabel ausgestattete Unterkunft für jeweils vier Personen Sie liegen nur wenige Gehminuten vom Weingut entfernt. Um die Appartements und die Kapelle herum ist viel Platz, so dass auch Stellplätze für Zelte, Wohnwagen und Karavane angeboten werden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten acht Weine der Quinta da Plansel verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Reserva Branco IG Alentejano&lt;br/&gt;Dieser grundständige und doch hochwertige Weißwein ist eine Cuvée zu gleichen Teilen aus den autochtonen Rebsorten Gouveio und Viosinho. Die Reben wachsen auf sehr vielfältigen, aber kalkfreien Böden mit Sand, Lehm, Ton- und Schiefer. Gemeinsam ist der hohe Eisenanteil, was sich bei der Photosynthese positiv zugunsten der Ernährung des Rebstocks auswirkt. Die Ernte erfolgt selektiv und per Hand, wobei die Trauben sorgfältig in 25kg-Leseboxen transportiert werden, um keinen Most freizusetzen, der gleich schon mal seine oxidativen Fühler ausstrecken würde. Im Keller kommt der Weißwein tatsächlich für neun Monate in neue französische Barriques. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas leuchtet der Reserva Branco in einem kräftigen Strohgelb. Er verströmt extrovertiert ein frisches und lebendiges Fruchtspektrum mit exotischen Nuancen von Ananas und reifer Papaya über Aprikose und Zitrus bis zu einheimischen Stachelbeeren. Am Gaumen genießen wir die Folgen des Aufenthalts im Barrique: Reife Bananen, würziger Waldhonig, einige Nüsse, sanfte Vanille und eine leise Ahnung von Brioche. Gleichwohl sind die Frische und der große exotische Fruchteindruck nicht abhanden gekommen, er beeindruckt in einem feinen Säurespiel und einem herrlichen Schmelz im langen Abgang. Das ist ein lebendiger und eleganter Weißwein mit Harmonie und Finesse. Servieren Sie ihn zu einer Vorspeisenplatte mit geräuchertem Schinken und Salami, zu einem Zwiebelkuchen oder zu Lachs vom Grill.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Verdelho Parcela Especial IG&lt;br/&gt;Die Verdelho-Rebe gehört nicht zu den weißen Hauptsorten Portugals, erst recht nicht im Alentejo. Man nimmt an, dass die Rebe ursprünglich aus Kreta kam und über die Atlantikinseln, wo sie noch heute verbreitet ist, auf das portugiesische Festland gelangte. Sie wird für den weißen Portwein benutzt, ansonsten vorwiegend in der Neuen Welt angebaut. Was Portugal angeht, so ist die ertragsarme Verdelho für das Alentejo eigentlich besser geeignet als für die Azoren oder Madeira, weil sie besonders hitze- und dürreresistent ist und früh reift. Dabei kann sie im Alentejo auch ihre Schwächen ausspielen: Ihre Neigung zu Botrytis und Verrieselung dürfte hier kaum eine Rolle spielen; bleibt allenfalls noch der Mehltau, dem jedoch vorgebeugt werden kann. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Keinesfalls ist die Verdelho verwandt, geschweige denn identisch mit der spanischen Verdejo oder der italienischen Verdello, nicht einmal die rote Verdelho Tinto stimmt mit ihr genetisch überein. Das gilt auch, soweit die Malvasia Fina Rebe unter diversen Verdelho-Bezeichnungen kursiert. Aufgrund morphologischer Übereinstimmungen wird die Verdelho manchmal mit der Gouveio oder der Chenin Blanc oder der Doçal Tinto verwechselt. All das bringt selbst die Fachwelt notorisch durcheinander, nur Hans-Jörg Böhm hat das alles am besten gewusst. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der 2023 Verdelho Parcela Especial ist ein 100%er Verdelho, dessen Trauben auf den ortstypischen verwitterten Granit- und metamorphen Sedimentböden gewachsen sind. Sie wurden handverlesen vorsichtig in 25kg-Kisten transportiert und per Ganztraubenpressung entmostet. Der über 24 Stunden bei 5°C gekühlte Most wurde vorgeklärt und mit Reinzuchthefen angesetzt. Das Besondere ist allerdings, dass er mit weniger als 14°C zur Hälfte in Edelstahltanks und in französischen Barriques vergoren wurde, um das oftmals neutral erscheinende Aroma der Rebsorte deutlich anzuheben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas haben wir einen zitronengelben Wein, dessen Aromen leicht blumig und sehr tropisch emporsteigen, dabei sind etwas Aloe Vera und Ingwer. Dazu weht eine markante Zitrusnote herum. Am Gaumen schätzen wir die der genialen Ausbaumethodik zu verdankende schmelzige Würze und seine sommerliche Zitrus- und Steinobst-Aromatik in Richtung Aprikosen. Die sortentypisch animierende Säure ist nicht nur durch die Vollreife der Trauben abgemildert und den Barriqueausbau abgepuffert, sondern mit dem feinen Restzucker und der dezenten, leicht salzigen Mineralität gut ausbalanciert. Die Mineralität tritt im cremigen, dichten Abgang noch einmal schön hervor. Reichen Sie den Wein ganz klassisch zu Linguini mit Meeresfrüchten oder im Käsegang zu weißem Weichkäse oder auch ganz mutig zu einem weiße Bohnen-Eintopf. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Reserva Tinto IG Alentejano&lt;br/&gt;Wir haben eine geradezu klassische Plansel-Cuvée vor uns, die einer der Top-Seller des Weinguts ist und dessen Cuvée-Sorten in den letzen Jahren immer mal wieder verändert worden sind. Der Jahrgang 2022 ist assembliert aus 50% Aragonez und 50% Tinta Barroca. Die Rebstöcke stehen in den verschiedenen Weinbergen auf stark eisenhaltigen Böden aus Sand, rotem Lehm, Ton, Kalk und Schiefer. Dort, wohin sich die Wurzeln der älteren Rebstöcke strecken, treffen sie auch auf Granit. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die beiden Rebsorten sind in Portugal weit verbreitet. Die Aragonez, in Spanien als Tempranillo bekannt, ist neben Touriga Franca und Castelão die meistangebaute. Im Norden Portugals ist sie unter dem Synonym Tinta Roriz verbreitet und wird für Portwein oder im Douro als Tischwein und im Dão verwendet. Im Alentejo ist die Tinta Barroca Rebe gleichsam ein Exot, Dorina Lindemann hat vermutlich durch Anbauversuche und Mikrovinifikationen festgestellt, dass die Rebe, sofern sie in warmen Gebieten den richtigen Standort hat, besonders fruchtige und sanfte Weine liefert und damit jede Cuvée veredelt Mit der geringen Säure ist sie im sonnenbestrahlten zentralen und südlichen Alentejo geradezu die perfekte Rebe, um in der Cuvée eine weitere, säurestärkere Sorte auszugleichen. Die selektiv per Hand geernteten Trauben wurden im Keller in offenen Edelstahltanks bei 25°C auf der Maische vergoren, der Wein reifte für 12 Monate in französischen Barriquefässern. Er wurde 2024 von MUNDUS VINI mit der Goldmedaille ausgezeichnet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas strahlt der 2022 Reserva Tinto in einem intensiven Granatrot mit violetten Reflexen. Wir erschnüffeln betörend süßliche Aromen für Naschkätzchen: dunkle, reife Pflaumen, einige Maraschino-Kirschen, Nougat, Marzipan, dunkle Schokolade und vielversprechende karamellige Töne aus der Holzbehandlung. Die Süßlichkeit ist geschickt eingebunden in eine pikante Würze mit floralen Noten. Schon der erste Schluck weist den Wein als schmackhaften und universellen Begeisterungswein aus, der durch seine kraftvolle Vollmundigkeit und die weiche, fruchtige Aromatik der perfekte Begleiter für jeden Anlass ist. Nach einer halben oder einer Stunde wird die Aromafülle im Geschmack noch eindrucksvoller. Den Gaumen erreicht ein saftiger, dichter Wein mit schmackhaften Impressionen von Kirschen und dunklen Beerenfrüchten, insbesondere Brombeeren. Die kräftige und fruchtige Würze wird weder von der verhaltenen Säure noch den weichen Tanninen überlagert. Im langen, fruchtigen Abgang mit feinen Holzaromen zeigt sich der Wein facettenreich, harmonisch, saftig und elegant mit großer Komplexität. Er passt hervorragend zu einem Borrego de Montemoro-Novo, aber auch zu einem auswärtigen Rindersaftbraten aus dem Ofenrohr.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Trincadeira Homenagem ao Thomas IG Alentejano&lt;br/&gt;Die Rebsorte Trincadeira, auch bekannt als Tinta Amarela, ist eine der traditionellsten Sorten des Alentejo, wo sie im trockenen, heißen Klima ihre ganze Ausdruckskraft entfalten kann. Allerdings führt dann ihr hoher Zuckergehalt im normalen Gang der Dinge auch zu einem extrem alkoholreichen Wein. Demgemäß zeigt sich der 2023 Trincadeira mit flotten 15,5 Volumenprozent Alkohol. Die Reben wachsen in einer Einzellage auf der mediterranen Braunerde mit Sand, Lehm, und Ton und Granit im Untergrund. Die im Weingut übliche Handlese ist bei dieser Sorte sehr wichtig, weil die Trauben sehr empfindlich sind. Im Keller erfolgt die Maischegärung in offenen Edelstahltanks bei 25°C. Während der Gärung wird auf ein regelmäßiges Unterstoßen des Tresterhuts geachtet, um die Extraktion der Aromen und Tannine zu maximieren. Danach wird der Wein über acht Monate im Barrique ausgebaut. Das verschafft dem Wein ein gutes Reife- und Alterungspotenzial, denn ohne Holzeinsatz sind Trincadeira-Weine eher jung zu trinken. Der Wein wurde als Hommage an Dorinas so tragisch verstorbenen Ehemann Thomas kreiert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas fällt die leuchtende rubinrote Farbe auf, die manchmal violette Reflexe durchlässt. Das intensive Bukett ist vor allem geprägt von schwarzen Johannisbeeren, aber auch Zwetschgen mit subtilen Anklängen dunkler Kirschen. Daneben behaupten sich gut die würzigen Töne Richtung Rosmarin, Thymian und Lorbeer sowie einige Kräuter, aber auch deutliche Trüffelaromen. Ab und an weht ein winziger Hauch Vanille und Veilchen aus dem Glas. Am Gaumen kommt der Wein saftig und vollfruchtig an: reife rote und schwarze Beeren aus dem Wald, dazu ordentliche Würze und Anmutungen von Rosen und Veilchen im Hintergrund – alles mit durchaus herber Kraft und dezenter Tanninstruktur. Die gut integrierte aktive Säure verleiht dem Wein eine bemerkenswerte Frische. Im intensiv fruchtigen Abgang bleibt dieses harmonische Zusammenspiel noch lange lebendig und begleitet einen animierenden, herbfrischen Trinkfluss. Ein unverwechselbarer reichhaltiger, saftig-frischer und ausgewogener Trincadeira mit einer interessanten Komplexität. Er gesellt sich gerne zu einer Lammkeule aus dem Rohr, zu deftigen Pilzgerichten oder zu reifem Käse. Dank der Struktur und Tiefe ist dieser Wein auch eine ausgezeichnete Wahl für festliche Anlässe. Er kann sogar auf einer Party mit gegrilltem Fleisch und würzigen Saucen einen perfekten Kontrast bilden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Tinta Barroca Colheita Selecionada IG Alentejano&lt;br/&gt;Ein reinsortiger Tinta Barroca bietet die einzigartige Gelegenheit, die ganze Kraft und Farbe der ertragreichen Rebe auszuspielen. Die Sorte wurde vor 30 Jahren von Familie Lindemann selektiert und in Südportugal erstmals gepflanzt. Die Rebstöcke stehen auf Granitverwitterungs- und metamorphen Sedimentböden. Der Ertrag wurde auf 35 Hektoliter pro Hektar reduziert. Die Lese erfolgte per Hand in den auf dem Weingut üblichen 25kg-Kisten. Die Maische wurde offen in 10.000-Liter Edelstahltrögen vom Typ Lagar vergoren und der Tresterhut täglich untergestoßen. Einmal wöchentlich wurde nach der vom Amerikaner Richard Leahy beschriebenen rack-and-return- oder auch Délestage-Methode der Most abgezogen und erneut über die abgesunkenen Beerenhäute geflutet. Damit wird der Most zur Vermeidung einer zu stürmischen Gärung leicht gekühlt – sofern man ihn nicht beim Pumpen temperaturgeregelt stärker kühlt oder ihn anwärmt – und mit Sauerstoff angereichert. Andererseits wird die Abgabe von Extrakt, Farbe und Tanninen aus den Beerenhäuten gesteigert. Schließlich reifte der Wein für 14 Monate in Barriquefässern aus französischer Eiche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein, dessen Flaschen in limitierter Auflage nummeriert sind, fällt schon im Glas durch ein tiefschwarzes Granatrot auf. Er offeriert spontan vielschichtige Aromen von dunklen Beerenfrüchten, von Morellenfeuer-Kirschen, getrockneten Dörrpflaumen, von Mokka und Cassis und setzt einen Hauch feiner von Zeder und Lärche obendrauf. Den Mund füllt dann plötzlich eine unbändige Kraft und wuchtige Energie: schwarze Beeren, kompakte Fruchteindrücke und dichter Extrakt. Gleichwohl wird die herrliche Fruchtigkeit des Weins nicht erschlagen. Sie ist vielmehr in die aktiven, feinkörnigen Tannine und die lebendige Säure und die feinen Röstaromen harmonisch eingebunden. Das stützt zusammen mit einer gewissen Süßlichkeit und einem Hauch Karamell ein langes, opulentes, fruchtiges und durchaus tanninbetontes Finish. Reichen Sie diesen edlen Wein als Rarität zu einem rustikalen Wildschweinbraten à la Obelix oder etwas abgedrehter zu einem angewärmten, reifen Camembert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Touriga Franca Colheita Selecionada IG Alentejano&lt;br/&gt;Touriga Franca ist eine autochthone rote Rebsorte aus Portugal, die hauptsächlich bekannt ist aus dem Douro-Gebiet, weil sie ein wesentlicher Bestandteil der Portwein-Cuvée ist. Es ist eine Sorte, die jeden Weinliebhaber mit ihrem unverkennbaren Charakter in ihren Bann zieht. Sie findet auch außerhalb des Douro oftmals Verwendung in Cuvées. Reinsortig, wie ihn die Quinta da Plansel ausbaut, ist er eher selten zu finden. Doch gerade die Vielseitigkeit der Touriga Franca ermöglicht es, Weine verschiedener Stilrichtungen und Geschmacksprofile zu kreieren, die Kenner begeistern. Im Vergleich zur Touriga Nacional ist die Franca etwas zugänglicher und zeigt sich fruchtiger im Geschmack. Die Vinifizierung dieser Rebsorte erfordert Fingerspitzengefühl, um das volle Potenzial der Trauben zu entfalten. In der Quinta da Plansel werden die über Nacht geernteten und gekühlten Trauben in traditionellen Lagars bis zu 15 Tage lang langsam vergärt. Der Wein reift dann 14 Monate in französischen Barriques. Die Flaschen sind in limitierter Auflage nummeriert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas sehen wir ein tiefdunkles Granatrot mit einem violetten bis dunkelblauen Schimmer. Wir können kaum aufhören, am Wein zu schnüffeln: tiefaromatische Fruchttöne von Brombeeren, Pflaume, Cassis, Feigen, Schokolade, Vanille und Veilchen empfangen uns. Dazwischen wehen leichte Düfte von Gewürzen aus dem Glas. Die komplexe Aromatik fördert die Lust auf den ersten Schluck. Da werden dann explosionsartig Rotweinträume wahr: schwarze Beeren und schwarze Kirschen, also Schwarze Johannisbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren und die Hedelfinger Knorpelkirsche kurz vor der Überreife. Immer wieder drängeln sich Noten von Süßholz, Zeder und Schokolade und ein geheimnisvolles Gewürzspektrum mit Zimt und Nelken dazwischen. Die präsenten Tannine sind reif und rund. Der Wein kokettiert mit einem üppigen Körper und ungefilterter Energie. Im langen Abgang kommen kühle Finesse und Eleganz auf, begleitet von der Freude über das geschmacklich begeisternde Ergebnis einer exquisiten Rebsorte. Ein Wein mit starken Konturen und einer vielseitigen Identität, der mit jedem Schluck mehr von seinen Geheimnissen Preis gibt. Er hat zudem ein enormes Alterungspotenzial. Genießen Sie ihn als Entdeckerwein, vor allem verschrecken Sie ihn nicht mit einem profanen Pastagericht, sondern knallen Sie ihm ein gigantisches, saftiges, gut gegartes Entrecôte vom Grill mit Rosmarinkartoffeln hin.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Touriga Nacional Colheita Selecionada IG Alentejano&lt;br/&gt;Die Touriga Nacional ist wohl die hochwertigste autochtone Rebsorte in Portugal, die sehr lagerfähige Weine hervorbringt. Sie wird zwar oftmals als weitverbreitet eingestuft, tatsächlich ist die Anbaufläche noch geringer als beim Trincadeira. Sie liebt ein heißes Klima mit wenig Regen und ist daher prädestiniert für das Alentejo. Die Weinberge rund um Montemor-o-Novo wurden mit den besten Reben aus der eigenen Rebschule (Vivieros Plansel) für diesen Touriga Nacional bestockt. Er ist von Familie Böhm-Lindemann auf 35 Liter pro Hektar streng ertragsreduziert angebaut und wird selektiv per Hand gelesen. Die Maischegärung erfolgt in offenen Lagars bei 25°C, der Wein wird 14 Monate in französischen Barriquefässern ausgebaut. Aufgrund seiner selektierten Lese trägt er den Zusatz „Colheita Selecionada“, die Flaschen sind in limitierter Auflage nummeriert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er sendet süßliche, konzentrierte Aromen in die Nase, ein echtes Boah-Erlebnis: blaue Pflaumen, spätreife Feigen, reife Brombeeren, Heidelbeeren und Schwarze Johannisbeeren, ein wenig Süßholz, ein wenig Vanille, winzige Spuren von Eukalyptus und ein anhaltender Duft von Orangenblüten, blauen Veilchen und eine Spur Bergamotte. Am Gaumen bietet er opulente Geschmackseindrücke in einem Fruchtreigen aus den erschnüffelten Aromen, wobei die Brombeeren, Heidelbeeren und Schwarzen Johannisbeeren in der ersten Reihe Platz nehmen vor Schokolade, Mokka, Karamell und einer Spur Minze. Die Säure ist lebendig, aber ebenso wie die 15 % Alkohol und die markanten Tannine extrem gut ausbalanciert und sendet zusammen mit der saftigen dezenten Restsüße einen Eindruck besonderer Vielschichtigkeit. Alles zusammen garantiert einen langen, üppig-fruchtigen und weichen Abgang, in dem sogar die präsenten Tannine angenehm samtig dahingleiten. Ein majestätischer, verführerisch eleganter Wein, der in jedem Jahrgang Medaillen, Sterne und Urkunden einbringt. Das ist der Wein, der ein Côte de Boeuf aus dem Ofen eskortiert, gerne auch mit Rotkohl und Klößen. Genießen Sie ihn aber auch aus einer angemessen edlen Karaffe als Solisten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Grande Escolha IG Alentejano&lt;br/&gt;Jetzt haben wir eine großartig komponierte Cuvée für die Ewigkeit im Glas: 40% Touriga Nacional, 30% Touriga Franca und 30% Tinta Barroca. Die Rebstöcke stehen auf Granitverwitterungs- und metamorphen Sedimentböden. Die geernteten Trauben wurden über Nacht gekühlt, danach handverlesen und in stehenden Barriques langsam vergoren. Der Wein reifte dann zwei Jahre weiter in französischen Barriques. Er wurde 2021 von MUNDUS VINI mit der Goldmedaille ausgezeichnet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem in einem tiefdunklen Rubin- bis Granatrot funkelnden Glas drängeln sich komplexe Aromen, von denen schwarze und rote Waldbeeren wie Brombeeren, Heidelbeeren, schwarze und rote Johannisbeeren es als erste in die Nase schaffen, gefolgt von einer tiefen Würze, etwas Schokolade und subtilen floralen Komponenten von Veilchen und Rosen. Dazu unternimmt die Nase einem kurzen Ausflug in die feine Welt der Barriques und erschnüffelt dezente Spuren von Vanille, Süßholz und Röstaromen. Am Gaumen entfaltet sich ein elegantes Mundgefühl und vermittelt eine herrlich kühle Fruchtigkeit. Die Fruchtnoten sind dunkel und dicht – Schwarzkirschen, Walderdbeeren und einige Heidelbeeren. Die Holztöne kommen mit einer betörenden feinen Süßlichkeit plus etwas Schokolade und Zimt herüber. Das Holz drängt sich aber nicht in den Vordergrund, sondern ist ordentlich eingebunden. Die Säure ist lebendig und gefällig, die Mineralik erfrischend, die Tannine greifen nicht an, sondern legen sich weich und süßlich an den Gaumen. Alles zusammen gestaltet einen langen, dichten, teilweise energisch-herben, aber immer seidigen Abgang. Das ist ein vollmundiger Spitzenwein mit Energie und Eleganz, den jeder Rotweintrinker bejubeln wird. GenießenSie den Grande Escolha als kostbaren Solisten zu einem ganz besonderen Anlass, der auch im Öffnen einer Flasche bestehen kann. Und relativieren Sie diesen ganz besonderen Augenblick nicht mit den üblichen Verdächtigen aus der Küche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Alentejo&lt;br/&gt;Alentejo, das „Land jenseits des Tejo“, nennen die Portugiesen das Gebiet, das im Norden von dem bei Lissabon träge ins Meer fließenden Rio Tejo, im Süden von der Algarve, im Osten von Spanien und im Westen vom Atlantik begrenzt wird: Eine weite, nahezu riesige Region, die knapp ein Drittel der portugiesischen Festlandsfläche umfasst, aber fast überall nur dünn besiedelt ist. Man kann stundenlang durch die sonnenverwöhnte Landschaft fahren, ohne jemals einem Menschen zu begegnen: nur Korkeichen-Wälder, grün- gräulich schimmernden Olivenhaine und zart duftende Lavendel-Felder, dazu die gelben Farbtupfer von Weizen, Mais und Sonnenblumen. Man durchquert die Dörfer mit ihren kleinen, strahlend weiß gekalkten Häusern, wo im Hochsommer das Leben wegen der Hitze erst am Abend erwacht. Und an und an tauchen als grüne Spots auch Weinberge auf. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nur fünf Prozent des Alentejo sind mit Wein bepflanzt, insgesamt knapp 22.000 Hektar. Die größten zusammenhängenden Flächen liegen um die Städte Évora, Borba, Reguengos und Estremoz herum. Es gibt Granit-, Schiefer- und Kalkböden, wobei es meistens mit dem ortstypischen roten Lehm angereicherte Verwitterungsböden sind. Das Klima im Alentejo ist in Richtung Atlantik maritim ausgeprägt, in Richtung spanischer Grenze eher kontinental, das heißt in der Regel heiß und regenarm.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wie es auch in anderen Regionen Portugals üblich ist, hat die DOC (Alentejo) mit den acht Teilgebieten keine besondere Bedeutung für das Prestige und schon gar nicht für die Qualität der Weine. Den Winzern ist die Individualität ihrer Kreationen wichtiger als die Einengung durch die strengen DOC-Regeln. Ähnlich wie in Italien zieht man es vor, die Weine als Vinho Regional Alentejano zu klassifizieren, um die größeren Spielräume der VR-Bestimmungen, insbesondere bei den Rebsorten zu nutzen. Die neue Bezeichnung im Rahmen der EU-weiten Vereinheitlichung lautet übrigens Indicação Geográfica Protegida (IGP), was sich im allgemeinen Sprachgebrauch bislang aber noch nicht durchgesetzt hat. Gerade die qualitativ hochwertigsten Weine verstecken sich als Vinho Regional. Vorwiegend ist das Alentejo bekannt für reife, eher unkomplizierte, fruchtige Rotweine. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Alentejo ist eine Region, die sich jedem Klischee widersetzt. Eine großartige Landschaft mit gastfreundlichen, hilfsbereiten Bewohnern, mit faszinierenden Gegensätzen und unzähligen Höhepunkten. Der Alentejo ist ein Ziel für Genießer und anspruchsvolle Individualisten, die bereit sind, das wohl ursprünglichste Stück Portugal für sich zu entdecken, auch in seinen Weinen.&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Neapel, Stadt des Meeres, der Sonne, der Pizza und... des Weins: Zu Gast bei der Anteprima VitignoItalia – Vorschau auf eine große Weinmesse &#13;</title>
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      <pubDate>Wed, 4 Dec 2024 20:26:02 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/12/4_Neapel,_Stadt_des_Meeres,_der_Sonne,_der_Pizza_und..._des_Weins__Zu_Gast_bei_der_Anteprima_VitignoItalia_Vorschau_auf_eine_groe_Weinmesse_files/xIMG_1662.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_18.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Trailer, wie man heute zu einer Vorschau sagt, gibt es ja eigentlich nur bei Film und Fernsehen, doch in Italien gibt es auch einen Trailer für Wein und edle Agrar- und Lebensmittelprodukte bis hin zu Köstlichkeiten aus der Gourmetküche. Sehen und erleben kann man diesen Trailer allerdings nur einmal im Jahr am letzten Montag im November und nur in Neapel und nur in den eleganten, traditionsreichen Sälen des Hotels Excelsior. Hier fand in diesem Jahr wieder die berühmte Anteprima VitignoItalia statt, also die Vorschau auf die eigentliche Weinmesse VitignoItalia im Mai, die bedeutendste Branchenveranstaltung in Italien auf nationaler Ebene, die den großartigen Terroirs des italienischen Weins gewidmet ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Maurizio Teti, Direktor von Hamlet Srl, dem Organisator der VitignoItalia, hebt hervor, dass die Anteprima VitignoItalia es den Weingütern und den Weinkonsortien durch die persönliche Begegnung ermöglicht, für die Branchenbetreiber und die nationale und internationale Presse vor Weihnachten das Beste aus ihrer Produktion zu präsentieren. Es ist, wie wir vor Ort feststellen konnten, nicht nur eine außergewöhnliche Reise zur Entdeckung des italienischen Weins, sondern vor allem die Möglichkeit, mit Hintergrundinformationen, eigenen Analysen und Vergleichen neue Weinstile kennen zu lernen, Trends zu bewerten und außergewöhnliche Qualitätsweine zu erleben. Dabei spielt auch immer die regionale Tradition eine überragende Rolle, weil sie angesichts der Herausforderungen, denen sich die Branche in der Zukunft stellen muss, ein wichtiger Ausgangs- und Orientierungspunkt bleiben wird. Auch wenn die Zukunft erfreulicherweise von der zunehmenden Hochwertigkeit der Weine geprägt sein wird, so werden für die Winzerinnen und Winzer bisher wenig beachtete Themen wie Marketing und Kommunikation verstärkt an Bedeutung gewinnen. Wer auf einer Weinmesse vertreten ist, macht in dieser Richtung schon einmal einen Anfang.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein Besuch der Anteprima VitignoItalia in Neapel am 25. November 2024 war nicht nur eine faszinierende Begegnung mit einer legendären und quicklebendigen Stadt, sondern hat einen großartigen Einblick in das Ranking und die Entwicklung des italienischen Weins gebracht. Obwohl es nur ein einziger Tag war, boten italienische Spitzenweingüter im eindrucksvollen Partenope-Saal des Hotels Excelsior über 500 Weine zur Verkostung an. Die Veranstaltung ist in zwei Zeitfenster unterteilt: Das erste, von 15.00 bis 17.00 Uhr, ist für Branchenbetreiber, Gastronomie, Sommeliers, andere Fachleute und die Presse reserviert, das zweite ist von 17.00 bis 21.30 Uhr für Weinliebhaber geöffnet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auf der diesjährigen Herbstvorschau waren Weingüter aus ganz Italien vertreten. Die Protagonisten sind natürlich die Weine Kampaniens, die mehr als ein Drittel der Präsentation ausmachten. Darüber hinaus traf man Produzenten aus allen wichtigen Weinanbaugebieten des Landes von Südtirol bis zu den Hügeln von Valdobbiadene, vom Chianti Classico über den Ätna, die Abruzzen und Apulien bis hin zu den Langhe. Dementsprechend haben wir Weine aus vielen Regionen verkostet, unter anderem von Alessandra Kampanien, d’Angelo Basilikata, Giustini Apulien, Biasiotto Veneto, Cantine Briziarelli Umbrien, Fontanafredda Piemont sowie Cantina Terlano und Nals Margreid aus Südtirol. Die Regionen Trentino-Südtirol und Friaul waren vor allem mit Weißweinen stark präsent. An besonderer Stelle der Veranstaltung wurden 10 der 100 besten Weine von der italienischen Rosé-Rangliste angeboten, ein interessanter Schwerpunkt angesichts der nicht nur in Deutschland bereits seit einigen Jahren rasant wachsenden Nachfrage nach Rosé-Weinen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Consorzio Vita Salernum Vites, das die besten Produzenten der Region Salerno vereint, das Landwirtschaftsministerium der Region Kampanien und das Consorzio del Friuli Doc trugen ganz wesentlich zum breit angelegten Auftritt des italienischen Weins bei, der zudem maßgeblich von der UniCredit gesponsert wurde. Auf internationaler Ebene organisierte die Italienische Agentur für Außenhandel ICE zahlreiche Kontakte mit den Medien, was die wachsende Anziehungskraft des italienischen Weins in der Welt bestätigt. Mit der VitignoItalia ist Neapel zu einem wichtigen Bezugspunkt für die Branche geworden und übernimmt eine zentrale Rolle bei der Förderung des italienischen Weins.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Neben den hochkarätigen Weinen wurde in einem großen separaten Raum mit hochwertigen Agrar- und Lebensmittelprodukten auch gastronomische Exzellenz geboten. Handwerklich hergestellte Grissini, apulisches Extravergine Olivenöl aus Terre di Morra, Reis aus Kampanien, Produkte auf Bärlauchbasis, Wurstwaren aus Sannio und gerösteter Kochschinken vom Schwein Antico Lucano von der Metzgerei Cillo aus Airola sind nur einige köstliche Beispiele. Offeriert wurde auch eine große Auswahl an Süßigkeiten: von Cilento-Feigen über handgemachte Schokolade aus Kampanien von Peccati di Capri und aus dem Piemont bis hin zu den Klassikern wie Panettone aus Kampanien und der Lombardei sowie neapolitanisches Gebäck. Ein Hochgenuss waren die Faraglioni, mit Zitronencreme gefüllte Pralinen in Form der ikonischen Capri-Felsen. Dazu wurden Limoncello und Liköre aus der Region angeboten, eine Auswahl an piemontesischen Amaros und Grappas aus Venetien.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Über die Förderung des Weins hinaus ist die Anteprima VitignoItalia übrigens auch sozial engagiert: Ein Teil der Flaschen wird für die Weihnachtsessen verwendet, die von der christlichen Laingemeinschaft Sant'Egidio in den Haftanstalten Kampaniens organisiert werden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Vorschau Anteprima VitignoItalia ist wie gesagt nur eine Brücke zur 19. VitignoItalia, einer der wichtigsten italienischen Weinveranstaltungen, die vom 11. bis 13. Mai 2025 ebenfalls in Neapel stattfindet und allumfassend die Exzellenz des italienischen Weins präsentiert, womit Neapel für drei Tage zur italienischen Weinhauptstadt wird. Zur VitignoItalia 2025 geht es in die Stazione Marittima von Neapel, einem einzigartigen Standort mit einer imposanten Geschichte: Der 1899 erbaute Hafen machte Neapel zu einer herausragenden Stadt im Mittelmeer-Seehandel. 1936 wurde er unter dem Architekten Balzani modernisiert und erweitert. Heute ist er nicht nur ein riesiger Güterumschlagplatz im Herzen der Stadt, sondern von hieraus starten die Verbindungen zu den romantischen Inseln des Golfs und werden die Kreuzfahrtpassagiere aus aller Welt ausgeschifft. Die Stazione Marittima ist wie der Hafen für das internationale Weinpublikum mit der U-Bahn und dem Bus vom Flughafen aus leicht erreichbar.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die VitignoItalia gibt einen noch umfassenderen und noch tiefer gehenden Überblick über alle Weinregionen Italiens und fördert mit Verkostungen, Workshops und Branchentreffen das immer größer werdende Interesse am italienischen Wein mit all seinen so verschiedenen Facetten. Die Italienische Agentur für Außenhandel ICE wird Einkäufer aus zahlreichen Ländern nach Neapel bringen, was auch eine wichtige Gelegenheit ist, einen intensiven Blick auf den kampanischen Wein zu werfen. Schließlich bildet der kampanische Wein nicht nur eine faszinierende Landschaft und eine tausendjährige Kultur ab, sondern ist ganz besonders in der Lage, auf den Geschmack moderner Verbraucher einzugehen und rückt mit seinen hochwertigen Qualitäten immer mehr in den Fokus des internationalen Weinhandels.</description>
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      <title>Die Kellerei Kaltern in Südtirol: Vielfältige Spitzenweine aus dem familiären Winzerhandwerk einer legendären Genossenschaft&#13;</title>
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      <pubDate>Tue, 12 Nov 2024 21:26:50 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/11/12_Die_Kellerei_Kaltern_in_Sudtirol__Vielfaltige_Spitzenweine_aus_dem_familiaren_Winzerhandwerk_einer_legendaren_Genossenschaft_files/xPanorama_Leuchtenburg1.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_19.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:183px; height:134px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Ein ganzes Dorf, das mit und vom Wein lebt? Wo der Wein für alle Leidenschaft und Lebensaufgabe ist, wo der Wein Tag für Tag die Arbeit bestimmt und jeder jedem hilft, wenn es nötig ist? Das gibt es tatsächlich noch, und zwar in Südtirol (Alto Adige) im Norden Italiens. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir sind in dem wohl beliebtesten und bekanntesten Weindorf der Region, der Gemeinde Kaltern (Caldaro). Der 8.000-Einwohner-Ort liegt knapp zwanzig Kilometer südlich von der Landeshauptstadt Bozen in der italienischen Weinbauregion Trentino-Südtirol. Das malerische Dorf ist umgeben vom im Westen aufragenden schneebedeckten Mendelkamm, der die Grenze zum Trentino bildet, und im Osten vom Höhenzug des Mitterbergs, der das Gebiet Überetsch vom Etschtal trennt. Richtung Süden fällt die Landschaft sanft ab zum rund drei Kilometer entfernten kristallklaren und türkisblauen Kalterer See, dem größten natürlichen Badesee Südtirols und dem wärmsten im Alpenraum. Überall erblickt man Weingärten, die sich in Kaltern auf 200 bis 700 Metern Meereshöhe erstrecken.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Kaltern ist Ausgangs- und Höhepunkt einer Weinbaugeschichte, die es wohl nirgendwo sonst noch gibt. Denn hinter der dörflichen Gemeinschaft, dem gemeinsamen Streben im Weinbau, in Gastronomie und Handel und hinter dem Geist der Solidarität steht die größte Weinbaugenossenschaft in Südtirol: die Kellerei Cantina Kaltern. Ihre Geschichte reicht über 100 Jahre zurück, in denen nach ruhmreichen Zeiten als k. u. k. Hoflieferant, nach furchtbaren Kriegsjahren, nach der Abtrennung Südtirols von Österreich, nach wirtschaftlichen Krisen und glücklichem Aufschwung ein Zusammenschluss erwachsen ist, der zu einem Vorbild für eine gemeinschaftliche Qualitätsorientierung im Weinbau weit über Italien hinaus geworden ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Alles begann im Jahr 1900 mit der Gründung der kleinen Kellereigenossenschaft Kaltern, ein Produktions-, Vertriebs- und Vermarktungsbund, der das Gedankengut von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, dem „Erfinder“ des Genossenschaftswesens, verkörperte. Schon bald entstanden mit der Bauernkellerei Kaltern und der Jubiläumskellerei Kaltern und dann 1925 mit der Neuen Kellerei Kaltern weitere Genossenschaften, was die alte Kellereigenossenschaft Kaltern dazu zwang, fortan als Erste Kellereigenossenschaft Kaltern zu firmieren. 1932 wandelte sich zudem die Privatkellerei Baron Di Pauli um zur Genossenschaft Josef Baron Di Pauli. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach dem Ersten Weltkrieg hatte die Kellerei ihren Status als Haus- und Hoflieferant der Habsburger Monarchie verloren, doch nach der Abtretung Südtirols an Italien halbierte sich die Anbaufläche von 11.000 auf 5.000 Hektar. Erst in den 50er Jahren wurden die Aussichten durch zunehmende Exporte nach Deutschland und Österreich besser. In den 70er und 80er Jahren begann man sich dem Trend nach Qualität statt Masse anzuschließen und reduzierte die jährliche Produktionsmenge um mehr als die Hälfte. Der Önologe Helmuth Zozin gründete eine &amp;quot;Qualitätsgruppe&amp;quot;, die zusätzliche Parzellen in ausgewählten Weingärten erschloss und mit neuem Know-How besondere Weine kreierte. Es brauchte dann bis 1986, um zu beginnen, die Genossenschaftsszene in Kaltern zusammenzuführen: Die Erste Kellereigenossenschaft Kaltern und die Neue Kellereigenossenschaft fusionierten. 1991 schloss sich die Genossenschaft Josef Baron Di Pauli an, ein Jahr später fusionierten die Bauernkellerei und Jubiläumskellerei. Erst 2016 schließlich entsteht durch das endgültige Zusammengehen aller Genossenschaften die Kellerei Cantina Kaltern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das führte auch zum Neubau eines großen Weinkellers, der mit dem historischen Gebäude von 1908 ein großartiges Willkommensensemble bildet, auch wenn der modernistische Neubau sich aus den romantischen Gassen des idyllischen Weinorts Kaltern auffällig abhebt. Die großartige Fassade mit den eingeprägten stilisierten golden, weiß und braun schimmernden riesigen Blättern der Vernatschs-Rebe wurde von der Architektin Jutta Winkler entworfen. Die effektvolle Beleuchtung der Fassadenblätter animiert zu den wechselnden, den Tages- und Jahreszeiten entsprechenden Stimmungen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Genossenschaft Kellerei Cantina Kaltern zählt heute 650 Mitglieder, die insgesamt 480 Hektar Weingärten bewirtschaften – die meisten besitzen weniger als einen Hektar Land. Für alle gelten hohe Qualitätsmaßstäbe in Anbau, Lese und Verarbeitung. Fast alle Weinbauern verdienen ihren Lebensunterhalt in anderen Berufen, doch dem Wein sind sie im Nebenerwerb auf historisch gewachsenen Höfen mit allergrößter Leidenschaft zugetan. Die vielen kleinen Winzerfamilien sind stolz darauf, eine große Gemeinschaft zu bilden, die sich professionell auf Qualitätsweine konzentriert und die einzigartige Natur- und Kulturlandschaft Südtirols bewahrt. Man arbeitet nicht nur zusammen, sondern lebt und hält auch zusammen. Trotz unterschiedlicher Strukturen mit qualitätsbesessenen Querdenkern, biodynamischen Revolutionären und traditionsbewussten Familienoberhäuptern vereint alle die Liebe zum Wein, zu ihrer Heimat am Kalterer See, zum gesamten Ökosystem mit den vielfältigen Böden und zu ihrem Handwerk: Mit Freude und Sorgfalt, mit Respekt gegenüber dem ökologische Gleichgewicht in ihren Weingärten, aber auch mit dem Gefühl der Verpflichtung leistet jeder seinen Beitrag und bringt ehrgeizig und oftmals mit selbstlosem persönlichen Einsatz das Wichtigste ein, damit Großes daraus entsteht und jeder Wein das besondere Terroir der Region zum Ausdruck bringt – ein Handwerksbetrieb mit 650 Meistern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Genossenschaft garantiert den familiären Betrieben mit den kleinen Parzellierungen ein Miteinander, das gegenseitigen Austausch fördert, schnell mal Arbeitskräfte aktiviert und bei dem die Agronomen und Kellermeister ihre Dienstleistungen, Beratungen, Schulungen und Partnerschaft anbieten. Anderseits sind auch alle Mitglieder verpflichtet, an Schulungen und Weiterbildungen teilzunehmen. Aber eines ist besonders in der Erntezeit in allen Betrieben höchst freiwillig – am Ende des Tages wird traditionell gemeinsam gegessen, gelacht und angestoßen – auf die getane Arbeit und die gemeinsamen Erfolge. Inzwischen ist die Kellerei Kaltern eine hohe Instanz in der Welt der Südtiroler Weine und hat sich mit der harmonischen Verbindung von Tradition und Innovation und mit ihrer Exzellenz weit darüber hinaus einen Namen gemacht. Sie bringt authentisch ein wertvolles und äußerst schmackhaftes Stück Südtirol in alle Welt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Südtirol haben Genossenschaften eine lange Tradition im Weinbau: Etwa 70 % des Weins werden in 15 Kellerei-Genossenschaften erzeugt und sichern zusammen mit 10 Molkerei- und 25 Obstgenossenschaften über 3.500 Arbeitsplätze in der Südtiroler Landwirtschaft. Das Weinland Südtirol ist wohl die einzige Weinregion in der Welt, wo höchste Spitzenqualitäten gerade von Genossenschaftskellereien herkommen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schließlich bieten die Landschaft vor dem Hintergrund der schneebedeckten Alpen und das Klima unter dem Einfluss des Gardasees und dem Schutz der Dolomiten beste Voraussetzungen, um auf den sonnenverwöhnten Weingartenterrassen vielfältige Rebsorten vor allem für Weiß-, aber auch für Rotweine prächtig gedeihen zu lassen. Nach Westen erstrecken sich die Weingärten in Richtung der Porphyr-Terrassen und Dolomitwände des Mendelgebirges, östlich des Kalterer Sees grenzt der aus Quarzporphyr bestehende Mitterberg das Gebiet vom Etschtal ab. Die meisten Weinterrassen verlaufen in Nord-Süd-Richtung parallel zum Mendelkamm und sind südwärts ausgerichtet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Böden haben sich im Laufe einiger Hundertmillionen Jahre aus einzelnen Gesteinsformationen mit unterschiedlicher mineralischer Zusammensetzung entwickelt. Das reicht von rötlichem vulkanischen Quarzporphyr mit Lehm oder Sand über helles Karbonatgestein und Sedimentationsgestein aus kalkhaltigem weißen Schlerndolomit bis zu Moränenmaterial mit Geröll und Lehmzungen und dem fluviatilen Schotter der Etsch. Wo immer die Rebstöcke rund um den Kalterer See stehen, ihnen gefallen die mediterranen Strömungen, während sie gleichzeitig den Schutz durch die Alpen im Norden genießen. Sie können sich zudem auf bestimmte Winde zur Durchlüftung der Rebanlagen verlassen, die für ausgeprägte Temperaturamplituden sorgen und damit die Entwicklung die Aromatik in den Trauben begünstigen. Am Nachmittag ist es der Wind vom Gardasee, der Ora, am Abend sind es die leichten Fallwinde von den Gipfeln des Mendelkamms. Die Berge rundherum bringen in der Nacht die begehrte Abkühlung, was den Aufbau eines stabilen Säuregerüsts fördert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein Teil der etwa 1.100 Weingärten der Genossenschaft rund um Kaltern liegt in berühmten, historisch gewachsen Lagen wie Trifall, Garnellen, See, Vial, Lavason, Putzmauer, Wadleith und Palurisch, die zumeist den historischen Flurnamen des theresianischen Katasters aus der Mitte des 18. Jahrhunderts entsprechen. Im letzten Monat Oktober 2024 hat das Landwirtschaftsministerium der Abgrenzung von 86 Lagen in Südtirol einen besonderen rechtlichen Status zugesprochen und damit einen großen Schritt zur Qualitätssicherung getan. So dürfen diese Lagen künftig die zusätzliche geografische Angabe („Unità Geografica Aggiuntiva“, UGA) neben der Bezeichnung Südtirol DOC auf dem Etikett führen. Das betrifft in Kaltern die Lagen Feld, Altenburg, St. Josef, Barleit, Wadleith, Plantaditsch, Dorf Mezzan, St. Nikolaus und Planitzing. Neben der geografischen Abgrenzung wurden auch die optimalen Rebsorten für die einzelnen Lagen definiert, die von Experten ausgewählt wurden. Je nach Lage können das bis zu fünf sein, es gibt aber durchaus auch Lagen, für die nur eine oder zwei Rebsorten bestimmt wurden. Obendrein wurde für die Lagen eine Mengenreduzierung von 25 Prozent auf die erlaubte DOC-Menge angeordnet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;So ähnlich war das in der Kellerei Kaltern schon seit langem: Für jede noch so kleine familiäre Parzelle wird unter Berücksichtigung von mikroklimatischer Bodenbeschaffenheit und klimatischen Einflüssen geplant und festgelegt, für welche Rebsorte sie prädestiniert ist und welche Ziele im Jahrgang beim Anbau erreicht werden sollen. Dabei wissen alle Genossenschaftswinzer ganz genau, welche ihrer Trauben zu welchen Weinen verarbeitet werden sollen. Immer ist die Traubenqualität der unentbehrliche Grundwert, der von allen Mitgliedern gewährleistet werden muss. Angebaut werden mit etwas über 50 % rote Rebsorten wie der berühmte Vernatsch mit der Bezeichnung Kalterer See (15 %) sowie Lagrein (10,7 %), Cabernet Sauvignon (7,6 %), Blauburgunder (7,3 %), Merlot, St. Magdalener und Rosenmuskateller. Bei den weißen Rebsorten sind es Weißburgunder (12,2 %), Gewürztraminer (11,4 %), Sauvignon Blanc (8,1 %), Grauburgunder (7,6 %), Chardonnay (7,1 %), Goldmuskateller, Kerner, Müller-Thurgau und Riesling.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller werden modernste und nachhaltige Techniken eingesetzt, so wird beispielsweise auf das Herumpumpen verzichtet und auf Schwerkraft gesetzt. Viele Weine werden nach traditionellen Methoden hergestellt und in Eichenfässern oder Stahltanks gereift.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Sortiment der Kellerei Kaltern umfasst über 35 Sorten von Rotweinen, Weißweinen, Rosé und Sekt, die das Terroir am Kalterer See in all seinen Facetten erleben lassen. Abgefüllt werden alljährlich vier Millionen Flaschen. Einige Weine sind IGT-Weine (Indicazione Geografica Tipica), die meisten sind jedoch DOC-zertifiziert, dabei ist die Region um Kaltern das älteste DOC-Gebiet Südtirols. Die Weine sind in drei Linien eingestellt: Klassiker Linie, Selektion und Quintessenz. Seit zehn Jahren gibt es außerdem die ausschließlich in Magnum-Flaschen in streng limitierter Anzahl angebotene Linie „kunst.stück“. Es sind Raritäten von besonderer Qualität für Jäger und Sammler und für herausragende Ereignisse. Das unterstreichen auch die künstlerischen Etiketten, die Designer zu einem vorgegebenen Thema entwerfen und die von einem Jurorenteam ausgewählt werden. Die Klassik-Linie stellt mit entspanntem Trinkgenuss die Rebsorte mit ihren regionalen Eigenarten in den Alltag ein. Die Selektionen drücken Sortencharakter und Terroir aus und kommen aus ausgewählten Einzellagen mit alten Rebstöcken und niedrigen Erträgen. Die Quintessenz- und die kunst.stück-Crus sind Spitzenweine aus den fünf Leitsorten und aus den besten Trauben in den besten Einzellagen, die alle Aspekte ihrer Herkunft schmecken lassen sollen und Hochgenuss und besondere Anlässe krönen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Vieles, wenn nicht alles dreht sich in der Kellerei Kaltern um die magische Zahl 5. Da sind zunächst die 5 einzelnen Kellereien, die sich im Laufe der Jahrzehnte zusammengeschlossen haben, dann kommen 5 Voraussetzungen für alle Qualitätsansprüche: Die Ernte erfolgt ausschließlich per Hand, die Weingärten werden mit akribischer Sorgfalt nach den Vorgaben der Kellerei gepflegt, die kleinen familiären Parzellen ermöglichen Flexibilität und Schnelligkeit bei der Zusammenarbeit, im Keller wird modernste Technologie und professionelles Know-How eingesetzt und den Mitgliedern wird Sicherheit bei der Arbeit und eine Absicherung der Zukunftsperspektiven geboten. In der Genossenschaft gibt es 5 Leitrebsorten: Vernatsch, Cabernet Sauvignon, Weißburgunder, Sauvignon Blanc und Goldmuskateller. Schließlich gibt es rund um das Weindorf Kaltern 5 Tatsachen mit Superlativen: Es ist das bekannteste Weindorf Südtirols, es ist mit 760 Hektar Rebfläche Südtirols zweitgrößte Weinbaugemeinde, die Weinberge erstrecken sich von 200 m bis auf 700 m Meereshöhe, der Kalterer See ist Südtirols größter natürlicher See und wärmster Alpensee, die Vielfalt der Böden und das alpin-mediterrane Klima bilden ein einzigartiges Terroir. Letztendlich gehören zur magischen Zahl 5 auch noch die 5 leitenden Prinzipien der Genossenschaft: Geschichte, Herkunft, Gemeinschaft, Menschen und Wein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Kellerei Kaltern ist zudem weit über Südtirol hinaus bekannt mit ihrem Streben nach Nachhaltigkeit und den Erfolgen im Bio-Weinbau. Mehr als 15 Hektar werden von einer Gruppe von Mitgliedern im biodynamischen Weinbau bewirtschaftet und die Trauben im Keller nach der Lehre von Rudolf Steiner verarbeitet. Seit dem Jahrgang 2018 darf sich die Kellerei als erster Weinproduzent Italiens und als erster Genossenschaftsbetrieb mit dem Nachhaltigkeitssiegel von FAIR’N GREEN schmücken. Der Verband zertifiziert mit regelmäßiger Überprüfung durch unabhängige Institute die Arbeit im Weinberg, die Produktion und den Absatz der Weine und geht dabei weit über das hinaus, was so manches Biosiegel verspricht. FAIR’N GREEN fördert den biodiversen Weinbau und berücksichtigt alle Aspekte eines Betriebs, also auch faire Löhne und soziales Engagement, gesellschaftliche Verantwortung und Erhalt und Förderung der Kulturlandschaft. Die Genossenschaft hat sich ohnehin schon immer vorbildlich in der Förderung der Südtiroler Weinbaukultur engagiert: Wer Kaltern und die Kellerei besucht, kann unter zahlreichen Veranstaltungen, Themenführungen und Verkostungen auswählen.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Hochwertigkeit der Weine der Kellerei Kaltern wird regelmäßig in den maßgeblichen Weinmagazinen und Weinführern mit Punkten, Gläsern, Trauben, einem Sternenhagel oder ersten Plätzen in Wettbewerben honoriert, immer sind es Auszeichnungen in höchsten Kategorien. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Kaltern ist eine pittoreske landschaftliche Schönheit und Ausganspunkt unvergleichlicher Weinerlebnisse für alle Sinne. Lesen Sie deshalb weiter über elf Weine und einen Sekt, die wir aus dem Sortiment der Kellerei Kaltern verkostet haben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Vial Pinot Bianco Südtirol DOC&lt;br/&gt;Es war das Jahr 1852, als Erzherzog Johann von Österreich die Rebsorte Weißburgunder nach Südtirol brachte. Heute ist sie als Pinot Bianco eine der Leitsorten des Gebiets und wächst auf über 10 % der Anbaufläche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am Fuße des Mendelkamms zwischen Mitterdorf und St. Nikolaus liegen die Weingärten mit den 10 bis 30 Jahre alten Rebstöcken an einem Osthang auf 500 bis 550 m Meereshöhe. Hier beherrschen lehmiger Mergel mit Kalkschotter und Porphyrsand das Terrain. Die Nächte sind kühl, die Tage sonnendurchströmt, aber nicht zu heiß, was einerseits die Säure in den Trauben erhält, andererseits die Fruchtaromen fördert. Die Trauben wurden im Keller teilweise ganz und teilweise entrappt gepresst. Der Most wurde nach Klärung zu 80 % im Edelstahl bei moderaten 16-18° C langsam vergoren, einige Partien auch im großen Holzfass. Der Wein lag fünf Monate auf der Feinhefe im großen Holz, um seine Struktur zu verfeinern und die Komplexität zu steigern. Der 2023 Vial Pinot Bianco Südtirol DOC gehört zur Selektionslinie der Kellerei.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas strahlt uns der Wein hellgelb mit kleinen grünlichen Reflexen an. Er duftet offensiv nach reifen Golden Delicious Äpfeln, frischen Birnen und weißen Pfirsichen. Zarte Zitrusnoten treffen einige versteckte Mandeltöne und eine Spur schwarzer Beeren. Dazu weht ein Hauch von weißen Frühlingsblumen aus dem Glas mit Anklängen an Akazien- und Holunderblüten. Schon im Bukett setzt der Vial zudem deutliche mineralische Akzente. Im Mund tritt er vollmundig auf, harmonisch, ausgeglichen, dicht und elegant, ohne Ecken und Kanten, was der durchdachten Kombination von Edelstahl und Holz im Ausbau zu verdanken sein dürfte. Die sortentypisch dezente Säure umrahmt die Fruchteindrücke von Äpfeln, Birnen und Ananas und bringt Frische in den schönen Fruchtschmelz. Kleine kräuterige und nussige Nuancen tänzeln herum und dann ist sie da, diese pikante, modern salzige Mineralik, die vorbildlich in das markante Frucht-Säure-Spiel integriert ist. Im saftigen Abgang schmatzen wir noch lange auf der Feinfruchtigkeit, der zart-frischen Säure und der ganz eigenen Mineralik herum. Der Wein unterstützt mit seiner fruchtigen Aromatik, seiner feinen Säure und seiner Mineralität etliche Geschmacksrichtungen wie beinahe jede Art von Fischgerichten und Meeresfrüchten, aber auch leichte Pasta mit Parmesansauce und einen klassischen Schweinsbraten. Er funkelt im Glas aber auch als der gefällige und trinkfreudige Sommerwein für alle Weißwein-Gäste.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Quintessenz Pinot Bianco Südtirol DOC&lt;br/&gt;Die Reben für diesen Wein stehen in Parzellen bei St. Nikolaus auf 550 bis 600 m Meereshöhe und blicken nach Osten. Der Boden besteht aus Kalkgesteinsschutt mit Dolomitgestein und einem Feinboden aus rötlichem Lehm. Im Keller wurde ein Teil der Trauben über Nacht kalt mazeriert, um möglichst viele Aromen und Farbstoffe zu extrahieren. Der ungeklärte Most kam zur Spontanvergärung ins große Holzfass. Der Wein reifte zehn Monate auf der Feinhefe im großen Eichenholz mit regelmäßiger Bâtonnage, also dem Aufrühren der Hefen, um ihre Aktivität anzuregen und dem Wein noch mehr Komplexität und cremige Textur zu verschaffen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Quintessenz Weißburgunder kündigt sich im Glas in einem leuchtenden Strohgelb mit grünlichen Reflexen an. Er verströmt prägnante Aromen von roten Äpfeln, Birnen und weißen Pfirsichen, von Zitrus, Honigmelone und Mandeln plus einen Touch hellen Blütenhonigs. Im Mund dann eine frische Komplexität und hohe Eleganz ohne Schwere oder Opulenz. Das ist trotz guter Extraktdichte ein frisch-saftiger Wein mit herrlicher Fruchtsüße und leichter Nussigkeit, sensibel eingebunden in eine wohldosierte Säure, eine feine salzig-mineralische Note und eine kleine Gerbstoffspur. Im angemessen schmelzigen Abgang behauptet er sich mit einer erstaunlich seidigen Textur druckvoll und energisch. Ein echt trockener Weißburgunder, der sich von einer überzeugend charmanten und eleganten Seite zeigt mit vollendeter Finesse und einem fröhlichen Mundgefühl. Er präsentiert charaktervoll das Terroir seiner Herkunft und die Symbiose aus traditionellem Winzerhandwerk und nachhaltiger Rebpflege.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Man merkt diesem Wein an, dass die Linie Quintessenz das Wesentliche in ihrer Excellenz vereint: die Geschichte der Kellerei, die Leidenschaft und Erfahrung ihrer Mitglieder, ein starker Gemeinsinn und die überragende Qualität der Weine. Was das Speisenpairing angeht, ersparen Sie dem Wein die Asia- und Räucherlachsroutine, gut gefallen dürften ihm ganz bodenständig ein Bachsaibling vom Grill oder mehr gourmetmäßig eine gegrillte Rosmarin-Taube.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Stern Sauvignon Südtirol DOC&lt;br/&gt;Es bedarf einigen Aufwands im Weinberg und im Keller, um mit einem Sauvignon Blanc nicht nur auf dem Hype eines Allerweltsweins mitzuschwimmen, sondern ihm eine terroirbezogene hohe Qualität mit Charakter abzugewinnen. Das ist der Kellerei Kaltern mit dem Stern Sauvignon aus der Linie Selektion ausgezeichnet gelungen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Rebstöcke stehen auf einer nach Südosten geneigten Hanglage in 450 bis 500 m Meereshöhe mit wärmespeichernden Böden aus sandig lehmigem Mergel auf Porphyr und Granit. Der goldene Herbst des Jahres 2023 brachte die Traubenqualität noch einmal nach vorne, zumal während der sommerlichen Reifezeit die kühlen Nächte in den Hochlagen und die kalten Fallwinde für eine expressive Aromatik und den Erhalt der Säure in den Trauben gesorgt hatten. Alles beste Voraussetzungen für einen hocharomatischen Wein. Im Keller erfolgte eine 10- bis 18-stündige Kaltmazeration der Trauben, vergoren wurde bei kontrollierter Temperatur von 16° C im Edelstahl mit einer Charge von 20 % im Holzfass. Der Wein reifte fünf Monate auf der Feinhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dieser Wein ist eine Offenbarung für Liebhaber der Sauvignon-Fruchtigkeit. Aus dem Glas duftet es rebsortenrein nach Holunderblüten, exotischen Früchten, Stachelbeeren und Cassis, aber auch nach frischen Kräutern und grüner Paprika mit einem Hauch von Gras. Eine herb-saftige Fruchtigkeit mit reifen Stachelbeeren, Äpfeln und Zitrus in einer zarten, gleichwohl dichten und cremigen Textur breitet sich über den Gaumen aus. Eine pikante Richtung von würzig-frischen Kräuternoten macht die Sauvignon-Frucht so richtig lebendig. Das gilt auch für die Säure, die mit salzig-mineralischen Komponenten ordentlich eingebunden ist. Das alles bringt Saft und Frische in das Geschmackserlebnis und unterstützt einen attraktiven fruchtbetonten Abgang mit guter Länge und einer spannungsreichen Tiefe. Das ist ein herrlicher Trinkwein und gleichzeitig ein komplexer Stoff mit elegantem Auftritt. Reichen Sie ihn zu einer Lachsforelle aus der Pfanne oder zu einem Kaninchenragout. Vergessen Sie aber nicht, einige Flaschen für die Spargelsaison bereit zu halten – es muss nicht immer nur Silvaner und Weißburgunder sein. Nicht nur in Südtirol kann der Sauvignon ein perfekter Spargelwein sein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Quintessenz Sauvignon Südtirol DOC&lt;br/&gt;Die Trauben für diesen Selektionswein stammen von einem Osthang auf 500 m Meereshöhe in Oberplanitzing nördlich von Kaltern. Auch hier sind Moränenböden mit lehmigem Kalkschotter mit Porphyreinzügen und Granit verbreitet, die einen hohen Silikatanteil haben. Die oberen Parzellen stehen unter dem besonderen Temperatureinfluss des nördlich gelegenen Biotops „Eislöcher“ am Gandberg, die sich mitten in einem von Felsbrocken übersäten Wald zwischen Eppan und Kaltern befinden. Auch in den heißesten Monaten des Jahres strömt aus den Porphyrblöcken unten kalte Luft heraus, die sogar Eisstalaktiten bildet. Solche ein Terroir kann dem Sauvignon Flügel verleihen. Die geernteten Trauben wurden teilweise über Nacht kalt mazeriert. Der Most gärte spontan mit wilden und kellereigenen Hefen im großen Holzfass, wo der Wein dann zehn Monate auf der Feinhefe reifte. Die regelmäßige Bâtonnage verschaffte dem Wein seine schmelzige und samtige Textur. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas leuchtet ein goldgelber Wein, der grünlich schimmert. Die Nase wird gestürmt von vielfältigen Fruchtaromen, allen voraus Äpfel, weiße Pfirsiche und Zitrus in Richtung Limette sowie ein Touch frisch geschnittenen Grases. Es folgen Holunderblüten und Bergkräuter, einige schüchterne Röstaromen und ein winziges Stückchen Feuerstein. Auch reife Stachelbeeren tauchen auf, dominieren aber nicht die duftige Szenerie. Im Mund streift der Wein saftig und cremig über die Zunge. Sein fruchtbetonter Körper ist bewundernswert gut ausbalanciert. Eine vibrierende Säure gibt ihm einen gewissen Grip, was von seiner Dichte noch unterstützt wird. Säure und Dichte generieren mit den deutlichen, modern salzigen mineralischen Anklängen eine schöne trockene Struktur und eine herrlich fruchtige Frische. Diese Frische wie aus einer Bergquelle bleibt auch nach dem langen saftigen, dank des Holzausbaus auch würzig-schmelzigen Abgang noch in bester Erinnerung. Servieren Sie ihn als Apero, wenn Sie schon immer einmal wissen wollten, wie die Alpen in Weiß schmecken. Er begleitet aber auch gerne die üblichen Sauvignon-Verdächtigen wie Spargel und Meeresfrüchte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Saleit Chardonnay Südtirol DOC&lt;br/&gt;Chardonnay wird in Südtirol seit etwa 150 Jahren angepflanzt und ist hier inzwischen eine der wichtigsten Weißweinsorten. Die Rebstöcke, die zwischen 10 und 20 Jahre alt sind, stehen in einer süd- und ostexponierten Hanglage auf 350 bis 450 m Meereshöhe. Der Boden ist von wärmespeicherndem und wasserdurchlässigem, lehmig sandigen Kalkschotter geprägt. Im Keller genossen die entrappten Trauben eine 10 bis 18-stündige Kaltmazeration, damit die Beerenhäute ordentlich Aromen und Farbstoffe abgeben. Nach dem Abpressen und der Klärung zum Herausfiltern unerwünschter Trubstoffe gärte der Most bei 18° C mit der hälftigen Partie im Edelstahl und der anderen Hälfte im Tonneau und großen Holzfass, damit der Wein später mehr Tiefe und Struktur bekommt. Anschließend reifte er noch fünf Monate auf der Feinhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Bukett liefert die klassischen, exotischen, fruchtbetonten Aromen mit Ananas, Maracuja und roten Äpfeln nebst einigen Nüssen, alles abgerundet von einem angenehmen Lüftchen Vanille vom Holz. Zu der exotischen Aromatik kommen zwar dezente Noten von Bananen und Butter hinzu, drängen den Wein in der Nase aber nicht in Richtung der brioche- und alkohollastigen Holzkeule aus dem internationalen Weinreich. Die Bukettaromen treffen am Gaumen auf eine überaus harmonische, vollmundige Textur, die durch weitere Nuancen von Zitrus und einige feine karamellige Röstaromen unterstützt werden. Dieser Chardonnay tritt frank und frei auf, mit intensiver Frucht, aktiver, aber gut gezähmter Säure, energischer Eleganz und vibrierender Frische, ein ganz klein wenig Chablis schmult aus dem Glas. Im angemessen cremigen Finish grüßt er noch lange mit einer adretten kleinen Fruchtsüße und der terroirbezogenen feinsalzigen Mineralik. Der Saleit ist ein facettenreicher und eleganter Wein, der sowohl durch seine Frische als auch durch seine Vielschichtigkeit besticht und anspruchsvolle Gaumen in jeder Hinsicht zufriedenstellt. Es ist ein Wein, der es sich nicht nehmen lässt, individuell seine südtiroler Herkunft und die Eigenart der Rebsorte zu zeigen – wohl eines der besten Komplimente, die man einem Wein machen kann. Begleiten Sie mit ihm einen Red Snapper aus der Pfanne oder ein Rebhuhn-Gericht. Ach ja, servieren Sie diesen Chardonnay bitte nicht direkt aus dem Kühlschrank. 12° C begünstigen es, alles wahrzunehmen, was dieser Wein zu bieten hat.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Quintessenz Passito Moscato Giallo Südtirol DOC&lt;br/&gt;Die Weißweinsorte Moscato Giallo oder auch Goldmuskateller ist eine autochthone Sorte Italiens. Möglicherweise brachten schon die Römer den Goldmuskateller nach Südtirol, als sie 15 v.Chr. in die Täler vorstießen, die damals zum antiken Rätien gehörten. Die Goldmuskateller ist spätreifend und braucht daher eine warme Umgebung. Die bei voller Reife knallgelben Trauben sind lockerbeerig, die Beerenhaut dickschalig, das Ertragsniveau ist meist hoch. In Südtirol hatte die Goldmuskateller-Rebe eine große Bedeutung und wurde schon immer Pfefferer oder Pfeffertraube genannt, warum, weiß niemand mehr genau. Jedenfalls wurde sie nicht dort verortet, wo der Pfeffer wächst, vielmehr entwickelt diese Varietät des sehr klonfreudigen weißgelben Muskatellers im Wein oftmals eine energische würzige Aromatik, die oftmals an Pfeffer erinnert. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die 30 Jahre alten Reben dieses Quintessenz-Weins wachsen auf einer nach Südwesten geneigten Hanglage in der kürzlich offiziell anerkannten Einzellage Feld nördlich des Kalterer Sees auf 280 bis 300 m Meereshöhe. Die Seewinde ermöglichen in dieser Höhe den Anbau des Goldmuskatellers ohne Botrytis. Der Boden besteht aus wasserdurchlässigem sandigen Kalkschotter. Die Trauben wurden vollreif geerntet und in Kisten getrocknet. Im März 2021 wurden sie gepresst. Dabei erhielt man aus 100 kg getrockneter Trauben lediglich 18 Liter Most. Er vergärte über mehrere Wochen, der Wein reifte dann noch zwei Jahre auf der Feinhefe im Tonneau.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein betörender Wein für sommerliche Lust und Laune kündigt sich in funkelndem Bernsteinton mit expressiver Exotik an. Die typische, leicht blumige Muskateller-Aromatik rund um die Muskatblüte wird hier ausgefüllt mit Noten von Waldhonig und Tönen von kandierter Orange, Mandarine, reifem gelben Pfirsich, reifer Mango und gerösteten Nüssen. Alles erfreut die Nase und macht Appetit auf den ersten Schluck. Der löst einen ungeahnten Hang zur Sucht nach immer noch einem Glas aus, so süßfruchtig, würzig, exotisch schmeckt der Wein. Im breit angelegten Fruchtspektrum nehmen wir unter anderem Mangos, Honigmelone, gelbe Pfirsiche, Renekloden, Orangenschale und kandierte Ananas wahr plus einige Kräuter und Akazienblüten. Alles steigert sich mit beschwingter Leichtigkeit zu einem langen, wahrhaft süffig-saftigen und schmelzigen Finish mit einer geschickt harmonisierten, doch erstaunlich spritzigen und straffen Säure wie man sie besten Eisweinen wünscht. Ein vollmundiger und komplexer Edelsüßer mit Kraft und Eleganz. Er bietet Genuss pur, zu schade, um sich ablenken zu lassen von den üblichen Blauschimmel- und Apfeltarte-Orgien. Lassen Sie sich lieber an einem Open-End-Abend Schluck für Schluck süchtig machen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Quintessenz Kalterersee Classico Superiore Südtirol Katerere See DOC&lt;br/&gt;Die Bezeichnung Kalterersee Classico Superiore darf nur ein Vernatsch aus dem Anbaugebiet rund um den Kalterer See tragen. Vernatsch ist eine der drei autochthonen Rebsorten in Südtirol. Vernatsch – lateinisch vernaculus, der Einheimische, italienisch Schiava – wurde einst als Massenwein verbreitet und stand hierzulande bis in die 70er Jahre hinein in Liter- und 1,5-Literflaschen in den Regalen der Supermärkte. Dann galt er plötzlich als altmodisch, softig und uncool, wurde erst in die Nische der Regionalität gedrängt und sollte dann im Zuge des Globalisierungswahns zugunsten internationaler Rebsorten mit geschmacklicher Uniformität ganz aus dem südtiroler Rebsortenspiegel verschwinden, was selbst der Gambero Rosso propagierte. Erst die Gegenbewegung zur globalisierten und egalisierten Welt der Parker-Knaller löste die Sehnsucht aus nach weniger Krach im Glas und der Betonung des regionalen Charakters und der lokalen Eigenart im Wein. Man erinnerte sich an den Vernatsch und lenkte ihn in Richtung Leichtigkeit und Trinkfreude mit hoher Qualität, damit er stolz seinen heimatverbunden Charakter vorzuzeigen kann. „Vernatsch mich einfach!“ hieß es jetzt und „What happens in Südtirol, stays in Südtirol!“ Heute sind rund 15 % der gesamten Weinbaufläche Südtirols mit Vernatsch bestockt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Einer der besten Beweise für die Hochwertigkeit eines Vernatsch-Weins ist tatsächlich der Quintessenz Kalterersee Classico Superiore, der international mit Auszeichnungen überhäuft wurde, unter anderem mit einer der höchsten Auszeichnungen in der Weinwelt, den berühmten „Tre Bicchieri“, den drei Gläsern des Gambero Rosso, oder dem höchsten Prädikat „Faccino“ des renommierten italienischen Weinführers Doctor Wine, das nur für besondere Exzellenz, herausragende Qualität und Einzigartigkeit vergeben wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die 30 bis 70 Jahre alten Rebstöcke für diesen Wein stehen auf 230 bis 350 m Meereshöhe am West- und Nordufer des Kalterer Sees bei St. Josef am See rund 6 km südlich von Kaltern. Die Böden bestehen aus lehmigem Kalkschotter mit sandiger Auflage. Im Keller lagen die Trauben zur Gärung zehn Tage bei 25° C auf der Maische, der Wein reifte über sechs Monate auf der Feinhefe im Betonfass und großem Holzfass mit malolaktischer Gärung, dem biologischen Säureabbau.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Quintessenz Kalterersee Classico Superiore zeigt sich im Glas in einem kraftvollen Rubinrot mit violetten Reflexen und erinnert an die reifen Vernatsch-Trauben, die am Stock mit eben solchem leuchtenden Rubinrot auf sich aufmerksam machen. Er duftet sortentypisch nach reifen Kirschen, Himbeeren, Erdbeeren, roten Johannisbeeren und jungen blauen Victoriapflaumen. Immer wieder drängeln sich Lüftchen von blauen Veilchen, orientalischen Gewürzen, Marzipan und einem Anklang an Zeder dazwischen. Am Gaumen zeigt er sich keinesfalls als flüchtiger Leichtfuß, sondern imponiert mit dezenten gut integrierten, feinkörnigen Tanninen und einer durchaus druckvollen Textur. Die lebendige Säure, einige pikante Würznoten und die Fruchtigkeit von Kirschen, Himbeeren, Brombeeren und Zwetschgen geben ihm einen samtigen, frischen und lebendigen Körper mit. Feine nussige Röstaromen erinnern an seinen Aufenthalt im Holz, dezente Anmutungen an eine salzige Mineralik aus dem Boden seiner Weingärten. Im langen Finale zeigt er stolz und distinguiert seine sortentypische Bittermandelaromatik und seine kirschige Fruchtsüße vor. Ein klassischer, ausgewogener und charakterstarker Vernatsch mit eleganter Finesse und moderner Stilistik aus nordburgundischen Wurzeln. Die gelungene Komposition aus mediterranem und alpinem Charakter mit südtiroler Lebensgefühl beeindruckt – immer moderat gekühlt auf etwa 13° C – nicht nur schnöde eine Pizza Margherita sondern eine ganze Grillparty, begleitet aber auch gerne eine Vesperplatte mit Südtiroler Speck.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Feld Merlot-Cabernet Riserva&lt;br/&gt;In der Einzellage Feld oberhalb und am Kalterer See auf 250 bis 350 Metern Meereshöhe sind die Hänge nach Süden und Osten ausgerichtet. Das Terrain besteht aus kalkhaltigen, schottrigen Böden mit Granit und Porphyreinschlüssen. Die Rebstöcke sind 10 bis 25 Jahre alt. Im Jahrgang 2021 zog sich die Ernte aufgrund des regnerischen Septembers vom 9. September bis 26. Oktober hin. Die Trauben wurden nach Sorten getrennt über mehrere Wochen eingemaischt vergoren, danach reiften die Weine für zwölf Monate in Barriquefässern aus französischer Eiche. Dann kam der große Moment der Assemblage der Cuvée-Partner und es erfolgte eine weitere Reifung im großen Holzfass. Entstanden ist gleichsam eine Bordeaux-Cuvée mit Südtiroler Charakter – das Château Kaltern lässt grüßen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt er sich in einem dichten purpurbetonten Granatrot und lockt mit opulenten fruchtigen Aromen von schwarzen Kirschen, Brombeeren, Heidelbeeren, schwarzen Johannisbeeren und reifen Zwetschgen. Dazu offeriert er edle Düfte von gerösteten Kakaobohnen, Zedernholz, gerösteten Haselnüssen, feinem Leder und Anklänge an Vanille, Sternanis und Zimt mit einem winzigen Hauch von schwarzem Pfeffer. Die aromatische Komplexität ist von beeindruckender Tiefe und prägt auch den Geschmack. Am Gaumen tritt der Wein nicht nur mit der erwarteten Vollmundigkeit und Energie auf, sondern auch mit einer überraschend vibrierenden Frische. Die feinsüßliche Frucht hat Vorrang vor dem Eichenholz und spielt mit den geschmeidigen Tanninen und einem raffinierten pikanten Touch von schwarzem Pfeffer. Der Mund wird prall und extrovertiert ausgekleidet von einer enormen Fruchtdichte und einem süßlichen, würzigen Extrakt von schwarzen Beeren, dunkler Schokolade, Menthol und Süßholz und einer feinen Prise Tabak. Die kräftigen, gut eingebundenen, weichen Tannine, die dezente Mineralität und die saftige Säure sind innig verwoben und entfalten als Höhepunkt der fruchtigen Fülle des Merlot und der Tiefe und Frische des Cabernet im Finale seidige Opulenz und elegante Pracht. Ein großer Wein aus der Tradition der Kellerei Kaltern, der mit jedem Schluck auffordert zu einer Reise durch die Zeiten – hin zu den schönen Erinnerungen an Südtirol.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Quintessenz Cabernet Sauvignon Riserva&lt;br/&gt;Die Cabernet Sauvignon Reben wachsen auf einer leicht nach Südosten geneigten Hanglage auf 220 bis 260 m Meereshöhe im Bereich von St. Josef am See. Der lehmige, kieshaltige Kalkschotterboden hält gut die Wärme und speichert zugleich genügend Wasser. Über dem See entsteht in den Sommermonaten ein sehr warmes Mikroklima, das der der wärmegierigen Rebsorte gut gefällt, weil sie ihr die gewünschte lange Reife ermöglicht. Im Keller erfolgte die spontane Maischegärung im Holzgärbottich bei warmen 30° C. Es schloss sich ein 18-monatiger Aufenthalt in Barriquefässern aus Eiche an, von denen die Hälfte vorbelegt war. Hier durchlief der Wein auch den biologischen Säureabbau. Abgefüllt wurde mit nur leichter Filtration.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas tritt der Wein mit einem kräftigen Rubinrot und leuchtenden karminroten Reflexen auf. Nach etwas Belüftung duftet der Cabernet Sauvignon Riserva ansprechend und fruchtig nach reifen Brombeeren, nach Himbeeren und Erdbeeren aus dem Wald, nach schwarzer Johannisbeere, reifen Zwetschgen und einigen Veilchen, etwas Minze und Unterholz. Er sendet feine Röstaromen mit Vanille, Schokolade, Zimt und Tabak aus dem Holz, von dem er zum Glück nicht erschlagen wurde. Ab und an winken noch liebliche Gewürze aus der Weihnachtsbäckerei. Am Gaumen kommt eine stilistisch perfekte Balance aus Fruchtigkeit und Würze an, dicht, komplex und körperreich: Tabak- und Lakritznoten treffen sich mit Schwarzkirschen, Pflaumen und einer winzigen Spur Eukalyptus. Der Barriqueausbau hat dem Wein Finesse mitgegeben und Gerbstoffe besänftigt. Die noch präsente Säure und die robusten, jedoch feinkörnigen Tannine stützen einen langen schmelzigen und durchaus druckvollen Abgang, der als Farewell aus dem Barrique von herrlich leichter Vanilligkeit und dezentem Holztoast begleitet wird. Ein eindrucksvoller, eleganter und gleichzeitig hochlebendiger Cabernet Sauvignon, der perfekt ein scharf gegrilltes T-Bone-Steak oder ein gutbürgerliches Côte de Boeuf begleitet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Lareith Lagrein Riserva&lt;br/&gt;Lagrein ist eine der drei autochtonen Rebsorten in Südtirol und wurde erstmals 1379 urkundlich erwähnt. Bis in die siebziger Jahre hinein wurden die Lagrein-Trauben fast nur für Rosé-Weine oder als kraftstrotzender Deckwein zum Verschneiden von Vernatsch verwendet. Heute werden aus Lagrein einzigartige und hochwertige Rotweine kreiert, die es so nur in Südtirol gibt. Während früher in den Weingärten die Lagrein-Rebe in der regionaltypischen Pergel-Erziehung wuchs, also mit horizontalem Laubdach, ist man inzwischen dazu übergegangen, im international verbreiteten Guyot-System mit einer vertikalen Laubwand auf niedrigen Drahtspalieren zu erziehen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Rebstöcke des Lareith-Lagreins stehen am West- und Nordufer des Kalterersees auf einer leichten Hanglage mit Ost- bis Südostexposition auf 230 bis 260 m Meereshöhe auf lehmig-sandigem Kalkschotterboden. Die Trauben wurden mit einer Mazerationszeit von 2 Wochen bei 28° C auf der Maische vergoren. Der Ausbau mit malolaktischer Gärung erfolgte über ein Jahr lang zu einem Drittel in neuen, im Übrigen in vorbelegten Barriques aus französischer Eiche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas schimmert der Lareith tiefdunkel granatrot bis purpurviolett, fast schwarz, nahezu undurchschaubar. Reichhaltige Aromen klettern verführerisch in die Nase, viel Frucht und viel Würze: reife Brombeeren, schwarze Johannisbeeren, echte Wald-Heidelbeeren und einige Schwarzkirschen und Pflaumen. Zu den zarten Röstnoten und den dezenten Würzaromen aus der Weihnachtsbäckerei, also Nelken, Zimt, Kardamom, Vanille und Schokolade, gesellen sich eine winzige Prise weißer Pfeffer, ein Touch Mocca und ein Hauch Veilchen hinzu. Am Gaumen hat der Wein einen charakterstarken Auftritt mit einem dichten, energiegeladenen Band von fülligen Lagreineindrücken. Er wirkt kraftvoll und elegant zugleich. Die reifen Schwarzkirschen, dunklen Pflaumen und Brombeeren führen die Fruchtnoten an und sind zusammen mit der feinen, manchmal pikanten Würze und den Anklängen von Schokolade, Kaffee, Bittermandel und Tabak die Grundlage für Fülle und Energie im Mund. Er öffnet sich immer weiter mit erstaunlich samtigen, feinkörnigen Tanninen und einem gut dosierten feingliedrigen Säurespiel. Beides wächst im langen cremigen Abgang mit feiner Extraktsüße weich und harmonisch abgerundet zusammen. Ein komplexer Spitzen-Lagrein mit ausdrucksstarker Struktur und eleganter Finesse. Er empfängt einen mit offenen Armen, zeigt Kraft und Energie, tobt wild und manchmal rau herum und hinterlässt mit seiner samtigen Textur, seiner Harmonie und zärtlichen Fülle die Sehnsucht nach dem nächsten Glas. Der Lareith-Lagrein ist bei jeder wertvollen Gelegenheit gerne als feiner Solist dabei, bringt aber auch eine elegante Reputation zu einer geschmorten Hirschkeule mit.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Brut Nature Südtiroler Sekt DOC&lt;br/&gt;Zum Schluss stoßen wir auf die Kellerei Kaltern mit einer Sekt-Cuvée aus Blauburgunder und Chardonnay an. Die Grundweine stammen von 34 Jahre alten Reben an einer nach Osten ausgerichteten Hanglage am Mendelkamm. Hier liegt in 600 m Meereshöhe jede Menge sedimentierter Kalkdolomit herum. Im Keller wurde die gerade bei der Sektherstellung bewährte Methode der Ganztraubenpressung angewandt, auch der Blauburgunder wurde weiß gekeltert, also als ein Blanc de Noirs. Die Moste gärten zu 70 % im Stahl und zu 30 % im Tonneaux. Im Mai 2020 wurde assembliert und der Most mit der Fülldosage der Flaschengärung und Hefelagerung über 48 Monate übergeben. Es wurde ohne Versanddosage degorgiert, denn es handelt sich um einen Brut Nature. Brut nature oder brut de brut oder Zero gleich Null oder non dosé oder, oder – alles bedeutet Verzicht auf eine Zuckeranreicherung bei der zweiten Dosage, der Versanddosage. Das ist oftmals nichts für schwache Zungen, aber eine Offenbarung für viele Trockentrinker. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Sekt imponiert im Glas in einer strohgelben Umgebung an goldenen Reflexen mit einer feinen weißgoldenen Perlage voll lange anhaltender Bläschen. Die Nase wird belebt von grünen Äpfeln, Orangen, gelben Birnen und etwas Zitrus mit Grapefruit, dazu frisch gebackene Brioche, etwas geröstetes Weißbrot und ein Hauch von weißblumiger Wiese im Morgentau. Auch eine kleine Brise Ozean-Mineralik weht aus dem Glas. Am Gaumen entzünden das komplexe Zusammenspiel der Aromen mit der quicklebendigen Perlage und der aktiven und gut austarierten Säure ein mundfüllendes grandioses und überaus harmonisches und erfrischendes Sensorik-Feuerwerk. Dazu faszinieren die winzig kleinen dezent-vanilligen Holznoten, die markanten Töne von leicht salziger Mineralik und die gut versteckten Anklänge von Gerbstoffen im Hintergrund. Alles zusammen verbreitet druckvoll vibrierende Coolness und Frische. Er perlt cremig und weich über die Zunge, einem straffen, saftig-herben Abgang entgegen. Die Cuvée bedient gerne und äußerst hochwertig den puristischen Geschmack, gradlinig und ohne Schnörkel. Ein Brut Nature mit der handwerklichen Exzellenz der Kellerei Kaltern. Er wurde vom renommierten italienischen Weinführer Vini Buoni d'Italia in der höchsten Kategorie mit der „Corona&amp;quot; (Krone) ausgezeichnet. Servieren Sie ihn in einem großen Weißweinglas, damit er seine Eigenarten freigiebig entfalten kann. Er spielt am besten eine Hauptrolle als Solist, begleitet aber auch gerne ein Räucherlachs-Sashimi oder ein Carpaccio vom Rind.&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Das Familienweingut Heinzl-Gettinger &#13;in Niederösterreich: hochprämierte Qualität und Weine mit Lebensfreude aus einem kleinen Dorf im Weinviertel</title>
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      <pubDate>Fri, 25 Oct 2024 20:34:02 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/10/25_Das_Familienweingut_Heinzl-Gettinger_in_Niederosterreich__hochpramierte_Qualitat_und_Weine_mit_Lebensfreude_aus_einem_kleinen_Dorf_im_Weinviertel_files/x13%20-%20Heinzl%2007_24%20%287%29.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object002_11.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Nicht ein großer berühmter Name, nein, zwei Familienweingüter aus dem kleinen Weindorf Deinzendorf haben bei der Niederösterreichischen Landesweinprämierung unter 920 teilgenommenen Weingütern mit über 6.000 Weinen den Titel errungen: Weingut des Jahres 2024. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eines davon ist das Weingut Heinzl-Gettinger am nördlichen Rand von Deinzendorf weniger als 100 Meter neben dem Flüsschen Pulkau. Der Ort liegt mit seinen etwas mehr als 200 Einwohnern zwischen Zellerdorf und Pulkau. Die Grenze zu Tschechien nordöstlich des Ortes ist nur 10 km entfernt. Aber davor kommt noch das Städtchen Retz, das der Kleinregion – Retzer Land – ihren Namen gegeben hat. Wien ist im Südosten rund 80 km entfernt. Deinzendorf ist eine Kastralgemeinde der Marktgemeinde Zellerdorf, wir sind hier im Bezirk Hollabrunn im nördlichen Teil des Weinanbaugebiets Weinviertel. Rein geografisch trifft die Region denselben Breitengrad wie das Elsass.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Familie Gettinger ist urkundlich belegt seit 1680 in Deitzendorf ansässig. In dem damals üblichen landwirtschaftlichen Mischbetrieb wurde auch Wein angebaut. In den 1960er Jahren  begannen Franz und Elfriede Gettinger, die Eltern von Elfriede Heinzl, den Betrieb auszubauen. Sepp Heinzl, der auch tief verwurzelt aus einer Weinbaufamilie in Kammersdorf stammt, begann mit seiner Frau Elfriede in Deinzendorf mit voller Leidenschaft den Wein in den Mittelpunkt zu stellen. Heute führen sie das Weingut mit tatkräftiger Hilfe ihres Sohns Martin, der die Weinbauschule in Klosterneuburg abgeschlossen hat. Der älteste Sohn Lucas lebt in Wien und springt gerne und jederzeit im Weingut ein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Familie Heinzl ist stolz auf die Weinkultur im Retzer Land und bewirtschaftet das Weingut mit Leidenschaft. Ihre Weine bestätigen, dass man die Achtung vor den Traditionen mit dem Neuen verbinden kann. Die Jahrzehnte lange Erfahrung ist hier kein Alibi für „das haben wir schon immer so gemacht“, sondern die Basis für Neugier, Ideen und Innovationen. Alle sind sich bewusst, dass das Weinmachen im Weingarten beginnt. Dass man sowohl dort und noch mehr im Keller außer besten handwerklichen Fähigkeiten auch Verständnis und Geduld im Umgang mit der Natur braucht, um aus ihren Angeboten Siegerweine zu machen. Das ist weit mehr als sich mit dem Begriff Terroir verschlagworten lässt, es verlangt Liebe zum Winzerberuf, Demut gegenüber der Natur, die persönliche Hinwendung zur Rebe und die Verinnerlichung, dass Weinmachen gelebt und nicht nach betriebswirtschaftlichen Arbeitseinsätzen abgerechnet wird. In diesem Weingut zeigen sich Innovationen auch in scheinbaren Nebensächlichkeiten wie einem neuen individuellen Flaschendesign, das zeitlose Eleganz vermitteln und Ausdruck des Strebens nach höchsten Qualitäten sein soll.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Familie Heinzl will mit ihren Weinen Lebensfreude vermitteln und ist stolz darauf, dass die zahlreichen und regelmäßigen Auszeichnungen ihres Weinguts und ihrer Weine den Erfolg bestätigen. Erst allmählich wird ihr bewusst, dass ihr Engagement im Weingarten und im Keller ihr Familienweingut gerade auf direktem Weg in die Spitze der absoluten Qualitätsweingüter des Weinviertels führt. Sepp Heinzl, der in der sogenannten Freizeit die Musikkapelle Deinzendorf leitet, vergleicht den Wein gerne mit einer Melodie, die jedes Jahr anders erklingt, der aber immer eine tiefe Harmonie zugrunde liegt. Das fängt idealerweise mit dem Zusammenhalt der Familie an und ist am Ende des Tages mit jeder Flasche erlebbar.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bereits 2016 wurde das Weingut im Rahmen der Retzer Weinwoche aus 130 Betrieben in einer Blindverkostung von 800 Weinen zum &amp;quot;Winzer des Jahres&amp;quot; gekürt. Der Grüner Veltliner DAC wurde Sortensieger und somit Weinviertel DAC Champion, eine Auszeichnung, die Familie Heinzl jetzt bereits dreimal vorzeigen kann neben etlichen weiteren Prämierungen ihrer Weine als Bundessieger, Landessieger und Sortensieger. 2018 wurde im Weingut vom Architektenbüro Tauber ein Bauwerk fertiggestellt, das nicht nur gut in die hügelige Landschaft, sondern auch zum Aufstieg in die Premiumränge passt: Ein neuer moderner Weinkeller mit feinster Technologie und angeschlossenem neuen Verkostungsraum. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Retzer Land ist allgemein bekannt für das milde und trockene Klima, in dem sich die Weinreben sehr wohl fühlen. Das malerische Tal der Pulkau, das zudem windgeschützt liegt, hat ein eigenes, wenn auch in manchen Jahren recht regenarmes Mikroklima: Die Sommer sind häufig heiß und trocken, doch die kühlen Nächte des Spätsommers und des Herbstes begeistern die Reben und bringen Frucht und Würze in die Trauben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In dieser Gegend treffen mehrere geologische Bodenformationen aufeinander, so dass die Bodenstrukturen sehr vielfältig sind. Sie reichen von fruchtbaren, schweren Böden mit hohem pH-Wert aus Kalksandstein und Sand mit Kalzium und Magnesium über kalkfreie Tone und Feinsande, nährstoffreichen, wärmespeichernden Löss und kalistarke Granitkuppeln bis zu den wasserspeichernden Kiesen sowie Sand und Ton der Ur-Donau. Ein wesentlicher Teil des Erfolgs der Spitzenqualität der Weine dürfte darin liegen, dass Familie Heinzl die ideale Zuordnung ihrer Rebstöcke zu den unterschiedlichen Botentypen gelungen ist. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Heinzl-Gettinger bewirtschaftet rund 25 Hektar Rebfläche in Deinzendorf und Umgebung, unter anderem in der Riede Junge Bergen und der Subriede Steinviertel in Deinzendorf, in den Rieden Altenberg und Satzen in Zellerndorf, Mitterberg in Zellerndorf sowie Deinzendorf und Innere Bergen und Sechsvierteln in Schrattenthal. Angebaut werden überwiegend die weißen Sorten Grüner Veltliner, Sauvignon Blanc, Gelber Muskateller, Pinot Blanc, Riesling, Chardonnay, Welschriesling und Neuburger. Es werden aber auch Rotweine gekeltert aus den Sorten Zweigelt, Merlot, Pinot Noir und St. Laurent. Die Weine des Weinguts sind in keine festgelegten Linien eingestellt, hervorgehoben sind indes die Exclusiv-Weine und die Riedenweine.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten zwölf Weine des Weinguts Heinz-Gettinger verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Rosé vom Zweigelt Classic&lt;br/&gt;Der Roséwein wird von Weinkennern, der Gastronomie und dem Handel geliebt und gehasst. Er ist eben ein Nicht-Rot-, aber auch ein Nicht-Weißwein und hat in den letzten Jahrzehnten sowohl unter den teilweise inakzeptablen Qualitäten als auch unter seiner Vermarkung als 2,95 €-Massenwein gelitten. Rosé unterliegt immer wieder Modeströmungen. In bestimmten Jahren und in bestimmten Generationen ist er mal „in“ und dann schnell wieder „out“. Derzeit hält jedenfalls der starke Trend zum Rosé an, so dass immer mehr Winzer hochwertige Rosé-Weine ausbauen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Rosé vom Zweigelt füllt das Glas mit einem prägnanten Lachs-Rosa. Es duftet nach Himbeeren, Erdbeeren, Kirschen und einem Hauch Brombeeren. Alles ist umrahmt vom Eindruck einer feinen Würze. Im Geschmack erscheinen zuverlässig die roten Früchte aus dem Bukett und bringen eine enorme Fruchtigkeit in den Vordergrund. Zu den Erdbeeren und Himbeeren kommen Cranberrys und rote Johannisbeeren dazu. Er strömt nur so dahin mit seiner Frische, einigen zarten Tanninen und einer dezenten Säure bis ins lange saftige und sehr harmonische Finish. Der Wein macht sich hervorragend zu einem italienischen Pasta-Teller mit verschiedenen Sorten frisch geriebenen Hartkäses. Vor allem aber ist es der kecke und fruchtige Wein, für den der Sommer gemacht ist, der gerne auch zwölf Monate dauern darf.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Grüner Veltliner Classic Weinviertel DAC&lt;br/&gt;Jetzt haben wir den klassischen Weißwein des Weinviertels im Glas. Mit dem Jahrgang 2002 ist das Weinviertel seit 2003 gesetzliches DAC-Gebiet mit der Rebsorte Grüner Veltliner. DAC steht für Districtus Austriae Controllatus und soll gebietstypische Weine gehobener Qualität repräsentieren, für die ein striktes Disziplinar erstellt wurde. So dürfen beispielsweise im Geschmacksprofil des stets trockenen Grünen Veltliners keine Holztöne oder Botrytisnoten auftauchen. Bei Blindverkostungen einer unabhängigen Weinkommission muss er beweisen, dass er den regionaltypischen Charakter aufweist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas sehen wir einen goldgrünen Wein mit hellgrünen Reflexen schimmern. Er hat eine sortentypisch würzige Nase vom Typ Wiese im Morgentau. Intensive Duftnoten von gelben und grünen Äpfeln drängeln sich vor, ein Touch von Mangos und eine Anmutung von Orangen schließen sich an. Am Gaumen treffen sich feine Früchte und verbünden sich zu Finesse und frischer Saftigkeit. Die dezente Mineralik hat diese kleine, aber nachgefragte Salzigkeit, die sich wunderbar mit der feinen leicht pfeffrigen Würze, der präsenten Säure und einer nachklingenden kleinen Restsüße verträgt. Der reife Fruchtschmelz und die tiefgründige Struktur garantieren einen langen, dichten Abgang mit pikanten Spitzen. Ein harmonischer, eleganter Wein, weich und vollmundig. Er ziert jeden klassischen Schweinsbraten, viele Schnitzelvarianten und hält sogar einem Lammfilet-Ragout stand.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Cabernet Blanc&lt;br/&gt;Die Rebsorte wurde 1991 von Valentin Blattner im Schweizer Kanton Jura aus einer Kreuzung vom Cabernet Sauvignon mit mehreren pilzwiderstandsfähigen Resistenzpartnern gezüchtet und von der Rebschule Freytag in der Pfalz selektioniert. Cabernet Blanc steht für eine neue Weißweingeneration, die als pilzwiderstandfähige Sorte (PIWI) im Weinberg Freude macht, aber auch geschmacklich im Wein eine vielfältige eigenständige Aromatik von starken Primäraromen und eine eigene Charakteristik entwickelt, die zu immer noch einem Glas verführt. Der Cabernet Blanc des Weinguts Heinzl-Gettinger war im Jahrgang 2023 bei der niederösterreichischen Landesweinprämierung Landessieger 2024 in der Kategorie PIWI-Weine.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas klettern vielschichtige Aromen von Früchten wie Stachelbeeren und reifen grünen Äpfeln einerseits, von grüner Paprika und frischem Blattgrün andererseits. Über die Zunge strömt ein ausgesprochen fruchtintensiver Wein mit einer griffigen Säure, die jedoch keinen Krawall macht, sondern gut untergebracht ist. Stoffig und extraktreich kleidet er fruchtig und mit einer leicht vegetabilen und kräuterigen Aromatik den Mund aus und verabschiedet sich mit einem langen, kraftvollen, sanft herben Abgang. Ein Wein mit einem angenehmen Trinkfluss und einer schönen kleinen mineralischen Tönung. Er ist der interessante Begleiter zu einem Broccoli-Gratin oder einer Lachsforelle aus der Pfanne.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Riesling Exclusiv&lt;br/&gt;Der Wein leuchtet gelbgrün aus dem Glas. Typischerweise schlagen die Rieslinge aus dem Weinviertel eine andere Bukett-Richtung als Mosel-Rhein-Rieslinge ein. So brilliert dieser Riesling in der Nase präzise und intensiv mit der Fruchtigkeit von Passionsfrüchten, Mangos und Charente-Melonen plus einem Hauch von kandierten Orangen. Dazu kommen Düfte von weißen Pfirsichen, Aprikosen und reifer Ananas. Im Mund fasziniert die perfekt integrierte Säurestruktur, die der üppigen, aber differenzierten Fruchtsüße ein tolles, gradliniges und kristallklares Gerüst verschafft. Eine fantastisch saftige Kraft ohne Schwere mit einem langen Ausklang. Ein Wein, der mit seiner komplexen Aromatik und Dynamik fesselnd animierend wirkt. Er ist ein galanter Begleiter, wenn Sie ihn ganz einfach mal einem Backhendl mit Kartoffelsalat aufdrängen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Gelber Muskateller Exclusiv&lt;br/&gt;Die Muskateller ist eine der ältesten Kulturreben der Welt und wird auch als Gelbe Muskateller bezeichnet. Sie braucht im Weinberg neben dem Frostschutz gute Bedingungen: Sie darf nicht zur Unzeit von Regen erwischt werden und sie muss geerntet werden, bevor sich Botrytis breit macht. Im Keller kann man mit einer angemessenen Maischestandzeit wahre Wunderweine zaubern, die vor Aromen nur so strotzen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas haben wir einen goldgelb-grünlichen Wein und verwöhnen unsere Nase mit dem intensiven, süßlichen Aromenspektrum rund um den zentralen, kräftigen Muskatton und die exotischen Fruchtakzente: Holunderblüte, Orange, Litschi, Mandarine plus Spuren von Anis und Fenchel. Wir schmecken das feinwürzige Muskataroma nach, dazu kommen ein kräftiger Touch von Weintrauben und ein winziger Grapefruit-Spot. Irgendwo meldet sich auch ein Hauch von Zitrus. Wir schmatzen lange auf dem Wein herum. Die feine Restsüße betört den Gaumen, die Aromenvielfalt macht ganz einfach Spaß. Er ist leichtfüßig und zugleich kernig-energisch und hat die nötige Säure, um die Aromen lebendig im knackig-kurzen, fruchtig-süffigen Finish zu halten, das wieder von Muskatrichtungen getragen wird. Mit diesem Wein steigt man in jedes nette Gespräch ein. Doch machen Sie es mal ganz anders und schräger als alle anderen: Stellen Sie den 2023 Gelber Muskateller Exclusiv zu einer Platte luftgetrockneten San Daniele Schinkens hin, dazu getoastetes Bauernbaguette.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Grüner Veltliner Exclusiv Deinzendorfer Ried Steinviertel&lt;br/&gt;Die Ried Steinviertel ist eine Subriede der Ried Mitterberg im Pulkautal, die mit diesem Teil zu dem südwestlich liegenden Deinzendorf gehört. Die Reben wachsen auf etwa 250 Metern Meereshöhe und schauen überwiegend nach Süden bis Südosten. Der Boden ist von kalkarmen bis kalkfreien, schluffigem Ton und Lehm durchzogen und vielfach mit Schwarzerde abgedeckt, an einigen Stellen auch mit Kies. Immerhin kommt die Bezeichnung der Subriede von den steinigen Böden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas glänzt der Wein deutlich goldgelb mit grünlichen Reflexen. Er duftet animierend nach reifen Aprikosen, gelben Birnen, gelben Äpfeln und Quitten. Die Fruchtnoten sind umhüllt von einer feinen Veltliner-Würze mit dem sortentypischen Pfefferspiel. Am Gaumen breitet sich eine dichte Stoffigkeit aus. Zu der reifen, gelben Fruchtigkeit kommen würzige Töne von Wald- und Wiesenkräutern hinzu, die unterlegt sind von einer schönen Mineralität. Wir haben keinen überdreht opulenten Wein vor uns, denn die lebendige Säure lockert die Dichte auf und leitet die druckvolle Struktur in einen saftigen Abgang über. Das ist ein Grüner Veltliner mit selbstbewusstem Charakter, der nicht nur Energie, Frische und einen flotten Trinkfluss, sondern auch eine gehörige Eleganz vorzeigt. Natürlich passt dieser Wein zu den üblichen Verdächtigen, also weißer Spargel, schnelle Schnitzel und kostspielige Krustentierchen. Sie können ihn aber auch mutig zu einer Gebirgsforelle aus der Pfanne oder einer Brettljause mit Schinken, Speck und Schweinsbraten. reichen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Sauvignon Blanc Deinzendorfer Ried Junge Bergen&lt;br/&gt;Die Ried Junge Bergen im Pulkautal grenzt südöstlich an Deinzendorf an. Der vielfältige, tiefgründige und ziemlich kalkreiche Boden besteht teilweise aus Kies und Schotter, teilweise aus Löss und Lösslehm nebst schluffigem Ton und Sand. Große Abschnitte der Weingärten wurden bei der Neuanlage sehr tief durchgepflügt mit der Einarbeitung humosen Materials, so dass man von einem Rigolboden spricht. Dadurch wird vor dem Pflanzen der Jungreben der Boden gelockert, verdichtete Schichten werden beseitigt und der Unterboden mit Nährstoffen angereichert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein funkelt uns im Glas weißgoldig mit grünlichen Reflexen an. Schon in der Nase hat er einen markant offensiven, tiefgründigen Auftritt, der ihn grundsätzlich als kraftvollen Stachelbeer-Johannisbeer-Typ nach französischer Klassik verorten lässt, der aber mit floralen Richtungen gen Holunder- und Jasminblüte abgefedert ist. Am Gaumen geht er noch weit darüber hinaus. Neben den Stachelbeeren treten Aromen von Holunderblüten, Trauben und Kräuter hervor, dazu ein Touch Zitrus, rosa Grapefruit und ein winziger Hauch Cassis. Die aktive Säure und eine leichte Mineralik halten die schmackhafte Aromatik in einem langen Finish fest, das noch einmal den intensiven Gesamteindruck eines fruchtbetonten Weins mit Biss unterstreicht. Ein eleganter, äußerst harmonischer Lagen-Sauvignon mit höchstem Qualitätsbewusstsein. Er hat es verdient, wenn Sie ihm Scallops aus der Pfanne oder eine große französische Käseplatte servieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Weissburgunder Deinzendorfer Ried Junge Bergen&lt;br/&gt;Weißburgunder dürfte in den zumeist nach Nordosten ausgerichteten Weingärten der Ried Junge Bergen auf den ersten Blick ein Risiko sein, liebt die Sorte doch Südhanglagen. Das ist in Zeiten des Klimawandels jedoch relativ, zumal sich die Reben an dem kalkigen, fruchtbaren und warmen Boden der Riede erfreuen dürften. Zuviel Wärme verdrängt bei dieser Rebsorte ohnehin leicht die Säure und bewirkt ausdrucksschwache Weine.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon mit seiner Aromatik tritt der Wein extrovertiert, klar und deutlich auf. Es duften reife Fruchtaromen, die weder in getrocknete Zustände noch in Kompott- oder kandierte Formate abdriften. Das gilt für Birnen, Äpfel und Mirabellen gleichermaßen. Dazwischen melden sich nussige Noten und florale Spuren von weißen Blüten. Im Mund imponiert spontan der dichte Extrakt, dennoch bleibt der Wein schlank, rank und kühl. Dabei spielen Fruchtaromen von Mirabellen, weißen Nektarinen und gelben Äpfeln mit, die von kräuterigen Richtungen, Noten von Nüssen und Mandeln und Anklängen an Rosen und einer zarten Mineralik umrahmt werden. Die aktive, gut integrierte Säure eskortiert einen langen cremigen Abgang, in dem eine ganz dezente Süßlichkeit überrascht und noch lange sehnsüchtig herumschmatzen lässt. Genießen Sie diesen Weißburgunder als Solisten und entdecken seine vielfältige Stilistik oder bewahren Sie seine geschmacklichen Nuancen bei einem gutbürgerlichen Hühnerfrikassee.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Merlot gereift im kleinen Eichenfass&lt;br/&gt;Die Merlot-Rebe dürfte im Pulkautal eine gute Heimat haben: Sie kommt zwar mit hohen Temperaturen ganz gut zurecht, mag es aber nicht allzu zu heiß, sonst reift sie zu schnell und kann nicht ihre weiche runde Art entwickeln. Der Aufwand im Weingarten für die Merlot-Rebe ist immerhin beträchtlich, eine dichte Kontrolle der Reifung unerlässlich, strenge Selektion bei der Lese unbedingt erforderlich.  Die Böden bei Deinzendorf begeistert die Merlot-Rebe immerhin so sehr, dass sie im Gegenzug über die Samtigkeit hinaus Würze und Energie liefert. Das ist durch die Reifung des Weins im kleine Eichenfass noch befeuert worden. Die Merlotrebe, die Sorte für alle Fälle und mit Zufriedenheitsgarantie, ist hier zu einem einzigartigen, herrlich kraftvollen und fruchtig-saftigen Wein ausgebaut worden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir schnüffeln in einer Art Gewürz-Basar herum, aber nicht etwa spicy, sondern getrocknete Früchte, Safran, Schokolade, Cassis, Mokka und Vanille. Im Mund spült ein harmonischer, körperreicher Wein über die Zunge mit unaufdringlicher Extraktsüße und authentisch saftig: Rote Beeren, etwas Sauerkirsche, einige Himbeeren. Die Säure und die feinkörnigen Tannine machen Druck, aber schnüren den Gaumen nicht ein. Das Barrique hat dem Wein eine internationale Eleganz angezogen. Was liegt da näher als ihm ein dry-aged T-Bone-Steak vom Grill hinzuknallen, aber bitte medium-rare und vorher nur salzen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Zweigelt Exclusiv Alte Reben&lt;br/&gt;Vor zwei Jahren feierte der Zweigelt seinen hundertjährigen Geburtstag, wurde er doch 1922 als Kreuzung aus Blaufränkisch mit St. Laurent von Prof. Fritz Zweigelt im österreichischen Klosterneuburg gezüchtet. Die Rebe wurde allerdings schnell zum Massenträger, der nach den Entbehrungen des Weltkriegs als günstiger Saufwein gefragt war. Auch Jahrzehnte später blieb er der strukturelle Schwächling, der fruchtbetont und softig der tägliche Lieblingswein war. Es bedurfte erst der innovativen Ideen und Entschlossenheit einzelner Winzer in Österreich, um den Zweigelt so aufzupäppeln, dass er auf den Karten der gehobenen Gastronomie platzierbar war und bei den großen Wettbewerben Preise abholte. Vor allem offenbarten die Weine nun, dass der Zweigelt ein viel breiteres Aromenspektrum bietet als ihm nachgesagt wurde. Zudem fördert ein hohes Alter der Zweigelt-Stöcke die Konzentrationen in der Traube. Wenn der Wein dann noch einer ist, den seine Herkunft mit einer zarten Mineralik versorgt hat, ist er schon ganz oben auf dem Treppchen angelangt. Genau das ist dem 2023 Zweigelt Exclusiv passiert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein imponiert im Glas durch seine glanzvolle, tiefrote Farbe mit violetten Randreflexen. Er kündigt sich mit einem herrlich süßlich-würzigen Bukett an voller dunkler Beerenfrüchte, Schwarzkirschen, Backpflaumen und etwas Mokka. Dazu gibt es verhaltene Düftchen aus dem Gewürzschränkchen. Am Gaumen führt er Fülle und Frucht mit einer druckvollen Lebendigkeit zusammen. Das nuanciert wahrnehmbare Bukett-Spektrum wird geschmacklich noch verfeinert durch eine dezente Verbindung leiser Töne von dunklen Früchten. Samtige Tannine ohne jede Aggression begleiten einen saftigen Abgang. Ein jahrgangsmäßig noch junger Wein, der schon jetzt durch die wunderbare Verbindung von dichter Struktur und Finesse beeindruckt, aber auch noch eine spannende Zukunft vor sich hat. Geben Sie ihm beim Genuss Zeit und Luft, dann bedankt er sich mit einem magischen Zweigelt-Erlebnis. Wenn es unbedingt ein Speisenpairing sein muss, dann erfreuen Sie sich und ihn mit einem pikant-süßlich gewürzten Lammbraten aus dem Ofen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Sankt Laurent Schrattenthaler Ried Innere Bergen&lt;br/&gt;St. Laurent ist eine der Burgunder-Rebsorten, die fast schon vergessen waren, bevor junge Winzer eingriffen, um die Qualität dieser schwierigen und eher ertragsarmen Sorte zum Klingen zu bringen, vor allem durch Ertragsreduzierung. Im Übrigen ist die St. Laurent eine Rebe, die sich über Böden und Mikroklima in der Ried Innere Bergen freuen dürfte und dann dankbar liefert. Sie mag kalkhaltige Böden und wärmere Standorte, was im Übrigen auch schroffe Säurewerte verhindert. Seinen Namen verdankt der St. Laurent dem Zeitpunkt der Färbung der Trauben. Denn am 10. August, dem Laurentiustag, beginnen seine dickhäutigen Beeren ihre schwarzblaue Farbe anzunehmen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Ried Innere Bergen gehört zur Stadtgemeinde Schrattenthal nördlich von Deinzendorf. Die Böden sind karg und steinig und fast überall von starken Lössschichten über Kalksandstein bedeckt. Die Rebanlagen sind zumeist nach Süden und Südwesten ausgerichtet. Der Wein reifte im Weingut Heinz-Gettinger im kleinen Eichefass. Er wurde bei der niederösterreichischen Landesweinprämierung in der Kategorie Burgunder Rot als Landessieger 2024 ausgezeichnet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas sehen wir einen granat- bis rubinrot schimmernden, dichten Wein. Er entwickelt in der Nase kraftvolle Aromen von Brombeeren, Morellenfeuer-Kirschen, Roten und Schwarzen Johannisbeeren und einigen frühreifen Zwetschgen. Eine feine röstig-toastige Würze vom Holzausbau mit einladenden Anklängen an Nougat schwebt herum. Am Gaumen präsentiert der Wein sich betont vollfruchtig mit herzhafter Würze und einer fülligen, fast schon cremig-dichten Struktur, die im Finale von abgerundeten süßlichen Tanninen, mineralischen Anklängen und einer passenden Säure umrahmt wird. Das Holz ist angemessen dezent vertreten und hat dem Wein eine schöne Eleganz und Trinkreife verschafft. Ein vollmundiger Wein, der Spannung aufbaut und eine für einen St. Laurent nicht selbstverständliche Substanz bietet. Abseits der super passenden, aber langweiligen Hirschbegegnungen, können Sie den Wein zu einem Wildschweinragout mit einer Pfifferlingspfanne servieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sauvignon Blanc Pet Nat Méthode Ancestrale Perlwein&lt;br/&gt;Eigentlich trinken Weinfreaks ja eher keinen Perlwein, erscheint ihnen die zugesetzte Kohlensäure doch als Fehltritt, der die Reinheit des Weins verderbe. Doch es gibt einen Perlwein, der prickelt, ohne dass ihm Kohlensäure implantiert wurde: ein Pétillant Naturel, abgekürzt Pet Nat, ist so etwas wie ein natürlicher Perlwein, der nach einem uralten Verfahren, der &amp;quot;Méthode Ancestrale&amp;quot; oder &amp;quot;Méthode Rurale&amp;quot; hergestellt wird. Dabei lässt man den Most in einem Tank oder Fass angären und füllt ihn nach einer gewissen Zeit auf die Flasche, die verschlossen wird. Der Schaum entsteht während der Gärung durch natürliche Kohlensäure, die sich in der Flasche entwickelt, bis die mitgefüllte Hefe ihre Arbeit einstellt. Inzwischen ist man glücklicherweise ziemlich sicher, wieviel Restzucker der Wein in die Flasche maximal mitbringen darf, damit der Druck stimmt und sich der Inhalt beim Öffnen nicht außerhalb von Gläsern verteilt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt der leicht trübe Wein eine feine Perlage. Er sendet sowohl herbfruchtige als auch pflanzliche Aromen aus. Extrovertiert drängelt ein Hauch von Holunder dazwischen, auch grüne Birnen machen mit. Die Fruchtigkeit umschmeichelt den Gaumen mit einer freundlichen Süffigkeit, dazu viele winzige Noten von Grapefruit, Birnen und Futuro-Melonen. Die grüne Seite des Geschmacks wird bestimmt von Paprika und Stachelbeeren, aber das Gefühl, einen Rasenmäher abgeschleckt zu haben, hat hier niemand. Im Abgang erscheinen kleine interessante Gerbstoffspuren, dann geht er mit guten Trinkfluss schön schmelzig in den leicht vegetabilen Nachhall über. Ein prickelnder Sauvignon Blanc mit einer sehr individuellen Stilistik von der Art Neuseeland meets Weinviertel, die ihn von vielen Interpretationen der Trendrebsorte angenehm abhebt. Das ist eben kein schnöder Frizzante, sondern ein charaktervoller Body mit herrlich strömendem Trinkfluss und einer gewissen Eleganz. Verteilen sie ihn auf einer Grillparty als animierenden Aperitif oder als Überraschungswein zu einem argentinischen Entrecôte.&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Das Weingut La Frassina in Venezien: Authentische Geschmackserlebnisse aus der Lagune von Caorle&#13;</title>
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      <pubDate>Wed, 9 Oct 2024 08:42:48 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/10/9_Das_Weingut_La_Frassina_in_Venezien__Authentische_Geschmackserlebnisse_aus_der_Lagune_von_Caorle_files/x_21A6786.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object892.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:132px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Vor neunzig Jahren beherrschten die Malaria-Mücken das Terrain, weite Landstriche waren überflutet und nur an einigen höher gelegenen Plätzen stand eine Casoni, eine der aus Lehm und Holz erbauten traditionellen Fischerhütten mit Schilfdach. Wir sind hier in der Lagune von Caorle zwischen dem Flüsschen Lemene und dem Canale Nicesolo, gut sechs Kilometer von der Küste entfernt, wo der Canale in die Adria mündet. Mitten in der faszinierenden und geheimnisvollen Lagunenlandschaft am Rand des überfluteten Zignago-Tals an der wie mit dem Lineal durch die Lagunenlandschaft gezogenen Via Vallesina liegt das Weingut La Frassina. Es gehört zur Gemeinde Caorle in der Provinz Venezien und zum Weinbaugebiet der kontrollierten Herkunftsbezeichnungen für Rotweine und Weißweine DOC Lison-Pramaggiore und DOC Venezia. Die DOC Venezia umfasst alle Gemeinden der beiden Provinzen Treviso und Venezia. Die DOC Lison-Pramaggiore erstreckt sich in der Region Venezien von der Adriaküste im Süden zwischen den Flüssen Tagliamento und Livenza bis in die Region Friaul-Julisch-Venezien im Norden. Dabei stimmt das Anbaugebiet in der Fläche überein mit dem DOCG-Bereich Lison.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am Anfang des Weinguts stand eine Pioniertat von Mario, dem Großvater der heutigen Eigentümer. Er war es, der 1939 mit eigenen Plänen und auf eigene Kosten begann, der Lagune große Teile Land abzuringen durch die Anlage von Entwässerungskanälen, die Einrichtung von hydraulischen Entwässerungspumpen und den Bau von neuen Deichen und Böschungen. Auf einer Fläche von 500 Hektar gründete Mario 1940 in der flachen Landschaft ein Landgut mit den Alpen im Hintergrund und umgeben von Lagunen, Quellen und Ablaufflüssen, wo einheimische Vogelarten ihre Rückzugsgebiete hatten und die Menschen von der Fischerei und Jagd lebten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;1948 hielt sich Ernest Hemingway nebenan in der Lagune auf, ging zum Fischen und auf Entenjagden und ließ sich zu seinem Roman „Über den Fluss und in die Wälder“ inspirieren: die Geschichte des kriegsmüden Colonel Cantwell, hin- und hergerissen zwischen dem Krieg und der Leidenschaft für die Jagd, den Wein und die Frauen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es sollte fünf Jahrzehnte dauern, bis Lucia Pasti und ihr Bruder Carlo im Jahr 2000 begannen, einen riesigen alten Stallkomplex in vier Räume umzubauen, wo heute die Weine von La Frassina entstehen: Ein Raum wird als Kelterei benutzt, zwei dienen zur Reifung und Lagerung des Weins und einer begrüßt als Empfangs- und Verkostungsraum. Die Weinberge, die ebenso wie das Weingut unter dem Meeresspiegel liegen, wurden mit Reben von Tai Friulano, Merlot, Cabernet Sauvignon und Refosco dal Peduncolo Rosso neu bepflanzt. Schon damals strebte man Qualität an, so dass die Pflanzdichte von vornherein auf einen geringen Ertrag pro Rebstock ausgerichtet war. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Heute bewirtschaftet La Frassina 13 Hektar Weinberge in der Umgebung an der Lagune, einige dicht an den Salzwiesen von Caorle. Die Böden sind Schwemmlandböden aus der Zeit, als sich die Gletscher von den Alpen zum Mittelmeer bewegten. Sie sind daher alluvialen Ursprungs und sehr kalk-, lehm- und tonhaltig mit viel Kalziumkarbonat. Sie verschaffen den Weinen eine markante Mineralität und einen sehr individuellen Charakter. Das gemäßigte Klima ist von dem kühlen, trockenen Nordwind Bora und dem heißen, feuchten Südostwind Scirocco geprägt. Angebaut werden im Weingut die autochtonen Rebsorten Tai Friulano und Refosco dal Peduncolo Rosso sowie Glera und die internationalen Klassiker Chardonnay, Merlot und Cabernet Sauvignon. Jährlich füllt das Weingut rund 30.000 Flaschen ab.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bereits im Weinberg, vor allem aber im Keller überlegen sich Lucia und Carlos die Notwendigkeit jeder Maßnahme, jeden Eingriffs sehr genau, weil man sich bewusst ist, dass damit letztendlich auf die natürliche Entwicklung des Weins Einfluss genommen und seine Authentizität verändert wird. Im Keller erfolgt die Vergärung fast immer in temperaturkontrollierten Edelstahltanks über sieben bis zwanzig Tage Foto: © D.R.. Die Weine reifen dann überwiegend im Edelstahl, wenige auch mit einer Partie in Eichenholzfässern. Das Weingut ist nicht biozertifiziert, arbeitet aber nach den Prinzipien des von der EU anerkannten nationalen Siegels SQNPI (Sistema di Qualità Nazionale di Produzione Integrata) für die Produktion in nachhaltiger Landwirtschaft. Es wird aufgrund ständiger Überwachung des Bodens, der Reben und der Weine ausgestellt. Das belegt die Plakette mit der sausenden Biene auf den Flaschen, von denen jede rückverfolgbar ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Familie Pasti empfängt im Weingut gerne Besucher und bietet Touren durch die Weinberge in der Lagune an, von Nordic Walking bis Natur- und Weinbergwanderungen. Immer werden im Anschluss die Weine verkostet. Wir haben das Weingut dieses Jahr besucht, uns die salzige Luft der Lagune über das Gesicht streichen lassen, den Gänsen, Reihern, Enten und Ibissen im raschelnden Schilf zugeschaut und uns vom Duft der Artemisa in einer Oase des Friedens verführen lassen. Wir sind der Leidenschaft der Familie für das Land, für die  Foto: © D.R.Natur und das Weinmachen begegnet und haben im Glas den Reichtum des Gebiets und die Zufriedenheit der Arbeitswelt im Weingut wiedererkannt. Jeder Schluck der exzellenten Weine war wie eine Pause im Rhythmus der einzigartigen Natur in der Lagune.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten alle Weine aus dem Sortiment des Weinguts La Frassina verkosten und stellen sie hier vor.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Lia Glera IGT Tre Venezie Bianco Frizzante&lt;br/&gt;Wir beginnen mit einem außergewöhnlichen Schaumwein, von dem nur 2.500 Flaschen abgefüllt werden und der deshalb selten im Shop-Sortiment zu finden ist. Es ist ein IGT mit der typischen geografischen Herkunftsbezeichnung «Tre Venezie» bei der nach dem Ministerialerlass vom 7. Mai 2004 und späteren Aktualisierungen die Trauben für alle Provinzen der Regionen Venezien und Friaul-Julisch-Venezien und für die Provinz Trient zugelassen sein müssen. Das trifft zu für die Glera, eine autochtone Rebsorte der Region, die gerne für Frizzantes und Spumantes verwendet wird und von der früher die Bezeichnung „Prosecco“ kursierte. Die Glera gedeiht prächtig in den wasserverwöhnten Weinbergen der Lagune, weil sie Trockenheit überhaupt nicht mag. Die Rebstöcke wachsen im traditionellen italienischen Rebenerziehungssystem Sylvoz, bei dem die Triebe nach unten gebogen werden. Nach Mazeration auf den Schalen für 12 Stunden erfolgte die Gärung des Mosts temperaturkontrolliert bei 16 bis 18°C im Edelstahltank über 12 bis 15 Tage. Im folgenden Frühjahr wurde der Wein abgezogen, mit ausgewählten Hefen versetzt und in Flaschen gefüllt, wo die zweite Gärung stattfindet bis in etwa vier Monaten 2,5 bar Druck erreicht sind. Es wird nicht degorgiert, so dass ein gewisser Trub von den ausgedienten Hefen in der Flasche zurückbleibt, der als typischer und positiver Effekt der naturnahen Schaumweinherstellung zu verstehen ist. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt der Lia Glera sich trotz der ganz leichten Trübung mit heller strohgelber Farbe, grünlichen Reflexen und einer sehr feinen Perlage. Die Bodensedimente lassen beim Öffnen einen winzigen rötlichen Schimmer aufblitzen. Das Bukett wird zwar durch die Hefebasis beeinflusst, allerdings ohne einseitig zu wirken. Es duftet nach Äpfeln, Pfirsich und Williamsbirne mit einem Hauch Zitrusfrüchte und frischen weißen Blumen. Alles wird umrahmt von interessanten Anklängen an Hefe und Brotkruste. Der Geschmack ist herrlich frisch und lebendig, viel reifer Apfel und viel Zitrus mit einem guten Säuregerüst. Alles verdichtet sich in einem cremigen, dichten und frischen Abgang, der weiter von dem appetitlichen Duft nach Brotkruste begleitet wird. Ein recht naturbelassener Frizzante, der in Auftritt und Sensorik durch seine moderne Version hindurch auf die Tradition blicken lässt. Servieren Sie ihn zu einem Spargelrisotto, einer Gemüselasagne oder einem Zanderfilet aus der Pfanne.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Lison DOCG&lt;br/&gt;Traditionell wird dieser Lison DOCG reinsortig aus der autochtonen Sorte Tai, auch als Tocai Friulano bekannt, hergestellt. Die Nähe der Weinberge in der Lagune nahe am Weingut ermöglicht bei der Ernte kurze Transportwege, so dass die Trauben umgehend auf die Kelter gelangen. Sie werden nach zwölfstündiger Mazeration abgepresst und der Most bei kontrollierten Temperaturen von 16 bis 18°C im Edelstahltank vergoren. Er reifte etwa 7 Monate auf der Feinhefe in Edelstahltanks. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein leuchtet das Glas in einer intensiven strohgelben Farbe mit klaren goldenen Reflexen aus. Er präsentiert intensive Aromen von weißen Blüten wie Linde, Glyzinie und Akazie, abgerundet mit fruchtigen Noten von reifen Äpfeln, Birnen und sogar mit einigen exotischen Richtungen bis hin zur Passionsfrucht. Über allem schwebt ein markanter Hauch von Mineralität. Eine Anmutung von Akazienhonig und Mandeln lässt zudem vermuten, wohin die Entwicklung dieses Weines gehen wird. Im Mund verbreitet er sich vollmundig, weich, würzig und mineralisch. Auch hier werden die Aromen mit Apfel und Birne von tropischen Früchten begleitet. Gleichwohl ist er trocken und hat trotz der verhaltenen Säure eine frische, knackige, aber ausgewogene Struktur. Er geht fruchtig und mineralisch mit schöner Länge ab und hält sich mit typischen Noten von Bittermandeln noch lange in Erinnerung. Ein schon jetzt voller und runder Wein, der sich mit seiner schlichten Eleganz qualitativ deutlich heraushebt. Eine gebratene Forelle dürfte ihm ebenso gefallen wie Spaghetti Vongole oder Vitello Tonnato.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Chardonnay DOC Venezia&lt;br/&gt;Die Trauben dieses reinsortigen Chardonnays wurden letzte August- bis erste September-Woche geerntet. Sie wurden 6 bis 12 Stunden auf der Schale mazeriert und der Most im Edelstahl 12 bis 15 Tage lang bei 16 bis 18°C vergoren. Der Wein reifte 7 Monate auf der Feinhefe in Edelstahltanks.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Farblich bietet er sich im Glas in einem hellen Strohgelb mit grünlichen Reflexen an. Im Bukett outen sich spontan florale und vegetative Noten von weißen Wildblumen bis zu Akazien und Klee. Es lassen sich sogar die Kategorien frisch gemähtes Gras und nasser Stein assoziieren. Auf jeden Fall machen im Bukett auch grüne Äpfel, Birnen, Ananas und kandierte Zitrusfrüchte nebst Haselnuss und Vanille mit, umgeben von mineralischen Anklängen. Geschmacklich beeindruckt dieser Chardonnay durch die gute Balance zwischen lebendiger Säure und sortentypischer Frucht mit dezenten Apfel-, Birnen- und Zitrusnoten. Der Säurebogen verleiht ihm Eleganz, Frische und Nachhaltigkeit. Gleichwohl ist er im Abgang weich und schmackhaft mit dieser modernen feinen Salzigkeit. Das ist ein Chardonnay wie er so wohl nur in der Lagune und im Edelstahl entstehen kann, ohne die überopulente Neue-Welt-Stilistik, eher cool climate. Bieten Sie ihn als interessanten Aperitif an oder zu einem Kokos-Limetten-Fischcurry oder so richtig schön altbürgerlich zu klassischen Kohl-Rouladen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Miglio Merlot Rosato ITG Trevenezie&lt;br/&gt;Auf dem Weg zu den roten Schätzen des Weinguts machen wir einen genussvollen Stopp bei einem Rosé. Es ist eine Cuvée aus 90 % Merlot und 10 % der einheimischen Refosco dal Peduncolo Rosso. Vergoren wurde nach 12stündiger Maischestandzeit bei einer Temperatur von 18 bis 20°C über einen Zeitraum von 10 bis 12 Tagen in Edelstahltanks, in denen der Wein dann 5 Monate auf der Feinhefe reifte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er schimmert im Glas in einem hellen Rubinrot mit violetten Reflexen, insgesamt ein sehr kräftiger Farbeindruck, der sich angenehm selbstbewusst abhebt von den trendigen Lachs- oder Himbeerfarben. Schnell entwickelt er eine ausgeprägte Duftigkeit mit schwarzen und roten Walderdbeeren, Schwarzkirschen und einem Hauch von Apfel und Limette. Eine florale Nuance kommt ganz klassisch von Veilchen. Im Geschmack kommen die Beerennoten von Brombeeren und Himbeeren wieder gut zur Geltung zusammen mit Anklängen an Veilchen und Erdbeeren. Das Terroir hat ihm diese gewisse leicht salzige Mineralität und Würze mitgegeben, die sich gut einfügt in die Präsens einer frischen Säure und die leichte Ahnung von Tanninen. Er tritt mit einem herrlich fruchtigen Nachhall und einem winzigen Touch Mandeln ab. Ein frischer, dichter und samtiger Rosé, der voll im Saft steht und absolut ausgeglichen ist. Das ist der gefällige Sommerwein aus der Sonne Veneziens, der fast schon wie ein federleichter Rotwein wirkt. Ein moderner Lifestyle-Wein für alle lebenslustigen Anlässe, der auch gerne einen Open-End-Abend mit sommerlicher Lust und Laune begleitet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Merlot DOC Venezia&lt;br/&gt;Im Norden Italiens gewinnt Merlot immer mehr an Bedeutung. Obwohl die Rebsorte mit heißen Temperaturen ganz gut zurechtkommt, mag er es nicht dauerhaft allzu zu heiß, denn sonst reift er zu schnell und kann so nicht seine weiche runde Art entwickeln. Da ist der Standort in der Lagune von Caorle mit dem ausgewogenen Klima gerade richtig. Die Weinlese erfolgte Mitte September. Die Trauben wurden in Edelstahltanks gekeltert mit einer 7 bis 8tägigen Maischegärung bei kontrollierter Temperatur zwischen 24 und 26°C. Der Wein reifte dann 9 bis 10 Monate in Edelstahltanks.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Farblich tendiert der Wein im Glas in Richtung Kirschrot und Rubinrot mit violetten Reflexen und einem leichten dunkelorangefarbenem Rand. Das Bukett überschlägt sich mit intensiven Aromen von reifen roten und dunklen Früchten wie Rote und Schwarze Johannisbeeren, Brombeeren, Pflaumen und Kirschen. Die fruchtigen Noten werden unterstützt sowohl von einer schönen Weinigkeit als auch von würzig-kräuterigen Anklängen an Eukalyptus, Thymian und Salbei. Am Gaumen treffen sich die Bukettfrüchte mit lebendigen Tanninen und einem herzhaften Säurespiel, das von einer feinen Mineralik angefeuert wird. Im energischen, aber weichen Abgang bieten die Tannine noch einmal ihre kleine Süßlichkeit an. Lassen Sie den Wein vor dem Einschenken eine gute Stunde belüften, dann wirkt der ausgewogene Körper noch harmonischer. Dieser Merlot bietet ein gutes Pairing mit einem Entenbraten aus dem Ofenrohr oder ganz einfach mit einem Pasta Gericht im Bolognese-Stil.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2018 Ghebo Merlot DOC Venezia&lt;br/&gt;Auch diese Merlot-Trauben wurden Mitte September geerntet. Nach 12 bis 15tägiger Maischegärung in Edelstahltanks bei kontanten 24°C reiften Partien des Weins für sechs bis zehn Monate in Edelstahltanks und in Eichenholzfässern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Ghebo füllt das Glas mit einem kräftigen Purpurrot mit granatfarbigen Rändern aus. In der Nase tummeln sich starke, komplexe Aromen von schwarzen und roten Früchten wie Heidelbeeren, Himbeeren und Schwarzkirschen und milde Tönen von Zwetschgen und Veilchen plus pikante Nuancen von schwarzem Pfeffer, Lakritze und Balsamico. Immer wieder weht ein zarter Vanille-Duft aus dem Glas mit einer feinen Anmutung von Kakao. Wir schmecken sofort eine pikante Würze, die Frucht von blauen Pflaumen und Schwarzkirschen sowie eine dezente Note von blondem Tabak und Mandeln plus eine winzige Prise Pfeffer. Der Wein hat eine gut ausbalancierte Struktur, bei der die aktiven, gleichwohl mürbe-samtigen Tannine und die sanfte, frische Säure mitreden. Sie sind ohne Kanten so gut eingestellt, dass der Jahrgang 2018 mit gutem Trinkfluss beeindruckt. Im wärmenden Abgang hält er sich mit Frucht und Würze noch lange am Gaumen auf. Zögern Sie nicht, den Wein schon jetzt zu einem T-Bone-Steak vom Grill oder zu einem festlichen Fasan-Gericht zu reichen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Cabernet Sauvignon DOC Venezia&lt;br/&gt;Wir machen weiter im Rotwein-Sortiment von La Frassina mit einem internationalen Cab. Die Ende September gelesenen Trauben wurden auf der Maische über 8 bis 10 Tage bei 24 bis 26°C in Edelstahltanks vergoren. Der Wein reifte 14 Monate in Edelstahltanks.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Cabernet Sauvignon leuchtet das Glas in einem kräftigen Rubinrot mit violetten Reflexen aus. In der Nase dominieren Noten von reifen Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren, die mit zunehmender Belüftung auch von Roten Johannisbeeren umkreist werden. Es gibt aber auch einige duftige Spuren von Pflaumen, Muskatnuss, Schokolade und Balsamico. Harmonisch und ausgewogen, griffig und aromatisch breitet er sich auf der Zunge aus. Die beerige Fruchtigkeit mit Anklängen an Zwetschgen wird von pikanten Nuancen und einer Ahnung von mediterraner Macchia umspielt. Aus diesem harmonischen Miteinander entwickelt er eine dichte und körperreiche Struktur, die von erstaunlich samtigen Tanninen umgeben ist. Da der Wein ausschließlich im Stahl vinifiziert ist, kommen die duftigen und geschmacksintensiven Noten der Rebsorte so gut wie selten zum Vorschein und werden nicht wie üblich vom Holz abgeschliffen. Das ist der perfekt venezianische Cabernet Sauvignon zu Ossobuco alla milanese in einer gastlichen Runde mit guten Freundschaften.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2018 Ciaro del Turco Cabernet Sauvignon DOC Venezia&lt;br/&gt;Die Trauben wurden 12 bis 18 Tage lang in Edelstahltanks auf der Maische vergoren bei kontrollierter Temperatur zwischen 24 und 26°C. Der Wein reifte teilweise in Edelstahltanks, teilweise in großen Eichenholzfässern über einen Zeitraum von ungefähr 30 Monate.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt der Wein rubinrot und tiefgründig mit granatroten Reflexen. Er offeriert vielschichtige, komplexe Aromen mit balsamischen Noten, mit Gewürzen wie Rosmarin, Muskat und Pfeffer, mit Kräutern wie Eukalyptus, mit Früchten wie Brombeeren und Pflaumen und setzt einen Hauch Schokolade und Vanille obendrauf. Den Mund füllt dann plötzlich eine unbändige Kraft und wuchtige Energie: schwarze Beeren, Kirschen und ein Hauch Zitrus – alles kompakte Fruchteindrücke mit einem Flair von Waldboden. Die herrliche Fruchtigkeit des Weins ist in die aktiven Tannine, den dichten Extrakt und die verhaltene Säure harmonisch eingebunden. Das stützt zusammen mit einigen Röstaromen und einem Hauch Karamell ein langes, opulentes, frucht- und tanninbetontes Finish. Ein energischer, komplexer und eleganter Cabernet Sauvignon auf hohem internationalen Niveau. Sie sollten die Flasche drei Stunden vor dem Genuss öffnen und den Wein dann als Solisten genießen. Er wird aber auch einen Hauptgang mit einer Hirschkeule in Wacholderbeersoße an Preiselbeeren zur unvergleichlichen Erinnerung machen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Refosco Dal Peduncolo rosso DOC Lison&lt;br/&gt;Der reinsortige Wein ist aus der alten friaulischen Rebsorte, die erstmals um 1870 firmierte, als man die Refosco-Sorten zu unterscheiden begann. Sie stammt ursprünglich wohl aus der Region zwischen dem Karst-Plateau und Istrien. Die Bezeichnung leitet sich von der roten Farbe des Stiels ab, genauer dem Teil der Rachis (Stiel), der nahe an der Traube liegt. Die spät reifenden Trauben wurden Ende September gelesen und auf der Maische bei kontrollierter Temperatur zwischen 24 und 26°C über zehn bis vierzehn Tage in Edelstahltanks vergoren. Der Wein reifte ungefähr zwei Jahre in Edelstahltanks und Eichenholzfässern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er glitzert dunkel rubinrot im Glas mit violetten Reflexen und imponiert mit einem unwiderstehlichen optischen Eindruck von Eleganz. Intensiv rot- und schwarzbeerig darf es in der Nase sein mit Erdbeeren und Kirschen, begleitet von einem würzigen Tupfer. Geschmacklich agieren Brombeeren, Rote Johannisbeeren, Himbeeren und Schattenmorellen im Vordergrund. Der Gaumen wird gestreichelt von seidigen Tanninen, einer abgerüsteten Säure, perfekt integriertem Holz mit Vanille- und Tabakanklängen und einer kraftvollen, dennoch runden Textur. Im anhaltenden Finish kommt seine ausgewogene Balance gut herüber. Reichen Sie diesen edlen Wein zu einem rustikalen Wildschweinbraten à la Obelix oder etwas abgedrehter zu einem angewärmten, reifen Camembert.</description>
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      <title>Endlich für jeden Wein das passende Glas: Einzigartige Geschmackserlebnisse mit Gläsern von ZWIESEL-GLAS&#13;</title>
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      <pubDate>Fri, 20 Sep 2024 20:44:11 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/9/20_Endlich_fur_jeden_Wein_das_passende_Glas__Einzigartige_Geschmackserlebnisse_mit_Zwiesel-Glasern_files/x_DSC0795_AMa.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object000_19.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Wer gerne Wein trinkt, versucht mit jedem Glas und jedem Schluck näher ranzukommen – an den vollendeten Genuss. Auf dem Weg dahin braucht man einen allerwertigsten Wein, einen Korkenzieher und ein Glas, alles selbstverständlich. Wir blenden hier mal aus, was unter dem Begriff des Korkenziehers alles an Instrumenten zum Einsatz kommt und vom eleganten Zug bis zu wutschnaubendem Krümelentfernen damit einhergeht. Dass der Traum vom vollendeten Genuss einen traumhaften Wein voraussetzt, ist ebenfalls klar. Doch wird dann eingeschenkt, bremst das Glas das optimale Genusserlebnis oftmals aus – ohne dass es bemerkt wird. Der Griff in den Schrank geht entweder zum Weißweinglas oder Rotweinglas, bei passenden Gelegenheiten wird noch nach dem Sektglas ganz hinten gegriffen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wer weiß schon, dass Wein genießen ganz wesentlich mit dem richtigen Glas zu tun hat, mit anderen Worten, kein perfekter Weingenuss ohne das perfekt passende Glas. Hier und jetzt kommt Zwiesel Glas zum Zuge, denn das Traditionsunternehmen bietet in einem schier unfassbaren Sortiment für nahezu jeden Wein das richtige Glas. Jedes einzelne Glas wurde so entwickelt, dass es durch seine spezielle Form, Größe und sogar Wandstärke den jeweiligen Wein perfekt zur Geltung bringt. Die unterschiedlichen Weinaromen können sich ganz individuell entfalten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wer einmal ein Tasting mitgemacht hat, bei dem ein und derselbe Wein oder Sekt aus verschiedenen Gläsern verkostet wurde, hat sein Schlüsselerlebnis in Sachen Glas hinter sich: Es ist schwer zu glauben, dass ein bestimmter Wein oder Sekt markant unterschiedlich schmeckt, je nachdem, aus welchem Glas er getrunken wird. Deshalb stellen wir heute sechs verschiedene Weingläser aus sechs Serien von Zwiesel Glas vor, jedes für ganz bestimmte Weine bzw. Schaumweine.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;„Schott-Zwiesel“ und „Jenaer Glas“ kennt wohl jeder als legendäre Spezialglashersteller, die das berühmte hitzebeständige Glas in die Küchen von Millionen brachten. Die weitere Verbindung von Zwiesel Glas zu den weltweit begehrten und berühmten optischen Gläsern von Carl Zeiss kennen eher wenige. Was unser Thema Weingläser von Zwiesel Glas angeht, so ist es interessant, zu wissen, dass heute die Zwiesel Kristallglas AG mit Sitz in Zwiesel im Bayerischen Wald 150 Jahre Tradition der Marken Zwiesel 1872, Jenaer Glas, Zwiesel Glas und Schott Zwiesel unter einem Dach vereint. Übrigens verzichtet man hier schon seit 1991 auf die Verarbeitung von Bleikristallen und entwickelte ein Kristallglas, das keinerlei Bleioxid mehr enthält.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Angesichts der allumfassenden Weinglas-Kollektion von Zwiesel Glas kann man ohne Übertreibung feststellen, dass jede private oder fachliche Verkostung, jeder feierliche Anlass, ja jeder Moment mit einem hochwertigen Wein ein einem Glas begleitet werden kann, das dem Genusserlebnis einen besonderen Glanz verleiht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Da zur Begrüßung gerne ein Champagner gereicht und getrunken wird, beginnen wir mit einem Champagner-Glas. Die unergiebige Diskussion, ob Kelch oder Schale, kommt erst gar nicht auf, serviert man den Champagner im passenden Glas von Zwiesel Glas und weiß dann auch warum. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;THE MOMENT Champagner&lt;br/&gt;Dieses Glas lässt allein schon mit seiner Bezeichnung alles vibrieren, besonders, wenn man die passende mitschwingende Betonung wählt: „THE MOMENT“. Damit erinnert es an diesen einen Moment, in dem man die Uhr für alle Ewigkeit oder zumindest zur Verlängerung dieses unvergesslichen Augenblicks anhalten möchte. So einen Augenblick kann man mit einem mit Champagner gefüllten Glas aus der Serie THE MOMENT erleben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das 240 mm hohe Champagnerglas THE MOMENT ist ein handgefertigtes, mundgeblasenes Kristallglas und trotz filigranster Glaswandstärke erstaunlich robust. Es liegt leicht und beschwingt in der Hand und verbreitet eine feine Haptik. In kaum einem anderen Glas strahlt der Champagner mit seiner Oberfläche so leuchtend. Es entwickeln sich Aromen, die man mit anderen Gläsern nicht einmal erahnt. Die feine Mousse des Champagners wird durch den eingeschliffenen Moussierpunkt noch aktiviert, ohne dass es aufdringlich wirkt. Die Aromen bzw. der Geschmack werden durch die schlanke Form gleichsam gebündelt, was beindruckende Nuancen wahrnehmen lässt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wer jetzt noch ketzerisch die Frage aufwirft, warum ein Champagner eigentlich ein besonderes Glas braucht, ist zwar ohne viele Worte leicht mit einem Schluck aus THE MOMENT zu überzeugen. Doch es gibt auch sachliche Gründe, die ein Champagner-Glas sogar von einem klassischen Sektkelch abgrenzen, von den Sektschalen der 50er und 60er ganz zu schweigen. Champagnergläser sind meistens höher und schlanker als Sektgläser, die Öffnung oben ist oft etwas kleiner. Die schlanke Form soll das Aroma länger bewahren, die schmale Öffnung das Abperlen der Blasen verlangsamen. Es gibt neuerdings zwar die Tendenz, auch beim Schaumwein mit großer Oberfläche im Glas die Entfaltung der Aromen zu fördern. Genau das widerlegt das Glas THE MOMENT: Durch die schmalere Öffnung werden die Aromen erst im Bukett gebündelt und dann gezielt über die Zunge auf den Gaumen geleitet. Das Geschmackserlebnis wird immer von einer schönen Mousse begleitet, die sich nicht in der Breite des Glases verliert. Diese besonderen Gaben des THE MOMENT Champagnerglases kann man auch nutzen, um den Genuss eines Proseccos, Cavas oder Crémants zu steigern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Letztlich verleiht die Eleganz und sichtbare Wertigkeit eines guten Champagnerglases dem geschmacklichen Genuss noch den angemessenen ästhetischen Rahmen, der die Emotionalität jeden Anlasses steigert – das kann ein festliches Ereignis sein, aber auch ein romantischer Abend zu zweit.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Glas-Serie THE MOMENT wird ein noch größeres und in der Öffnung modifiziertes Glas für Rosé-Champagner angeboten, um noch mehr Aromen aus dem Glas zu lassen. Eine wiederum schlankere Form hat das Blanc-De-Blancs Champagner-Glas. Daneben gibt es wie bei fast allen Glas-Serien von Zwiesel Glas von The Moment außer dem passenden Wasserglas auch Gläser für Rot- und Weißwein und zwar ganz individuell für Bordeaux, Pinot Noir, Rioja, Riesling und Grand Cru Rieslinge.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;AIR SENSE Chardonnay&lt;br/&gt;Von Champagner &amp;amp; Co nun zum Weißwein. Hier haben wir aus der Serie AIR SENSE das Chardonnay-Glas auserwählt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es erscheint erst einmal überraschend, dass ein Weißweinglas einer bestimmten Rebsorte gewidmet ist. Wohl kaum jemand ist es gewohnt, das Weißweinglas danach auszuwählen. Doch auch hier hat die Erfahrung vieler Verkostungen gezeigt: Es kommt für den Genuss ganz wesentlich auf das Glas an. Das betrifft zwar nicht alle weißen Sorten, aber es gibt Rebsorten, die erst mit dem passenden Glas alle ihre Eigenschaften genießen lassen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Spätestens, wenn man einen Sauvignon Blanc aus einem in der Öffnung breit ausladenden Glas trinkt, wundert man sich, wo Aromen und Geschmack geblieben sind. Fruchtige und leichtfüßige Weißweine wie eben jener Sauvignon Blanc, ein altklassischer Müller-Thurgau oder ein Grauburgunder, aber auch ein Riesling brauchen einen eher schlanken Kelch, um die Frucht und das Terroir optimal wahrnehmen zu können. Die Rebsorten, die vollmundig und tiefgründig auftreten wie Chardonnay oder Viognier können ihre Eigenarten in einem bauchigen Glas mit größerer Oberfläche am besten vermitteln. Das kann jedoch auch dann für schlanke Rebsorten gelten, sofern sie im Holz vinifiziert sind. Die röstigen Holzaromen kommen in bauchigen Gläsern besser in den feinsten Nuancen zur Geltung. Ferner spielen die absolute Größe des Glases und der Abstand zwischen Weinboden und Mundrand eine große Rolle. Kleiner und schmaler sind beispielsweise Gläser, in denen Süßweine wie Eiswein, Sauternes, Ramandolo oder Recioto serviert werden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wer ein AIR SENSE Glas in der Hand hält, ist sofort beeindruckt von der filigranen Glaswandstärke aus der hochwertigen Handarbeit. Vor allem aber staunt man über die integrierte gläserne Dekantierkugel. Sie ermöglicht einen Dekantiereffekt, das heißt, der Wein wird beim Einschenken mit Sauerstoff versorgt, so als ob man ihn zuvor längere Zeit belüftet hat. Damit lassen sich komplexe Aromen erwecken, die sich dann dank der besonderen Glasform intensiv entfalten. Man kann den Wein sofort genießen ohne Wartezeit. Das ist in erster Linie perfekt für den Rotweingenuss und wird bei weißen Sorten wie Riesling oder Weißburgunder allenfalls zum Zuge kommen, wenn Holzausbau im Spiel ist. Doch für eine weiße Sorte wie Chardonnay ist das AIR SENSE Glas ein idealer Partner. Kaum ein Winzer baut Chardonnay ausschließlich im Edelstahl aus, doch sobald der Wein im Holz oder in der Amphore gärte oder zumindest reifte, ist das ein Fall für das AIR SENSE Glas mit seiner Beatmung. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die exklusiv für Zwiesel Glas geschaffene innovative Kreation mit dem optischen Highlight der Dekantierkugel im klaren, skandinavischen Design mit Ästhetik und Funktionalität kommt von dem schwedischen Duo Carl Philip Bernadotte und Oscar Kylberg, Gründer der global tätigen Designagentur Bernadotte &amp;amp; Kylberg.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der AIR SENSE Kollektion gibt es neben dem Chardonnay-Glas auch Rotwein- und Weißweingläser, Champagnergläser und Burgunder- sowie Bordeaux-Gläser und schließlich ein Allround-Glas. Man kann den Effekt der Dekantierkugel übrigens noch steigern mit einem Rotwein- und einem Weißwein-Dekanter, der ebenfalls die Kugel integriert hat. Als Krönung haben diese Dekanter noch die spezielle Oberflächen-Veredelung Drop Protect, mit der die Tropfenbildung außen am Glas und damit Flecken auf dem Tisch verhindert werden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;LEVEL Rotweintumbler&lt;br/&gt;Kommen wir jetzt zu den Rotweingläsern und beginnen mit einem ungewöhnlichen Universalglas aus der nagelneuen Kollektion LEVEL. Es tritt in einer etwa 12 cm hohen Tumbler-Form auf, also als Weinbecher. Das ist sozusagen Weingenuss auf neuem LEVEL, eine Dimension, die Zwiesel Glas mutig eröffnet hat. Die Becher werden aus Tritan®-Kristallglas maschinell hergestellt und sind besonders langlebig, bruch- und spülmaschinenfest.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zwar bieten sich diese Gläser mit dem minimalistisch-geradlinigen Design und der modernen Ästhetik universell auch für Wasser, Softdrinks oder einige Cocktails an, doch das Überraschende ist die vielseitige Funktionalität beim Wein, also die Eignung sowohl für Rotwein als auch für Weißwein und sogar für Sekt. Das Geheimnis ist die markante Kante des Glases, die das Aroma fokussiert und damit den Geschmack des Weins auf ein neues sensorisches Niveau hebt. Damit kommt man der Rebsorte näher, erlebt aber auch eine Ausrichtung auf das Terroir mit besonderer Intensität. Gerade bei vollmundigen Rotweinen feuert der LEVEL Rotweintumbler den Geschmack an.  Im Sortiment sind außerdem noch ein Weißweintumbler und der Sekttumbler. Durch den Moussierpunkt am Boden des LEVEL Sekt Tumblers prickelt jeder Schaumwein offensiv und einladend.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Jetzt greifen wir zu zwei Burgunder-Gläsern aus der Serie ALLORO und der Manufakturglas-Serie ENOTECA. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In beiden Serien gibt es etliche spezielle Gläser für bestimmte Rebsorten, so dass sich die Frage aufdrängt, wie wir sie ja schon einmal ähnlich gestellt haben, also ob man wirklich für jeden Rotwein ein besonderes Glas braucht. Das beantwortet sich schnell, wenn man die unterschiedlichen sortentypischen Eigenarten genießen will, mit denen sich Rotweine nach dem Einschenken outen. Denn immer bestimmt das Glas, ob der Rotwein sein Aroma, seinen Geschmack und seine Textur überhaupt vermitteln kann. Entscheidend ist, wie der Wein atmen und damit seine sensorischen Eigenschaften aus dem Glas schicken kann – in die Nase und an den Gaumen. Das wird bei kräftigen und tanninreichen Rotweinen, aber auch bei anderen komplexen Sorten durch ein großes Glas mit einer breiten Öffnung begünstigt, das indes auch nicht überfüllt und damit überbelüftet werden darf. So verlangt auch das feine, facettenreiche Bukett eines Cabernet Sauvignon und damit besonders der Bordeaux-Weine vom Rive Gauche ähnlich wie viele Burgundersorten eher ein kleineres bauchiges Glas mit schmaler Öffnung und damit mäßiger Belüftung.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;ENOTECA Burgund&lt;br/&gt;Das ENOTECA Glas Burgund hat eine bauchige, ballonartige Form mit einem breiten Kelch, der sich nach oben hin als Duftkamin leicht verjüngt. Das Glas beeindruckt durch seine leichte und filigrane Kristallglas-Optik mit brillanter Lichtbrechung und einer Transparenz, die jede Farbnuance des Weins decouvriert. Man hat Ruhe, Eleganz und Zeitlosigkeit in der Hand, nicht schnell mal trendy hin- und weggeschaut, sondern eher langlebig charakterstarke Individualität mit einem Touch Luxus. Jedes ENOTECA-Glas ist mundgeblasen und kann schon deshalb als Einzelstück betrachtet werden. Es strahlt eine stilvolle und elegante Lebendigkeit aus, die für den Genießer bis ins Sinnliche geht. ENOTECA Burgund ist genau auf die Aromastrukturen der Burgundersorten abgestimmt. Schließlich geht es hier um Geschmack und Sensorik für so nuancierte Weine wie Pinot Noire, Brunello di Montalcino, Blauburgunder oder Beaujolais. Das Glas sorgt mit seiner Form für die optimale Belüftung und Entwicklung der Fruchtaromen dieser Sorten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der ENOTECA-Kollektion gibt es weitere Gläser für Rotweine wie Chianti, Rioja, Beaujolais und Burgunder Grand Cru, aber auch für Weißweine wie Riesling, Chardonnay und Sauternes bis hin zum Rosé- und Sherryglas. Die Sekt- und Champagnergläser besitzen einen Moussierpunkt, der die Perlage vollendet zur Geltung bringt. Neben den Weingläsern und einem Wasserglas bekommt man als ENOTECA auch ein Cognac- und Cognac-Magnum-Glas für holzgereifte Brände, ein Aquavit- und Grappaglas für aromatische Destillate und ein Martiniglas für coole Cocktails.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;ALLORO Burgunder&lt;br/&gt;Das andere Burgunder-Glas, das wir probiert haben, kommt aus der Serie ALLORO. Das Glas ist mundgeblasen und aus Tritan® bleifreiem Titankristallglas hergestellt, so dass die Gläser auch in der Spülmaschine einiges aushalten. Es hat einen großen, bauchigen Kelch mit einem schmaler werdenden Duftkamin. Die Bauchigkeit erlaubt ein aktives Schwenken zur Intensivierung des Sauerstoffkontakts und damit zur Entwicklung der dezenten Tannine und zur Offenbarung der bei Burgundersorten oftmals komplexen Aromen. Die Form des Kelches als Duftkamin ermöglicht die Begegnung mit fruchtbetonten Noten, die bei intensivem Sauerstoffaustausch nicht in einer vermeintlichen Komplexität hinter Tertiäraromen verschwinden dürfen. Im Zusammenwirken mit den Mundrändern wird eine perfekte Verteilung des Weins im Mund erreicht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das filigrane ALLORO Burgunder Glas bietet ein edles Design, eine ansprechende Haptik und ist prädestiniert für gereifte, samtige Burgunder-Weine bis zu Grand Cru Schätzen. Es ist das perfekte Glas für eine Symphonie der Sensorik an romantischen Kaminabenden allein, zu zweit oder mit guten Freunden. Die umfangreiche Spezialglas-Serie umfasst neben dem Burgunder-Glas noch Gläser für Cabernet Sauvignon, Rioja, Riesling, Chardonnay, Champagner, Portweine sowie für Wasser und Whisky.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;DUO Allround&lt;br/&gt;Zum Abschluss unserer Glas-Erfahrungen wenden wir uns noch einem universellen, 25 cm hohem Glas zu, dem Allround mit Moussierpunk aus der neuen Zwiesel Glas-Hybridserie DUO. Hybrid steht hier für die zwei Welten der Glasherstellung: Die DUO-Gläser haben einen handgefertigten filigranen und ziemlich raffinierten Stiel und ein maschinell gefertigtes Oberteil mit einer weiten Bodenplatte, die sogenannte Kuppa – insgesamt also ein Produkt von Mensch und Maschine. Durch die brillante Klarheit, die edle filigrane Ästhetik und die hochwertige Haptik ist es ein High-End-Hingucker bei jeder Verkostung und jeder festlichen Tafel; ein Glas, das aber auch eine verlässliche Alltagstauglichkeit bietet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Man kommt mit dem DUO Allround vielen Rebsorten und ihren einzigartigen Eigenschaften näher, auch wenn man sich keine Spezialgläser gönnt. Ob es subtile fruchtige Weißwein- oder Rosé-Aromen sind oder energisch-vollmundige Rotwein-Aromen, stets sorgt das DUO Allround für sensorischen Genuss. Die weite Bodenplatte betont das individuelle Aroma jedes Weins und lässt ihn optimal atmen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Gläser der DUO-Serie sind in verschiedenen Größen erhältlich. So gibt es ein Bordeauxglas, ein Champagnerglas, ein Burgunderglas und ein Weißweinglas, man kann also die perfekte Größe für seinen Wein auswählen. Das Allround Glas schämt sich aber auch nicht, wenn Sie es mit einer Weinschorle oder einem Limoncello-Spritz verblüffen.</description>
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      <title>Das Weingut Nimmervoll im Wagram: Zeitlos authentische Weine aus einem der erfolgreichsten und innovativsten Weingüter Österreichs&#13;</title>
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      <pubDate>Wed, 4 Sep 2024 21:11:34 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/9/4_Das_Weingut_Nimmervoll_im_Wagram__Zeitlos_authentische_Weine_aus_einem_der_erfolgreichsten_und_innovativsten_Weinguter_Osterreichs_files/x%20weingut_auen.jpg__1200x0_q85_subsampling-2_upscale.webp%20%281200800%29.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object000_20.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Es ist eine Geschichte, wie sie das Winzerleben eher selten schreibt, und wäre sie nicht wahr, könnte sie irgendwo und irgendwann im Niemandsland zwischen Märchen und Legende entstanden sein. Dazu passt auch der Ort, an dem sie spielt: Engelmannsbrunn. Er gehört als Kastralgemeinde zur Marktgemeinde Kirchberg im Wagram etwa 20 Minuten östlich von Krems und rund 60 km nordwestlich von Wien. Wir sind hier im Herzen Niederösterreichs nahe der Donau, weshalb das Weinanbaugebiet Wagram bis 2007 Donauland hieß. Wagram kommt von &amp;quot;Wogenrain&amp;quot; und bedeutet soviel wie &amp;quot;Meeresufer&amp;quot;.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als Gregor Nimmervoll noch zur Schule ging, durfte er auf drei kleinen Flächen die ersten Rebstöcke pflanzen. Sie waren Teil des weniger als ein Hektar großen Weingartens seiner Großmutter, die wie damals üblich neben dem kleinen Bauernhof der Familie die Trauben der Genossenschaft zulieferte und dafür Flaschenwein erhielt. Über sechzig Jahre zuvor hatte Uropa Johann immerhin schon Flaschenweinverkauf aus über 2 Hektar Weingarten am Schafflerberg begonnen. Als Gregor mit 14 Jahren für seine krank gewordene Oma bei der Ernte einsprang, wusste er endgültig, was er aus seinem Leben machen wollte. Nach der Schule absolvierte er die Winzerausbildung an der Weinbauschule Krems mit Bestnote und machte 2002 zu Hause seinen ersten Wein. Nach dem Abschluss 2008 kaufte er 1,4 Hektar in der berühmten Ried Eisenhut. Ein Jahr später bekam er mit Bürgschaft seiner Eltern im Alter von 22 Jahren einen beachtlichen Bankkredit, mit dem er im Steingassl am Rand von Engelmannsbrunn auf der grünen Wiese ein Weingutsgebäude mit Vinothek errichten ließ. Nun konnte seine Biografie als Winzer mit einem eigenen Betrieb weitergehen. Die dazugehörige Familie gründete er zusammen mit Claudia Scholly, die ihre Matura 2005 an der HLF Krems (Höhere Bundeslehranstalt für Tourismus) mit dem Schwerpunkt Hotelmanagement abgeschlossen hatte, in der Loisium Weinwelt in Langenlois jobbte und mehrere Weiterbildungsqualifikationen erwarb. 2016 heirateten die beiden und sichern mit ihren drei kleinen Kindern die nächste Familiengeneration. 2017 wurde auf dem Weingut der Weinkeller mit Vinifikation und Abfüllung erweitert und ein klimatisiertes Flaschenlager angebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das ist nicht nur die Geschichte eines Weinguts, sondern die einer liebevollen Familie, die für sich und alle Welt sichtbar mit dem Logo des Weinguts, dem Unendlich-Zeichen, also der liegenden Acht, die Richtung vorzeigt: Die unendliche Liebe der Familie verschlingt sich untrennbar mit der Unendlichkeit des Weins – ein Lebenstraum ohne Anfang und ohne Ende. Doch vieles mehr erscheint im Weingut Nimmervoll unendlich: eine unendliche Leidenschaft, ein unendlicher Mut und unendlicher Optimismus. Das wird in den Kurven der liegenden Acht noch beschleunigt durch die Unendlichkeit der Natur, der Unendlichkeit der Traditionen, des Wissens, der Visionen und der Träume. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In diesem Sinne führen Gregor und Claudia Nimmervoll ihr Familienweingut, für das die Unendlichkeit mit den ersten zwanzig Jahren bereits begonnen hat. Gregor kümmert sich um die Weingärten und begleitet die Weine als Kellermeister. Claudia, die inzwischen die Prüfung als Sommelière abgelegt hat, leitet den Verkauf, die Kundenbetreuung und das Büro und hat mit ihrer Mitwirkung bei der Qualitätskontrolle einen verlässlichen Anteil am grandiosen Erfolg des Weinguts. Beide verlassen sich zudem auf ein ambitioniertes Team von Mitarbeitern, von dem jeder Persönlichkeit und Engagement auf den verschiedenen Ebenen einbringt und die Strahlkraft der familiären Harmonie unterstützt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Familie Nimmervoll will die Tradition des Weinbaus im Wagram nicht nur fortführen, sondern sie mit aktuellem Fachwissen und mit ihrer Begeisterung befeuern. Man gibt sich keinen Trends oder dernier cris hin, Gregor und Claudia möchten zeitlose authentische Weine machen, die ihre Herkunft aus der Natur des Wagrams schmecken lassen. Das darf man nicht als Stillstand in der regionalen Tradition missverstehen, denn es gilt, die Authentizität mit ihren höchst unterschiedlichen Nuancen und Stilistiken herauszuarbeiten, indem man im Keller alle Charaktereigenschaften der Rebe abruft. Das gelingt Gregor mit nahezu genialer Handwerkskunst und hochmoderner Kellertechnik, was den Trauben so gut gefällt, dass sie sich mit exzellenten Weinen bedanken – vielschichtig, tiefgründig und langlebig. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut bewirtschaftet 17 Hektar Rebfläche mit Weingärten in den Rieden Schafflerberg, Mittersteig, Eisenhut und Fuxberg und der Subriede Rabengassl. Die Böden sind wie fast überall im nördlichen Wagram vom Löss geprägt, der in mehreren Lagen die urzeitlichen Meeresablagerungen und den Flussschotter der Donau überlagert. Der kalkig-dolomitische Gesteinsstaub ist stellenweise bis zu mehreren Metern dick. Im hügeligen Teil des Wagrams liegen viele Weingärten auch auf sandig-schottrigen Böden. Klimatisch mildern die Ausläufer des pannonischen Klimas vom Osten her die Jahreszeiten, aus dem Nordwesten kommt kühlende Luft vom Waldviertel. Die Reben mögen das Wechselspiel zwischen warm und kalt und reifen mit guter Aromatik und mit einem gefälligen Verhältnis zwischen Frucht und Säure.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Angebaut werden neben etwas Zweigelt die weißen Rebsorten Grüner Veltliner, Weißburgunder, Riesling, Traminer und Roter Veltliner. Das Weingut lässt sich zudem Trauben von Partnerbetrieben in der Umgebung anliefern, die nach strengen Qualitätsvorgaben arbeiten. Im Keller wird den Weinen durch ein langes Hefelager viel Zeit gegeben, um die verbreitete Opulenz vom Lössboden in einen tiefgründigen, komplexen Charakter zu verwandeln, der je nach Rebsorte die Leichtigkeit des Seins vermittelt oder Kraft und Energie. Vorzugsweise orientiert man sich am hergebrachten burgundischen Wein-Ausbaustil mit seiner Sanftheit und Eleganz, was auch die weitgehende Verwendung von Burgunderflaschen belegt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weine sind in vier Linien eingestellt. Bei den klassischen „quergelesen“ Weinen steht der Trinkspaß im Vordergrund, während die Linie Regionswein das typische Terroir des Wagrams präsentiert. Die Riedenweine strahlen mit großer Persönlichkeit den individuellen Charakter der Einzellage aus. Über allem schwebt die Spitzenlinie Engilmar - benannt nach der keltischen Ursprungsbezeichnung von Engelmannsbrunn. In geeigneten Jahren werden auch Trockenauslesen gemacht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Nimmervoll ragt inzwischen mit Spitzenweinen auf höchstem Niveau weit über das Wagram und Niederösterreich hinaus und gehört zu den erfolgreichsten und innovativsten Weingütern Österreichs. Es belegt bei regionalen und landesweiten Verkostungen stets vorderste Plätze. Allein in diesem Jahr wurden vier Weine mit Niederösterreich GOLD prämiert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten zwölf Weine des Weinguts Nimmervoll verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Quer gelesen Rosé vom Zweigelt trocken&lt;br/&gt;Die Linie „Quer gelesen“ weist auf die Herkunft der Trauben aus verschiedenen Rieden des Weinguts hin. Sie sind immer ein Querschnitt aus den ersten Lesen und werden gleichwohl sorgfältig selektiert. Wir haben einen Wein im Glas, über dessen Verwendungszweck niemand im Zweifel sein kann. Ein klarer und unkomplizierter Tropfen, der Freude macht – der Wein für alle erfrischende Stunden, wo auch immer. Rosé unterliegt immer wieder Modeströmungen. In bestimmten Jahren und in bestimmten Generationen ist er mal „in“ und dann schnell wieder „out“. Derzeit hält die starke Nachfrage nach Rosé noch immer an. Eines steht jedenfalls fest: Die qualitativ hochwertigen Rosé-Weine sind jene, deren rote Trauben extra dafür gekeltert werden. Die Trauben dieses Zweigelt wurden am 22. und 26. September 2023 geerntet und auf der Kelter ohne Maischestandzeit teilweise leicht angequetscht, teilweise ganz gepresst, jedenfalls schonend, damit sie ihre Tannine und die meisten Farbstoffe schön bei sich behalten. Die Gärung erfolgte sowohl mit Reinzuchthefen als auch spontan relativ kühl im Edelstahl. Der Wein ruhte noch einige Zeit auf der Hefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon das zarte Lachsrosa dieses Rosés im Glas wirkt magisch anziehend. Die Nase wird verwöhnt von Beerenaromen, vor allem Erdbeeren und etwas Himbeeren, aber auch von reifen Stachelbeeren, einigen Süßkirschen und roten Johannisbeeren, die eine frischefördernde Säure assoziieren. So kommt es dann auch: Am Gaumen lässt die gelungene Balance der erstaunlich präsenten Säure mit der schmelzigen Fruchtsüße den Wein süffig auf der Zunge spielen – feingliedrig, nicht plump und klebrig. Mit dem fruchtig-saftigen, leicht pikanten Abgang kommt schnell das Verlangen nach einem zweiten Glas auf. Ein frischer Rosé, der ohne Schickimicki auskommt und durch seine fast schon komplexe Struktur und seine Tiefe überzeugt. Erfrischen Sie sich mit diesem animierenden Wein zu Zweit an einem lieblichen Sommerabend oder machen Sie ihn zum begehrten Partyknaller. Dann werden Sie pausenlos gefragt werden, wo Sie diesen tollen Wein herhaben, also machen Sie sich lieber gleich ein Schild um, auf dem das Weingut Nimmervoll gut lesbar ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Quer gelesen Grüner Veltliner trocken&lt;br/&gt;Jetzt haben wir den sympathisch fröhlichen Basiswein der Heimat-Rebsorte des Weinguts im Glas. Obgleich die Rebstöcke in verschiedenen Weingärten stehen, so ist und bleibt er Botschafter seiner Herkunft. Die Trauben wurden in den Wagramer Lössterrassen physiologisch ausgereift am 1., 10. und 12. Oktober 2023 gelesen. Sie lagen entrappt kurz auf der Maische, wurden schonend abgepresst und gekühlt im Stahltank vergoren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas strahlt uns ein grüngelber Wein an. Er hat eine exotisch-fruchtige und sortentypisch leicht würzige Nase mit Mangos, Honigmelone und gelben Äpfeln plus einen Hauch von Vanille und weißem Pfeffer. Geschmacklich genießen wir die zarten Noten von Birne, Ananas, Mirabelle und Kräutern vom Typ Wiese im Morgentau, alles wird umrahmt von einer vielschichtigen Würze. Das Finish wird von lebendiger Säure gestützt und lässt den fruchtig-würzigen, beschwingenden Wein nur ungern vom Gaumen. Ein unkomplizierter, fast leichtgewichtiger Grüner Veltliner, wie er mit dieser Gefälligkeit typisch für das nördliche Wagram ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Wagram Löss Grüner Veltliner trocken Wagram DAC&lt;br/&gt;Grüner Veltliner ist bekanntlich der urtypische weiße Wein Österreichs. Er wird wie hier oftmals auf derart hohem Niveau angeboten, dass er zum weißen Aushängeschild des Landes geworden ist. Mit dem Jahrgang 2022 hat das Weingut Nimmervoll seine Herkunftsweine in das erst im Jahr zuvor im Wagram eingeführte DAC-Schema eingestellt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt der Wein weißgolden mit grünlichen Reflexen. Er sendet sehr sortentypische Aromen aus von Früchten und – tatsächlich – grünem Pfeffer. Unter die Früchte mischen sich Birnen, Grapefruit, weiße Johannisbeeren und weiße Pfirsiche. Dazwischen schweben einige florale und pikant-kräuterige Anklänge. Am Gaumen dann ein vollmundiges, extraktreiches und energiegeladenes Veltliner-Erlebnis mit frischen Früchten wie gelben Äpfeln, reifer Ananas, Zitrus und Mango. Gut gelaunt zeigt er auch auf der Zunge einen kleinen Pfefferton vor, aber jetzt als weißer Pfeffer. Die stabile Säure stützt den cremigen, druckvollen Abgang – saftig, würzig und ewig anhaltend. Ein lebendiger, eleganter Klassiker des Wagrams. Was die Speisebegleitung angeht, so gehören selbstredend Spargel, Wiener Schnitzel oder Backhendl zu den üblichen Verdächtigen. Sie können es aber auch einmal mit einem Hecht aus dem Ofen in einer deftigen Kräutersoße probieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Wagram Löss Weissburgunder trocken Wagram DAC&lt;br/&gt;Weißburgunder und Wagram-Löss, das ist eine perfekte Verbindung, denn die Rebsorte liebt diesen Boden, wo sie sich zu höchster Qualität aufgefordert fühlt und mit feingliedrigen, eleganten Weinen bedankt, die erst Erstaunen und dann Bewunderung auslösen. Gregor Nimmervoll hat die Rebsorte mit seinem Enthusiasmus für Burgundersorten und burgundischer Stilistik zu einem beeindruckenden Wein geformt. Ausgangspunkt ist für Gregor, dass die Trauben ihre volle physiologische Reife erreichen, damit sie alle sorteneigenen Aromen frisch in den Keller transportieren. Dazu waren bei Jahrgang 2023 drei Lesedurchgänge zwischen dem 25. September und dem 25. Oktober nötig. Im Keller wurden die Trauben entrappt und nach 12 Stunden Maischestandzeit schonend gepresst. Der Most gärte im Stahltank, in dem der Wein auf der Feinhefe blieb, bis im Frühjahr abgefüllt wurde.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir erleben eine fruchtige Duftigkeit von reifen grünen Birnen und Äpfeln, dazu florale Töne von weißen Blüten und ein Hauch von Haselnüssen. Am Gaumen kommen Früchte wie Ananas und Aprikose an, dazu Kräuter und Nüsse nebst einem Bittermandel-Touch, alles in einem vollfruchtigen Rahmen und umgeben von einer ausgeprägten Mineralität. Der Wein hält seine feine Säure eher distinguiert im Hintergrund und geht mit sanftem Schmelz und fruchtigem, aromatischen Nachhall ab. Klar wie ein Gebirgsbach, dabei cremig-füllig und saftig – die kühle Kraft dieses Weißburgunders geht deutlich über die sortentypische Milde hinaus, was in der Vollreife bei der Ernte zu angelegt sein dürfte. Lassen Sie ihn und sich begleiten von einem klassischen Gericht mit weißem Spargel und luftgetrockneten Schinken. Reizvoller aber ist die Kombination mit einem Hasenragout.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Wagram Löss Traminer trocken Wagram DAC&lt;br/&gt;Jetzt sind wir bei den Lieblingssorten von Gregor Nimmervoll, die nicht nur Winzer, sondern jeden Weinliebhaber süchtig machen können. Im Glas leuchtet hell und goldgelb eine Cuvée aus Gewürztraminer und rotem wie gelben Traminer. Die Rebstöcke stehen auf den reinen Lössböden in der Umgebung von Engelmannsbrunn, die Trauben wurden am 12. Oktober 2021 geerntet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein eröffnet ein betörendes Aromenspektrum mit fruchtbetonten und floralen Eindrücken: weiße und gelbe Rosen, Akazien- und Apfelblüten, Cantaloupe-Melone, viel Zitrus, einige Äpfel, Mangos, etwas Aprikose und ein winziger Touch Muskat. Die expressive Melange macht Appetit auf den ersten Schluck. Der löst wie vorhergesehen einen ungeahnten Hang zu noch mehr aus, so hocharomatisch, fruchtig und frisch schmeckt der Wein. Im Fruchtspektrum imponieren im Mund zarte exotische Akzente von gelben Pfirsichen, Mandarinen und reifer Ananas und geben herrlichen Anklängen von weißen Blüten Raum. Eine feine Würze umrahmt die Fruchtigkeit im Hintergrund und vereint gut ausbalanciert die lebendige Säure in einem langen, frisch-saftigen Abgang, der die wundervolle Restsüße belebt. Ein Wein, der trotz seiner dichten Textur und Alkoholgradation animierend und frisch über die Zunge fließt und eine bezaubernde Aromatik vermittelt. Das ist der moderne Lifestyle-Wein für alle lebenslustigen Anlässe, der auch gerne einen Open-End-Abend mit sommerlicher Lust und Laune begleitet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Selektion Eiserne Brücke Weissburgunder trocken Wagram DAC&lt;br/&gt;Weißburgunder hat in den letzten beiden Jahrzehnten mit der Tendenz zu trockenen Weinen eine fabelhafte Renaissance erlebt und ist auch in Österreich ein Klassiker geworden. So dürften auch die Reben in den Weingärten bei den Orten rund um die sogenannte Eiserne Brücke zwischen Engelmannsbrunn und Gösing Gregor Nimmervolls Zuwendung zum Weißburgunder ganz wesentlich beeinflusst, wenn nicht bestimmt haben. Der Boden bietet das vom Weißburgunder begehrte Wasserspeichervermögen und genießt eine gute Nährstoffversorgung mit gleichzeitiger Stabilisierung des etwas höheren pH-Wertes. Über die weitere Voraussetzung, um Super-Lesegut zu erzielen, nämlich Reifegrade oberhalb der absoluten Untergrenze von 80° Öchsle, lacht das Mikroklima um Engelmannsbrunn herum nur. Der Wein wurde mit Spontanvergärung vinifiziert mit Partien im Edelstahl und in gebrauchten Eichenfässern, er ruhte lange auf der Feinhefe. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas verströmt der hellgelbe Wein mit den silbernen Reflexen ein komplexes, aber zartes Bukett mit weißen Blüten, Zitrusrichtungen, Grapefruit, Klaräpfeln, Birnenkompott, etwas Hefe und einigen Haselnüssen. Dann breitet sich im Mund auch schon die sanfte Seele dieses Weißburgunders aus: Er ist trocken, die Säure ist schlank und präsent und unterlegt von gelben Früchten mit einer kleinen floralen Anmutung weißer Blüten und einer schönen Spur vom Holz. Dazu kommt eine spezifische Tiefe aus seiner Herkunft, die stabil und vielschichtig mit feinsüßlichen bis feinherben Anklängen beeindruckt. Ein hervorragend ausbalancierter Ortswein, der mit Frische und charaktervoller Textur die äußerst elegante Seite der Rebsorte und die Beziehung zum Terroir schmecken und erleben lässt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Ried Eisenhut Roter Veltliner trocken Wagram DAC&lt;br/&gt;Die weiße Sorte Roter Veltliner ist eine fast verloren gegangene autochthone Rebsorte des Wagrams und nicht einmal verwandt mit dem Grünen Veltliner. Einst zum Nischenprodukt geworden, entwickelt sie sich zunehmend zu einer kultigen Rebsorte. Sie ist eine Diva, die verwöhnt werden will. Sie macht im Weingarten viel Arbeit, was ihr Laub angeht, und Stress, weil sie beliebt, horizontal anstatt in die Höhe zu wachsen. Sie ist zudem frost- und pilzanfällig, braucht warme Lagen und reift spät aus – mit besonders großen Trauben. Sie liebt karge Böden, hält extreme Trockenheit aus und beschert dem Winzer große Mengen. Aber sie offeriert auch imponierende Weine mit einem besonderen Charakter.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Ried Eisenhut erstreckt sich als felsiger Hügel westlich von Grossriedenthal nach Gösing hin und ist eine der am höchstgelegenen im Wagram. Die windgeschützten Weingärten an dem nach Süden bis Südosten ausgerichteten Hang haben einen tiefgründigen Lössboden mit deutlichem Kalkgehalt und teilweise roter Schotterauflage. Die Ried Eisenhut ist karg, aber warm und zählt zu den besten Lagen des Gebiets.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die vollreifen und streng selektionierten Trauben wurden am 23 September und 3. Oktober 2023 relativ spät geerntet und nach mehreren Tagen Maischestandzeit abgepresst und dann spontan vergoren. Der Wein wurde im Stahltank einige Zeit auf der Vollhefe, dann bis in dieses Frühjahr hinein auf der Feinhefe ausgebaut und reifte in 500 l Fässern aus Eichenholz. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die intensive Duftaromatik zeichnet sich durch vielseitig nuancierte Tropenfrüchte aus, darunter Mangos, Mandarinen, Ananas, gedörrte Birnen, kandierte Äpfel und Zitronenmelisse mit einem Hauch von Orangenzesten, Paranüssen, Marzipan und Honig. Am Gaumen tritt der Rote Veltliner Eisenhut extraktreich, druckvoll und opulent auf: Ein starker, komplexer, stoffiger Charakter, der dank seiner aktiven Säure Frische und Saft zeigt. Alles ist mit bemerkenswerter Balance untergebracht. Die feine tropische Fruchtsüße wird auf der Zunge durch Birnentöne und eine kleine karamellige Holzwürze auf den Punkt gebracht. Im leicht mineralisch abgerundeten, cremigen Finish wirkt seine Eleganz noch lange nach. Es ist ein hochwertiger Partner, der einen Lobster schon vor dem Kochen erröten ließe oder Rindsrouladen in dunkler Sahnesoße verschönt. Er bringt aber auch Potenzial für eine jahrzehntelange Lagerung mit.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Ried Rabengassl Riesling trocken Wagram DAC&lt;br/&gt;Die schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts urkundlich erfasste Engelmannsbrunner Subried Rabengassl grenzt östlich an die Ried Hochrain und liegt auf einer Meereshöhe von 230 bis 250 Metern zwischen zwei Lössgräben, von denen sich die Rebstöcke gerne mit Verdunstungskühle streicheln lassen, so dass die Reben spät reifen. Die überwiegend nach Süden ausgerichteten Weingärten sind von tiefgründiger Schwarzerde aus Löss mit Schotteranteilen durchzogen. Die hochreif geernteten Rieslingtrauben lagen 12 Stunden auf der Maische bevor der Most spontan vergoren wurde. Der Wein reifte sechs Monate im großen Holzfass und durchlief die malolaktische Gärung, also den biologischen Säureabbau. Er ruhte bis Sommer 2023 auf der Vollhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dieser Riesling duftet anders als deutsche Mosel- und Rheinrieslinge nicht so spezifisch nach Zitrus und weißem Pfirsich. Hier geht es eher österreichisch fesch zu mit reifen gelben Früchten und exotischen Anklängen. So reicht das Duftspektrum von Ananas, Maracuja, reifen gelben Birnen, Goldkiwis und Litschis bis zu weißen Blüten. Wir schmecken dann aber doch noch auf der Zunge Weingartenpfirsich, der aber eben nicht im Vordergrund steht, sondern sich die Fruchteindrücke am Gaumen mit reifen gelben Äpfeln, Limetten und Marillen teilt. Der ordentliche Säurekern schickt den Wein in einen schmelzig-süßlichen Abgang mit einer druckvollen Textur und einer ausgeprägt mineralische Ader. Ein feinstrukturierter Riesling mit herrlich kühler Fruchtigkeit, der im Gleichklang mit dem Terroir das Beste aus dem Wagram verinnerlicht hat. Er passt zu jeder Zeit und Unzeit und begleitet gerne einen Tafelspitz mit Apfelmeerrettich und liebt auf jeden Fall einen in Butter langsam gebratenen Saibling mit Estragon.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Ried Schafflerberg Grüner Veltliner trocken Wagram DAC&lt;br/&gt;Dieser Wein ist ein Flaggschiff im Weingut Nimmervoll aus der Ried Felser Schafflerberg nördlich von Thürnthal. Auch hier besteht der Boden aus tiefgründiger Löss-Schwarzerde, die auch steinig sein kann. Denn unter dem meterdicken Löss liegen sandige Kiese der Hollabrunn-Mistelbach-Formation, das sind 8 bis 10 Millionen Jahre alte Ablagerungen der Ur-Donau, die damals nördlicher als heute zum Wiener Becken floss. Die Ried hat ein besonderes lokales cool climate, was zusammen mit der eher ungewöhnlichen Nord-Süd und Südost-Ausrichtung der Weingärten eine ganz eigene kühlelegante Aromatik der Reben fördert. Teile der Riede sind bereits seit über 100 Jahren im Familienbesitz. Kein Wunder also, dass die Trauben dieses Weins von alten Reben stammen. Der mit sechs bis acht Stunden Maischestandzeit und Spontangärung vinifizierte Wein reifte nach der Lagerung auf der Vollhefe und bis ins Frühjahr 2024 noch weiter auf der Feinhefe im Stahl und in vorbelegten 500 l Holzfässern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir nehmen aus dem gelbgrün ausgeleuchteten Glas einen fein nuancierten Duft von grünen und gelben Birnen und einigen exotischen Früchten wahr – dahingehauchte Ananas, Papaya und Honigmelone. Hinzu kommen Orangenschalen, frische Kräuter und Anmutungen von blondem Tabak. Im Mund treffen wir auf eine geniale Balance von Dichte, Fruchtsüße und Säure. Auf der Zunge begegnen sich grüne Äpfel, Maracuja, Ananas, Marillen und eine deutliche Würze. Die offensive Säure, ein lockerer Gerbstoffgriff und ein Hauch von modern salziger Mineralik eskortieren einen geschmeidigen, herrlich schmelzigen, solide saftigen Abgang. Ein facettenreicher Grüner Veltliner im großen Format mit einem stetigen Hauch der Kühle und Frische, dessen kernig-fruchtige Eleganz und dichte, cremige Textur noch lange nach dem letzten Schluck beeindrucken. Ein Wein, der immer an die Unendlichkeit der Familiengeschichte erinnern wird und endlos vom Terroir seiner Herkunft erzählen kann. Das ist der Grüne Veltliner, der zu dunklen Fleischgerichten mal eben locker einen Rotwein vom Tisch weisen kann. Servieren Sie ihn also zu einem Entrecôte vom Grill oder zu einem Perlhuhn aus dem Rohr.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Engilmar Grüner Veltliner trocken Wagram DAC&lt;br/&gt;An der Spitze der weingutseigenen Qualitätspyramide rangieren die Weine der Linie Engilmar – von den Engeln geliebt. Auf der irdischen Ebene sind dem Wein einige bemerkenswerte handwerkliche Flatterien zuteil geworden, die ein großes Genusserlebnis ankündigen. In den Weingärten der Toprieden wurden die Trauben bis zuletzt hängen gelassen und erst am 20. Oktober 2022 hochreif und gnadenlos selektioniert gelesen. Sie durften 20 Stunden auf der Maische liegen, der Most wurde in 500 l Akazien- und Eichenfässern spontan vergoren. Der Wein reifte mit intensivem Hefekontakt 16 Monate im Holzfass und wurde im März 2024 abgefüllt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Welch hochkomplexer Grüner Veltliner schimmert hier gelbgrün-silbrig im Glas. Welch ein vielschichtiges, mineralisch begleitetes Bukett mit herbem gelben Kernobst, Quitten und Zitrus, unterlegt mit hellem Wiesenhonig und einem Dash Zitrus, alles umrahmt von pfeffrig-würzigen Spitzen. Am Gaumen dann ein vollmundiges, hochkonzentriertes, extraktreiches Veltliner-Erlebnis mit frischen und kandierten Früchten wie Ananas, Zitrus und Mango nebst floralen Ausflügen und einer fast cremigen, äußerst saftigen Dichte. Die feine Säure ist präsent, aber sorgfältig austariert mit der Frucht, dem Extrakt und dem vornehm zurückhaltenden Holzton. Alles mündet in einen vollmundigen, schmelzigen und herrlich langen Abgang. Der Wein ist kein aggressives Extrakt-Monster aus dem Seniorenweingarten, sondern bietet lebendig gelebte, aber tiefgründige Eleganz, Finesse und Komplexität. Die Kraft dieses Veltliners dürfte noch mindestens zehn bis zwanzig Jahre lang den Gaumen erfreuen. Holen Sie Ihre größten Rotweingläser raus für diesen mächtigen Wein und lassen sie ihn außerhalb des Kühlschranks in einer Karaffe zunächst durchatmen, bevor Sie sich ihm Schluck für Schluck nähern. Er gefällt hervorragend zu gebratenem Entenfilet oder internationaler zu einem Braten vom galizischen Kalbfleisch aus der Tenera-Gallega-Klasse – man gönnt sich ja sonst (fast) nichts.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Engilmar Roter Veltliner trocken Wagram DAC&lt;br/&gt;Ist schon die Rebsorte eine Rarität, so ist dieser von den Engeln geliebte Rote Veltliner vom Weingut Nimmervoll ein Wein, der in den Roter Veltliner Himmel abhebt, wenn man das Glas nicht festhält. Gregor Nimmervoll hat ihn mit dem Jahrgang 2022 erst zum dritten Mal nach 2016 und 2021 kreiert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Rebstöcke dieses Weins stehen in der Ried Berg Eisenhut südöstlich der Siedlung Stettenhof bzw. nordöstlich von Gösing. Es ist mit 290 bis 360 Metern Meereshöhe eine der höchstgelegenen Wagramer Rieden, die höchst unterschiedliche Bodenformationen aufweist: Ein Teil der Reben wächst nahe einem Waldstück auf rotem und gelbem Schotter, der andere auf leichtem, sandigem Löss. Die Rebzeilen sind nach Südosten ausgerichtet. Die Vinifizierung der am 30. September und 9. Oktober 2021 geernteten Trauben erfolgte nach 24 Stunden Maischestandzeit mit spontaner Vergärung in 1.000 l und 500 l Eichenfässern und darauffolgender Holzfassreifung über 16 Monate, bis im Februar 2023 abgefüllt wurde.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas entwickelt sich ein zärtlicher Duft mit exotischen Akzenten von Mangos, Ananas und Passionsfrucht nebst einem Touch von Walnüssen und einem Hauch Marzipan. Eine sehr dezente Note von Tabakwürze, Akazienhonig und Anklänge an karamellige Röstaromen schweben herum. Wir genießen im Mund einen komplexen Wein, der einen präzisen Fruchtstil und eine gut eingebundene lebendige Säure mitbringt und zudem dezent mineralisch rüberkommt. Passionsfrüchte, Mangos und reife Aprikosen treffen sich mit Akazienblüten und einigen Nüssen. Angedeutet holzige Nuancen treten mit einem Hauch Vanille und Spuren von Brioche auf, eine Ahnung von roten Beeren outet sich als kecke Extravaganz. Noch im herrlich schmelzigen Finale beeindruckt das Frucht-Säurespiel, das Spannung aufbaut und eine schöne feinsüßliche Saftigkeit generiert. Ein filigraner und doch kraftvoller Roter Veltliner mit facettenreicher Substanz. Ein Wein, der für viele weitere Generationen Momente aus Ort und Zeit festhält für Erinnerungen, die uns ein Leben lang begleiten und unsere Seele mit Emotionen füllen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Trockenbeerenauslese Weissburgunder&lt;br/&gt;Die eingetrockneten Botrytisbeeren des Weißburgunders wurden von Hand gezupft und sozusagen per pedes, nämlich nach alter Sitte mit den Füßen für 20 Stunden eingemaischt. Nach der Filterung gärte der Most über mehrere Monate spontan in gebrauchten Eichenfässern bis im September 2022 abgefüllt wurde.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas klettert ein komplexes, fülliges Aromenspektrum von Dörrobst und Früchtekonfit über Holunderblüten und Lindenblütenhonig bis zu überreifen Birnen und Pekannüssen. Den Mund kleiden tropische Früchte, weiße Nektarinen und überreife Williamsbirnen dicht aus, dazu Richtungen von kandierten Zitrusfrüchten und Orangenschalen, Feigen, Honig und eine allgegenwärtige, angenehm vorsichtige Mineralität. Alles steigert sich mit beschwingter Leichtigkeit zu einem süßlich-saftigen langen Finish mit einem geschickt harmonisierten, überraschend prägnanten, geradezu fantastischen Säurebogen. Die Trockenbeerenauslese bietet Genuss pur, zu schade, um sich ablenken zu lassen von den üblichen Blauschimmel- und Apfeltarte-Orgien. Lassen Sie sich lieber Schluck für Schluck süchtig machen. Das funktioniert übrigens sehr effektiv aus der Magnum-Flasche. Vielleicht beginnen Sie zu träumen und denken daran, dass dieser Wein auch das Ergebnis einer Träumerei von Familie Nimmervoll sein könnte – der von der Unendlichkeit.</description>
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      <title>Das Weingut Prinz von Hessen im Rheingau: Mit fruchtig frischen Bio-Schätzen an Deutschlands Riesling-Spitze</title>
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      <pubDate>Tue, 20 Aug 2024 17:04:50 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/8/20_Das_Weingut_Prinz_von_Hessen_im_Rheingau__Mit_fruchtig_frischen_Bio-Schatzen_an_Deutschlands_Riesling-Spitze_2_files/xPrinz%20v.%20Hessen_Flaschen%2001.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object000_21.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:136px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Das Adelsgeschlecht derer von Hessen gibt es schon seit über 800 Jahren, das Weingut Prinz von Hessen seit 1957. Es wurde von Philipp Landgraf von Hessen gegründet, als die Hessische Hausstiftung zur Wahrung der Kulturwerte des hessischen Fürstenhauses sieben Hektar Rebfläche vom Kommerzienrat Krayer erwarb. Die Hessische Hausstiftung ist eine von zwei Stiftungen, in denen das Haus Hessen die Kunst- und Kulturgüter der Landgrafen und Kurfürsten von Hessen-Kassel sowie der Landgrafen und Großherzöge von Hessen-Darmstadt pflegt und bewahrt. Heinrich Donatus Philipp Umberto Prinz und Landgraf von Hessen, Enkel des Gründers, ist heute der geschäftsführende Vorstand der Stiftung und repräsentiert zusammen mit seiner Ehefrau Floria, Landgräfin von Hessen, das Weingut und die weiteren Betriebe der Stiftung. Dazu gehören zwei der besten 5-Sterne-Hotels in Deutschland: das Schlosshotel Kronberg im Taunus und das Grandhotel Hessischer Hof in Frankfurt am Main mit dem Restaurant Sèvres und der legendären Jimmy’s Bar. Der Stiftung gehört darüber hinaus die Güterverwaltung in Schleswig-Holstein mit landwirtschaftlichen Betrieben und dem Hotel Ole Liese, dem Restaurant Hessenstein und dem Gut und Trakehner Gestüt Schloss Panker. In Sachen Wein besitzt Donatus Landgraf von Hessen noch ein Weingut in Kalifornien, aus dem Weine mit dem Label Panamera kommen. Das Familienwappen der Prinzen und Landgrafen von Hessen, der rot-weiß gestreifte Löwe von Heinrich I., dem Begründer des hessischen Fürstenhauses, ist seit 60 Jahren auch das hessische Landeswappen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nachdem viele Jahre lang der gebürtigen Geisenheimer Dr. Clemens Kiefer das Weingut geführt hatte, übernahm im Jahr 2018 Bärbel Weinert-Maurer die Leitung als Direktorin. Sie stammt von Mittelrhein, war dort 2003/2004 Weinkönigin, hat internationale Weinwirtschaft in Geisenheim studiert und mit dem Master in Wirtschaft abgeschlossen. Als Kellermeister des Weinguts fungiert Sascha Huber, für die Weinberge ist Martin Walther zuständig.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Prinz von Hessen befindet sich am südöstlichen Rand von Johannisberg, dem berühmten Ortsteil von Geisenheim, das im Westen an Rüdesheim angrenzt und direkt am Rhein liegt. Gegenüber auf dem anderen Rheinufer ist Rheinland-Pfalz mit Bingen und Ingelheim. Ganz in der Nähe des Weinguts wird die Lage Johannisberg vom 50. Breitengrad durchzogen, der auch Kasachstan und Kanada durchquert und der bis zum Klimawandel als nördliche Grenze des kommerziellen Weinbaus angesehen wurde. Wir sind im hessischen Weinanbaugebiet Rheingau, das der Rhein über eine Strecke von nur 50 Kilometern ausnahmsweise nicht von Süden nach Norden, sondern von Osten nach Westen durchfließt, so dass die meisten Weinberge in südlicher Ausrichtung angelegt werden konnten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zum Weingut gehören Parzellen in den Rheingauer Spitzenlagen Klaus, Hölle und Vogelsang in Johannisberg sowie Hasensprung, Jesuitengarten, Gutenberg und Dachsberg in Winkel, Schlossberg in Lorch und Roseneck in Rüdesheim, Kläuserweg in Geisenheim und Sandgrub in Kiedrich. Landgraf Moritz von Hessen, Sohn von Gründer Philipp, und sein Sohn Donatus hatten den Weinbergbesitz einst auf 47 Hektar vergrößert, nach Stilllegung weniger attraktiver oder ungünstig gelegener Parzellen ging die Fläche auf 33 Hektar zurück und beträgt derzeit etwa 40 Hektar. Als im Jahr 1969 das regionale Kapitel Rheingau des Verbands der Prädikatsweingüter VDP gegründet wurde, gehörte das Weingut Prinz von Hessen zu den Gründungsmitgliedern. Bei der Lagenklassifikation des VDP im Jahr 1999 wurden 70 Prozent der damaligen Weingutsfläche als Erstes Gewächs klassifiziert, heute sind 70 % der Rebflächen als VDP.Große Lage® eingestuft. Kein Wunder, dass das Weingut gleich mehrere VDP. Große Gewächse® anbietet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Sonne scheint in den Weinbergen rund 1.700 Stunden im Jahresmittel und liefert damit im an sich schon milden Rheinklima die höchste Energiezufuhr im gesamten Rheingau. Die Böden bestehen vorwiegend aus Taunusquarzit mit starken Auflagen von mittel- bis tiefgründigem, teilweise sehr steinigem Löss-Lehm oder Kies mit hohem Kalkanteil, der Wärme speichert, sich nicht zu stark verdichtet, einigermaßen Wasser hält und ordentlich Mineralien an die Reben abgibt. In einigen Lagen gibt es auch Böden mit sedimentiertem Schiefergestein und mit Meeressand. Alles in allem offenkundig ein erstklassiges Terroir für die Riesling-Rebe. Zu 80 % wird dementsprechend Riesling angebaut, daneben Weißburgunder und Scheurebe, insgesamt machen die weißen Sorten 90 % aus, 10 % sind rote Sorten mit Spätburgunder, Frühburgunder, Merlot nebst etwas Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Alljährlich werden rund 300.000 Flaschen abgefüllt, das Weingut gehört damit zu den zehn größten Erzeugern im Rheingau. Das umfangreiche Sortiment umfasst auch drei in traditioneller Flaschengärung hergestellte Sekte und den extra alten Premiumbrand „Prinz von Hessen XO“, der 1985 gekeltert und 1990 destilliert wurde und danach im Eichenfass reifte – 2015 bewertete der Gault&amp;amp;Millau ihn als besten Weinbrand Deutschlands. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weinberge wurden schon lange naturnah bewirtschaftet, doch seit dem 19. August 2023 ist das Weingut Prinz von Hessen urkundlich bio-zertifiziert. Seit diesem Frühjahr sind die ersten biologischen Weine mit dem EU-Bio-Label im Sortiment. Zertifizierungsgesellschaften überwachen regelmäßig die Einhaltung der Bio-Standards und gewährleisten, dass die Produkte den festgelegten Anforderungen entsprechen. Das Bio-Zertifikat ist das Ende einer dreijährigen Umstellungsphase. Die drei Jahre waren notwendig, um die Weinberge auf die ökologischen Anbaumethoden auszurichten und die Reben von möglichen chemischen Anreicherungen zu befreien. Schließlich sind jetzt alle konventionellen synthetischen Pestizide, Herbizide, Insektizide, chemische Düngemittel und genetisch modifizierte Organismen Tabu. Die eigentliche Herausforderung ist aber nicht dieser Verzicht allein, sondern die extreme Pflegestufe für die Rebstöcke, damit sie nicht kränkeln, sondern sich ihren natürlichen Widersachern gestärkt entgegenstellen. Jedenfalls ist die Bio-Zertifizierung der Beginn einer neuen Ära, auf die Donatus Landgraf von Hessen zu Recht mächtig stolz ist und die das Weingut vor allem Frau Weinert-Maurer und ihrem Team zu verdanken hat. Alle wissen, dass man für eine derartige technische und betriebliche Revolution an einem Strang ziehen muss – mit Überzeugung und Leidenschaft. Alle sehen das nicht nur als gute Tat für die Umwelt, sondern als Ausdruck der Verantwortung für die kommenden Generationen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Weingut wird der größte Teil des Energiebedarfs durch die eigene Photovoltaikanlage gedeckt. Im Keller kommt modernste Technik zum Einsatz, die eine schonende Produktion erlaubt. Einige Guts- und Ortsweine werden mit Reinzuchthefen vergoren, bei den meisten Weinen wird auf Spontangärung gesetzt. Auch wenn angesichts des Riesling-Schwerpunktes überwiegend mit temperaturkontrollierter Edelstahltank-Vergärung gearbeitet wird, so kommen doch Holzfässer unterschiedlichster Größe und Holzart zum Einsatz. Dabei werden vielfach die im Rheingau typischen Stück- und Halbstückformate (1.200 bzw. 600 Liter) aus deutscher Eiche für die Reifung der Weine verwendet. Die Rotweine jedenfalls lagern für zehn bis zwölf Monate in Barriques und in großen Holzfässern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Donatus Landgraf von Hessen betrachtet das Weinmachen als Produktion eines „lebendigen und langlebigen Schatzes, der Tradition und die Arbeit vieler Generationen widerspiegelt.“ Er hat sich von jeher auf den Riesling als des Rheingaus besten Wein fokussiert und möchte, dass seine Rieslinge frisch und dynamisch, dicht und fruchtig auftreten. So bieten die Weine gewissermaßen einen Kontrapunkt zum traditionsschweren Gutsnamen, der eher überopulente Tropfen erwarten ließe. Stattdessen kommen fruchtige Frische, Trinkfluss und anregender Genuss in die Flasche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Tradition und Moderne - wohl keinem Weingut in deutschen Anbaugebieten gelingt es, diese Symbiose mit jeder Flasche gegenständlich vorzuzeigen. Hierfür muss man sie nicht einmal öffnen, sondern es genügt ein Blick auf das Etikett, das als einzigartige visuelle Marke die Botschaft von royaler Tradition mit dem Anspruch auf Innovation vermittelt: Das historische Wappen des Hauses und Landes Hessen riesengroß auf grellfarbigem, poppigem Untergrund, je nach Qualitätsstufe von Türkis, royalem Kobalt- oder noblem Tauben-Blau. Die über alle Qualitätsstufen ausschließlich mit Drehverschluss versehenen Flaschen sind obendrein auffällig rotweiß streifig gekapselt. Mit diesem Design leuchtet jede Flasche in den Regalen des Weinhandels, glänzt auf jeder Messe und funkelt auf jedem Verkostungstisch – immer lockt, noch bevor von ihrem edlen Inhalt die Rede ist, die Flasche mit ihrer imposanten Ästhetik und Haptik. Da der Trend derzeit eher zu einem reduzierten Flaschendesign geht, war der Schritt zu dem von der Agentur Fuenfwerken kreierten Auftritt mutig, hat aber bestimmt ganz wesentlich zu den enorm gestiegenen Absatzzahlen beigetragen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Prinz von Hessen zählt zu den besten Riesling-Erzeugern Deutschlands, was zahlreiche Preise und Auszeichnungen sowie Sterne, Trauben und Punkte in allen Weinführern und Magazinen bestätigen. Seine Weine sind auf den Karten japanischer Spitzenrestaurants zu finden, es exportiert mit rund 40 % einen erheblichen Produktionsanteil, davon wiederum die größte Partie in die USA. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten elf Weine und einen Sekt des Weinguts Prinz von Hessen verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Bio Riesling trocken VDP.Gutswein vegan&lt;br/&gt;Die Trauben für diesen Riesling wurden bei der Ernte streng selektioniert. Im Keller wurde nach einer gewissen Maischestandzeit schonend abgepresst und der Most im Edelstahl spontan und gekühlt vergoren.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas leuchtet der Gutswein in einem vornehmen hellen Gelb mit grünlichem Schimmer, was jugendliche Frische ankündigt. Das bestätigt bereits das Bukett, das herrliche Noten von reifen Aprikosen, weißem Pfirsich, frischen Zitrusfrüchten und Charentais-Melonen freigibt. Ein einladendes Opening mit einem animierend fruchtigen, feinen Sinneseindruck. Fast nahtlos geht die fruchtige Duftigkeit in fruchtige Geschmacksnoten über, zu denen jetzt grüne und gelbe Äpfel, Birnen, Mirabellen und ein kleiner Touch Orangenschale hinzukommen. Die Riesling-Säure ist so gut eingebunden, dass sie die leicht süßliche Frucht sanft, aber lebhaft begleitet, womit der trockene Charakter des Weins erhalten bleibt und sich ein fester Körper mit kristallklarer Frische und feiner Eleganz entwickelt. Immer wieder begeistern uns neue, interessante und filigrane Geschmacksnuancen, die nicht zuletzt der unterschiedlichen physiologischen Reife der geernteten Trauben zu verdanken sein dürften. Im langen geschmeidigen, manchmal leicht herben Abgang mit dem winzigen Anklang an Gerbstoffe kommt die leicht salzige Mineralität gut zum Ausdruck. Das ist ein Riesling von der Basis der Klassifikations- und Qualitätspyramide und doch erfreut er Genießerinnen und Genießer mit seinem besonderen Geschmacksprofil bereits auf so hohem Niveau, dass man sich fragt, was denn da noch kommen wird, auf dem Weg an die Spitze. Der Bio Gutswein Riesling ist jedenfalls ein unangefochtener Einstiegsklassiker im Bereich der trockenen Rieslinge aus dem sonnigen Terroir des Rheingaus. Er ist der harmonische, universelle Begleiter für rieslingaffine Speisen mit Fisch oder hellem Fleisch, aber auch für weiße Weichkäsesorten.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Bio Riesling Classic VDP.Gutswein vegan&lt;br/&gt;Das ist tatsächlich der klassische Rheingau-Riesling, wie man ihn in aller Welt kennt und liebt. Geschmacklich könnte man ihn als feinherb einstufen, nach den analytischen Werten von Säure und Restzucker liegt er im leckeren Niemandsland zwischen den gesetzlich definierten Bereichen von trocken und halbtrocken.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon das Bukett begeistert mit den Düften von reifen grünen und roten Äpfeln, dazu Charentais-Melone, Litschis und Aprikosen, abgerundet mit freundlichen Nuancen von Zitrus und einem adretten Sträußchen Küchenkräuter. Im Hintergrund schweben vor allem mit längerer Öffnung zunehmend eine gewisse Exotik und ein floraler Hauch mit. Der Gaumen wird verwöhnt von der kühlen, saftigen Fruchtfülle und der vibrierenden Säure, die den Wein zusammen mit einer höchst dezenten Mineralität herzhaft rassig und trinkanimierend frisch rüberbringen. Vielfältige Aromenkomplexe gehen in die Tiefe und sind doch filigran abgestimmt. Die vollendete Harmonie von markanter Säure und Restsüße bindet die Alkoholgradation von 12,2 Volumenprozent gut ein, die sowohl das spitzig-frische Mundgefühl als auch die süßliche Aromatik intensiviert. Ein saftiger, endlos dahinschmelzender Abgang fördert den dringenden Wunsch nach dem nächsten Glas. Der Riesling Classic ist ein fulminantes Geschmackserlebnis und eine fantastische Begrüßung auf allerhöchstem Niveau für alle netten Gäste.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Bio Weissburgunder VDP.Gutswein vegan&lt;br/&gt;Mit strengster Selektion wurde für diesen Wein geerntet, denn nur hochgesunde und makellose Trauben erhalten die feine Frucht der Rebsorte. Vergoren wurde im Gegensatz zu einigen früheren hitzegestressten Jahrgängen ausschließlich in Edelstahltanks. Etwa neun Monate lag der Wein auf der Feinhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Weißburgunder Gutswein schwingt sich mit konzentrierten Düften von grünen Birnen, Zitrus und einem Touch von jungen Walnüssen in die Nase. Von Anfang an lässt sich die frische Fruchtigkeit erduften – distinguiert, nicht etwa dreist und stürmisch. Im Mund formt sich ein besonderes Burgunder-Erlebnis: Eine herrlich leichtfüßige Fruchtigkeit von gelben Pfirsichen, Honigmelonen und Birnen umspielt cremig und zärtlich die Zunge. Eine schöne Würze und eine kleine vegetabile Nuance werden von der feinen Fruchtsüße großzügig umarmt. Die Fruchtigkeit schmilzt nur so dahin und unterstützt zusammen mit der dezenten Säure einen weichen, ausgewogenen Abgang. Gut strukturiert und friedlich harmonisch präsentiert sich dieser Weißburgunder vollmundig und mit feiner Eleganz. Das ist selbstverständlich der geborene Spargelwein, er brilliert aber auch zu Jakobsmuscheln aus der Pfanne.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Bio Scheurebe VDP.Gutswein vegan&lt;br/&gt;Die Scheurebe ist in besonderer Weise mit dem Weingut Prinz von Hessen verbunden: Heinrich Scheu, Sohn des Züchters Georg Scheu, war in den 60er Jahren hier einige Jahre Betriebsleiter. Die Rebsorte als Kreuzung aus Riesling und Bukett-Traube war in den meisten Anbaugebieten über die Jahrzehnte zum Mauerblümchen verkümmert und wurde als des Rieslings hässliche Schwester verkannt. Das lag indes oft daran, dass die Trauben vor Erreichen der physiologischen Reife geerntet wurden, so dass grüne, aggressive Weine entstanden. Seit dem hundertjährigen Jubiläum ihrer Züchtung 2016 wird mit neuen Interpretationen das Potential und die Vielfalt der aromatischen Sorte in den Fokus gerückt und der gegenwärtige Trend zu saftiger Frische bedient. Saftige Frische ist auch das Stichwort für den Auftritt des trockenen Scheurebe-Gutsweins vom Weingut Prinz von Hessen. Er wurde vollständig im Edelstahl ausgebaut, um die typische Frucht und Frische der Rebsorte zu erhalten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Beschwingte Düfte von Zitrus und Aprikosen, von Kiwis, Äpfeln und Holunderblüten, aber auch die rebsortentypischen Richtungen von Schwarzen Johannisbeeren, Stachelbeeren und rosa Grapefruit schweben aus dem Glas. Alles expressiv, aber dennoch leise und freundlich, niemand drängelt sich dominant nach vorne. Den Gaumen schließt der Wein mit aromatischem Charme auf. Exotische Früchte und Anmutungen von Würze aus der Spontanvergärung umkreisen das Cassis- und Stachelbeer-Zentrum und verbreiten gemeinsam mit der spannenden Säure das berühmte saftige Mundgefühl. Im Finale genießen wir seinen sinnlichen Schmelz und die spritzige Frische. Eine komplexe, hochelegante Scheurebe, die Wohlgefühl verbreitet. Sie tanzt kulinarisch auf vielen Hochzeiten und begleitet sowohl eine klassische Pasta mit Meeresfrüchten als auch gefüllte Paprikaschoten oder ein indisches Kokos-Hähnchen-Curry&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Bio Rosé trocken VDP.Gutswein vegan&lt;br/&gt;Wohl kaum ein Weintyp wird den Winzern derzeit so aus dem Keller gerissen wie ein Rosé. Ein Wein, mit dem sich in scheinbar schwerer werdenden Zeiten die Leichtigkeit des Seins absichern lässt: Sommerliche Beschwingtheit zu jeder Zeit und an jedem Ort. Eines steht jedenfalls fest: Rosé als Saftabzug bei der Rotweinerzeugung ist völlig daneben. Er fällt meist zu breit, langweilig und wenig spritzig auf. Die qualitativ hochwertigen Rosé-Weine sind jene, deren rote Trauben extra dafür gekeltert werden. Dieser trockene Rosé ist eine sehr exquisite Cuvée aus Spätburgunder, Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt sich der Rosé in einem hellen Lachsrosa. In die Nase steigen rote Früchte und versetzen einen gleich in den Gute-Laune-Modus. Erdbeeren, Rote Johannisbeeren und Kirschen sind dabei, obendrein sogar einige Äpfel. Am Gaumen kommt eine trockene Fruchtigkeit an, keine klebrige Süße, sondern ein Flirt von Frucht und einer kleinen Mineralität, der fast schon komplex wirkt. Die sehr dezente Säure führt in einen samtigen Abgang, der die Frucht saftig und erfrischend dahinschmelzen lässt. Ein leichter, vornehmer Begleiter jeder sommerlichen Festivität. Mit diesem Rosé können sich auch diejenigen aus der Deckung wagen, die ihren Rosé bisher heimlich getrunken haben, um nicht aus dem Trockentrinkerimage zu fallen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Bio Rosé feinherb VDP.Gutswein vegan&lt;br/&gt;Die Rebstöcke stehen in Lagen mit Böden aus Löss-Lehm, verwittertem Gestein und auf sandig-lehmigem Untergrund. Vergoren wurde gekühlt im Edelstahl mit ausgedehntem Hefelager. Das eine fördert Fruchtigkeit und Frische, das andere Aromatik und Harmonie. Dieser Rosé ist assembliert aus Spätburgunder – teilweise mit Pinot Noir Klonen – und einem Schuss Merlot.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In einem zarten Lachsrosa glänzt der Wein im Glas. Intensive Fruchtaromen verbreiten sich in der Nase, aber nicht nur aus dem bekannten Spektrum der Spätburgundertöne. Zum Potpourri reifer Beerenfrüchte mit Erdbeeren und Himbeeren kommen überraschende Eindrücken von Orangenschalen, Mandarinen und Zitrus hinzu. Im Geschmack sind die Aromanoten dezent eingebunden in eine erstaunlich anregende Säure und eine herrliche Fruchtsüße, die einen langen cremigen Nachhall umrahmen. Ein edler Rosé mit einem köstlich aromatischen Körper, einem raffinierten Frucht-Säurespiel und einer saftigen Frische. Das ist der perfekte Animator auf jeder Grillparty, der aber auch fruchtige Desserts verzaubert oder als Solist die Köpfe verdreht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Bio Royal Riesling trocken VDP.Gutswein vegan&lt;br/&gt;Der Royal ist gleichsam der trockenere Mitspieler des Classic-Rieslings. Die strenge Selektion bei der Ernte hat für Klarheit und Gradlinigkeit im Wein gesorgt. Ausgebaut wurde im gekühlten Edelstahltank.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es duftet unwiderstehlich aus dem Glas: Weiße Pfirsiche und zarte Aprikosen vereinen sich mit Orangenblüten, reifen gelben Äpfeln und Spuren von Kräutern mit Minze. Über allem liegt ein aufregender Hauch von Mineralik und Exotik. Im Mund fasziniert die klare, salzig-mineralische, rassig-schlanke Struktur des Weins. Seine knackige Säure ist perfekt austariert mit den intensiven, leicht süßlichen und von leisen Zitrustönen begleiteten Fruchtaromen und einer kräftigen Würze mit Anklängen an Nüsse. Eine grandiose, kühle Frische empfängt die Zunge und eröffnet ein komplexes, körperreiches Spiel der Aromen, das in einem saftigen, anregenden Abgang lange nicht loslassen will. Ein wahrhaft majestätisch-royaler Rheingau-Riesling. Er begleitet mit seinem eleganten, adligen Habitus gerne eine gebratene Maischolle oder Schweinerouladen im Speckmantel oder ganz verwegen einen Schäuferle Braten aus dem Rohr. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Lorcher Riesling trocken VDP.Ortswein&lt;br/&gt;In Lorch besitzt das Weingut Prinz von Hessen Parzellen in der VDP.ERSTE LAGE® Schlossberg an der Burgruine Nollig oberhalb des malerischen Weinstädtchens. Der Boden ist hier von Schiefer mit kalkhaltigem Löss geprägt. Die Spontanvergärung erfolgte nach längere Maischestandzeit in gekühlten Edelstahltanks und Holzfässern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Lorcher Riesling lädt ein mit Aromen von grünen und gelben Äpfeln, Pfirsich, rosa Grapefruit, Limetten und einem Hauch von Jasminblütenhonig. Am Gaumen kommt er kräftig an, reif, delikat, energisch. Er ist ordentlich strukturiert und transportiert fruchtig-süßliche Kernobstnoten, umhüllt von schmelzigen würzigen Tönen. Die griffige Säure ist quicklebendig. Vor allem aber beeindruckt seine charaktervolle salzige Mineralität wie vom Feuerstein. Im langen Abgang entwickelt er nochmals eine enorme Spannung, bei der die herrliche, kühle Mineralik von einer kleinen charmanten Gerbstoffnote gestützt wird. Das ist der hochwertige, überzeugend ausbalancierte Ortsriesling für den hochwertigen Rund-um-die-Uhr-Genuss, Sie können ihn aber auch zu einem gedünsteten Meeressaibling auf Wurzelgemüse reichen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Johannisberger Riesling trocken VDP.Ortswein vegan&lt;br/&gt;Was Johannisberg angeht, so besitzt Prinz von Hessen hochwertige Parzellen in der insgesamt nur zwei Hektar großen Lage Klaus, die unweit des Weinguts unterhalb des Schlosses Johannisberg liegt. Sie ist nach Süden ausgerichtet und verfügt über ein kalkreiches, tiefgründiges Terrain mit Löss und Kiesadern. Im Keller profitierte der Wein von einem langem Hefe-Rendezvous. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas glänzt der Johannisberger hellgelb mit grünlichen Reflexen. Er spendiert mit zunehmender Belüftung ein intensives Bukett mit großzügig ausgeprägten Fruchtaromen von reifen Pfirsichen, Aprikosen, Mirabellen und grünen Äpfeln. Dazu kommen vielgestaltige Zitrustöne mit Grapefruit sowie lockende Spuren von Mandeln, Honig und Sternanis. Die Vielfalt der Aromatik bestimmt auch die kraftvolle, aber vornehme und fein-würzige, elegante Begegnung am Gaumen. Das ist ein Wein, der vollmundig und stets fruchtig eine energiereiche Frische verbreitet und ordentlich Druck macht bis er im saftigen, mineralischen Finale mit deutlichen und perfekt angepassten Anklängen an Eichenholznoten dahinschmilzt. Seine freundlichen Säurespitzen sind gut austariert und streicheln die leicht süßliche Fruchtigkeit, die zuweilen mit kleinen nussigen und winzigen blumigen Anklängen erfreut. Das lange Hefelager hat dem noch jungen, doch schon jetzt konturenstarken Wein ein beachtliches Potenzial mitgegeben, so dass es interessant sein wird, seine Entwicklung in den nächsten Jahren zu beobachten. Lassen Sie sich aber schon jetzt von seiner Eleganz verwöhnen, zum Beispiel ganz klassisch zu einem Rindfleisch-Carpaccio oder ganz bodenständig zu Schwäbischen Maultaschen aus der Pfanne.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Dachsfilet Riesling trocken&lt;br/&gt;Die Trauben dieses außergewöhnlichen Rieslings stammen aus dem zum Ort Winkel gehörenden Dachsberg. Die Lage mit insgesamt 95 Hektar Rebfläche erstreckt sich nordwestlich von Johannisberg zwischen den Ortsteilen Schlossheide und Waldacker und ist nach Südwesten ausgerichtet. Die bis auf 180 Meter Meereshöhe ansteigenden, dem Wind ausgesetzten Steillagen haben tiefgründige Lössböden mit Meeressand und Kies und mal mehr, mal weniger steinig-lehmige Auflagen von Quarzit und an einigen Stellen sogar Rotschiefer. Auf dem Dachsberg müssen sich die Reben gewaltig anstrengen, ihre Wurzeln durch das Gestein zu strecken, von dem sie dann allerdings eine enorme Mineralität aufnehmen und in die Trauben transportieren. Da in solchen Weinbergböden der Dachs gerne seine Höhlen baut, gibt es den Einzellagenamen Dachsberg in Deutschland gleich mehrfach. Der Dachsberg in Oestrich-Winkel ist ebenso wie die Winkler Lage Hasensprung ausweislich der „Weinbaukarte des Nassauischen Rheingau’s“ von 1867 schon seit Jahrhunderten bewirtschaftet. Die 5,3 Hektar umfassenden Parzellen des Weinguts Prinz von Hessen sind zu 80 % mit Riesling und zu 20 % mit Weißburgunder bestockt. Die Trauben dieses Weins wurden bei der Lese gnadenlos selektiert. Etwa 45 % der Ernte wurde „rotgekeltert“ auf der Maische vergoren, bei der weiteren Vinifizierung reiften dann zwei Drittel vom Wein über 16 Monate in großen Fässern aus verschiedenen Holzsorten, etwa ein Drittel kam in Edelstahltanks. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der noch jugendliche Wein schickt in die Nase feine und hochkomplexe Aromen, die mit ihrem exquisiten, facettenreichen Charakter überraschen: Im Vordergrund stehen nämlich nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Pfirsiche, Äpfel und Zitrusfrüchte, sondern auch hochreife Stachelbeeren und schwarze Johannisbeeren, exotische Früchte, Feuerstein, Karamell und ein Touch Hefe nebst einem winzigen Hauch von Röstaromen und Mineralik. Am Gaumen erneut ein eigenständiger Eindruck von außergewöhnlicher, kraftvoller Riesling-Grandiosität: Zu den Bukettaromen kommen Aprikosen und würzige Kräuter mit mineralischen und holzigen Anklängen hinzu, aber auch dezente blumige und nussige Nuancen. Alles sammelt sich zu einer saftigen Frische mit einer zupackenden dichten und extraktreichen Struktur. Die aktive, aber reife Säure bindet die verhaltene Fruchtsüße ein und bildet den Wein stringent trocken ab, wobei er dank des Holzeinsatzes und des langen Hefelagers harmonisch und abgerundet erscheint. Die spontane Gärung auf der Maische hat ihm zu einer üppigen Fülle und dichten Stoffigkeit verholfen, aber auch eine bemerkenswert aromatische Finesse mitgegeben. Es ist schon erstaunlich, was sich der Rieslingfrucht auf diese Weise entlocken lässt. Das Filetstück aus dem Dachsberg ist ein einzigartiger, innovativer Riesling mit einer sehr individuellen Identität und unwiderstehlichem Charme. Er rangiert in der Premium-Linie des Weinguts und ist zu Recht zu einem nachgefragten Aushängeschild geworden. Dekantieren Sie ihn vor dem Einschenken und erfreuen Sie ihn und sich mit großbauchigen Rotweingläsern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Steckenpferd Riesling Spätlese&lt;br/&gt;Die Rebstöcke dieses Weins stehen in den Weinbergen des Weinguts um Johannisberg herum, die unterschiedliche Bodenstrukturen aufweisen. Der Wein ist ausschließlich im Edelstahl ausgebaut. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas schimmert die fruchtsüße Spätlese weißgold mit silbernen Reflexen. Schon das Bukett begeistert: reife grüne und gelbe Äpfel, Litschis, reife Papaya, Mangos, einige Aprikosen, ein paar Limetten und rote Grapefruit. Über die Zunge gleitet der Wein mit einem zärtlichen Schmelz voller kerniger Frucht und Würze. Die Restsüße wirkt nicht plump und aufdringlich, sondern ist mit der verspielten Säure und den mineralischen Anklängen fast filigran verbunden. Alles steht in einem wunderbaren Einklang und trifft sich mundfüllend zu einem saftig-süffigen Finish. Ein komplexer, eleganter, lustvoller Wein, der gute Laune und Lebensfreude vermittelt. Genießen Sie ihn als eindrucksvollen Solisten oder zu einem thailändisch gewürzten Zitronenhähnchen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Winkeler Hasensprung Riesling brut&lt;br/&gt;Ein Lagensekt ist im Rheingau immer noch eine Rarität, vor allem wenn wertvolle Trauben aus einer Spitzenlage wie dem Hasensprung in Winkel verwendet werden. Die sich zwischen Johannisberg, Winkel und Mittelheim entlang schlängelnde Lage Hasensprung ist insgesamt 114 Hektar groß und nach Südosten in Richtung Johannisberg bis zu 30 Grad geneigt. Es wird berichtet, dass bereits Goethe sich an einem Hasensprung-Riesling des Jahrgangs 1811 labte und sich von den Rheingau-Rieslingen zu seinem Werk „West-Östlicher Diwan“ inspirieren ließ. Die Kernlage Hasensprung wurde seitdem mehrfach erweitert, wobei 1971 mit der Flurbereinigung, die im Rheingau so manche Gemeinde und berühmte Weinlage umgekrempelt hat, auch qualitativ geringerwertige Flächen hinzukamen. Die Böden im Hasensprung bestehen aus tiefgründigem Löss und flachgründigem Kies und Meeressand mit Anteilen von Lehm, Ton und Feinerde. Die Trauben des Grundweins stammen aus den VDP.Große Lage-Parzellen des Weinguts.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Noch immer wird viel zu selten beachtet, dass ein Sekt niemals besser sein kann als der Grundwein – mit anderen Worten: je besser der Grundwein, desto besser der Sekt. Wie üblich stammen die Trauben aus der Vorernte, um die bei der Sektbereitung erwünschte Säurestruktur zu sichern. Die Trauben lagen 12 Stunden auf der Maische, wurden schonend abgepresst, der Most kam für 12 Monate ins große Holzfass. Seit dem Abschluss der zweiten Gärung in der Flasche im Jahr 2020 ruht er auf der Feinhefe, degorgiert wird nach Bedarf. Je länger die Lagerzeit, desto feiner wird die Perlage. Mit zunehmender Länge wird außerdem mehr Reife in die Fruchtigkeit implantiert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt der Sekt eine eindrucksvoll wertige goldgelbe Farbe und eine stabile feine Perlage, wie ein Nieselregen von unten. Schon der Duft lässt eine gediegene Terroir-Stilistik erkennen: Reife Mirabellen und Birnen, Jasmin Blüten und Brioche sowie viele Zitrusfrüchte recken sich der Nase entgegen – alles umweht von einem Hauch von Mandeln und nussig-karamelligen Röstaromen. Der Gaumen wird trotz des Holzausbaus des Grundweins dank der prägnanten Säure mit spritziger Frische, pikanter Saftigkeit und einer Anmutung von Restsüße ausgestattet, die direkt aus der Rieslingfrucht mit cremiger Mousse über die Zunge perlt. Leicht salzig mineralisch und harmonisch würzig klingt der Winkeler Hasensprung Lagensekt noch lange nach. Wie bei den Weinen des Hauses imponiert das gut strukturierte Zusammenspiel der Aromen mit der Kraft der Säure und dem dezenten Touch vom Holz, der die Vollmundigkeit noch vertieft. Ein Sekt, der elegant und komplex eine terroirbezogene Stilistik präsentiert, die eindeutig im Grundwein, wenn nicht schon im Weinberg angelegt ist. Sie können ihn zu Graved Lachs im Mund schäumen lassen oder mit ihm zu jeder Tages- und Nachtzeit eine passende Gelegenheit herbeitrinken. Es ist ein raffinierter Sekt für Träumer und Genießer. </description>
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      <title>Das Weingut Kilian Hunn in Baden: Zwei Generationen machen einzigartige Weine in Deutschlands heißester Region am Tuniberg&#13;&#13;</title>
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      <pubDate>Fri, 2 Aug 2024 14:15:31 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/8/2_Das_Weingut_Kilian_Hunn_in_Baden__Drei_Generationen_machen_einzigartige_Weine_am_Tuniberg,_Deutschlands_heiester_Region_files/xDSC_0834.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object000_22.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:132px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Wie oft schaut man sehnsuchtsvoll auf die Ecke links unten auf der Wetterkarte, in der immer die höchsten Temperaturen in Deutschland angezeigt werden. „Am Oberrhein“ heißt es dann immer. Genau in dieser Gegend zwischen Freiburg im Südosten und dem Rhein mit Breisach im Westen liegt die malerische Gemeinde Gottenheim im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. Wir sind hier im Breisgau, genauer gesagt rund vier Kilometer nördlich vom Tuniberg im Weinanbaugebiet Baden. Es erstreckt sich zwischen Schwarzwald und Vogesen mit paradiesischen Weinlandschaften und 16 Großlagen und 306 Einzellagen über 400 Kilometer von Baden-Baden bis an den deutsch-schweizerischen Bodensee. Es ist das einzige deutsche Weinbaugebiet, das in die wärmste Weinbauzone, die Zone B, eingestuft ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Region am Tuniberg hat sich 1996 selbstbewusst vom Kaiserstuhl getrennt, der noch immer als großer Bruder bezeichnet wird. Das verstehen wir im Hinblick auf den vollendeten Genuss die hier vorzustellenden Weine allenfalls noch als geografisch oder geologisch, keinesfalls als weinmäßig. Jedenfalls wird die Gegend am Tuniberg als wärmste Gegend in Deutschland angesehen, in der seit über zweitausend Jahren Burgundersorten wachsen. Der Tuniberg selbst ist ein über 20 Quadratkilometer großer Kalkstein-Bergrücken, der am höchsten Punkt 314 Meter hoch ist und sich damit 120 Meter über der Rheinebene erhebt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wer nach Gottenheim kommt, sollte weniger die unvollendete Brücke ins Nichts an der L 115 besichtigen, sondern ein Weingut mitten im Zentrum besuchen: das Weingut Kilian Hunn. Hier kann man die Familie Hunn kennenlernen, die mit drei Generationen im Weingut arbeitet.  Felix und Gudrun Hunn sind die erste Generation, die den Betrieb 1982 gegründet hat. Felix ist eine Art Senior-Chef, der noch immer im Weinberg  aushilft. Ehefrau Gudrun managt als Universaltalent Familie und Haushalt und kümmert sich rundherum um Weingut und Büro. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der zweiten Generation dirigiert Sohn Kilian Weinberge und Keller gleichermaßen. Er hat die Maßstäbe gesetzt für handwerkliche Sorgfalt und eine weit darüberhinausgehende Leidenschaft und Hingabe, bei der Boden, Rebstock und Traube im Mittelpunkt stehen, damit er einzigartige Weine anbieten kann. Ehefrau Martina kommt vom elterlichen Weinbaubetrieb in Opfingen in Freiburg und war nach der Winzerlehre Weinprinzessin in Kaiserstuhl-Tuniberg und 1991/92 badische Weinkönigin. Sie zeigt als Winzerin aus Leidenschaft das Weingut und die Weine gerne und oft auf Veranstaltungen im Weingut und im In- oder Ausland vor und ist im Wein-Frauen-Netzwerk VINISSIMA aktiv, das 1991 von sieben Weinfrauen am südbadischen Kaiserstuhl gegründet wurde und heute über 600 Mitglieder zählt. Außerdem betreut sie die wichtigste betriebswirtschaftliche Seite des Weinguts – den Verkauf. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der dritten Generation arbeiten jetzt auch die Söhne Patrick und Jonas mit. Der 23jährige Patrick absolvierte eine Winzerlehre im Weingut Dr. Heger in Ihringen – das wir am 11. August 2017 vorgestellt haben – und ging zwei Jahre lang auf die Weinbautechniker-Schule in Weinsberg. Er stieg im Juli 2020 voll ins Weingut ein. Der zwei Jahre ältere Jonas war zur Winzer-Ausbildung bei Franz Keller am Kaiserstuhl und studierte dann bis Frühjahr 2023 internationale Weinwirtschaft an der Hochschule in Geisenheim mit Praktika bei Friedrich Becker in der Pfalz und auf der Domaine Duroché, die in Gevrey-Chambertin in der Bourgogne Grand Cru Weine macht. Schon im Winter 2018 hatten beide Brüder eine kleine Weinbergsparzelle in der Gewanne Hahlen in der berühmten Lage Gottenheimer Kirchberg eingerichtet und bieten seit 2020 ihren eigenen hochwertigen Weißburgunder an, den PATR ONAS.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut bewirtschaftet rund 24 Hektar Rebfläche, zum größten Teil in der Lage Gottenheimer Kirchberg sowie in den Lagen Opfinger Sonnenberg, Merdinger Bühl und Waltershofener Steinmauer. Die Rebstöcke wachsen in der Gegend am Tuniberg auf einer 145 Millionen Jahre alten Kalkscholle, die während der Eiszeit mehr oder weniger mit fruchtbarem Löss und stellenweise Lehm überzogen wurde. Für die Weinberge wurden fast überall Terrassen angelegt, damit die Lössauflagen nicht vom Regen abgetragen werden. Es sind hier immer stark kalksteinhaltige Böden, die gerade von den Burgundersorten geliebt werden. Das schon erwähnte Klima startet bereits im Januar, wenn aus der Burgundischen Pforte zwischen Vogesen und Schweizer Jura die Warmluft vom Mittelmeer heranweht. Der heiße Sommer wird in Zeiten der Erderwärmung und Klimaveränderung allerdings zunehmend zur Herausforderung, nicht nur was die Rebpflege im Weinberg angeht, sondern auch hinsichtlich des Umgangs mit den Trauben im Keller. Denn schließlich will man weiterhin frische, leichte und elegante Weine vinifizieren, während die kraftvollen keine Alkoholmonster werden dürfen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Angebaut werden im Weingut Kilian Hunn wie in Baden üblich sehr viele Rebsorten, die bis auf den roten Spätburgunder alle weiß sind: Weißburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Auxerrois, Rivaner, Sauvignon Blanc, Gutedel, Müller-Thurgau, Muskateller, Chasselas, Viognier und Fumé Blanc. Im Weinberg wird nach den Grundsätzen des umweltschonenden Weinbaus gewirtschaftet. Die Trauben dürfen bis zur physiologischen Reife am Stock hängen und werden selektiv geerntet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller wird modernste Technik genutzt, es werden aber auch traditionelle Methoden angewandt. Wichtig sind ökologische Nachhaltigkeit und die schonende Verarbeitung der Trauben. Der Most wird temperaturkontrolliert vergoren, um die Aromatik der Frucht authentisch in den Wein zu überführen. Eine Spontangärung ist wegen der relativ hohen PH-Werte am Tuniberg problematisch. Bei den weißen Sorten wird nicht gefiltert, sondern auf natürliche Weise durch Sedimentation, also durch Absetzen der Trubstoffe geklärt. Die Weine liegen lange auf der Feinhefe. Die Rotweine reifen nach etwa dreiwöchiger Maischegärung im großen Eichenholz oder in Barriques. Es wird möglichst kompromisslos gearbeitet, um ausschließlich hochwertige Qualität zu erzielen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weine sind gemäß der hauseigenen Qualitätspyramide in drei konsequent strukturierte Linien eingeteilt: die »Jungen Frischen«, die »Jungen Wilden« und die »Reserve«. Die Jungen Frischen sind die Gutsweine, unkomplizierte Basisweine für jede Gelegenheit. Die Jungen Wilden bilden das Terroir am Tuniberg charaktervoll ab, jeder Schluck ein Weinerlebnis. Die Weine der Reserve-Linie werden im Holzfass ausgebaut und sollen mit ihrer Komplexität und dem Finessenreichtum beeindrucken. Es werden auch Perlweine und flaschenvergorene Sekte hergestellt. Eine Besonderheit sind die Destillate aus der hauseigenen Brennerei von Früchten aus den Obstplantagen, die von Familie Hunn seit Jahrzehnten bewirtschaftet werden. Darunter sind Brände von Kirschen, Williams-Birnen, Mirabellen und der regionalen Spezialität Zibarte, einer Wildpflaume mit einem Hauch von Marzipan. Als Weindestillate werden ein Chardonnay-Tresterbrand und ein feiner Hefebrand angeboten. Das breite Angebot an ihren eigenen Produkten hat Familie Hunn nicht gehindert aus freundschaftlichen Gründen den Weinverkauf „Strecker’s Weine“ zu übernehmen, so dass in der Verkaufsstelle im Weinhaus Hunn nun auch italienische Weine auserwählter Weingüter und italienische Spezialitäten angeboten werden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Weine vom Weingut Hunn verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Junge Frische Spätburgunder Rosé trocken&lt;br/&gt;Die Reben für diesen Wein wachsen auf dem am Tuniberg verbreiteten Lössboden mit einem leichten Anteil von Lehm. Der Spätburgunder ist komplett im Edelstahl vinifiziert, er lag nach der temperaturgesteuerten Gärung noch auf der Feinhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas sehen wir wie schon zuvor in der glasklaren Flasche ein animierendes elegant helles Lachsrosa. Der Wein duftet nach Schattenmorellen, Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren zugleich, dazu ein winziger Hauch des Bittermandelaromas, das Oma immer aus der winzigen Glasampulle in den Kuchenteig spritzte. Im Mund legt der Wein aromatisch noch einmal zu und lockt zusätzlich mit Anklängen an rote Johannisbeeren. Die ohnehin sehr feine Säure ist ebenso wie die sortentypisch sehr dezenten Gerbstoffe noch einmal vorsichtig kaschiert und trägt im überraschend würzigen und leicht schmelzigen Abgang zu einem saftigen Frischeeindruck bei. Ein leichtfüßiger, frischer Rosé mit einiger Eleganz, der jeder Sommerparty die rosa Brille verschafft, der aber auch allein oder zu zweit in der Badewanne oder zu Lachs mit grünem Spargel und Reis ein Genuss ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Junge Frische Grauburgunder trocken&lt;br/&gt;Jetzt noch ein Weißwein von der Basis der Qualitätspyramide. Die Trauben wurden, wie es das Weingut überwiegend macht, in der Kühle der frühen Morgenstunden geerntet. Der Most ist temperaturgesteuert mit Bio-Wildhefen vergoren, der Wein lag noch lange auf der Feinhefe im Edelstahl.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt er sich in Weißgold und nutzt die Minuten, die man ihm geben sollte, um seine Aromen zu aktivieren. Zarte Düfte von reifen gelben Birnen, Mirabellen, Ananas und der Hauch von Äpfeln verbinden sich mit dezenten Noten von Mandeln und einigen Kräutern. Über die Zunge strömt er saftig, fruchtig, würzig und körperreich. Die exotischen Fruchtrichtungen drängen nach vorne und werden von einer pikanten Würze und einem Hauch Mineralität begleitet. Die gut integrierte Säure trägt den Grauburgunder in einen geschmeidigen, langen und gehaltvollen Abgang mit Anmutungen von der regionalen Kalkstein-Mineralilk. Dieser frische und lebendige Grauburgunder ist der unkomplizierte Begleiter für jede Tages- und Nachtzeit, der flüssige Berater im entspannten Gespräch und der universelle Helfer zu fast jedem Salat und Meeresfrüchte-Gericht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Junge Wilde Weißburgunder Alte Reben trocken&lt;br/&gt;Die Trauben dieses Weißburgunders stammen von vierzig Jahre alten Rebstöcken. Der Most wurde mit Bio-Wildhefen vergoren, der Wein reifte mit einigen Partien im Edelstahl und mit anderen zehn Monate im großen Holzfass.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Weißburgunder Alte Reben entfaltet im Glas ein ausdrucksvolles Bukett: etwas Apfel, einige Birnen, Düfte von Pfirsich, Mirabellen und Nüssen. Alles wird umrahmt von einem Touch Würze, Mineralität und feinen floralen Anklängen. Im Mund tritt er vollmundig und extraktreich auf, harmonisch, ausgeglichen und elegant. Die reife Fruchtigkeit wird von interessanter Würze und schöner Mineralität unterstützt, irgendwo ganz hinten meldet sich ein Hauch Vanille. Hinzu kommen die regional typische Kalksteinmineralik und eine lebendige Säure, die in die sympathisch cremige und dichte Struktur gut eingebunden ist. Alles bleibt im Finale noch lange präsent. Der Wein untermalt das Essen mit seiner feinfruchtigen Aromatik, die zarte Säure unterstützt etliche Geschmacksrichtungen, beispielsweise leichte Pasta oder einen Kürbisquiche. Er funkelt im Glas aber auch als der gefällige und schwungvolle Sommerwein für alle Weißwein-Gäste.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Junge Wilde Sauvignon Blanc trocken&lt;br/&gt;Die Sauvignon Blanc Rebstöcke stehen auf Löss mit feinen Lehm-Einschlüssen. Der reinsortige Sauvignon Blanc wurde im Edelstahl vinifiziert, eine Partie reifte im großen Holzfass. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ähnlich, wenn auch nicht so breit angelegt wie beim Chardonnay, lassen sich vom Sauvignon Blanc verschiedene Stilistiken herbeizaubern. Der Sauvignon blanc trocken vom Weingut Hunn ahmt glücklicherweise nicht die holzgeschwängerte Butterscotch-Variante der Neuen Welt nach, sondern schlägt den badischen Stil einer rebsortentypischen grün-gelben Fruchtigkeit ein – frisch und ausdrucksstark, alles ist gut abgestimmt und nicht aufdringlich.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon der Duft, der sich mit zunehmender Belüftung immer komplexer aufstellt, ist so verheißungsvoll, dass Freude und Erwartung auf den ersten Schluck immer größer werden. In der Nase kommen uns gleich gelbe Früchte entgegen mit einem Anklang an Hawaii-Ananas, dazu weiße Johannisbeeren und hochreife Stachelbeeren, die sich mit guter Substanz auch im Mund verbreiten. Dort treffen sie sich mit gelbfruchtigen Tönen, unter die sich Goldkiwis mischen und die kleine vegetabile Spur übertrumpfen. Im Finish schauen mal eben ein Touch grüner Paprika und eine Spur Mineralik vorbei. Lange hält der Sauvignon Blanc seine betonte, klare und mit der Säure gut ausgeglichene Fruchtigkeit in Erinnerung. Ein schöner Wein als kleiner oder großer Appetizer und zu einem Welt-Klassiker der Gourmet-Küche: Roasted chicken with honey-sesame carrots. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Junge Wilde Chardonnay trocken&lt;br/&gt;Dieser Chardonnay reifte nach der temperaturgesteuerten Gärung drei Monate auf der Feinhefe: 40 % im Fass aus französischer Eiche und 60 % im Edelstahl. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase offeriert er freigiebig ein fruchtiges Bukett von gelben Äpfeln, reifen Aprikosen, einigen Tropenfrüchten und klitzekleine Nuancen von Nüssen und Nougat nebst einer Brise herbstlicher Wildblumenwiese mit Kräutern. Im Mund schmeichelt er sich ein mit einer leicht kräuterigen Würze, grünweißen Delicious-Äpfeln und Stachelbeeren. Irgendwann entdecken wir geschmacklich auch eine Haselnuss, eine geröstete Scheibe Toastbrot und einen Hauch Orangen. Im langen Finale trumpft er noch einmal auf mit seiner brillanten Fruchtigkeit, seiner subtilen feinsalzigen Mineralik, der angedeuteten Rauchnote, der lebendigen Säure und der schlanken, frischen und eleganten Struktur. Wenn Sie ihn solo trinken, dann aus einem mittelgroßen Rotweinglas. Und stellen Sie sich vor, er würde mit einem Blanc de Noirs vom Pinot Noir assembliert und zu einem flaschenvergorenen Sekt gemacht werden, Wow. Kommen wir wieder runter und genießen den Chardonnay ganz irdisch zu einer Dorade in Beurre-Blanc.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Pinot Noir trocken&lt;br/&gt;Spätburgunder ist immer noch etwas Besonderes, stellt sich die Sorte doch im Weinberg und erst recht im Keller oftmals zickig an. Sie ist eine Herausforderung, vor allem, wenn sie auf Löss- und Lehmlößböden steht und extremen Hitzeepisoden ausgesetzt ist. Kilian Hunn hat die Rebe dennoch in den Griff bekommen und einen kraftvollen und doch unkomplizierten Pinot zum Genießen gemacht. Nach temperaturgesteuerter Maischegärung reifte er 12 Monate im Barrique.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im dunkelrubinrot ausgeleuchteten Glas dominiert ein zartes Aroma von Sauerkirschen, Waldhimbeeren und Brombeeren, das von etwas Cassis und einem kleinen Touch von Mineralität, Mandeln und Vanille begleitet wird. Am Gaumen werden kräftige Akzente gesetzt von Schwarzkirschen, roten und schwarzen Beerenfrüchten, einigen Kräutern, dazu ein Tüpfelchen rote Pflaume – alles von samtigen Tanninen und einer kleinen schokoladigen Holznote eskortiert. Der Wein schmeichelt sich galant ein mit mürb-sandigen, seidigen Tanninen, einer freundlichen Säure und einer geschmeidigen Textur. Selbst im vollsaftigen Abgang versickert er nicht schlaff auf der Zunge, sondern zeigt extrovertiert und mit hochfeiner Holzwürze seinen Tuniberg-Charakter. Ein Spätburgunder mit Raffinement und Ausdrucksstärke, der noch über Jahre Genuss vermitteln wird. Erfreuen Sie sich und einen Fasan oder ein Rebhuhn mit einem prächtigen Rotweinerlebnis.</description>
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      <title>Das Weingut Kastanienberg in der Pfalz: Biozertifizierte Weine zum Genuss mit Lebensfreude&#13;</title>
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      <pubDate>Fri, 19 Jul 2024 16:26:22 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/7/19_Das_Weingut_Kastanienberg_in_der_Pfalz__Biozertifizierte_Weine_zum_Genuss_mit_Lebensfreude_files/x5830.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object000_23.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:132px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;25 Großlagen, 75 Einzellagen, 27 rote und 34 weiße zugelassene Rebsorten und rund 3.000 Weingüter inklusive Winzergenossenschaften und Nebenerwerbsbetriebe – das ist das zweitgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands, die Pfalz. Eine Landschaft aus sanft geschwungenen Weinbergen mit kleinen malerischen Dörfern neben dem tiefen Pfälzerwald – das ist die Südliche Weinstraße. Mittendrin zwischen Neustadt im Norden und Landau im Süden liegt Hainfeld, der barocke Weinbauort, wie er sich selbst nennt. Jenseits von Wein und Kultur ist man hier der Natur sehr nahe, denn die Ortsgemeinde ist Teil des Naturparks Pfälzerwald, der wiederum zum grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen gehört.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nahe dem südlichen Ortsausgang von Hainfeld, befindet sich das Weingut Kastanienberg. Hier wird nicht nur Wein g e m a c h t, hier wird Wein gelebt und dabei kann jeder Gast mitmachen. Familie Koch begeistert jeden Besucher mit ihrer Lebensfreunde und stattet ihn mit seinem potentiellen Lieblingswein zur passenden Speise aus, die gerne auch mal selbstgebackener Kuchen sein kann. Am Weinleben der Familie nehmen in familiärer Arbeits- und Meinungsteilung Vater Werner, Mutter Andrea und Tochter Annika teil, während Sohn Christopher, der Jüngste, aber größte der Familie, Betriebswirtschaft studiert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Werner Koch hatte den Betrieb einst auf Flaschenweinvermarktung umgestellt. Er ist der ausgebildete Weinbautechniker, der dank seiner Erfahrung, seiner Kompetenz und seinem Humor es noch immer schafft, die leidenschaftliche Kreativität und die beflügelnden Ideen von Annika zu gemeinsamen Projekten zu formen. Mutter Andrea kümmert sich derweil um das leibliche Wohl der Gäste, organisiert die Abläufe im Weingut und managt den Verkauf.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Annika hatte 2017 ihren Bachelor der Weinbetriebswirtschaft in Heilbronn gemacht und ist nach zweijähriger Winzerlehre und Auslandspraktika in Österreich und Kalifornien 2020 in das elterliche Weingut eingestiegen. Bestimmt schnüffelte und schmeckte sie schon als Teenie im Fasskeller herum und hört seitdem nicht auf, ihren Vater zu überzeugen, dass sie im Keller den treffenden, wenn nicht übertreffenden Geschmack hat, mit dem sie gerne und oft zu Experimenten und neuen Stilistiken animiert. Als Mitglied in der Jungwinzerbewegung GENERATION RIESLING profitiert sie vom Erfahrungsaustausch mit anderen Winzertöchtern und Winzersöhnen. Selbstbewusst setzt sie auf Frauenpower, auf ihre Intuition und auf das Erlernte, während Vater Werner die Erfahrung und das technische Hintergrund-Know How beisteuert. Wir hatten schon einmal geschrieben: Wenn Tradition, moderne Technik, Freude an Innovationen und Mut zu Experimenten in einer glücklichen Winzerfamilie zusammentreffen, so ist das der ideale Ausgangspunkt für außergewöhnliche und individuelle Weinerlebnisse.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die hochwertigen Weine entwickeln sich im Weingut Kastanienberg schon in den Weinbergen. Seit einigen Jahren werden alle Parzellen biologisch bewirtschaftet. Hier führt die Familie ihre hohen Qualitätsansprüche mit der Erhaltung eines gesunden und natürlichen Lebensraumes zusammen. Das fängt an bei der Bepflanzung und Begrünung mit Gräsern und Leguminosen wie Klee, die eine Symbiose mit bestimmten Bodenbakterien eingehen und Humus aufbauen. Es geht weiter mit der individuellen Behandlung jeder Rebsorte, dem Verzicht auf chemisch-synthetische Spritzmittel und Dünger, der Förderung der Nützlinge, einer gezielten, aufwendigen Laubarbeit und dem sanften Rebschnitt mit der Handschere. All das sind nur einige Ausschnitte in der Gesamtbetrachtung des Agro-Ökosystems Weinberg, in die alle Maßnahmen der Pflege und des Pflanzenschutzes mit einbezogen werden. Seit 2018 ist das Weingut Mitglied im BIOLAND-Verband, zudem sind die Weine biozertifiziert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bei Familie Koch wird aber nicht nur die Natur ausdrücklich geachtet, sondern auch die Menschen, die durch ihre Mitarbeit den Betrieb am Laufen halten, und die Gäste und Kunden, die auf ihre Weise den Erfolg forcieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut besitzt Parzellen in Lagen wie Letten, Kapelle und Kirchenstück in Hainfeld sowie Herrenbuckel in Flemlingen – beide Orte gehören zur Verbandsgemeinde Edenkoben. Die Böden reichen von schweren Lehmböden mit Kalkablagerungen über Lössböden mit schluffigen Kalkablagerungen bis zu Löß-Lehm mit carbonathaltigem Mergel. Das Klima ist mild an der Südlichen Weinstraße, während der Vegetationsphase fast schon mediterran. Angebaut werden die weißen Rebsorten Riesling, Silvaner, Weiß- und Grauburgunder, Müller-Thurgau, Chardonnay, Scheurebe, Gelber Muskateller, Blütenmuskateller, Cabernet Blanc und die roten Sorten Dornfelder, Früh- und Spätburgunder, Schwarzriesling, Portugieser, Merlot und St. Laurent. Die Weine sind in eine eigene Qualitätspyramide eingestellt mit Basisweinen in Literflaschen, rebsortenreinen Gutsweinen, Terroirweinen, die ihre lokale Herkunft schmecken lassen, und Lagenweinen. Daneben gibt es Cuvées, Seccos und flaschenvergorene Sekte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten zwei Gutsweine, drei Terroirweine und einen Lagenwein des Weinguts Kastanienberg verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Weissburgunder trocken&lt;br/&gt;Das fängt ja gut an – ein Weißburgunder mit einem überraschend vielfältigen Bukett: Sanfte Aromen von Honigmelone, Mango, Zitrus und gelben Birnen steigen aus dem Glas. Im Mund drängen von den Bukettaromen als erste die Birnen in den Vordergrund, vertragen sich aber gut mit den hinzukommenden fruchtigen Tönen von Aprikosen und Ananas. In dem von der lebendigen Säure und einer feinen Mineralik gestützten Abgang muss man auch nicht die sortentypischen Anklänge an frisch geerntete Nüsse vermissen. Ein Wein, der nicht kraftprotzig herumturnt, sondern würdevoll tänzelt. Da bieten sich als Tanzpartner ein Risotto mit Venusmuscheln an oder leckere Kalbsrouladen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Cabernet Blanc trocken&lt;br/&gt;Die Rebsorte wurde 1991 vom Schweizer Valentin Blattner in der Pfalz gezüchtet. Sie ist eine Kreuzung von Cabernet Sauvignon und mehreren pilzwiderstandsfähigen Resistenzpartnern. Cabernet Blanc steht für eine neue Weißweingeneration, die als pilzwiderstandfähige Sorte (PIWI) im Weinberg Freude macht, aber auch geschmacklich im Wein eine vielfältige eigenständige Aromatik von starken Primäraromen und eine eigene Charakteristik entwickelt, die zu immer noch einem Glas verführt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;So duftet der Gutswein 2023 Cabernet Blanc gleich mal drauflos Richtung Granny Smith, Passionsfrucht, Limette und frisches Blattgrün. Geschmacklich breitet er sich stoffig und extraktreich aus mit weiteren Fruchtnoten von Kiwis, aber auch von Holunderblüten plus einer schönen Würze. Im kräftigen Abgang schmatzen wir noch lange auf einem gelungenen, sanft süßlichen Frucht-Säure-Spiel herum, das von einer dezenten Mineralik begleitet wird. Ein Wein, der geschmacklich komplexe Nuancen aus zwei Rebsorten vereint – Riesling und Sauvignon Blanc. Ein Weintyp, der alles mitbringt, um auch international ein Erfolg zu werden. Er verströmt Jugendlichkeit, Lebensfreunde und Trinkfluss, ein Wein zum Spaßmachen und Spaß haben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Chardonnay trocken Vom Löss&lt;br/&gt;Das ist ein Terroirwein, dessen Reben auf tiefgründigen, warmen Lössböden rund um Hainfeld wachsen. Er tritt seiner Bodenherkunft gemäß mit einem frisch-fruchtigen Chardonnay-Stil auf, der kraftvolle, aber modern schwungvolle Eindrücke hinterlässt ohne die barocke Neue-Welt Schwere. Im Bukett zeigt er reife gelbe Äpfel, Mirabellen, Zitrus und Honigmelone vor. Im Mund legt er noch einmal nach mit zart-süßlichen Tönen von Aprikosen, einem Touch Walnuss und zarten floralen Anklängen. Alles bleibt im Finish in einem zarten Säurerahmen noch lange präsent, ausgewogen und vielschichtig. Reichen Sie diesen Chardonnay zu einer gigantischen französischen Käseplatte oder zu einem echten Caesars Salad.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Blütenmuskateller&lt;br/&gt;Der Blütenmuskateller ist eine Züchtung des Allrussischen Weinbauinstitut in Nowotscherkassk in Südrussland aus dem Jahr 1947. Er ist eine Kreuzung aus Severnyj x Muskat und zählt zu den pilzwiderstandsfähigen Sorten, kann also umweltschonender und nachhaltiger angebaut werden. An sonnenverwöhnten Standorten erreichen die Trauben rekordverdächtige Öchslegrade.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein verströmt aus dem Glas extrem intensive Düfte von Holunder- und Lindenblüten und von Fäden der Muskatblüte Macis, dazu ein Hauch Zitrus. Am Gaumen kommt ein Muskateller an, der an Aroma und Extrakt den gelben Muskateller noch übertrifft. Das Muskataroma wird durch starke florale Noten ergänzt, die Fruchtigkeit spielt mit diversen exotischen Früchten wie Litschis und Ananas. Noch im Finale bleibt der Wein vollmundig, die markante Restsüße erstickt glücklicherweise nicht den dezenten Säuresupport. Ein lebendiger, trinkfreudiger Wein. Wenn Sie diese süße Wein-Schönheit küssen, werden Sie mehr erleben als nur einen Prinzen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Grauburgunder trocken vom Kalkstein&lt;br/&gt;Der Kalkstein prägt mehrere Lagen rund um Hainfeld, vor allem die berühmte Lage Letten, in der das Weingut Parzellen besitzt. In der sanft ansteigenden Hanglage mit südlicher Ausrichtung findet man schweren Lehmboden, aber auch Kalkmergel mit einer Muschelkalkauflage.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Grauburgunder aus der Terroir-Linie leuchtet das Glas hell und gelbgrünlich aus. Ausdrucksstark, aber nicht übermütig präsentiert er in der Nase mit einiger mineralischer Tiefe und aromatischer Expression reife Früchte wie Aprikosen, Mirabellen und Mangos mit einem Touch von Sultaninen und einem Hauch von Akazienblüten. Mit guter Belüftung steigert sich die Aromatik mehr und mehr. Den Geschmack prägt das Terroir und verleiht dem Kalkstein-Grauburgunder eine beeindruckende Komplexität. Zu den Bukettfrüchten kommen feine Noten von gelben Äpfeln und Zitrus hinzu. Er gleitet geschmeidig und ungemein frisch über die Zunge, die gut integrierte Säure und die modern salzige Mineralität binden sich anstandlos in die energiereiche, vollmundige Struktur ein und markieren das elegante Finale. Das ist gelebtes Terroir im Glas und widerlegt alle, die mit dieser Rebsorte schon abgeschlossen haben. Wer die passende Speise sucht und sich nicht mit den üblichen zufriedengeben will, serviert ihn zu einem Salat Niçoise oder einem klassischen Schweinsbraten mit Klößen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Flemlinger Herrenbuckel Spätburgunder trocken &lt;br/&gt;Die Lage Herrenbuckel befindet sich südwestlich von Hainfeld und östlich von Burrweiler. Sie ist als VDP.Erste Lage klassifiziert. Die Böden sind vor allem mit Löss durchzogen, teilweise kommt Lehm hinzu, stellenweise auch kalkhaltiger Mergel.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein imponiert mit einem Bukett von Heidelbeeren, Schwarzen und Roten Johannisbeeren, Mandeln, Süßholz und etwas Vanille. Der Gaumen erfreut sich an den Aromen, die obendrein von Schwarzkirschen, aber auch von Zedernholz befeuert werden und irgendwie an einen von Tannen gesäumten Waldweg erinnern. Die Säure begleitet den Geschmack äußerst vornehm, die Mineralität hält sich unaufdringlich im Hintergrund, die Tannine sind präsent, aber rund: Wir erleben eine perfekte Ausgewogenheit, die einen langen, saftigen Abgang beschert. Das ist der Wein, der gerne mal einen Gänsebraten beeindrucken würde. Sie könnten ihn übrigens noch mindestens fünf Mal zu einer Weihnachtsgans servieren.&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Die fünf Appellationen rund um Venedig: &#13;Geschmackvolle Weine mit Genuss und Kultur entdecken&#13;</title>
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      <pubDate>Fri, 12 Jul 2024 08:07:49 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/7/12_Die_funf_Appellationen_rund_um_Venedig__Geschmackvolle_Weine_mit_Genuss_und_Kultur_entdecken_files/xIMG_9566.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_20.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:136px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Venetien zwischen Südtirol und dem Mittelmeer gilt mit rund 75.000 Hektar Anbaufläche und etwa 12 Millionen Hektoliter Wein als die größte und bedeutendste Weinregion Italiens. Es erstreckt sich von Friaul-Julisch-Venetien im Osten bis an den Gardasee im Westen, wird im Norden von den Alpen begrenzt und stößt im Süden an die Adria und die Emilia-Romagna. Es soll lediglich eine Randbemerkung bleiben, dass sich in diesem größten Gebiet auch die größten Produzenten von einfachen, massenhaften Supermarktweinen konzentrieren. Denn glücklicherweise stehen die DOC- und DOCG-Gebiete Venetiens für höchste Qualität und einzigartige Weine. Amarone, Valpolicella, Bardolino, Soave, Prosecco treiben jedem Weinfreund leuchtenden Glanz in die Augen. Doch viel zu wenige denken daran, dass das Weinanbaugebiet Venetien nicht nur mit Verona, Conegliano und dem Gardasee verbunden ist, sondern ganz besonders mit einer Gegend, wo alles anfing: Venedig, die Hauptstadt der Regione del Veneto mit                                Foto: © Consorzio Vini Venezia hochinteressanten Wein-Appellationen in der näheren Umgebung. In dieses romantische Venedig mit dem Markusplatz und den Gondeln auf den Kanälen muss man sich einfach verlieben, das kann einem aber auch passieren, wenn man Weine und Weingüter rund um Venedig erlebt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weinbau gibt es in der Gegend schon seit der Zeit der Etrusker und erst recht unter den Römern. Im Mittelalter widmeten sich vor allem Benediktinermönche der Erschließung geeigneter Flächen und neuer Kellertechniken. Seit dem 15. Jahrhundert beherrschten die Venezianer das Mittelmeer und der Weinbau erlebte ab dem 17. Jahrhundert eine Blütezeit. Es war die Zeit der Serenissima Repubblica di San Marco, der allerdurchlauchtesten Republik des Heiligen Markus wie der Staatstitel lautete. Damals wandten sich die venezianischen Adligen mit ihren Villen und Ländereien im Hinterland der Lagunenstadt dem Weinbau zu und erreichten mit den venezianischen Weinen eine Qualität, die den Grundstein legte für den weltweiten Ruf der Weine Veneziens. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon damals entstand auch die bis heute allgegenwärtige, legendäre Symbiose der venezianischen Kunst und Kultur mit dem Genuss von Wein und Essen. Nur hier ist beim Foodpairing alles erlaubt, was dem Genuss der venezianischen Weine und der unglaublichen Vielfalt der regionalen Speisen dient. Nur hier hat die Polenta diese zarte Textur, nur hier hat geschnetzelte Kalbsleber noch ihren eigenen Geschmack, nur hier gibt es diese raffinierten Zubereitungen von Fisch und Meeresfrüchten, nur hier haben Tortellini und Risotti diesen ganz besonderen venezianischen Charakter. Zwei weltberühmte Gerichte wurden in «Harry’s Bar» in Venedig erfunden: Carpaccio Cipriani, hauchdünn geschnittenes Rindfleisch mit einer delikaten Sauce, sowie der Bellini, ein Cocktail aus Prosecco und frischem Pfirsichmark.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Umland von Venedig findet man heute fünf Appellationen, die eng mit Venedig und seiner Geschichte und Kultur verbunden sind und die für die meisten Weinfreunde hierzulande zu den köstlichen Geheimtipps zählen, die zu entdecken es höchste Zeit ist: Lison DOCG, DOC Venezia, DOC Piave, DOC Lison-Pramaggiore und Malanotte del Piave DOCG. Auch wenn einige der Appellationen schon in den 70er Jahren gebildet worden sind, so führte die Statusverleihung der anderen im Jahr 2011 zur Gründung des Consorzio Vini Venezia, das die Interessen aller fünf Zonen in den Provinzen Venedig, Treviso und Pordenone fördert. Dem Consorzio gehören mehr als 200 Erzeuger an, die 47 Rebsorten anbauen und alljährlich rund 12 Mio. Flaschen abfüllen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weinberge genießen hier besondere klimatische Verhältnisse, weil sie weder in der alpinen Kühle des Nordens noch in der heißen Mittelmeerzone liegen, sondern sich von Bergen und Meer in beiden Klimazonen holen, was sie brauchen. Ganz klar, dass auch die Böden unterschiedlich sind und man zahlreiche Schotterarten, über Verwitterungsgestein bis zu Lehm und Ton findet – fast überall von einer starken Mineralität geprägt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weine sind nicht lediglich schnelle Sommerweine, um den Allerweltsgeschmack zu bedienen. Es sind selbstbewusste und zuweilen unbequeme Regionalweine, die auf ihre Herkunft stolz sind und sich mit einem besonderen sensorischen Erlebnis anbieten. Sie präsentieren sich mit Frucht und Frische und trauen sich, ihre Säure vorzuzeigen, die immer passt und nie aggressiv wird. Sie führen extrovertiert genau die Ecken und Kanten vor, die ihre Herkunft abbilden und ihnen die Individualität und schmackhafte Eigenart verleihen, die Supermarktregale hassen. Es sind Weine, die mehr sind als eine Urlaubserinnerung, die neugierig machen, die zum Experimentieren beim Foodpairing mit regionaler oder internationaler Küche einladen und die bereitwillig all ihre Facetten ausbreiten, wenn man sie bewusst genießt und nicht auf das Süffeln abends am Kamin beschränkt. Sie wollen gar nicht der große Wahnsinn sein, sondern ihre Herkunft und ihren Charakter stilvoll schmecken lassen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eines der faszinierendsten und bestgehüteten Geheimnisse Venedigs: der Garten und Weinberg der Padri Carmelitani Scalzi&lt;br/&gt;Mitten in Venedig neben dem Bahnhof Santa Lucia öffnet sich in den hohen Mauern, die die Gleise begrenzen, eine große Tür und man tritt ein in den mystischen Garten des Convento degli Scalzi, der hier im Jahr 1649 entstanden ist. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon zuvor war die Familie Scalzi im Jahr 1633 nach Venedig gekommen und kaufte 1649 Land und Gemüsegärten in Cannaregio, wo sie die heutige Scalzi-Kirche, das Kloster und den Garten errichteten. Er ist noch heute von der Schöpfungstheologie inspiriert und in sieben große Beete unterteilt, die nach den geistlichen Vorgaben der Gründerin des Ordens der „unbeschuhten Karmeliter“, der Heiligen Teresa von Avila, den Weg des christlichen Lebens darstellen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Teil der spirituellen Gartenanlage des Klosters ist in der vierten Etappe des Weges einer der ältesten Weinberge Venedigs. Er wurde 2015 vom Architekten Giorgio Forti in Zusammenarbeit mit dem Consorzio Vini Venezia komplett erneuert und wird heute von den Karmelitermönchen gemeinsam mit dem Consorzio Vini Venezia bewirtschaftet. Die Schilder zu den 17 Rebsorten erzählen die gesamte Geschichte des Weins in Venedig. Doch das wirklich Sensationelle ist gar nicht auf den ersten Blick erkennbar: Ziel des Weinbaus ist es hier, die Artenvielfalt des Weinbauerbes der Lagune zu schützen und zu erhalten, indem eine genetische Datenbank der seit Hunderten von Jahren zwischen Venedig und der Lagune vorkommenden Rebsorten erstellt wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Selbstverständlich wird hier auch Wein gemacht, allerdings begrenzt auf weniger als 1.000 Flaschen pro Jahr. Initiiert wurde die Produktion durch den Önologen Mario Barbieri. Ad Mensam ist die Weißwein-Cuvée aus einer Auswahl der angepflanzten Rebsorten, darunter Glera, Bianchetta trevigiana, Grapariol, Malvasia, Verduzzo trevigiano und Dorona. Die Rotwein-Cuvée Prandium wird hauptsächlich aus Raboso-, Marzemino-, Turchetta- und Recantina-Trauben hergestellt. Die Weine können ebenso wie das berühmte, aus der im Garten angepflanzten Zitronenmelisse hergestellte Acqua di Melissa im Geschäft neben dem Kloster am Bahnhof Santa Lucia erworben werden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Kommen Sie mit auf eine Reise durch die fünf Appellationen des Consorzio Vini Venezia. Wir begegnen einigen Weinmachern und verkosten Weine, die der vollendete Ausdruck des Terroirs ihrer Herkunft sind. Wenn sie die passende Gelegenheit für den Genuss dieser authentischen Weine suchen: Machen Sie es wie die Einheimischen. Treffen Sie sich am Morgen gegen elf Uhr in einer Bar und starten in den Tag mit «un’ombra» – dem «Schatten», sprich ein Gläschen Weißwein aus Venezien.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Doch warum sich eigentlich mit dem Wein aus dem Glas begnügen? Fahren Sie doch mal hin und genießen Sie die Appellationen der Vini Veneza direkt vor Ort und besuchen Sie die Weingüter Ihrer Lieblingsweine. Diese Reise zum Wein wird das Wissen und das Verständnis für die Weine Venezien vertiefen und das Vergnügen an jedem einzelnen Schluck steigern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Lison DOCG&lt;br/&gt;Bereits 1971 wurde für den Tocai friulano dieser Gegend – der seit 2007 wegen der Namensgleichheit mit dem ungarischen Tokayer nicht mehr so heißen darf – der DOC-Status eingeführt, Lison DOCG gibt es aber erst seit 2011. Das Gebiet liegt nur wenige Kilometer von der venezianischen Küste entfernt und erstreckt sich über die Provinzen Treviso, Venedig und Pordenone. Es ist nebenbei bemerkt die einzige DOCG Region Italiens, die sich über zwei Regionen erstreckt: Venetien und Friaul-Julisch Venetien. Die Leitrebsorte ist die hierzulande noch eher unbekannte Tai. Sie wird in Friaul Friulano genannt, es ist die frühere Tocai friulano.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Klima in der Lison DOCG ist eher mild, die Aromaproduktion der Reben profitiert von dem kühlen, trockenen Bora-Wind und dem heißen, feuchten Scirocco. Diese überwiegend abends aufkommenden Winde lassen nachts die Temperaturen sinken und begünstigen die Temperaturschwankungen im Tagesverlauf, was zu einer perfekten aromatischen Reife führt, die das Vorspiel für Weine von großer Eleganz und Langlebigkeit ist. Die Böden haben vielfach starke Tonauflagen und sind im Untergrund in einer Tiefe von 30 bis 70 Zentimetern mit Calciumcarbonat, Kalium und Magnesium angereichert, sie sind also ausgeprägt mineralisch.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Lison DOCG vom Weingut Bellia Ornella&lt;br/&gt;Etwa 60 km nordöstlich von Venedig an der Grenze zum Friaul liegt in der Ebene Terre Piane das Städtchen Pramaggiore. Hier macht Ornella Bellia mit ihrem Mann Patrizio Masat seit einigen Jahren eigenen Wein. Die Beziehung der Familie zum Wein begann 1951 mit 18 Hektar Land, die von Großvater Aurelio Bellia in Halbpacht bestellt wurden. Danach folgte Vater Giovanni bis Ornella heute in der dritten Generation über 33 Hektar eigene Rebfläche bewirtschaftet und weitere 33 Hektar von Anlieferern unter Vertrag hat, denen sie Vorgaben zur Pflege der Weingärten und Reben macht. Familie Bellia gibt den Weinen im Keller alle Zeit der Welt, weil sie verinnerlicht hat, dass Zeit eine Dimension ist, die einen normalen Wein zu einem hochkarätigen Wein werden lässt: Man muss zuhören, wie der Most zu Wein wird und warten bis er reif ist, egal ob im Edelstahl oder im Barrique. Hier entstehen moderne Weine mit internationalem Flair.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Trauben für diesen Lison DOCG wurden überreif geerntet, zerkleinert und dann 12 Stunden lang bei 8 °C vor der Gärung mazeriert, um alle Aromen zu extrahieren. Nach der gut zweiwöchigen Gärung reifte der Wein in Stahlfässern auf der Hefe mit Bâttonnage, also dem regelmäßigen Aufrühren. Im Glas erscheint der reinsortige Tai-Wein in einem kräftigen Strohgelb mit hellen Reflexen. Es duftet intensiv und angenehm nach Bittermandel in einem breiten Fruchtrahmen mit hefewürzigen Nuancen und einem Hauch frisch geschnittenem Gras. Im Mund drängeln würzige Aromen ganz nach vorne und werden von einer gut eingebundenen Säure in einen Abgang eskortiert, in dem sich noch einmal die Bittermandeltöne und feine Apfelnoten in Erinnerung bringen. Probieren Sie diesen vollmundigen, frischen Lison zu Vitello Tonnato oder zu Spaghetti Vongole, also mit Venusmuscheln.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Classico Lison DOCG Bio vom Weingut Savian Vini&lt;br/&gt;Marco Savian, Vater und Großvater der heutigen Eigentümer, begann mit dem Weingut 1925, als ihm aufgrund seines Dienstes im Ersten Weltkrieg ein kleiner Besitz von vier Hektar zugesprochen wurde, der in Erinnerung an die elfte Schlacht am Isonzo den Namen Podere Bainsizza erhielt. Heute bewirtschaftet das Weingut rund 42 Hektar, seit 1993 bereits nach Methoden des ökologischen Weinbaus. Es ist zertifiziert vom ICEA – Institut für ethische und ökologische Zertifizierung. Angebaut werden die roten Sorten Cabernet Franc, Merlot und Refosco dal Peduncolo Rosso sowie die weißen Sorten Glera, Pinot Grigio, Lison Classico und Chardonnay. Familie Savian setzt mit ihren Bioweinen kompromisslos auf Qualität, was nicht sie zuletzt mit der weiteren Zertifizierung durch das Lebensmittelsicherheitssystem 22000 belegen kann, das die Exzellenz der Weine auch in Bezug auf Qualität bestätigt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Rebstöcke für diesen Wein stehen auf Böden mit reichlich Ton und Kalkstein bei Annone Veneto nicht weit von Pordenone. Der 2022 Classico Lison DOCG Bio zeigt sich im Glas in einem hellen Gelb mit grünlichen Reflexen. Sofort melden sich in der Nase tropische Früchte, weiße Pfirsiche und Anmutungen von Akazienhonig und Nüssen. Auch würzige Richtungen, frisches Gras und der sortentypische Touch von Bittermandel sind dabei. Der Wein gleitet sanft und rund über die Zunge, die exotische Fruchtnote ist in eine frische Säurestruktur eingekleidet. Im langen fruchtigen und herrlich cremigen Finish taucht ein interessanter Hauch von Walnüssen auf. Erfreuen Sie mit diesem Wein eine Dorade vom Grill oder ein edles Perlhuhn-Gericht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;150 Lison Classico DOCG 2021 vom Weingut Borgo Stajnbech&lt;br/&gt;Sie sind eine große Familie, die Valent von Borgo Stajnbechs, und alle haben sich dem Wein zugewandt: Giuliano mit Adriana und die Töchter Medea und Rebecca. Seit drei Generationen steht die Familie für Leidenschaft, Professionalität, innere Energie, Engagement und Herzlichkeit. Welcher Weinmacher kann schon wie Giuliano von sich sagen, dass er sich nicht nur in seine Arbeit, sondern auch in einen Wein verliebt hat – genau den, den wir hier verkosten, den 150 Lison Classico. In dem sieht auch Adriana Territorialität, Persönlichkeit, Langlebigkeit, Vollmundigkeit und hervorragende Balance. Selbst wenn Rebecca während der Arbeit häufig „You can’t always get what you want“ von den Stones singt, so hat sie mit ihrer Entscheidung, im elterlichen Weingut mitzumachen, bewusst das One-Way-Ticket in ihre Zukunft gewählt. Medea sucht kreativ und herzlich den Kontakt zu den Besuchern des Weinshops und gibt in den Beratungen tiefe Einblicke in das Weinmachen und die Philosophie der Familie.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der 150 Lison Classico knüpft mit seinem Namen an das 150 Jahre-Jubiläum der Vereinigung Italiens an. 1861 war mit der Krönung Viktor Emanuel II. zum König von Italien der erste moderne italienische Nationalstaat entstanden. Gleichfalls im Jubiläumsjahr 2011 erhielt das Weingut Borgo Stajnbech den DOCG Status. Der 150 Lison Classico ist ein reinsortiger Tai, dessen Reben auf einem tonhaltigen Boden wachsen, der reich an Mineralien ist und sich durch eine dünne Oberflächenschicht aus Kalziumkarbonat, dem sogenannten Caranto, auszeichnet, das durch den Eintrag von Geröll aus den nahe gelegenen Flüssen alluvialen Ursprungs ist. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der 150 Lison Classico ist im Edelstahl ausgebaut und lag neun Monate auf der Feinhefe. Seine Aromatik assoziiert fruchtige und blumige Noten von Glyzinien, Limetten, Äpfeln und Akazienblüten mit mineralischen Akzenten. Am Gaumen offeriert er eine elegante, harmonische Sanftheit voller Fruchtnuancen, Würze und Mineralik. Alles ist mit Frische strukturiert und prägt noch lange den Abgang, in dem man auch die erwartete Bittermandelnote nicht vermissen muss. Der 150 Lison Classico begleitet gerne einen gedünsteten Wolfsbarsch mit einer hellen Kräuter-Dill-Soße.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Lison Classico vom Weingut Mazzolada&lt;br/&gt;Die Familie Genovese kaufte das renommierte Weingut Mazzolada 1985, das sich heute mit einem Turmfalken im Logo gerne „Mazzolada – La cantina del Falco“ nennt. Das Gut Mazzolada liegt in Portogruaro nordöstlich von Venedig im Landesinneren und erstreckt sich über 126 Hektar, von denen rund 93 Hektar Weinberge sind. Kellermeister ist mit über dreißigjähriger Erfahrung Daniele Bozza. Abgefüllt werden rund 1 Million Flaschen pro Jahr. Vinifiziert werden die weißen Rebsorten Chardonnay, Pinot Grigio, Tai, Traminer, Sauvignon Blanc, Glera, Malvasia und Verduzzo sowie die roten Sorten Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Refosco dal Peduncolo Rosso. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Reben für den Lison Classico wachsen auf skelettfreiem, stark mineralischen Boden in der Ebene. Der Wein funkelt im Glas strohgelb mit grünlichen Reflexen. Intensive, komplexe Düfte entwickeln sich mit zunehmender Belüftung: Fruchtnoten von Pfirsichen und Mangos, gelbe Blüten, Walnüsse und Kräuter. Er füllt den Mund mit Energie, bleibt aber immer sanft und harmonisch. Seine prägnante Mineralik und seine Fülle vereinen sich mit der schönen Bittermandel-Typik zu einem langen, leicht herben Finale. Servieren Sie diesen Lison zu Honigmelone mit San Daniele Schinken oder einem echt venezianischem Baccalà Mantecato – Stockfischcreme auf einer Scheibe Brot oder einem Stück Polenta.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Lison Classico DOCG vom Weingut Ai Galli&lt;br/&gt;Das 60 Hektar große, in den 1970er-Jahren gegründete Weingut Ai Galli liegt in Pramaggiore, im Grenzgebiet zwischen dem Veneto und Friaul Julisch Venetien. Die Reben wachsen auf mineralhaltigem, tonigem Boden, den eine dünne Schicht aus Caranto, Kalziumkarbonat, überzieht und der sich vieler Grundwasserquellen erfreut. Das Klima ist von deutlichen Temperaturamplituden durch Abendwinde gekennzeichnet. Leidenschaft, Innovationen und Achtung der Traditionen sind Grundlage der Philosophie des Weinguts.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dieser Lison Classico ist ein reinsortiger Tai aus eher ertragsarmen Weinbergen rund um Pramaggiore, wo der Boden sehr lehmig ist. Der Wein ist im Stahl vinifiziert und lag einige Monate auf der Feinhefe. Im Bukett zeigen sich dezente Aromen von exotischen Früchten, Zitrus und Akazienblüten. Den Mund füllt er fruchtig und würzig, ausgewogen und mit einiger Eleganz und Substanz aus. Im leicht herben Abgang begegnen uns zuverlässig die sortentypischen Anklänge an Bittermandeln. Ein hervorragendes Pairing wären Linguine mit Venusmuscheln oder ein Welsfilet mit Oliven-Kapern-Paste.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Lison Classico DOCG Organic vom Weingut Le Carline&lt;br/&gt;Daniele Piccinin ist ein Pionier des ökologischen Weinbaus im Veneto, denn er wirtschaftet schon seit 1988 biologisch auf seinem Weingut nahe der Stadt Annone nordwestlich von Caorle in Venezien. Das ist eine Herausforderung angesichts der häufigen, vom adriatischen Meer beeinflussten feucht-nebligen Wetterlagen. Die Weine entsprechen den hohen Anforderungen der EU-Verordnung 203/2012 für Biowein und sind von verschiedenen Organisationen als biologisch und vegan zertifiziert. Das Weingut misst den CO2-Fußabdruck und überwacht die CO2-Emissionen in den verschiedenen Unternehmensbereichen einschließlich der gesamten Weinlieferkette. Die Stromversorgung ist autark durch eine Photovoltaikanlage, die den gesamten Energiebedarf deckt. In den Weinbergen werden Glera, Chardonnay, Pinot Grigio und Verduzzo angebaut und die roten Sorten Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon und Refosco. Die Weine werden unter den Herkunftsbezeichnungen des östlichen Veneziens hergestellt: DOC Prosecco, DOC Lison Pramaggiore, DOC Venezia und DOCG Lison.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der 2021 Lison Classico duftet im Glas sofort los mit intensiven fruchtigen und floralen Aromen. Birnen, grüne Äpfel, aber auch Mandeln und sogar einige Haselnüsse sind dabei. Am Gaumen tritt er sanft und geschmeidig auf und umgibt die Zunge mit dezenten exotischen Fruchtnoten, aber auch mit Tönen von Äpfeln und Birnen, dazu Anmutungen von weißen Blüten. Die charakteristischen Bittermandelnoten tragen einen langen, leicht cremigen Nachhall. Ein passender Begleiter für ein veganes Kürbisrisotto mit Kokosmilch und Koriander, er würde aber auch einem gebratenen Entenfilet Flügel verleihen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;DOC Venezia &lt;br/&gt;Die 2011 geschaffene DOC Venezia erfasst den östlichen Teil der Region in den Provinzen Venedig und Treviso. Hier erblicken die Weinstöcke im Norden die Dolomiten und im Süden die mystischen Lagunengebiete um Venedig herum und das Adriatische Meer. Die Reben erfreuen sich am milden Klima mit verlässlichen leichten Winden. Die Böden sind aus urzeitlichen Gletschern und Flusstälern entstanden und weisen im Süden viel Sand auf, während man in der Mitte Schluff und Ton und im Norden Kiessedimente findet. Der Weinbau hat in der Lagune eine lange Tradition und war einer der erfolgreichsten Wirtschaftszweige der Republik Venedig: Nach dem napoleonischen Grundbuch wurden 1812 auf den Inseln der Lagune 300 Hektar Wein angebaut, wovon heute noch etwa 10 % verblieben sind.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Pino Grigio DOC Venezia vom Weingut Ornella Molon&lt;br/&gt;Das Weingut Ornella Molon befindet sich nahe des Ortes Campo di Pietra di Salgareda, etwa 20 km östlich von Treviso rund drei Kilometer vom Piave Fluss entfernt. Es wurde 1982 von Ornella Molon gegründet. Im Mittelpunkt steht heute ein historisches Landhaus, das die die Familie Molon-Traverso 1994 kaufte, Ornella und ihr Ehemann Giancarlo renovierten und Villa Giustinian Molon nannten. Es wurde 1652 für die venezianische Familie „Giustinian von der Calle delle Acque“ erbaut, aus der ein Doge von Venedig stammte. Damals wurde der Wein per Boot nach Venedig in die Calle delle Acque, die venezianische Residenz der Familie Giustinian, verschifft. Heute beherbergt das Landhaus die alten Keller, eine romantische Osteria und die Weinhandlung. Das Weingut Ornella Molon bewirtschaftet 42 Hektar Rebfläche. Die wichtigsten angebauten Sorten sind Glera, Merlot, Raboso, Traminer, Refosco und Pinot Grigio. Abgefüllt werden alljährlich rund eine halbe Million Flaschen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Reben für diesen reinsortigen Pinot Grigio DOC Venezia stehen am Piave-Flussgebiet, wo die Böden reich an Ton und Lehm mit Humusauflagen sind. Der Wein wurde mehrere Monate auf der Feinhefe gelagert, um die malolaktische Gärung zu vermeiden. Das Bukett überrascht mit einer herrlichen Duftigkeit von trockenem Heu zu den markanten Fruchteindrücken von grünen Äpfeln, Birnen, Grapefruit, Honigmelone und den Anklängen an eine Wiese im Morgentau. Am Gaumen dominieren die fruchtigen Noten von Zitrus, Grapefruit und Aprikosen. Es baut sich eine große Eleganz auf voller Harmonie und Kraft. Ein Pinot Grigio, der gut zu vielen Arten von Risottos passt, Sie können diesen Wein aber auch zum Freund eines gebratenen Heilbutt-Filets mit grünem Spargel machen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Prosecco Millesimato Col de Mar Extra Dry Venezia DOC vom Weingut Ornella Bellia&lt;br/&gt;Das Projekt und die Marke Col de Mar stammt vom Weingut Ornella Bellia in Pramaggiore, von dem wir bereits einen Lison DOC vorgestellt haben. Von Ornella Bellia kommt aber auch dieser besondere Prosecco Venezia DOC. Daneben stellt das Weingut im Col de Mar Projekt noch mehrere Proseccos anderer DOCs her. Die Col de Mar Serie ist im Sinne des Nachhaltigkeitsstrebens ausdrücklich der Cansiglio-Hochebene gewidmet, die die Alpen mit der Ebene Venetiens mit ihrem jahrhundertealten Wald verbindet. Col des Mar symbolisiert die unauflösliche Verbindung zwischen Bergen und Meer. Das grafische Design des Etiketts unterstreicht das: Der Hügel wölbt sich nach unten zu einem Tal, in dem ein Fluss fließt, während die Wellen des Meeres ein Gegengewicht bilden zum Kreis, der die Umarmung der Berge darstellt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der je zur Hälfte aus Glera und Verduzzo Trauben assemblierte Prosecco reifte im Autoklaven ohne malolaktische Gärung. Im Glas zeigt er stolz seine anhaltende feine Perlage vor und lockt mit einem Duftpotpourri von Zitrus, Birnen, weißen Pfirsichen und Akazienblüten. Am Gaumen vereint sich die Süße des extra-dry mit der rebsorteneigenen Säure zu einer köstlichen Frische und Lebendigkeit. Im Finish zeigt er eine gewisse Würze und leicht vegetabile Anklänge vom Typ Zitronenmelisse. Ein Prosecco mit Finesse und Klarheit. Natürlich ist er ideal als Aperitif, beeindruckt aber auch zu Canapés mit Räucherlachs und Mascarpone-Creme.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;DOC Piave&lt;br/&gt;Eines der ersten klassifizierten Gebiete der Region war die DOC Piave, die im September 1971 eingeführt wurde. Das Piave-Gebiet ist ein flaches Land, das von den Ausläufern der Dolomiten bis zur Mündung des   beide Fotos: © Consorzio Vini Venezia  Flusses Piave abfällt und sich nach Osten in Richtung der Provinz Venedig ausdehnt, die natürlicherweise durch den Fluss Tagliamento begrenzt wird. Das Piave-Gebiet erstreckt sich dann entlang des venezianischen Hinterlandes in die Lagune von Venedig bis hin zur Adria. Der Piave, der einst in die venezianische Lagune mündete, und der Kanal Fossetta waren bis zur Hälfte des 20. Jahrhunderts wichtige Verkehrswege. Im nördlichen Bereich sind die Sedimentböden sehr steinig mit einem hohen Anteil an Skelett, das den Reben tiefe Wurzeln abverlangt. Im Zentrum gibt es viel Lehm und Ton, im Süden häufig feinsandigen Boden. Verbreitet sind auch viele mineralische Elemente wie Phosphor und Magnesium. In diesem Gebiet sorgen die Nordostwinde für Abkühlung, zumal es im Sommer sehr heiß werden kann. Diese Terroirverhältnisse gefallen besonders den Rebsorten Raboso del Piave, Manzoni Bianco und Verduzzo.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Reben wachsen in etlichen Lagen noch mit dem traditionellen aufwändigen Erziehungssystem Bellussera, auch als Strahlensystem bekannt. Es wurde Ende des 19. Jahrhunderts von den Brüdern Bellussi aus Tezze di Piave (Treviso) entwickelt, um den Falschen Mehltau loszuwerden. Bei dieser Erziehung werden mit einem Pfahl jeweils 4 Rebstöcke auf 2,50 bis zu 4 Meter Höhe über dem Boden angehoben. Von jedem Pfahl werden Schnüre gezogen, die nach oben geneigt und diagonal zu den Zwischenreihen verlaufen und so einen Radial als Halbkreis bilden. Das System schützt die Knospen vor Spätfrost und bietet den Trauben eine bessere Sonneneinstrahlung.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Manzoni Bianco Piave DOC vom Weingut Furlan Società Agricola&lt;br/&gt;Das 1930 von Großvater Nonno Amadio Furlani gegründete Weingut wird heute von seinen Neffen Amedeo, Alberto und Moreno geführt. Es liegt im Tal des Flusses Piave in der Provinz Treviso. Traditionell bildet der Prosecco den Schwerpunkt der Produktion, es werden aber auch Weiß- und Rotweine hergestellt, insbesondere aus der lokalen Sorte Manzoni Bianco. Die Familie legt großen Wert auf Weinbaupraktiken mit geringer Umweltbelastung zum Schutz der Artenvielfalt und setzt ganz gezielt grüne Energie ein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Manzoni, auch »Incrocio Manzoni« genannt – ampelographisch wird sie als »Incrocio Manzoni 6-0.13 oder IM 6-0.13« gelistet – ist eine weiße Rebsorte. Sie wurde in den 1930er Jahren von Prof. Luigi Manzoni, einem ehemaligen Direktor der Weinbauschule San Michele all´Adige, gezüchtet und ist eine Kreuzung aus den Sorten Rheinriesling und Weißburgunder. Die Rebstöcke, die ton- und kalkhaltige Böden lieben, tragen kleine, lockere Beeren, deren Schalen relativ fest sind, weshalb sich die Erträge in Grenzen halten, aber die Anfälligkeit für Fäulnis gering ist. Die Trauben für diesen Wein wachsen in der Gemeinde San Vendemiano, die nach Süden ausgerichteten Weinberge sind von schwerem Lehm durchzogen. Im Keller erfolgte die Mazeration bei kontrollierter Temperatur. Vor der Abfüllung lag der Wein sechs Monate lang auf der Hefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir haben einen strohgelben Wein im Glas, der sanfte exotische Fruchtaromen mit Anklängen an weiße Blüten entwickelt. Geschmacklich beeindruckt der vollmundige Körper mit Noten von Pfirsich, Zitrus, Mandel und Apfel. Er ist körperreich und dabei doch federleicht, das erscheint zwar widersprüchlich, dennoch geht im Wein alles harmonisch zu, selbst im Hinblick auf die angenehm strukturierte Säure. Wir wollen nicht die üblichen Verdächtigen bemühen, aber das ist ganz klar ein spitzenmäßiger Spargelwein aus Venezien. Er würde sich aber auch über ein Red Snapper Filet vom Grill freuen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Nina Manzoni Bianco Piave DOC Weingut Ca’di Rajo&lt;br/&gt;Das Weingut Ca‘di Rajo liegt in San Polo di Piave nordöstlich von Treviso mitten im Tal umgeben von Weinbergen. Es wird inzwischen in dritter Generation der Familie Cecchetto von den Brüdern Simone, Alessio und Fabio geleitet. Gegründet wurde es 2005, nachdem Familie Cecchetto bereits seit 1931 zunächst mit Großvater Marino und dann mit Vater Bortolo Trauben angebaut hatte. Kürzlich wurde die Ca'di Rajo Group geschaffen, die Weine in großem Stil auch international vermarktet und in etwa 50 Länder exportiert. Angebaut werden Pinot Grigio, Chardonnay, Traminer, Sauvignon Blanc, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Raboso.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Name Nina dieses Manzoni Bianco ist eine Hommage an Frau Palmira, die allen als Nina bekannt war, die Großmutter der heutigen Besitzer. Die handgelesenen Trauben wurden etwa zehn Stunden mazeriert, ein Teil des Weins reifte etwa vier Monate in Tonneaux-Fässern. Aus dem Glas schickt der Wein dezente komplexe Aromen von Aprikosen, Ananas und Litschis mit einem Hauch der Blütendüfte des Blauregens. Den Mund füllt der Wein vollmundig, energisch und elegant aus. Exotische Früchte treffen auf ein Säurespiel, das im voluminösen Abgang die prägnante Mineralik unterstützt. Der Nina begleitet gerne ein Spargelrisotto oder eine Poularde aus dem Ofenrohr.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Bianco 41 Collezione Manzoni Bianco del Piave DOC vom Weingut Antonio Facchin &amp;amp; Figli &lt;br/&gt;Die alteingesessene Winzerfamilie in San Polo di Piave gehört seit 1870 zu den traditionsreichsten Prosecco-Produzenten und wird in vierter Generation geführt: Angelo und Giuseppe, Brüder und beide Önologen, kümmern sich um den Keller und die Weinberge, Giusi, die Schwester, managt das Marketing. Zum Weingut gehören über 38 Hektar Weinberge in elf Gemeinden in der Provinz Treviso mit den Appellationen Prosecco DOCG Conegliano Valdobbiadene, Prosecco DOC Treviso und Piave DOC. Das Weingut legt großen Wert auf eine ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung, auch wenn dadurch höhere Betriebskosten entstehen. Das betrifft auch scheinbare Nebensächlichkeiten wie die Auswahl des Flaschenglases. So wird für die Weine weißes Glas gemieden und dunkles bevorzugt, das den Wein nicht nur besser konserviert, sondern auch den Verbrauch von Neuglas begrenzt, so dass bis zu 90 % des Materials wiederverwendet werden können. Wer das Weingut besucht, wird im 1995 renovierten alten Bauernhaus mit Weinkeller empfangen, wo man alle Weine zu Köstlichkeiten der Piave-Region genießen kann, aber auch weißen Spargel aus Cimadolmo IGP, roten Radicchio aus Treviso, Tagliatelle mit Truthahnsauce oder Cotechino mit Meerrettich.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Für den Bianco 41 erfolgte die Gärung nach einer 12-stündigen Mazeration auf den Schalen im Holz, der Wein reifte dann in Stahl und Holz und ruhte in der Flasche – alles zusammen etwa 18 Monate. Er leuchtet das Glas goldgelb aus und lockt mit intensiven Aromen von Pfirsichen, Mangos und gelben Blüten nebst animierenden Vanille-Düften. Alles wird umrahmt von zarten Röstnoten und einem Touch steiniger Mineralität. Am Gaumen treffen wir die Bukettaromen wieder, die von einer Grapefruit-Note ergänzt und von einer lebendigen Säure begleitet werden. Die mineralischen Komponenten hallen noch lange nach. Ein durchaus komplexer Wein mit einem vollen Körper und gefälliger Harmonie. Servieren Sie diesen eleganten Manzoni Bianco zu einem Kaninchenragout oder zu einem Käsefondue.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Lison-Pramaggiore DOC&lt;br/&gt;Das Gebiet der bereits 1971 entstandenen Appellation erstreckt sich über die Provinzen Pordenone, Treviso und Venedig, wobei die Grenzen im Osten vom Tagliamento und im Westen vom Livenza markiert werden. Die Bodenverhältnisse mit Lehm- und Kalkböden und das Mikroklima ähnelt dem der DOCG Lison, auch rangiert die Tai als Leitsorte an erster Stelle. Daneben dürfen weitere 13 Rebsorten die DOC-Bezeichnung führen: Pinot Bianco, Pinot Grigio, Verduzzo, Chardonnay, Sauvignon, Riesling und Riesling Italico, Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Refosco dal Peduncolo Rosso OC, Malbech und Verduzzo dolce. In den Weinbergen sind wurzelechte Reben aus dem Ende des 19. Jahrhundert noch sehr verbreitet. Eine weitere traditionelle Besonderheit ist auch hier das sozusagen autochtone Reberziehungssystem Cassone Padovano, das einst die Benediktinermönchen einführten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;DOCG Malanotte Del Piave&lt;br/&gt;Die Appellation Malanotte del Piave DOCG entstand im Januar 2011. Der Name Malanotte bezieht sich auf das mittelalterliche Dörfchen in Tezze di Piave, Borgo Malanotte, das 1600 entstand, als die Trentiner Adelsfamilie Malanotti Land in Tezze di Piave erwarb. Das Produktionsgebiet Malanotte del Piave DOCG erstreckt sich heute entlang des Flusses Piave, von den nordöstlichen Grenzen der Provinz Treviso mit Friaul bis zu seiner Mündung, von den Hügeln von Conegliano und Montello bis zum Hinterland der Stadt Venedig. Die Böden bestehen aus Schwemmlandablagerungen, die  zuerst von Gletschern und dann vom Fluss Piave freigelegt wurden. Sie zeichnen sich durch einen hohen Anteil an Skelett im Norden, Ton im mittleren Gürtel und feinem Sand im südlichen Teil der Appellation aus. Das Klima ist mild mit zwar heißen Sommern aber eher lauen Wintern. &lt;br/&gt;                                                                                                                 beide Fotos: © Consorzio Vini Venezia&lt;br/&gt;Malanotte del Piave ist das Zentrum der roten Rebsorte Raboso. Sie war in der Republik Venedig besonders beliebt, weil sie lange und beschwerliche Reisen gut vertrug und keine Angst davor hatte, sich der Zeit und dem Meer zu stellen. Daher wurden die Weine als Reisewein, „vin da viajo“, bezeichnet. Venzien ist bekanntlich die einzige Weinregion der Welt, in der trocken ausgebaute Weiß- und Rotweine in beachtlichen Mengen aus getrockneten Trauben hergestellt werden, während das anderswo zu Süßweinen führt. Auf etlichen Weingütern werden zwischen 15 und 30 % der großen, dickschaligen Raboso-Trauben vor der Weiterverarbeitung von November bis Januar getrocknet. Das geschieht je nach Weingut entweder nach der Methode des „belüfteten Obstkellers“, bei der die Trauben in Kisten gelegt werden, oder durch die Trocknung am Rebstock, bei der die Trauben nach dem Abschneiden der Frucht am Stock verbleiben. Der Wein wird über etwa 36 Monate vinifiziert, davon mindestens 12 Monate in Holzfässern. Durch die Trocknung der Raboso-Trauben wird ihre hohe Eigensäure und Kantigkeit geglättet, ohne dass ihre Aromen und typischen Eigenschaften leiden. &lt;br/&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 21 Jun 2024 14:55:15 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/6/21_Das_Weingut_Michael_Opitz_am_Neusiedler_See_Erfolg_mit_einzigartigen,_charakterstarken_Weinen_aus_nachhaltigem_Weinbau_files/IMG_3596x.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_21.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:131px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Manchmal fragt man sich, was zuerst da war, die Natur oder Michael Opitz. Die Natur, das ist die Gemeinde Apetlon auf der südöstlichen Seite des Neusiedlersees, dem Seewinkel. Seewinkel heißt die Ecke, weil die Orte Podersdorf am See, Apetlon und Illmitz von der früheren L-förmigen Ausdehnung des Sees in einem Winkel eingeschlossen waren. Heute wird unter Seewinkel das gesamte österreichische Gebiet östlich des Neusiedler Sees verstanden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Von Apetlon aus sind es keine 10 Minuten Autofahrt und man ist in Ungarn. Hier war früher der Eiserne Vorhang, auch wenn es nicht so thrillermäßig zuging wie am Checkpoint Charly in Berlin. Der Seewinkel war mehr als vierzig Jahre lang eine Region, wo sich nicht nur die Füchse auch am Tage Gute Nacht sagten. Hier geht es auch heute noch im wahrsten Sinne des Wortes unterirdisch zu, jedenfalls am tiefst gemessenen Punkt Österreichs. Die Abgeschiedenheit wurde begünstigt durch die Steppenlandschaft, der &amp;quot;Kleinen Puszta des Seewinkels&amp;quot;, in deren Zentrum die Urbarialgemeinde Apetlon liegt. Urbarial leitet sich von Urbar ab, einem mittelalterlichen Besitz- und Leistungsverzeichnis, das einst von Maria Theresia zu einer Art Gemeindeverfassung geformt wurde. Heute bezieht sich der Ausdruck auf Agrargemeinschaften. Apetlon ist mit einer Gesamtfläche von etwa 1.300 ha die größte Agrargemeinschaft des Burgenlands. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wer hier aufwächst, der hat auch ein ganz besonderes Verhältnis zur Natur. Rund vierzig salzhaltige Seen, die Lacken, ziehen sich durch den Seenwinkel. Sie werden von Regenwasser gespeist und sind bis mehr als 10 km² groß mit einer Wassertiefe von etwa einem halben Meter – oder sie sind ausgetrocknet, im Sommer. Etliche Lacken sind aufgrund der Entwässerungsmaßnahmen versteppt: die westlichste Salzsteppe Eurasien. Bei Apetlon liegt mit der Langen Lacke der größte dieser Möchtegern-Salzseen. Überall wimmelt es von Vögeln inklusive Stop-over-Zugvögeln, obendrein grasen hier echte Steppenrinder. Man muss manchmal staunen, dass es in dieser absolut flachen Gegend Weingärten gibt, die noch dazu von höchst abwechslungsreichen Terrains wie Löss, Lehm, Schwarzerde, Schotter und Sand gebildet werden. Daran ist natürlich nicht das Soda in den Seen schuld, sondern es sind die 2.000 Sonnenstunden und rund 300 Sonnentage pro Jahr, die den Seewinkel zur sonnenscheinreichsten Region Österreichs machen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Damit sind wir bei Michael Opitz, der mit seinem sonnenverwöhnten Weingut voll in der Kurve liegt, um die Natur zu überholen. Von den rund 7.600 Hektar des Weinanbaugebiets Neusiedlersee bewirtschaftet er im Seewinkel rund 14 Hektar und weitere 4 Hektar in Slowenien. Die Weingärten im Seewinkel liegen teilweise direkt an der Grenze zum UNESCO-Welterbe Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel. Die Böden seiner Weingärten bestehen abhängig von den einzelnen Rieden aus allem, was für den Seewinkel bereits erwähnt wurde: Schwarzerde, Löss, Schotter, Lehm und Sand.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Klima ist sehr warm, mild und trocken. Es spendiert insbesondere im Frühjahr und Herbst reichlich Wind und im Winter reichlich Kälte – das typische pannonische Klima des Burgenlands. Der Frühling kommt früh, vielfach mit großen Regenmengen, und der oft neblige Herbst erwärmt die Rebstöcke, die dann ihre Blätter in den schönsten Farben vorzeigen – bis in den November hinein mit warmen Sonnenstrahlen. Die vom See aufsteigende Feuchtigkeit und der Nebel sind übrigens beste Voraussetzung für botrytisgeprägte Süßweine, die hier regelmäßig als Eisweine geerntet werden können. Die Weingärten von Michael Opitz sind von der Kühle der Nacht im Einflussbereich des Neusiedlersees gesegnet, was die tagsüber erhitzten Trauben herunterkühlt und ihnen die wichtige Säurestruktur verschafft.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Michael Opitz ist vom amtlichen Alter her fast noch junge Generation, jedenfalls aber im Geiste. Dabei stapft er nicht als Rebell herum, sondern respektiert die Tradition des Familienbetriebs und den Rückhalt sowohl in der Familie als auch im Team. Er sieht die Tradition als Katalysator der Solidarität in der Familie und nicht als belastende Vorgabe für seine Kreativität. Er will sich vom Mainstream und von Trends und Ideologien absetzen. Er ist kein Follower und kein Teiler und macht als Autodidakt lieber etwas Eigenes, Unverwechselbares, möglichst etwas Wildes jenseits der üblichen Grenzen – und das, ohne lange herumzureden. Das zeigt sich nicht nur in seinem Motto „No tricks. Just wine“, sondern auch in den Bezeichnungen seiner Weinlinien mit Buddy Talk, Simply Pure, Iris und Free Solo. Die neue Linie Iris soll mit der stilisierten Abbildung der Iris auf die Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit des Weins hinweisen, jeder Wein ein Unikat. Schließlich liegt ähnlich einem Fingerabdruck die Übereinstimmung der menschlichen Iris von zwei verschiedenen Personen rein rechnerisch bei eins zu sieben Milliarden. Die Etiketten der Iris wurden ebenso wie die der Linien Buddy Talk und die neuen von Free Solo von den Designern Florian und Liliana Tragl von Lilagold aus Prem im Allgäu entworfen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Weinberg und im Keller dreht sich viel, wenn nicht fast alles, um Nachhaltigkeit. Das beschränkt sich bei Michael Opitz indes nicht auf die üblichen guten Käfer gegen böse Käfer im Weingarten oder die Verwendung von Spontangärhefen im Keller. Nachhaltigkeit ist für ihn eine Arbeitshaltung, an der das ganze Team mitwirkt. Nachhaltigkeit wird täglich und praktisch erarbeitet, ohne Ideologie und Esoterik. Das hört nicht einmal auf, wenn der Wein in der Flasche ist, weil Nachhaltigkeit selbst noch bei der Verpackung verwirklicht werden kann. Da ist es nur konsequent, wenn sein Betrieb von der österreichischen Weinwirtschaft als &amp;quot;Nachhaltig Austria&amp;quot; zertifiziert ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nachhaltigkeit sieht Michael Opitz auch in der engen Verbindung zwischen modernen Erkenntnissen und innovativen Methoden mit der Tradition. Im Weinberg muss das Verhältnis von Blättern und Trauben stimmen, die Erträge dürfen die Rebe nicht auslaugen, sie muss alles geben, was sie kann, aber auch nicht mehr. Das herauszufinden ist nicht einfach, aber prägt sein Ehrgeiz. Der steigert sich im Keller zu einer innovativen Experimentierfreude und endet erst mit einem zufriedenen Lächeln, wenn die Gesichter der Verkostungsrunde strahlen. Sein wachsender Erfolg begründet sich nicht zuletzt auf seiner begnadeten Intuition für den einzigartigen Geschmack seiner Weine die das Terroir, die Rebsorte und sogar die Eigenarten jedes Jahrgangs abbilden, egal ob es Weine im weißen, roten oder im edelsüßen Bereich sind. Im Zusammenspiel all dieser Komponenten sieht Michael den Wein zu Recht als Gesamtkunstwerk an. Mit Vergnügen und Überzeugung will er seinen Kunden einfach guten und reinen Wein einschenken. Nicht mehr und nicht weniger.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Michael Opitz baut Zweigelt und Blaufränkisch an, aber auch Muskat Ottonel oder neue Sorten wie Rössler und internationale Sorten wie Chardonnay, Sauvignon Blanc, Pinot Blanc oder Pinot Noir. Seine Weingärten in Rieden wie Salzgründe, Hedwighof und Vierteljoch geben seinen Weinen besondere Eigenarten und unverwechselbare Profile. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Weine des Weinguts Michael Opitz verkosten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Simply Pure Weissburgunder&lt;br/&gt;Die Weine der Linie Simply Pure sind eine Art Direkt-Weine, nicht aufgemotzt, keine zusätzlichen Sequenzen, keine Soundverstärkung, unplugged eben. Es ist der Seewinkel in der Flasche, wild, typisch. Der Weißburgunder ist der ganz Neue in der Simply-Pure-Linie.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas outet sich der Wein mit einer frischen, fruchtigen Duftigkeit von reifen grünen Birnen, roten Äpfeln, Melonen und weißen Blüten. Immer wieder schweben winzige Nussaromen herum und treffen sich mit einer Ahnung von Würzkräutern. Im Geschmack steigert sich der Frischeeindruck noch einmal mit vielfältigen Fruchtnoten von Litschis, Äpfeln und Ananas, dazu Anklänge von Kräutern und Nüssen nebst einer Spur Bittermandel und einem Touch Zitrus. Der Abgang wird von einem netten kleinen Restsüßeschwänzchen und einer bemerkenswert lebendigen Säure unterstützt, die den nachhaltigen Eindruck der saftigen Frische lange aufrechterhält. Das ist der spritzige Fruchtige, der jeden Fisch in der Pfanne wiederbelebt und Muscheln auf dem Teller rocken lässt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Sauvignon Blanc-Pinot Gris Natural Wine&lt;br/&gt;Die Weine der Natural-Linie kommen unfiltriert in die Flasche, zeigen also typischerweise eine leichte Trübung ähnlich wie bei den meisten Orange Weinen. Wer bei diesem Weintyp roughe Säuerlinge erwartet, wird hier schwer enttäuscht oder angenehm überrascht, je nachdem: Dass ist eine raffinierte, subtile und elegante Burgundercuvée mit einem coolen understatement.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ins Bukett schickt der Wein reife Aromen von Aprikosen, Äpfeln, Birnen, Mandeln, schicke Zitrusdüfte von Lemon bis Orange und einen flüchtigen Hauch Holunderblüte. Im Mund wieder diese schöne Reife mit zarten kräuterigen Nuancen vom Sauvignon und Birnen vom Grauburgunder, die als erste über die Zunge drängeln. Dazu offerieren beide Sorten Eindrücke von Aprikose, Zitrus und Orangenschale. Irgendwann, irgendwie kommt eine Anmutung von Vanille zum Vorschein. Der Wein baut linearen Druck und Tiefe auf und zeigt trotz aller Energie stolz seine Frische. Das richtet die knackige Säure aus, die im Abgang einen herrlich fruchtsüßen Schmelz, aber auch einen Hauch leicht erdiger Mineralik eskortiert. Das will kein großer und offensichtlicher Wahnsinn sein, sondern ein Wein für Forscher und Entdecker, der alle Begierden sowohl der Sauvignon Blanc- als auch der Grauburgunderfraktion mit einem neuen sensorischen Erlebnis beeindruckt. Er darf gerne ein reguläres Brathähnchen aufwerten oder einen Kalbsbraten mit Penne und Rucola begleiten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Pinot Gris-Traminer Orange Wine&lt;br/&gt;Orange Wine ist sozusagen die vierte Farbe des Weins. Einen Orange Wine zu machen, ist stets eine Herausforderung, schließlich ist es wünschenswert, wenn das Ergebnis nach Wein schmeckt. Damit deutet sich schon an, dass ein Orange Wine nicht jedem zusagt, aber in jedem Fall eine Verkostung wert ist, mit der sich ungeahnte Geschmackstoleranzen entdecken lassen. Die Trauben eines Orange Wines wurde wie beim Rotwein auf der Maische mit Beerenhaut und Kernen vollständig vergoren, was hier drei Wochen dauerte. Dabei werden die Tannine aus Beerenhaut und Kernen gelöst. Der Wein reifte zehn Monate in Holzfässern aus österreichischer Eiche und Akazie und entwickelte aufgrund der sanften Oxidation das typisch „Orangene“. Diese Cuvée aus jeweils zur Hälfte Traminer und Pinot Gris kam ungefiltert und nahezu schwefelfrei in die Flasche. Der Wein braucht etwas Luft, um sein charakteristisches Aroma, seine offene Direktheit und Frische zu zeigen, die dann auch das Tanningerüst leichter überspielt. Der Pinot Gris-Traminer Orange ist vollendeter Ausdruck der Winzerphilosophie von Michael Opitz, mit ihm hat er ein wesentliches Ziel erreicht – erst einmal, denn er wird niemals aufhören können, seine leidenschaftliche Eigenwilligkeit mit etwas Neuem zu belohnen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas tritt der Wein selbstbewusst bernsteinfarben auf. Er fällt von Anfang auf mit einem warmen, reifen Duft, einer weit entwickelten Nase und einer imposanten Vielfalt an Aromen, die der Traminer ordentlich anfeuert. Wir entdecken rote und weiße Grapefruit, Aprikosen und tropische Richtungen von Ananas und Mango. Hinzukommen würzig-kräuterige Nuancen, florale Anklänge mit leicht nussiger Abrundung und ein Hauch von Honig. Mit zunehmender Belüftung kommt die Mineralik hervor und es melden sich die beim Orange Wine so markanten Phenole, die durch den Traminer als Aromasorte etwas charmanter werden. Am Gaumen dann ein Weinerlebnis besonderer Art, wie wir es bei Orange Weinen schon mehrfach beschrieben haben: Der Wein ist trocken und doch saftig, er hat zwar ein ordentliches Gerbstoffgerüst, das zerstört jedoch nicht seine intensive Aromatik. Herbe und süße Fruchtnoten harmonieren sowohl mit der pikanten, leicht salzigen Mineralität als auch mit dem äußerst professionell austarierten, griffigen Säurerahmen und den feinen Holznoten. Es imponiert, welche Dichte und Kraft diese Cuvée freisetzt und mit welcher reifen Phenolik sie sich umgibt. Im Abgang grüßen noch lange die süßlich herbe Fruchtigkeit und die kräuterige Würze. Bieten Sie den 2022 Pinot Gris-Traminer etwas außerhalb der Konventionen einem in Weißwein gekochten &amp;quot;Coq au vin&amp;quot; an, wobei es keineswegs ein Sakrileg ist, zum Kochen auch schon zu diesem fabelhaften Orange Wine zu greifen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Tiglet Chardonnay &amp;amp; Pinot Blanc&lt;br/&gt;Ähnlich wie in „Pu der Bär“ Tigger und Piglet mit Fässern hantieren und letztendlich die Persönlichkeit tauschen, steht der Name Tiglet für vollendet zusammengeführte Rebsorten. Der weiße Tiglet ist eine Komposition aus 50 % Chardonnay und 40 % Weißburgunder, zwei Rebsorten, die am Neusiedler See zwar nicht autochton, aber als Burgundersorten traditionell einheimisch sind. Der Chardonnay wird gerne als internationale Rebsorte bezeichnet, womit diejenigen, die ihn nicht im Weingarten haben, gerne mal in vornehmer Weise eine gewisse Verachtung ausdrücken wollen. Wer ihn indes angepflanzt, seine kleinen vitikulturellen Sperenzchen im Griff hat und ihn dann sorgfältig vinifiziert, schätzt es, dass er sich im Keller gerne jedem Experiment aussetzt und sich mit höchst unterschiedlichem Stil und Charakter bedankt. So richtig spannend wird es natürlich, wenn man mit dem Chardonnay in einer Cuvée experimentiert. Dabei war die Kombination mit Weißburgunder schon immer beliebt, anfangs im gemischten Satz, heute vor allem deshalb, weil sich beide Rebsorten in der Regel zu vollendeter Harmonie ergänzen. Mit dieser Cuvée Chardonnay mit Weißburgunder ist es Michael Opitz gelungen, gleichsam das Beste aus beiden Sorten zusammenzuführen, was durchaus nicht jedem Weingut gut gelingt. Der Wein wurde 10 Monate in Fässern aus französischer Eiche und Akazie vinifiziert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Cuvée fokussiert in erstaunlichem Maße die Fruchtigkeit der Burgundersorten, ohne durch zuviel Holz abzulenken. In der Nase bemerken wir Anklänge an frühreife Haselnüsse, Orangen und eingemachte Mirabellen. Die Cuvée ist im Geschmack ungemein schmelzig und zugleich kräftig, was dem Weißburgunder zu verdanken sein dürfte. Die feine Würze liefert der Chardonnay, wohl auch die zarte salzige Mineralik und die feine Säure. Wir genießen den fruchtbetonten, aromatischen und cremigen Nachhall mit Tönen von Ananas und einem Hauch von Mandeln und Honigmelone. Mit dem starken Auftritt dieses Weines, seiner eindrucksvollen Fruchtigkeit und Extraktfülle können Sie abseits des Mainstreams deftige Gerichte begleiten, zum Beispiel einen Eintopf aus gelben Erbsen und Schweinefleisch, gerne auch mit gerebelter Salbei, Liebstöckel und Koriander, alles behutsam abgeschmeckt, dazu eine Prise gemahlener Beifuß.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Tiglet Zweigelt &amp;amp; Blaufränkisch&lt;br/&gt;Der rote Tiglet präsentiert das klassische Flaschenpairing 60 % Zweigelt und 40 % Blaufränkisch. Die Rebsorte Zweigelt, die eine Kreuzung aus der verwendeten Cuvée-Sorte Blaufränkisch und St. Laurent ist, bringt von vornherein Harmonie in die Assemblage. Gleichwohl nehmen viele Winzer noch Merlot oder Cabernet Sauvignon in ihre Cuvées, wohl, weil sie dem Blaufränkisch allein nicht zutrauen, den temperamentschwachen Gleichmut des Zweigelt aus der Reserve zu locken. Da müssen erst Michael Opitz und der Seewinkel kommen, um wieder einmal eine unkonventionelle Versuchsanordnung zum Erfolg zu führen. Sponti-Gärung ist selbstverständlich, teilweise wurden Holzgärständer benutzt. Die Maischestandzeit lag bei etwa drei Wochen, die Cuvée reifte ein Jahr lang in Barriques aus französischer Eiche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas breitet sich eine tiefe rubin- bis granatrote Farbe aus, leicht violett blitzend. Das Bukett weist schon die Richtung: Keine drängelnden Sauerkirschen, die alles ersticken, vielmehr werden die Fruchtaromen fein nuanciert geboten: natürlich Kirschen, aber eben auch Heidelbeeren, frühreife Zwetschgen und kandierte rote Beeren. Im Mund haben wir einen temperamentvollen, gut strukturierten, echt trockenen Roten zum unkomplizierten Trinken auf hohem Niveau Die Fruchtbetonung liegt geschmacklich auf Sauerkirsche, wird aber geschickt abgerundet von roten Johannisbeeren, roten Pflaumen, Heidelbeeren und Kräutern. Alles unaufdringlich und gekonnt angepasst, auch das Holz. Im Abgang vereinen sich Frucht und Würze und lassen uns noch lange nachschmatzen. Michael Opitz ist es gelungen, der Cuvée zu einem erstaunlich harmonischen Körper mit gedeckelten Tanninen zu verhelfen und gleichzeitig mit einer trinkfreudigen Frische zu imponieren. Damit ist schon klar gesagt, dass wir einen universellen Essensbegleiter vor uns haben, der aber auch den allseits gefälligen roten Part auf jeder wilden Party übernehmen kann.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Blaufränkisch Ried Vierteljoch&lt;br/&gt;Bekanntlich wird der Blaufränkisch als Österreichs beste Rotweinsorte angesehen, so dass sich Winzer, die ihn in Deutschland unter seinem Synonym Lemberger machen, in Österreich abgucken, wie die Rebsorte sich zu Eleganz und Frische verführen lässt. Am Neusiedlersee fühlt sich der Blaufränkisch besonders wohl, bedankt er sich bei dem pannonischen Klima doch mit einer stabilen Blüte und deutlich früherer Vollreife als in den anderen Weinanbaugebieten Österreichs. Das sichert körnige, reife Gerbstoffe und eine Säure, mit der man etwas machen kann. Die Blaufränkisch-Trauben wurden spontan auf dem Holzgärständer vergoren und lagen drei Wochen auf der Maische. Der Wein reifte ein Jahr lang in teilweise erstbelegten französischen Barriques. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Vierteljoch 2020 schimmert im Glas in den Farben der Amarenakirschen, die auch in der Nase auftauchen. Obwohl der Wein durch und durch trocken ist, strömen süßliche Töne herbei, die sich später auch auf der Zunge in Erinnerung bringen. In der Nase treten kräftige Nuancen von dunklen Beeren wie und Brombeeren und Heidelbeeren auf, aber auch ein Touch blauer Blumen und ein schöner Hauch von Mokka, Minze, blondem Tabak und Vanille. Am Gaumen wird es fruchtig und komplex. Brombeeren, Kirschsorten, rote Beeren, einige florale Noten, etwas Krokant, Kaffee und eine leichte Röstnote stürzen sich, unterstützt von moderater Säure, in einen intensiven, geschmeidigen Abgang mit feinkörnigen Tanninen und gekonnt verwobenen Holzaromen. Das ist eine kantenfreie, aber kernige Sorteninterpretation mit spannender Komplexität, balancierter Dichte und animierender Fruchtigkeit. Ein Wein für tolle Momente und einen kräftig gewürzten Rinderrostbraten. &lt;br/&gt;</description>
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      <title>Das Weingut Castelfeder: We are family – mit Tradition und Pioniergeist zu den besten Terroirweinen Südtirols </title>
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      <pubDate>Mon, 10 Jun 2024 07:08:20 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/6/10_Das_Weingut_Castelfeder__We_are_family_mit_Tradition_und_Pioniergeist_zu_den_besten_Terroirweinen_Sudtirols_files/xFamilie%20Giovanett.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object002_12.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:133px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Der Hügel von Castelfeder gute 50 km südlich von Bozen zwischen Auer und Neumarkt ist nicht nur ein über 100 Hektar großes Biotop, sondern ein mystischer Ort. Hier erinnern ein abgeschliffener Porphyrfelsen an vorbeigezogene Gletscher und die Reste einer alten byzantinischen Festungsanlage aus dem 6. Jahrhundert an vorgeschichtliche Siedlungen und spätantike Scharmützel. Beim Aufstieg hat man einen fantastischen Ausblick auf die Dolomiten und den spektakulären Wasserfall von Auer. Als Alfons Giovanett 1969 ein Weingut in dem südwestlich angrenzenden, direkt an der Etsch gelegenen Neumarkt im Süden des Südtiroler Unterlands gründete und es Castelfeder nannte, begann eine Erfolgsgeschichte, die vom sagenumwobenen Namen zu sagenhaften Weinen führte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Alfons Giovanett hatte von 1937 bis 1940 die renommierte Weinbauschule in San Michele all’Adige besucht und war vor der Gründung des Weinguts lange Jahre als Önologe tätig. Im Jahre 1989 übernahm sein Sohn Günther die Leitung des Weinguts und führte es zusammen mit seiner Frau Alessandra fort. Sie verlegten die Kellerei in das kleine Weindorf Kurtinig zwischen Neumarkt und Salurn und ließen den Betrieb in vielfältiger Weise wachsen. Es wurden Weinberge dazugekauft, Vertragswinzer gewonnen, Produktion und Organisation modernisiert und ein internationaler Kundenstamm erschlossen. Es war dann wie immer eine glückliche Fügung, als sich auch die Kinder für den Weinbau begeisterten und als dritte Generation ins elterliche Weingut eintraten: Sohn Ivan hatte Önologie in San Michele und Geisenheim studiert und Auslandespraktika in den USA und in Neuseeland absolviert. 2005 begann er im elterlichen Betrieb, wo er heute den Außenbetrieb dirigiert und als Kellermeister die Verantwortung über die Weine hat. Tochter Ines managt die ökonomische Seite des Betriebs, insbesondere Verkauf, Marketing und Einkauf. Beide werden wohl eines Tages die Leitung des Weinguts übernehmen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Castelfeder ist nicht lediglich irgendein xbeliebiges Familienweingut, sondern führt mit fünfzigjähriger Tradition in jeder Flasche vor, was im April 1979 die Sister Sledge als signature song weltberühmt machte: „WE ARE FAMILY“. Hinter diesem Leitspruch stehen bei Familie Giovanett eine unbändige Leidenschaft und Energie, mitreißende Lebensfreude und Emotion, harte Arbeit und der Stolz auf das internationale Renommee der Weine. Alles mündet in eine spannende Verbindung von regionaler und familiärer Tradition und Pioniergeist, was mit jedem Jahrgang einzigartige terroirbetonte und rebsortenauthentische Weine höchster Qualität hervorbringt. Damit ist Castelfeder schon seit langem in die kleine und feinste Spitze der berühmtesten Weingüter und Genossenschaftskellereien Südtirols aufgerückt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hinter der Erfolgsgeschichte steht – in der Weinsprache ausgedrückt – ein hochkomplexes Konzept, das auf mehreren Ebenen geniale Ideen umsetzt. Dass man beinahe das gesamte Rebsortenspektrum Südtirols anbaut, ist schon bemerkenswert, aber noch nicht das wirklich Besondere. Vielmehr ist es die Entscheidung, jede kleinste Parzelle getrennt und ganz individuell zu pflegen und önologisch zu bearbeiten, vom Weinberg bis in den Keller hinein. Das beginnt schon vor der Bestockung mit der genauen Analyse des Bodens und der gezielten Auswahl der jeweils passenden Rebsorte. Hierbei ist von unschätzbarem Vorteil, dass das Weingut über die unterschiedlichsten Bodenstrukturen an Berghängen, in Tälern und Seitentälern, in unterschiedlichen Höhen, mit unterschiedlichen Ausrichtungen und oftmals auch mit verschiedenem Mikroklima verfügt. Das lässt sich in den Weinlinien gut nachvollziehen. Ähnlich wie in Burgund mit seinen Village-Weinen bilden beispielsweise einige Spitzenweine vom Pinot Noir keine einsame Lage, sondern das Terroir ihrer Herkunftsorte ab. In einer anderen Linie (Burgum Novum) wird ähnlich wie in Bordeaux assembliert – zwar nicht verschiedene Rebsorten, aber Trauben einer Sorte aus verschiedenen Weinbergen, die streng selektiert und gemeinsam gekeltert werden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auch wenn das Weingut nicht ökologisch zertifiziert ist, so orientiert man sich stark am biologischen Weinbau ohne Kunstdünger und konventionelle Pflanzenschutzmittel und setzt auf eine nachhaltige Bewirtschaftung mit organischem Dünger und artenreichen Einsaaten. Die Reben wissen es zu schätzen, wenn man individuell, achtsam und mit Sorgfalt auf ihre Bedürfnisse eingeht. Sie bedanken sich mit charaktervollen und ausdrucksstarken Weinen, die die Eigenart der Rebsorte und das Terroir stolz vorzeigen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Castelfeder verarbeitet heute Trauben von 70 Hektar Rebfläche, mehr als 50 Hektar werden selbst bewirtschaftet. Die Weinberge befinden sich im Südtiroler Unterland zwischen dem Etschtal im Westen und den Bergen des Alpenhauptkamms im Osten. Es sind Lagen von Meran und Bozen im Norden bis Salurn im Süden, die auf einer Höhe von 200 bis 900 Metern über dem Meeresspiegel liegen. Die Böden sind sehr vielfältig, es überwiegt zwar vulkanischer Porphyr und stark kalkhaltiges Dolomitgestein, es gibt aber auch Weinberge mit Lehm, Ton, Schiefer und Moränenböden. Sie sind alle durch die Alpen im Norden vor kühlen Winden geschützt und sonnen sich an mehr als 300 Tagen im Jahr unter den von Süden einströmenden mediterranen Einflüssen. Die große Temperaturamplitude zwischen Tag und Nacht ist äußerst förderlich für die Ausprägung der sortentypischen Aromen in den Trauben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den 70er und 80er Jahren baute Familie Giovanett noch vorwiegend rote regionale Rebsorten wie die Südtiroler Lieblinge Lagrein und Vernatsch nebst Blauburgunder an. Heute sind es zu 70 % weiße Rebsorten, darunter Chardonnay, Pinot Bianco, Pinot Grigio, Sauvignon, Gewürztraminer, Kerner und Müller-Thurgau. Unter den 30 % roten Rebsorten steht der Pinot Nero im Mittelpunkt, der in Südtirol als Blauburgunder firmiert. Dazu kommen Lagrein, Vernatsch, Merlot und Cabernet Sauvignon. Den weißen und roten Burgundersorten widmet sich Familie Giovanett mit besonderer Leidenschaft. Da trifft es sich gut, dass die Burgundereben in Südtirol eine würdige Tradition haben, hat sie doch vor mehr als 150 Jahren Erzherzog Johann von Österreich in die Region gebracht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Doch Familie Giovanett macht auch Riesling. Allerdings nicht in Südtiroler Lagen, sondern an der Mosel in der Riesling-Steillage Sorentberg. Das ist sozusagen eine Nachwirkung von Ivan Giovanetts Studium 2003/2004 in Geisenheim. Gemeinsam mit seinem Studienfreund Tobias Treis aus Reil an der Mosel begann er 2011 die seit 25 Jahren brach liegende Steillage Sorentberg in Reil zu rekultivieren, wobei über tausend wurzelrechte Reben gerettet wurden. Sie hat eine nach Süden ausgerichtete extreme Neigung von 80 bis 110 Prozent und liegt in einem Seitental an der Mittelmosel auf der Höhe der Burg Arras nördlich von Traben-Trarbach. Damit ist ein grenzübergreifendes Joint Venture entstanden, das es Ivan ermöglicht, dem Riesling die Identität seiner Herkunft vom nur hier liegenden roten Wissenbach-Schiefer mit seinen Muscheleinschlüssen zu belassen und damit Riesling-Weine so rebsortentypisch auszubauen, wie sie nur an der Mosel entstehen können. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller des Weinguts Castelfeder geht es langsam und äußerst sorgfältig zu. Die angelieferten Trauben werden schonend und freundlich behandelt. Man gibt ihnen Zeit, um sie zu terroir- und sortengerechten Weinen zu animieren. Dabei ist jedes Detail wichtig und es kommt nicht nur Know-how zum Einsatz, hier wird das Weinmachen auch als eine Herzensangelegenheit angesehen, bei der die Entstehung der großen Spitzenweine emotional und fast liebevoll begleitet wird. Abgefüllt werden im Weingut Castelfeder jährlich mehr als 600.000 Flaschen. Obgleich es damit zu den großen Südtiroler Weinbaubetrieben gehört, gibt es keine Massenproduktion – hier geht nichts über die Qualität. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weine sind in eine Pyramide eingestellt mit den Mont Mès Weinen an der Basis, darüber die Linie Selection, darüber die exquisiten Burgum Novum Weine und an der Spitze die Family Reserve. Die Weiß- und Rotweine der Linie Mont Mès treten modern, jung, frisch und dynamisch auf, nicht zuletzt mit der Handschrift der Generation von Ivan und Ines. Es sind fruchtige Cuvées und rebsortenreine Klassiker. Die Linie Selection präsentiert weiße und rote Aroma- und vor allem Terroirweine, die eindrucksvoll belegen, dass auch äußerst nahe beieinander liegende Rebanlagen aufgrund unterschiedlicher Höhenlagen und Ausrichtung der Weinberge den Weinen eine eigene Identität mit sehr differenzierten Nuancen mitgeben können. Die Pinot-Nero-Lagen Buchholz, Glen und Mazon sind hierfür das beste Beispiel. Die Linie Burgum Novum vereint seit 1989 barrique-gereifte Spitzenweine aus Weinbergen mit höchster Pflegestufe und mühsamer, liebevoller, traditioneller Vinifizierung im Keller. Das ist nicht zuletzt an den aufwendig gestalteten Etiketten ablesbar. Die Linie Family Reserve stellt in einer limitierten Auflage von rund 1.400 Flaschen die historische Cru Lage Kreuzweg im Dorf Magreid mit einem Chardonnay Riserva vor. Um die Klassifikationspyramide herum schwebt neuerdings die exzeptionelle Magnum Kreation Tecum, ein Weißburgunder, den wir im Weiteren noch ausführlich vorstellen werden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit jedem Jahrgang kann man weiterhin die einzigartige Identität und die authentischen Geschmackserlebnisse der Weine von Castelfeder genießen. Weinmagazine und Weinguides überschlagen sich mit Top-Bewertungen. Regelmäßig kassiert das Weingut Sterne, Punkte, Gläser oder Trauben in höchsten Kategorien. Es ist eines der führenden Weingüter in Südtirol, das mit seinen großartigen Weinen und seinem internationalen Ruf zum Ansehen der gesamten Region Südtirol beiträgt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten zwölf Weine des Weinguts Castelfeder verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2023 Raif Sauvignon Vigneti delle Dolomiti IGT&lt;br/&gt;Das ist ein Einstieg in die Weißweinwelt von Castelfeder auf höchstem Niveau. Von dem Raif spricht man als einem der besten, wenn nicht dem besten Sauvignon Blanc Italiens, was der Concours Mondial du Sauvignon 2023 bestätigte. Dabei scheint sich fast jeder Winzer in Südtirol an dieser Rebsorte zu versuchen, doch niemand macht einen so unvergleichlichen Sauvignon wie Familie Giovanett. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weinberge mit den etwa 15 bis 20 Jahre alten Rebstöcken auf sandigen Kiesböden mit etwas Lehm und Mergel liegen auf 600 m Meereshöhe und werden durch abendliche Fallwinde abgekühlt. Dass der Sauvignon in diesen Lagen früh reift, sollte sich in der Bezeichnung „Reif“ ausdrücken, was wohl aufgrund eines Tippfehlers zu „Raif“ und nun zur Legende mit Kultstatus geworden ist. Auf dem Etikett sieht man ein wunderschön gezeichnetes Blatt der Sauvignon Blanc-Rebe. Die handgelesenen Trauben wurden im Keller eingemaischt und absolvierten für zwölf Stunden eine Kaltmazeration, um vom Aroma in der Beerenhaut zu profitieren. Nach der schonenden Pressung wurde der Most im Edelstahl vergoren, der Wein lag dann sechs Monate auf der Feinhefe. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt er in einem animierenden Gelb-Grün. Er verströmt kräftige, komplexe Aromen, darunter Stachelbeeren, reife Feigen, eine schöne Duftigkeit von Holunderblüten, ein Hauch von grünen Äpfeln und Grapefruit und dezente Anklänge an frisches Gras und Brennnesseln. Im Mund entfaltet er sich mit den Bukettaromen vollmundig und frisch. Eindrücke von exotischen Früchten vereinen sich mit floralen Noten und vegetabilen Nuancen. Alles wird umrahmt von einem lebendigen Säurespiel und deutlichen mineralischen Nuancen. Das geht so weiter bis ins lange, saftige Finale, das den alpinen Charakter dieses Sauvignons noch einmal herausstellt. Ein überaus harmonischer, eleganter Wein, der präzise und energiegeladen seine Fruchtigkeit und Frische in einer herrlichen Struktur präsentiert. Er steht zu unzähligen Fisch- und hellen Fleischgerichten sicher auf dem Tisch und an jedem schönen Sommerabend einladend auf der Terrasse. Es ist auch der Wein, der neugierig macht, wie es wohl weiter oben aussieht auf der Pyramide.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Doss Chardonnay&lt;br/&gt;Die Chardonnay Rebe hat inzwischen von Burgund aus die ganze Welt erobert und gilt in Italien als viert wichtigste weiße Sorte. Dieser Ortswein stammt aus den Hügellagen um Kurtinig herum. Man spricht von dem idyllischen Weindorf auch salopp von Klein-Venedig, weil es durch die Etsch oft überflutet wurde und sich drumherum Hügel aus sandigen Kalkschotterböden mit Lehm und Ton gebildet haben, die heute mit den Chardonnay Reben bestockt sind. Die Lese erfolgte im Weinberg in kleinen Körben, ein Teil der Trauben wurde vor der Pressung über ein Rüttelpult entrappt, der Most wurde mit Trockenreinzuchthefen im Edelstahl vergoren und durch natürliche Sedimentation gefiltert. Der Wein reifte vier bis sechs Monate auf der Feinhefe. Auf dem Etikett ist eine der ältesten Reben Südtirols abgebildet. Sie soll 270 Jahre alt sein und steht neben der Chardonnay-Parzelle von Castelfeder.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas leuchtet der Doss-Chardonnay in einer satten strohgelben Farbe mit grünlichen Reflexen. Er entwickelt seinen Duft zunächst distinguiert zurückhaltend, legt dann aber los mit rebsortentypische Aromen von gelben Äpfeln, reifen Bananen und einer Abrundung von Ananas und anderen exotischen Richtungen. Im Mund tritt der Wein fast jugendlich-forsch auf mit einem rassigen Antrunk, der dank des Ausbaus im Stahltank mit frischer Fruchtigkeit und geschmeidiger Aromatik herumtobt. Er trumpft auf mit einer komplexen exotischen Fruchtigkeit, in die sich dezente Töne von Mandeln und reifen gelben Birnen einschleichen. Saftig, rund und füllig zeigt er seinen energischen Körper vor, der von einer perfekt integrierten zarten Säure gestützt wird. Im fast schmelzigen Abgang lassen sich seine vielschichtigen, intensiven und ausgewogenen Geschmacksnoten noch lange genießen. Ein herrlich leichtfüßiger und frischer Chardonnay mit animierender Trinkfreudigkeit. Das ist der klassische Begleiter zu einer großen Pfanne knoblauchfreier Scampi, einer getrüffelten Poularde aus dem Rohr oder zu einem Dinner for two.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Vigna Villa Karneid Chardonnay DOC Südtirol&lt;br/&gt;Die traditionsreiche historische Lage erstreckt sich rund um den Ansitz Karneid bei Salurn im südlichsten Teil Südtirols, der historischen Grenze zwischen Südtirol und dem Trentino. Sie wurde inzwischen als „Vigna“ in die Weinbergkartei eingetragen, was den Weinen allerhöchste Qualität bescheinigt, vergleichbar mit der Kategorie „Großes Gewächs“ in Deutschland. Vigna Villa Karneid hat im Weingut Castelfeder drei Terroir-Weinen – Chardonnay, Lagrein und Merlot – ihren Namen gegeben, die eine Art Premiumspitze der Selection-Linie bilden. Die Chardonnay Trauben kommen aus 225 m hoch gelegenen Parzellen an den Hangausläufern von Salurn, in denen vor allem Schwemmböden mit Schuttkegeln aus dolomithaltigem Gestein verbreitet sind. Hier befinden sich seit jeher einige der besten Weißweinlagen Südtirols. Die um den 1. September 2022 von den 7 bis 40 Jahre alten, nach Westen schauenden Rebstöcken geernteten Trauben wurden im Edelstahl vergoren und einige Partien des Weins für sechs Monate in neuen Tonneau-Fässern weiter ausgebaut. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit seiner strohgelben Farbe und kleinen grünen Reflexen strahlt der Chardonnay im Glas äußerst einladend. Expressiv öffnet er sein Bukett von einheimischen gelben Früchten mit vielen Äpfeln, dazu Mandeln, markante exotische Töne und eine Blumenwiese im Morgentau. Am Gaumen kommen die Bukettaromen mit voller Kraft an, körperreich, energisch und brillant ausbalanciert mit der angemessenen Säure, einer schönen Mineralität und feiner Würze. Dabei sind die Holzaromen als zarte Röstnoten dezent und herrlich vanillig eingebunden. Alles formiert sich zum langen Genuss im Abgang. Dieser Chardonnay bereichert ein Menü mit einem Löffelchen Kaviar als Vorspeise und Heilbutt-Loins in weißer Soße von Gartenkräutern als Hauptgang. Wer auf ein Fischessen weniger enthusiastisch abfährt, kann diesen Wein zu einem hyperklassischen Hühnerfrikassee servieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Burgum Novum Chardonnay Riserva DOC Südtirol&lt;br/&gt;Die Linie Burgum Novum hat ihre Bezeichnung aus dem lateinischen Namen des Dorfes Neumarkt, dem Gründungsort von Castelfeder. Der Chardonnay Riserva ist einer der Topweine von Familie Giovanett. Die Reben stehen auf Kalkschotter- und Schwemmböden rund um die Gemeinden Kurtatsch, Margreid und Neumarkt. Das spät geerntete Lesegut wurde gnadenlos selektiert, die Gärung erfolgte im Edelstahl. Der Wein reifte 18 Monate in französischen Barriques und durchlief die malolaktische Gärung. Danach kam er für weitere 12 Monate in Stahltanks und ruhte noch sechs Monate auf der Flasche. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Glas sehen wir ein helles Goldgelb mit hellgrünen Rändern. In der Nase berauscht der Riserva mit einem hochkomplexen Gesamtkunstwerk aus Aromen von Banane, Apfel, Ananas, Grapefruit, Birne und etwas Zitrus. Dazu kommen zart süßliche Töne von Haselnüssen und Mandeln, Kokos und Vanille, teilweise eingekleidet in feine Röstnoten mit sanfter Holzwürze. Am Gaumen entfaltet er eine imponierende Komplexität und Raffinesse. Mit zunehmender Beatmung wird er immer kraftvoller, ohne seine ausgewogene, elegante Struktur zu vernachlässigen. Nussige und vegetabile Eindrücke treffen auf pikante Würze, winzige Rauchnoten vom Holz und auf eine moderne, leicht salzige Mineralität. Auch im herbfruchtigen, cremigen Abgang behält er seine Fülle, Frucht und spannungsvolle Finesse. Die eindrucksvolle Fruchtigkeit und die Extraktfülle passen gut zu einem Welt-Klassiker: Roasted chicken with honey-sesame carrots.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Vigna Villa Karneid Merlot DOC Südtirol&lt;br/&gt;Der Aufwand im Weinberg für die Merlot-Rebe ist beträchtlich, eine dichte Kontrolle der Reifung unerlässlich, strenge Selektion bei der Lese unbedingt erforderlich. Das alles lohnt sich allerdings nur, wenn auch Boden und Klima stimmen, und beides passt hier ausgesprochen gut. Die Rebstöcke für den Villa Karneid Merlot stehen in der Nähe der Lagrein-Parzellen in rund 240 m Meereshöhe an den Hangausläufern von Salurn. Hier erstrecken sich tiefgründige tonige und lehmige Kalkschotterböden und Murschuttkegel – das sind riesige Schuttmengen, die sich mit dem Abschmelzen der Gletscher in die Täler ergossen haben. Klimatisch helfen die legendären Südtiroler Sonnenstunden und die ideale südliche Himmelsrichtung. Das begeistert die Merlot-Rebe, die dafür Würze und Energie liefert. Die Reben sind zwischen 5 und 15 Jahre alt. Die Ernte erfolgte am 1. Oktober 2021. Nach der Gärung kam der Wein für rund 12 Monate in neue und vorbelegte Barriquefässer. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er lockt im Glas mit einem intensiven Granatrot mit violetten Reflexen. Das Bukett ist lebendig und konzentriert: rote und schwarze, frische und getrocknete Beerenfrüchte, schwarze Kirschen und ein Hauch von reifen Zwetschgen nebst einer Spur Süßholz. Ab und an deuten sich zarte Gewürznoten und etwas Vanille an. Ganz under cover schwebt eine winzige tabakige Nuance herum. Im Mund wird der leicht süßliche Schmelz des Merlots umhüllt von einer gefälligen Körperfülle, die den Fruchteindruck von den Waldbeeren, den reifen Pflaumen und die feinen Gewürznuancen ohne Ecken und Kanten, aber mit Macht vereint. Die Säure ist angenehm zurückhaltend, die Tannine rebsortengemäß verhalten und obendrein gut gezähmt. Alles gleitet harmonisch in einen langen kraftvollen Abgang. Ein höchst geschmackvoller, gekonnt ausbalancierter, eleganter Merlot. Verwöhnen Sie sich und diesen Wein mit einer Lammkeule in einer kräftigen Fleischsoße mit Kartoffelklößen. Und nicht vergessen, ihn zwei bis drei Stunden zuvor zu öffnen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Buchholz Pinot Nero DOC Südtirol&lt;br/&gt;Zur Lage Buchholz gehören viele steile Weinbergterrassen auf rund 470 bis 630 m Meereshöhe an einem West- bis Nordwesthang nordöstlich von St. Johann in der Gemeinde Salurn. Die Rebstöcke sind 18 bis 40 Jahre alt und zählen damit teilweise zu den „Alten Reben“. Der Boden ist geologisch bekannt wegen der Trudner Bruchlinien zwischen kalkhaltigem Dolomitgestein und Porphyrschichten mit hoher roter Lehmauflage. Die Anfang September 2022 handgelesenen, vollreifen Trauben wurden über rund zwei Wochen im Edelstahl auf der Maische vergoren, es folgte ein einjähriger Barriqueausbau des Weins mit dreimonatiger Ruhe auf der Flasche. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Etikett des Buchholz präsentiert eine besondere Geschichte: Es zeigt den kleinen Perkeo, den Mundschenk und Hofnarrn des Kurfürsten Karl III Philipp von der Pfalz. Er genoss den Ruf, mal eben das große 200.000 Liter Holzfass von Heidelberg in einem Zuge austrinken zu können. Andererseits soll Perkeo nach dem ersten Schluck Wasser leblos umgefallen sein. Vielleicht fangen Sie doch erst mal mit ein oder zwei Flaschen vom Buchholz an.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas verbreitet der Buchholz ein helles Rubinrot und offeriert spontan ein pinot-typisches Duftspektrum von Himbeeren, Erdbeeren und Sauerkirschen mit einer Anmutung von Brombeeren. Die animierenden Fruchtdüfte werden eskortiert von einer leicht rauchig-röstigen, aber immer dezenten Holznote und einer interessanten kräuterigen Würze Richtung Wacholder. Über die Zunge fließt der Wein frisch und saftig mit einer herrlich kühlen Fruchtigkeit und einer charmanten Nussigkeit, die sich auch von den mürb-sandigen Tanninen nicht stören lassen. Die feine Säure baut Zug und Spannung auf, was zusammen mit der dezenten Holzwürze noch lange nachhallt. Dieser gut strukturierte und elegante Blauburgunder feuert alle Sinne an und bringt das mediterrane Flair von Südtirols Süden ins Haus. Er verdient einen Fasan auf dem Tisch oder ein edles Filet aus der Rehkeule, scharf angebraten und mit vielen Kräutern abgeschmeckt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Glen Pinot Nero DOC Südtirol&lt;br/&gt;Die Fraktion Glen südlich von Montan an der Weinstraße und nördlich von Mazon ist gewissermaßen eine der Gründungslagen von Castelfeder, war sie doch schon im 69er-Portfolio von Alfons Giovanett enthalten. Sie ist eine der bekanntesten Blauburgunder-Zentren in Südtirol. Die Weinberge erstrecken sich oberhalb des Kalterer Sees mit Süd- bis Südwestausrichtung auf 450 bis 790 m Meereshöhe mit einem Konglomerat-Boden aus viel Lehm und Sand, aber auch Kalk und Porphyr. In dieser Höhe erreicht der Blauburgunder seine physiologische Reife eher spät, was der Qualität des Weins zugutekommt. Genau genommen werden die Trauben alle 100 Höhenmeter zehn Tage später reif, so dass sich die Ernte über Wochen erstreckt. Dabei ist es wie auch sonst mit dem Einfluss der Höhe: Von den unteren Reben kommen Power und Frucht in den Wein, von den oberen die coole Eleganz. Solche Verhältnisse sind eigentlich recht selten, was einen Terroirwein schon mal ziemlich einzigartig macht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Glen wurde ähnlich wie der Buchholz ausgebaut, also Vergärung auf der Maische über zwei Wochen im Edelstahl, einjähriger Ausbau des Weins in vorbelegten Barriques und dreimonatige Ruhe auf der Flasche. Dass sich der Wein von dem Buchholzer Pinot Nero unterscheidet, dessen Weinberge rund 15 km entfernt sind, ist vielleicht noch verständlich, aber dass deutliche Unterschiede zur fast benachbarten Lage Mazon bestehen, erscheint überraschend. Tatsächlich ist jedoch die Rebsorte Blauburgunder so sehr terroirbezogen, dass schon feinste Unterschiede in den Weinbergen ihrer Herkunft im Wein sensorisch wahrnehmbar sind.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auf dem Etikett ist das Glener Viadukt der ehemaligen Fleimstalbahn abgebildet als Symbol von Aufbruch, Mobilisierung und Industrialisierung. Von hieraus hat man übrigens einen fantastischen Blick auf Bozen und das Südtiroler Unterland mit seinen scheinbar endlosen Weinbergen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein klassischer Duft von Himbeeren, roten Johannisbeeren, reifen Brombeeren und Kirschen, dazu einige Gewürztöne sowie eine florale Ahnung wehen offensiv und verführerisch aus dem Glas, alles frisch und sauber zusammengefügt. Immer wieder drängelt sich ein vanilliger Touch Röstnoten vom Barrique-Ausbau dazwischen. Im Mund tummeln sich die Burgunderaromen mit gut strukturierter Kraft und frischer Eleganz. Die Bukettnoten ergänzen sich mit einem Hauch Zitruszesten, pikanten Gewürzen und zarten, gut integrierten Holztönen. Im Finish kommen seine von einer hintergründigen Säure und einer mineralen Spur umkreisten Saftigkeit und Trinkfreude eindrucksvoll zur Geltung. Ein vielschichtiger, fruchtiger Blauburgunder mit einem raffiniert austarierten vollen Körper. Gebratene Wachteln mit Steinpilzen oder ein Entrecôte vom Grill sind ein interessantes Pairing. Und bitte den Wein mindestens 30 Minuten durchatmen lassen, bevor er in große Burgunderstiele gefüllt wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Mazon Pinot Nero DOC Südtirol&lt;br/&gt;Das Hochplateau von Mazon erstreckt sich bis auf rund 440 m Meereshöhe oberhalb von Neumarkt. Die Rebstöcke schauen nach Nordwesten und laben sich an der langen Abendsonne bis die kühlen Fallwinde eintreffen. Es ist für den Pinot Nero eine Grand Cru Lage, die als beste Pinot Nero Lage Italiens gilt. Das Weingut hat hier Dijon-Klone vom Pinot Noir gepflanzt, so dass von den Weinen ein starker burgundischer Charakter zu erwarten ist. Die Böden bestehen aus Lehm mit Kalk und Porphyr. Die Ernte erfolgte in mehreren Durchgängen zwischen dem 18. September und 2. Oktober 2021. Die Maischegärung der Trauben lief im Edelstahl ab, der Wein kam für zwölf Monate in Barriques und ruhte mehr als drei Monate auf der Flasche.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Etikett zeigt die Weinberge und die Burgruine Kaldiff vor dem aufragenden Felsen von Mazon. Die Burg gehörte den Gerichtsherren von Neumarkt, den Herren von Enn. Eine Sage erzählt, dass in der Ruine mehrere Schätze begraben liegen, die von zwei Hunden mit feurigen Augen bewacht werden. Sicherheitshalber sollte man sich also vor dem Besuch der Burgruine mit einem oder zwei Gläsern vom Mazon Pinot Nero schützen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Mazon schimmert im Glas intensiv rubinrot mit leicht aufgehellten Rändern. Wir schnüffeln gerne und immer wieder am inspirierenden Bukett des Weins herum: Neben den Sauerkirschen und Brombeeren kommen auch erdige und würzige Anklänge und eine gehauchte Holzwürze mit Vanille herüber. Welch reife, voluminöse Kraft und elegante Struktur erfreut dann den Gaumen, welch kompakte Energie und welch erfrischende, raffiniert untergebrachte Säure, die wesentlich seidiger erscheint als bei so mancher ruppiger Burgunderlegende der Côte de Nuits. Der Geschmack registriert dezente Holztöne aus der Vanille- und Bittermandel-Ecke und eine Anmutung von Mokka. Fast endlos genießen wir während des kraftvollen schmelzigen Nachhalls die komplexe Fruchtaromatik und die feinkörnigen Tannine. Ein ausdrucksstarker, authentischer Pinot, der das Terroir fehlerfrei übersetzt und der mit seiner Kraft die Buchholz- und Glen-Pinots noch übertrifft. Das ist der Klassiker zu einer grandiosen Hirschkeule aber auch zu gut bürgerlichen Rindsrouladen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Burgum Novum Pinot Nero Riserva DOC Südtirol&lt;br/&gt;Die Rebstöcke dieses Top Pinot Nero Riserva stehen auf kalkreichem Lehmboden am Cisloner Berg östlich von Montan. Wie bereits erwähnt, liegt den Weinen der Burgum Novum Linie eine akribische Betreuung im Weinberg und Keller zugrunde, die von der Leidenschaft und der Exzellenz der Weinmacher, also Familie Giovanett angefeuert wird. Die Trauben wurden im Edelstahl vergoren, der Wein reifte 18 Monate in Barriques, wo die malolaktische Gärung erfolgte. Danach kam er für 12 Monate in Stahltanks und ruhte nach der Abfüllung noch sechs Monate auf der Flasche. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein leuchtet das Glas rubinrot mit einem leicht ziegelroten Schimmer aus. Er entwickelt ein kerniges Aroma, röstfrisch und irgendwie rauchzart, gedämpft von einem kleinen Schuss Vanille. Aus dem Blauburgunder-typischen Fruchtspektrum treten schwarze Kirschen, Himbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren hervor, wir nehmen auch feine Gewürze und einen Hauch von Rosen wahr. In den Mund spült er sich mit einem kräftigen Abdruck roter und schwarzer Beeren, einer schönen Würze, kleinen Vanillenoten und weichgeschulterten Tanninen. Wieder nehmen wir Röstnoten wahr, sanft zurückhaltend, ein wenig Kakaoaroma mag dazwischen sein. Die Säure ist angenehm rund und unterstützt zusammen mit der dichten, körperreichen und samtigen Textur und der Holzwürze das nachhaltige, extraktreiche und druckvolle Finish. Ein echter Grand Cru Burgunder – genießen Sie ihn als Solisten zu einer besonderen Gelegenheit, die auch der Wein selbst sein kann. Er wertet darüber hinaus im festlichen Menü jeden Hauptgang von edlem Wildbret auf.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Rieder Lagrein DOC Südtirol&lt;br/&gt;Bis in die siebziger Jahre hinein wurden Trauben der autochthonen Südtiroler Rebsorte Lagrein fast nur für Rosé-Weine oder zum Verschneiden von Vernatsch verwendet. Heute werden aus ihr einzigartige und hochwertige Rotweine kreiert, die es so nur in Südtirol gibt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Trauben dieses Lagreins kommen aus Lagen im Südtiroler Unterland zwischen Bozen und Neumarkt, wo die Reben sich über Schwemmlandböden mit hohem Schottergehalt nebst Kalk- und Porphyrgestein sowie über warme sonnige Standorte am Talboden freuen. Von den Böden und dem Mikroklima her, ist es ein idealer Standort für die Lagrein Rebe. Der Name des Weins, Rieder, kommt vom gleichnamigen Weinberg bei Bozen. Die Trauben wurden im traditionellem Betonfass vergoren mit knapp zwei Wochen Maischestandzeit. Sechs Monate lagerte der Wein auf der Feinhefe. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt sich der Lagrein dunkelpurpur, fast schwärzlich. Extrovertiert erobern komplexe Aromen die Nase – Brombeeren, echte Wald-Heidelbeeren, einige Schwarze Johannisbeeren und Schlehen plus reife Zwetschgen und Schwarzkirschen. Florale Töne von Veilchen und Anklänge an Mokka, Schokolade und eine Spur Vanille duften verführerisch. An den Gaumen legt sich ein dichtes, energiegeladenes Band von samtigen Lagreineindrücken. Mit feinstrukturierten Tanninen und angenehm verhaltener Säure entfaltet er seine Kräfte. Elegant und machtvoll zugleich zeigt er seine zupackende Struktur und behält seine Power auch noch lange im Abgang. Man kann sich und diesen spektakulären Lagrein mit einer aufregenden Verkostung unter Freunden oder mit einem energischen Wildschweinbraten vom Grill oder aus dem Rohr erfreuen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Vigna Villa Karneid Lagrein DOC Südtirol&lt;br/&gt;Die Rebstöcke für diesen Wein stehen in rund 240 m Meereshöhe in Einzellagen an den Hangausläufern von Salurn im Südtirols Süden auf tiefgründigen Kalkschotterböden und Murschuttkegeln. Die Reben sind zwischen 7 und 75 Jahre alt und nach Westen ausgerichtet. Die Ernte erfolgte Ende September 2021. Nach der Gärung kam der Wein für rund 12 Monate in neue und gebrauchte Barriquefässer. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Seine dichte granatrote Farbe scheint Geheimnisse zu verbergen, so dunkel füllt er das Glas aus. Mit seinem Bukett gibt er sich jedoch keineswegs verschlossen: Er öffnet sich mit reichhaltigen Aromen von schwarzen Waldbeeren und einigen schwarzen Kirschen, dazu die Lagrein-typischen dezenten Veilchen-Düfte und ein kleines Kräutersträußchen, in das sich auch ein winziger Touch Pfeffer und Süßholz hineingeschmuggelt hat. Am Gaumen geht es sehr harmonisch und höflich zu. Alles umschmeichelt die Zunge ohne Aggressionen und ohne Geschrei: das saftige Lagrein-Fruchtspektrum, das ausgewogene Säurespiel, die weichen Tannine, die konzentrierte Dichte und die gut dosierte Kraft. Im langen, kernigen und runden Abgang verabschiedet er sich mit feinen Vanille- und Röstnoten. Das ist ein typischer, hochqualitativer Südtiroler Lagrein aus der Fraktion harte Schale, weicher Kern. Genießen Sie den Klassiker zum Klassiker: Gänsebraten mit Rotkohl und selbstgemachten Klößen. Er ziert aber auch viele andere kraftvolle Fleischgerichte, aber immer sollte es eine festliche Tafel mit würdevollem Kerzenschein sein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 TECUM Pinot Bianco Riserva Südtirol DOC&lt;br/&gt;Der Tecum ist seit dem Jahrgang 2017 die Sonderedition eines sortenreinen Weißburgunders, die es nur in der schlanken Magnum-Flasche gibt, von denen jede von Hand numeriert ist. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die echten Lateiner erinnern sich natürlich genau, dass cum als Präpositionsart mit dem Ablativ steht und so formt sich der Name TECUM zu der ganz persönlichen Ansprache: „mit dir zusammen“. Das kann man je nach Generation als herzlich-höflich deuten oder als „Hey, mit dir läuft alles bestens.“ Der gleichnamige Wein jedenfalls spricht alle an und führt Harmonie und Eleganz vor, was wiederum bei den einen zu einem respektvollen Kopfnicken und dem nächsten Glas und bei den anderen zum Give-me-five-Handschlag führt. Damit das beim bewussten Genuss bleibt und nicht zum Überschlag führt, stehen auf dem Etikett die Buchstaben „N.D.T“, „niente di troppo“, „von nichts zuviel“. Außerdem sind im künstlerischen Design etliche Analysewerte wie etwa Säure, Restzucker oder PH-Wert aufgeschrieben, was wohl ziemlich einmalig sein dürfte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die 10 bis 45 Jahre alten Reben wachsen in der Einzellage Buchholz an steilen Weinbergterrassen in 630 m Meereshöhe an einem Nord-Westhang bei Salurn. Zur Erinnerung – die Böden sind durchzogen von kalkhaltigem Dolomitgestein und Porphyrschichten mit hoher roter Lehmauflage. Die am 18. September 2020 gelesenen Trauben wurden im Keller mit einer zwölfstündigen Kaltmazeration begrüßt und der Most zur Vergärung in Edelstahltanks geleitet. Der Wein reifte ein Jahr lang mit Partien im Fuderfass und im Edelstahl mit anschließender zwölfmonatiger Ruhe in der Flasche. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Obgleich die meisten Weißburgunder sich im Bukett eher zurückhalten, erleben wir hier spontan eine fruchtige Duftigkeit von frischen roten Äpfeln und grünen Birnen mit einigen Zitrus-Nuancen, einem Touch Nussigkeit und feinschichtigen Holzanklängen. Dazu wehen florale Töne aus dem hellgelb ausgeleuchteten Glas und ein Eindruck von der Mineralik. Am Gaumen kommen grüne Äpfel und eine gewisse Würze an, auch Ananas und ein Hauch Aprikose nebst etwas Bittermandel, alles umgeben von einem vollfruchtigen Rahmen und einer ausgeprägten Mineralität. Trotz guter Extraktdichte ist das kein müder Tropfen, sondern ein frisch-saftiger Wein mit herrlicher Fruchtsüße und leichter Nussigkeit, alles sensibel eingebunden in die wohldosierte Säure und die feine salzig-mineralische Umgebung. Er erinnert mit seiner kühlen Finesse an eine cool climate Stilistik. Ein Weißburgunder, der seine komplexe Aromenvielfalt von einer überzeugend charmanten Seite zeigt mit einem fröhlichen, fast jugendlichen Mundgefühl – vollmundige Eleganz ohne antike Schwere oder aufdringliche Opulenz. Eine kostbare Rarität, die als Solist Geschmacks- und Gesprächsstoff bietet. Er macht süchtig unter dem Sternenhimmel und wird auch zu einem Hummerschwänzchen oder mainstreammäßig zu einem gigantischen Kalbsschnitzel mit Spargelbeilage ein vollendeter Genuss sein. &lt;br/&gt;</description>
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      <pubDate>Wed, 29 May 2024 22:30:25 +0200</pubDate>
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Früher, das heißt bis 2007, wurde die Region in der Gebietsbezeichnung Mosel-Saar-Ruwer wenigstens noch an zweiter Stelle erwähnt. Heute, wo die Moselaner in der Gebietsbezeichnung Mosel alle Regionen vergemeinschaftet haben, müssen und dürfen die Winzer hier stolz und trotzig korrigieren: Unsere Weine sind von der Saar, nicht von der Mosel. Die Saar-Weine wachsen auf einer Strecke von gerade mal 30 Kilometern von Konz bis Serrig und gehören zu Rheinland-Pfalz, während die einzigen Weinberge des Saarlandes in der Großgemeinde Perl nahe der französischen Grenze zur Obermosel gehören – alles klar?&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Saar war über Jahrzehnte im Weinschatten der Mosel kaum noch wahrnehmbar, zumal die klimatischen Verhältnisse und die regelmäßigen Missernten es tatsächlich schwer machten, den Nachkriegsmarkt mit seiner massenhaften Nachfrage nach Süßlingen zu bedienen. Erst mit dem Beginn der Trockenweinperiode und der Nachfrage nach Qualität kamen die Saar-Winzer wieder groß heraus. Dann hieß es plötzlich, sie machten Cool Climate Weine, und die oechslegeplagten und säureverschonten Kollegen schluckten neidisch. Jetzt bemerkten auch die letzten, dass die Saar höher liegt als die Mosel, die Reben aufgrund der niedrigeren Durchschnittstemperaturen eine längere Vegetationsperiode genießen und die schärfsten Steillagen sich ohnehin an der Saar emporrecken. Mittlerweile kommen in etlichen Jahren die besten Moselweine von der Saar, sie gehören zu den teuersten und exklusivsten unseres Landes.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eine der beiden registrierten Weinberglagen von Kanzem ist der Altenberg, wo mehrere Winzer Parzellen haben. Er liegt gegenüber dem Örtchen Kanzem auf der anderen Seite der Saar und klettert hinter den Gleisen der Regionalbahn von Trier nach Merzig, beziehungsweise Homburg, bis auf 250 Meter Meereshöhe. Hier gibt es keine von Wegen oder Mauern abgestuften Terrassen, sondern die Weinberge wachsen in einem Stück wie die Eiger-Nordwand empor. Von oben am Waldrand hat man einen dieser atembeeinflussenden Blicke auf den Saarbogen und auf das Örtchen Kanzem bis rüber nach Wiltingen und zum Saarkanal. Blickt man von hier oben hinunter Richtung Bahnhof, sieht man das Weingut, das scheinbar senkrecht unter einem, direkt am südwestlichen Fuß des Altenbergs und am Ufer der Saar gegenüber von Kanzem liegt: Das Weingut und Gästehaus Cantzheim.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Den Namen hat es sich aus dem Jahr 1381 geliehen, als die Ortschaft noch Cantzheim hieß, bevor es über Canzem zu Kanzem wurde. Es gibt hier allerdings nichts, woran eine allseits so beliebte Story von jahrhundertealten Familientraditionen im Reich des Weinbaus anknüpfen könnte, denn das Weingut Cantzheim wurde erst im Jahr 2016 gegründet. Anna und Stephan Reimann erfüllten sich damit ihren Lebenstraum. Ihre Begeisterung für das Winzerhandwerk, für die Rebe als einzigartige Pflanze und für das Terroir der Saar konnte nun einmünden in die Leidenschaft, all das in eigenen Weinen erlebbar zu machen. Und das ist Familie Reimann mehr als gelungen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wie es dazu kam, hört sich viel spannender an als der Gang durch eine Familienchronik, weil die Entscheidung, Wein zu machen, aus Liebe entstanden ist, der Liebe zueinander und der zum Wein. Hinzu kam die gemeinsame Passion für Architektur, Kultur und für die einzigartige Weinregion der Saar.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wie es dazu kam&lt;br/&gt;Anna und Stephan Reimann lernten sich beim Gartenbaustudium im bayerischen Weihenstephan in Freising kennen. Ihr Weg dahin war unterschiedlicher, wie er wohl nicht sein könnte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Anna ist in Bonn geboren und aufgewachsen in der Godesberger Rheinallee, bis sie als Kind mit den Eltern nach New York und London ging und schließlich nach Neuss bei Düsseldorf zurückkehrte, wo sie die Schule besuchte. Nach dem Abschluss verabschiedete sie sich nach Florenz, um Italienisch zu lernen und Kunstgeschichte zu studieren. Es war wohl der erste kleine Dreh in Richtung Zukunft, dass sie damals ausgerechnet im Palazzo Antinori wohnte, in dem die Cantinetta der berühmten Winzerfamilie für schmackhafte kleine Studienpausen und für weinselige Abende sorgte. Annas Umschwung zur Freude an Natur und Pflanzen führte sie dann zurück nach Deutschland auf jene besagte Hochschule, wo es zu dieser Zeit auch Stephan hingezogen hatte. Stephan war in einem Gartenbaubetrieb aufgewachsen und setzte auf seine Gärtnerlehre das Gartenbau-Studium drauf mit einer Promotion in Bonn über Pflanzenkrankheiten.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach dem Abschluss als Gartenbauingenieurin mit einer Arbeit über die Reblaus reiste Anna nach Chile und half im Rahmen eines Praktikums bei der Weinlese auf dem Weingut Santa Rita. Jetzt wurde für sie klar: Das Weinmachen ist genau ihr Ding. Ein Aufbaustudium in Weinbau und Önologie in Montpellier und die Erntezeit auf dem Weingut Joseph Drouhin im burgundischen Beaune folgten. Bei Drouhin konnte sie nicht weniger als 90 verschiedenen Appellationen kennenlernen, von denen über zwei Drittel Premier-Cru- und Grand-Cru-Lagen waren. Anna wollte dann zwar nicht höher, aber jedenfalls weiter hinaus: Sie ging nach Nelson in Neuseeland, wo sie ihre ersten eigenen Weine herstellte – einen Spätburgunder und einen Riesling. Zurück in deutschen Weinlanden organisierte sie über rund 15 Jahre für das alteingesessene Mosel-Weingut Markus Molitor in Zeltingen den Export und danach für vier Jahre den internationalen Vertrieb für die Bischöflichen Weingüter Trier, wo sie ab 2015 für Vertrieb und Marketing zuständig war. Wie es als Nebentätigkeit für Führungskräfte in Vollzeitjobs so vorgesehen ist, machte sie ihren Executive Master of Business Administration (EMBA) in Mannheim und Paris. Stephan wählte nach seinem Studium eine weitere Ausbildung, mit der er seinen Lebensweg endgültig festzurrte: eine Winzerlehre auf dem Mosel-Weingut Schloss Lieser. Danach begann er seine Tätigkeit als Berater von Weingütern, die er nie so ganz aufgegeben hat.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Was dann folgte, ist fast schon eine Art Legende im Sinne der märchenverwandten literarischen Gattung: &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bereits 2007 kaufte Anna Reimanns Vater, der in Trier geborene Neusser Rechtsanwalt und Aufsichtsrat der Deutschen Bank Georg F. Thoma, aus Liebhaberei das marode spätbarocke 700 qm-Gutshaus in Kanzem nebst 5.800 qm-Grundstück. 1740 hatte hier das Prämonstratenser Kloster Wadgassen ein Weingut einrichtet, das in den Besitz des Bischöflichen Priesterseminars Trier gelangte. Außer dem architektonischen Interesse, das Georg Thoma durch seinen Vater, dem in Trier geborenen Architekten der Bischöflichen Baukommission des Bistums Trier Fritz Thoma, in die Wiege gelegt worden war, gab es noch eine weitere, vielleicht gar nicht einmal so zufällige Beziehung zwischen der Familie und dem Gutshaus, die durchaus mit Anna Reimann zu tun hatte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Anna Reimanns Großtante, die frühere Chefärztin am Kölner St.-Agatha-Krankenhaus Dr. Heidi Kegel, führte nämlich wenige Hundert Meter entfernt am nördlichen Fuß des Altenbergs das Weingut von Othegraven, wo Anna öfter zu Besuch war. Heidi Kegel hatte das Weingut von ihrer Tante Maria von Othegraven übernommen und 1995 von ihr geerbt. Auch Maria war eine Großtante, nämlich die von Günter Jauch, der das Weingut 2010 zusammen mit seiner Frau Thea kaufte, um es in der Familie zu erhalten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Während sich die Renovierung und die Umgestaltung des Anwesens dahinzogen, machte Anna Reimann in ihrer zweiten Mutterschutzzeit, als die Familie noch in Lieser wohnte, mit ihrem Kind im Kinderwagen öfter Spaziergänge in der Umgebung des Gutshauses und in Kanzem. Die brach liegenden Rebflächen fachten ihre Fantasie und Neugier an und so erkundigte sie sich öfter bei den älteren Winzern des Dorfes über die aufgegebenen Weinberge. Das sprach sich schnell herum und so brachten die Erkundungsspaziergänge am Ende drei Hektar Weinbergsparzellen von zehn unterschiedlichen Eigentümern zusammen. Darunter waren zwei Hektar in der berühmten Südwestlage Kanzemer Sonnenberg. Hier ergänzte Anna die Bestockung mit ihren ersten eigenen Rieslinganpflanzungen. Außerdem hatte das Ehepaar eine verwilderte Ultrasteillage von einem halben Hektar im Saarburger Fuchs über dem Stadtteil Niederleuken ergattert.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weingut und Architektur als Gesamtkunstwerk&lt;br/&gt;Was das von Georg F. Thoma erworbene Gutshaus an der Weinstr. 4 in Kanzem anging, so sollte es nicht beim denkmalgerechten Umbau und der Modernisierung bleiben. Vielmehrt sollten auf dem Gelände auch ein Gästehaus, ein Veranstaltungsort, eine Vinothek und eine Privatwohnung Platz finden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Durch Anna Reimanns Großvater, dem Architekturprofessor Fritz Thoma, kam ein Kreativteam zusammen, das auf dem Gelände ein Ensemble entwarf, in dem sich Weinkultur und Baukultur trafen. Federführend war das international renommierte Architektenbüro des befreundeten Schweizer Architekten Max Dudler in Berlin, das etliche Spezialisten für Bauphysik, Tragwerk und Bauleitung zuzog. Fünf Jahre dauerten die Arbeiten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Gutshaus wurde die historische Bausubstanz vollständig erhalten, während man unpassende Anbauten abriss. Der historische Tonnengewölbekeller wurde zum Veranstaltungsort, während in das Hochparterre eine gewerbliche Küche mit zwei Speisezimmern einzog. Dazu wurde eine Vinothek mit Gastraum geschaffen. Gäste- und Privatwohnungen wurden im Ober- und Dachgeschoss eingerichtet. Im Raum mit der einstigen Kapelle wurde der ursprüngliche sakrale Charakter mit der eigenartigen senkrechten Beleuchtung über historische Lichtschächte wiederhergestellt. Der ehemalige Weinkeller wurde zum Lager, denn der Wein wird am anderen Ende von Kanzem gemacht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die beiden Neubauten Remise und Orangerie wurden mit respektvollem Abstand vom Gutshaus rechts und links asymmetrisch, aber auf einer Achse liegend angeordnet. Auf diese Weise heben sie die Wirkung des Gutshauses hervor, verbinden aber gleichzeitig Architektur und Landschaft. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die moderne Orangerie lehnt sich mit ihrer filigranen vertikalen Gestaltung aus Stahl und Glas an den aufstrebenden Wuchs der Rebstöcke an. Die Wände sind zu Glaselementen aufgelöst und führen die senkrechten Linien der Rebstöcke visuell fort, so dass man hier zusammen mit dem Ausblick immer ein gewisses Weinberggefühl hat.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Remise stellt die moderne, wenn nicht futuristische Interpretation eines Weinberghäuschens dar. Die Wände, das Dach, der Schornstein und die Treppe des monolithischen Baus sind aus Stampfbeton gefertigt. Die erdfarbene Tönung, die nicht durch Zuschlagspimente, sondern durch die Auswahl bestimmter Rheinsande erreicht wurde, passt sich an die umliegenden Hügel an. Stampfbeton wird ohne Bewehrung in Schichten von 20 bis 25 Zentimetern verarbeitet, die Verdichtung erfolgt durch Druckstöße. Verwendet wird lediglich Kies, Sand, Weißzement und Wasser. Zwischen der Betonage der einzelnen Schichten muss das Material erhärten. Diese urhandwerkliche Arbeit ist zwar langwierig, das Ergebnis aber aufgrund der hohen Dichte des Betons ohne die Gefahr von Rissbildungen lange haltbar. Stampfbeton ist eine der ältesten Betonarten. Er wurde bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein insbesondere beim Bau von Fundamenten und Brückenpfeilern verwendet bis Anfang des 20. Jahrhunderts die Stahlbetonbauweise aufkam. Übrigens steht auch die Orangerie auf einem Sockel aus Stampfbeton, um den ästhetischen Bezug zwischen den beiden Erweiterungsbauten zu betonen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wenn auch die historische Authentizität im Vordergrund stand, wurden doch modernste Energiespareffekte genutzt wie Dreifachverglasungen, eine Art Kerndämmung der historischen Holzgefache, Wärmedämmsteine unter der Fassade der Remise oder die Beheizung des Gutshauses mit Geothermie. Dass sich das gesamte Ensemble auch noch harmonisch in die Landschaftskulisse am Altenberg einfügt, ist dem Landschaftsarchitekten Bernhard Korte zu verdanken. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die erfolgreiche Symbiose von Wein und Architektur in Cantzheim wurde zuletzt durch den Nationalen Architekturpreis Wein 2022 und durch die Auszeichnung als eine der schönsten Vinotheken Deutschlands bestätigt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon im Jahr nach der Gründung konnten die Reimanns vier Hektar Weinberge des historischen Weinguts Johann Peter Reinert mit Parzellen in den ursprünglichen Teilen des Wiltinger Klosterbergs, im Kanzemer Altenberg, Wiltinger Schlossberg und in Filzen, Ayl und Wawern übernehmen und vergrößerten sich damit auf über 7 Hektar. Anders als andere Weingüter mussten die Reimanns viele Flächen neu bestocken, was sie zu Recht als Chance ansahen, mit ausgewählten Klonen zielgerichtet auf die angestrebten Stilistiken hinzuarbeiten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Heute besitzt das Weingut Cantzheim viele legendäre Steillagen, wo die Arbeit zum Abenteuer wird und der Winzer nicht nur Bergsteiger, sondern im wahrsten Sinne des Wortes Hand-Werker ist mit Arbeitsstunden, die sich betriebswirtschaftlich kaum mehr vernünftig rechnen. Den Rebstöcken gefallen die Steillagen, können sie sich doch ausgiebig sonnen und im Wechsel zwischen der Wärme des Tages und der Kühle der Nacht die Aromen in den Trauben anfeuern. Die meisten Weinberge sind mit Riesling bestockt, darüber hinaus wird auch Weißburgunder und Spätburgunder angebaut. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Böden sind in den einzelnen Lagen recht unterschiedlich, fast überall überwiegt indes der grün-braune, blaugraue oder rötlich-violette Eisenoxyd-haltige Tonschiefer, der sich den Boden oft mit reichlich Feinerde teilen muss. Es gibt vereinzelt auch schwere Grauwacke oder Grauschiefer mit Lehmanteilen plus einigen Prisen Sandstein und Milchquarz oder man findet rotliegenden Devonschiefer mit Lehmanteilen. Da das meistens nur mäßig verwitterte, grobe Gestein das Wasser schnell durchlässt, haben die Reben aufgrund der horizontalen Lage der Schieferplatten genügend Gelegenheit, sich ihren Wasseranteil zu sichern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller wird mit Hefen aus den eigenen Weinbergen vergoren und je nach Rebsorte und Weinstilistik Edelstahl und Eichenholz eingesetzt. Abgefüllt werden jährlich etwa 40.000 Flaschen. Außer den Weinen macht das Weingut Cantzheim flaschenvergorene Cremants aus Riesling und Spätburgunder. Es entspricht der legendären Saar-Tradition, dass Rieslingfrucht und Terroir am besten in fein austarierten, leichten Weinen zum Ausdruck kommen, die einen guten Teil unvergorener, natürlicher Süße stolz vorzeigen. Auf Cantzheim lässt man die geliebten Grad Oechsle der Moste weder im Alkohol verschwinden noch die Säfte durchgären bis die Hefen krepieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auch wenn das Weingut nicht ökologisch zertifiziert ist, so haben angesichts Familie Reimanns Liebe zur Natur und zum Garten- und Weinbau umweltschonende Bewirtschaftung und nachhaltige Unternehmensführung absoluten Vorrang. Dabei achtet man nicht nur wie viele Weingüter heutzutage auf den ressourcenschonenden Umgang mit der Natur im Weinberg, sondern geht auch innovative Schritte, die erst mal nebensächlich erscheinen: So wird derzeit bei der Abfüllung auf Naturkork umgestellt, weg von Kapsel und Drehverschluss. Auch wenn damit wieder das Risiko des Korkschmeckers zurückkehrt, ist die Verwendung eines nachwachsenden Rohstoffes, der zum Erhalt der Korkeichenwälder beiträgt, wichtiger. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eine Art Alleinstellungsmerkmal der Weine des Weinguts Cantzheim ist die Etikettierung der Flaschen oder genauer gesagt die Bezeichnung der Weine. Egal, ob Gutswein, Ortswein oder Lagenwein, sie alle betonen in ihrem Namen den vorangestellten Artikel wie in einer persönlichen Anrede, also „der Kabinett“, „der Fuchs“ oder „der Crémant“.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Immer stand für Familie Reimann im Vordergrund, eine enge Verbindung aufrecht zu erhalten zwischen den Riesling-Steillagen, dem Saar-Terroir und alter Keltertradition, alles mit viel Handarbeit. Dabei umrahmen sie das Winzerhandwerk mit der regionalen Geschichte und Kultur durch ein literarisches, musikalisches und weinkulturelles Programm und ihre familiäre Gastlichkeit. In den regelmäßigen Veranstaltungen rund um das historische Gutshaus, den Garten und die Orangerie verbinden sie Weinkultur und Alte Musik bis hin zu Jazz und Folk, Literaturlesungen, Küchenpartys, Kulinarik, Weinproben und Tasting-Abende – alles auch ohne Partyzelte, die von der einzigartigen Location nur ablenken würden. Orangerie, Gewölbekeller und Westsalon stehen für Familienfeiern, Konferenzen oder Team-Events zur Verfügung. Auf Cantzheim kann auch geheiratet werden, denn es ist offizielle Außenstelle des Standesamts von Konz.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Jeder, der Kanzem und Cantzheim besucht, stellt darüber hinaus fest, dass hier das Leben der Menschen stets auf den Rhythmus der Reben ausgerichtet ist, den die Natur vorbestimmt. Besonders gut fühlt man das auf Wanderungen durch die berühmten Lagen oder Radtouren durch die Region oder wenn es beim SaarRieslingSommer von Weingut zu Weingut geht. Es sind nur wenige Kilometer nach Lothringen oder Luxemburg, so dass es nicht verwundert, dass in Cantzheim das französische Savoir-vivre zur Lebenskultur dazugehört. Weingut und Gästehaus haben übrigens den Bahnhof der Deutschen Bahn fast vor der Tür und bieten E-Ladestationen für Autos und Fahrräder.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten fünf Weine und einen Crémant des Weinguts Cantzheim verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 der Kanzemer Ortsriesling feinherb&lt;br/&gt;Die meisten Trauben für diesen Ortsriesling kamen aus der Lage Sonnenberg, weitere aus dem Altenberg. Der Kanzemer Sonnenberg liegt südlich von Kanzem mit mehreren Teilbereichen zu beiden Seiten des Saarkanals. Die Weinberge sind nach Westen und Südwesten ausgerichtet und werden in den unteren Parzellen vom Kanal vor Frühjahrsfrösten gut geschützt. Der hier stark eisenhaltige grau-blaue Schiefer hat im Untergrund einen hohen Anteil an Feinerde. Der Wein wurde im Edelstahl ausgebaut und ist wie alle Cantzheimer Weine spontan vergoren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas legt er nach etwas Belüftung dann los mit einer komplexen Wolke aus roten Äpfeln, einem getrockneten Gewürzsträußchen und Anklängen von Mandeln und Akazienhonig. Dazu Eindrücke von Zitrus, Pfirsichen und einer modern salzigen Mineralität. Im Mund breitet er sich energiegeladen und extraktreich aus mit einer markanten Abbildung des Schieferbodens und fein süßlich umspielten Noten von Limetten, Äpfeln, Pfirsichen und schöner Würze. Saftig-süffig lässt er uns in einem von lebendiger Säure, einem winzigen Gerbstofftouch und der salzigen Mineralik gut unterstützten Abgang noch lange nachschmatzen. Ein schwungvoller Saar-Riesling, der die feinherbe Kategorie dezent und sehr ortstypisch interpretiert. Wenn Sie nett sein wollen zu dem Wein, so bieten Sie ihm eine in der Pfanne gebratene Dorade oder einen deftigen Zwiebelkuchen an.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2018 der Wawerner Ortsriesling&lt;br/&gt;Dieser Ortsriesling stammt vor allem aus der langgestreckten Wawerner Lage Ritterpfad südwestlich von Kanzem auf der westlichen Seite des Saarkanals mit einer Höhe bis zu 260 Metern über dem Meeresspiegel. Hier ist einer der Sonnenspots an der Saar, ist der Steilhang doch komplett nach Süden ausgerichtet, so dass der rötliche Schiefer mit dem hohen Eisenanteil sich ordentlich aufheizt. Die Trauben erreichen alljährlich locker und früh ihre physiologische Reife. Das bringt in Zeiten der Erderwärmung durchaus Herausforderungen mit sich, bedürfen die Reben doch intensiver Betreuung und Überwachung, um den richtigen Lesezeitpunkt zu treffen, zu dem die Säure noch nicht schlapp gemacht hat und die Öchsle-Werte nicht explodieren. Man will schließlich keine Alkoholbömbchen oder Süßemonster bekommen, auch wenn die saareigene Säurestruktur und Mineralität das etwas abfedern. Jedenfalls ist es auch im extrem heißen Jahr 2018 mit diesem Riesling gut gegangen, liegt er doch im trockenen Bereich mit angemessenen 12 Volumenprozent Alkohol, ohne die so wichtige typische dezente Rieslingsüße gänzlich zu verstecken. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas duftet der Wawerner Ortsriesling nach gelben Früchten, Limetten und weißen Blüten. Dazu kommen einige vegetabile Spuren und eine galante Abrundung mit schiefriger Würze – ganz leicht rauchig und steinig. Geschmacklich vereinigen sich die Bukettaromen harmonisch, rund und saftig in Begleitung von herber roter Grapefruit, von süßlichen Ahnungen von Maracuja nebst Ananas und einem Rahmen pikanter Würze. Der Wawerner hat auch im Problemjahrgang 2018 ein lebendiges Säuregerüst bewahrt, das sich im herb-trockenen und erstaunlich frischen Finale mit einer feinen Süßespur und der tiefgründigen, salzigen Mineralik vereint. Ein ausgewogener, gradlinig auf den Punkt gebrachter Saar-Riesling. Genießen Sie zu dem Wawerner einen gebackenen Bachsaibling, doch auch ein echtes Wiener Schnitzel ist mit diesem Wein gut ausgestattet, aber vergessen Sie nicht die Zitronenscheibe zum Fleisch.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 der Kabinett 'Schlange' Wiltinger Schlangengraben&lt;br/&gt;Der Schlangengraben ist eine bekannte Lage am südlichen Abzweig des Saarkanals von der Saar. Die Weinberge sind nach Süden ausgerichtet und erstrecken sich auf einem Plateau mit Devonschiefer, das von flachem Terrain aus in Richtung zum schützenden Waldrand nach Norden leicht ansteigt. Das gesamte Gelände ist von Wasseradern durchzogen. Was die Rebstöcke davon in dieser heißen Lage nicht gierig konsumieren, tritt in kleinen Quellen am Fuß des Plateaus hervor. Im Schlangengraben stehen in einigen Parzellen noch Rebstöcke aus der Zeit der Anlage der Weinberge Anfang der 1920er Jahre.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Schlange kriecht mit herrlichen Zitrus- und Pfirsichnoten in die Nase. Kühl, leicht hefig und feinkräuterig verspielt mit vegetabilen und schiefersteinigen Anklängen. Im Mund konzentrieren sich dicht und fest mineralische Noten, die handwerklich gekonnt eingebunden sind in eine griffige Säurestruktur und energische Fruchteindrücke von grünen Äpfeln und Zitrus. Die alten Reben spendieren eine hochkonzentrierte Fruchtigkeit und feinsaftige Süßlichkeit, die im straffen Abgang noch lange nachhallen. Ein leichtfüßiger, eleganter Wein, der Spannung aufbaut und einen kernigen, saartypischen Genuss bietet, der die Riesling-Frucht in die richtige Szene setzt. Das ist ein Wein ohne Furcht vor Restsüße, mit dem man seine dummen Vorurteile gegenüber restsüßen Weißweinen pflegen oder sich bis zur Sucht verführen lassen kann. Es ist einer der Weine, die viele heimlich trinken, weil sie den fantastischen Genuss restsüßer Weine in Zeiten des Trocken-Trinkens nicht zugeben wollen. Wer will, kann sich auch damit beruhigen, dass die teuersten Weißweine der Welt süß sind und nicht trocken.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 der Fuchs Saarburger Fuchs Große Lage Riesling&lt;br/&gt;Der Fuchs ist eine der beiden Lagen, mit denen Familie Reimann ihr Weingut 2016 eröffnet hat. Es ist eine verhältnismäßig kleine, aber feine 40 bis 60 % - Steillage zwischen Ayl und Saarburg, die überwiegend nach Südosten ausgerichtet ist – eine Richtung, die in Zeiten der Klimaveränderung den Vorteil bietet, dass die Sonne in der heißesten Zeit des Tages bereits vorbeigezogen ist. Die Böden bestehen aus grobsteinigem, skelettreichen Blauschiefer-Verwitterungsboden, auf dem auch noch uralte wurzelechte Rebstöcke stehen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein ist mit sehr moderaten 11,5 Volumenprozent Alkohol trocken ausgebaut. In der Nase entfaltet er sich mineralisch kühl und erfrischend mit einem Touch gelber Pfirsiche, mit vielen gelben Blüten, einigen grünen Äpfeln und frischen Kräutern plus einer kleinen Spur Hefe. Am Gaumen baut sich eine pointierte Spannung auf, gestützt von einer vibrierenden leicht rauchigen Schiefer-Mineralität und einem komplexen Aromenbündel voll Fruchtigkeit und Würze und dezenten vegetabilen Richtungen. Der Wein strahlt auch noch nach längerer Belüftung eine elegante Kühle aus. Die dichte, fast seidige Struktur und die präsente Säure fördern einen saftigen Abgang, der mit feinen kräuterigen und süßlichen Fruchtnuancen an das Terroir der Saar erinnert, dem staubige Trockenheit völlig fremd wäre. Ein höchst eleganter, genial strukturierter Terroir-Wein mit einer komplexen Aromatik und maximalem Geschmack. Schmälern Sie die Eindrücke von diesem Weinschatz nicht durch ein scharfsinnig ersonnenes Speisen-Pairing, das ja bekanntlich immer möglich ist. Laben Sie sich lieber in einem angemessenen Zeitfenster an diesem klassischen und kostbaren Botschafter der Saar.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Saarburger Fuchs Spätlese Riesling Saar&lt;br/&gt;Dieser Wein ist eine zeitlose Erinnerung an acht Jahre Erfolg mit Anna und Stephan Reimanns Weingut Cantzheim. Eine geradezu klassische Saar-Spätlese mit einer begeisternden Balance zwischen animierender Restsüße und lebendiger Säure.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Bukett öffnet er sich mit Aromen von weißen Pfirsichen und Zitrus, dazu einige Kräuter und ganz dezent auch frische weiße Blüten. Der Gaumen wird umspielt von eben diesem perfekten Frucht-Süße-Säure Trio, das die Zunge kraftvoll und doch ohne jegliche Schwere hochelegant verwöhnt. Die feine Mineralik reicht bis ins saftige Finish, das eine für eine Spätlese überraschend kühl-herbe Frische generiert, was die Eleganz noch einmal hervorhebt. In diesem Wein lauert eine Intensität, die sich in den nächsten Jahren noch stärker entfalten wird. Dennoch: Öffnen und mit Wohlgefühl genießen. Er pairt sich hervorragend mit einem leicht gewürzten thailändischen Hühnergemüse mit frischem Koriander und Kokoscreme.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;der Crémant Blanc de Noirs Pinot Noir brut nature&lt;br/&gt;Deutscher Crémant ist wohl eines der bestgehüteten Geheimnisse in der Weinszene, dabei stellt er die höchste Qualitätsstufe der Sektpyramide hierzulande dar. Der deutsche Gesetzgeber orientierte sich für die Bezeichnung Crémant an den EU-Vorgaben und den französischen Herstellungsvorschriften, wodurch die Produktion strenger reguliert ist als beim Winzersekt oder beim Sekt bestimmter Anbaugebiete. Das betrifft Handlese, Ganztraubenpressung, begrenzte Mostausbeute, traditionelle Flaschengärung und die Mindestdauer der Flaschenreifung. Weniger als einhundert Weingüter oder Kellereien bieten diesen Schaumweinstil in Deutschland an. Hier im Drei-Länder-Eck Deutschland-Luxemburg-Frankreich ist der Crémant eng mit Kultur und Lebensart verbunden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas prickelt ein Crémant, der von vornherein trockener ist als die französischen Pendants, weil er als Brut Nature ausgebaut ist. Da kein roter Crémant produziert werden darf, wurden die roten Pinot Noir Trauben als Blanc de Noir gekeltert. Die Rebstöcke stehen in der Premium-Lage Saarburger Fuchs. Der Grundwein wurde spontan im Edelstahl vergoren und anschließend etwa sechs Monate in vorbelegten Eichenholzfässern auf der Feinhefe gereift. Im Keller lag der Crémant dann 24 Monate auf der Feinhefe, bevor unter Verzicht auf die Versanddosage degorgiert wurde.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Crémant perlt fein, aber aktiv im Glas, die Mousse hält einen feinen, dichten Schaumrand aufrecht. In der Nase imponiert er durch kühle Düfte von Äpfeln, Beeren und einem Hauch von Hefe. Im Mund trifft die herbe Frische des Brut-Nature auf distinguiert zurückhaltende Fruchtrichtungen von weißen Johannisbeeren, auf nussige Nuancen und auf eine dezente, reife Säure. Er perlt in einen erfrischenden, mineralisch pointierten, leicht schmelzigen Abgang, der noch einmal feine Spannung aufbaut und die Brillanz des Crémants nachwirken lässt. Man kann diesen echt trockenen Crémant zu einem guten Sushi oder einem Hummergericht in der Vorrunde eines Menüs servieren. Er beeindruckt aber auch als herausragender Solist bei einem festlichen Empfang.</description>
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      <title>Die Kellerei Tramin in Südtirol: Legendäre Meisterwerke aus über 120 Jahren Genossenschaftskultur</title>
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      <pubDate>Thu, 2 May 2024 07:30:33 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/5/2_Die_Kellerei_Tramin_in_Sudtirol__Legendare_Meisterwerke_aus_uber_120_Jahren_Genossenschaftskultur_files/xTramin_vineyards18_AntieBraitoHQ.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_22.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:132px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Das große und viel zu oft benutzte Wort von der Wiege einer Rebsorte – hier gehört es hin. Wir sind an einem Ort, wo verbürgtermaßen ein Kindbett stand: Tramin, Geburtsort der autochthonen Sorte Gewürztraminer. Egal, wer zuerst da war, – das schon im Jahr 1084 in einer Schenkungsurkunde erwähnte idyllische Örtchen Tramin oder die ebenfalls um die erste Jahrtausendwende dort angebaute Rebe. Die Traminer-Rebe, die zur Leitsorte der Region wurde, hat den Ort jedenfalls für alle Zeiten und in aller Welt verewigt, zumal sie genetisch auch als Vorfahre von Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc und einigen Burgunder-Sorten gilt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir sind hier im Südtiroler Etschtal, südlich des Kalterer Sees und 25 km von Bozen entfernt. Die spektakuläre Landschaft ist geprägt von mediterranen Zypressen, Feigen und Zitronen vor der Kulisse des 2.116 Meter hohen Monte Roen in der Mendelkette. Durch Tramin ziehen sich winklige Gassen mit kleinen Häusern, die eine romantische Ruhe in dem 3.300-Einwohner-Ort verbreiten. Wo die Strada del Vino den Ort im Norden verlassen hat und hinter der Ampel in die Strada Provinciale 127 übergegangen ist, führt eine Stichstraße direkt zur Kellerei und Cantina Tramin. Sie ist eine der berühmtesten und meistprämiertesten Genossenschaften in Südtirol. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Südtirol (Alto Adige) bildet mit knapp 5.400 Hektar ein kleines, aber selbständiges italienisches Weinanbaugebiet in der Region Trentino. Hier haben Genossenschaften eine lange Tradition im Weinbau: Etwa 70 % des Weins werden in 15 Kellerei-Genossenschaften erzeugt und sichern zusammen mit 10 Molkerei- und 25 Obstgenossenschaften über 3.500 Arbeitsplätze in der Südtiroler Landwirtschaft. Das Weinland Südtirol ist wohl die einzige Weinregion in der Welt, wo höchste Spitzenqualitäten von Genossenschaftskellereien herkommen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Kellerei Tramin zählt zu den ältesten Kellereien des Landes. Sie wurde als Genossenschaft Tramin 1898 von Christian Schrott gegründet, Pfarrer von Tramin und später Abgeordneter im Parlament in Wien. Es galt damals, die Betriebe der lokalen Weinbauern zu erhalten, da der Weinbau in Südtirol in einer existenziellen wirtschaftlichen Krise steckte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Knapp hundert Jahre später stellte die Kellerei Tramin erneut die Weichen für eine existenzielle Absicherung: Der in Tramin geborene Kellermeister Willi Stürz richtete die Mitglieder der Genossenschaft und den Betrieb auf traditionswahrenden Qualitätsweinbau aus und verabschiedete sich von den Literflaschen und der Fass- und Tankvermarktung. Damit rückten plötzlich das einzigartige Terroir der Hang- und Steillagen, der Bodenstrukturen und des Mikroklimas des Etschtals zusammen mit den sensationellen Eigenarten reinsortiger Rebsorten- und Lagenweine in den Vordergrund. Seither stellt die Kellerei Tramin mit ihren Weinen nicht nur regelmäßig so manches berühmte Südtiroler Winzer-Weingut in den Schatten, sondern widerlegt vor allem die von peinlicher Unwissenheit geprägte Annahme, dass von Genossenschaften keine hochwertigen Weine kommen könnten. Immerhin wurde der Betrieb bislang dreimal vom Magazin Weinwirtschaft als Beste Genossenschaft Italiens ausgezeichnet, während der Gambero Rosso die Weine 26mal in der höchsten Stufe der 3-Gläser-Weine würdigte. 2004 ernannte der Gambero Rosso Willi Stürz zu „Italiens Kellermeister des Jahres“.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Derzeit hat die Genossenschaft der Kellerei Tramin etwa 300 Mitglieder, inklusive der Mitglieder der Genossenschaft Neumarkt, mit der sie 1971 fusionierte. Es sind Winzerfamilien aus Tramin, Auer, Neumarkt und Montan, die seit Generationen Wein anbauen und die Südtiroler Winzerkultur prägen. Sie besitzen etliche Weinberge gegenüber von Tramin an den Hängen der Ostseite des Etschtals mit den Ortsteilen Mazon und Glen. Berühmt sind auch die Lagen in Söll nördlich von Tramin. Die Winzerfamilien bewirtschaften zusammen eine Fläche von etwa 260 Hektar in Höhenlagen von 230 bis 850 Metern über dem Meeresspiegel.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Böden sind in den einzelnen Lagen der Genossenschaft zwar unterschiedlich, fast überall befindet sich aber vulkanischer Porphyr im Untergrund mit starken Auflagen an Lehm und Dolomit-Kalk. Dazwischen gibt es immer wieder mal Schotter, bisweilen auch Kies und Sand. Die Lagen genießen mehr als 300 Sonnentage im Jahr und müssen mit extremen Temperaturschwankungen im Herbst auskommen. Es entwickelt sich ein eigenes Mikroklima, das im Etschtal jedoch immer von rebenfreundlicher Wärme am Tag und traubenfreundlicher Kühle von 10°C und weniger in der Nacht bestimmt wird. Die zur Aromenentwicklung der Trauben so wichtige Abkühlung bringen vor allem die Fallwinde aus den umliegenden Bergen. Die Alpenkette schützt die Rebstöcke zugleich vor rauen kalten Luftmassen aus dem Norden, dagegen gelangen mit dem warmen, trockenen Ora-Wind vom Gardasee stetig warme und feuchte Strömungen vom Mittelmeer in das Gebiet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den Weinbergen wird zunehmend nachhaltig und umweltfreundlich gewirtschaftet und in über 90 % der Parzellen auf den Einsatz von Herbiziden verzichtet. Ertragsreduzierung und selektive Handlese bei optimaler physiologischer Reife sind selbstverständlich. In etlichen Jahren hängen die Trauben aufgrund der von der Höhenlage und den Temperaturamplituden verlängerten Vegetationsperiode bis in den Oktober hinein am Stock.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im sogenannten Rebschnitt-Projekt der Kellerei wird auf 20 Hektar eine uralte Rebschnittmethode wiederbelebt. Dabei wird nicht brutal „auf das alte Holz“ zurückgeschnitten, sondern nach dem von den italienischen Agronomen Marco Simonit und Pierpaolo Sirch entwickeltem Prinzip „Preparatori d’uva“ mit möglichst kleinen Schnitten auf junge Triebe. So wird das hochsensible Transportsystem der Rebe mit seinen hauchdünnen Kapillaren erhalten und die Gesundheit des Stocks gefördert. Ein anderes Projekt ist die Bio-Gruppe, in der geschult und experimentiert wird, um die Ergebnisse und Vorteile des ökologischen Weinbaus in der gesamten Genossenschaft nutzbar zu machen. Fast allen Weinbauern ist ohnehin klar, dass der Respekt gegenüber der Landschaft und der Natur ihre Familien, ihr Leben und ihre Kultur sichert. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Genossenschaftsmitglieder erleben alljährlich, dass die Qualität der Trauben ihre wirtschaftliche und damit ihre soziale Situation entscheidend beeinflusst. Schon während die Trauben wachsen, wird im Weinberg kontrolliert und beraten und dabei bereits die Qualitätsstufe eingeschätzt. Die geernteten Trauben werden bei der Anlieferung geprüft und bewertet und nach einem komplizierten System bezahlt. Dabei sind das Aussehen, die Gesundheit und die Zuckergrade des Leseguts ausschlaggebend, wodurch sich das Zusammenspiel zwischen Rebsorte, Boden und der Arbeit des Winzers im Weinberg unmittelbar auswirken. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es werden in der Genossenschaft elf Rebsorten angebaut: die weißen Sorten Gewürztraminer, Weißburgunder, Pinot Grigio, Chardonnay, Sauvignon, Müller-Thurgau und Goldmuskateller und die roten Sorten Blauburgunder, Lagrein, Vernatsch, Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Abgefüllt werden jährlich rund 1,9 Millionen Flaschen, von denen etwa ein Drittel in den Export gehen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weine sind in zwei Linien eingestellt: In der Klassik-Linie findet man die Rebsortenweine vor allem vom Lagrein, Sauvignon Blanc, Chardonnay, Gewürztraminer und Pinot Grigio. Sie bringen die Eigenheiten der Rebsorte zum Ausdruck, während die Cuvées das Gebiet des Etschtals interpretieren sollen. In der Linie Selektion haben die Weine Eigennamen und bilden die Flaggschiffe des Sortiments. Sie sollen die Kreativität und die hohe Handwerkskunst der Kellerei und ihrer Genossenschaftsmitglieder in jeder Flasche zum Ausdruck bringen. Für diese Weine engagieren sich angesichts eines eigenen Bewertungssystem für die Traubenpreise nicht nur die Winzerinnen und Winzer ganz besonders, sondern auch der Kellermeister, denn er nimmt nach einem von Willi Stürz eingeführten System massiv darauf Einfluss, was in den Weinbergen der 45 Hektar Selektionsweinfläche geschieht. So wird jedes Jahr bereits im Januar festgelegt, welche Weinberge mit zumeist alten Rebstöcken die Spitzenweine initiieren sollen. Der Kellermeister allein entscheidet über den Erntezeitpunkt. Gegebenenfalls leistet die Kellerei Entschädigung, wenn eine übermäßig hinausgezögerte Ernte durch unvorhersehbare Wettereinflüsse beeinträchtigt wird. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Selektionslinie gibt es legendäre Gewürztraminer (Nussbaumer, Terminum, Epokale), einen eleganten Pinot Grigio (Unterebner), einen fülligen Lagrein (Urban), einen feinen Blauburgunder (Maglen), eine elegante Weißwein-Cuvée (Stoan) und eine Top-Rotwein-Cuvée (Loam). Ein Chardonnay Riserva (Troy) steht den Bewertungen nach alljährlich an der Spitze aller Chardonnay-Weine Italiens.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Kellerei Tramin hat in der Südtiroler Weinbaukultur noch auf eine ganz andere Weise etwas nahezu Unvergängliches hinterlassen, das inzwischen zu einer Art architektonischem Wahrzeichen der Region geworden ist: 2010 wurde nach einem Entwurf des Südtiroler Architekten Werner Tscholl der Umbau der Kellerei abgeschlossen und ein futuristisches Gebäude errichtet, in dem Verwaltung, Verkostungsräume, Präsentation und Verkauf untergebracht sind. Mit dem nach Süden ausgerichteten Bau aus Holz und Stahl, Glas und Beton, der wie eine Skulptur die Morphologie der Rebe versinnbildlicht, soll ein transparenter, aufhellender Blick in die Zukunft geworfen werden. Das Bauwerk bringt darüber hinaus auch die Tradition, die Innovation und die Werte der Kellerei Tramin zum Ausdruck. Zur Klimatisierung des Gebäudes wird Wasser aus dem kellereieigenen Tiefbrunnen verwendet. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt seit über zehn Jahren 100.000 kWh pro Jahr und deckt damit 85 % des Gesamtbedarfs der Kellerei. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Kellerei Tramin bereichert alljährlich die Weinkultur Südtirols und ganz Italiens mit Meisterwerken, die nicht nur Rebsorte und Herkunft erleben lassen, sondern auch deutlich machen, welche Leidenschaft, welche Solidarität, welche Talente, Tradition und moderne Kreativität diese Genossenschaft auszeichnet. Nicht zuletzt kann man durch die Weine der Kellerei Tramin mit allen Sinnen auch genießen, was die Natur im Etschtal anbietet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten acht Weine der Kellerei Tramin verkosten, darunter die berühmtesten Meisterwerke.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Stoan Weiß Alto Adige DOC&lt;br/&gt;Dieser Wein ist eine exquisite Cuvée aus 65 % Chardonnay, 20 % Sauvignon Blanc, 10 % Pinot Bianco und 5 % Gewürztraminer. Der Name Stoan (Stein in Südtiroler Mundart) weist auf die Herkunft der Trauben von den typischen, teilweise schottrig-felsigen Kalksteinböden mit vereinzelten Lehmauflagen hin. Die bis zu 40 Jahre alten Rebstöcke stehen oberhalb von Tramin an den Süd- und Südost-Hängen der Bergkette um den Roen in Höhen bis zu 600 Metern. Das Weinjahr 2022 wird auch in Südtirol wegen der extremen Sommerhitze in besonderer Erinnerung bleiben, dennoch wurden die Trauben für den Stoan stressfrei gehalten und in herausragender Qualität früher geerntet, um Aromen und Säurestruktur zu erhalten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Most der einzelnen Sorten wurde temperaturgesteuert in großen Holzfässern von 30 bis 40 Hektolitern vergoren, wobei oftmals die malolaktische Gärung erfolgte. Geklärt wurde nicht durch Zusätze, sondern durch natürliche Sedimentation der Trubstoffe. Anschließend reifte die Cuvée zehn Monate auf der Hefe im Holzfass und nach der Assemblage und Abfüllung weitere drei Monate auf der Flasche. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Über dem intensiv strohgelb mit goldgelben Reflexen ausgeleuchteten Glas schnüffeln wir an einem komplexen, facettenreichen Bukett herum. Im Vordergrund stehen jede Menge fruchtige Töne von Aprikosen, Weinbergpfirsichen und Williams Birnen, aber auch exotische Nuancen von Ananas, Mango und Litschi, alles fein mineralisch abgerundet. Mit zunehmender Belüftung tauchen florale Aromen von Holunder und weißen Blüten wie Jasmin auf, nach und nach auch feine Gewürznoten von Minze und Rosmarin. Am Gaumen baut der Wein ordentlich Druck auf und geht gleich in die Tiefe. Expressive Fruchtaromen von Birne, Ananas, Banane und etwas Limone werden ergänzt durch vegetabile Anklänge von grüner Paprika und einem Touch dezenter Röstaromen vom Holz. Die modern salzige Mineralität und die lebendige Säure begleiten einen langen, herrlich cremigen Abgang voller Saftigkeit und feiner Würze. Eine bemerkenswert ausbalancierte Cuvée mit dichter, straffer Struktur und energischer Aromatik. Wer es schafft, eine Languste auf den Grill zu legen, hat hier den passenden Wein parat. Etwas bodenständiger brilliert er zu einer Meeresfrüchte-Pasta oder – durchaus mutig – auch zu einem Perlhuhn.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Pepi Sauvignon&lt;br/&gt;Das ist ein reinsortiger Wein aus der Klassik-Linie, dessen Bezeichnung zusammengesetzt ist aus den Ortsnamen Penon und Pinzon in den Gemeinden Kurtatsch und Montan auf der Tramin gegenüber liegenden Talseite. Hier wächst traditionell Sauvignon an westlich und östlich ausgerichteten und deshalb zu verschiedenen Tageszeiten besonnten Hanglagen zwischen 250 und 550 Metern auf kalkreichen, lehmigen bis schotterlehmigen Böden. Die kühlen Nächte in den Hochlagen und die kalten Fallwinde sorgen für eine expressive Aromatik in den Trauben. Die Gärung fand im Stahltank statt, danach lagen einige Partien des Weins sechs Monate lang im großen Eichenfass auf der Hefe, ohne die malolaktische Gärung zu durchlaufen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Sauvignon strahlt im Glas klar und strohgelb mit zarten grünlichen Reflexen. Seine Bukett-Noten signalisieren eine sortentypische grüne Ausrichtung mit schönen Nuancen von Stachelbeeren, Holunder, Brennnesseln, Tomatenpflanzen, grüner Paprika und Roten Johannisbeeren, dazu eine intensive fruchtige Begleitung von Pfirsichen, Mango und Papaya nebst einer Anmutung von Zitrus. Am Gaumen treten die vegetabilen Richtungen durch den teilweisen Holzausbau in den Hintergrund und geben die Bühne frei für reife Stachelbeeren, Pfirsiche und gelbfruchtige exotische Fruchtaromen. Das fügt sich genial ein in eine geradlinige, straffe und durchaus füllige Struktur, die von der herzhaften Säure und den mineralischen Anklängen in ein anhaltendes, saftiges Finish begleitet werden. Ein trockener, aromatischer, gut austarierter Sauvignon mit belebender Frische. Er ist ein Vorzeigewein, der gerne als Aperitif glänzt, aber auch zu einem Thunfischsalat oder einem Zucchiniquiche beeindruckt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Glarea Chardonnay&lt;br/&gt;Der Glarea wurde erstmals mit dem Jahrgang 2020 angeboten. Der reinsortige Chardonnay aus der Selektionslinie hat einen rätoromanischen Namen bekommen, der Kies oder Schotter bedeutet, womit er den Boden seiner Herkunft outet. Die Reben stehen auf kalkreichen Hanglagen zwischen 220 und 280 m Meereshöhe, wo die Chardonnay-Rebe einerseits die ersehnte Wärme bekommt, andererseits die Fallwinde von den Bergen und die Kühle der Nacht ihr die gewünschte Säure nicht austreiben. Dieser im Weinbau generell begehrte Gegensatz war besonders 2022 in Südtirol extrem ausgeprägt, so dass es für alle Burgundersorten ein Traumjahrgang wurde. Der Glarea ist im Holz ausgebaut, teilweise mit malolaktischer Gärung. Der Wein reifte partienweise in verschiedenen Holzfässern vom 12-hl-Fass über das Tonneaux bis zum 225l-Barrique.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Glarea schimmert im Glas in einem kräftigen Strohgelb mit golden und grünlichen Reflexen. Sorten- und ausbautypische Duftnoten entwickeln sich erst langsam, mit zunehmender Belüftung aber fast stürmisch: Bananen, Ananas, Aprikosen, Mango, Papaya und Erinnerungen an Kräuter, dazu ein paar adrette Spitzen vom Holz, die aufgrund der verschiedenen Fassarten sowohl vanillig als auch karamellig duften. Die Bukettaromen sind auch im Mund präsent, doch hier beeindruckt spontan das perfekte Zusammenspiel zwischen der klaren Frucht, dem starken Körper, der kühlen Präzision und der saftigen Frische. Das ist keiner der Neue-Welt-Chardonnays im Butter-Toast-Holz-Stil, sondern hier trumpfen die aktive Säure, die energische Mineralität und die straffe, gleichwohl nicht aggressive Struktur auf und spielen harmonisch, saftig, frisch und transparent zusammen. Die eindrucksvolle Fruchtigkeit und die Extraktfülle passen gut zu einem internationalen Klassiker: Roasted chicken with honey-sesame carrots.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Unterebner Pinot Grigio&lt;br/&gt;Dieser Pinot Grigio aus der Selektionslinie wird seit 1989 angeboten und ist einer der weißen Spitzenweine der Genossenschaft. Er hat rein gar nichts zu tun mit den Pinotgridjio-Italienern, die hierzulande in den Supermärkten die Rebsorte diskreditieren. Die Rebstöcke vom Unterebnerhof stehen in Söll nördlich von Tramin auf knapp 450 Metern Meereshöhe an einem Süd-Ost-Hang. Hier versinkt die Sonne am Nachmittag hinter den Bergen und die Abkühlung der Trauben beginnt. Der Boden besteht aus kalkhaltigem Schotter und Lehmerde, durchsetzt mit Porphyr, was den Trauben von vornherein eine gewisse Fruchtigkeit und Mineralik mitgibt. Die selektive Lese erfolgt per Hand in kleine Körbe, damit die Beeren den Transport unversehrt überstehen. Auf der Kelter wird der Wein in 30-40 hl-Holzfässern und teilweise im Tonneaux vinifiziert, zum größten Teil mit malolaktischer Gärung. Geklärt wird auch bei diesem Wein durch natürliche Sedimentation der Trubstoffe. Mit Reifung und Flaschenruhe erstreckt sich der Ausbau auf 14 Monate.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bereits in der Nase tritt der Unterebner distinguiert, aber bestimmt auf: Gelbfruchtige Töne von Äpfeln, Pfirsichen, reifer Williams Birne und Honigmelone treffen sich mit feinen Aromen von Heu, Brioche, blondem Tabak und gelben Blüten. Ab und an schwebt eine winzige Ahnung einer Butternote aus dem Glas. Immer sind eine angenehme leicht vanillige Umrahmung und ein Hauch von Mandeln präsent. Am Gaumen stehen erneut intensive gelbe Fruchtnoten im Vordergrund, die zusammen mit der sanften Säure die Grundlage für seine Saftigkeit und fast opulente Vollmundigkeit legen. Der Wein entwickelt eine fantastische, raffinierte Kraft und Dichte ohne jede Schwere. Die hochalpine Mineralik fördert die belebende, kühle Frische wie ihn nur ein Pinot Grigio aus Südtirol haben kann. Ein komplexer und gleichwohl runder Pinot Grigio, der der Rebsorte eine seltene Finesse und Eleganz entlockt. Dem starken Auftritt entspricht ein nie endender Abgang. Es ist ein Wein, der sich locker noch länger als 5 bis 8 Jahre genießen lässt, also legen Sie sich einen dementsprechenden Vorrat an. Machen Sie ihn aber schon jetzt zum Freund eines gebratenen Heilbutt-Filets mit grünem Spargel oder einer kernigen Schwarzwälder Schinkenplatte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Troy Chardonnay Riserva&lt;br/&gt;Troy bedeutet so viel wie Pfad oder Weg und soll zeitlos an die langjährige, forschende und experimentierende Entwicklung dieses Ausnahmeweins erinnern. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Rarität, weil nur wenige Tausend Flaschen abgefüllt werden. Die Reben wachsen in zwei Weinbergen in Söll in 500 bis 550 m Meereshöhe, die Hänge sind nach Südosten hin ausgerichtet und weisen kalkreiche Schotter- und Lehmböden auf. Das Mikroklima wird hier wie schon beschrieben von den wärmenden mediterranen und den kühlen alpinen Einflüssen geprägt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Trauben werden manuell und streng selektiert gelesen und in kleinen Behältern in die Kellerei geschickt. Hier erfolgt eine schonende Ganztraubenpressung mitsamt Stiel und Stängel. Vergoren wird tatsächlich in Barriques einschließlich malokaktischer Gärung. Nach knapp einem Jahr wird umgefüllt in kleine Edelstahltanks, wo der Wein für weitere 22 Monate auf der Hefe liegt. Er ruht dann noch weitere vier Monate auf der Flasche. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas haben wir einen goldgelben Wein, der sein komplexes Bukett gerne und extrovertiert vorzeigt. Schnell macht ein vorwitziger zarter Hauch von Minze und Kamille Platz für tropische Fruchtnoten im Einklang mit Birne, Mango, Banane, Zitrus und der pfirsichähnlichen Charente-Melone. Auch winzige Röstaromen von Mandeln und Nüssen sind dabei, obendrein duftet eine feine florale Richtung aus dem Glas. Schon mit dem ersten Schluck wird der Mund von den Bukettaromen ausgekleidet, also tropisch mit einem Anklang an die nussigen Röstaromen. Die intensive Fruchtigkeit treibt eine präsente Saftigkeit an. Die gut eingebundene Säure und die Mineralität mit einer angedeuteten Salzigkeit beleben die Frische. Die charakterstarke Prägung durch das Terroir hat der Troy sich auch nicht von übertriebener Kellertechnologie rauben lassen müssen. Er baut am Gaumen bis ins lange Finale Spannung und Druck auf und bringt ohne Versteckspiele eine elegante Individualität mit. Mit diesem Wein können Sie mindestens 20 Jahre älter werden oder ihn auch gleich stolz zu einem Saibling in Beurre-Blanc oder einem Risotto mit Butternutkürbis und Pfifferlingen servieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Nussbaumer Gewürztraminer&lt;br/&gt;Dieser Wein ist eine Legende in der Unternehmensgeschichte der Kellerei Tramin und in der Weinkultur Südtirols, er ist zudem einer der meistprämierten Gewürztraminer Italiens, allein vom Gambero Rosso erhielt er 17mal in Folge die höchste 3-Gläser-Auszeichnung.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Rebstöcke eines Gewürztraminers beanspruchen warme, lehmige, nicht zu trockene Böden, eine angenehme Hanglage und ein mediterran-mildes Klima. In dieser Lage baut der Gewürztraminer auch beim Erreichen der vollen physiologischen Reife nicht vorzeitig die Säure ab und behält sein Muskelspiel. Genau das kann die Kellerei Tramin der Sorte und den 40 Jahre alten Rebstöcken in ihren besten Lagen um Söll herum bieten, zumal der Gewürztraminer nicht ohne Grund vor über tausend Jahren die Region als Geburtsort gewählt hat und diesem perfekten Lebensraum seit seiner Kinderstube treu geblieben ist. Abgesehen von den schon erwähnten Bodenverhältnissen aus kalkreichem Schotterlehm mit Porphyrfels und dem Mikroklima mit idealen Tag-Nacht-Amplituden und warmen Winden vom Gardasee stellten die rigorose Ertragsreduzierung und die gnadenlose Selektion bei der sehr späten Traubenernte die Weichen für die Qualität. Im Keller genießt er jedes Jahr eine aufmerksame Vorzugsbehandlung, gilt es doch, den Gewürztraminer zu verschiedenen Stilistiken zu animieren, ohne seine Herkunft zu kaschieren oder seinen Charakter zu verbergen. Der Nußbaumer wurde nach kurzer Maischestandzeit in kleinen Edelstahltanks vinifiziert und ausgebaut und nach einem Jahr abgefüllt. Er ruhte noch drei Monate in der Flasche. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein Wein mit einer außergewöhnlichen Fruchtexposition und einer hochkonzentrierten Dichte brilliert intensiv goldgelb im Glas. Er feuert facettenreiche Düfte ab aus einem Blütenmeer mit gelben und weißen Rosen und Lilien, dazu Apfel-, Akazien-, Holunder- und Lavendelblüten. Exotische Früchte drängeln in die Nase, Mangos sind die ersten, dann schaffen es Litschis, Passionsfrüchte und Limonen, dazwischen melden sich kleine Gewürzsträußchen mit Zimt, Gewürznelken, Safran, Muskat und Ingwer. Immer ist auch ein schon fast ortsüblicher Hauch von Mineralität dabei. Am Gaumen tritt der durchaus trockene Nußbaumer mächtig und prächtig auf mit Fülle und Energie. Auf der Zunge tanzen fast alle Fruchtaromen aus dem Bukett mit, auch die Gewürznoten sind anwesend, ohne frech zu werden. Die vibrierende Säure ist so harmonisch versteckt, dass sie unaufgeregt im Hintergrund wirkt, aber dem Wein eine animierende Frische mitgibt, die von der intensiven Mineralik noch unterstützt wird. Im Finish geht er saftig und herrlich schmelzig mit einer bemerkenswerten Länge ab. Ein hochkomplexes, tiefgründiges Kraftpaket, das mit einem konzentrierten Extrakt und einer ausgeprägten Duft- und Geschmacksfülle voll im Saft steht. Er krönt aufgrund seiner Fruchtdichte perfekt ein feines japanisches Yakitori (gegrillte Hühnerspieße mit Gemüse) oder ein thailändisches Pad Kana Moo Grob (gebratener Chinakohl mit knusprigem Schwein), harmoniert aber auch gut zu geräuchertem Heilbutt-Carpaccio.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Terminum Gewürztraminer Spätlese&lt;br/&gt;Dieses Spätlese-Format des Gewürztraminers entsteht im Frühwinter mit der Handlese der edelfaulen Trauben. Die gewünschte Botrytis liefert im Oktober und November der morgendliche Hochnebel im Etschtal. Da die Weinberge in einer Senke liegen, trocknet der Südwind vom Gardasee die Trauben nicht ab, so dass sich die Edelfäule gut entwickeln kann. Der Wein wurde nach 12stündiger Maischestandzeit im kleinen Holzfass über 12 Monate vinifiziert und gelangte dann noch für sechs bis neun Monate in den Stahltank.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir schnüffeln an konzentrierten, verführerischen Düften von Pfirsichen, reifen Mirabellen, Aprikosen, kandierten Zitrusfrüchten, Banane und Honig mit feinen floralen Anklängen. Den Gaumen fesselt die üppige, dichte Fruchtsüße mit floralen Nuancen und den gut wahrnehmbaren Botrytisnoten. Das Süßeschwänzchen ist von der leichtfüßigen Säure präzise eingeschliffen und wird von einer leicht salzigen Mineralität eskortiert – wir beginnen vornehm lautlos zu schmatzen. Je mehr Luft der Wein bekommt, desto breiter wird das geschmackliche Alpenpanorama. Das füllige, süffig-süßliche Finish nimmt kein Ende. Es ist ein in 0,375-Flaschen abgefüllter Traum, eine Kostbarkeit mit außergewöhnlicher Eleganz, großer Tiefe und Saftigkeit, rund und munter – ein Fest für alle Sinne. Er bietet Genuss pur für jede schöne Begegnung, auch die mit sich selbst – aber bitte belästigen Sie diesen wundervollen Wein nicht mit den üblichen Blauschimmel- und Apfeltarte-Orgien.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Urban Lagrein Riserva&lt;br/&gt;Die Rebsorte haben wir schon mehrfach beschrieben, ist sie doch als älteste autochthone Rotweinsorte Südtirols die rote Leitsorte. Bis in die siebziger Jahre hinein wurden Lagrein-Trauben fast nur für Rosé-Weine oder zum Verschneiden von Vernatsch verwendet. Heute werden aus ihnen einzigartige und hochwertige Rebsortenweine kreiert, die es so nur in Südtirol gibt und die – wie der Urban – ein Aushängeschild jeden Weinguts sind. Für den Urban wachsen die Reben in rund 230 m Höhe in Lagen um den Urbanhof in Vill bei Neumarkt und Auer auf Böden wie sie in der Umgebung von Tramin recht verbreitet sind: Schotter, Kalkstein, Porphyr und sandiger Lehm. Der Wein hat selbstverständlich eine Maischegärung durchgemacht, und zwar im großen Holz. Danach durfte er zwölf Monate in Barriques und weitere sechs in Betontanks, was für Lagrein-Weine nicht ungewöhnlich ist. In der Flasche ruhte er weitere sechs Monate. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt sich der Lagrein aus der Selektions-Linie tiefdunkel purpurviolett mit undurchschaubaren, geheimnisvollen fast schwarzen Reflexen. Das Bukett öffnet sich intensiv und füllig mit blauen Veilchen, reifen Schwarzkirschen, Brombeeren, Waldheidelbeeren, Schwarzen Johannisbeeren und einem Hauch von Süßholz und Kakao. Am Gaumen verbreitet sich ein dichtes, energiegeladenes und doch samtiges Netz von satten Lagreineindrücken. Die reifen Waldfrüchte, die Schwarzen Johannisbeeren, die Schwarzkirschen und einige Dörrpflaumen sind zusammen mit einer feinen Würze und den Anklängen von Schokolade und Mokka die Grundlage der Gaumenfülle. Die gut strukturierte Säure und die herrlich süßlichen barriquegewürzten Tannine bauen sich engmaschig und mit sanftem Druck auf. Sie sind so gut ausbalanciert, dass der Wein auch im langen Finish nicht zu wild und rau, sondern erstaunlich samtig und herb-aromatisch abgeht. Ein eleganter, charmanter Rotwein mit einem kraftvollen Körper – eine Top-Selektion an der Südtiroler Lagrein-Spitze. Er ist bei jeder wertvollen Gelegenheit gerne als feiner roter Solist im großen Burgunderglas dabei, bringt aber auch gerne seine distinguierte Reputation zu einer Geschmorten Hirschkeule mit. </description>
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      <title>Das Wein- und Sektgut Barth im Rheingau: mit genialen handwerklichen Fähigkeiten, familiärem Zusammenhalt und ökologischer Kompetenz in die Spitze der deutschen Sektkultur&#13;&#13;&#13;</title>
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      <pubDate>Thu, 18 Apr 2024 07:08:50 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/4/18_Das_Wein-_und_Sektgut_Barth_im_Rheingau__mit_genialen_handwerklichen_Fahigkeiten,_familiarem_Zusammenhalt_und_okologischer_Kompetenz_in_die_Spitze_der_deutschen_Sektkultur_files/xBARTH_Christine_Mark%28c%29Wein-und_Sektgut_Barth_Rheingau%281%29.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_23.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:136px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;1.200-mal schafft es der Rhein auf seinem Weg von den Schweizer Alpen bis zur Nordsee die Strecke eines Kilometers zu durchqueren. Stets nimmt er den kürzesten Weg und richtet sich deshalb von Nord nach Süd aus. Doch hinter Mainz gefällt ihm die Landschaft so gut, dass er länger verweilt und deshalb bis Bingen zu einer langgestreckten Kurve ausholt: Ein einziges Mal fließt er nun über 35 km von Ost nach West. Damit eröffnet er im breiten, durch das Mittelgebirge Taunus vor zu starkem Niederschlag geschützten Tal lichtdurchflutete und sonnenverwöhnte Südhänge, die zum Weinbau geradezu einladen. Schon vor Jahrhunderten etablierte sich deshalb in diesem Bereich eine der bekanntesten Weinregionen der Welt: der Rheingau.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Inmitten des Rheingaus und etwa auf der Hälfte der Rheinkurve liegt der kleine Ort Hattenheim, der seit 1972 einen Ortsteil von Eltville bildet. Hier ist der Rhein bereits bei durchschnittlichem Wasserstand knapp einen Kilometer breit. Nur etwa hundert Meter vom Rhein entfernt am Ende des Bergwegs und direkt an den Weinbergen liegt das Wein- und Sektgut Barth – eines der bekanntesten und renommiertesten in deutschen Weinlanden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;1948 gründete Johann Barth, genannt &amp;quot;Hans&amp;quot;, das Weingut Hans Barth. Er machte zunächst nur Fassweine, bis er 1956 die ersten eigenen Flaschenweine abfüllte. Johanns Sohn Norbert absolvierte die Winzerlehre auf Schloss Reinhartshausen, stieg 1973 in den elterlichen Betrieb ein und übernahm ihn 1987. Er erweiterte das Weingut durch den Zukauf und die Pachtung weiterer Flächen in Hattenheim, Hallgarten und Oestrich-Winkel und errichtete Ende der 80er Jahre eine große Halle für die Kelterung, Abfüllung und Flaschenlagerung. Vor allem aber baute er als erster im Rheingau zusammen mit seinem Vater nach und nach eine eigene Sektproduktion mit traditioneller Flaschengärung auf, die 1992 offizielle Premiere hatte. Bald entstanden Sektgärraum, Rüttel-, Degorgier- und Versandlager. Damit war der Betrieb einer der ersten im Rheingau, der Winzersekte im eigenen Keller produzierte. 1999 trat das Weingut dem Verband deutscher Prädikatsweingüter VDP bei. Ein Jahr später wurde in einem gemeinsamen Pionierprojekt mit der Forschungsanstalt Geisenheim zum ersten Mal im Rheingau ein Weinberg mit der Rebsorte Cabernet Sauvignon bepflanzt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nun nahte die nächste Generation, die sich der Wein- und Sektherstellung zuwandte: Christine Barth, Enkelin von Johann Barth und Tochter von Norbert und Marion Barth, steigt nach ihrem Studium und ihrem Aufenthalt in Amerika in das Weingut ein. Sie hatte in Kalifornien zwei Jahre lang das Marketing des weltberühmten Weinguts Gallo gemanagt. 2010 heiratete sie ihre Jugendliebe, den Önologen Mark Dunn, und zog ihn in das elterliche Weingut hinein. Er hatte in Geisenheim studiert und ein Praktikum in Südafrika gemacht, was sich später in einer ganz besonderen Verbindung auswirken sollte. Die dritte Generation mit Mark und Christine Bark setzte jede Menge innovative Ideen um, ohne Norbert und Marion außen vorzulassen. Abgesehen von neuen Etiketten und dem Umbau des Barriquekellers war die epochalste Neuerung die Umstellung des Betriebs auf ökologischen Weinbau, was 2013 zertifiziert wurde. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im November desselben Jahres eröffnete die neue 100 Quadratmeter große Vinothek, die gleich mal den „Insider Award“ erhielt, eine der begehrtesten innenarchitektonischen Auszeichnungen. Geradezu spektakulär erscheinen die drei schräg-diagonal in die Decke eingelassenen Tageslichtkuben, die das Licht direkt aus den Weinbergen in den Raum importieren. Durch einen gläsernen Durchbruch im Boden blickt man hinunter in den Weinkeller. Man kann die unterschiedlichen Bodenprofile der VDP-zertifizierten Spitzenlagen besichtigen und im Interaktionsbereich selbst Hand anlegen, um die Arbeit des Winzers näher kennenzulernen. Schließlich gelangt man in den Verkostungsbereich, in dem man umgeben von den Logofarben Weiß, Schwarz und Gold in entspannter Kaminatmosphäre oder an der Bar die Weine und Sekte genießen kann.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 übergibt Norbert Barth nach 47 Jahren die Verantwortung im Wein- und Sektgut an seinen Schwiegersohn Mark Barth und seine Tochter Christine. Wieder einmal wird ein traditionsreicher Familienbetrieb erhalten, der nun beruhigt nach vorne schauen kann, nicht zuletzt in Richtung 4. Generation. Norbert und Marion schauen nach wie vor mit – Norbert bietet seine Erfahrung im Weinberg wie im Keller an und Marion pflegt weiterhin das wichtige Büro, womit sie der Familie zugunsten des Wein- und Sektmachens den Rücken freihält. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Wein- und Sektgut Barth bewirtschaftet heute über 20 Hektar Rebfläche und kommt auf eine Jahresproduktion von bald 140.000 Flaschen. Alle Weine und Sekte sind bio und vegan. Zum Betrieb gehören Lagen wie Hassel, Wisselbrunnen und Schützenhaus in Hattenheim, Jungfer, Hendelberg und Schönhell in Hallgarten und Lenchen und Doosberg in Oestrich-Winkel. Es sind weltberühmte Traditionslagen darunter und solche, die als VDP.ERSTE LAGE® und VDP.GROSSE LAGE® höchstklassifiziert sind. Das Einzigartige und überaus Wertvolle an dieser Lagen-Vielfalt ist nicht zuletzt ihre Boden-Vielfalt. Selbst Weinberge in einer Ortschaft weisen im Rheingau teilweise so verschiedene Böden auf, dass sie den Weinen ganz unterschiedliche sensorische Eigenschaften von Eleganz, Mineralik, Vollmundigkeit oder Körper mitgeben. Die Böden reichen von kiesigem oder tiefgründigen Löss-Lehm – wie im Hattenheimer Hassel – über Quarzit, Ton oder schwerem Tonmergel – wie im Schönhell in Hallgarten – bis hin zu Verwitterungsböden mit Buntschiefer.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den Weinbergen von Familie Barth werden zu rund 73 % Riesling, zu 20 % Spätburgunder, 5 % Weißburgunder sowie 2 % Cabernet Sauvignon angebaut. Immer sind die Rebzeilen begrünt, so dass die Rebstöcke im Sommer in einem Blütenmeer nahezu versinken. Damit kann sich eine große Artenvielfalt entwickeln, die Reben werden gestärkt und die Böden vor der wachstumshemmenden Verdichtung bewahrt. Die Arbeit im Weinberg ist bei biologischer Bewirtschaftung besonders anspruchsvoll, gilt es doch unter anderem, unliebsame Gäste rechtzeitig zu erkennen und die guten Käfer auf die schlechten anzusetzen. Jedenfalls ist im Wein- und Sektgut Barth alles auf beste Traubenqualität ausgerichtet. Dazu gehört eine rigorose Ertragsreduzierung insbesondere durch den Grünschnitt, entscheidend ist aber die manuelle Ernte ausschließlich vollreifer Trauben mit gnadenloser Selektion. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller hat schon Norbert Barth ständig für neue Technologie gesorgt, so dass seit Jahren zum Standard gehört, was woanders noch umständlich bedacht wird: die Temperatursteuerung der Gärung, die schonende Verarbeitung mit Ganztraubenpressung und der Einsatz eigener Weinberghefen, die den Most ohne Zeitdruck in Wein verwandeln können. Da darf so mancher Spitzenweißwein schon mal länger als ein Jahr auf der Hefe liegen, ganz zu schweigen davon, dass die Rotweine über Jahre im großen Holzfass oder in Barriques reifen. Konsequent setzt Familie Barth die Erkenntnis um, dass die Arbeit im Keller das, was die Natur den Trauben mitgegeben hat, nur begleiten, aber nicht zerstören darf. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Längst ist auch in die Sektherstellung eine ständig durch Innovationen vorangetriebene Routine eingekehrt, zu der es nach wie vor gehört, dass eine Flasche im Zuge der traditionellen Flaschengärung zweimal täglich auf dem Rüttelpult von Hand gedreht wird. Jede Flasche wird zum Unikat und bis zur Fertigstellung ungefähr 55-mal mit der Hand betreut. Die Sekte lagern mindestens 24 Monate auf der Hefe, einige sogar bis zu zehn Jahren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weine sind in die Qualitätspyramide des VDP eingestellt als Ortsweine, Gutsweine und Lagenweine mit den Spitzen VDP.ERSTE LAGE® und VDP.GROSSE LAGE®. Die entsprechende Lagenklassifikation wird auch für die Sekte verwendet, die mittlerweile 40 % des Sortiments ausmachen. Der Betrieb ist Mitglied im „Verband Traditioneller Sektmacher“, bei „Charta Rheingau“, bei „Ecovin“ und bei „Wein in Moderation“. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Familie Barth darf stolz sein auf den familiären Zusammenhalt und die genialen handwerklichen Fähigkeiten ihrer Winzer und Winzerinnen über die Generationen, die das Wein- und Sektgut Barth zu einem der führenden Häuser in der deutschen Wein- und Sektkultur gemacht haben. Immer stehen Leidenschaft, Kreativität und Freude im Vordergrund, um mit Hingabe und Intuition hochwertige Weine und Sekte zu kreieren. Im Hintergrund ist allgegenwärtig, dass im Weinbau die Natur die Existenz des Weinguts und damit das Schicksal der Familie bestimmt. Sie kann dem Winzer alles nehmen, aber auch alles schenken. Sie ist das wertvollste Betriebsvermögen und muss respektiert, geschützt und bewahrt werden. Familie Barth hat frühzeitig verstanden, dass sie den Umgang mit der Natur weniger ideologischen Ansprüchen, sondern ganz konkret ihrer 4. Generation schuldet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dass sie als kleines Familienweingut mit den Sekten schon bald die von wenigen Betrieben besetzte oberste Spitze der deutschen Sektgüter erreichte und nach wie vor einige der besten Sekte Deutschlands herstellt, war fast vorgezeichnet, weil sie schon immer die Qualität ihrer Weine hochgehalten hatte. Denn bekanntlich beginnt die Einzigartigkeit des Sekts mit der Einzigartigkeit der Weine. Hier kann sich Familie Barth für ihre Kunst des Wein- und Sektmachens auf das ganz besondere Terroir ihrer Lagen stützen, das ihre Weine prägt. Auch wenn ein Schaumwein niemals besser sein kann als der Grundwein, aus dem er gemacht wird, kann der Sekt gleichwohl einen zusätzlichen individuellen Ausdruck erlebbar machen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Gerade darauf konzentriert sich Mark Barth, der nicht nur für Christine, sondern auch für den Betrieb ein Glücksfall ist, hat er sich doch von Anfang an – gestärkt durch den Titel „Der Riesling-Meister“ – zum Pionier des Lagensekts entwickelt. Das hat er nicht zuletzt seinem Geisenheim-Professor Wolfgang Pfeifer zu verdanken, der lehrte, worauf es bei der Schaumweinherstellung ankommt, wenn man höchste Ansprüche an die Qualität verlangt. Demgemäß trug Mark als stellvertretender Vorsitzender des VDP-Regionalverbands Rheingau maßgeblich dazu bei, dass auch Sekte nach der Pyramide des VDP klassifiziert werden und der VDP 2018 eine eigenes Sektstatut aufstellte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weiterhin arbeitet Mark Barth unverzagt daran, dem erstklassigen Winzersekt in Deutschland vor allem als Riesling-Sekt generell ein höheres Image zu verschaffen, damit er irgendwann einmal zu Recht neben oder sogar über Champagner gestellt wird. Dazu reicht zwar der seit einigen Jahren hierzulande entstandene allgemeine Sekt-Boom nicht aus, aber die international zunehmende Nachfrage nach Winzersekt aus Deutschland stimmt zuversichtlich. Schließlich arbeitet inzwischen eine neue Generation von Winzerinnen und Winzern im Keller, die mit Enthusiasmus und Engagement die Herausforderung annehmen, mit dem aufwendigsten und anspruchsvollsten Verfahren der traditionellen Flaschengärung eigene Sekte zu machen, die gerade beim Riesling wie bei keiner anderen Rebsorte ihre Herkunft offenbaren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Familie Barth trägt seit vielen Jahren die Wein- und Sektkultur des Rheingaus erfolgreich in die Welt hinaus: Der Export reicht über europäische Länder wie die Niederlande, Norwegen, Finnland oder Polen hinaus bis weit nach Asien. Familie Barth hat zudem ihre vielseitigen Beziehungen zum Weinland Südafrika aufrechterhalten. Es gibt ein Joint-Venture mit Norberts Cousin Paul Barth, der 2018 in Stellenbosch das Weingut Kunjani-Wines mit Cottages, Verkostungsraum und Restaurant gegründet hat und hochwertige Shiraz-Weine macht, von denen einige auch im Shop der Barths angeboten werden. Paul Barth hatte schon Jahre zuvor zusammen mit Mark Barth und Alexander Jung einige Flächen in den Winelands von Stellenbosch als Hobby bewirtschaftet und den vielbeachteten Wein Howzit Shiraz! auf den deutschen Markt gebracht, der mit &amp;quot;Hallo, wie gehts!&amp;quot; auf Zulu begrüßt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hierzulande wird das Wein- und Sektgut mit Ehrungen und Auszeichnungen in den höchsten Kategorien gewürdigt. Das begann schon 2010, als der Sekt Primus aus dem 2007 Riesling Erstes Gewächs Hattenheim Hassel erschien – der erste und einzige Sekt Deutschlands aus dem VDP.ERSTES GEWÄCHS®-Wein. Mittlerweile bekommt der Betrieb drei Sterne bei Eichelmann, drei Trauben im Gault Millau und erreicht die obersten Plätze in den Verkostungen der Weinmagazine. So gelangte der 2015 Hattenheim Hassel Riesling brut nature VDP.GROSSE LAGE® bei VINUM auf den jeweils ersten Platz in den Kategorien „Die Besten aus Deutschland - Rieslingsekt“ und „Riesling ab 36 Monate Hefelager“ und wurde insgesamt zum Sekt des Jahres 2022 erklärt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wer etwas abhaben möchte vom legendären Ruf des Wein- und Sektguts Barth, kann einen Rebstock in der Spitzenlage Schützenhaus in Hattenheim als Pächter erwerben. Er erhält eine Besitzurkunde und jährlich die daraus gemachte Flasche Wein oder Sekt. Wenn Sie im Rheingau sind und die (baulich) schräge Vinothek der Barths besuchen, können Sie auch einen Sabrierworkshop belegen, um zu erlernen, wie man eine Sektflasche mit dem Säbel öffnet und der Inhalt gleichwohl artig in die Sektgläser gelangt. Man darf sich dann wie bei Pirates of the Caribbean fühlen, wenn der obere Teil des Flaschenhalses samt Korken aufgrund des abrupt freigesetzten Flaschendrucks abgetrennt wird. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten drei Weine und drei Sekte aus dem Wein- und Sektgut Barth verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Hallgarten Riesling trocken VDP.Ortswein&lt;br/&gt;Die Weinberge in der Ortsgemeinde Hallgarten, die zu Oestrich-Winkel gehört, blicken alle in südöstlicher oder südwestlicher Richtung auf das romantische Rheintal und werden von der anderen Seite durch einen Hochwald am Gipfelplateau der 600 Meter hohen Hallgarter Zange geschützt, die sich als Ausläufer des Taunusgebirges emporreckt. Der größte Teil der Trauben dieses Ortsweins stammt aus der Hanglage Hendelberg am nordöstlichen Ortsrand von Hallgarten nahe dem bewaldeten Taunuskamm. Die Böden reichen von tiefgründigen, steinigen Buntschieferböden im oberen Teil, wo die Trauben für diesen Wein überwiegend herkommen, bis zu regelrechten Aueböden mit Lösslehmen im kleineren Talzug. Der Most ist spontan mit Weinberg- und Kellerhefen im Edelstahl vergoren und auch ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Hallgartener Ortswein ist ein kühler, leiser Tiefstapler im Riesling-Programm von Familie Barth. Er schickt feine, präzise Aromen aus dem Glas: gelbe Früchte mit Birnen und ein Touch von Grapefruit und Limonen. Eine leichte Würze und mineralische Anklänge verbreiten sich in der Nase. Geschmacklich imponiert die frische, sortentypische Rieslingfrucht, die immer klar und geschliffen bleibt und nie in aufdringliche Üppigkeit oder gar Schwere verfällt. Die aktive Säure ist ordentlich untergebracht und stützt den straffen, saftigen Nachhall, der durch eine deutliche Mineralik der leicht salzigen Art und durch eine herrliche Schmelzigkeit zum fröhlichen Trinkfluss inspiriert. Ein harmonischer und zugleich distinguierter Wein, wie er im Einstiegsbereich selten zu finden ist. Holen Sie ihn gut gekühlt aus der Box als erstklassigen Picknickwein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Riesling Charta&lt;br/&gt;Die Vereinigung der CHARTA-Weingüter wurde 1984 in der Schatzkammer der Hochschule Geisenheim gegründet und fusionierte 1999 mit dem VDP.Rheingau. Man wollte den klassischen, trocken bis feinherb ausgebauten Rheingau Riesling hervorheben, um ein Stück der Tradition und Weinkultur des Rheingaus zu erhalten. Dem Reglement entsprechend wurden die Trauben dieses Weins aus besten Rheingauer Lagen, also VDP.GROSSE© und VDP.ERSTE LAGEN©, geholt, wo die Reben überwiegend auf Lösslehm-Böden stehen. Dafür kamen nur vollreife Trauben in Betracht, die per Hand gelesen und streng selektiert wurden. Im Keller folgten Spontanvergärung in Stahltanks und ein langes Hefelager. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas fällt der Charta-Riesling gleich durch seine helle goldgelbe Farbe auf. Er lockt vorsichtig mir einer heiteren Aromatik von Pfirsichen, Aprikosen, Zitrusfrüchten, reifen roten Äpfeln und einigen floralen Anklängen. Im Mund präsentiert er sich hell und klar, schlank und griffig. Mit seiner brillanten Frucht, seiner klaren Transparenz, seiner lebendigen Säure und seiner kühlen, erdverbundenen Mineralität betreut er den Gaumen mit einer Ambivalenz zwischen herben und herrlich restsüßen Tönen bis in den langen saftigen Abgang. Er ist ein leichtfüßiger Begleiter und immer bereit, wenn ein Riesling zu einer Speise hermuss. Überraschen Sie sich und den Charta-Riesling extravagant mit meersalzgewürzten Backkartoffeln mit Speck und kross gebratenen Streifen von Schweinebauch. Aber erschrecken Sie ihn trotz seines kleinen Süßeschwänzchens nicht mit asiatischen Normalitäten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Hattenheimer Schützenhaus Riesling trocken VDP.Erste Lage©&lt;br/&gt;Die vom VDP hochklassifizierte Lage Schützenhaus liegt am westlichen Ortseingang von Hattenheim und erstreckt sich oberhalb des Pfaffenbergs bis zur Straße nach Hallgarten im Westen und der nach Kloster Eberbach im Osten. Sie ist mit leichter Hangneigung nach Süd-Südwest exponiert. Der Name hat nichts mit dem weiter weg gelegenen Schützenhaus zu tun, sondern mit der Hütte für den „Traubeschütz“, der einst im Herbst die Vögel mit Schreckschusspistolen vertrieb. Die Bodenformation weist an einigen Stellen zwar Buntschiefer auf, es überwiegen aber Aueböden, die teilweise in tiefgründigen Löss und Lösslehm übergehen und manchmal auch von tertiärem Mergel durchmischt sind. Aufgrund des hohen Wasserhaltevermögens sind die Weichen für extraktreiche Weine gestellt, zumal die Reben hier recht früh reifen und kleine, lockerbeerige Trauben bieten. Der Most wurde im Edelstahl vergoren, der Wein reifte noch auf der Feinhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Hattenheimer Schützenhaus Riesling lädt ein mit einem mineralitätsbetonten, leicht reduktiven Bukett mit Birnen, jungen gelben Pflaumen, etwas Zitronenmelisse und einer überraschenden, beim Riesling gleichwohl nicht ganz ungewöhnlichen Ahnung von schwarzen Johannisbeeren. Am Gaumen kommt er dann temperamentvoll an, expressiv, delikat, energisch. Er ist gradlinig strukturiert und transportiert mit einer bemerkenswerten Dichte und Festigkeit fruchtige Noten von roter Grapefruit und etwas Zitronengras, umhüllt von exotischen, ja sogar schmelzig-nussigen Tönen. Die reife Säure ist schlank und lebendig und bewahrt die klare Präzision des Weins. Dazu passt seine charaktervolle Mineralität. Er präsentiert sich filigran, gediegen, ohne jede opulente Schwere, aber mit einer tiefgründigen Finesse und einer gewissen Würze im Finale. Der Wein ist ein großer Wirker, wenn Sie ihn stilistisch überraschend als Aperitif reichen. Er ist ein galanter Begleiter, wenn Sie ihn ganz einfach mal einer Poularde aus dem Rohr aufdrängen. Sie können ihn übrigens auch noch als Jahrgang 2001 aus der Schatzkammer von Familie Barth bekommen.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Rheingau Riesling Extra Brut&lt;br/&gt;Der erste Sekt, den wir im Glas haben, ist ein Rheingau Klassiker, wie er nur hier entstehen kann und nur hier und sonst nirgendwo hingehört. Schon der Grundwein, der von den rheingautypischen Aue- und Lössböden stammt, stellt die Weichen für einen Charakter, der das Terroir sensorisch authentisch erleben lässt. Während der Flaschengärung lag der Wein mit konstanter Temperatur 24 Monate auf der Hefe bevor chargenweise degorgiert wurde.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Rheingau Riesling Extra Brut präsentiert sich im Glas in einem wertigen Weißgold mit lebendiger, feiner Perlage. Er duftet intensiv und frisch nach weißen Pfirsichen, Aprikosen, Hawaii-Ananas und einem leichten Touch von Zitrus und Kräutern mit einer floralen Abrundung. Alles wird von einer angenehm mineralisch-knackigen Frische begleitet. Am Gaumen fällt seine kühle, präzis-gradlinige Fruchtigkeit mit Zitrus, reifem grünen Apfel und Weintrauben auf, vollmundig und würzig. Die Säure ist quicklebendig und trägt vor dem Hintergrund der feinen Perlage zusammen mit der prägnanten Mineralität den erfrischenden, leicht würzigen und leicht herben Abgang. Die Versanddosage war offenkundig so punktgenau eingestellt, dass die Frische der Frucht nicht in einer unangemessenen Restsüße untergeht. Alle sensorischen Nuancen kooperieren in einem festen Körper. Das ist der noble Traditionssekt für den bewussten Rheingau-Genuss. Er beeindruckt als herausragender Solist bei jedem festlichen Empfang. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Rheingau Pinot Blanc brut&lt;br/&gt;Dieser Sekt wurde fast heimlich gemacht, versektet Familie Barth erklärtermaßen doch eher Riesling oder Spätburgunder. Für Mark Barth gehört er stilistisch jedoch zur Abrundung des Sortiments und drängelt ganz vorne mit an der Ziellinie der Topqualität der Barthschen Sekte. Die Trauben dieses Weißburgundersekts kommen von Rebstöcken, die rund um Hattenheim und Eltville auf Lössböden stehen. Der Grundwein ist im Stahl vergoren, im Rahmen der Flaschengärung lag er zwei Jahre auf der Hefe. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Klar und weißlich leuchtend schimmert der Pinot Blanc im Glas und perlt anhaltend und fein. Er verbreitet ein zärtliches sommerliches Flair von weißen Blüten und weiß- und gelbfruchtigen Tönen von Apfel, Quitte und Birne nebst einem Hauch von Akazie, Futuromelone und Limette. Am Gaumen sammelt sich eine weiche Fruchtigkeit von gelben und grünen Birnen und Äpfeln, die von erstaunlich markanten Vanillearomen umrahmt werden. Der schön schmelzige Abgang wird von einer adretten kleinen Restsüße und einer bemerkenswert lebendigen Säure unterstützt, die zusammen mit der nahezu filigranen Mineralität den nachhaltigen Eindruck der saftigen Frische vermitteln. Das ist ein vielschichtiger Pinot Blanc mit einer ausgesucht cremigen Textur, der hervorragend ausbalanciert ist und eine feine Eleganz vermittelt. Er ist der geborene Aperitif beim Dinner for Two oder for mehrere, er ist aber auch der perfekte schäumende Begleiter einer geräucherten Lachsforelle oder eines Tafelspitz-Gerichts.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2017 ULTRA Pinot Brut Nature&lt;br/&gt;Jetzt haben wir einen gigantischen Spitzensekt aus dem Wein- und Sektgut Barth im Glas, einen Titanen sozusagen. Der Grundwein ist ein Blanc de Noir aus Spätburgunder, der als Pinot Noir bekanntlich auch in den Champagner kommt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Spätburgunder ist eine extrem anspruchsvolle Sorte, die perfekte handwerkliche Winzerkunst erfordert, um einen Wein in höchster Qualität zu vollenden. Bekanntlich zickt die Spätburgunder-Traube nicht nur im Weinberg, sondern auch noch im Keller rum. Wenn es dann noch gilt, sie mit der Methode der Weißweinkelterung zu einem wohlschmeckenden und farbgerechten weißen Blanc de Noir zu animieren, erfordert das höchsten Einsatz. Brut Nature oder brut de brut oder Zero oder non dosé – alles bedeutet Verzicht auf die zweite Dosage, die Versanddosage, und auf die damit verbundene Zuckeranreicherung. Das ist oft nichts für schwache Zungen, aber eine Offenbarung für viele Trockentrinker. Diese Sekte sind zunehmend nachgefragt, vor allem von Sektliebhabern, die meinen, sich schon an alles gewöhnt zu haben. Auch dieser Sekt ist 100 % ökologisch und vegan. Der Grundwein wurde im großen Holz ausgebaut. Mit der Flaschengärung durfte er dann ewig auf der Hefe ruhen, bevor degorgiert wurde: über 60 Monate, also länger als 5 Jahre. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas tritt der Sekt feinperlig auf und geriert eine weißliche, nachhaltige Mousse. Duftig, kühl und intensiv ist der erste Eindruck in der Nase. Feine, dichte Fruchtaromen von roten Äpfeln, reifen Stachelbeeren, von einigen roten Johannisbeeren und winzige vegetabile Töne wehen mit einer leichten Anmutung von Brioche aus dem Glas. Der Gaumen wird verwöhnt von der filigranen Burgunder-Stilistik und von der beindruckenden Balance zwischen frischer Säure, roter und gelber Frucht und einer ausgeprägten Cremigkeit mit wahrlich trockenem Charakter. Aus diesem cremigen, filigranen, festen Körper voller Tiefe und nahezu geheimnisvoller Struktur bezieht er seine Kraft und Fülle und spielt locker in der Über-Champagner Klasse. Servieren Sie ihn in einem großen Weißweinglas, damit er seine Eigenarten freigiebig entfalten kann. Ein Sekt für Genießer – gerne auch für sinnliche Abende oder etwas unromantischer zu einem klassischen Rindersaftbraten an Sahnesoße oder gar zu einem Dessert von frischen Erdbeeren. </description>
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      <title>Die Cantina Oselara am Gardasee: Großartige Weine aus einem Familienbetrieb mit Tradition, Innovation und Leidenschaft </title>
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      <pubDate>Mon, 26 Feb 2024 15:34:23 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/2/26_Die_Cantina_Oselara_am_Gardasee__Groartige_Weine_aus_einem_Familienbetrieb_mit_Tradition,_Innovation_und_Leidenschaft_files/xDSC_0088.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object904.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:133px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Nur knapp einen Kilometer vom südlichen Ufer des Gardasees entfernt liegt die Azienda Agricola Oselara. Es ist ein echter Familienbetrieb, in dem man von Familie Pedassi herzlich empfangen und zur Weinprobe eingeladen wird. Die Cantina Oselara gehört gerade noch zur Gemeinde Pozzolengo in der Lombardei, doch macht man nur wenige Schritte hin zur Straße Rondinelli Richtung Gardasee ist man in Venetien. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Massimiliano Pedassi zog nach Abschluss seines Studiums als Agrarexperte von Botticino bei Brescia hierher und gründete den Betrieb Oselara 1991. Seitdem stehen die alten Rebstöcke mit teilweise eigenen Klonen auf einer Weinbaufläche, die sich inzwischen über 13 Hektar erstreckt und von denen einige auch in der Nachbargemeinde Peschiera del Garda liegen. Heute betreiben Massimiliano mit seiner Frau Irene, seinem Bruder Giuseppe und den längst erwachsenen Kindern Rossana und Silvano Pedassi das Weingut in familiärer Gemeinsamkeit. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den Weinbergen wird nach traditionellen Methoden und nachhaltig mit strenger Ertragsreduzierung gewirtschaftet. Dabei wird möglichst keine Chemie eingesetzt und mit Naturdünger gearbeitet. Die Lese erfolgt per Hand mit gnadenloser Selektion der besten Trauben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller setzt Familie Pedassi auf modernste Technologie mit temperaturgesteuerter Gärung in den Stahltanks, auf Stickstoffeinsatz und Battonage. Der Vorlaufmost wird vor der zweiten Pressung getrennt, um maximale Weinqualitäten zu erreichen. Für die Rotweine hält man Tonneaus und Barriques vor. Während man ganz am Anfang mit dem Erstverkauf im Tank begann, ging man schon bald zur eigenen Flaschenabfüllung über. Heute stellt das Weingut mit großem Einsatz sogar eigene Sekte her, sowohl nach traditionellem Verfahren als auch nach der Charmat-Methode.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Cantina Oselara befindet sich im historischen Ursprungsteil des Lugana-Gebiets, wo Weine entstehen, die das Ergebnis einer harmonischen Vermählung von Terroir und der handwerklichen Komposition des Winzers sind. Es sind Lugana Weine mit authentischer Herkunft und einzigartigen Aromen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dazu tragen Böden und Klima ganz wesentlich bei. Die Reben der Turbiana di Lugana wachsen auf fruchtbaren, mineralreichen Sedimentböden mit kalkhaltigen Lehm- und Tonschichten. Die Gegend wird klimatisch zwar durch die kontinentalen Strömungen von der Poebene und aus den Alpentälern beeinflusst, entscheidend ist jedoch die submediterrane Prägung durch den Gardasee, dem mit etwa 370 Quadratkilometern größten italienischen See.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weine der Cantina Oselara lassen nicht nur die Leidenschaft, die Sorgfalt einer Familientradition und innovative Ideen schmecken, sondern bringen auch einen Hauch der tausendjährigen Geschichte und Kultur des Gardasees zwischen malerischen Häfen, alten Burgen und kleinen Dörfern im hügligen Hinterland ins Glas.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten fünf Weine und zwei Schaumweine der Cantina Oselara verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Lugana DOC&lt;br/&gt;Wie im Weingut Oselara üblich wurde selbst der Basis-Lugana nur aus dem Most der ersten Pressung der Trebbiano di Lugana vinifiziert. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas präsentiert er sich in einer klaren, hellen strohgelben Farbe mit grünlichen Reflexen, er signalisiert schon damit Frische und Lebendigkeit. Schnell entfaltet er delikate Aromen von weißen Blüten, Zitrusfrüchten und saftigen grünen Äpfeln, dazu Anklänge an tropische Früchte. Wir schmecken die sortentypischen Nuancen von Zitrusfrüchten, grünem Apfel und einem Hauch von leicht salziger Mineralik nebst einem Touch Kräuter heraus. Alles ist von einer erstaunlich zarten Säure umrahmt, die auch im langen Abgang eine enorm aromatische Frische generiert. Das ist ein herrlich geschmackvoller Weißwein, der zu vielen Gelegenheiten passt. Servieren Sie ihn zu Forelle blau oder zu Bodensee-Felchen mit Salbei.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2018 Lugana Riserva DOC&lt;br/&gt;Nach dem DOC-Disziplinar reift ein Lugana Riserva mindestens 24 Monate im Keller und ruht mindestens 6 Monate auf der Flasche. Er muss mindestens 12 Volumenprozent Alkohol haben und darf erst ab dem 1. Oktober nach dem Herstellungsjahr in den Handel kommen. Durch die längere Reifung gewinnt der Rebsortenwein noch mehr an Charakter und Intensität und spielt den Vorteil aus, den die Turbiana di Lugana Rebe an Alterungspotenzial gegenüber anderen weißen Sorten bietet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon in der Nase imponiert der 2018 Lugana Riserva nach etwas Belüftung mit seiner Komplexität und gediegenen Aromen von weißen Pfirsichen, weißen Blüten und Vanille. Unter die würzigen Kräuteraromen schummelt sich eine winzige Anmutung von Feuerstein. Am Gaumen kommen Kraft und Ausdauer an. Eine interessante Fruchtsüße vereint sich mit einer herrlich schmelzigen Textur, die mit feiner, leicht salziger Mineralität, einem Hauch von Mandeln und einer zarten Würze elegant und saftig ausklingt. Erfreuen Sie sich und diesen Wein mit einem Gericht vom Gardasee: Hecht pochiert mit in Öl gebratenen Sardellen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Classe 18 Bianco Benaco Bresciano IGT &lt;br/&gt;Der IGT-Bereich des Bresciano umfasst etwa 69 Hektar Rebfläche in den Gemeinden der Provinz Brescia südlich des Gardasees. Die Rebstöcke stehen auf stark lehmigen Böden. Rebsortenweine müssen zumindest 85% der betreffenden Sorte enthalten, bis 15% können andere Sorten sein. Der Classe 18 von Oselara stammt von Trebbiano-Trauben, deren Most bei niedrigen Temperaturen im Edelstahl vergoren wurde. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Trebbiano-typisch zeigt er ein helles Strohgelb mit grünlichen Reflexen. Sein Bukett ist distinguiert zart und nahezu anschmiegsam mit fruchtigen Aromen von gelben Früchten und einem feinen Touch Kräuter. Im Mund breitet er sich körperreich und zugleich samtig aus. Töne von Aprikosen, Zitrus und Ananas, dazu einige weiße Blüten. Er bleibt mit seiner lebendigen Säure im fruchtig-mineralischen Finish sehr lange erhalten und hinterlässt weiche, aber frische Eindrücke von Harmonie. Probieren Sie die außergewöhnliche Kombination mit verschiedenen reifen Weichkäsesorten oder mit Tintenfisch.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Lugana DOC Terra dorata&lt;br/&gt;Von „goldenem Boden“ stammt dieser Lugana aus 100% Turbiana di Lugana Trauben, die vorwiegend von alten Reben kommen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er funkelt strohgelb mit weißgoldenen Reflexen im Glas und imponiert mit einem breiten Fruchtbukett, das sich weiße Pfirsiche mit einem leichten Zitrusduft und bemerkenswert präsenten tropischen Früchten wie Mangos und Bananen teilen. Neben einigen weißen Blüten machen immer wieder würzige Töne von Salbei und Majoran auf sich aufmerksam. Am Gaumen tritt der Wein mit ordentlichem Druck auf und zeigt seine kraftvolle, lebendige Aromatik von Birnen, Äpfeln, Zitrus, Passionsfrucht und Ananas. Die aktive Säure harmoniert gut mit dem fruchtigen, dezent mineralischen Rahmen von Saftigkeit und süßlich-würzigen Andeutungen. Im Finale wird er sanft und locker und lässt das Sommergefühl lange nachhallen. Es ist ein komplexer, eleganter Lugana, der immer wieder neue Facetten zeigt – ausgewogen und handwerklich hervorragend komponiert. Er trinkt sich angenehm zu zweit oder weckt zu Fisch und hellem Fleisch die müdesten Geister. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;90 Passi Metodo Charmat Garda DOC brut&lt;br/&gt;Bei der Methode charmat findet die Gärung des Schaumweins in Tanks statt. Schon 1903 wurde das erste Patent auf ein Großraum- und Tankgärverfahren angemeldet. Dieser Brut-Schaumwein von Oselara ist nach dem Disziplinar der Garda DOC hergestellt und eine Cuvée aus den Sorten Turbiana und Chardonnay. Die Trauben für die Grundweine wurden schon Ende August gelesen, um genügend Säure für die Schaumweinherstellung zu bewahren. Nach der Kaltmazeration über mehrere Stunden, mit der die natürlichen Aromen der Trauben und die Frische gesichert werden, kam der Most auf die Hefe und die Weine dann nach der Charmat-Methode in einen Autoklaven, d.h. Drucktank, zur zweiten Gärung über rund drei Monate, gefolgt von einer abschließenden Flaschenreifung. Der Name „90 Schritte“ klingt sehr geheimnisvoll, vielleicht sind es die Schritte von der Lombardei nach Venetien.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der 90 Passi trumpft im Glas in strohgelbem Outfit hell und klar auf mit feinster Perlage. Er bezieht seine Kraft nicht aus einer knackigen Säure, sondern aus einem cremigen, extraktreichen Körper. Wir entdecken blumige und fruchtige Duft- und Geschmacksnoten von Zitrus, Kräutern und Futoro-Melonen neben den üblichen Verdächtigen wie Äpfeln und Nüssen. Die intensive Fruchtigkeit, die gewisse Mineralität und die frische Säure verleiten dazu, immer wieder ins Glas einzutauchen: Köstliche Eleganz vom Gardasee. Es ist der eindrucksvolle Aperitif für alle Fälle. Sie sollten seine vollmundige Harmonie aber auch einmal zu einem französischen Ziegenfrischkäse genießen. Selbstverständlich könnte er auch eine Dorade aus der Pfanne beeindrucken. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Lugana Metodo Classico&lt;br/&gt;Die Grundweine aus Turbiana di Lugana und Chardonnay Trauben gärten im Edelstahl und lagen mehr als ein Jahr auf der Feinhefe, bevor sie in die Schaumweinflasche abgefüllt wurden. Hier kam die Versanddosage hinzu und der Sekt ruhte noch in der Flasche. Er wurde demgemäß nach der Champagner-Methode, die sich bekanntlich nicht so nennen darf, also in Flaschengärung hergestellt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas strahlt er uns in einem intensiven Strohgelb an, feinperlig und schön süffig. Wir erfreuen uns an Duftnoten von Zitrus, Quitten, Ananas und Hefe. Im Geschmack kommt zu dem fruchtigen Aromenspektrum eine ganz leichte, nussige Note hinzu. Es ist ein filigraner, raffinierter Schaumwein mit gezügelter, aber von dem geringen Restzucker keineswegs überlagerter Säure und einer vollmundig angelegten, trockenen Struktur. Ein klassischer Garda-Schaumwein mit dem Geschmack des Terroirs für einen unbeschwerten, köstlich-frischen Trinkfluss. Lassen Sie doch an Stelle der üblichen Fischgerichte einmal eine getrüffelte Poularde aus dem Rohr diesen Sekt begleiten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Marzemino Garda DOC&lt;br/&gt;Jetzt haben wir einen Rotwein von Oselara im Glas, der ausschließlich von Marzemino Trauben der Klonrichtung Marzemino-Gentile stammt, was in ganz Italien so reinsortig eher selten ist. Die ursprünglich aus dem Veneto stammende Sorte breitete sich von dort über das Trentino, Friaul und die Lombardei bis in die Emiglia Romagna aus. Sie zählt zu den alteingesessenen Rebsorten Norditaliens und war früher auch als klassischer Bestandteil des Chianti-Rezepts bekannt. Im Weingut Oselara wurde der Marzemino im Stahl vergoren und reifte in vorbelegten Barriques.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Farblich ist es ein tiefdunkler, violett schimmernder Wein. Ein animierendes, fruchtiges Bukett von schwarzen Kirschen, Brombeeren und Veilchen drängelt in die Nase, einige Röstaromen schweben herum. Am Gaumen treffen wir die Bukettaromen wieder, alle sehr feinfruchtig und saftig. Eine sehr dezente Abbildung der charakteristischen Bittermandelnote begleitet uns in das samtige, vollmundige Finale, in dem das moderate Tanningerüst überhaupt nicht stört. Ein hochkarätiger Rotwein und ein ausgeglichener Gentleman für einen Abend mit Kerzenlicht oder zu einem Entenbraten aus dem Ofen.</description>
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      <title>Fruchtige Eleganz und weiße Vielfalt vom Gardasee: die Weine und Spumantes der Lugana DOC</title>
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      <pubDate>Wed, 21 Feb 2024 20:33:36 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/2/21_Fruchtige_Eleganz_und_weie_Vielfalt_vom_Gardasee__die_Weine_und_Spumantes_der_Lugana_DOC_files/x_44A2205.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object905.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:132px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Es war eines der Sehnsuchtsziele der Deutschen, als sie in den Wirtschaftswunderzeiten der fünfziger und sechziger Jahre begannen, in Italien Urlaub zu machen: der Gardasee. Wer es sich leisten konnte, unternahm noch einen Ausflug nach Venedig und alle brachten den Traum vom dolce vita mit nach Hause und schwärmten von Bella Italia und der italienischen Lebensart.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dazu gehörten nicht nur die Erinnerungen an Sonne, Sand und Meer, sondern auch an unsagbar leckere italienische Speisen und unvergessliche Weine von den Ufern des Gardasees. Hier gab es den Lugana, einen authentischen, charakterstarken Weißwein, der so manchen gewohnten Riesling oder Müller-Thurgau vergessen ließ und als Urlaubswein in bester Erinnerung blieb. Seitdem erfreut sich der Lugana hierzulande zunehmend großer Beliebtheit. Inzwischen hat er auch den Ruf als kurzfristiger modischer Trend und als Massenwein abgelegt und präsentiert sich mit hoher Qualität als in der ganzen Welt verlässlich begehrter italienischer Weißwein. Den wussten schon die Römer, vielleicht sogar schon die Etrusker zu schätzen, immerhin wurde der Lugana bereits vor über 1.500 Jahren erstmalig schriftlich erwähnt. Der Name des alten „Lucana“ kommt vermutlich vom lateinischen Wort lucus (Wald). Denn ursprünglich gab es hier waldige Sümpfe, die erst ab dem 15. Jahrhundert durch hundertjährige Entwaldungsarbeiten trockengelegt wurden. Andere ordnen die Bezeichnung einer Kapelle im Ortsteil Santa Maria di Lugana bei Sirmione zu.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das geografisch kleine Anbaugebiet Lugana liegt am Südufer des Gardasees, verteilt auf die die beiden Provinzen Brescia und Verona in den Regionen Lombardei und Venetien. Während es in den neunziger Jahren nur knapp 600 Hektar Anbaufläche gab, bewirtschaften heute etwa 160 Winzer rund 2.000 Hektar in den Gemeinden Sirmione und anteilig in den Gemeinden Desenzano del Garda, Lonato del Garda, Pozzolengo sowie in Peschiera del Garda, das zum Veneto gehört. 70 % der jährlichen Erzeugung von fast 30 Millionen Flaschen werden exportiert, hauptsächlich in die USA, nach Deutschland und nach Japan. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein Lugana wird aus der Rebsorte Turbiana gemacht, eine autochthone Rebsorte Norditaliens, die auch unter dem Namen Trebbiano di Lugana bekannt ist, während der genetisch identische Trebbiano di Soave eher woanders auf vulkanischen Hügeln angebaut wird. Der Name Trebbiano leitet sich vom lateinischen Wort &amp;quot;Trebula&amp;quot; ab, dem &amp;quot;Bauernhof&amp;quot;. An die 150 Synonyme sind für Trebbiano bekannt bis hin zu kuriosen Ableitungen wie „White Shiraz“ oder „White Hermitage“ in Australien. In ganz Italien werden sowohl Weiß- als auch Rotweine zulässigerweise mit Trebbiano verschnitten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es ist kein Zufall, dass diese spätreifende Rebsorte in der Region so außergewöhnliche Qualitäten mit einem sorteneigenen Charakter und dem typischen, vollmundigen Geschmack liefert, denn sie hat sich den önologischen Bedingungen perfekt angepasst: Die Weinberge sind in Nord-Süd-Richtung bestockt, um die kühlen morgendlichen Nord- und die warmen Südwinde am Nachmittag vom Gardasee auszunutzen, die auch nächtliche Abkühlung bringen und die Trauben vor Mehltau und Fäulnis schützen: Regnet es mal, werden die Reben schnell trockengeföhnt. Das Klima ist stets vom Gardasee bestimmt und daher im Sommer und Winter mild und weniger kontinental, eher schon mediterran. Das bringt selten gefährliche Frühjahrsfröste und ermöglicht die Ausnutzung einer langen warmen Reifeperiode im September und Oktober, in der die Trauben mit den dickhäutigen, robusten Beeren die vollständige physiologische Reife erreichen können. Dazu trägt auch das Licht bei, das durch die Wasserfläche des Sees gespiegelt wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Gegend um den Gardasee ist von sanften Hügeln und fernen malerischen Gebirgszügen geprägt. Die Reben stehen überwiegend auf lehm- und tonhaltigen, immer recht kalkigen und mineralischen Böden, die ursprünglich vom Gestein der Gletscher aus dem Etschtal stammen. Wenn es trocken ist, sind sie dicht, hart und für den Winzer schwer zu bearbeiten, wenn es regnet, werden sie weich und schlammig. Da der Ton wenig Regen aufsaugt, sind die Rebzeilen vielfach wellenförmig angelegt, damit das Wasser gut abfließt. Nahe am See bis hoch zu den Moränenhügeln im Kerngebiet der Weinregion zwischen Rovizza und Lugana sowie in Desenzano und Sirmione sind es die Crete bianche, die dichten, kalkhaltigen Lehmböden, die mit ihrer Mineralik komplexe, lagerfähige Weine hervorbringen. Die weiter vom See entfernten Moränenhügel im östlich gelegenen Gebiet um Peschiera del Garda, San Martino della Battaglia, Lonato und Pozzolengo weisen Schichten von Lehm, Gletschersedimenten, Sand und Terra rossa auf; sie haben weniger Kalk und Mineralablagerungen und lassen fruchtig-florale Weine entstehen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die in den letzten Jahren erhöhte Rebstockdichte hat maßgeblich zur Qualitätssteigerung beigetragen, weil die Reben weniger Trauben tragen und sich dadurch der Extrakt konzentriert und die Aromen gesteigert werden. Auch in den Kellern der Weingüter wurde viel unternommen, um höhere Qualitäten zu erreichen. Das begann mit enormen Investitionen in moderne Technik von schonend arbeitenden pneumatischen Traubenpressen bis hin zu neuen temperaturgesteuerten Edelstahltanks. Es wurden immer öfter auch klassische Barriques angeschafft. Zudem setzte ein Trend ein, den Wein länger auf der Hefe reifen zu lassen. Der sorgfältige Umgang mit der Turbiana Traube hat dazu geführt, dass viele Lugana Weine hervorragend altern können – bis zu zehn Jahren. Mit zunehmender Reife treten die frischen Fruchtaromen leicht zurück und lassen dem mineralischen Charakter und der beeindruckenden Komplexität der Weine den Vortritt. Oftmals entfalten sie dann noch mehr Potential und gewinnen weiter an Finesse.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bereits 1967 wurde die Herkunfts- und Qualitätsbezeichnung Lugana-DOC - Denominazione Origine Controllata – eingeführt und 2014 bestätigt und aktualisiert. Laut EU-Verordnung von 2009 müsste es eigentlich DOP (Denominazione d‘Origine Protetta) heißen, die traditionellen Bezeichnungen erhielten aber Bestandsschutz und dürfen weiterhin verwendet werden. Die Vergabe des DOC-Siegels ist an ein Disziplinar mit strengen Vorgaben beispielsweise über den zulässigen Ertrag pro Hektar, die zugelassenen Anbaugebiete und die zulässigen Rebsorten und Qualitätskriterien gebunden, über die das Consorzio Tutela Lugana wacht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein Lugana ist immer ein trockener Weißwein und muss zu mindestens 90 Prozent aus der Trebbiano Traube gekeltert werden. Die meisten Weingüter setzen auf 100 Prozent reinsortige Lugana Weine. Wenn von Lugana die Rede ist, kann es einer der fünf Typen sein, die unter dieser Bezeichnung vermarktet werden dürfen, sich aber schon analytisch durch Alkoholgehalt, Gesamtsäure und Restzucker unterscheiden: Lugana, Superiore, Riserva, Vendemmia Tardiva und Spumante. Der junge frische Jahrgangs-Lugana darf mit 11 Volumenprozent Alkohol und mindestens 5 g Säure pro Liter frühestens ab dem 15. Januar des Folgejahres verkauft werden. 90 Prozent des Luganas werden in dieser Version gekeltert. Der Superiore muss einen Alkoholgehalt von mindestens 12 Volumenprozent aufweisen und mindesten ein Jahr lagern. Ein Riserva, den es erst seit 2011 gibt, reift mindestens 24 Monate im Keller und ruht mindestens 6 Monate auf der Flasche. Die Vendemmia Tardiva, die Spätlese, muss mindestens 12 Monate reifen und mindestens 13 Volumenprozent Alkohol haben. Bei ihr dürfen die Holznoten gerne zu schmecken sein. Die Sorten Lugana Superiore, Riserva und Vendemmia Tardiva können ab dem 1. Oktober nach dem Herstellungsjahr in den Handel kommen. Ein Lugana Spumante wird nach den Methoden Charmat oder Classico hergestellt mit mindestens 11,5 Volumenprozent Alkohol. Der Säuregehalt beträgt mindestens 5,5 g/ l bei einem Restzuckergehalt von höchstens 25 g/ l.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zwar haben alle Lugana Weine gewisse gemeinsame und typische sensorische Eigenschaften, doch der vielfältige Charakter jedes einzelnen Weins wird durch die verschiedenen Stilistiken bestimmt, die dem Wein von den einzelnen großen und vor allem den vielen kleinen Betrieben mitgegeben werden. Teilen Sie mit uns Überraschung, Faszination und Leidenschaft – wir stellen repräsentative Lugana Weine von fünf renommierten Weingütern vor, dazu besuchen wir das Weingut Oselara mit seinen hochwertigen Lugana Weinen und Spumantes.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;a href=&quot;Eintrage/2024/2/26_Die_Cantina_Oselara_am_Gardasee__Groartige_Weine_aus_einem_Familienbetrieb_mit_Tradition,_Innovation_und_Leidenschaft.html&quot;&gt;➭ zum Weingut Azienda Agricola Oselara&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;CANTINA MENEGOTTI&lt;br/&gt;In den fünfziger Jahren begann Großvater Antonio Menegotti, in den Moränenhügeln von Custoza Weine zu machen. Heute leiten die Enkel Antonio und Andrea das Familienweingut in Villafranca di Verona in der Ortschaft Acquaroli, das seit den siebziger Jahren hochwertige DOC Weine herstellt. Bewirtschaftet werden etwa 30 Hektar, von denen die Weinberge in der Nähe des Südufers des Gardasees mit Trebbiano di Lugana-Reben bestockt sind. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Menegotti Lugana DOC&lt;br/&gt;Der Wein wurde reinsortig aus Trebbiano di Lugana-Trauben hergestellt, die per Hand gelesen wurden. Die Vinifizierung erfolgte in temperaturkontrollierten Edelstahltanks.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt der Wein in einem hellen Strohgelb mit goldenen Reflexen. Er sendet duftige Aromen von Zitrus mit exotischen Anklängen von Mango und Passionsfrucht. Im Mund breitet er sich extrovertiert und üppig aus, aber immer beschwingt und saftig. Er bezieht seine Kraft nicht aus der Reife, sondern aus seiner terroirgeprägten Struktur. Das solide Säuregerüst vermittelt eine unendliche Frische, die noch lange nachhallt. Er passt gut zu einem Meeresfrüchterisotto.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;AZIENDA AGRICOLA F.LLI FRACCAROLI&lt;br/&gt;Gerade noch im Veneto und nur wenige Meter von der Lombardei entfernt liegt im Ort Peschiera del Garda das 1912 gegründete Familienweingut Fraccaroli. Der Betrieb wird jetzt in fünfter Generation von Luciano und Luigi Fraccaroli geführt. Auf den 50 Hektar wird überwiegend die Turbiana-Rebsorte angebaut. Man ist stolz darauf, die Lugana Weine reinsortig auszubauen, um authentische Weine zu machen, die das Terroir schmecken lassen und keinen modischen Verirrungen hinterherlaufen. Die Brüder achten darauf, die Natur zu bewahren und sowohl die handwerklichen Seiten der Weinbereitung in den Vordergrund zu rücken als auch modernste Techniken auszuprobieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Fraccaroli 1912 Lugana DOC Riserva Flaschenfoto: D.R.&lt;br/&gt;Die Weinberge dieses Weins liegen südlich des Gardasees zwischen Peschiera del Garda und Sirmione. Um die vorteilhaften Luftströmungen vom See auszunutzen, stehen die Rebanlagen in Nord-Südrichtung auf 60 bis 80 Meter Meereshöhe. Der Boden ist ortstypisch kalk- und lehmhaltig. Es ist ein reinsortiger Wein aus der Sorte Trebbiano di Lugana, die hier von alten Reben mit geringen Erträgen geerntet wird. Die Lese erfolgte in der zweiten Hälfte Oktober. Die Trauben lagen 24 Stunden auf der Maische, vergoren und ausgebaut wurde in kleinen Holzfässern aus Eiche und Akazie. Der Wein reifte dem DOC-Disziplinar gemäß zwei Jahre im Holz und ruhte sechs Monate auf der Flasche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Riserva schimmert in einem intensiven Strohgelb mit tiefgoldenen Randreflexen. Kaum im Glas entwickeln sich nicht nur reife Fruchtnoten, sondern ein herrliches intensives Vanille Aroma vom Holz. Geschmacklich treten gelbe Äpfel und reife Birnen hervor, immer wieder erscheinen erfrischende Noten von Vanille und Mandeln, aber auch ein Touch Karamell und Wiesenhonig und sogar eine Anmutung von Süßholz. Die Säure ist gereift und hervorragend eingebunden. Das ist ein Wein voller Harmonie und mit seiner feinherben Struktur doch kein beliebiger Schmusewein. Genießen Sie ihn als Solisten oder reichen Sie ihn zu einer großen Platte mit reifem italienischen Käse, gerne auch mit den sonst so verpönten Aufstrichen von Feigenmarmelade, Honig oder Senf.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;AZIENDA AGRICOLA COLLI VAIBÒ&lt;br/&gt;Das Weingut liegt am südlichen Ufer des Gardasees in der Gemeinde Pozzolengo, die zur Lombardei gehört. Es wird von den Brüdern Gianfranco und Diego Bulgarini geführt. Gianfranco kümmert sich akribisch um jedes Detail des Anbaus, während Diego für den Keller und den Vertrieb zuständig ist. In den Weinbergen werden auf 23 Hektar nicht nur Trebbiano, sondern auch Nebbiolo, Barbera, Moscato und Malvasia angebaut. Familie Bulgarini legt größten Wert auf eine nachhaltige Landwirtschaft und setzt auf biologische Anbaumethoden. Gerade die Lugana Weine sollen die Aromen der Landschaft atmen und alle Eigenarten des Terroirs der Region zum Ausdruck bringen und sich damit vom schnöden Massenmarkt abheben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Colli Vaibò Lugana DOC&lt;br/&gt;Die selektive Weinlese der Turbiana-Trauben erfolgte von Mitte September bis zum 10. Oktober ausschließlich von Hand. Der Most wurde bei kontrollierten Temperaturen im Edelstahl vergoren, der Wein reifte vier Monate auf der Feinhefe und ruhte noch einen Monat auf der Flasche.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt er sich sortentypisch strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase entfalten sich fruchtige Aromen von weißen Pfirsichen und grünen Birnen in einem leicht zitrischen und floralen Rahmen. Im Mund treffen sich weiße Pfirsiche und grüne Birnen mit einem Hauch von Mandeln. Die lebendige Säure stützt einen langen aromatischen, herbfruchtigen und fast schmelzigen Abgang mit kleinen salzig-mineralischen Nuancen. Ein präziser, fruchtbetonter Lugana, der trotz seiner Jugendlichkeit mit erstaunlicher Tiefe imponiert. Der perfekte Begleiter einer Dorade vom Grill oder eines Gemüsequiches. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;AZIENDA AGRICOLA PASETTO EMILIO&lt;br/&gt;Seit 1977 Emilio und Graziella Pasetto aus dem Weinanbaugebiet Soave in der Provinz Verona wegzogen und das mit seinem ältesten Teil aus dem Jahr 1700 stammende Bauerngut Cascina Albarone im Dorf Pozzolengo etwa 5 Kilometer vom Gardasee entfernt kauften, wachsen in ihren Weinbergen Turbiana-Reben. Anfang der neunziger Jahre traten Emilios Söhne Stefano und Marco in den Betrieb ein und begannen als Cantina Pasetto mit der Herstellung eigener Weine. Seit 1993 werden Lugana Weine abgefüllt. Daneben produziert das Weingut Rotweine aus den Sorten Merlot, Marzemino, Cabernet-Sauvignon, Groppello und Sangiovese. Heute befindet sich im Untergeschoss des Gutshauses der Weinkeller, während im Erdgeschoss Abfüllung, Lager und Büros liegen. Den Verkostungsraum kann man in den ehemaligen Stallungen im ältesten Teil des Gutsgebäudes besuchen. Bewirtschaftet werden rund 13 Hektar Rebfläche, von denen ca. 11 Hektar mit Turbiana bestockt sind.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Pasetto Emilio Casina Albarone Lugana DOC&lt;br/&gt;Die Trauben für diesen Wein wachsen an 20 Jahre alten Rebstöcken und wurden in den ersten beiden Oktoberwochen per Hand geerntet. Damit die Beeren unverletzt in den Keller kommen, werden die Trauben in kleinen 10 kg-Boxen transportiert. Dort herrschen konstant Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad, um eine stressfreie Verarbeitung des Leseguts sicherzustellen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Stamm-Lugana von Familie Pasetto präsentiert sich leuchtend strohgelb mit einem sehr charaktervollen Bukett von grünen Äpfeln, Birnen, Pfirsichen, Bananen und einigen Kräutern vom Typ Wiese im Morgentau. Dazu schweben florale Eindrücke von weißen Blüten aus dem Glas. Am Gaumen treffen sich die Bukettaromen wieder, winzige Zitrusnoten kommen hinzu und subtile, leicht salzige mineralische Anklänge. Die griffige Säure bringt Frische in die Komposition. Im langen, saftigen Finale erweckt die raffinierte Harmonie von Frucht und Frische alle Sinne und fängt die Eindrücke der Region mit Eleganz ein. Das ist ein vielseitiger Begleiter italienischer Speisekultur, der gut zu norditalienischen Pasta-Gerichten passt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;AZIENDA AGRICOLA FELICIANA&lt;br/&gt;Das Weingut Azienda Agricola Feliciana liegt in der lombardischen Gemeinde Pozzolengo nördlich der Stadt Brescia fünf Kilometer vom südlichen Teil des Gardasees entfernt. Hier wechseln sich Moränenhügel und flache Landschaften ab, die Böden sind vor allem von schwerem Ton durchzogen mit Sand- und Kalkbeimischungen. Der Betrieb mit seinen 16 Hektar Rebfläche, die überwiegend mit den weißen Trebbiano di Lugana Reben bestockt sind, wird von Massimo Sbruzi geführt. Er macht neben den weißen auch etliche rote Weine und legt großen Wert auf Qualität. Gerne versucht er, sich immer etwas abseits des Mainstreams zu halten, was nicht zuletzt seine einzigartigen Flaschenetiketten signalisieren. Das Weingut betreibt auch einen Agrotourismo mit einem Restaurant und lässt die Gäste gerne an den Abläufen im Weingut teilhaben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Serce Lugana Riserva DOP  Flaschenfoto: D.R.&lt;br/&gt;Die Trauben wurden im Oktober ausschließlich von Hand gelesen und streng selektiert. Im Keller ließ man sie leicht antrocknen und den Most dann spontan mit wilden Hefen in Edelstahltanks vergären. Ein Teil des Weins reifte im Edelstahl, ein anderer in kleinen, vorbelegten Eichenfässern, wo er die malolaktische Gärung durchlief.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir sehen im Glas einen honiggelben Wein, der helle Reflexe aussendet. In der Nase drängeln sich Aromen von Granny Smith, von Grapefruit, Litschis und Melone. Eine Duftigkeit von weißen Blüten und Mandeln weht ebenso heran wie ein Touch von Vanille und Honig aus den Röstaromen des Fassausbaus. Am Gaumen tritt der Riserva mit einer imponierenden Harmonie aus Opulenz, Eleganz und Griffigkeit auf. Durch das Antrocknen der Trauben werden alle sensorischen Eindrücke noch einmal gesteigert, der Wein wird insgesamt schmelziger und cremiger, ohne dass die differenzierte Wahrnehmung leidet. Er glänzt mit moderater erfrischender Säure und guter Struktur und geht mit einer ausgewogenen Mineralität und einer interessanten Würze ins fruchtbetonte, sanfte Finish. Lassen Sie diesen Lugana Riserva vor dem Genuss erst etwas atmen, dann bedankt er sich mit seinem vollen sensorischen Spektrum. Am Tisch dürfte ihm ein Pilzrisotto ebenso gefallen wie ein Kalbsbraten mit Sahnesoße.</description>
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      <title>Die Bodega Familia Jorge Rubio in Argentinien: Spitzenweine aus dem &#13;Süden der Provinz Mendoza&#13;</title>
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      <pubDate>Thu, 11 Jan 2024 21:48:37 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2024/1/11_Die_Bodega_Familia_Jorge_Rubio_in_Argentinien__Spitzenweine_aus_dem_Suden_der_Provinz_Mendoza_files/xJORGE%20RUBIO%20FOTO.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_24.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:136px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Während es jungen Winzern in Argentinien mit viel Marketingaufwand zunehmend gelingt, eher unwegsame Regionen wie Patagonien oder die Täler von Catamarca und Jujuy im Nordwesten als neue Weinanbaugebiete anzupreisen, werden im äußersten Süden der Provinz Mendoza verlässlich und authentisch Spitzenweine erzeugt, die unter Weinkennern schon lange zu den letzten Geheimtipps gehören und sich nicht mit Getöse, sondern mit einer selbsterklärenden Qualität auf dem Weltmarkt präsentieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Provinz Mendoza liegt am Fuß der Anden im Westen Argentiniens und ist das größte und bekannteste Weinanbaugebiet des Landes. Hier kommen insgesamt 60 % der nationalen Weinerzeugung und 80 % der gesamten Exporte her. Ganz im Süden der Provinz verbirgt sich die Region Oasis Sur del Atuel im Departamento General Alvear, benannt nach dem General Carlos Maria de Alvear, einem der Helden des Unabhängigkeitskriegs gegen Spanien Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Gegend ist in erster Linie bekannt für allerbeste landwirtschaftliche Produkte und lässt weinbaumäßig selbst berühmte Weinbaugemeinden Mendozas weit hinter sich. Deshalb ist die Region Oasis Sur del Atuel eine echte Entdeckung unter den Weinanbaugebieten Argentiniens – gerade für diejenigen, die glauben, schon alles verkostet zu haben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Klimatisch zeichnet sich das Anbaugebiet Mendoza durch ein kontinentales Klima mit allen vier Jahreszeiten aus. In den meisten Teilen der Region ist es sehr trocken, fast halbwüstenartig, mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 16,8 °C. Die kalkhaltigen Schwemmlandböden sind oft steinig und haben Auflagen von Sand, Ton oder Lehm. Das Gebiet der Oasis Sur mit dem Fluss Atuel kann eine besonders saubere Luft vorweisen. Hier gibt es erhebliche Temperaturschwankungen mit großen Tag- und Nachtamplituden, was den Rebstöcken gut gefällt. Sie spendieren ein großes Spektrum an Aromen und die Trauben  verlieren nie Frische und Fruchtigkeit. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In General Alvear, der gleichnamigen Hauptstadt des Departamentos, lebt und arbeitet seit seiner Geburt ein Weinmacher, der wohl der Einzige in der Welt ist, der seine Flaschen mit Lederetiketten labelt, jedenfalls hat er als Erster damit angefangen: Jorge Alberto Rubio. Eigentlich wollte er Arzt werden, doch als er achtzehnjährig im sechsten Studienjahr in einem Weingut jobbte, war es um ihn geschehen: Er zog es vor, künftig lieber in der Welt des Weins zu diagnostizieren und zu therapieren und schrieb seine Abschlussarbeit im Fach Önologie. Gleichwohl blieben eigene Weine für ihn ein jahrelanger Traum, bis er 2003 im Alter von 44 Jahren ein 75 Hektar großes Landgut mit Weinbergen übernahm und es Finca El Convento nannte, weil das Gutsgebäude die Form eines Klosters hatte. Mit dem Label Finca Gabriel bot er bald die ersten Weine im Direktvertrieb an. Heute führt Jorge den Betrieb zusammen mit seinen Kindern als echtes Familienunternehmen unter dem Namen Bodega Familia Jorge Rubio.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut liegt mitten in einem Flickenteppich von Weinfeldern neben der Bahnlinie der Ferrocarril Sarmiento und der Ruta Nacional 143 am nördlichen Ortsausgang von General Alvear. Gut einen Kilometer entfernt fließt der Río Atuel und bewässert mit dem Wasser aus den Anden in der Gegend über 30.000 Hektar Land. In den nahen Cabañas Villa Del Sol oder den schicken Cabañas La Cautiva lässt es sich gut übernachten, wenn man die Bodega Jorge Rubio besucht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Jorge bewirtschaftet nunmehr im Alter von 65 Jahren zusammen mit seiner Familie nach wie vor die 75 Hektar mit sieben Weinbergen, daneben kauft er Trauben von lokalen Weinbauern dazu, die er wie Gisela und Micaela schon lange kennt und mit denen er regelmäßig über das Weinmachen berät. Die Bodega Jorge Rubio exportiert mittlerweile in mehr als sieben Länder. Angebaut werden die roten Rebsorten Malbec, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Bonarda, Pinot Noir, Tannat und Ancellotta und die weißen Sorten Chardonnay, Sauvignon Blanc und Semillón. Geerntet wird überwiegend per Hand mit strenger Selektion. In den Weinbergen werden zudem immer mehr Parzellen biologisch bewirtschaftet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weine sind eingestellt in die Linien Finca Gabriel, Jorge Rubio Privado, Gran Reserva und Jorge Rubio Premiado. Jorge brachte als erster in Argentinien einen eigenen Cognac aus einer kleinen Brennerei mit alten französischen Destillierapparaten auf den Markt und macht seinen Landleuten angereicherte Likörweine in einer Linie schmackhaft, die er recht zweideutig Marginal nannte. Ganz und gar nicht marginal ist allerdings seine Schaumweinlinie: Seit einigen Jahren stellt Jorge in einem eigenen Champagnerunternehmen Sekt mit Flaschengärung nach der Champagner-Methode her, die bekanntlich außerhalb der französischen Champagne so nicht heißen darf. Der Anteil des Sekts an der Gesamtproduktion des Weinguts beträgt immerhin schon mehr als 5 %, weil auch die Argentinier zunehmend Gefallen an Schaumwein finden. Im Mittelpunkt der Sektproduktion steht ein Pet Nat aus der Moscatel-Traube. Es ist ein frischer, fruchtiger und alkoholarmer Sekt, bei dem auf das Nachsüßen durch eine zweite Dosage verzichtet wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein Teil der Weine von Jorge Rubio wird in Tonamphoren vinifiziert, deren moderne Version einen Deckel hat und gut abgedichtet ist, um die unkontrollierte Sauerstoffzufuhr zu reduzieren. Sie stehen zusammen mit hunderten Fässer aus französischer und amerikanischer Eiche im Reifekeller, an den sich der einzigartige unterirdische Verkostungsraum anschließt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Trotz der über die Jahre gewachsenen Größe des Betriebs hat Jorge es nie aufgegeben, seine Weine als „Weine des Winzers“ anzusehen und so wird er international längst nicht nur als Gutsbesitzer und Kellermeister geachtet, sondern als Autor des Weins – „Vinos de Autor“. Er will Weine machen, die Geschichten erzählen über das Land und die Identität ihrer Herkunft. Sie sollen stilistisch die Weinkultur der Region schmecken lassen und Inbegriff eines glücklichen Zusammenwirkens von Natur und gemeinsamer Arbeit sein. Um das zu erreichen, sind für Jorge alle Stufen wichtig: die Pflege des Weinbergs, die Lese, der Ausbau im Keller, die Reifung, die Abfüllung, Etikettierung, Lagerung und Vermarktung. Dabei führt er eindrucksvoll vor, dass selbst Spitzenweine auch ohne explodierende Alkoholgradationen sensationelle Geschmackserlebnisse bieten können. Jorges erfüllt es mit Stolz und Zufriedenheit, dass er es geschafft hat, seine Kinder für das Weinmachen zu begeistern. Das steigert nach wie vor jeden Tag seine Leidenschaft, der Natur die besten Trauben abzuringen und daraus Weine zu komponieren, die man mit Hingabe genießt, an die man sich gerne erinnert und die inzwischen auf den Toplisten der internationalen Weinwirtschaft stehen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Weine aus der Bodega Familia Jorge Rubio verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Finca Gabriel Malbec Rosé&lt;br/&gt;Die Malbec Trauben für diesen Wein stehen überwiegend auf trockenen Böden und nehmen mit ihren weit in die Tiefe gestreckten Wurzeln reichlich Mineralität auf. Die Ernte erfolgte per Hand, im Keller wurde der Most im Edelstahl kühl vergoren, um dem Wein viel Frische und Frucht mitzugeben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das ist auch gut gelungen. Der Wein aus der Linie Finca Gabriel funkelt im Glas in einem dezenten Rosa und sendet lachsfarbene Blitze aus. Er lässt überraschend ausdrucksstarke Aromen heraus, darunter helle Süßkirschen vom Rainier-Typ und Erdbeeren, aber auch gediegene Düfte von jungen roten und blauen Pflaumen. Schon der erste Schluck macht klar: Das ist ein edler und fröhlicher Wein, der den Sommer nicht plump und heißspornig aufrollen will, sondern ihn zart und frisch, fruchtig und harmonisch begleitet. Die lebendige Säure unterdrückt die feine Restsüße nicht, sondern eskortiert sie in einen ausgewogenen, stabilen Abgang. Ein kraftvoller und zugleich distinguierter Rosé, der die klare, kühle Luft der Anden durch den Sommer wehen lässt. Ein lebhafter, aromatisch-fruchtiger Charakterwein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Finca Gabriel Edición Especial Malbec Roble&lt;br/&gt;Die rote Rebsorte Malbec kam im 19. Jahrhundert aus Cahors im Südwesten Frankreichs nach Südamerika und bringt in Argentinien herausragende und geschmacklich einzigartige Weine hervor. Der Name geht auf den bordelaiser Kaufmann und Rebschulbesitzer Sieur Malbek zurück, der die Sorte Ende des 18. Jahrhunderts unter seinem Namen anpflanzte während sie zuvor als „Cor“, „Éstrangey“ oder „Cahor“ verbreitet war. Erst Mitte des 19. Jahrhundert setzte sich die Bezeichnung „Malbec“ durch. Sie wurde in Argentinien nach dem Zweiten Weltkrieg zur führenden Rotweinsorte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Rebstöcke dieses Malbecs stehen auf mit Kieselstein durchzogenen mineralreichen Schwemmlandböden in der Oasis Sur del Atuel. Die Trauben wurden gemäß der auf der Südhalbkugel umgekehrten Jahreszeit Mitte April manuell gelesen und gleich selektiert. Die entrappten Trauben lagen rund zwölf Tage auf der Maische; nach der Gärung reifte der Wein acht Monate in Eichenbarriques, wo er die malolaktische Gärung durchlief. Bemerkenswert sind die der Flasche umgebundenen Papp-Labels der Linie Edición Especial, nicht nur als Marketingag, sondern vor allem als Beitrag zu nachhaltiger Etikettierung.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt der Finca Gabriel Edición Especial Malbec artig sein dunkles, intensiv färbendes Rotviolett hervor. Er verbreitet Aromen von Heidelbeeren, Brombeeren und schwarzen Süßkirschen. Auch pikante Nuancen in bunt-pfeffrige Richtungen schwingen mit. Am Gaumen werden die Bukett-Aromen getoppt von leichten, vanilligen Röstaromen, einer dezenten Würze und einem Touch Backpflaumen. Die zurückhaltende Säure und die präsenten Tannine fördern mit ihrer feinen Süßlichkeit und Reife die ruhige, ausgewogene Struktur bis ins lange Finale. Ein sehr schmackhafter Malbec, der hervorragend zu einem edlen Rehrücken, aber auch zu Ochsenbäckchen passt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Finca Gabriel Edición Especiale Cabernet Sauvignon Roble&lt;br/&gt;Die in aller Welt verbreitete, robuste Rebsorte Cabernet Sauvignon erreicht in den Weinen des südlichen Mendoza eine ganz besondere Tiefe und ganz eigene Nuancen, die das Terroir authentisch abbilden. Wie schon der Malbec aus derselben Linie zeigt der Cab in der nummerierten Flasche mit dem Zusatz „Roble“ – Eiche, dass sein Aufenthalt in Eichenfässern stilistisch maßgeblich ist: Er reifte etwa acht Monate in französischer und amerikanischer Eiche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase tänzeln komplexe Aromen von schwarzen und roten Beerenfrüchten herum – Brombeeren, schwarze Johannisbeeren und Heidelbeeren, dazu vegetabile Richtungen mit grüner Paprika und rotem Pfeffer. Eine winzige Prise Zimt und ein Hauch Schokolade bringen eine süßliche Note ins Bukett, das sich insgesamt viel individueller zeigt als bei einem klassischen Cabernet Sauvignon. Im Mund bahnen wir uns einen Weg durch die sortentypischen markanten Tannine hin zu den reifen Fruchteindrücken von roten Johannisbeeren, Heidelbeeren und der tiefgründigen Würze mit Anklängen von Minze, Zimt und vanillig-karamelligen Röstaromen. Im langen Abgang kündigt sich eine komplexe Harmonie an, die in den nächsten Jahren noch ausgewogener sein wird. Ein Wein mit einem eleganten Auftritt, der vor dem Genuss gut belüftet werden sollte. Das ist ein flüssiger Berater im entspannten Gespräch oder die rote Komplettabdeckung für den ganz privaten Grillabend.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Jorge Rubio Privado Oasis Sur Malbec Viñedos Antiguos&lt;br/&gt;In die Premium-Linie Privado sind die besten Weine des Weinguts eingestellt. Die Flaschen tragen die legendären Lederetiketten und strahlen schon von daher eine Hochwertigkeit aus. Die bei der Ernte gnadenlos selektierten Trauben dieses Malbecs stammen aus alten Weinbergen, in denen die Reben vor mehr als 25 Jahren gepflanzt wurden. Die knorrigen Stämme haben das Leben von Jorge Rubio und die Geschichte der Region begleitet und könnten bestimmt einiges erzählen über die argentinische Weinkultur, aber auch von den Veränderungen in der Natur. Die Vinifizierung begann mit der Gärung über sieben bis neun Tage bei relativ hohen Temperaturen von 26 bis 28° C in Glasfasertanks gefolgt von einer Nachgärungsmazeration für 12 bis 15 Tage in Kontakt mit den Schalen und Sedimenten. Der Wein reifte rund ein Jahr in Eichenbarriques und ruhte noch neun Monate auf der Flasche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas leuchtet ein tiefdunkles Violett mit rubinroten Reflexen. Der Malbec duftet sortentypisch nach reifen schwarzen und roten Früchten mit einer sanften Gewürzbrise und einem Hauch Vanille vom Holz. Im Mund öffnet er sich freundlich und samtig, vollmundig und intensiv. Er präsentiert Noten von Brombeeren, Heidelbeeren, Schwarzkirschen und reifen Erdbeeren, dazu etwas Zimt, Minze, Mokka und Schokolade und schöne Anklänge von Nüssen und Mandeln. Die ausgeprägten Tannine sind weich und gefällig und geben dem Wein eine ganz eigene, elegante Struktur – kraftvoll, aber ohne störende Ecken und Kanten. Im langanhaltenden Finish sind Frucht und Tannine mit der gut angepassten Säure und dem tiefgründigen Extrakt perfekt ausbalanciert. Ein vollmundiger, eleganter Malbec mit gut integrierten, moderaten 13 Volumenprozent Alkohol. In diesem Wein schmeckt man sowohl das langjährige handwerkliche Können von Jorge Rubio als auch das so einzigartige Terroir des äußersten Südens von Mendoza.  Genießen Sie den 2020 Privado Malbec als Solisten, im Winter auch gerne als Outdoor-Activity auf der Terrasse. Sie können ihn zudem zu einem besonderen kulinarischen Ereignis machen: Er passt argentinisch perfekt zu einer Parrillada, einer Grillplatte mit einem Bife de Chorizo (Rumpsteak).&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Jorge Rubio Privado Oasis Sur Bonarda Viñedos Antiguos&lt;br/&gt;Bonarda ist eigentlich ein Sammelbegriff für eine Familie roter Rebsorten, die in Europa vor allem dem italienischen Piemont zugeschrieben werden. In Argentinien ist die Sorte beliebt und wahrscheinlich nicht auf die italienische Varietät, sondern auf die französische Rebe Douce Noire zurückzuführen. Sie hat in Argentinien eine unrühmliche Tradition als Lieferant für oftmals billige Verschnittweine, um ihre Farbintensität und die ausgeprägte Aromatik und Fruchtigkeit zu nutzen. Dabei ist Bonarda reinsortig im argentinischen Rotweinspektrum ob der Leichtigkeit und Verspieltheit fast immer eine Überraschung wert und stets eine Bereicherung wie dieser reinsortige Bonarda von alten Reben. Er reifte zwölf Monate in Eichenfässern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein glänzt im Glas mit einem farbstarken Kirsch- bis Purpurrot und blauvioletten Blitzen. Sein Bukett führt Frucht, Würze und Röstaromen zusammen und betont Düfte von roten und schwarzen Johannisbeeren, dunklen Kirschen und Himbeeren. Aus dem Gewürzschränkchen sind Zimt, Nelken und leichte pflanzliche Ahnungen dabei, die Röstnoten sind von der Vanille französischer Eiche geprägt. Wann vereint ein Wein schon einmal so scheinbar gegensätzliche Aromen? Den Gaumen streifen mal eben die Bukettaromen, dann entwickelt der Bonarda aber eine enorm süffige Tiefe mit imponierender Eleganz. Wärme breitet sich aus, Cassis und Kirsche werden noch intensiver, die Würze mit verhaltenen Tönen von Leder, Süßholz und Zeder steigert sich, die stark vanillige Holzaromatik wird nicht aggressiv, sondern rundet ab und unterdrückt nicht die gewisse Frische des Weins – noch ein scheinbar dialektischer Widerspruch. Zusammen mit der aktiven Säure gestalten die Tannine ohne laut zu werden einen langen, würzigen und harmonischen Abgang. Ganz großes Bonarda-Kino aus dem Cinema Rubio. Ein noch junger, komplexer Wein, mit dem man Geheimnisse verkostet, der alle Sinne erstrahlen lässt und der ganz sicher dafür sorgt, dass Sie noch vor Mitternacht im Bett von Argentinien träumen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Jorge Rubio Gran Reserva Blend Malbec-Merlot Roble Bicentenario 1810-2010&lt;br/&gt;Dieser erstmals 2010 komponierte Gran Reserva gehört nicht nur zu den hochwertigsten Weinen Argentiniens, sondern ist ausweislich des Untertitels auch eine Hommage an die Zweihundertjahrfeier der Mai-Revolution, die 1810 im damaligen Vizekönigreich Río de la Plata mit der ersten von der spanischen Krone unabhängigen Regierung begann und sechs Jahre später zur Gründung eines unabhängigen Staates führte – dem heutigen Argentinien. Es ist eine Cuvée aus 70 % Malbec und 30 % Merlot aus den besten Trauben, die in den frühen Morgenstunden manuell geerntet wurden. Der Wein reifte mit malolaktischer Gärung 12 bis 18 Monate in französischen Eichenfässern und ruhte neun Monate auf der Flasche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas beeindruckt er durch sein tiefschwarzes Rot mit violetten Reflexen. Wir schnüffeln mit zunehmender Begeisterung an einem intensiven, ausgewogenen Bukett: Fruchtaromen von Süßkirschen und Zwetschgen, von Schwarzen und Roten Johannisbeeren und von Brombeeren vereinen sich mit Anklängen von Schokolade und Mokka, von roten Blüten und einer Spur von schwarzem Pfeffer. Im warmen, wohligen Geschmack verbinden sich die wunderbare Struktur, eine spannende Finesse und eine harmonische Ausdrucksstärke, in die der Malbec die Kraft und der Merlot die Sanftmütigkeit einbringen. Pflaumen, Brombeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Rosinen und eine Spur von Honig vermählen sich am Gaumen als saftige Fruchtstruktur mit einer würzigen, zarten Mineralität, einem deutlichen, aber geschmeidigen Tanningerüst und kleinen spitzen Säurenoten auf der Zunge – alles vereint sich in einem aromatischen Körper perfekt und weich ausbalanciert noch einmal im endlosen Finish. Vergessen Sie die Lämmer, Hirsche und Rinder auf den Tellern, laden Sie die besten Freundschaften ein und erleben Sie gemeinsam, wie ein Spitzenwein aus Argentinien nicht nur das Glas, sondern auch das Leben mit Genuss füllen kann.</description>
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      <title>Die Agricola Felline in Apulien: Eine neue Weinkultur mit Italiens bestem Primitivo di Manduria</title>
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      <pubDate>Fri, 4 Aug 2023 21:16:12 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2023/8/4_Die_Agricola_Felline_in_Apulien__Eine_neue_Weinkultur_mit_Italiens_bestem_Primitivo_di_Manduria_files/xDSC_0079.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object000_25.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:132px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Apulien bildet den süd-östlichen Abschluss im Osten Italiens und schließt auch den Absatz des Stiefels, die Halbinsel Salento, mit ein. Schon 3.000 v. Chr. haben in Apulien die Phönizier Rebstöcke gepflanzt und später die Griechen und die Römer Weinbau betrieben. Für den Dichter Horaz herrschte hier «ewiger Frühling». Nach den Römern kamen und gingen diverse Eroberer in Apulien ein und aus: von Byzantinern und Sarazenen über Langobarden, Goten und Normannen bis zu Staufern, Venezianern, Aragonesen und Bourbonen. Allen war eins gemeinsam: sie labten sich an den vorzüglichen Weinen der Region. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bis Mitte des letzten Jahrhunderts war Apulien immer eine Stätte der Massenproduktion, deren Weine sich in zahlreichen Verschnittprodukten Europas einschließlich des Wermuts befanden. Erst in den 80er- und 90er-Jahren entwickelte sich ein Qualitätsanbau, der sowohl Rebsorten wie auch Weine aus der Namenlosigkeit herausholte. Anschub gab die Einführung der kontrollierten Ursprungsbezeichnungen DOC, die mehr als zwei Dutzend Anbaugebiete formte, und DOCG, deren bekannteste Primitivo di Manduria und Castel del Monte sind. Allerdings beläuft sich der Anteil kontrollierter Herkünfte an der gesamten Rebfläche auf unter 10 %. Neben der Toskana hat Apulien auch früh die IGT-Stufe eingeführt, wo mit unterschiedlichen Rebsorten experimentiert wird, darunter auch internationalen wie Cabernet Sauvignon und Merlot.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Deutschland haben es Weine aus Apulien nie einfach gehabt, dabei müsste doch, wer in der Weinwelt Apulien sagt, sofort an Primitivo denken. Noch immer hat sich nicht überall herumgesprochen, dass Apuliens Paradewein Primitivo nichts mit primitiv, also einfach, zu tun hat. Zu ihrem Namen kam die Rebsorte, die ursprünglich aus Kroatien stammt, nicht, weil sie primitiv ist, sondern weil sie früh reift (ital: primo). Auswanderer brachten die Rebe von Italien nach Kalifornien, wo sie als Zinfandel bekannt wurde.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Apulien stehen überall Rebstöcke, am dichtesten jedoch an den flachsten Stellen auf der Capitanata im Norden, in der Tiefebene um Bari (Terra di Bari und Le Murge), in der Mitte (Trulli-Region) und auf der Halbinsel Salento, dem südlichsten Stiefelabsatz. Mit rund 80 % überwiegen die Rotweinsorten, darunter Primitivo, Negroamaro, Malvasia Nera und im Norden Uva di Troia. Die am meisten verbreiteten weißen Sorten sind Verdeca, Bianco d'Alessano, Bombino Bianco, Falanghina und Trebbiano Toscano. Klimatisch ist es sehr heiß in Apulien. Die Hitze wird durch die „Tramontana“-Winde gemildert, die von der Adria aus dem Norden kommen. Diese Winde zähmen auch die „salzige“ Feuchtigkeit des „Scirocco“-Windes, der aus dem noch heißeren südlichen Mittelmeerraum weht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es gibt eine Winzerfamilie in Apulien, die wie kein anderer dafür gesorgt hat, dass der Primitivo zum Aushängeschild der Region geworden ist: die Familie Perruci mit dem Weingut Agricola Felline in Manduria, ein Städtchen auf halbem Weg zwischen Lecce und Tarent auf der Salento-Halbinsel in der Provinz Brindisi. Das war kein einfacher Weg für Familie Perruci, vielmehr liegt dem eine bewegte Geschichte zugrunde.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es begann nach dem Ende des 2. Weltkriegs: Die Agrarreform verpflichtete die Adligen, einen großen Teil des Landes an die Bauern abzutreten. So kam Gregorio Perrucci, der älteste Sohn einer Landarbeiterfamilie, zu einem Stück Land, wo er Rebstöcke pflanzte und Weinberge anlegte. Bald darauf gründete er zusammen mit seinen Brüdern eine Art Weingroßhandlung, die im großen Stil von über zweitausend Bauern in der Umgebung Weine ankaufte und international vertrieb. Costantino Perrucci, Gregorios ältester Sohn, führte diese Tätigkeit fort und baute Keller, von denen aus riesige Tankschiffe gefüllt wurden, die wöchentlich von den Häfen von Gallipoli, Tarent und Brindisi abfuhren. Mit durchschnittlich rund 100 Millionen Litern pro Jahr zählte das Unternehmen bis Mitte der 90er-Jahre zu den größten italienischen Exporteuren von Fasswein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;1989 trat Gregory, Costantinos ältester Sohn – frisch ausgebildet als Pianist – in dritter Generation in das Unternehmen ein. Er begann damals zusammen mit seinem Bruder Fabrizio und seiner Schwester Alessia sich dem Qualitätswein zuzuwenden, und reservierte dafür einen Teil des väterlichen Kellers mit eigener Flaschenabfüllung. Sie kauften das riesige Weingut Pervini sowie spezielle Weinberge und führten moderne Kellertechnik ein. Gregory unternahm zahlreiche Reisen nach Kalifornien, um herauszufinden, warum von dort aus der Primitivo unter dem Synonym Zinfandel so begehrt war, während in Europa das Original kaum jemand kannte. Im Team mit seinem Jugendfreund, dem jungen Winzer Salvatore Mero, und dem Önologen Roberto Cipresso begann Gregory dem Primitivo den Charakter als Qualitätswein zu geben. 1994 kaufte er das kleine Weingut Felline mit 9 Hektar Land und konnte erstmals Wein aus eigenen Trauben erzeugen. 1996 trat er mit der Agricola Fellini offiziell in den apulischen Weinmarkt ein. Der Name geht zurück auf eine archäologische Fundstätte 80 Kilometer südlich von Manduria nahe den Stränden, wo die Überreste einer antiken Stadt namens Felline gefunden wurden. An dieser Stelle soll auch der Apostel Petrus auf seiner Reise nach Rom gestrandet sein, bevor er erster Bischof von Antiochien und Gründer der katholischen Gemeinde in Rom wurde. Gregory präsentierte der erstaunten Weinwelt schon bald moderne und hochwertige Primitivos, aber auch völlig neue und gewagte Cuvées aus Primitivo und Negramaro (Alberello) oder aus Primitivo, Montepulciano und Cabernet Sauvignon (Vigna del Feudo). &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ebenfalls 1996 startete er sein Projekt Accademia dei Racemi, die er bis heute zusammen mit seiner Frau Elisabetta Gorla leitet. Racemi sind die zweiten Trauben, die die Primitivo-Rebe in Apulien entwickelt. Sie reifen schon 20 Tage nach der ersten Ernte heran, werden gesondert geerntet und vergoren. Der daraus entstandene Wein wird als Additiv genutzt, um Aromatik und Struktur einiger Weine zu steigern. Die Accademia dei Racemi ist keine universitäre Akademie, vielmehr schloss sich eine Gruppe von jungen Winzern zu einer Vertriebsgenossenschaft zusammen, um durch neue Ideen und Überzeugungen die Qualität der Weine Apuliens, insbesondere des Primitivos zu fördern. Viele Winzer verwandelten sich von Traubenproduzenten zu Selbstkelterern mit moderner Kellerei und bestens ausgebildeten Kellermeistern. Die meisten verabschiedeten sich schnell von den in Apulien verbreiteten Alkoholbömbchen und Tanninkonzentraten mit den schweren oxidativen Noten und plumpen süßlichen Fruchtexplosionen. Zu den Weingütern, die sich der Accademia dei Racemi anschlossen, gehörten die Masseria Pepe mit warmem Sandboden, Sinfarosa mit schwarzer Erde, die Tenuta Pozzopalo mit Böden von Tuff und dunkler Erde, Torre Guaceto, wo wieder die Rebsorten Ottavianello- und Susumaniello angebaut wurden, und Casale Bevagna in Guagnano.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er ging mit der Gründung der Accademia dei Racemi um den Erhalt traditioneller Weinkulturen und darum, die Prägung des Primitivo di Manduria durch vier verschiedene Terroirs mit unterschiedlichen Böden und Nuancen im Mikroklima herauszuarbeiten. Das führte schon 1998 zur Präsentation vor vier Cru-Weinen vom Primitivo di Manduria, die jeweils eine der Mikrozonen sprich Terroirs repräsentieren – so wachsen die Reben der Crus Dunico auf Sand, des Giravolta auf „weißer“ Erde und des Sinfarosa/Zinfandel auf schwarzem Untergrund und des Primitivo Felline auf rotbraunem Lehm-Ton-Boden über massivem Kalkstein. Die Accademia dei Racemi betrieb aber auch eine Art echter Forschung. So stieß Gregory Perrucci mit Robert Cipresso Ende der 90er-Jahre in den Hügeln von Martina Franca auf die fast verschollene Aroma-Rebsorte Minutolo, die nicht mit der bekannten Fiano di Avellino aus Kampanien, sondern mit der Moscato-Familie verwandt sein soll. Darüber hinaus gilt Gregory Perrucci auch als Reanimator der Sorten Sussumaniello und Ottavianello, die uralte süditalienische Variante der französischen Sorte Cinsault.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auf dem Weingut Felline wartet auf die Besucher heute ein Rest italienischer Weingeschichte als besondere Attraktion. Aus der einstigen unterirdischen Weinfabrik mit den riesige Tank- und Industrieanlagen Spazio Primitivo ist auf 400 Quadratmetern mit mehr als 100 Sitzplätzen ein Degustations- und Partyraum entstanden. Hier werden nicht nur Veranstaltungen und Aktivitäten rund um die Weinkultur geboten, sondern auch eine hervorragende Küche, die die Weine Apuliens mit den traditionellen Speisen harmonisch verbindet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Familie Perrucci hat den Ruf des Primitivo als hochwertigen Spitzenwein gefestigt, aber auch im Weinbau Italiens Weichen gestellt. So hat man schon vor zwanzig Jahren begonnen, Elemente der biologischen und naturschonenden Bewirtschaftung der Weinberge einzuführen. In den meisten Lagen um Manduria sind die Rebstöcke des Weinguts eingebettet in jahrhundertalte Olivenbäume. Im Weinberg wie im Keller folgt man den anspruchsvollen Bio-Richtlinien von DELINAT. Dazu gehören Begrünung, Biodiversität und zusätzliche grüne Oasen mit Hecken, Büschen und Einzelbäumen, um die Lebensräume der Pflanzen und Tiere besser zu vernetzen. Man ließ in den Rebanlagen die üblichen Systeme der Reberziehung hinter sich und stellte um auf die traditionelle Alberello-Erziehung mit Buschreben, die im Gegensatz zur modernen und weniger arbeitsintensiven Drahtrahmenerziehung händisch bewirtschaftet werden müssen und extrem niedrige Hektarerträge, aber besonders extraktreiche Trauben hervorbringen. Im Keller werden modernste Gärtechniken genutzt und teures Fassholz verwendet. Auf dem Dach befindet sich eine neue, leistungsstarke Fotovoltaikanlage. Inzwischen werden in Apulien etwa 20 Prozent der Weinlagen biologisch bewirtschaftet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Heute gehört Felline als Bioweingut zur international vielbeachteten Avantgarde im italienischen Weinbau und Gregory wird als Erneuerer der Weinszene Apuliens gefeiert. Die Weine von Felline werden regelmäßig vom strengen Gambero Rosso mit dem höchsten Prädikat der drei Gläser ausgezeichnet, internationale Weinkritiker wie Parker oder Suckling loben nicht nur die Primitivos.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wenn Gregory Perrucci auf sein Leben zurückblickt, so ist das gelebte Weinkultur. Hinter ihm stand immer seine Liebe zu Apulien und sein Respekt vor den Traditionen – denen im Weinbau und denen der beiden Generationen seiner Familie, die den Grundstein gelegt haben für das, was ihn befähigt hat, ganz oben anzukommen. Er ist nie den Markttrends hinterhergerannt und hat sich nicht beirren lassen, wenn er versucht hat, seine Träume und Visionen umzusetzen. Es war immer ein optimistischer Weg in die Zukunft, auf den er viele mitgenommen hat, dabei immer die Traditionen, die Werte und die Erfahrungen aus der Vergangenheit im Gepäck. Er ist zufrieden, dass es ihm gelungen ist, beim Geldverdienen und bei seinen Qualitätsansprüchen auch ethische Aspekte berücksichtigen zu können und im Einklang mit der Natur zu wirtschaften. Nicht zuletzt hat es sich als in unseren Zeiten seltenes Privileg herausgestellt, dass er in alter bäuerlicher Solidarität aufgewachsen ist, in der tiefe familiäre Bindungen das ganze Leben prägten. Und wenn wirklich mal etwas nicht so läuft, wie es soll, dann setzt er sich einfach ans Klavier und lässt sich von seinem Können aus einer anderen Kultur inspirieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Familie Perrucci gehören heute rund 103 Hektar Rebfläche in Manduria und Umgebung sowie weitere etwa 22 Hektar im Naturreservat Torre Guaceto nahe der Adria. Die Weine von Felline sind in mehrere Linien eingestellt und bieten ein weit über die verschiedenen Primitivo-Weine hinausgehendes Spektrum. Neben den heute obligatorischen Rosés werden etliche Weißweine angeboten, deren Qualität längst dazu beiträgt, den guten Ruf des Hauses zu bestätigen. Im Sortiment fallen die Meeresmotive in Aquarellfarben als Flaschendesigns auf, die mit dem Weingenuss die Sehnsucht nach einem Urlaub in Apulien wecken. Beginnen Sie den Urlaub einfach gleich zu Hause mit einem Wein von Felline.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten zehn Weine der Agricola Felline verkosten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Salento Fiano IGP&lt;br/&gt;Fiano zählt zu den ältesten Rebsorten Apuliens und Italiens. Sie wurde bereits 1240 in einem Handelsregister des Stauferkaisers Friedrich II erwähnt. Anfangs wurde die Rebe fast nur in Kampanien angepflanzt, wo sie sich heute mit der DOCG Fiano di Avellino schmückt, und verbreitete sich erst langsam in die b, den Marken und Sizilien abgesehen von einigen Weingütern in Australien. Immer handelt es sich um die Sorte Fiano di Avellino, während Gregory Perrucci eine Sorte wiederentdeckte, die anfangs Finao Minutolo genannt wurde. Erst seit 2001 weiß man durch DNA-Analysen, dass es eine völlig eigenständige Sorte ist, die nicht einmal verwandt ist mit dem Fiano di Avellino. Deshalb wird sie inzwischen zur Unterscheidung nur Minutolo genannt. Sie ist eine natürliche Kreuzung zwischen einer unbekannten Muttersorte und Visparola (Arvina). Aufgrund des eindeutigen Muskattons der Trauben wird die Muttersorte bei den Moscatosorten verortet. Dieser Salenteo Fiano ist eine Cuvée aus 30 % Minutolo und 70 % Fiano di Avellino, der von Reben stammt, die Gregory aus Kampanien bezog und neu anpflanzte. Die sanfte Aromatik des Minutolo und die Mineralität des Fiano di Avellino ergänzen sich vorzüglich. Das Etikett lädt mit seinem maritimen Look und dem schwebenden Seepferdchen gerne nach Apulien ein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein zeigt eine kräftige strohgelbe Farbe mit dezent goldenen Reflexen. Er duftet beeindruckend vielschichtig nach Aprikosen, Honig, Blüten von Akazie und Jasmin und einer Anmutung von roter Grapefruit. Sein Mundgefühl ist Frische, Frucht von gelben Äpfeln, Birnen, Zitrus und Mandarine, Würze und ein dichter Körper. Wir notieren eine mit dem unauffälligen Restzucker gut harmonisierte, spritzige Säure, die den herrlich schmelzigen, leicht herben Abgang stützt. Ein eleganter Weißwein mit einigem Lagerungspotenzial. Wenn Sie es italienisch mögen, so gönnen Sie sich zu dem Wein eine Tagliatelle mit Muscheln in weißer Sauce. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Puglia Verdeca IGP&lt;br/&gt;Verdeca ist eine der traditionellen weißen Rebsorten Apuliens, die einst von Griechenland eingewandert ist. Sie wird nicht nur für Wein, sondern vor allem für Wermut verwendet. Nur wenige Weingüter bauen sie noch reinsortig aus, so dass dieser Puglia Verdeca IGP schon als Rarität angesehen werden kann, zumal in dieser Qualität. Die Rebstöcke stehen im Tal der Trulli, dem Itria-Tal, nordöstlich von Manduria. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein funkelt im Glas in einem hellen Strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase tritt er eher introvertiert auf mit leisen Anklängen an Ananas, Limetten, Grapefruit, Orangenblüte und einigen Kräutern. Im Mund kommt die dezente Aromatik aus dem Bukett gut an, dazu grüne Birnen, einige weiße Blüten und im Abgang eine dezente Kandis-Abrundung. Das ist ein leichtfüßiger, ausgeglichener Weißer, alles frisch und luftig. Er wird als allseits gefälliger Weißwein gerne einen schönen Sommerabend auf der Terrasse begleiten, besonders, wenn gedünsteter weißer Fisch gereicht wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Salento Vermentino IGP&lt;br/&gt;Die Herkunft der in Italien vor allem in Ligurien seit Jahrhunderten und heute vielfach auch auf Sardinien angebauten Rebsorte ist nach wie vor unbekannt, teilweise wird eine Verwandtschaft mit Malvasia angenommen. Die eher spät reifende, ertragreiche Sorte liebt ton- oder kalkhaltige Böden und gedeiht besonders gut in Meeresnähe, womit sie bei Felline am nahen Ionischen Meer genau richtig steht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas haben wir einen strohgelben Wein mit grünlichen Reflexen. Er duftet zart und frisch und überaus fruchtig nach Apfel, Ananas, weißem Pfirsich, weißen Blüten und vielen Kräutern. Am Gaumen kommen auch exotische Fruchtkomponenten an, diesmal eher als Passionsfrucht, Mango und Mandarine, dazu eine markant zitrische Begleitung und eine lebendige Säure im mineralisch eingerahmten, dezent bitteren Finish. Das ist ein trockener, vollmundiger, charakterstarker und komplexer Wein mit einem leicht herben Unterton, der gut strukturiert für Frische und Jugendlichkeit steht. Genießen Sie ihn als Aperitif oder zu einem gegrillten Seeteufelfilet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Cicala Salento Rosato IGP&lt;br/&gt;Jetzt haben wir einen Rosé im Glas, der reinsortig aus den roten Trauben des Negroamaro entstanden ist. Das ist eine alte historische Rebsorte Apuliens, deren Namen wohl zusammengesetzt ist aus negro=schwarz und amaro=bitter. Die Rebe ist eine wahre Kämpfernatur, wächst sie doch selbst dann kräftig und bringt gesundes Lesegut, wenn der Weinberg in der Hitze glüht und unter Wassermangel ächzt. Der Wein ist komplett im Edelstahl vinifiziert. Entstanden ist ein frischer, saftiger Rosé, der mehr ist als ein leckerer Spaßwein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt der Cicala Salento Rosato in einem kräftigen Kirschrosa und entsendet fruchtige Aromen von Schwarzkirschen, Erdbeeren, Roten Johannisbeeren und Zitrusnuancen, dazu schweben einige florale Töne herum. Er schmeckt fruchtig-spritzig statt klebrig-süßlich und zeigt sich mit einer präsenten Säure, die glücklicherweise nicht weggezaubert wurde, sondern mit der Fruchtsüße und einer deutlichen kräutrigen Würze eine Harmonie der Frische und Saftigkeit eingegangen ist. Das ist der sichere Lockwein für die Sommerparty, auf der schon das Kirschrosa die Gäste anlacht. Er würde sich aber auch nicht gegenüber einer Poularde aus dem Ofen oder eine Meeresfrüchte-Pasta wehren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Anarkos Puglia Rosso IGP&lt;br/&gt;Der Anarkos ist der Wein, mit der Gregory seit über 15 Jahren Erfolgsgeschichte schreibt. Es ist ein Aufmüpfer-Wein, wie es der Name sagt: Anarchist. Er ist ein Symbol des Protests, der die Auflehnung und das Unbehagen über Apuliens schlechte Zeiten und schlechte Seiten zum Ausdruck bringen soll, zum Beispiel über die Zerstörung der Traditionen, die Ausbeutung der Weinberge oder die Herrschaft des Marktes. Den Weintrinker provoziert er weniger, denn dazu ist der Anarkos viel zu schmackhaft. Der Genießer sieht daher im Anarkos eher ein Zeichen des Aufbruchs. In der Cuvée ist alles drin, was in Apulien einen roten Rang bekleidet: Malvasia Nera, Primitivo und Negramaro. Das Blendverhältnis bleibt bei jedem Jahrgang das Geheimnis des Kellermeisters. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Was die Farbe im Glas betrifft, so braucht man sich nicht um Nuancen der Transparenz zu kümmern, denn Durchsichtigkeit gibt es nicht. Transparenz würde zu den beanstandeten gesellschaftlichen Verhältnissen sowieso nicht passen. Dafür strahlt die Cuvée schön dunkelrot mit violetten Reflexen. Aus dem Glas drängeln sich die Aromen. Ein ganzer Beerenkorb will da raus: Brombeeren, Heidelbeeren, Preiselbeeren, dazu Schwarzkirschen und Zwetschgen und ein Hauch von Nussnougat. Mit zunehmender Belüftung tauchen auch mediterrane Kräuter auf. Für die Nase ist das ein abwechslungsreicher, vielseitiger Sturm- und Drang-Wein, der immer wieder neue Aromaspitzen hervorzaubert. Über die Zunge gleitet dann ein unglaublich zugänglicher, samtiger, leicht würziger und sehr harmonischer Wein. Die Fruchtaromen werden begleitet von einer feinen Süßlichkeit, die den Wein süffig und saftig macht. Im Finish wirken nur wenige, gut integrierte reife und weiche Tannine, dafür aber eine lebendige Säure mit. Die üppige Fruchtigkeit und Energie sind entscheidend für das lange, lustvolle Nachschmatzen. Genießen Sie den Anarkos als Solisten zu Anlässen, die Gelegenheit bieten, über diesen Wein zu reden. Gegenstand des Gesprächs kann aber auch das Pairing mit einem straight gewürzten Stück Wild sein. Und stets daran denken: beim genussvollen Dagegensein mit dem Anarkos: Immer schön artig bleiben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2017 Sum Torreguaceto Salento Susumaniello IGP&lt;br/&gt;Susumaniello ist eine uralte, frühreifende Rebsorte, von der viele meinen, dass sie aus Dalmatien kommt oder die alten Griechen sie mitgebracht haben, jedenfalls soll sie mit dem norditalienischen Sangiovese verwandt sein. So richtig heimisch geworden ist sie jedenfalls fast exklusiv in Apulien und hier auf der Salento-Halbinsel, wobei Gregory Perruci nach der Wiederbelebung der Sorte den Winzern erst bewusst machen musste, welcher Schatz sich hier für ihre Weinberge anbietet. Gleichwohl ist sie immer noch eine Seltenheit im Weinberg und im Keller. Der Name aus dem süditalienischen Dialekt bezieht sich wegen des Ertragsreichtums der Sorte auf einen mit Trauben vollgepackten Esel: „Susu lu somariello!“ – „Lauf Esel, lauf!“. Ertragreich ist sie aber nur die ersten zehn Jahre und wird in dieser Zeit vielfach in Massenweine verwandelt, häufig als Mixtur mit Primitivo. Mit schrumpfenden Erträgen steigt die Qualität und dann wird sie interessant für den Premiumbereich auch als Verschnittpartner von Negroamaro oder Ottavianello für anspruchsvolle Cuvées. Ein reinsortiger Wein wie der Sum ist auch im gehobenen Segment immer noch selten zu finden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bei Felline stehen die 20 Jahre alten Rebstöcke auf rotem, stark mit Sand und Lehm durchmischtem Ton auf einem Kalksteinuntergrund. Im Keller ist der Most im Edelstahl vergoren, der Wein reifte dann mindestens zwei Monate in großen Fässern von Eichen der kroatischen Region Slawonien. Die Bezeichnung des Weins bezieht sich auf das Naturschutzgebiet Torre Guaceto im nördlichen Salento zwischen dem Valle d’Itria, der Heimat der Trulli, und dem Lecce Salento mit seinem kristallklaren Meer.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas präsentiert sich der Sum in einem dunklen Rubinrot mit violetten Reflexen. Er outet sich mit einem feinduftigen, fast süßlichen Parfum von schwarzen Kirschen, Zwetschgen, von Gewürzen mit Pfefferminz und von Veilchen, dazu Anklänge an Schokolade und eine winzige Spur Jod. Am Gaumen brillieren Aromen von Schwarzkirschen, wilden Waldbeeren, Cassis und Backpflaumen. Dazu kommt eine kleine Spitze von Mandeln und Zedern und der dezente Geschmack von Eichenholz und geröstetem Brot – dezent, wie gesagt, also nicht aufdringlich oder unangemessen. Die starken, süßlichen Tannine kommen reif und gezähmt herüber und sind gut eingebunden in eine aktive Säure. Ein langes, opulentes und tanningeprägtes Finish beeindruckt mit der anhaltenden Kirschnote und einem Touch Mineralik ganz im Hintergrund. Der Wein ist komplex und kraftvoll, ordentlich strukturiert und hat eine dichte, weiche Textur. Ein solides Winzerwerk an Finesse und Ausdrucksstärke. Ob Sie ihn allein oder zu zweit in glücklichen Stunden genießen oder Speisen begleiten, immer sollten Sie ihn mindestens eine Stunde zuvor dekantieren. Die Sauerstoffdusche lässt seine Aromen geradezu explodieren. Was die Speisen angeht, so ist er einfach genial zum Lammbraten aus dem Ofen, gerne auch zum Osterfest, das Sie ja mehrmals im Jahr stattfinden lassen können.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Felline Primitivo di Manduria DOP Terra Rossa&lt;br/&gt;Das ist ein Primitivo von der Cru-Kategorie rote Erde, die in den Böden in der Gegend von Manduria sehr verbreitet ist. Die rostrote Färbung kommt von dem hohen Eisenoxidanteil im flachen Boden über den Kalksteinbänken. Zu allem, was das Terroir seiner Herkunft ausmacht, gehören nicht nur der spezielle Boden, sondern auch die 30 Jahre alten Rebstöcke, an denen die Trauben mit der Alberello-Erziehung reifen, sowie das Mikroklima des Golfo di Taranto. Die Ernte erfolgte Mitte September mit einer leichten Überreife wie es das DOP Manduria Disziplinar vorschreibt. Während seiner Vinifizierung durfte sich der Wein sechs Monate lang in französischen Barriques aufhalten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein glänzt im Glas mit seiner dunklen, rubinroten Farbe und violett-schwarzen Reflexen. In der Nase entfalten sich Aromen von reifen Sauerkirschen vom Typ Morellenfeuer, von roten Beerenfrüchten und reifen Zwetschgen, dazu mal süßliche, mal pikante Gewürze. Am Gaumen kommt die Aromatik noch intensiver an, hinzu treten gereifte Töne von blauen und roten Pflaumen, Brombeeren, Heidelbeeren, Kirschen, Backpflaumen, Feigen und mediterrane Gewürze. Es äußern sich auch leise Töne von Schokolade und von feinen vanilligen Holzaromen. Zudem werden wir geschmacklich immer wieder an getrocknete Rosinen erinnert. Im Abgang verbinden sich die Reichhaltigkeit, Fruchtigkeit und Würze mit der runden, leichten Säure und den süßlichen Tanninen zu einer weichen, warmen, raffinierten Textur. Die wohlschmeckende, leicht schmelzige Fruchtsüße erinnert im Finale an Granatäpfel und ist mit dem dezenten Holz und den reifen Tanninen eng verbunden. Die Komplexität des Weins lässt immer wieder neue Aspekte entdecken. Sie können ihn zu jedem guten Anlass kredenzen, der auch im Öffnen einer Flasche bestehen kann – möglichst zwei Stunden vor dem Genuss. Wenn Sie ihn mit einem Essen pairen wollen, dann bieten Sie ihm und sich mindestens ein dry aged Porterhouse Steak vom Grill.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Giravolta Primitivo di Manduria DOP Terra Bianca&lt;br/&gt;Giravolta ist der Name einer auf dem Gut Pozzopalo von Lavinia Tamborino aufgewachsenen Rennstute, die es liebte, schnell auf dem großen Grundstück herumzugaloppieren, aber an einem Tuffsteingraben stets kehrt machte (=Giravolta). Terra Bianca, weiße Erde, ist die Cru-Kategorie dieses Weins. Dominant für diese Bodenart ist die Verwitterung der Kalksteinbänke, die in der Tiefe zu einer tuffsteinartigen porösen Struktur führt, die wiederum Feuchtigkeit aller Art gut hält und das Wurzelwachstum in die Tiefe gen Grundwasser anregt. Die Primitivo-Trauben stammen von 45-jährigen Rebstöcken um Fragagnano östlich von Tarent rund 10 Kilometer vom Meer entfernt. Ein Teil des Weins wurde sechs bis neun Monate in französischer Eiche ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir haben einen komplexen Wein mit einem fast undurchsichtigen Rubinrot im Glas. Sein betörendes, brillantes Bukett erinnert an reife Weichselkirschen, Zwetschgen und Beerenfrüchte mit Himbeeren, dazu süßliche Nuancen von Vanille und ein Hauch von Mokka und von feinwürzigen und floralen Tönen bis hin zu Eukalyptus. Die Aromatik tummelt sich auch am Gaumen mit kleinen Ergänzungen von Schokolade und Karamell. Im Mund macht der Wein ordentlich Druck mit seiner Kraft und Fülle, ohne aggressiv zu werden. Die saftige Fruchtigkeit mit den pikanten und süßlichen Akzenten wird im langen und intensiven Abgang noch hervorgehoben. Der stronge Alkohol ist fast schon unauffällig und im vollmundigen Geschmack mit der sanften Säure und den seidig-weichen Tanninen kunstvoll verborgen. Der Giravolta ist dicht und elegant, distinguiert und fruchtig gewirkt – ein prächtiger Wein mit Charakter. Machen Sie mit ihm einen schönen Sommer rot. Er begleitet auch gerne ein Lammkebab, einen klassischen Rehrücken oder ein Entrecôte mit einer kräftigen Soße.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2018 Sinfarosa Primitivo Zinfandel DOP Terra Negra&lt;br/&gt;Jetzt sind wir bei einem Primitivo von schwarzer Erde. Sie besteht aus tiefgründigen, stellenweise sumpfigen Ablagerungen, die durch den Abbau organischer Materialien aus früheren Wäldern und aus der Gesteinserosion entstanden sind. Ungeachtet der genetischen Verwandtschaft von Primitivo und Zinfandel nennt sich dieser Wein zu Recht Zinfandel. Denn die Trauben stammen von über 60 Jahre alten Reben, die auf amerikanische Zinfandel-Klone aufgepropft wurden. Sie kommen vom legendären Weingut Ridge Geyserville in den Santa Cruz Mountains mit dem Gipfel des Monte Bello, rund eineinhalb Stunden südlich von San Francisco. Der Wein wurde teilweise für sechs Monate in französischem und amerikanischem Holz vinifiziert. Das Etikett hat etwas von einer kalifornischen Wildwest-Show. Der Sinfarosa wird regelmäßig vom Gambero Rosso mit der Höchstnote der drei Gläser ausgezeichnet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Sinfarosa präsentiert sich im Glas schwarzrot in kräftigem Purpur. Im Bukett gebärdet er sich ungemein lebendig mit intensiven, komplexen und süßlichen Aromen von reifen Blaubeeren, Brombeeren, Schwarzkirschen, Pfeffer und Süßholz, aber auch mit Tönen von Tabak und Schokolade. Am Gaumen tritt er mit einem wuchtigen Körper an, der von einer dichten, süßlichen und seidigen Tanninstruktur begleitet wird. Aus dem roten und dunklen Fruchtspektrum stechen die schwarzen Kirschen hervor. Im langen Finale melden sich noch mentholhaltige und balsamische Noten, die eine interessante Frische generieren. Die recht gute Säure verstärkt seine saftige Fruchtkonzentration und Tiefe. Das ist der charaktervolle Tropfen zu einem roughen T-Bone Steak medium rare oder zu einem gutbürgerlichen Rinderschmorbraten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2018 Dunico Primitivo di Manduria DOP Sabbia&lt;br/&gt;Die Fachwelt hält den Dunico für den wohl besten Primitivo di Manduria – Weltklasse aus Apulien. Es ist der Topwein der Primitivo-Crus von Felline. Er kommt aus der „Crus-Abteilung“ Sand (Sabbia). Die Sand-Weinberge sind eine weinhistorisch einzigartige Landschaft an Dünen gelegen (Unico on the Dunes=Dun-ico) und oftmals mit sehr alten, ungepropften Primitivo-Buschreben bestockt, die nur geringe Erträge bringen. Die Trauben werden streng selektiert per Hand gelesen, der Most temperaturkontrolliert im Stahltank vergoren. Der Wein reift rund neun bis zwölf Monate im französischen Eichenholzfass.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Dunico beeindruckt bereits durch ein opulentes, hochkomplexes Bukett mit erstaunlich präsenten sekundären und tertiären Aromen wie Leder, Liebstöckel, Pfeffer, orientalische Würze, getrocknete Feigen, Mandeln, Karamell und feine Toastaromen. Dazu kräftige primäre Fruchtaromen von kandierten Kirschen und dunklen Beeren. Ab und an weht ein Duft von salziger Mineralität herüber. Die offensive Aromatik hat er nicht zuletzt der erfahrenen Hand des Kellermeisters zu verdanken, der offenbar auch Trauben jüngerer Rebstöcke verwendet hat, weil alte Reben sich mit der Bukett-Aromatik stark zurückhalten, denn es war früher anders als heute nicht üblich, Klone auf Aromatik zu züchten. Den Gaumen erreicht ein saftiger, dichter, fülliger Wein mit schmackhaften Impressionen von Kirschen in Alkohol, Schwarzen Johannisbeeren, Brombeeren und dunklen Pflaumen, aber auch von Schokolade und Tabak. Der Wein präsentiert markante süßliche Tannine, die sich mit ordentlicher Säure und modern salziger Mineralik harmonisch vermählen und im langen, fruchtigen und saftigen Abgang die feinen Holzaromen unterstützen. Ein sehr dichter, körperreicher, energiegeladener Wein, der seinen Alkohol geschickt kaschiert. Er liefert schon jetzt eine sensationelle Harmonie zwischen Frucht, Säure, Tanninen und Holz. Ein mächtiger, moderner Primitivo, der als ein Grand Cru durchgeht. Er ist hochkomplex und von brillanter Eleganz. Er wird jeden Vinophilen noch in acht bis zehn Jahren begeistern, dann erst recht. Wer nicht so lange warten will oder kann, sollte ihn zwei Stunden vorher öffnen, auf 14° bis 16° C kühlen und dann als Solisten genießen. Er wird aber auch einen Hauptgang mit einer Hirschkeule in Wacholderbeersoße an Preiselbeeren zur unvergleichlichen Erinnerung machen.</description>
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      <title>Das Weingut Hirtl in Poysdorf: Ausdrucksstarke Spitzenqualität und typischer Weinviertel-Stil als Abbild der Natur </title>
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      <pubDate>Mon, 24 Jul 2023 20:54:38 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2023/7/24_Das_Weingut_Hirtl_in_Poysdorf__Ausdrucksstarke_Spitzenqualitat_und_typischer_Weinviertel-Stil_als_Abbild_der_Natur_files/x2023_PR_Foto_c_Bruckner_WH_00009.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_25.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:132px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Wir haben schon einige Weingüter aus Poysdorf in Niederösterreich vorgestellt und kehren immer wieder zurück in diese klingende Weinbaugemeinde des Weinviertels, denn hier muss man hin, wenn es um Grünen Veltliner geht. Poysdorf ist das inzwischen wohl weltbekannte Kompetenzzentrum für diese Rebsorte. Es liegt im Bereich Falkenstein im Nordosten des Weinviertels. Man befindet sich im Zentrum eines großen Dreiecks zwischen Wien, Brünn und Bratislava. Es sind gut 70 Kilometer bis zur Bundeshauptstadt und 15 Minuten bis zur tschechischen Grenze. Die Weinbaugebiete Carnuntum und Wien grenzen südlich an das Weinviertel, Wagram und Kamptal liegen südwestlich, das Waldviertel ganz im Westen. In der Habsburger Monarchie zählten das Weinviertel und das angrenzende Südmähren zu den reichsten Gebieten des Landes, heute ist es Österreichs größtes Weinanbaugebiet und eine der ältesten bäuerlichen Kulturlandschaften Mitteleuropas.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In mehr als der Hälfte der Weinberge steht Grüner Veltliner, insgesamt auf etwa 8.000 Hektar Fläche. Mit der Einführung des DAC-Systems (Districtus Austriae Controllatus) 2003 ist der Grüne Veltliner zum Gesicht des Weinviertels geworden. Der nordöstliche Teil rund um Poysdorf ist darüber hinaus auch für seine ausdrucksstarken Burgunder bekannt. Klimatisch herrschen im Nordosten durch den pannonischen Klimaeinfluss trockene Sommer und kalte Winter vor. Oftmals treten tagsüber starke thermische Windböen als Folge der Sonneneinstrahlung auf. Durch die gute Entlüftung der Weingärten sind diese auch im Frühjahr und Herbst weitgehend vor unerwünschten Frösten geschützt. Besonders im langen Herbst verleihen zudem die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht den Trauben ein solides Säuregerüst.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Diesmal sind wir in der Brunngasse 72, in einem Poysdorfer Betrieb, der erste Aufzeichnungen als landwirtschaftlicher Mischbetrieb aus dem Jahr 1729 vorweisen kann. Die letzten 18 Jahre der 300jährigen Weinbautradition hier verantworten Martin und Andrea Hirtl zusammen mit den beiden Söhnen Christian und Markus. Martin hat das Weingut 2001 von seinen Eltern Josef und Maria Hirtl übernommen. Er wandte sich ab von der Bereitstellung des Gebindeweins zur Sektproduktion und richtete den Betrieb mit Unterstützung seiner aus Feuersbrunn im Wagram stammenden Ehefrau und im persönlichen Austausch mit der Kundschaft zielbewusst und konsequent auf hochwertige Weine aus in Richtung einer modernen und naturbewussten Weinkultur, die Genuss als Lebensstil begreift: Loslassen, entschleunigen und genießen. Seit der Einführung des DAC-Systems trägt das Weingut Hirtl wesentlich zur Gestaltung des Grünen Veltliners als Aushängeschild des Weinviertels bei, aktuell mit vier Lagenweinen, einem Classic und einem Reserve.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Martin Hirtl ist bewusst, dass ein Wein beinahe zwangsläufig seine regionale Herkunft abbildet. Die Reben wachsen in einem bestimmten Weingarten, gelenkt von der Natur. Die Rebe wird dort vom Winzer unter optimaler Ausnutzung aller lokalen geologischen und klimatischen Bedingungen letztlich „nur“ gepflegt und behütet. Im Weingarten gibt die Natur den Trauben alle Eigenschaften mit, von den Besonderheiten der Rebsorte über die Ausprägungen des Bodens und die Kapriolen des Wetters bis zu allem, was sich sonst so in der Vegetationsperiode ereignet. Sofern man dem Wein die im Weingarten mühsam errungenen Eigenschaften im Keller nicht gänzlich austreibt, sondern das Winzerhandwerk als Kunst der Vollendung versteht, die begleitet, betont oder zähmt, was die Natur anbietet, wird man mit einem authentischen und einzigartigen Spiegelbild der Herkunft belohnt. Das von Familie Hirtl schon lange praktizierte Eintreten für den Erhalt der Natur und der Umwelt zur Sicherung des Lebens künftiger Generationen ist auch abzulesen am Gütesiegel NACHHALTIG AUSTRIA. Mit dieser Zertifizierung vom Verband der österreichischen Weinwirtschaft werden unter anderem Klimaneutralität, Wassernutzung und Energieeinsatz, aber auch Biodiversität und soziale Aspekte geprüft. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auf dieser breiten, soliden Grundlage geht Martin Hirtl gerne eigene Wege mit seiner Umtriebigkeit, Neugier und seiner düsentriebmäßigen Experimentierfreude. Sie hat im Weingarten dazu geführt, dass er den Ökotendenzen vorauseilend schon länger biologisch wirtschaftet. Schädlinge werden nicht vertilgt, sondern in die Irre geleitet und böse Käfer durch gute Käfer verdrängt. Besonderen Wert legt er auf die gute Frisur der Rebstöcke im Rahmen der Ertragsreduzierung. Hier sind kurzer Rebschnitt, Ausdünnen und Grünschnitt angesagt, bei der er – um den Nährstoffhaushalt der Rebe nicht zu stören – die Trauben teilt, anstatt sie komplett wegzuschneiden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller geht Martin Hirtl zu Recht davon aus, dass modernste Technologie und schonende Nachhaltigkeit kein Widerspruch sind, sondern das eine das Mittel, das andere der Zweck. Auch sonst verbindet er gerne Tradition mit moderner Methodik, aber immer ist klar, dass Qualität bei ihm keine Kompromisse kennt. Familie Hirtl will dauerhaft beeindrucken, keine spektakulären Special Effects, sondern stilistisch selbstbewusste und ausdrucksstarke Weine mit guter Lagerfähigkeit, die mit ihrer Vielfalt sämtliche Richtungen der österreichischen und internationalen Gourmetküche erreichen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit dieser Art Knowhow, Erfahrung, intuitivem Gespür, Innovationsfreude und Qualitätsstreben erscheint es nahezu selbstverständlich, dass sich in jeder Flasche Hirtl-Wein das sensorische Herz des sanft abfallenden Hügellands des nördlichen Weinviertels in vielfältigen Facetten, aber immer in einem unnachahmlichen Stil schmecken lässt. Da darf man schon mal das eine oder andere Glas nachschenken. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weingärten umfassen 25 Hektar Rebfläche in den Rieden Kirchberg, Rösselberg, Waldberg sowie am Weißen Berg und Veigelberg. Der Grüne Veltliner steht auf etwa einem Drittel der Gesamtfläche und hat damit den größten Anteil an den 75 % weißer Sorten, die des Weiteren aus Welschriesling, Riesling, Weißburgunder, Chardonnay und Gelber Muskateller bestehen. Ein Viertel der Weingärten sind mit den Rotweinsorten Zweigelt, Blauburger und Merlot bestockt. Das Weingut füllt alljährlich rund 100.000 Flaschen Wein ab, exportiert wird unter anderem nach Deutschland, Tschechien, Slowakei, Polen und China. Das Sortiment besteht aus klassischen Guts-, Rebsorten- sowie Riedenweinen, die als fruchtig-spritzig in der Exklusiv-Linie und körperreich-komplex in der Selections-Linie präsentiert werden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Anstrengungen für und die Verdienste um den Qualitätsweinbau haben dem Weingut Hirtl nicht nur 2012 das Zertifikat als Weinviertler Leitbetrieb eingebracht, sondern werden seit Jahren mit Auszeichnungen und Spitzenplätzen auf nationalen und internationalen Weinevents belohnt. Immer spielt Martin Hirtl in der regionalen und in der internationalen Liga mit und ist mit seinen Weinen ganz vorne dabei. So gerade mit dem Grüner Veltliner Classic 2021, der bei der Austrian International Wine Challenge (AWC) die Goldmedaille erhielt. Zudem wurde das Weingut von der Hauptstadt Niederösterreichs ausgewählt, den St. Pöltner Hauptstadtwein 2021 zu stellen. Am Anfang war Hirtl ein Geheimtipp – heute gehört das Weingut zur absoluten Top-Spitze der Weinbauszene im Weinviertel. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir stellen vier Weine vom Weingut Hirtl vor, die wir gerade verkostet haben. Als Begleitung der Weine sind Speisen aus der Gourmetküche angemessen. Ein sicherer Weg zum perfekten Genuss führt über die beiden Speiseöle von Familie Hirtl, die wir hier präsentieren. Danach folgen die Beschreibungen der Weine, die wir 2019 verkosten konnten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Gelber Muskateller Frizzante&lt;br/&gt;Ein Teil der Muskateller-Trauben dieses Frizzante kommt aus der Riede Rösselberg am westlichen Ortsausgang von Poysdorf wenige Meter vom Weingut Hirtl entfernt. Der Name Rösselberg kommt von der früheren Nutzung als Pferdeweide. Der Boden wird von tiefgründigem Löss beherrscht, ideal für eine Aromarebsorte wie der Gelben Muskateller, die bei voller physiologischer Reife ihre Fruchtigkeit im Keller ausspielen kann.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der weißgoldene Frizzante mit den grünlichen Reflexen perlt im Glas lebendig und mit einer feinen Mousse anhaltend vor sich hin. Sein intensiver Duft weht in Richtung tropischer Früchte mit Litschi und Passionsfrucht, dazu Pfirsich, Limette und viel Muskatblüte. Wir erleben im Mund eine üppige feinsüßliche Fruchtigkeit mit hervorgehobenen Aufritten von Litschis, weißen Pfirsichen, einigen Ananasstückchen und Mandarinenscheiben nebst einer kleinen floralen Abrundung mit der Assoziation von weißen Blüten. Er ist mit seinem schlanken Körper und der gut eingestellten Kohlensäure frisch, saftig, spritzig und perlt zusammen mit der wunderbaren restsüßlichen Fruchtigkeit in ein beschwingtes Finish. Das ist der animierende, sommerliche Fresh&amp;amp;easy-Wein für jede schöne Begegnung, auch die mit sich selbst.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Rosé trocken&lt;br/&gt;Inzwischen haben es auch die Letzten bemerkt: Rosé ist nicht nur schmackhaft, sondern auch schick. Endlich wagen sich auch diejenigen aus der Deckung, die ihren Rosé bisher heimlich getrunken haben, um nicht aus dem Trockentrinkerimage zu fallen. Dabei muss ein Rosé gar kein Bonbon-Wein sein wie dieser trockene Rosé von Familie Hirtl beweist. Denn er ist weit mehr ist als ein leckerer Spaßwein. Es ist eine Cuvée aus Merlot und Cabernet Sauvignon: Frucht trifft Kraft. Der Merlot stammt von Rebstöcken der Riede Rösselberg. Der Cabernet Sauvignon stammt aus der ersten Ernte der Neubestockung in der Riede Hundsberg. Hier bestehen die Böden aus Kiesen und Sanden der Urdonau, die mit Muschelkalkablagerungen durchmischt und teilweise von Lehm und Löss bedeckt sind. Der Rosé ist ohne Maischestandzeit in temperaturgesteuerten Stahltanks vinifiziert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas lädt er mit einem zarten Altrosa und violetten Blitzen ein. Er entsendet fruchtige Aromen von Erdbeeren, Roten und Schwarzen Johannisbeeren, Himbeeren, Brombeeren, einigen minzigen Kräutern und einen Hauch Zitrusfrucht. Er schmeckt fruchtig-spritzig, aber eben nicht süßlich-klebrig, und zeigt stolz seine präsente Säure, die glücklicherweise nicht weggezaubert wurde, sondern mit der Fruchtsüße und einer interessanten feinen Kräuterwürze eine Harmonie der Frische eingegangen ist. Auf diese Weise wird ein schmelziger Nachhall unterstützt, der uns lange herumschmatzen lässt auf der saftigen, trocken-herben Fruchtigkeit. Das ist der sichere Knaller für die Grillparty. Er würde sich aber auch nicht gegenüber gebratener Leber mit Äpfeln oder gegen einen Ziegenkäse wehren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Weinviertel DAC Grüner Veltliner Franz&lt;br/&gt;Onkel Franz pflegte seinen persönlichen Weingarten in der nach Süden ausgerichteten Hanglage Kirchberg, wo die Grüne Veltliner Rebe dank Löss- und Schotter-Boden sowie Mikroklima zu vollendeter physiologischer Reife gelangt. Die Franz-Jahrgänge von Familie Hirtl, die eine Reminiszenz an den Onkel sind, werden seit Jahren kontinuierlich in Weinguides, Magazinen und bei Events besonders hervorgehoben und ausgezeichnet. Der Wein ist im Edelstahl ausgebaut und lag mindestens vier Monate auf der Feinhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im strohgelb ausgeleuchteten Glas entwickelt er schon nach wenigen Minuten eine kristallklare, kühle Kernobst-Aromatik von reifen gelben Alexanderbirnen, Idared-Äpfeln und Grapefruit mit zusätzlichen pikanten Würznoten, die veltlinertypisch pfeffrig erscheinen. Am Gaumen kommt zusammen mit den Bukettaromen und der dezenten Extraktsüße eine kräftige Würze an. Quitten, Äpfel und Birnen drängeln sich in den Vordergrund und passen gut zur frischen Säure und der dezenten Mineralik. Die schöne pikante Würze hallt mit einem leichten Gerbstofftouch nach. Ein eleganter DAC mit einem harmonischen Körper und vollmundiger Energie. Bleiben wir in der Küche bei den Klassikern und servieren den Wein zu einem Wiener Schnitzel – den Onkel Franz hätt’s bestimmt gefreut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Riesling Exklusiv trocken&lt;br/&gt;Die Riesling Rebstöcke von Familie Hirtl stehen in der Riede Rösselberg, einer ehemaligen Pferdeweide im Nordwesten von Poysdorf, die vom Runsenbach zu einer der höchsten Erhebungen in der Gemeinde aufsteigt. Hier zwischen Poysdorf und Wilhelmsdorf kann man auch auf einer historischen Kellergasse wandeln. Das Terrain in der südwestlich ausgerichteten Riede besteht wie viele Lagen in der Umgebung von Poysdorf aus sandigem, lösshaltigen Boden mit hohem Lehmanteil, der gut das Wasser speichert. Das gefällt der Riesling-Rebe, die sich mit der sortentypischen, authentischen Fruchtigkeit bedankt. Der Wein ist in temperaturgesteuerten Stahltanks mit sechsmonatiger Reifung ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Riesling aus der Linie Exklusiv zeigt sich in einer glänzenden strohgelben Farbe mit einigen grünlichen Reflexen. Expressiv lockt er mit den herrlichen Aromen von weißen Pfirsichen, frischen Aprikosen und Cantaloupe-Melonen. Mit zunehmender Öffnung kommen immer mehr Zitrusnoten vom Limettentyp hervor. Eine vibrierende Säure und eine saftige Fruchtfülle von Aprikosen und aus Zitrusrichtungen verwöhnen die Zunge. Herzhaft rassig und trinkanimierend frisch tritt der Riesling Exklusiv an. Der Alkohol zeigt sich nicht aggressiv, sondern ist ordentlich verpackt und setzt als Geschmacksträger mit Fülle und Kraft eine elegante Extraktsüße noch oben drauf, vor allem im langen Finish. Ein trinkfreudiges Energiebündel, das einen Red Snapper vom Grill wiederbelebt oder einem Zitronenhühnchen Flügel verleiht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hanföl kaltgepresst nicht filtriert&lt;br/&gt;Hanf ist wie Lein eine sehr alte Kulturpflanze und kann bis zu vier Metern hoch werden. Hanföl ist ein Pflanzenöl, das aus den Samen des Hanfs (cannabis sativa) gewonnen wird. Es verleiht den Speisen einen angenehmen Geschmack, sollte aber nicht erhitzt werden. Es ist reich an Vitaminen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffe, vor allem aber an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die der Körper nicht selbst bilden kann, vor allem die wichtigen Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren in dem besonders günstigen Verhältnis von 2:1 bis 3:1. Wie auch bei anderen hochwertigen Pflanzenölen erhält die Kaltpressung durch die relativ geringe Presstemperatur von 40 °C bis 60 °C die Inhaltsstoffe am besten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Hanföl hat eine satte, grasgrün-goldene Farbe, duftet intensiv nach frischen Heublumen und lädt immer wieder zu langem Schnüffeln ein. Im Geschmack zeigt sich die hohe Qualität an der Reinheit der leicht nussigen Note. Wir fühlen am Gaumen eine perfekte Textur, nicht klebrig dick, aber auch nicht dünn wie Wasser. Mit seiner sanften Milde gleitet es in einen angenehm harmonischen, aromatischen Nachgeschmack hinein ohne jede Bitterkeit. Träufeln Sie es mal auf frisch entblätterte und noch warme Artischocken-Herzen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bio Kürbis-Kernöl 100% rein&lt;br/&gt;Für die Herstellung von Kürbiskernöl werden die Kürbiskerne des grünlich-orangen Ölkürbis (Cucurbita pepo var. styriaca) verwendet, also weder Butternut, Hokkaido oder ähnliche Speisesorten. Für einen Liter Öl werden rund zweieinhalb Kilogramm Kürbiskerne benötigt, wofür etwa 30 Kürbisse entkernt werden müssen. Die Kerne sind nicht cremefarben bis weiß, sondern grünlich. Dadurch, dass die Kerne so weich sind, lassen sie sich besonders gut pressen.  In der Regel wird ein Teil der Kürbiskerne vor der Kaltpressung geröstet. Nach dem Röstvorgang werden sie mit ungerösteten, nativen Kürbiskernen gemischt und in Spindelpressen bei schonender Temperatur von rund 35 °C zu Öl verarbeitet. Das nimmt für das Weingut Hirtl die zertifiziert biologisch arbeitende Schalk Mühle aus Ilz in der Steiermark vor. Das native Kürbiskernöl enthält zu 80 % ungesättigte und zu 50 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Antioxidantien sowie die Vitamine A, B1, B2, B6, C, D und E und Spurenelemente wie vor allem Selen und Zink. Kürbiskernöl ist nur bis 120° C erhitzbar und ist daher zum Braten nicht geeignet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das sortengerecht relativ dickflüssige Bio Kürbis-Kernöl zeigt sich farblich satt dunkelgrün und duftet leicht nussig. Im Mund verteilt sich schnell der nussige Geschmack, der zunehmend intensiver wird. Am Gaumen kommt ein zartes Röstaroma an, was mit der Nussigkeit perfekt harmoniert und für einen langen Nachhall sorgt. Natürlich können Sie mit diesem exzellenten Öl ein leckeres Baguette beträufeln. Aber genießen Sie es lieber auf einem Chicorée-Salat mit gehobeltem Parmesan oder tropfenweise auf Vanilleeis.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir stellen die Weine vor, die wir 2019 verkosten konnten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2018 Grüner Veltliner trocken Classic&lt;br/&gt;Die Trauben für diesen Classic-Wein sind rund um Poysdorf auf einem sandig-lössigen Boden gewachsen, der Wein wurde im Edelstahl ausgebaut. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas erstrahlt der Classic hell und klar in Grüngelb. Es duftet intensiv nach gelben Äpfeln und gelben Philipsbirnen, dazu kommen ein süßlicher Hauch von reifen Reineclauden und kleine vegetabile Anklänge. Im Mund werden die Früchte von einer zarten Würze und einem Touch Zitrus begleitet. Die lebendige Säure formt die leicht süßliche Fruchtigkeit zu einer saftigen Frische, schlank und spritzig. Im Abgang zeigt der Wein sich pikant und ausgewogen mit einer schönen Tendenz zum zarten Schmelz – ein ausgesprochen trinkfreudiger Classic-er. Er verträgt sich mit vielerlei Köstlichkeiten aus der österreichischen Küche, servieren Sie ihn also ganz klassisch zu einem Backhendl mit Erdäpfelsalat.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Grüner Veltliner Weinviertel DAC Ried Kirchberg 2018 trocken&lt;br/&gt;Nun also ein Lagen-DAC vom Kirchberg. Die Riede Kirchberg in Poysdorf mit der frühbarocken Pfarrkirche St. Johannes der Täufer bringt Trauben mit unterschiedlichen Ausprägungen hervor, je nachdem, wo die Rebstöcke stehen. Es gibt nämlich das windverwöhnte Hochplateau, das Frische und Frucht begünstigt, und den leicht gen Süden geneigten Hang, der die Trauben schneller reifen lässt. Die meisten Rebstöcke hier sind bald 40 bis 50 Jahre alt, wobei gezielt unterschiedliche Veltliner-Klone gepflanzt wurden, um die Vielfalt der  Ausdrucksmöglichkeiten zu fördern. Der Boden ist wie in vielen Poysdorfer Parzellen schwer und lehmig, am Südhang aber durch eine Löss- und Schotterauflage aufgelockert. Er versorgt die Reben zuverlässig mit Wasser, lässt durch die Oberschicht aber soviel wegsickern, dass die Grüne Veltliner nicht im Sumpf steht, sondern sich richtig wohlfühlt. Im Keller wurde der Wein im Stahltank ausgebaut mit viermonatiger Reife.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas entfaltet sich ein ansprechendes, geschliffenes Bukett von reifen hellgelben Äpfeln und Birnen, weißen Blüten und jungen gelbgrünen Pflaumen. Eine feine Kräuterwürze vom Typ Wiese im Morgentau schwebt herum. Am Gaumen begegnen die Äpfel und Birnen einigen Nüssen und leicht vegetabilen Nuancen. Alles steigert sich druckvoll zu einem saftigen, sanft extraktsüßen Fruchteindruck, der durch die frische Säure und eine interessante feine Mineralik herrlich aufgefangen und in ein langes, dezent pikantes Finish geleitet wird. Ein vielfach prämierter Wein, der kongenial einen kräftig gewürzten Schweinsbraten oder einen Süßwasserfisch mit einer starken Soße begleitet.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Grüner Veltliner Ried Bürsting 2018 trocken&lt;br/&gt;Die nach Süden und Südosten ausgerichtete Riede Bürsting ist ebenfalls von schwerem Lehmboden mit tiefgründigem, etwas kalkhaltigen Löss und Sand geprägt, was gehaltvolle Grüne Veltliner verspricht. Der Wein ist ebenfalls im Edelstahl ausgebaut mit mindestens viermonatiger Reife.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein funkelt im Glas in einem hellen Gelbgrün mit silbernen Reflexen. In der Nase schlägt er eine etwas andere Richtung ein als der Grüne Veltliner vom Kirchberg. Im Bürsting-Veltliner sind die Düfte von Golden-Delicius Äpfeln und gelbgrünen Birnen grundsätzlich eher kühler und herbfruchtiger, lassen andererseits aber leicht florale und kräuterige Noten plus einer Spur von Honig durch. Den Gaumen versorgt eine schmackhafte, spritzige Verbindung von Fruchtigkeit und Würze – alles umarmt von einer frischen, aktiven Säure. Den saftigen, nachhaltigen Abgang begleiten eine sanfte Gerbstoffspur, vor allem aber pikante Anklänge und eine reife mineralische Richtung. Das ist ein gut strukturierter Grüner Veltliner, der seine vollmundige Substanz, seine ganz leicht süßlich touchierte Extraktfülle und seine vitale Harmonie gerne vorzeigt und mit seiner frischen Eleganz in der Veltliner Erst-Liga mitspielt. Das hochwertige Geschmackserlebnis des Bürsting-Veltliners kommt besonders gut zur Geltung zu einer typischen Brettljause mit Schinken, Speck und Schweinsbraten, aber auch zu einer mit getrockneten Früchten pikant gefüllten Kalbsbrust.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weinviertel DAC Reserve 2017 Grüner Veltliner trocken&lt;br/&gt;Mit dem Jahrgang 2009 wurde die Kategorie „Weinviertel DAC Reserve“ geschaffen, die unter anderem trockene, kräftige, dichte Weine mit mindestens 13 % Alkohol verlangt, generell aber mehr Freiheiten beim Ausbau und der Stilistik zulässt als ein „Weinviertel DAC“. Die Reben für diesen DAC Reserve stehen in der Ried Waldberg, die nordöstlich von Poysdorf an die Riede Bürsting angrenzt und gewöhnlich etwas kühler ist. Auch hier hat der sandige Boden einen hohen Lehmanteil. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt und strahlt der Wein gelbgrün und silbrig. Eine zart pflanzlich-florale, gelbfruchtige bis exotisch-tropische und ganz leicht kräuterige Duftigkeit empfängt die Nase. Reife Quitten, saftige Gellerts Butterbirnen, rotgelbe asiatische Mangos und Paranüsse sind dabei, aber auch ein Touch von Limonen einerseits und blondem Tabak andererseits. Über die Zunge gleitet der Wein erstaunlich schlank und feinsaftig mit einer kühlen Fruchtigkeit, einer dezenten Extraktsüße und einer handwerklich hervorragend austarierten Säure. Freundliche florale und würzige Noten mit einem Hauch von Waldhonig machen im schmelzigen Finale noch lange gute Laune und Lust auf das nächste Glas. Eine vollmundige Reserve, die durchaus komplex, auf jeden Fall straight, kompakt und energiereich auftritt und zugleich mit einer animierenden Frische und vielschichtigen Kraft begeistert. Servieren Sie diese Reserve zu einem gebratenen Wolfsbarsch mit cremigem Steinpilzrisotto oder zu einem Kaninchenbraten mit Pfeffersauce, Pfifferlingen und glasierten Erbsen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Grüner Veltliner Reserve 2016 halbtrocken&lt;br/&gt;Die Trauben für die halbtrockene Reserve kamen aus den nach Süden ausgerichteten Parzellen in der Riede Waldberg. Hier nahmen die Reben im Jahrgang 2016 viel Wärme und Sonne auf, wobei die Lehmanteile im Boden soviel Feuchtigkeit hielten, dass der extrem trockene Sommer keine größeren Schäden anrichtete. Der Wein reifte in Stahltanks mehr als ein Jahr auf der Feinhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es ist ein fescher Grüner Veltliner geworden. Aus dem grüngelb schimmernden Glas sendet er sofort starke Fruchtaromen aus mit Noten von reifen gelben Birnen, Äpfeln und Quitten mit einem leicht nussigen und vegetabilen Hintergrund. Im Mund hat man wieder einmal den Beweis, dass grandiose Qualitäten  im Zusammenspiel von Rebsorte, Terroir und der engagierten Kreativität des Winzers entstehen. Die feine Säure unterstützt die gar nicht einmal so spektakuläre Restsüße der halbtrockenen Ausbaurichtung mit einer genialen Verspieltheit, die Raum lässt für Raffinesse, aber auch für Kraft. Da beeindrucken dann nicht nur die fast schon erwartete Fruchtigkeit, sondern auch eine Vielfalt an sensorischen Nuancen von pikant kräuterig-würzig über dezent erdig-mineralisch bis zu einem Hauch von Mokka und einer interessanten Gerbstoffspur. Das nachhaltige, kraftvolle Finale bestätigt die Strahlkraft und den guten Körper dieser Reserve.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Riesling Selektion 2015 trocken&lt;br/&gt;In der Top-Linie Selektion des Weinguts Hirtl findet man die hochwertigen Rebsorten-Weine, die den besonderen Charakter ihrer Herkunft sensorisch originär abbilden. Dafür reifte der Riesling Selektion mehr als zwölf Monate auf der Feinhefe im Edelstahltank.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Energisch drängeln die Düfte aus dem Glas in die Nase. Mit zunehmender Belüftung wird das Aromenspektrum immer vielfältiger und vor allem intensiver: reife Aprikose, weiße und gelbe Nektarinen, reife gelbe Pflaumen, rote Grapefruit und einige Limetten. Am Gaumen imponiert der Wein mit seiner frischen Aromatik, dem feinem Spiel und der Reinheit seiner geschmacklichen Komponenten von Weinbergpfirsichen, Aprikosen, reifer Ananas und sogar ein winziger Touch Cassis. Man schmeckt den unverkennbaren lebhaften Rieslingcharakter des nordöstlichen Weinviertels. Vertrauen Sie sich mit allen sensorischen Sinnen seiner Kraft und Aromatik an, legen Sie die alltäglichen Sorgen in die unterste Schublade und genießen Sie Schluck für Schluck seine noble, vollmundige und aristokratische Struktur. Der Riesling Selektion 2015 ist ein unvergessliches Solo-Erlebnis, aber auch ein extrovertierter Verstärker einer Vorspeise vom Räucherlachs oder eines Broccoli-Gratins.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Gelber Muskateller 2018 trocken&lt;br/&gt;Die lange Geschichte der Muskatellerrebe, die sich bis zu den Phoeniziern zurückverfolgen lässt und von der mehr als 200 Varietäten entdeckt sind, ist der Grund, dass die Rebe in allen Weinbaugebieten der Welt beheimatet ist. Der Gelbe Muskateller ist die bekannteste und am häufigsten angebaute Varietät. Die Gelbe Muskateller Reben stehen neben den Riesling-Rebstöcken in der Riede Rösselberg, wo sie sich auf dem Lehm-Sandboden ausgesprochen wohl fühlen und in der Aromatik gleichsam über sich hinauswachsen. Der Muskateller ist im Keller ähnlich ausgebaut wie der Exklusiv-Riesling.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas schimmert der Wein hell, leuchtend und strohgelb. Langsam aber stetig öffnet sich eine ganz individuelle Aromatik von Holunderblüte, Birne, Papaya und etwas Muskat, zusammen mit einem kleinen Ton Zitrus und Minze. Im Mund bemerkt man sofort den schlanken Charakter, der nicht aus der Richtung der sattmachenden Wärmestrahler kommt, sondern distinguiert cool und animierend auftritt. Die Fruchtigkeit ist feinsaftig und nicht überladen, die Säure ist frisch und nicht betäubend. Eine kleine Zitrus-Auswahl von Limette bis Zitronenmelisse kleidet die sortentypische, hier sehr zarte Süßlichkeit adrett ein. Im fruchtig-saftigen Abgang kommen auch florale, vegetabile und kräuterige Spuren gut zur Geltung. Das ganze sensorische Spektrum ist wieder einmal mit bemerkenswerter Harmonie eingebunden. Dieser Muskateller wirkt nicht engmaschig oder gar breit, sondern tritt vollmundig, locker, klar und luftig zugleich auf – Typ Leichtigkeit des Seins. Ein duftiger Begrüßungswein, der auch zu chinesischen Bratnudeln mit Schweinefleisch oder Frühlingsrollen mit Zitronengras und Sweet Chili Soße brilliert.    &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Chardonnay Exklusiv 2018 trocken&lt;br/&gt;Der Chardonnay aus der Basislinie Exklusiv stammt von Trauben, die auf den Flächen des Weißen Berges gewachsen sind, einem der höchsten Hügel nördlich von Poysdorf im Dreieck zwischen den Rieden Steinberg, Waldberg und Bürsting. Die Weingärten sind nach Süden ausgerichtet und stehen auf sandigem Boden, der einen kleinen Lehmanteil hat. Der Chardonnay ist ausschließlich im Edelstahl ausgebaut mit einer Reifezeit von mehr als sechs Monaten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit großem Erfolg hat Martin Hirtl eine fruchtbetonte, frische und doch kraftvolle Stilistik in Anlehnung an burgundische Richtungen herbeigeführt, jenseits des fast schon altbackenen International-Neue-Welt-Stils, in der gewöhnlich alles steckt, was der Keller Richtung Holz, Vanille und Butter hergibt. Gleichwohl muss die Nase hier nicht auf die Begrüßung durch ein Potpourri von reifen exotischen Früchten verzichten, die von frühen Äpfeln, Zitrus und Honigmelonen in Schach gehalten werden. Am Gaumen begegnen wir erneut diesem herrlich fruchtig-frischen Exotik-Mix mit einer süffigen Extraksüße und lebendiger Säure. Vollmundig und körperreich umhüllt der Chardonnay Exklusiv die Zunge und lässt im fast cremigen Finale uns noch lange auf den markanten Fruchtaromen herumschmatzen. Servieren Sie ihn im großen Burgunderglas, um die Aromatik und den Geschmack spontan zu steigern. Traumpartner dieses Chardonnays könnten eine getrüffelte Poularde aus dem Rohr oder gutbürgerliche Rinderrouladen sein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Merlot Exklusiv 2017 trocken&lt;br/&gt;Wie hatten wir schon einmal geschrieben – Merlot im Weinviertel, das ist fast wie Nebbiolo an der Mosel. Aber es geht ja nicht darum, dem Merlot eine neue Heimat zu verschaffen, sondern unbekannte und neue Leidenschaften zu fördern, im Weinbau wie im Glas. Der Aufwand im Weingarten für die Merlot-Rebe ist immerhin beträchtlich, eine dichte Kontrolle der Reifung unerlässlich, strenge Selektion bei der Lese unbedingt erforderlich. Das alles lohnt sich allerdings nur, wenn auch Boden und Klima stimmen. Klimatisch helfen die pannonischen Streicheleinheiten mit dem heißen Sommer und die ideale südwestliche Himmelsrichtung des Rösselbergs, beim Boden die sandigen Oberböden mit dem hohen Lehmanteil. Das begeistert die Merlot-Rebe, die dafür Würze und Energie liefert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In einem dunklen, dichten Purpurrot mit zinnoberroten Rändern glänzt der Merlot im Glas. Sein Bukett springt die Nase nicht an, sondern gleitet sanft und samtfruchtig aus dem Glas: Himbeeren, eingelegte Preiselbeeren, echte Heidelbeeren und einige Brombeeren sind dabei. Aus dem Hintergrund winken ein Hauch von Wacholder und kleine pikante Spitzen von Gewürzen mit schwarzem Pfeffer. Der Wein schmeckt nach roten wie schwarzen Waldbeeren und frühreifen Zwetschgen und macht erstaunlichen Druck im Mund. Er bietet den vom Bukett her bekannten pikanten Zug von Würze, jetzt aber abgerundet mit einem interessanten Hauch von Mokka. Die dezente Säure sorgt für eine wunderbare Struktur mit Kraft und Wärme, vor allem im großartigen Finale. Verwöhnen Sie diesen Merlot mit einer Lammkeule in einer kräftigen Fleischsoße mit Kartoffelklößen. Und nicht vergessen, ihn drei bis vier Stunden zuvor zu öffnen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;One in Red 2015 Cuvé trocken&lt;br/&gt;Der Spitzen-Rotwein ist eine Cuvée aus Zweigelt, Blauburger und Merlot. Die nach Süden ausgerichteten Rebstöcke stehen im Veigelberg südöstlich von Poysdorf am leichten Hang zwischen dem Poybach und Ketzelsdorf. Hier beherrschen anders als in den Rieden nördlich von Poysdorf nicht Sand und Lehm, sondern leicht erwärmbarer Lössboden mit guter Wasserspeicherkapazität das Terrain. Die Cuvée reifte 16 Monate in nagelneuen Barriquefässern aus dem Département Allier im Zentralmassiv im Südwesten Frankreichs, wo Traubeneichen und Wintereichen wachsen und hochwertiges Holz liefern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das granatrot ausgeleuchtete Glas blitzt immer wieder violett auf und lockt mit einer nahezu undurchdringlichen, geheimnisvollen Dichte. Extrovertiert drängeln vollfruchtige Düfte aus dem Glas: Heidelbeeren, Brombeeren, Weichselkirschen, Schwarze Johannisbeeren und einige Himbeeren – ein opulentes Fruchtensemble. Obendrein erfreuen Anmutungen von dezenten Röstaromen, von Mokka und von erdig-pikanten Nuancen. Im Mund präsentieren sich die Cuvée-Sorten mit lebendiger Finesse. Graziös wie auf einem Gemälde setzen sich die Fruchtaromen mit der frischen Säure, einigen vegetabilen Tönen, einem Hauch von Zartbitterschokolade und feinsandigen, samtigen Tanninen auf der Zunge zusammen, ausdrucksstark und vielschichtig. Im langen Nachhall verabschiedet sich die Cuvée mit sanfter Extraktsüße und schönem Schmelz. Der Wein ruft geradezu nach einem Rehrücken mit Waldpilzen in Sahnesoße und tritt dazu als elegante Köstlichkeit auf.</description>
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      <title>Das Weingut Dönnhoff an der Nahe: Strahlende Weinmonumente von Weltruhm</title>
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      <pubDate>Tue, 4 Jul 2023 17:38:44 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2023/7/4_Das_Weingut_Donnhoff_an_der_Nahe__Strahlende_Weinmonumente_von_Weltruhm_files/x_MG_3620.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object002_13.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:136px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Es gibt sie noch, die Weine, von denen man ein Leben lang weiß, wann und wo man sie getrunken hat. Weine, die immerfort Emotionen erwecken, die eine ganz bestimmte Landschaft schmecken lassen, einen einzigartigen Jahrgang. Solche Weine macht Cornelius Dönnhoff im Weingut Dönnhoff im kleinen Örtchen Oberhausen an der mittleren Nahe, dem landschaftlich idyllischen Tal zwischen Bad Kreuznach und Schloßböckelheim. Das Weingut Dönnhoff wird in Fachkreisen als eins der fünf besten deutschen Weingüter und als eins der zehn besten der Welt gewürdigt – und das seit mehreren Jahrzehnten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sicherlich waren die ersten 200 Jahre schwieriger, wie einst schon Baronin Philippinne de Rothschild als Erfahrungssatz verbreitet hat, denn immerhin gibt es seit 1761 Aufzeichnungen über die Familie Dönnhoff, die bereits 1781 Weinbau erwähnen. Auch wenn Hermann Dönnhoff Senior und Junior in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sich auf den Weinbau fokussierten und schließlich den landwirtschaftlichen Betrieb in ein Weingut verwandelten, so waren es erst Helmut Dönnhoff und sein Sohn Cornelius, die dem Weingut und seinen Rieslingen Weltruhm verschafften: Es gibt wohl kaum ein Weingut auf den fünf Kontinenten an den vier Enden der Welt, das so oft 100 Parker-Punkte erhielt. Weinliebhaber aus aller Welt reißen sich mittlerweile um die Top-Rieslinge von Dönnhoff.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hermann Dönnhoff Senior, der von 1880 bis 1953 lebte, und der 1916 geborene und 1991 verstorbene Hermann Dönnhoff Junior hatten die wegweisende Leidenschaft für den Riesling, die sie durch den Zukauf bester Lagen an der Nahe zukunftssicher umsetzten. Der Senior füllte seine Weine bereits in den 1920er-Jahren eigenständig in Flaschen ab und versah sie auf dem Etikett mit Lagenamen, was beides in deutschen Anbaugebieten geradezu revolutionär war. Der Junior baute 1936 ein erstes Kelterhaus und bepflanzte die heute legendäre, im Alleinbesitz befindliche Monopollage Oberhauser Brücke. Bereits 1953 erhielt das Weingut für seine weinbaulichen Leistungen den Staatsehrenpreis.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als Hermanns Sohn Helmut mit 22 Jahren im Weinwunderjahr 1971 seinen ersten Riesling machte, dominierten an der Nahe noch Müller-Thurgau und Silvaner. Von nun an stellte Helmut Dönnhoff mit seinen Rieslingen die Weichen an der Nahe, aber nicht nach rechts oder links, sondern zum Abzweig ganz nach oben. Auch er erweiterte die Rebflächen durch Zukauf allerbester Weinberge in erstklassigen Lagen, die er teilweise rekultivierte oder neu erschloss und damit nicht selten den Fortbestand historischer Lagen sicherte. Er ersann neue Methoden in der Weinbergarbeit und setzte früh auf Ertragsreduzierung, als andere Winzer noch entsetzt waren, wenn man vollwertige Trauben wegschnitt. Im Keller orientierte er sich hingegen am traditionellen, altbewährten Winzerhandwerk und verzichtete darauf, jedem technischen Trend hinterherzurennen. Vor allem aber begann er schon damals als einer der Wenigen trockene Weine zu machen und sammelte damit mehr Erfahrung als die meisten anderen Weingüter in den deutschen Anbaugebieten. 1991 wurde das Weingut Dönnhoff Mitglied im VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter).&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Niemand anderes hat mit seinen Weinen dem Anbaugebiet Nahe hierzulande und international solch ein Renommee verschafft. Helmut Dönnhoff war ein Visionär und eine charismatische Winzerpersönlichkeit. Er wurde für seine Verdienste unzählige Male persönlich ausgezeichnet – unter anderem 1999 vom Gault-Millau und vom Feinschmecker als „Winemaker of the Year“ oder 2003 vom weltweit angesehenen Fachmagazin Wine Advocate als „Wine Personality of the year“. Das Magazin Falstaff würdigte Helmut Dönnhoff mit der Wein Trophy 2018 für sein Lebenswerk. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Seit 2007 ist Helmuts Sohn Cornelius für den Keller verantwortlich, 2015 übernahm er das Weingut in vierter Generation. Hier fiel der Apfel wirklich nicht weit vom Stamm, denn Cornelius setzte mit seinem handwerklichen, künstlerischen Talent und seiner genialen Intuition den Höhenflug des Vaters fort und bewahrte den internationalen Ruf als deutsches Ausnahmeweingut. Cornelius Dönnhoff hatte seine Ausbildung 1999 bei Dr. Heger in Baden begonnen, der es wie niemand zuvor verstand, ihm den Beruf des Winzers schmackhaft zu machen. Hier lernte er unter anderem zusammen mit Meike Näkel von der Ahr. Danach ging es nach Australien ins Clare Valley zum Rieslingspezialisten Jeffrey Grosset und dann nach Neuseeland. 2007 begann Cornelius in Bad Kreuznach mit dem Studium der Weinbautechnik. Nach wie vor arbeitet er eng mit Vater Hermann zusammen. Cornelius Ehefrau Anne kümmert sich im Weingut nicht nur gemeinsam mit ihrem Mann um die Kinder Laurenz und Lisa, sondern als studierte Wirtschaftsjuristin auch um Büro und Vermarktung. Seine Schwester Christina arbeitet ebenfalls mit – ein echtes Familienweingut, das trotz der Welterfolge und der erreichten Größe niemals abgedriftet ist in Richtung unpersönlicher Großbetrieb.&lt;br/&gt;Das Anbaugebiet Nahe&lt;br/&gt;Die Nahe ist ein linker Nebenfluss des Rheins und durchfließt die Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz. Der flussnahe Weinanbau reicht von Martinstein bis zur Mündung in den Rhein bei Bingen. Reben wachsen auch in den Seitentälern von Guldenbach, Gräfenbach, Glan, Trollbach, Ellerbach und Alsenz, eingebettet im Naturpark Soonwald-Nahe. Seit 1971 gibt es das eigenständige, abgegrenzte Anbaugebiet Nahe in Rheinland-Pfalz. Hier werden zu etwa drei Viertel weiße und zu einem Viertel rote Rebsorten angebaut. Fast ein Drittel macht der Riesling aus, erst weit abgeschlagen folgen mit rund 12 % Müller-Thurgau, mit rund 9 % Dornfelder und weiter Weißer und Grauer Burgunder.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Nahe ist eine Weinbauregion mit mehr als 180 verschiedenen Bodenformationen und damit die geologisch vielfältigste in Deutschland. Die mittlere Nahe gehört als Ausläufer des Oberrheinischen Grabens zu den mit mehr als 2.300 Stunden Sonnenscheindauer sonnenreichsten und mit nur 500 bis 600 mm Niederschlag/qm im Jahr niederschlagsärmsten Anbaugebieten in Deutschland. Hunsrück und Nordpfälzer Bergland bremsen die Regenwolken aus Richtung Westen ab. Der Taunus schützt vor Winden aus dem Osten. An durchschnittlich nur zwei Wochen im Jahr und meistens im August kommt es zu Dauer- oder Starkregen, an etwa 30 bis 40 Tagen zu Nebelbildung, im Sommer sogar an nur einem bis zwei Tagen im Monat, was die Reben weitgehend vor Botrytis bewahrt.&lt;br/&gt;Das Weingut Dönnhoff bewirtschaftet rund 30 Hektar Rebfläche in zwölf teilweise geschichtsträchtigen Einzellagen, von denen etliche als VDP.ERSTE LAGE oder VDP.GROSSE LAGE klassifiziert sind. Niemand sonst an der Nahe besitzt so viele Grand Cru Lagen. Der Weinbergbesitz erstreckt sich von Oberhausen am rechten Ufer der Nahe bis auf Höhe von Bad Kreuznach am linken Flussufer. Die Weinberge hoch über dem schmalen Tal der Nahe um Oberhausen, Schloßböckelheim und Norheim sind Steillagen mit einer Hangneigung bis zu 70 %. Die Landschaft ist vulkanisch geprägt und doch haben alle Weinberge ganz eigene Böden mit großer geologischer Vielfalt, was geradezu auffordert, individuelle Terroirweine zu kreieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Oberhausen gehören dem Weingut Dönnhoff Weinberge in der Lage Leistenberg mit schwarz-grauem, verwitterten Tonschiefer und die Monopollage Brücke, in der Lösslehm auf tiefgründigem Grauschiefer liegt. Ferner hat das Weingut in Oberhausen Parzellen in der Lage Kieselberg. In der sehr alten und berühmten Steillage Schlossböckelheimer Felsenberg findet man reinen Vulkanverwitterungsboden. In der Schlossböckelheimer Kupfergrube liegt grusig-sandiger Lehm und Tonschiefer. Stromaufwärts bei Norheim befindet sich die Lage Kirschheck mit grauem Tonschiefer, vermischt mit Sandstein vom Rotliegenden und die weltweit berühmte VDP.GROSSE LAGE Dellchen, die schiefrigen Boden vermischt mit schwarz-rotem Porphyr und Melaphyr aufweist. Hier ist Cornelius Dönnhoff gerade dabei, über 30 Jahre lang brach gelegene, nach Süden ausgerichtete Terrassenflächen zu rekultivieren und neu zu bestocken. Die Bad Kreuznacher Lage Kahlenberg hat kiesigen Lehmboden, die Lage Krötenpfuhl Lösslehmboden mit Quarzit-Kiesel und der Roxheimer Höllenpfad verwitterten Sandstein vom Rotliegenden. Die einzigartige Lage Niederhäuser Hermannshöhle, in der Familie Dönnhoff die meisten Parzellen gehören, ist seit über 100 Jahren die am höchsten bewertete Lage an der Nahe und durch die Rieslinge von Dönnhoff inzwischen weltbekannt. Sie ist eine reine Südlage in 130 bis 175 Meter Meereshöhe. Der Boden ist durchmischt mit schwarz-grauem Schiefer, Porphyr und Kalkstein. Ebenfalls zu Niederhausen gehört die Lage Klamm mit den extrem gesteinsreichen Böden aus Porphyr durchmischt mit schiefrigen Elementen. Ausgerechnet der Weinberg, in dem Cornelius im Alter von fünf oder sechs Jahren der Neubestockung zugesehen hat, ist keiner Lage zuzuordnen und geht daher in den Gutswein ein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Angebaut wird im Weingut zu 80 % Riesling, der Rest ist Weiß- und Grauburgunder, inzwischen auch etwas Chardonnay und Sauvignon Blanc. Viele Rieslinge vom Weingut Dönnhoff sind in die Klassifikation des VDP als Gutsweine, Ortsweine, Erste Lagen und Große Gewächse eingestellt. Bei den Burgundern gibt es eine eigene S-Klasse. Darüber hinaus werden zwei flaschenvergorene Sekte angeboten und in witterungsmäßig geeigneten Jahren auch Eisweine gekeltert. Die Großen Gewächse kamen anfangs aus der Hermannshöhle, dem Dellchen und dem Felsenberg, inzwischen gibt es je nach Jahrgang Große Gewächse auch aus der Brücke, dem Krötenpfuhl und dem Mühlenberg, der Sublage des Roxheimer Höllenpfads.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Den Weinbergen wird maximale Aufmerksamkeit zuteil mit einem tiefen Verständnis für die Natur und für die herausragenden Lagen. Familie Dönnhoff hat seit Jahrzehnten verinnerlicht, dass die Reben nett behandelt werden müssen, um ihr Bestes zu geben. Das geht ohne ideologisches Rüstzeug und ohne Steinersche Theorien. Gleichwohl wird enkelgerecht und mit einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzept gearbeitet: Die gesamte Produktion und der Absatz folgen den zertifizierten Regeln des Verbands FAIR‘N GREEN. Der geht dabei weit über das hinaus, was so manches Biosiegel verspricht. Bei FAIR’N GREEN werden alle Aspekte eines Betriebs beeinflusst, also auch faire Löhne und soziales Engagement, gesellschaftliche Verantwortung und Erhaltung und Förderung der Kulturlandschaft. Was den biodynamischen Weinbau betrifft, greift Familie Dönnhoff sinnvolle Methoden auf und geht teilweise sogar noch weiter, denn nicht nur auf Herbizide und Insektizide wird verzichtet, sondern auch auf die bei Öko-Winzern erlaubte Ausbringung von Kupfer. Cornelius Dönnhoff weiß, dass die Natur die Hauptrolle im Weingut spielt und nur unter einer verantwortungsvollen Regie imstande ist, alljährlich perfekt ausgereifte Trauben anzubieten, die im Keller dann nur noch seinen begleitenden und verständnisvollen Einsatz brauchen, um sie für den Auftritt als Weinmonumente mit einzigartigem Geschmack vorzubereiten. Jeder einzelne Weinstock bekommt mit Respekt und unter Schonung der Ressourcen, was er je nach Lage, Bodenbeschaffenheit und Mikroklima braucht. Selbstverständlich werden im Weinberg die Trauben von Hand und selektiv gelesen und schonend auf die Kelter transportiert. Allerdings muss sich Cornelius Dönnhoff anders als die vorigen Generationen damit befassen, dass die Reben selbst an der eher nördlich liegenden Nahe in den letzten Jahren immer mehr aufpowern und gewünschte Säurepeaks mühsamer zu erreichen sind. Denn der Klimawandel macht keinen Bogen um die Nahe. Immer öfter geht es um Neubestockungen, den Wechsel zu anderen Klonen, hohe oder niedrige Erziehungssysteme, die grüne Lese oder das Laubwand-Management, um Trauben vor Verbrennung oder Fäulnis zu schützen. Hierbei profitiert Cornelius davon, dass er seinerzeit in Australien gelernt hat, wie man im heißen Klima trockene Rieslinge macht – ohne die von ihm ohnehin nicht geliebte Botrytis.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller geht es um Sauberkeit, Hygiene und gnadenlose Akribie. Es wird handwerklich mit äußerster Sorgfalt und Entscheidungsfreude gearbeitet, wobei immer auch eine gewisse künstlerische Intuition einfließt, die wohl in der Familie liegt. Ideologische und dogmatische Ansätze bleiben draußen vor der Kellertür. Kreativität und Kompetenz sind erwünscht, Innovationen werden ab und zu reingelassen und dürfen die Traditionen weiterentwickeln, die hier niemals als Sperre empfunden werden. Entscheidend ist, dass jeder Wein bekommt, wonach er je nach Rebsorte, Lagenherkunft und Jahrgang verlangt – Maischestandzeit, Spontanvergärung, Reinzuchthefen, Vinifikation in temperiertem Edelstahl oder in klassischen Holzfässern aus deutscher Eiche oder beides. Nichts ist vorprogrammiert, nichts ist tabu, sofern es dem Ziel sauberer, gradliniger und authentischer Weine dient. Schließlich soll sich jedes Jahr von Neuem der von vier Generationen mitgestaltete Traum vom einzigartigen Wein erfüllen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Cornelius Dönnhoff macht Weine, die Maßstäbe sprengen, die eine einzigartige Referenz für Riesling sind, weit über die Nahe hinaus. Niemand erreicht mit den Rieslingen diese schwerelose Finesse und Harmonie, diese strahlende Aromenvielfalt und diese schwungvolle Noblesse. Sie wirken puristisch, haben es aber in sich – kristallklar, gradlinig, vielschichtig, tiefgründig und frisch. Man will hier keine Ecken und Kanten aus dem Experimentierbaukasten, die Weine sollen wohlschmeckend, anschmiegsam, schnörkellos und doch spannende und aufregende Weinerlebnisse sein. Sie bleiben im Weingut Dönnhoff Kinder der Natur und lassen stets perfekt das Terroir schmecken, sowohl die trockenen als auch die restsüßen. Und das betrifft nicht nur die Großen Gewächse, sondern schon die Weine, denen man begegnet, wenn man die Qualitätspyramide an ihrer Basis betritt. Es sind sensorische Kunstwerke mit historischen Wurzeln, die längst einen zeitlosen Kultstatus erreicht haben. Sie können jeden festlichen Anlass umrahmen oder einen chaotischen Tag wieder zurechtrücken. Sie bringen mitreißenden Schwung in jede würdige Feier, mit ihnen geht aber auch jede Party ab bis in einen immer noch schönen Riesling-Morgen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Trotz aller Erfolge und pausenloser Lobgesänge drängelt sich Cornelius Dönnhoff niemals in den Vordergrund. Ihm ist es lieber, wenn seine Weine wahrgenommen werden, er selbst legt darauf weniger Wert. Schließlich macht er auch keine lauten Weine, sondern solche für den besinnlichen Genuss. Er setzt konsequent und kompetent seine Vorstellungen durch, behält die Zusammenhänge im Blick und führt den Betrieb mit Empathie gegenüber allen Mitarbeitern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Kein Wunder, dass bei der grandiosen Qualität und der weltweiten Reputation die Weine regelmäßig am maximalen oberen Ende jeder Bewertungsskala gewürdigt werden, sei es mit einem Sternenhagel im Eichelmann und Johnson, seien es Trauben im Gault-Millau oder Punkte von Weinpapst Robert Parker, seien es fantastische Bewertungen von bekannten Weinverkostern in renommierten Magazinen wie Wine Spectator, Wine Advocate, Falstaff, Feinschmecker oder Wine Enthusiast. Hinzu kommen unentwegt Auszeichnungen wie Best of Riesling. 2015 wurde das Große Gewächs aus der Hermannshöhle durch das Genussmagazin Feinschmecker als Weinlegende ausgezeichnet. Alle sind sich einig: Familie Dönhoff trägt seit langem die deutsche Weinkultur erfolgreich in die Welt hinaus. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Weine vom Weingut Dönnhoff verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Weißburgunder trocken&lt;br/&gt;Das ist der Einstiegswein in die Burgunder Familie, die das Weingut Dönnhoff seit Jahrzehnten mit Weiß- und Grauburgundern pflegt und die inzwischen durch Chardonnay und Sauvignon Blanc erweitert wurde. Die handgelesenen und streng selektionierten Trauben stammen von 20 bis 30 Jahre alten Rebstöcken, die in Hanglagen mit vulkanischem Verwitterungsboden und dem von Burgundern geliebten Lößlehm stehen, überwiegend bei Bad Kreuznach. Der Wein ist komplett im klassischen großen Holzfass aus deutscher Eiche vinifiziert und lag nach der Gärung noch vier Monate auf der Feinhefe. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas reicht er ein kräftiges Bukett heraus mit grünen Birnen, weißen Bergpfirsichen, weißen Holunderblüten, einigen Kräuter und dem zarten Duft von Brioche. Das alles reicht bis an den Gaumen, wo auch einige Äpfel, Litschis, Nüsse und Mandeln auftreten und eine pikante Gewürzrichtung nebst einer winzigen Spur Zitrus anklingt. Dieser Wein bringt wenig Säure in den Vordergrund, seine Kraft geht aber deutlich über die sortentypische Milde hinaus, ohne die schlanke und eher coole Stilistik der Nahe zu verlassen und vor allem, ohne plumpe Holztöne aufzudrängen. Im herrlich schmelzigen Abgang hinterlässt er, begleitet von einer feinen, leicht salzigen Mineralik einen herzhaften, erfrischenden Eindruck. Ein rund geschliffener, ausgewogener Weißburgunder, der mit viel Eleganz eine raffinierte Spannung aufbaut und sich locker und frisch präsentiert. Gönnen Sie dem Wein mainstreammäßig ein klassisches Kalbsschnitzel mit Spargelbeilage und Hollandaise. Sie können ihn aber auch mit einem Lammfilet-Carpaccio angenehm erschrecken.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Tonschiefer Riesling&lt;br/&gt;Im Oberhauser Leistenberg nahe dem Weingut liegt in den warmen Hanglagen schwarz-grauer Tonschiefer, auch Carbonschiefer genannt, der erdgeschichtlich dem Devonschiefer nachfolgte. Er verwittert aufgrund der mangelnden Härte schnell zu Ton. Hier sind die Rebstöcke zwischen 25 und 40 Jahre alt. Sie sind nach Südosten ausgerichtet, so dass die Morgensonne für trockene Trauben sorgt, die keine Botrytis befürchten müssen. In der Hitze des Tages stehen die Reben dann eher im Schatten. So kann der Riesling seine Vegetationsperiode voll ausnutzen, ohne übermäßig Zucker zu bunkern, so dass der Alkohol im Wein nie durchknallt. Der Wein gärte und reifte partienweise im Edelstahl und im großen Eichenholz. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Tonschiefer Riesling ist der ideale Einstieg in die vielfältige Ausdrucksfähigkeit der Rieslinge an der Nahe. In die Nase transportiert er eine große klare Wolke der in der Rebsorte allgegenwärtigen Zitrusfrucht, aber auch von reifen grünen und roten Äpfeln, gelbfleischigen Pfirsichen, jungen Aprikosen und dazu ein Touch Passionsfrucht. Der Mund füllt sich spannungsvoll mit einem saftigen Feuerwerk von weißen und gelben Früchten – einige junge gelbe Pflaumen und eine kleine Hawaii-Ananas sind auch dabei. Wieder taucht eine Zitrusfruchtigkeit Typ Grapefruit auf, diesmal aber zusammen mit einer Anmutung von vegetativen und würzigen Richtungen von mediterranen Kräutern. Der Wein ist bemerkenswert harmonisch und expressiv: Seine Restsüße und seine lebendige, gereifte Säure sind trefflich ausbalanciert. Ein Wein, der dank seiner terroirgenerierten Mineralität und Steinigkeit auch im energiereichen, dezent cremigen Finale noch einen extrem frischen und kühlen Eindruck macht. „Unkompliziert“, sagt man heutzutage dankbar, was bei diesem Wein eher ein understatement ist. Dabei kommen die aromatische Saftigkeit und die cleane Frische nicht aus dem Vorprogramm, sondern sind schon der echte Hauptfilm der Dönnhoff-Produktion. Ein komplexer, ausdrucksstarker, eleganter Dönnhoff-Klassiker mit einer modernen Coolness. Das ist die ultimative Eskorte für eine Heilbutt-Tarte mit Basilikumdip oder für ein schön altmodisches Original-Hühnerfrikassee mit kleinen Champignons, Kapern und Fleischbällchen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Kreuznacher Kahlenberg Riesling trocken VDP.ERSTE LAGE&lt;br/&gt;Der Kahlenberg liegt am westlichen Ufer der nur 500 Meter entfernten Nahe und grenzt an Bad Kreuznach. Die Lage ist nach Süden ausgerichtet und misst insgesamt nur rund 18 Hektar. Hier gibt es Böden von Quarzit mit Porphyranteilen und Verwitterung des Rotliegenden, in einigen Parzellen auch Lehm und Kies. Sie ist als VDP.ERSTE LAGE klassifiziert und damit fast schon an der Spitze der Qualitätspyramide. Die Rebstöcke des Weinguts sind 25 bis 45 Jahre alt. Der Wein gärte und reifte teilweise im Edelstahl, teilweise im großen Holz.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Kahlenberg Riesling trocken entfaltet ein ausdrucksstarkes Bukett. Noten von Zitrusfrüchten, Pfirsich, Aprikose und Ananas im Zusammenspiel mit einigen Kräutern, Holunderblüten und einer steinigen Mineralität strömen in die Nase. Die Zunge wird energisch verwöhnt von der vibrierenden Spannung aus aktiver Säure und einer saftigen Rieslingwürze, in der eine enorme Fruchtigkeit aus Zitrus, Nektarinen, Äpfeln und Aprikose steckt. Den langen, straffen Abgang stützen animierende Fruchteindrücke, eine schmelzige Saftigkeit und eine kristalline, salzige Mineralität – alles in vollendeter Harmonie, die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Das ist ein gehaltvoller, dichter, kerniger Riesling, der mit einem prägnanten Extrakt zupackend strukturiert ist und mit kraftvoller Noblesse brilliert. Servieren Sie ihn gut bürgerlich zu Zürcher Geschnetzeltem oder zu einem gigantischen Caesars Salad mit selbstgerösteten Croutons.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Roxheimer Höllenpfad Riesling trocken VDP.ERSTE LAGE&lt;br/&gt;Auch die Lage Höllenpfad in einem kleinen Seitental der mittleren Nahe nördlich des Ortes Roxheim ist als VDP.ERSTE LAGE klassifiziert. Der kalkhaltige Verwitterungsboden vom roten Sandstein erwärmt sich schnell und die Rebstöcke blicken nach Süden. Der Name kommt entweder von dem den Hang im Schein der Abendsonne colorierenden Sandstein oder gibt die Kommentierung der Winzer wieder, wenn sie wie die Bergsteiger im steilen Hang herumkraxeln mussten. Auf jeden Fall verschafft der rote Sandstein den Weinen besondere Eigenarten wie eine gewisse pikante Schärfe und charakterstarke Fruchtigkeit. Die Trauben sind hier sehr kleinbeerig mit dicker Schale und können deshalb sehr spät geerntet werden. Auch dieser Lagenwein wurde im Edelstahl und in großen Holzfässern vinifiziert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Erstes erkennbares und erschnüffelbares Merkmal des Roxheimer Höllenpfads ist der präsente Frucht- und Kräutereindruck. Ob es grüne Äpfel, rote Grapefruit, gelbe Mirabellen, eine Spur rote Johannisbeeren oder Ruccola und Kerbel sind, es bleibt immer bei einer großmutigen Fruchtigkeit und feinen Kräutrigkeit, die in der Nase gut zusammenspielen. Im Mund schmecken wir die erwartete, aber erstaunlich reife Fruchtigkeit und eine zärtliche Fruchtsüße, in der Aromen von Apfel, Quitte, Papaya und Ananas und eine sanfte Spur Cassis, aber auch eine gewisse Würze mitspielen. Die substanzreiche, modern salzige Mineralität vom Sandstein und die feine und nie aufdringliche Säure machen den fruchtig-würzigen Wein herrlich lebendig, griffig und schwungvoll. Der Abgang wird mineralisch gestützt und lässt uns noch unendlich lange nachschmecken. Das ist ein mineralischer, komplexer und extrovertierter Wein mit Tiefe. Er baut mit subtiler Kraft ordentlich Druck auf und imponiert durch seine geniale Balance und seine erhabene Eleganz. Er ist zudem äußerst spannend, weil man nahezu mit jedem Schluck neue Facetten erschließt. Gönnen Sie dieser grandiosen Qualität einen genießerischen Sommerabend im Garten oder verwöhnen Sie ihn und sich mit einem zartrosa Schweinekopffilet aus dem Ofen mit einer Mozarellasoße.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Niederhäuser Klamm Riesling Kabinett VDP.GROSSE LAGE&lt;br/&gt;Die rund 25 Hektar große Lage Klamm liegt südwestlich von Niederhausen direkt an der Nahe und grenzt unmittelbar an die legendäre Hermannshöhle an, was für eine absolute Top-Lage spricht, die demgemäß als GROSSE LAGE in der VDP-Klassifikation ganz oben steht. Der Name Klamm kommt von dem tiefen Einschnitt in die Felsen des Berges. Die Weinberge gehören mit bis zu 70 % Neigung zu den steilsten des gesamten Anbaugebiets Nahe. Der extrem gesteinsreiche und stark verwitterte Boden aus Porphyr mit einem hohen Anteil an Eisenoxid ist durchmischt mit tonschiefrigen Elementen. Der feinfruchtige Kabinett-Wein wird seit dem Jahrgang 2018 ausgebaut und seitdem mit großem Erfolg angeboten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Kabinett-Riesling ist mit seinen 8,5 % Alkohol ein schlanker Fruchtsüßer, der einen unwiderstehlichen Zwang zu immer noch einem Glas mehr auslöst. Finesse trifft üppige Frucht, steinige Würze trifft schwungvolle Mineralität, so könnte man ihn in die Schlagzeilen heben. Der komplex-expressive Riesling protzt freigiebig mit seinen Aromen. Nicht nur die sortentypischen Zitrus- und Pfirsicharomen sind dabei, sondern etliche gelbe Äpfel und gelbe Blüten, aber auch exotische Richtungen mit Papayas – Kräuter sowieso. Im Mund explodiert ein ganzer Obstkorb voller gelbfruchtiger, subtiler Aromen, aus denen Zitrusfrüchte und Aprikosen hervordrängeln, an die sich eine feine Würze anhängt. Die ordentlich eingefangene knackige Säure, die saftige Fruchtsüße und die kühle Mineralik streicheln den Gaumen mit verführerischem Schmelz, aber auch mit Zug, Druck und Energie. Wir schmatzen auf dem eleganten Vermächtnis einer großen steinigen, Lage herum, in der Familie Dönnhoff ihren Knochenjob großartig gemacht hat. Kerngesunde Trauben, wahrscheinlich an einem strahlend schönen Spätherbsttag gelesen, geben diesem Wein seinen unverwechselbaren Charakter aus Energie, Frucht und mineralischem Gestein. Im langen Abgang verfolgt uns die vielfältige, elegant-süßliche Fruchtigkeit, die dezente Würze und die feine, ausgewogene Struktur mit schwebender Leichtigkeit. Es ist ein aromatischer Begleiter zu einer mexikanischen Putenbrust mit Chili, Zimt, Rosinen, roten Paprikaschoten, Kreuzkümmel und Koriander. Ganz solide werden sich auch eine oder mehrere Hasenkeulen in Sahnesoße nicht über den Wein beschweren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Oberhäuser Brücke Riesling Spätlese&lt;br/&gt;Die Lage Brücke erstreckt sich als schmales Band direkt entlang der Nahe auf der Oberhausen gegenüber liegenden Flussseite an der in bayerischen Zeiten erbauten Luitpoldbrücke. Es ist eine gut ein Hektar große, relativ flache Lage, die im Alleinbesitz des Weinguts Dönnhoff ist – also eine Monopollage. Sie ist bestockt mit 25 bis 55 Jahre alten Reben, die auf Lösslehm über tiefgründigem schwarz-grauen Tonschiefer stehen. In der windgeschützten Tallage herrscht wegen der Flussnähe ein besonderen Mikroklima mit einer großen Temperaturamplitude zwischen Tag und Nacht, an der sich der Riesling erfreut und den Trauben mehr bzw. länger Säure spendiert. Aufgrund der ständigen Verdunstungsfeuchte neigen die Reben indes eher zur Entwicklung von Botrytis, die sich im Wein durch die stärkere Säure meist gut auffangen lässt. Vergärung und Reife der Spätlese erfolgte im Edelstahl.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Brücke Riesling Spätlese fällt von Anfang an durch sein intensives, fruchtsüßes Bukett auf, das nicht nur weiße Pfirsiche und Zitrusrichtungen präsentiert, sondern viel subtiler, ja komplexer, aber immer zart daherkommt: Wir nehmen kleine Duftnoten von kandierten Jahrmarktsäpfeln, von frisch gepflücktem Waldmeister, von Mango und Maracuja, Mandeln, weißen Blüten und eine deutliche Mineralik plus einen Touch Blütenhonig wahr. Im Geschmack beeindruckt er mit einer umwerfenden, delikaten Süffigkeit aus der kräftigen, reifen Fruchtsüße, die mit einem ordentlichen Schuss an spritziger Säure so schmackhaft austariert ist, dass sich wieder einmal zeigt, wie relativ die ebenso gerne wie häufig überflüssiger Weise erfragten Grammzahlen von Restzucker und Säure sein können. In der Aromatik machen auf der Zunge Passionsfrucht, Grapefruit, Pinienkerne und Minze mit. Fein und klar, saftig und vibrierend, dicht und kraftvoll sind die Prädikate. Das ist ein energiegeladener und doch filigraner Wein mit Charisma, mit einer unvergesslichen, eleganten Ausstrahlung, die wir im leicht cremigen Finish noch lange genießen. Schmälern Sie die Eindrücke von diesem Weinschatz nicht durch ein scharfsinnig ersonnenes Speisen-Pairing, das ja bekanntlich immer möglich ist. Laben Sie sich lieber in einem angemessenen Zeitfenster ausgiebig an diesem klassischen und kostbaren Botschafter der Nahe.</description>
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      <title>Das Weingut Norbert Bauer im Retzer Land: Frucht und Finesse, Innovationsfreude und Traditionsbewusstsein aus einem familiären und traditionellen Spitzenbetrieb des Weinviertels</title>
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      <pubDate>Wed, 28 Jun 2023 21:06:17 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2023/6/28_Das_Weingut_Norbert_Bauer_im_Retzer_Land__Frucht_und_Finesse,_Innovationsfreude_und_Traditionsbewusstsein_aus_einem_familiaren_und_traditionellen_Spitzenbetrieb_des_Weinviertels_files/xGiselaNorbertWillyBauerMS.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object910.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:132px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Südwestlich von Retz in der Gemeinde Haugsdorf liegt der kleine, idyllische Weinort Jetzelsdorf. Wir sind hier in der Kleinregion Retzer Land im Bezirk Hollabrunn ganz im Nordwesten des Weinviertels rund eine Autostunde nördlich von Wien und acht Kilometer von der Grenze nach Tschechien entfernt. Zwar ist das Weinviertel, das zum Weinanbaugebiet Niederösterreich gehört, als Weißweingebiet bekannt, doch in der warmen Kessellage des Flüsschen Pulkau rund um die Orte Jetzelsdorf, Haugsdorf und Mailberg reifen neben den gebietstypischen weißen Sorten traditionell auch rote Reben und machen die Gegend zu einer berühmten Rotweininsel. Inmitten von Jetzelsdorf befindet sich das Weingut Norbert Bauer.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 hatte das Weingut Norbert Bauer sein 300-jähriges Jubiläum, was aufgrund Corona ein Jahr später ausgiebig nachgefeiert wurde. Seit 1721 sind die Vorfahren von Familie Bauer im malerisches Pulkautal ansässig und waren von Anfang an und über die Jahrhunderte hinweg in Landwirtschaft und Weinbau tätig. Es gab Getreidebauern, Müller, aber auch Kaufleute im Stammbaum. In den 1970er-Jahren lag der Schwerpunkt des Betriebs auf der gemischten Landwirtschaft, bis 1976 der Keller neugebaut wurde. Norberts Vater Karl trieb den Weinbaubereich mit Leidenschaft voran und überzeugte die skeptische ältere Generation mit landesweiten Erfolgen wie dem Sieg beim SALON, Österreichs härtesten Weinwettbewerb, mit dem Blauen Portugieser 1983. 1985 übernahm Norbert Bauer den Betrieb in 11. Generation von seinem Vater Karl und beeindruckte die Familie wenige Jahre später als Bundessieger „Weißburgunder 1988“. Schon Norberts Großvater hatte die Rebflächen ständig erweitert, doch Norbert kaufte gezielt Weingärten dazu, die mit modernen Sorten wie Zweigelt oder Cabernet Sauvignon bestockt waren. Seit 1992 führt Norbert Bauer das Weingut gemeinsam mit seiner Frau Gisela. 1994 wurde nicht nur mit dem neuen Betriebsstandort in Jetzelsdorf begonnen, sondern vor allem Sohn Wilfried geboren, der schon früh im Fasskeller herumtobte und dort seine Leidenschaft für den Wein vorbereitete. Später absolvierte er die Höhere Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg und machte Praktika in Deutschland, den USA und Australien. Im elterlichen Weingut begann er eigene Stilistiken zu entwickeln und eigene Weine zu kreieren. 2018 übernahm Wilfried Bauer als Jungwinzer in 12. Generation die Verantwortung im Keller. Im vorigen Jahr gewann er den beliebtesten und prestigeträchtigen Jungwinzer-Wettbewerb Österreichs und holt die Schlossquadrat-Trophy als „Weintalent des Jahres 2022“ erstmals ins Pulkautal.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Nobert Bauer bewirtschaftet heute – neben 140 Hektar Landwirtschaft – 90 Hektar Rebflächen in etwa 100 Weingärten verteilt auf 15 Katastralgemeinden im Weinviertel. Dazu gehören die Rieden Gerichtsberg, Hasenecken, Kellerberg und Himmeltau bei Haugsdorf, Altenberg, Parapluiberg und Haidberg bei Retz, Diermannsee bei Grabern, Holzweg bei Obernalb, Schatzberg und Bergsatz bei Retzbach und Übeleisen bei Pernersdorf. Es sind beste Lagen für Weißwein und perfekte warme Kessellagen für Rotwein – eine glückliche Verbindung, über die im Weinviertel nicht viele Winzer verfügen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auf der Rotweininsel Jetzelsdorf-Haugsdorf, wo an den Hängen des Schatzbergs und in der Ried Bergsatz energiereiche Rotweine ihren Ursprung haben, ist der Boden von fruchtbarem Löss geprägt und durch Sonne und Wärme verwöhnt. In anderen Rieden des Pulkautals wie Haidberg, Diermannsee, Kellerberg und Parapluiberg beherrschen Lehm-Schotter und Urgestein das Terrain, an dem sich vor allem weiße Sorten, aber auch einige leichtfüßige Rote erfreuen. Das Retzer Land ist allgemein bekannt für das milde und trockene Klima, in dem sich die Weinreben sehr wohl fühlen. Das malerische Tal der Pulkau, das zudem windgeschützt liegt, hat ein eigenes, wenn auch in manchen Jahren recht regenarmes Mikroklima: Die Sommer sind heiß und trocken, die kühlen Nächte des Spätsommers und des Herbstes begeistern die Reben und bringen Frucht und Würze in die Trauben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Angebaut werden von Familie Bauer die weißen Sorten Grüner Veltliner, Riesling, Welschriesling, Weißburgunder und Chardonnay. Von den roten Sorten sind es Zweigelt, Blaufränkisch, Sankt Laurent, Cabernet Sauvignon, Blauer Portugieser, Blauburger, Syrah und Merlot. Von den Flächen werden 35 % Rotwein und 65 % Weißwein in großer Vielfalt vinifiziert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den Weingärten wird naturnah und möglichst nachhaltig gewirtschaftet. Seit 2021 trägt der Betrieb das Gütesiegel NACHHALTIG AUSTRIA. Familie Bauer weiß, dass man keine terroirgeprägten Weine machen kann, ohne die Natur im Weingarten zu achten und zu pflegen. Norbert und Wilfried sind sich bewusst, dass die Natur die Hauptrolle in ihrem Winzerleben spielt und sie selbst nur die Besetzung der Nebenrollen sind. Trotz der großen Rebfläche wird in den Weingärten hauptsächlich Handarbeit geleistet und der Maschineneinsatz minimal gehalten. Es wird spät gelesen und schonend gekeltert. Alles geht ohne Hektik und Zeitdruck zu, die Weine sollen sich selbst entwickeln und wenig invasiven Eingriffen ausgesetzt sein. Weißweine und fruchtige Rotweinsorten werden grundsätzlich im Stahltank ausgebaut, kräftige Rotweine und einige Weiße kommen ins Holzfass, die besten reifen in Barriques. Immer ruhen die Weine bis zur optimalen Reife in den weitläufigen Sandkellern. Familie Bauer achtet auf jedes Detail und verbindet die gerade auf ihrem Weingut gewachsenen Traditionen mit modernem technologischem Know-how, um beste Ergebnisse und herausragende Qualitäten zu erzielen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weine des Weinguts sind in keine festgelegten Linien eingestellt, hervorgehoben sind indes insbesondere die Riedenweine und die Reserve-Weine. Aus witterungsmäßig geeigneten Jahren – zum Beispiel 2021 – werden auch Beerenauslesen und Eisweine angeboten. Für die Spitzenweine verwendet man nur spät geerntete und streng selektierte Trauben von den allerbesten Böden. Sie stammen teilweise von über 40 Jahre alten, wurzelechte Stöcken, gewachsen in steilen Südlagen. Im Keller reifen diese Weine besonders lange, um fruchtige, harmonische und charaktervolle Terroirweine anbieten zu können. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Norbert und Wilfried Bauer sind sich einig, was die Wertmaßstäbe ihres Weinmachens angeht: Kompromisslose Qualität mit sauberen Weinen voller Frucht und Finesse, Innovationsfreude und Traditionsbewusstsein. Immer soll der Wein zum zweiten Glas animieren. Grundlage sind Wissen, Erfahrung und Intuition, mit der Familie Bauer weit über das Pulkautal hinaus Stilistiken und Trends geprägt hat. Gleichwohl setzen die beiden Winzer unterschiedliche Schwerpunkte: Norbert Bauer, der sich zu Recht als Rotweinspezialist im Weinviertel bezeichnet, strebt Rotweine mit Tiefgang und Kraft an. Wilfried Bauer fokussiert sich auf modern ausgebaute fruchtige Weißweine, denen er seine eigene Stilistik mitgeben möchte. Die goldene Sonne auf den Etiketten der Weine des Weinguts symbolisieren nicht nur Licht und Wärme des Pulkautals, sondern die die Energie, die Herzlichkeit und den strahlenden inneren Reichtum eines großen und traditionellen Familienbetriebs.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Norbert Bauer ist ein Ort des Weins, der auch zum längeren Verweilen einlädt: Fünf liebevoll eingerichtete und mit Arbeiten von regionalen Künstlern geschmückte Komfortzimmer nebst Genießersuite und ein stilvoll renoviertes Weingartenhäuserl auf der Tigeralm warten auf die Gäste. 2005 hatten Norbert und Gisela Bauer das erste „Genießerzimmer“ in Niederösterreich bzw. im Weinviertel eröffnet – das sind die schönsten Zimmer der Region, die besonderen Genuss und eine perfekte Auszeit versprechen, wozu ein edler Tropfen aus dem Hause Bauer gerne beiträgt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten zwölf Weine aus den Weingut Norbert Bauer verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Mischsatz Vom Alten Weingarten trocken&lt;br/&gt;Das Besondere am Mischsatz oder gemischten Satz ist bekanntlich nicht nur die Gemeinsamkeit im Weingarten, sondern die gemeinsame Vinifizierung. Im Gegensatz zur Cuvée, bei der die Rebsorten-Weine im Keller assembliert werden, wird beim gemischten Satz alles, was dafür im Weingarten wächst, in trauter Verbundenheit gekeltert, was die Komplexität der Weine nahezu garantiert. Diese Art des Weinanbaus war bis zum 19. Jahrhundert überall in Europa gebräuchlich, am längsten hat er sich in der Wiener Umgebung, im Weinviertel und in der Steiermark gehalten. Die rebsortenreinen Weingärten kamen erst im 19. und 20. Jahrhundert auf. Durch EU-Verordnung von 2009 wurde die Bezeichnung „gemischter Satz“ geschützt und ist nun Weinen aus Österreich vorbehalten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Mischsatz Vom Alten Weingarten des Jahrgangs 2022 steckt der Most der Rebsorten Weißburgunder, Sauvignon Blanc, Traminer und Scheurebe. Die Komposition dieser Sorten ist ziemlich ausgleichend: Als Bukettsorte ist die Traminer zuckerreich und würzig, während Weißburgunder und Sauvignon Blanc einen schönen Früchtekorb zusammenstellen und zusammen mit der Scheurebe dem Wein eine sanfte, trinkfreudige Richtung verschaffen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir genießen in der Nase sogleich die vielfältigen intensiven Aromen von Äpfeln, Birnen, Litschis, gelben Blüten und Nüssen mit einem Hauch von Zitrus und Würze. Die Zunge streckt sich nach der süßlichen, stoffigen Saftigkeit und dem komplexen Fruchtpanorama, zu dem auch Grapefruit, Stachelbeeren, roter Rhabarber und eine kleine Spur Banane und ein floraler Holunder-Touch gehören. Die griffige Säure und die herrliche Fruchtsüße geben dem Finish einen fruchtigen Kick. Ein gut austarierter, überaus vollmundiger, dichter und hochkomplexer Animator, der eine coole Frische rüberbringt. Einschenken und genießen – so schön kann das Pulkautal sein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Weinviertel DAC Grüner Veltliner Kellerselektion trocken&lt;br/&gt;Grüner Veltliner ist bekanntlich der urtypische Wein des Weinviertels, steht aber auch weit darüber hinaus für Weißwein aus Österreich. Das Weinviertel war und ist das Hauptanbaugebiet für den Grünen Veltliner, er wird heutzutage dort oftmals auf derart hohem Niveau angeboten, dass er zum weißen Aushängeschild des Gebiets geworden ist. Ein DAC Weinviertel ist immer ein Grüner Veltliner, der keinen Botrytis- oder Holzton haben und frühestens am 15. Januar des auf die Ernte folgenden Jahres öffentlich ins Glas kommen darf. Da einem Grünen Veltliner aus dem Weinviertel von jeher ein Pfeffergeschmack angedichtet wird, wird er einheimisch als „Pfefferl“ bezeichnet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas sehen wir den Wein goldgelb bis grünlichgelb schimmern. Er präsentiert sich mit einem Duft von reifen Birnen, Äpfeln und exotischen Früchten, dazu dahingehauchte Ananas, Passionsfrucht und Litschis. Im Mund verteilen sich zarte Noten von Zitrus, Birnen, Ananas, Mirabellen und einigen gelben Blüten. Sie umrahmen die dezente Extraktsüße und den sanften Kick von weißem Pfeffer. Die knackige Säure, eine kleine salzige Mineralität und der dichte Extrakt bleiben in einem langen, von der Primärfruchtigkeit und einer leichten Würze gestützten Finish erhalten und lassen den ausdrucksvollen, straffen und harmonischen Wein nur ungern vom Gaumen. Das ist der galante Begleiter jedes Süßwasser- und Meeresfisches, er passt aber auch gut zu einer typischen Brettljause mit Schinken, Speck und Schweinsbraten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Gelber Muskateller Selektion trocken&lt;br/&gt;Die lange Geschichte der Muskatellerrebe, die sich bis zu den Phoeniziern zurückverfolgen lässt und von der mehr als 200 Varietäten entdeckt sind, ist der Grund, dass die Rebe in allen Weinbaugebieten der Welt beheimatet ist. Der Gelbe Muskateller ist die in Österreich wie in Deutschland bekannteste und am häufigsten angebaute Varietät. Sie bietet im Purkautal mit ihrer späten Reife relativ sichere Erträge, sofern man „verrieselungsreduzierte“ Klone gepflanzt hat und die Reben mit hoher Pflegestufe betreut. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der strohgelbe Wein tritt mit intensiven und herb-frischen Aromen auf mit einem Blumenstrauß, aus dem Zweige von Holunderblüten und Rosen herausragen. Die schöne Muskatwürze wird unterstützt von Zitrus und von vegetabilen Richtungen. Im Mund bemerkt man sofort den schlanken Charakter, der nicht aus der Richtung der sattmachenden Breitenstrahler mit Süßedepot kommt, sondern präzise, distinguiert cool und einladend auftritt. Die Fruchtigkeit mit einem Akzent Zitrusfrische ist feinsaftig und nicht überladen, die Säure ist spritzig und nicht betäubend. Im süffigen Abgang kommen auch florale, vegetabile und kräutrig-pikante Spuren gut zur Geltung. Das ganze sensorische Spektrum ist wieder einmal mit bemerkenswerter Harmonie eingebunden. Dieser gut strukturierte Muskateller wirkt weder engmaschig noch breit, sondern tritt vollmundig und klar auf. Ein mitreißender Begrüßungswein, der auch zu chinesischen Bratnudeln mit Schweinefleisch oder zu Frühlingsrollen mit Zitronengras und Sweet Chili Soße brilliert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Sauvignon Blanc Ried Himmeltau trocken&lt;br/&gt;Die südlich von Haugsdorf und Alberndorf gelegene Ried Himmeltau ist durch den Haugsdorfer Hutberg vor den sogenannten böhmischen Winden aus dem Norden geschützt, andererseits erzeugt der mächtige Höhenrücken des Buchbergs ein echtes Cool Climate Mikroklima. Hier stehen die Rebstöcke vorwiegend auf niederschlagsarmen Sand- und Lößboden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Bukett kommen uns gleich die Stachelbeeren entgegen, dazu gibt es grüne Paprika, Kiwis und Cassis. Ein kleiner Touch Holunderblüte toppt die vegetabilen Noten. Die Duftigkeit hat im Hintergrund eine mineralische Richtung und mutet damit wunderbar frisch und leicht burgundisch an. Die einzelnen Eindrücke aus dem Bukett verbreiten sich auch mit guter Substanz im Mund. Im langen Abgang hält er seine betonte, klare und mit der sehr lebendigen Säure gut ausgeglichene Fruchtigkeit und eine dezente Würze in Erinnerung. Endlich einmal wieder ein ziemlich klassischer Sauvignon Blanc jenseits aller Experimente, mit denen an der Rebsorte in Jungwinzerkreisen gerne und oft rumgemacht wird. Warum soll ein Sauvignon Blanc nicht mehr rebsortentypisch schmecken? Dieser hier ist jedenfalls absolut stilsicher und damit frisch, fruchtig und ausdrucksstark. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Riesling Ried Altenberg trocken&lt;br/&gt;Die Ried Altenberg grenzt nordöstlich an Retz Altstadt nahe dem ausgedehnten Hardegger Wald und liegt an den Ausläufern des Manhartsbergs, der geologisch die „Böhmische Masse“ bildet. Hier ist der Boden sehr unterschiedlich. Grundsätzlich ist er durch granitverwitterte Urgesteinsböden aus der Böhmischen Masse geprägt, weist aber auch quarzführende Sande und an einigen Stellen kalkarmes bis kalkfreies Schluffgestein auf. Alle Gesteinseinheiten können von kalkig-schluffigem Löss bedeckt sein. Aufgrund der langen Sonnenscheindauer der geschützten Lagen und der guten Durchlüftung der Rebanlagen kann der Riesling gut ausreifen und in Ruhe seine typischen Aromen entwickeln.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Beim Altenberg-Riesling brilliert in der Nase präzise und intensiv die Fruchtigkeit von reifen Aprikosen, einigen Pfirsichen, grünen Äpfeln und Zitrusvariationen, die von kleinen mineralischen Schwingungen umgeben sind. Eine feine Säure prägt den Geschmack mit einer kristallklaren Frische und einer ausgeglichenen Fruchtigkeit von grünen Äpfeln, weißen Pfirsichen, Litschis, Limetten und Süßholz. Das Spiel zwischen kandisartiger Süße und griffiger Säure reicht bis ins lange Finale, das noch dazu von einer gewissen Mineralik gestützt wird. Saftige Kraft ohne plumpe Schwere, schwungvoll und lebendig, das ist ein großer Wirker zu einem knusprigen Backhendl.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Grüner Veltliner DAC Reserve Retzer Stein Ried Holzweg&lt;br/&gt;Ein Grüner Veltliner Reserve ist gleichsam eine qualitative Steigerung, zugleich aber auch eine Art Modifikation des DAC. Zusätzlich zu dem auch für die DAC-Weine geltenden gebietstypischen Geschmacksprofil wird für die Reserve-Stufe verlangt, dass der Wein trocken ist, sich durch eine kräftige Stilistik, eine dichte Struktur und einen langen Abgang auszeichnet; zarte Botrytis- und Holztöne sind zulässig. Der Mindestalkohol liegt bei 13,0 %. Die Bezeichnung Retzer Stein hebt keineswegs eine besondere Lage hervor, sondern bezieht sich das für die Retzer Gegend lokaltypische Granitgestein. Der DAC Reserve kommt aus der Obernalber Ried Holzweg westlich von Retz Stadt am Hussenbach. Auch hier erstrecken sich die Ausläufer des Manhartsbergs. Die Rebstöcke stehen auf Urgesteinsverwitterungsböden aus Graniten und Gneisen, die überlagert sind von einer mal grobsandigen, mal steinigen Felsbraunerde aus aufgewittertem Granit. Die Trauben wurden streng selektioniert handgelesen, der Most gärte temperaturkontrolliert im großen Holzfass aus Weinviertler Eiche. Er reifte dann noch über ein Jahr auf der Feinhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas haben wir einen Wein mit grünlich-gelber Farbrichtung, der zart nach reifen gelben Äpfeln, Orangen und einigen gelben Pfirsichen duftet und um den ein verführerischer Hauch Vanille und eine winzige Spur Zimt herumschweben. Die Fruchtnoten sind umhüllt von einer feinen pikanten Veltliner-Würze. Am Gaumen breitet er sich mit einem dichten Körper und mit einer erfrischenden Fruchtsüße aus. Die belebende Säure sorgt für einen angenehmen Druck und eine Spannung, die im Abgang einen ausgeglichenen Bogen schlägt zu der Extraktsüße, der Mineralik, leisen nussigen Tönen und einer leicht weißpfeffrigen Würze. Das ist ein komplexer und dichter Grüner Veltliner mit feschem Body und selbstbewusstem Charakter. Er zeigt nicht nur Energie, Frische und einen flotten Trinkfluss vor, sondern auch eine gehörige Eleganz. Er verschönt gerne eine Pasta mit Meeresfrüchten oder ganz verwegen eine Vorspeise von Honigmelone mit Schinken.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Weinviertel DAC Grüner Veltliner Alte Rebe Ried Diermannsee Mittergrabern&lt;br/&gt;Die im Süden der Weinbau-Katastralgemeinde Mittergrabern auf rund 300 Metern Meereshöhe liegende, relativ flache Ried Diermannsee (auch Dirrmannsee) hat Böden mit kalkigem und feinsandigen Schluff, Lehm und Ton. Im unteren Teil des Hangs liegt auch etwas kalkig-mehliger Löss, im oberen Teil findet man auch sandige Kiese. In den Parzellen des Weinguts Norbert Bauer stehen mindestens 45 Jahre alte Reben. Der Wein reifte teils in gebrauchten, teils neuen Holzfässern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas glänzt der Riedenwein hellgelb mit grünlichen Reflexen. Er duftet animierend nach gelben Birnen und Quitten und sendet Aromen aus von reifen gelben und roten Äpfeln, reifen Mirabellen und vielfältige Anklänge an exotische Früchte. Dazu kommen florale und dezent pflanzliche bis kräuterige Nuancen. Im Mund beeindruckt spontan der distinguierte Auftritt mit einer feinen Struktur, hinter der eine kernige Saftigkeit steht. Das fast tropisch anmutende, süßliche Fruchtensemble mit Apfelbetonung und Spuren von Aprikose und Zitrus bietet auch einen winzigen Hauch Karamell. Eine adrette Blumigkeit, die feinherbe Würze und die gut eingepasste, feste Säure begegnen dem Gaumen innig vereint. Das bleibt so harmonisch und schmackhaft auch im langen Finish. Der Wein ist trotz der alten Reben kein aggressives Extrakt-Monster aus dem Seniorenweingarten, sondern bietet lebendig gelebte, facettenreiche Eleganz und Komplexität. Er zeigt sich als vielseitiger Partner am Tisch, der eine Dorade vom Grill wiederbelebt oder einem gebratenen Entenfilet Flügel verleiht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Zweigelt Haugsdorfer Freiheit&lt;br/&gt;Die Zweigelt-Rebe ist einst von der österreichischen Bundeslehranstalt in Klosterneuburg gezüchtet worden als Kreuzung zwischen Blaufränkisch und Sankt Laurent. Wir haben schon oft erwähnt, dass sich wohl kaum etwas in der Weinszene Österreichs mehr gewandelt hat als der Zweigelt. Einst als langweiliger, austauschbarer, süffiger Gaumenschmeichler auf Massenbasis abgetan, wurde in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend das Potenzial seiner Struktur und seiner stilistischen Differenzierbarkeit erkannt. Er lässt sich im Keller gerne zu Spitzenqualitäten mit eigenem Charakter führen. Das kann auch wie hier ein Ortswein sein, der Zweigelt-Trauben aus verschiedenen Haugsdorfer Rieden im Freistil assembliert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas lädt der Zweigelt ein mit einem dunklen, violett schimmernden Rubinrot. In der Nase drängeln sich nicht wie bei den Burgenländer Zweigelt-Versionen Kirschen frech in den Vordergrund, sondern zuerst kommen die Waldbeeren mit Brombeeren, Heidelbeeren und Himbeeren, erst dann die unterlegte Kirschfrucht vom Typ Hedelfinger Schwarzkirsche, dazu eine gewisse Kräuterwürze. Auf der Zunge breitet der Wein sich schmiegsam, charmant und fast cremig aus. Die saftige, fast süßliche Beerenfrucht wirkt wie die Essenz der Traube und wird durch eine kräftige Würze, die verhaltene Säure, die gradlinige Struktur und einen jugendlichen Schwung unterstützt. Die extraktsüß umhüllten Tannine treten nicht klotzig auf, sondern eskortieren weich und ausgewogen die zarten Holznoten. Ein edler Zweigelt im begehrten Weinviertel-Stil, der lässig seine trinkfreudige Fröhlichkeit herauslässt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Blaufränkisch Ried Gerichtsberg trocken&lt;br/&gt;Bekanntlich wird der Blaufränkisch als Österreichs beste Rotweinsorte angesehen, selbst sein Synonym Lemberger gewinnt in Württemberg zunehmend ein steiles Interesse, vor allem seit die Winzerinnen und Winzer sich in Österreich abgeguckt haben, wie die Rebsorte sich zu Eleganz und Frische verführen lässt, auch wenn sie im Weingarten sehr hohe Ansprüche stellt. Die nördlich von Haugsdorf und Jetzelsdorf gelegene und nach Süden und Südwesten ausgerichtete Ried Gerichtsberg hat überwiegend einen aus dem Urmeer abgelagerten sandig-kiesigen Boden mit feinstem Schluff und Ton. Der Name geht auf die hier befindliche frühere Richtstätte zurück.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Blaufränkisch Ried Gerichtsberg füllt das Glas mit einem intensiven, dunkel-violetten Samtvorhang aus. Er lässt Aromen von dunklen Beeren und kräftigen Gewürzen heraus, die Energie versprechen. Und tatsächlich stehen am Gaumen konzentrierte, saftige Fruchtnoten in der Warteschlange, um sich mit dem nächsten und übernächsten Schluck immer mehr zu entfalten. Ein ganzer Wald voller Beeren spült mit frischer und gut verteilter Säure heran, reife Zwetschgen und Cassis reißt er mit, sogar etwas dunkle Schokolade und ganz hinten eine Spur von Nougat. Im Abgang werden wir noch einmal an Beeren und Zwetschgen erinnert, die von einem herben Tanningerüst umrahmt werden. Lassen Sie sich und diesen Blaufränkisch von einem Rehbraten begleiten – der Knüller dazu wären dann Ingwer-Zwetschgen-Knödel oder entsprechende Rösti.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Sankt Laurent Ried Schatzberg trocken&lt;br/&gt;Die in Österreich einst vom Stift Klosterneuburg aus verbreitete Rebsorte ist ein natürlicher Burgundersämling. Der Name kommt von dem Tag, an dem sich die Beeren gewöhnlich zu färben beginnen und essbar sind, dem Lorenzitag 10. August. Ähnlich wie der Pinot Noir ist die Sankt Laurent im Weingarten launisch und unzuverlässig und verlangt eine rigorose Ertragsreduzierung. Sie braucht eine gute Lage mit tiefgründigen Böden und ein nettes Klima. Während in Deutschland der Anbau zurückgeht, hat er in Österreich in den letzten Jahren einen deutlichen Boom erlebt. Die Ried Schatzberg gehört zu den Katastralgemeinden Unterretzbach und Ragelsdorf nördlich von Jetzelsdorf nahe der Grenze zu Tschechien. Sie ist insgesamt stolze 143 Hektar groß und zieht sich als Bergrücken im Norden des mittleren Pulkautales von Westen nach Osten. Da sie teilweise im Regenschatten des Manhartsbergs liegt, gilt sie als eine der trockensten Gegenden Österreichs. Hier bestimmen tonig-schluffige, an einigen Stellen auch kiesige Ablagerungen des Urmeeres der sogenannten Laa-Formation und am westlichen Rand gelber, mehlig-kalkiger Löss die Bodenverhältnisse. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hat man den Sankt Laurent Ried Schatzberg im Glas räkeln sich in der Nase kräftige Nuancen von dunklen Beeren wie Heidelbeeren und Brombeeren, aber auch von Preiselbeeren und blauen Blumen. Das ist aber längst nicht alles, vielmehr weht immer mal wieder dieser und jener Hauch von Kaffee, Mokka, Lakritze und leicht rauchigen Kräutern heran. Am Gaumen wird es fruchtig, saftig und komplex. Rote und schwarze Beeren, Sauerkirschen, winzige florale Noten, etwas Krokant und eine leicht rauchige Spur stürzen sich, unterstützt von aktiver Säure, in einen intensiven, dichten Abgang mit markanten Tanninen, pikanten Kräutern und fein verwobenen Holzaromen. Der kräftige, saftige, würzige und herzhafte Einschlag dieses Weins stellt die Rebe in einer äußerst interessanten individuellen Stilistik dar. Ein Wein für tolle Momente und einen kräftig gewürzten Rinderrostbraten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Schatzberg Rotweincuvée Reserve trocken&lt;br/&gt;In dieser hochwertigen Reserve-Cuvée sind 55 % Cabernet Sauvignon, 25 % Blaufränkisch, 15 % Zweigelt und 5 % Merlot assembliert. Alle Trauben stammen aus der Ried Schatzberg bei Unterretzbach. Der Cab liefert die Kraft, der Blaufranke die Textur, der Zweigelt die Frucht und der Merlot glättet etwaige Kanten – so oder ähnlich könnte es im Keller zugegangen sein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem tiefdunklen Glas steigen duftige Klänge eines großen Konzerts auf unter Mitwirkung von Brombeeren, Cassis, Backpflaumen, einigen reifen Schwarzkirschen, Mandeln, etwas dunkler Schokolade und verhaltenen Holztönen mit einer pikant-würzigen Schlussnote. Am Gaumen verwöhnt der Wein die Zunge mit Kraft und Dichte aus den vielfältigen Bukett-Aromen und Anmutungen an Weihnachtsbäckerei und Orangenzesten. Im sehr eleganten feinsaftigen Finale machen auch Zwetschgen, Feigen, Mokka und leicht vanillige Röstaromen mit und bringen die feinkörnigen, süßlichen Tannine in eine saftige Form. Der Cabernet Sauvignon lockt mit Fülle, Wärme und Stoffigkeit, die vom Blaufränkisch durch die angemessene Säure einen jugendlichen Drive bekommt und vom Merlot herrlich rund gemacht wird. Die große Cuvée ist ein vollmundiger Edelwein mit Energie und Eleganz, den jeder Rotweintrinker bejubeln wird. Als Speisebegleiter ist er breit aufgestellt – probieren Sie ihn einmal zu einem klassischen Rinderschmorbraten, ein anderes Mal zu einem echten Pussta-Gulasch.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Cabernet Franc Reserve Ried Hasenecken trocken&lt;br/&gt;Cabernet Franc soll nach neuesten Forschungen ein Elternteil des hoch angesehenen Cabernet Sauvignon sein – der andere sei Sauvignon Blanc. Cabernet Franc liebt ein kühleres Klima, ist ziemlich wetterfest und kann ohne Weiteres stehen, wo Cabernet Sauvignon nicht mehr ausreift. Die Rebe hat jedoch nur ein schmales Zeitfenster für die Lese, um das optimale Aroma einzufangen. Cabernet Franc ist vor allem bekannt als Verschnittpartner der meisten Bordeaux-Weine, ein reinsortiger Ausbau ist zwar seit Jahrhunderten an der Loire als Breton beliebt, sollte im Weinviertel aber als Rarität besonders geschätzt werden. Die nördlich von Haugsdorf gelegene, östlich an die Ried Gerichtsberg angrenzende und teilweise terrassierte Ried Hasenecken weist einen kalkigen, zum Teil sandigen, teilweise kiesigen Boden auf mit Lehm, Schluff und Ton.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein leuchtet in einem keineswegs undurchsichtigen Karminrot aus dem Glas und duftet los mit dunklen Tönen: Schwarze Johannisbeeren, schwarze Kirschen, Brombeeren und Himbeeren sind dabei, aber auch Kaffee und eine winzige Prise süßlich-grünpfeffriger Würze. Alles wird mit zunehmender Belüftung schwungvoller und intensiver. Am Gaumen kommt ein sortentypischer, aromatisch-fruchtiger, würziger Eindruck an, gut strukturiert und ausbalanciert: Beeren und rote Früchte, florale Anklänge von Veilchen, eine Spur frische Paprika, sanfte Noten von Mokka und eine feine Anmutung von Marzipan. Noch im Finish zeigt er seine Tiefe und kühle Fruchtigkeit hervor. Die Tannine sind perfekt gezähmt, die Säure hält sich vornehm zurück. Es ist ein saftiger, kraftvoller, komplexer und intensiver Cabernet Franc, dabei gradlinig, gut strukturiert und ausgewogen komponiert. Ein klasse Rotwein mit Charme und Charakter und voller Eleganz. Er mundet köstlich zu Lammkoteletts von Grill oder zu einer Platte mit französischem Weichkäse vom Typ Coulommiers, Vacherin Mont-d’Or oder Chaource.</description>
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      <title>Das Weingut Schüller im Retzer Land: Mit Frauen-Power zu überragenden Erfolgen in der Oberliga des Weinviertels</title>
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      <pubDate>Mon, 12 Jun 2023 16:24:25 +0200</pubDate>
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Um sich in diesem ungleichen beruflichen Umfeld nach oben zu arbeiten, reicht bei Frau im Gegensatz zu Mann eine genderfreie fachliche Qualifikation noch immer nicht aus, sondern es braucht zusätzlich einen starken Willen, ein klares Ziel, kluge Toleranz, einen unerschütterlichen Optimismus und jugendliche Leidenschaft mit einem endlos strahlenden Lächeln. Dazu kleinere, bei passender Gelegenheit zu aktivierende Portionen von Zähigkeit, Großzügigkeit, Durchsetzungsvermögen und Aufmüpfigkeit. Die drei Frauen des Weinguts Schüller haben wahrscheinlich etwas von alledem, jedenfalls haben sie es geschafft, in der Oberliga des Weinanbaugebiets Weinviertel anzukommen. Sie sind ein Vorbild für alle Winzerinnen Österreichs, die mit ihren Spitzenweinen die Männerwelt der Winzer – oft im wahrsten Sinne des Wortes – alt aussehen zu lassen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Schüller mit dem Weinkeller und der Vinothek liegt in der romantischen Öhlbergkellergasse im winzig kleinen, dafür umso malerischen Ort Pillersdorf im Pulkautal in der Katastralgemeinde Zellerndorf nahe der Kleinstadt Retz. Das Retzer Land gehört zum Bezirk Hollabrunn und ist eine von 71 Kleinregionen in Niederösterreich. Weinbaumäßig liegt die Region im Nordwesten des größten Anbaugebiets Österreichs, dem Weinviertel. Es ist eine der ältesten bäuerlichen Kulturlandschaften Mitteleuropas. Wien im Süden liegt rund eine Autostunde entfernt und die Grenze nach Tschechien ist noch näher. Die Weinbaugebiete Carnuntum und Wien grenzen südlich an das Weinviertel, Wagram und Kamptal südwestlich. Westlich liegt das Waldviertel, nördlich und östlich beginnen Tschechien und die Slowakei. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Früher war das Weinviertel Grenzgebiet am Eisernen Vorhang, das kaum Touristen und noch weniger Weinliebhaber anzog. Heute genießen immer mehr Besucher den Blick von den Hügeln in Pillersdorf zum Manhartsberg nach Laa in Richtung Poysdorf und bis zum Wagram und vielleicht sogar bis zum Schneeberg. Das Retzer Land ist bekannt für die sanft-hügeligen Weinberge und das milde und trockene Klima, in dem sich nicht nur die Weinreben, sondern auch wie bei den Schüllers Kürbisse und Gerste wohl fühlen. Berühmt sind die weiß getünchten Kellergassen mit ihren Presshäusern und Weinkellern, von denen die schönsten in Pillersdorf, Zellerndorf und Platt zu finden sind. Hier reihen sich Dutzende weiß gekalkte, von Weinreben umrankte, unterkellerte Häuser ohne Schornsteine aneinander, in denen früher die Weintrauben verarbeitet und gelagert wurden. Angelegt wurden die Kellergassen, die auch „Dörfer ohne Rauchfang“ genannt werden, im 18. Jahrhundert, nachdem Kaiserin Maria Theresia den Weinbau freigegeben hatte. In der Literatur hat der Autor Alfred Komarek der Kultur der Kellergassen im Weinviertel in seinen Kriminalromanen mit Gendarmerie-Inspektor Simon Polt ein literarisches Denkmal gesetzt. Von der mehr als 600 Jahre alten Öhlbergkellergasse in Pillersdorf hat man einen herrlichen Blick hinüber nach Retz. Das Weingut Schüller findet man rund 300 m Meter entfernt, mitten im Ort.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Alle drei Winzerinnen des Weinguts Schüller, Helga, Kerstin und Nadine fanden ziemlich ungeplant zum Weinmachen. Aufgebaut hatte das Weingut einst Josef Schüller, der nebenbei einen Landmaschinen- und Autohandel führte. 1984 heirateten er und Helga, die zuvor als jüngste von drei Mädchen im elterlichen Wein- und Landwirtschaftsbetrieb gearbeitet hatte. Mit dem Umbau und der Zusammenführung der Betriebe entstand das Weingut Schüller. Als Josef 2009 mit nur 42 Jahren kurz vor der Lese schwer erkrankte, übernahm seine Frau die Regie und sorgte für die Einbringung der Trauben und für den Jahrgang 2010, den sie zeitlebens nicht vergessen wird. Dass Helgas Mutter Elfriede gleichsam Tag und Nacht für sie und die Kinder da war und das Gefühl von Herzlichkeit, Liebe und Geborgenheit in der Familie vermittelte, mit dem Helga schon aufgewachsen war, half ganz wesentlich, die schwere Zeit zu überstehen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Zusammenhalt und die Liebe der Familie, die Unterstützung durch die beiden Töchter und die Leidenschaft für das Weinmachen, für den Betrieb und für die Natur wirkten dann wie ein unausgesprochenes Vermächtnis, das Josef 2010 hinterließ. Helga, Kerstin und Nadine lernten durch diesen Schicksalsschlag schon früh, mit viel Selbstbewusstsein, möglichst selbständig und mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen. Immer blieben sie sich dankbar ihrer Wurzeln bewusst. Diese Jahre habe auch eine sehr pragmatische Erfahrung geprägt, die keinerlei Ideologie nötig hatte: Als Frau kann man vieles schaffen und auch selbst erledigen. Schon Helga Schüller hatte dazu den Anstoß gegeben mit ihrer Leitlinie: „Lebe deine Träume, es gibt immer einen Weg.“ Kerstin und Nadine haben noch eins draufgesetzt: „Geht ned, gibt‘s ned! Es gibt immer einen Weg!“ Ganz in diesem Sinne ist inzwischen auch die vierte Generation der Schüllers auf der Welt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Obgleich Mutter Helga ebenso wie zuvor schon Vater Josef die beiden Töchter niemals dazu gedrängt hatte, Winzerin zu werden, verschafften sich Kerstin und Nadine fortan das handwerkliche Wissen im Weinbau und legten im Betrieb los. Kerstin, die gerade ein Studium beendet hatte und den Mag. rer. soc. oec. erlangte, belegte Lehrgänge der Önologie an der BOKU, der Universität für Bodenkultur in Wien, und absolvierte die Ausbildung zur Weinbaufacharbeiterin. Nadine schloss die Handelsakademie ab und studierte Betriebswirtschaft. Sie qualifizierte sich im zweiten Bildungsweg als landwirtschaftliche Facharbeiterin und trat zur Ausbildung als Weinbaufacharbeiterin an. Die beiden Frauen stiegen mit vollem Einsatz ein in die theoretischen Grundlagen des Weinbaus, ohne ihr Engagement im Betrieb zu vernachlässigen. Dort haben sie seit Jahren festgelegte Aufgaben im Dreier-Team zusammen mit ihrer Mutter Helga. Bestärkt in der Richtigkeit der Hinwendung zum Weinbau war Nadine spätestens als sie 2016 mit riesigem Erfolg bei der DAC-Präsentation in Wien einsprang. Noch größer waren Überraschung und Freude, als Schwester Kerstin sie zur großen Bühne für Jungwinzer, der Schlossquadrat Trophy, schickte. Nadine überzeugte als 25-Jährige Fachjury und Publikum von ihrer Kompetenz und dem Grünen Veltliner Hinterleiten Weinviertel DAC 2015 sowie dem Weißburgunder 2015 und brachte die Auszeichnung „Winzertalent des Jahres“ als erste Frau überhaupt nach Hause. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2015 ging der Betrieb ganz formal auf Kerstin und Nadine über, die sich jedoch nach wie vor als Team mit Mutter Helga verstehen und eine disziplinierte Arbeitsteilung praktizieren. In den Weingärten packen oftmals alle drei an. Den teilweise schweren handwerklichen Einsatz dort wie auch im Keller bewältigen die Winzerinnen mit maschineller Technik. Kerstin und Nadine haben den Führerschein Gruppe E gemacht und kurven ganz selbstverständlich mit Traktoren, Staplern und Lesemaschinen herum. Verantwortlich für Weingärten und Vinifizierung ist Kerstin. Sie ist in der Vegetationszeit bei Wind und Wetter draußen, ab Herbst begleitet sie den Wein als Kellermeisterin. Nadine, die seit ihrer Eheschließung mit Stefan Kleinrath am 23. Oktober 2021 Kleinrath-Schüller heißt, managt Büro, Ab-Hof-Verkauf, Verkostungen und Marketing. Helga Schüller hat neben ihrer allseits unterstützenden Rolle die im Vertrieb an erster Stelle stehende Direktvermarktung im Griff. Sie reist seit über 45 Jahren gerne und mit Leidenschaft als „Roadrunner“ herum, um Weine auszuliefern, sie auf Verkostungen in ganz Europa zu präsentieren oder ganz einfach Kundenkontakte zu pflegen. So ganz nebenbei ist Helga ebenso wie Kerstin auch noch ausgebildete und zertifizierte Kellergassenführerin. Seit kurzem betreibt Familie Schüller übrigens einen Weinautomaten am Radweg in der Nähe der Öhlbergkellergasse.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Weingut wird schon lange Wert auf hohe Qualität gelegt und dabei so manche hergebrachte Gewohnheit hinterfragt. Das heißt nicht, dass man die Traditionen hinter sich lässt, aber man versteht das Weinmachen zu Recht als etwas Lebendiges und Dynamisches. Dabei kommt den Schüllers zugute, dass Helga die Erfahrung einbringen kann und die beiden jungen Frauen in der Region bodenständig geerdet bleiben und dennoch Experimentierfreude und den jugendlichen Drang nach Innovationen und Weinbau-Abenteuern im Weingarten wie im Keller beisteuern. Sie wollen sich bewusst von der Natur inspirieren lassen und von ihr lernen. Unmerklich entwickeln sich damit neue Wertigkeiten, die irgendwann zur neuen Tradition werden: der Respekt vor der Natur zum Beispiel oder der sorgfältige, behutsame Umgang mit Trauben, Most und Wein im Keller. Einig sind sich die drei Frauen auch, was die Stilrichtung der Weine angeht: Den größten Erfolg hat das Weingut mit der Linie der leicht trinkbaren fruchtig-harmonischen bis würzigen Weißen voller Raffinesse, bietet aber neben den samtig-milden, vollmundigen Roten auch Weine mit komplexen Eigenarten für Neugierige und Entdecker.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Schüller bewirtschaftet rund 16 Hektar Rebfläche rund um Pillersdorf und Rohrendorf. Angebaut werden zu 70 % Weiße mit Grünem Veltliner, Weißburgunder, Chardonnay, Riesling, Gelbem Muskateller und Müller-Thurgau, zu 30 % Rote wie Blauer Zweigelt, Blauer Portugieser und Blauburger. Die Parzellen liegen in den Rieden Hinterleiten, Edelberg, Ölberg, Innere Bergen, Hochsteinerberg und Kreuzberg. Das Terrain in den Weingärten reicht von Lehmböden über Kiesböden bis hin zu den in Niederösterreich häufigen tiefgründigen Lössböden und den Löss-Lehmböden und bietet so den Rebsorten unterschiedliche Grundlagen für die Entwicklung des Charakters. In den Weingärten ist professionelle Qualitätsoptimierung durch kurzen Rebschnitt im Winter, gezielte Laubarbeit über das ganze Jahr und das Ausdünnen der Trauben im Sommer selbstverständlich, weiß man doch um den Stellenwert der Ertragsreduzierung im Weinanbau. 2015 hat man sich dem in Österreich und in Europa einzigartigen, zertifizierten Management „Qualitätsstandard Weinviertel“ angeschlossen, das den Betrieb regelmäßig in den Arbeitsbereichen Weinqualität, Traubenproduktion und -qualität, Hygiene im Keller, Qualität der Kellerarbeit und der Abfüllung, Zweckmäßigkeit der Marketingmaßnahmen und Nachhaltigkeit der Produktion durch externe Fachexperten prüft und die angestrebten Qualitätssteigerungen begleitet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Design der Flaschenlabels stammt vom Künstler und Grafiker Niki Eberstaller aus dem Burgenland. Es soll eine Verbindung der Weiblichkeit mit der Region und dem Produkt herstellen und Leben, Landschaft und Genuss ausdrücken. Leben steht dabei für den zufriedenen, glücklichen Menschen, Landschaft für die wunderschöne Natur und Genuss steht für den Wein, der im Weingut entsteht und mit dem Familie Schüller den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern will. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten elf Weine und einen Frizzante des Weinguts Schüller verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Frizzante Rosé&lt;br/&gt;Zur Begrüßung gibt es erst einmal einen Wein, der ganz im Sinne von Familie Schüller Leben, Landschaft und Genuss ins Glas bringt. Dabei ist Rosé bekanntlich nicht nur die Lieblingsfarbe junger Mädchen, sondern findet auch als Wein und Sekt immer mehr Liebhaber. Da darf es dann schon mal eine Nuance von Himbeer-Pink sein, wir wollen schließlich Party machen und nicht immer nur im vornehmen Lachsrosa herumstelzen. Zumal die energische Farbe dieses Frizzante Rosé im Glas geradezu magisch anziehend wirkt. Er perlt lebendig vor sich hin, fein und anhaltend. Sein fruchtig-süßlicher und doch höchst vornehmer Duft weht in Richtung eines gigantischen Waldbeerenkorbs mit morgendlicher Frische. Die gelungene Balance der präsenten Säure mit der schmelzigen Fruchtsüße lässt den Frizzante süffig am Gaumen spielen, obgleich er zu keinem Zeitpunkt bonbonmäßig wirkt. Erfrischen Sie sich mit diesem Frizzante Rosé zu zweit an einem lieblichen Abend oder machen Sie ihn zum begehrten Partyknaller. Dann werden Sie pausenlos gefragt werden, wo Sie diesen tollen Rosé herhaben, also machen Sie sich lieber gleich ein Schild um, auf dem Ihre Einkaufsquelle lesbar ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Chardonnay&lt;br/&gt;Es gibt heute keine Weinregion auf der Welt, wo Chardonnay nicht angebaut wird. Das liegt nicht nur an der populären Fruchtigkeit der Weine, sondern auch an der Anpassungsfähigkeit der Rebe und den Möglichkeiten, die Stilistik des Weins im Keller schon mit wenig Aufwand zu steuern. In Österreich ist die Rebsorte erst seit 1986 zugelassen. Was die Rebe angeht, so liebt sie zwar sehr kalkreiche Böden, kommt aber auch mit fast jedem anderen Terrain klar, weil sie kein Sensibelchen ist und sogar bei geologischen Strukturen mit wenig Mineraltransport Aroma und Geschmack bieten kann. Im Retzer Land profitiert sie davon, dass die Lössböden neben dem hohen Quarzgehalt in der Regel mindestens 15 % Kalkanteil haben. Ganz besonders dürfte ihr das trockene, kontinentale Kleinklima im Pulkautal gefallen, das ihr eine gute physiologische Reife ermöglicht. Dafür und für den streng ertragsreduzierten Anbau im Weingut Schüller bedankt sie sich mit bester Qualität.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas haben wir einen leuchtend goldgelben Wein, der rebsortentypisch die Aromatik unaufdringlich und distinguiert preisgibt. Er begrüßt uns mit einem fruchtverheißenden Bouquet mit Anklängen von reifen Birnen und gelben Äpfeln, einigen Pistazien, etwas süßlicher Exotik mit reifen Mangos und Papayas und einem klitzekleinen Dash Zitrus. Am Gaumen fällt sogleich die fruchtige Textur auf, die sich auf eine bemerkenswerte Extraktdichte stützt und hervorragend abgestimmt ist auf die ganz leichte Mineralik und die verhaltene Säure. Das ist keiner der berüchtigten Butterfässer-Weine vom California-Typ, er hat eher eine leicht burgundische Stilistik: mit Harmonie in Richtung Eleganz. Das ist der Typ von Chardonnay, den man in Europa so mag, denn hier bevorzugt man burgundische Chardonnays mit Chablis-Stilistik. Das Fruchtspektrum spielt saftig und gehaltvoll mit tropischen Eindrücken von Mangos und Passionsfrucht und mit Tönen von reifen Honigmelonen. Dementsprechend schmatzen wir noch lange auf dem starken, schmelzigen Abgang herum. Genießen Sie ihn zu einer Dorade in Beurre-Blanc oder zu einer exotisch gewürzten Languste.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Weissburgunder&lt;br/&gt;Erste urkundliche Hinweise auf Weißburgunder finden sich im 16. und 17. Jahrhundert in Burgund. 1874 wird die bis dahin übliche Bezeichnung „weißer Klevner&amp;quot; in weißer Burgunder geändert. Von Burgund aus erfolgte die Verbreitung auch nach Österreich. Die Rebsorte ist im nordwestlichen Weinviertel gut aufgehoben, weil hier ihre hohen Ansprüche an die Böden voll erfüllt werden: Die zwingend erforderliche gute Wasserzuführung wird durch die tiefgründigen Lehm- und Lößböden geradezu ideal erreicht. Es gibt keine unreifen, zu Bitternis tendierenden Ausprägungen von Sand- oder Gesteinsböden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein entfaltet im Glas ein feines Bukett: etwas Äpfel, einige Birnen, Düfte von Zitrus und Nüssen und ein zarter floral-würziger Hauch einer frisch gemähten Wiese im Morgentau. Im Mund tritt er harmonisch ausgeglichen auf, gleichwohl quicklebendig und frisch. Die sortentypisch dezente Säure begünstigt den vollmundigen Fruchteindruck von Äpfeln, Birnen und einigen Mangos sowie Spuren von Ananas. Im Abgang erfreuen wir uns noch lange an der gelungenen Fruchtkomposition. Ein recht dichter Weißburgunder, der gleichwohl spritzig und erfrischend wirkt und sogar eine gewisse Eleganz mitbringt. Er untermalt das Essen mit seiner feinfruchtigen Aromatik, seiner zarten, mäßigen Säure und unterstützt etliche Geschmacksrichtungen wie leichte Pasta oder einen klassischen Schweinsbraten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Welschriesling&lt;br/&gt;Welschriesling ist nicht verwandt mit dem in deutschen Anbaugebieten angestammten sogenannten Rheinriesling. Die Sorte Welschriesling kommt generisch dem Elbling sehr nahe und ist sowohl in ganz Österreich wie auch im Weinviertel nach dem Grünen Veltliner die am weitesten verbreitete weiße Rebsorte. Sie reift spät und liebt deshalb warme Lagen. Ihr lässt sich fast immer eine deutliche Säure entlocken, die andererseits bei nicht zu früher Ernte mit einem feinen Fruchtsüßebonus belohnt wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit diesem Welschriesling bekommen Sie den perfekten Sommerwein, der Ihre Gäste beeindruckt und ein Joker bei der Wahl der Speisen ist. Im Glas blitzt es weißgold und grünlich, in der Nase macht der Wein richtig was los: es drängeln sich markante Düfte von grünen Äpfeln, reifen grünen Birnen und kräftige Zitrusschübe mit einer schüchternen floralen Abrundung, die sich im Hintergrund hält. Er schmeckt kräftig und sortentypisch – mit einem ausgewogenen Niveau von schlanker Frucht, kräftiger Säure und feiner Restsüße gleitet er saftig und frisch über die Zunge und animiert nach dem herb-frischen Finish gleich zum nächsten Schluck. Legen Sie sich einen guten Vorrat an, der Wein macht es locker drei Jahre und passt zu nahezu jeder Speise.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Riesling&lt;br/&gt;Riesling ist laut österreichischer Weinstatistik die Nummer drei der im Weinviertel angebauten Rebsorten und hat damit den Weißburgunder deutlich überflügelt. Herausragende Weine bringt er hier besonders bei später Lese hervor, die das trockene Klima fast in jedem Jahr ermöglicht. Es schützt zudem vor Botrytis, die andernorts erwünscht ist, im Retzer Land jedoch die terroirgeprägte Aromatik zu stark verändern würde. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir haben einen schon reiferen Riesling im weißgold und gelbgrün glänzenden Glas, der Düfte von Pfirsich, Marille und exotischen Früchten mit einem Touch Zitrus entwickelt und zwar höchst intensiv. Eine aktive Säure und eine saftige Fruchtsüße umrahmen den Geschmack mit einer kristallklaren Frische und einer tiefgestaffelten Fruchtigkeit. Grüne Äpfel, weiße Pfirsiche, Litschis, rote Grapefruit und Zitruszesten vereinen sich mit einer kleinen, aber feinen Kräuterwürze und einem Hauch Holunderblüte. Die Zunge wird verwöhnt von einem gut ausbalancierten Frucht-Säure-Spiel, das sich im Abgang noch lange genießen lässt. Es verleiht diesem strahlenden Riesling eine ganz besondere Eleganz. Servieren Sie den Wein zu einem Süßwasser-Klassiker wie in Butter langsam gebratener Forelle oder Saibling, er macht sich aber auch gut zu einem knusprigen Backhendl.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Gelber Muskateller&lt;br/&gt;Viel Frucht, viel Ehr, könnte man zu dieser uralten Rebsorte sagen, die das ganze Jahr über sommerliche Lust und Laune ins Glas bringt. Wenn es im Weingarten süßlich duftet und eine leichte Muskatbrise weht, ist der richtige Erntezeitpunkt für den Gelben Muskateller erreicht. Es ist die einzige Rebsorte, deren Trauben genau so duften und schmecken wie der Wein, der daraus gemacht wird. Der Muskateller ist eine lange Zeit unterschätzte Sorte mit rund 200 Varietäten, von denen der Gelbe oder Goldmuskateller in Österreich und Deutschland am weitesten verbreitet ist. Der Gelbe Muskateller genießt das fast schon pannonische Klima im Retzer Land, das vor hartem Frost- und vor Botrytis schützt. Die Rebe ist zu Spitzenqualitäten fähig, wenn sie lange genug im Weingarten die Sonne genießen kann. Sie darf nicht nur Unzeit von Regen erwischt und muss geerntet werden, bevor sich Botrytis breit macht. Im Keller kann man mit einer angemessenen Maischestandzeit wahre Wunderweine zaubern, die vor Aromen nur so strotzen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein betörender Wein für sommerliche Lust und Laune kündigt sich mit expressiver Exotik an. Die typische, leicht blumige Muskateller-Aromatik rund um die Holunderblüte mit Tönen von getrockneten Orangen und Heublumen erfreuen die Nase und machen Appetit auf den ersten Schluck. Der löst einen ungeahnten Hang zur Sucht aus, so fruchtig, würzig, exotisch schmeckt der Wein. Im Fruchtspektrum nehmen wir unter anderem gelbe Äpfel, Honigmelone, gelbe Pfirsiche und reife Ananas wahr plus Holunder- und Akazienblüten. Er ist leichtfüßig, hat aber die nötige Säure, um die Aromen lebendig und lange im fruchtig-süffigen Finish zu halten. Das ist ein richtig feiner, eleganter Muskateller, der gerne einen Open-End-Abend begleitet. Sie können ihn aber auch einem Rebhuhn aus dem Ofen aufdrängen, ohne dass es Verstimmungen gibt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 IN FLAGRANTI&lt;br/&gt;Das ist eine jugendliche Weißweincuvée aus Rivaner, sprich Müller-Thurgau, und Gelbem Muskateller. Schade, dass der Müller-Thurgau durch den früheren Massenhype in Deutschland über die Jahre so mies gemacht wurde, ist es doch eine Sorte, die ordentlich Frucht in die Flasche katapultiert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas haben wir einen goldgelben Wein und verwöhnen unsere Nase mit dem intensiven, süßlichen Aromenspektrum rund um den zentralen, kräftigen Muskatton mit Holunderblüte und Orange, plus Spuren von Anis und Fenchel und einem gut erkennbaren Touch Äpfel und Birnen, die der Rivaner spendiert. Wir lassen uns gerne dabei erwischen, wie wir auf der aromatischen Fülle des Weins herumschmatzen – in flagranti sozusagen. Die Aromenvielfalt von den Rebsorten macht ganz einfach Spaß, die feine Restsüße von Mangos und Bananen betört den Gaumen. Die Cuvée ist leichtfüßig, hat aber eine erstaunliche Dichte und die nötige spritzige Säure, um die Aromen frisch, lebendig und lange im fruchtig-süffigen Finish zu halten: Unaufdringliche Eleganz mit enormer Fruchtfülle. Das ist der spannende Wein für die weiße Fraktion auf der Sommerparty und der adrette Begleiter für einen gigantischen Cesar’s Salad mit frisch geriebenem, jungen Parmesan. Oder Sie machen es mal anders und schräger als alle anderen: Stellen Sie den IN FLAGRANTI zu einer Platte luftgetrockneten San Daniele Schinkens hin, dazu getoastetes Bauernbaguette.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2016 Weinviertel DAC Reserve Grüner Veltliner&lt;br/&gt;Jetzt haben wir einen Weinviertel DAC im Glas, und zwar einen Reserve. Das Weinviertel war das erste Gebiet, das mit dem Jahrgang 2002 als DAC (Districtus Austriae Controllatus) startete. Hier ist nach den strengen Regularien nur die Hauptsorte Grüner Veltliner für DAC-Weine erlaubt, alle übrigen Weine mit Herkunftsangabe müssen als „Niederösterreich“ gelabelt werden. Die Reserve-Stufe wird seit dem Jahrgang 2009 angeboten. Zusätzlich zu dem auch für die DAC-Weine geltenden gebietstypischen Geschmacksprofil wird für die Reserve Stufe verlangt, dass der Wein trocken ist, sich durch eine kräftige Stilistik, eine dichte Struktur und einen langen Abgang auszeichnet; zarte Botrytis- und Holztöne sind zulässig. Der Mindestalkohol liegt bei 13,0 %. Die Auswahl der Weinviertel DAC Reserven ist streng: Vier von sechs Verkostern müssen zustimmen, dass der Wein in sensorischer Hinsicht der Bezeichnung Weinviertel DAC Reserve entspricht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dieser Grüne Veltliner Reserve ist inzwischen beachtliche sieben Jahre alt und beeindruckt mit seiner facettenreichen Sortencharakteristik, seiner stilistisch gekonnt herausgearbeiteten Aromatik und seiner Herkunftsprägung. Aus dem Glas sendet er kühlfruchtige Töne von grünen Äpfeln und Grapefruit, aber auch von tropischen Früchten wie Maracuja, Papaya und Limetten, alles eskortiert von sanften pfeffrig-würzigen Nuancen. Im Mund beeindruckt spontan die stilistisch sichere Komposition aus Saftigkeit und konzentrierter Dichte. Äpfel, Grapefruit, Steinobst und vegetabile Anklänge vermählen sich mit der markanten Würze und der dezenten Säurestruktur. Das mündet in einen vollmundigen, schmelzigen und langen Abgang. Das ist ein Grüner Veltliner im großen Format mit einem stetigen Hauch der Kühle und Frische, dessen Eleganz und dichte, cremige Textur noch lange nach dem letzten Schluck beeindrucken. Holen Sie Ihre Rotweingläser raus für diesen mächtigen Wein und lassen sie ihn außerhalb des Kühlschranks in einer Karaffe zunächst kurz durchatmen. Er gefällt hervorragend zu einem Tafelspitz mit Apfelmeerrettich oder einem Saibling mit Estragon in der Folie gegart.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Weinviertel DAC Ried Hochsteinerberg Grüner Veltliner&lt;br/&gt;Die Ried Hochsteinerberg hat ein Kleinklima, das nahezu Cool Climate like ist. Das liegt wohl einerseits an den umgebenden Wäldern, andererseits an der Höhe, die bis zu 55 Meter über das umgebende Terrain und 324 Meter über den Meeresspiegel reicht. In den Weingärten herrscht ein eher kalkarmes Löss-Lehm Szenario vor, das teilweise mit Rollgestein belegt ist. Löss ist während der letzten Eiszeit entstanden und damit das jüngste Material in der geologischen Erdgeschichte. Er wurde von den Fluss-Terrassen im Alpenvorland im Windschattenbereich des Weinviertels abgelagert. Oftmals hat er fossile und kalkige Einschlüsse, aber auch Lehm- und Tonanteile. Die subtile Wahrnehmung der Eigenart des Terroirs im fertigen Wein fördert Familie Schüller durch ein langes Feinhefelager, bei dem der Wein alle Ruhe hat, sich so zu entwickeln, dass Herkunft und Rebsorte erlebbar werden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt der Wein in einem hellen Strohgelb mit grünlichen Reflexen. Schon nach kurzer Belüftung zeigt er in der Nase die sortentypischen Veltliner-Aromen in voller Prächtigkeit: eine fulminante Würze mit einem zarten, edlen Pfeffertouch sowie Noten von gelben und grünen Äpfeln, Melone, Pfirsich und Zitrus. Mit seiner lebendigen Säure und einer im Extrakt verpackten, ganz kleinen Mineralik erfrischen die Bukettaromen auch den Gaumen – pikant, stoffig und fruchtig. Dieser Riedenwein ist ein strahlender, vibrierender Veltliner mit einem animierenden Trinkfluss und einer kühlen, fokussierten, saftigen Struktur, die auch im Nachhall noch Frucht und Würze vermittelt. Genießen Sie ihn ganz traditionell zum legendären Wiener Schnitzel oder etwas abgedreht zu einem Thunfisch-Quiche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Weinviertel DAC Ried Hinterleiten Grüner Veltliner&lt;br/&gt;Die Ried Hinterleiten ist geprägt von kargen, kristallinen Urgesteinsböden mit Kies und etwas Granit, teilweise mit leichter Lössüberdeckung. Diese Kombination und der thermische Wechsel zwischen sommerlicher Wärme tagsüber und der Kühle der Nächte erhält die rebsortentypische Säure selbst bei hinausgeschobener Ernte und dann relativ hohen Öchslewerten. Jedenfalls hat Kerstin Schüller das Terroir genutzt, um einen eleganten, würzigen, mineralischen Wein auszubauen. Die rebsorteneigenen Komponenten fruchtig, pfeffrig, frisch haben weiter dafür gesorgt, dass ein Grüner Veltliner mit dem besonderen Charakter des nordwestlichen Weinviertels entstanden ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas erfreuen wir uns an einem expressiven Bukett von Zitrus, weißgrünen Äpfeln, Ananas und grünem Pfeffer plus einem Touch Grapefruit und einer zarten Anmutung von Heu und Kräutern. Am Gaumen paaren sich eine herrliche Fruchtigkeit mit einem energischen Extrakt, der dem Wein Körper und Dichte gibt, ohne ihn schwer oder zu opulent wirken zu lassen. Die aktive Säure und die abgerundete Mineralität begleiten die Fruchtigkeit in einem gut austarierten Zusammenspiel und stützen ein gehaltvolles, saftiges, würziges Finale. Das ist ein vielseitiger Speisebegleiter nicht nur zu den üblichen Verdächtigen wie Spargel, sondern auch zu einer im Erdäpfelteig gebackenen Entenkeule oder einem Kalbfleischrisotto.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Zweigelt Exklusiv Niederösterreich&lt;br/&gt;Wohl kaum etwas hat sich in der Weinszene Österreichs mehr gewandelt als der Zweigelt. Einst als langweiliger, austauschbarer, süffiger Gaumenschmeichler auf Massenbasis abgetan, wurde er vorübergehend als aufgepowerter Charmbolzen ausgebaut bis man das Potenzial seiner Struktur und seiner stilistischen Differenzierbarkeit erkannte. In Konkurrenz zum Blaufränkischen, mit dem sich subtil das Terroir ausdrücken lässt, liegt die Stärke des Zweigelt in seiner vertrauensseligen Beeinflussbarkeit im Keller. Hier lässt er sich gerne auf die Richtung cooler, moderner Würze mit oder ohne Holz trimmen oder traditioneller auf elegante Kirsch-Frische einstellen, die im Weinviertel auch eine Waldbeeren-Frische sein kann. Beide Ausbau-Richtungen münden in einem erklärbaren und freudig trinkbaren Wein ohne skurrile Eskapaden. In jedem Fall jedoch setzen Spitzenqualitäten eine gute Lage voraus. Dann aber heißt es: unkomplizierter Rotweingenuss auf hohem Niveau. Der Zweigelt Exklusiv vom Weingut Schüller stellt sich als reinsortiger Zweigelt vor und schlägt einen eigenen Weg zum Spitzenniveau ein, eng orientiert am traditionellen Stil. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt er in einem kräftigen, brombeerdunklen Rubingranat. Wir schnüffeln herum an einem intensiv beerigen Bukett mit kräuterwürzig unterlegten Nuancen: Brombeeren, schwarze Johannisbeeren und Heidelbeeren. Am Gaumen kommen zu den Aroma-Beeren noch ein Hauch von Malven und Schokolade hinzu. Seine herzhafte, dichte Fülle fällt angenehm auf, er gleitet ohne Aggressionen sanft über die Zunge. Dazu zeigen sich eine solide Tanninstruktur, ein gezähmter Säurebogen, eine gut integrierte Würze und eine herrlich frische Fruchtigkeit, die im Finish auch leichte Kirschnoten offenbart. Das ist ein lebendiger Zweigelt mit feiner Eleganz. Genießen Sie ihn zu Penne mit weißen Trüffeln, zu einer Fleisch-Lasagne oder zu einem gebratenen Kaninchen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Exklusive Nadine Rotweincuvée Niederösterreich&lt;br/&gt;Das ist ein wahrlich exklusiver Wein, der Sortensieger bei der Retzer Weinwoche 2023 geworden ist. Es ist eine im Holzfass ausgebaute Cuvée aus Merlot und Zweigelt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Komposition der Rebsorten garantiert eine nahezu vollfruchtige Nase, ein ganzer Beerenkorb will da raus: Dunkle Beerenfrüchte, allen voran Brombeeren, dazu Schwarze Johannisbeeren, Heidelbeeren – die Aromen nehmen mächtig Fahrt auf. Schwarzkirschen kommen hinzu und dann geht es ab in die leckere Nachhut mit Vanille, etwas Krokant und etwas Nussnougat. Über die Zunge gleitet ein unglaublich samtiger, fruchtbetonter und stoffiger Wein. Dunkle Kirschen, rote und schwarze Beeren, reife Zwetschken, Anklänge von Marzipan und Vanille, gut kaschierte Toastaromen, reife Feigen, Nougat – alles wird begleitet von einer feinen Süßlichkeit, die den Wein süffig und saftig macht. Die eingebundene Säure gibt der Cuvée eine energiereiche Struktur, die gut integrierten Tannine tänzeln beschwingt und geschmeidig in einen langen Abgang, in dem noch schnell einige mit Cassis vermählte Brombeeren zuwinken. Der Wein erscheint finessenreich und lebendig mit dichtem Körper und fülligem Rückgrat. Genießen Sie ihn als Solisten zu Anlässen, die Gelegenheit bieten, über diesen Wein und über Nadine Schüller, an die er sich als Hommage richtet, zu reden. Er geht auch zu einem kräftig gewürzten Wildgulasch mit Waldpilzen nicht unter und glänzt geradezu neben einem Hirschfilet mit Cassissoße.&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Die Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein: schwungvolle Finesse und faszinierende Eleganz aus vielseitigen Lagen in Vaduz, im Weinviertel und im Burgenland</title>
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      <pubDate>Tue, 30 May 2023 21:06:59 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2023/5/30_Die_Hofkellerei_des_Fursten_von_Liechtenstein__schwungvolle_Finesse_und_faszinierende_Eleganz_aus_vielseitigen_Lagen_in_Vaduz,_im_Weinviertel_und_im_Burgenland_files/xPrinzessin%20Marie%20und%20Stefan%20Tscheppe%20vor%20der%20Hofkellerei%20im%20Gartenpalais%20in%20Wien.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object002_14.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:133px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Manchmal fängt ein Weingenuss mit einer Geschichte an, manchmal auch mit  d e r Geschichte. Vor allem, wenn man einen Wein der Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein im Glas hat. Dann wehen nicht nur Aromen aus dem Glas, sondern auch der berühmte Hauch der historischen Unendlichkeit. Die fängt in diesem Fall vor rund 900 Jahren an.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im 12. Jahrhundert nannte sich Hugo von Liechtenstein nach der südlich von Wien gelegenen Burg Liechtenstein. Seit 1436 ist urkundlich die enge Beziehung der Familie zum Weinbau festgehalten: Die Kellerei in der Marktgemeinde Wilfersdorf im österreichischen Weinviertel gelangte in Familienbesitz, als Otto von Meyssau diese zusammen mit dem Barockschloss Wilfersdorf seinem Neffen Christoph von Liechtenstein vererbte. Hier ist man im Zentrum eines großen Dreiecks zwischen Wien, Brünn und Bratislava. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;So richtig los mit Adel und Weinbau ging es dann Anfang des 17. Jahrhunderts. Von den drei Brüdern Karl, Maximilian und Gundaker, wurde Karl 1608 und die beiden anderen 1623 in den erblichen Reichsfürstenstand erhoben. Fürst Johann Adam I kaufte 1699 bzw. 1712 die Besitzungen Schellenberg und die Grafschaft Vaduz, die am 23. Januar 1719 von Kaiser Karl VI zusammengelegt und zum Reichsfürstentum Liechtenstein erhoben wurden. Gleichwohl dauerte es noch mehr als 200 Jahre, ehe 1938 die Familie ihren bereits 1394 von Johann von Liechtenstein erworbenen Sitz in Feldsberg (heute Valtice in Tschechien) in das heutige Fürstentum Liechtenstein nach Vaduz verlegte, das seitdem die Hauptstadt ist. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Fürstentum Liechtenstein&lt;br/&gt;Liechtenstein ist mit seinen 160 km2 der viertkleinste Staat in Europa und das sechstkleinste Land der Welt und zählt rund 38.500 Einwohnerinnen und Einwohner. Es liegt rund 30 Autominuten vom Bodensee entfernt Richtung Süden zwischen der Schweiz und Österreich. Die offizielle Landeswährung in Liechtenstein ist der Schweizer Franken, weil das Land mit der Schweiz einen gemeinsamen Wirtschaft- und Währungsraum mit offener Grenze hat. Das Fürstentum Liechtenstein ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage mit dem Fürsten Hans-Adam II als Staatsoberhaupt. Er residiert auf Schloss Vaduz, dem 120 Meter über dem Hauptort thronenden Wahrzeichen des Landes.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Land liegt abseits vom Massentourismus und lockt mit einer eindrucksvollen Gebirgswelt wie dem 2.599 Meter hohen Grauspitz, mit idyllischen Dörfern, vierhundert Kilometern Wanderwegen und einer vielseitigen Kultur: Ein lohnendes Ziel für Naturliebhaber, Kunstinteressierte und – Weinliebhaber. Im Fürstentum Liechtenstein keltern vier Berufswinzer Weine, der größte Betrieb ist die Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auch der Weinbau ging über die Jahrhunderte vor allem von Feldsberg aus, das gut einen Kilometer hinter der Grenze liegt, aber immer zum Weinviertel und nicht zu Mähren gehörte. Hier wurde nach Klosterneuburg 1873 die zweite Weinbaufachschule in Niederösterreich gegründet. Noch heute zählt Schloss Feldsberg zu den schönsten Barockschlössern Tschechiens und ist in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen. Nachdem der Familienstammsitz hinter dem Eisernen Vorhang verschwunden war, erfolgte der Wiederaufbau des Weinguts mit Rieden in Herrnbaumgarten und Hausbrunn im Weinviertel und später in Vaduz. Dort konzentriert sich seit Mitte der fünfziger Jahre die Verwaltung der Domänen und steuert auch die Hofkellerei in Wilfersdorf. Hier entstand in den jahrhundertealten Kellergewölben nach dem Umbau 2011 ein modernder Press- und Gärkeller. Im ehemaligen Presshaus hat das Spezialitätenrestaurant Torkel mit Sternekoch Ivo Berger einen Stammplatz in der Welt des Weins und des Genusses. In Vaduz gibt es einen Barriquekeller und einen Barriquesaal, der auch für Event-Locations zur Verfügung steht. Die Hofkellerei begegnet einem auch mitten in Wien in der Fürstengasse 1 im 9. Wiener Bezirk, wo im prachtvollen Park und in der Vinothek und der Bar des Gartenpalais Liechtenstein Weine gemeinsam mit lokalen und hausgemachten Spezialitäten zur Verkostung und zum Verkauf angeboten werden. Die Weine der Hofkellerei gehen zu 70 % an Privatkunden, mit denen eine besonders kommunikative Beziehung entstanden ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Was die Familie angeht, so übernahm 1989 Fürst Hans-Adam II die Regentschaft und übertrug 2004 die Ausübung an Erbprinz Alois. Auch in der Hofkellerei hat man sich neu und teammäßig aufgestellt. An der Spitze der Teampyramide steht Prinzessin Marie von und zu Liechtenstein, Ehefrau von Prinz Constantin, dem drittgeborenen Sohn des Fürsten von Liechtenstein. Sie managt nicht nur innerhalb der Familie den Weinbauzweig, sondern wendet sich als ausgebildete Sommelière und Marketing- und Vertriebsspezialistin mit großem Engagement der Hofkellerei zu. Betriebsleiter in Vaduz und Wilfersdorf ist seit vier Jahren Stefan Tscheppe, der zuvor Betriebe in der Südsteiermark, in Kalifornien und das Weingut Esterházy im Burgenland geleitet hatte. Als Kellermeister und Produktionsleiter fungieren in Wilfersdorf Josef Stumvoll und in Vaduz Sebastian Gunsch. Angesichts der Bedeutung des Weinbaus im Fürstenhaus hat man sich zur professionellen Beratung Derenoncout Consultants ins Team geholt, die das Weinbusiness von unzähligen Châteaus in Bordeaux und in anderen Teilen Frankreichs fördern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach wie vor findet der Weinbau der Hofkellerei Liechtenstein sowohl auf der Domaine Wilfersdorf im Bezirk Mistelbach im Norden des Weinviertels als auch auf der Domaine Vaduz, unweit des Stadtzentrums in der Feldstraße statt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Marktgemeinde Wilfersdorf im Norden des Weinviertels im Anbaugebiet Niederösterreich liegt wenige Kilometer südöstlich vom Weinort Poysdorf und rund 25 km von der Grenze zur Slowakei und zu Tschechien entfernt. Zu den aktuell rund 36 Hektar Rebfläche der Hofkellerei gehören insbesondere die Rieden Karlsberg und Johannesbergen nordöstlich von Poysdorf bei Herrnbaumgarten. Hier gibt es tiefgründige Böden mit Mergel, Tonmergel und Sand mit starken Löss- und Lösslehm-Auflagen. Klimatisch herrschen im Nordosten des Weinviertels durch den pannonischen Klimaeinfluss warme und trockene Sommer und kalte Winter vor. Oftmals treten tagsüber starke thermische Windböen als Folge der Sonneneinstrahlung auf. Die Weingärten sind durch die gute Entlüftung auch im Frühjahr und Herbst weitgehend vor unerwünschten Frösten geschützt. Besonders im langen Herbst vermitteln zudem die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht den Trauben enorme Aromen und ein solides Säuregerüst. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hochwertige Premium Weine kommen auch aus Rebanlagen im Burgenland westlich des Neusiedler Sees. In den Weingärten bei Purbach an den Abhängen des Leithagebirges und im Ruster Hügelland in den Rieden Sulzingerkogel und Kramer bei St. Margarethen überwiegen Muschelkalkböden, auf denen vor allem Chardonnay und Blaufränkisch wachsen. In der Ried Mitterberg bei Breitenbrunn ist das Terrain von Kalk und Schiefer geprägt. Über die Weingärten im Weinviertel und im Burgenland hinaus besitzt die Hofkellerei seit 2019 auch Rebanlagen im Kamptal.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den Weingärten des Weinviertels, des Burgenlands und des Kamptals werden insgesamt gesehen zu etwa 60 % die weißen Sorten Grüner Veltliner, Riesling, Sauvignon Blanc, Müller-Thurgau, Chardonnay, gelber Muskateller, Muskat-Ottonell und Traminer angebaut. Dazu kommen mit rund 40 % die roten Sorten Zweigelt, Blaufränkisch und Merlot. Die Hofkellerei war übrigens der erste Betrieb im Weinviertel, der großflächig Merlot in der Ried Karlsberg pflanzte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Domaine Vaduz befindet sich die wohl traditionellste und bedeutendste Lage im Fürstentum Liechtenstein: Herawingert. Die vier Hektar große, nach Südwesten ausgerichtete Lage wird in Handarbeit bewirtschaftet und gehört mit ihren schiefer- und kalkreichen Böden zu den besten im Liechtensteiner Rheintal. Hier wachsen zu fast 90 % Pinot Noir neben Chardonnay. Es herrscht ein mildes Klima mit sommerlichen Durchschnittstemperaturen von etwa 28°C und warmen Föhnwinden. Im Herbst stehen in den Tälern dichte Nebelbänke, während im Sommer oftmals die Bergspitzen in Nebel gehüllt sind.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weine von den beiden Standorten der Hofkellerei versprechen nicht nur so allgemein den Geschmack ihrer Herkunft als heutige Qualitätsprämisse. Hier steht der Begriff des Terroirs in einer ganz besonderen Beziehung zu den Rieden, zu den historisch über Jahrhunderte gewachsenen Traditionen und der vom Team um Prinzessin Marie und Stefan Tscheppe geprägten jungen und innovativen Weinkultur. Immer geht es um authentische, fein strukturierte Weine, um die Frische aus der Traube, um Sorgfalt und um Kreativität. In der Hofkellerei arbeitet man seit langem naturnah und betont ressourcenschonend als Ausprägung einer regenerativen Landwirtschaft. Vor zwei Jahren nun begann auch die planmäßige Umstellung auf eine komplett biologisch-zertifizierte Bewirtschaftung und Produktion.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sieben Weine und einen Sekt der Hofkellerei Liechtenstein verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;F.L. Premier Brut Österreichischer Sekt&lt;br/&gt;Die Grundweine dieses Sekts aus Riesling und Grünem Veltliner stammen aus den Rieden Karlsberg und Johannisbergen im Weinviertel, wo teilweise sehr alte Rebanlagen auf tiefgründigen Lössböden stehen. Der Riesling ist für den Sekt eine ideale Rebsorte, weil sie eine einzigartige Fruchtigkeit und eine stabile Säure bietet. Der Grüne Veltliner bringt eine abgerundete Würze in das Sekterlebnis. Die Trauben wurden handgelesen und nach kurzer Maischestandzeit vorsichtig pneumatisch abgepresst. Die Grundweine vergärten bei kühlen 16°C. In der Flasche lag der Sekt über 2 Jahre lang auf der Hefe und bekam nach der Degorgierung die Versanddosage.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt er in einem hellen Strohgelb mit animierenden gelbgrünen Reflexen. Er perlt nachhaltig und vorbildlich mit einer feinen Mousse. Das Bukett erscheint sehr sortentypisch: einerseits eine angenehme Melange aus dem Duft von Pfirsichen mit einem Hauch Zitrus, andererseits frische grüne Birnen, etwas Hefe und eine Anmutung von weißem Pfeffer. Wir erleben im Mund eine üppige Fruchtigkeit mit schöner Veltliner-Würze und hervorgehobenen Auftritten von weißen Pfirsichen, reifen gelben Pflaumen und Äpfeln. Das lange Finale begeistert mit einer cremigen, saftigen, aber zarten Fruchtsüße, die harmonisch eingebunden ist. Fürstliche Eleganz zu besonderen Anlässen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Rosé trocken Cuvée Niederösterreich Clos de Domaine&lt;br/&gt;Die Weine aus der Linie Clos de Domaine kommen von der Domaine in Wilfersdorf im Weinviertel und stammen von Reben in der Ried Karlsberg nordöstlich von Poysdorf bei Herrnbaumgarten. Inzwischen haben es viele bemerkt: Rosé ist nicht nur schmackhaft, sondern inzwischen auch schick – vielleicht noch nicht Value, sicherlich aber Momentum. Dieser Rosé ist eine Cuvée aus Zweigelt und 7 % Merlot, die im Ausbau von Anfang an auf Frische angelegt ist. Der Wein ist kein schnöder Saftabzug, sondern als autarker Rosé vinifiziert: Die Trauben wurden ohne Mazeration gepresst, der Most im Stahl kühl vergoren und die Merlot-Partien im gebrauchten Holz etwas angereift. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt er sich in einem markanten Lachsrosa. In die Nase steigen rote Früchte wie aus einem Geleeglas und versetzen einen gleich in den Gute-Laune-Modus. Wir trinken einstweilen einfach mal große Schlucke mit dem strömenden Duft von Erdbeeren und Himbeeren in der Nase. Am Gaumen versammelt sich ein ganzer Korb mit Beerenfrüchten: Zu den Erd- und Himbeeren kommen rote Johannisbeeren und Cranberrys, aber auch Zwetschgen nebst einem attraktiven Kräutersträußchen hinzu. In einem sehr langen Abgang voller Frische und Saftigkeit verschreckt keine klebrige Süße, vielmehr genießen wir einen Flirt von Frucht und angemessener Säure nebst einer raffiniert versteckten Gerbstoffspur. Ein trockener Rosé mit lockerem Trinkfluss, ein charmanter Begleiter, der zu jeder Jahreszeit den Sommer aus dem Glas lässt – gerne auch aus einer Magnum-Flasche.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Grüner Veltliner trocken Weinviertel DAC Clos de Domaine&lt;br/&gt;Grüner Veltliner ist bekanntlich der urtypische Wein des Weinviertels, steht aber auch weit darüber hinaus für Weißwein aus Österreich. Das Weinviertel war und ist das Hauptanbaugebiet für den Grünen Veltliner. Das DAC-Disziplinar verfügt, dass ein DAC-Weinviertel immer ein Grüner Veltliner ist, der keinen Botrytis- oder Holzton haben und frühestens am 15. Januar des auf die Ernte folgenden Jahres öffentlich ins Glas kommen darf.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Während in den Rieden der Hofkellerei im Weinviertel – Karlsberg und Johannesbergen bei Herrnbaumgarten – die Trauben am Tag von der Sonne verwöhnt werden, kühlt es an den Abenden und in den Nächten stark ab. Die Beeren erreichen dadurch eine sehr harmonische Aromatik, ohne dass man eine Überreife befürchten muss. Wenn dann noch zum richtigen Zeitpunkt geerntet wird, zeigt sich der Grüne Veltliner in höchster Qualität. In der Linie Clos de Domaine wurde er mit ausgewählten neutralen Burgunderhefen im Edelstahl ausgebaut und nach nur kurzer Reife auf der Feinhefe früh abgefüllt: Alles ist auf Frische und Struktur ausgerichtet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas zeigt er sich in einem hellen Gelbgrün mit silbrig-grünen Reflexen. In der Nase tritt er mit einem intensiven Aroma von Äpfeln, Limetten und Orangen und – tatsächlich – Pfeffer auf. Darunter mischen sich Birnen, Mirabellen und Aprikosen. Immer wieder schweben einige kräutrige Anklänge aus dem Glas. Auf der Zunge begegnen sich grüne Äpfel, rote Grapefruit, weiße Nektarinen, Marillen und leicht pikante Gewürze. Die offensive Säure, ein lockerer Gerbstofftouch und eine feine Mineralik stützen einen geschmeidigen, herrlich schmelzig erscheinenden und solide saftigen Abgang. Ein lebendiger, klassischer Klassiker, der sich mit einer präzisen Struktur, einer erstaunlichen Länge und einer gewissen Eleganz schon in die Topliga emporreckt. Was das Pairing angeht, so gehören selbstredend Spargel, Wiener Schnitzel oder Backhendl zu den üblichen Verdächtigen. Sie können es aber auch einmal mit einer asiatischen Fischpfanne probieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Chardonnay trocken Leithaberg DAC&lt;br/&gt;Leithaberg ist seit der Neuordnung 2006 eines der fünf spezifischen Anbaugebiete im Burgenland. Es liegt rund 50 km südöstlich von Wien an der Grenze zu Ungarn. Das Leithagebirge, das im Norden an Niederösterreich grenzt, schützt gegen kalte Winde, der Neusiedler See reflektiert und speichert die Wärme des pannonischen Klimas. Ab dem Jahrgang 2009 wurde für Weißweine die herkunftskontrollierte Qualitätsstufe Leithaberg DAC (Districtus Austriae Controllatus) eingeführt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Chardonnay Leithaberg DAC der Hofkellerei kommt von Rebstöcken aus einer der besten Burgunderlagen in St. Margarethen, einen Kilometer vom bekannten Weinort Rust entfernt. Hier wird der Boden von Glimmerschiefer und Muschelkalk (Leithakalk) bestimmt, wobei die oberste Schicht vorwiegend aus Mergel besteht, teilweise mit bis an die Oberfläche reichenden kristallinem Gestein. Es sind karge Urgesteinsböden, die sich leicht erwärmen. Solche Böden begünstigen das Ausreifen der Trauben und regen die Wurzelbildung der Reben an. Auf solchen kargen Böden wird zwar weniger Menge produziert, dafür entstehen hier Weine mit besonderem Charakter. Die Weingärten sind biologisch bewirtschaftet, geerntet wird per Hand mit strenger Selektion. Der Most wurde in 500-Liter-Tonneaus vergoren, der Wein reifte ein Jahr lang im Holz.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas funkelt der Chardonnay kräftig gelb mit grünlichen Blitzen und schickt duftige Noten von reifen Äpfeln, Futuro-Melonen, kandierten Orangenscheiben und allerlei exotische Richtungen in die Nase. Die Fruchtnoten werden ergänzt durch einen floralen Touch von Veilchen und Holunderblüte und Anklänge an leicht rauchige Röstaromen. Im Geschmack werden die Bukettaromen ergänzt durch Spuren von roter Grapefruit und Paranüssen. Die charakteristische Kalkstein-Mineralik lässt dem leicht süßlich-saftigen Fruchtpanorama und der lebendigen Säure genügend Platz für eine cremige Ausgewogenheit der Sinne, besonders im endlos langen Abgang. Ein fülliger, komplexer Chardonnay, der Druck macht am Gaumen. Ein Wein zu einem Kalbfleischrisotto oder einer großen Weichkäseplatte mit frischem Baguette. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Herrnbaumgarten Cuvée trocken&lt;br/&gt;Das ist zweite Jahrgang einer neu kreierten Weinviertel-Ortswein-Cuvée mit der eher seltenen Assemblage von Riesling und Grünem Veltliner: Frucht trifft Würze und das in einer einzigartigen Stilistik. Die Trauben stammen aus nach Süden gerichteten Rieden bei Herrnbaumgarten, nahe der tschechischen Grenze, wo die Rebstöcke auf kalkhaltigen Lössböden stehen, die stellenweise eine Auflage aus Schwarzerde haben und überall in der Tiefe von Kalkperlen durchsetzt sind. Solche Bodenverhältnisse lieben übrigens auch Weinbergschnecken, die in Herrnbaumgarten jedes Jahr zum 24-Stunden-Weinbergschnecken-Rennen antreten, an dem selbstverständlich aus Jugendschutzgründen keine Nacktschnecken teilnehmen dürfen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem gelb, grün und silbrig ausgeleuchteten Glas purzeln Duftnoten von frischen gelben und grünen Äpfeln und Birnen, aber auch von Ananas, Litschi, Grapefruit, Passionsfrucht und einer Wiese im Morgentau. Wir schmatzen sowohl auf einheimischen als auch auf leicht süßlichen tropischen Fruchtvarietäten herum, darunter wiederum Äpfel, Aprikosen und einige Litschis, umrahmt von einer leicht minzigen Kräuterwürze. Die herzhafte Säure und die vollmundige, saftige, extraktreiche Struktur mit einem schönen mineralischen Schliff vermitteln nicht nur ein Finish mit Griff, sondern trotz einer gewissen Opulenz durchgehend eine eindrucksvolle Frische. Ein echter Cool-Climate-Animationswein, der die Eigenart der Ried Herrnbaumgarten authentisch abbildet, was bei einer Cuvée nicht selbstverständlich ist. Er sollte nicht nur auf der Terrasse vergossen werden, sondern erhellt auch ein Red Snapper Filet vom Grill oder eine kalte Vorspeisen-Platte mit Meeresfrüchten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Grüner Veltliner Réserve trocken Ried Karlsberg&lt;br/&gt;Die Ried Karlsberg liegt nahe am nördlichen Ortsende von Herrnbaumgarten, gehört jedoch zur Weinbaugemeinde Schrattenberg. Die Weingärten sind nach Südwesten ausgerichtet und liegen auf rund 250 Metern Meereshöhe. Hier geben die schon erwähnten, extrem tiefgründigen, in der Tiefe kalkdurchsetzten Löss-Sand-Böden des ehemaligen Donaudeltas der Grünen Veltliner Rebe Eigenschaften mit, die in anderen Regionen nicht zu finden sind. Schon von daher ist diese Réserve prädestiniert, den Geschmack seiner Herkunft erleben zu lassen. Der Wein ist teilweise im Edelstahl und in gebrauchten 500-Liter-Tonneaus ausgebaut, einige Partien wurden spontan vergoren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase nehmen wir einen Duft von reifen gelben und grünen Birnen, gelben Äpfeln, Quitten und einigen exotischen Früchten wahr – dahingehauchte Mangos und Limetten. Hinzu kommen Lindenblüten und sanfte Röstnoten vom Holz sowie eine pikante, über allem schwebende Würze von Kräutern und Wiesengras. Im Mund imponiert, wie selbstbewusst und doch unaufdringlich die Apfelnoten, die zarte Nussigkeit und eine Veltliner-typische Pfeffrigkeit und Würze auftreten. Die prägnante Mineralität und die stabile Säure erzeugen Spannung und stützen das lange, fruchtige und schön schmelzige Finish, in dem wir karamellige Anklänge und klitzekleine, gut passende Gerbstoffe wahrnehmen. Ein saftiger, eleganter Wein mit einer straffen Struktur und einer hervorragenden Balance. Genießen Sie ihn in den größten Burgundergläsern, die Sie im Schrank haben. Er dürfte einen Hecht aus dem Ofen mit einer deftigen Kräutersoße erfreuen oder leicht gewürzte asiatische Gemüse aus dem Wok.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Ried Karlsberg Riesling Privat trocken&lt;br/&gt;Nun haben wir einen reinsortigen Riesling aus der seit über 600 Jahren vom Fürstenhaus bewirtschafteten Schrattenberger Ried Karlsberg im Glas. Wir erinnern uns an den kalkdurchzogenen Löss-Sand-Boden, der in diesem Riesling in bemerkenswerter Weise zum Ausdruck kommt. Die säurestarken Trauben stammen von 40 Jahre alten Reben und wurden selektiert gelesen. Der Ausbau erfolgte im Edelstahl und in neuen Tonneaus, immer mit langer Reife auf der Feinhefe. Er gehört in der „Privat“-Linie zu den überragenden Spitzenweinen der Hofkellerei.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir haben einen Wein im gelbgrün glänzenden Glas, der sortentypische Duftnoten von Pfirsichen, Aprikosen, roter Grapefruit, Zitrus und Mangos entwickelt, und zwar nachhaltig, aber distinguierter als Rieslinge aus deutschen Rheinlagen. Immer wieder umspielt das Bukett ein Hauch von Jasmin und Wiesenblumen. Wir schmecken lustvoll eine saftige Fruchtsüße, die von reifen Pfirsichen und Aprikosen, von Zitruszesten, Litschis und Äpfeln getragen und von keiner Botrytisnote gestört wird. Der ordentliche Säurekern schickt den Wein in ein vollmundiges Finale mit einer terroirbezogenen Textur und einer modern salzigen mineralischen Ader. Frische und Energie dieses noch jungen Weins verbinden sich mit komplexer Dichte, mit schwungvoller Finesse und faszinierender Eleganz, die an eine burgundische Stilistik erinnert, die sich in den nächsten drei bis vier Jahren noch weiter entwickeln wird. Der Wein ist der klassische Begleiter zu einer großen Pfanne knoblauchfreier Garnelen oder zu einem Dinner for two. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Herawingert Pinot Noir trocken Appellation Vaduz Controlée&lt;br/&gt;Jetzt haben wir einen der absoluten Spitzenweine der Hofkellerei im Glas, der im Stil eines großen Burgunders die Rebsorte der teuersten und feinsten Rotweine der Welt würdigt. Die Pinot Noir Rebe ist bekanntlich eine Diva, die sich kapriziös ziert und nur bei äußerst respektvoller Behandlung ihr Bestes gibt, dann aber außergewöhnliche Weine hervorbringt. Seit 1712 ist die Vaduzer Herawingert im Besitz der fürstlichen Familie. Sie ist seit Jahrhunderten eine der wichtigsten Weinlagen im Liechtensteiner Rheintal und liegt etwa 500 Meter vom Fluss und dem gegenüber liegenden Schweizer Ufer entfernt mitten zwischen aufragenden Gebirgsketten und mitten in der Stadt Vaduz. Es sind knapp 4 Hektar Rebfläche, auf der über 40 Jahre alte Rebstöcke von Pinot Noir und Chardonnay in süd-südwestlicher Ausrichtung stehen. Herawingert ist eine milde Föhnlage mit Schiefer- und Kalkböden – und einem Weinlehrpfad. Die Bezeichnung Appellation Vaduz Controlée ist von der EU ausdrücklich anerkannt und geschützt, und zwar aufgrund eines Zusatzabkommens von 2007 zu den mit der Schweiz 1999 getroffenen Handelsvereinbarungen. Der Wein ist in französischen Barriques und in Tonneaus ausgebaut, die einzelnen Chargen wurden immer wieder einer kritischen Auswahl unterzogen, um letztendlich eine exquisite Qualität auf die Flasche zu bringen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas haben wir einen durch und durch rubinroten Wein, der transparent schimmert wie der entsprechende Edelstein. Er duftet weich und gediegen mit Anklängen an dunkle Kirschen, Granatäpfel und Orangenzesten. Rote Sommerfrüchte, auch mal eine Walderdbeere und ein Tick Dörrpflaume schweben aus dem Glas. Im Hintergrund wehen Wacholderblüten und feine Vanille-Nuancen. Wir lassen den kraftvollen, bemerkenswert frischen und saftigen Körper um die Zunge toben und schätzen den von leichten Röstnoten umhüllten Vanilleton und die Konzentration der Aromen. Es kommen schwarze und rote Johannisbeeren, schwarze Kirschen, reife Feigen, buntes Herbstlaub und eine Spur Schokolade rüber. Die Barriques haben Sauerstoff und Röstaromen gut dosiert weitergegeben. Die Tannine sind gefügig gemacht, vertragen sich gut mit der Frucht und gleiten präsent, aber sanft am Gaumen entlang. Der Wein ist gradlinig und präsentiert sich mit einem kräftigen Zug Säure und Mineralität. Wir genießen das körperreiche Finish und behalten es im Nachhall lange in Erinnerung. Ein echter Grand Cru mit einer erstaunlich eigenständigen Eleganz jenseits der vornehm zurückhaltenden französischen Burgunder. Er bringt viel Potenzial mit, um noch über Jahre alljährlich seine weitere Entwicklung verfolgen zu lassen. Erfreuen Sie sich und diesen Wein mit einer österlichen Lammkeule, aber bitte nicht mit Minzsoße. Sie können den Wein auch im Käsegang zu einem ururalten Greyerzer verkosten. </description>
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      <title>Crémant de Luxembourg: Ein kleines Land mit großen Schaumweinen für Entdecker und Genießer</title>
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      <pubDate>Mon, 15 May 2023 21:46:51 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2023/5/15_Cremant_de_Luxembourg__Ein_kleines_Land_mit_groen_Schaumweinen_fur_Entdecker_und_Genieer_files/xSchlink3.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_26.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:183px; height:133px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Luxemburg ist eines der kleinsten Länder in der Europäischen Union und mit 1.295 Hektar Rebfläche gewissermaßen der kleinste Weinberg Europas. Hier ist kein Platz für Massenweinproduktion, jeder Weinbaubetrieb macht individuelle Weine – luxemburgisch Wäine – größtmöglicher Qualität. Das Land ist eine einzige Grand Cru Lage mit Produkten für Entdecker und Genießer. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Malerisch ziehen sich die sanften und selten steilen Hänge mit den Rebstöcken am westlichen Ufer der Mosel entlang, beginnend am Flussdreieck von Mosel und Sauer bei Wasserbillig bis zum Grenzort Schengen, wo la Moselle von Frankreich einfließt. Es sind 42 Kilometer einer atemberaubenden Fluss- und Weinlandschaft, die in Europa einzigartig ist. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weinbau führten an der Mosel schon die Römer im 1. Jahrhundert ein, die Klöster brachten dann richtig Schwung in das Getränk. Der Winter des Jahres 1709 raffte fast alle Rebanlagen dahin, es blieb nur noch der Weinanbau in den Flussniederungen. Die europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts ließ den Weinbau mal leiden wie durch den Wiener Kongress, als die Weinberge am Ostufer der Mosel abgetreten werden mussten, mal aufblühen wie mit der Mitgliedschaft im Deutschen Zollverein. Nach dem 1. Weltkrieg jedenfalls war Schluss mit der weinbaumäßigen Anlehnung an Deutschland, auch weil dieser damals primäre Absatzmarkt wegbrach. Man baute als Ergänzung der traditionellen lokalen Weißweinsorte Elbling nunmehr auch französische Rebsorten an, gründete ein Weinbauinstitut und führte 1935 durch die „Marque nationale des vins de la Moselle luxembourgeoise“ das erste Qualitätsweinsystem im Land ein. 2014 wurde es staatlicherseits abgelöst durch eine neue Qualitätspyramide unter der von der EU regulierten und kontrollierten Bezeichnung AOP – Appellation d’origine protégée Moselle luxembourgeoise. 2001 wurden Prädikate wie Spätlese, Eiswein und Strohwein zugelassen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das AOP-System setzt auf das in vielen europäischen Weinländern inzwischen verwendete Ursprungssiegel, das den Wein in einer genau festgelegten geografischen Region verorten lässt. Ziel der AOP-Pyramide ist eine Verbindung zwischen Herkunftsangabe und Qualitätsaussage: Je näher der Wein an die Spitze der Qualitätspyramide rückt, desto mehr soll das Terroir zur Geltung kommen. Alle AOP-Weine müssen eine analytische und sensorische Prüfung bestehen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zur Tradition des Weinbaus in Luxemburg gehört ein Schaumwein, der es mit jedem und selbst mit den berühmtesten Schaumweinprodukten Europas aufnehmen kann: der Crémant de Luxembourg. Er ist eines der berühmtesten und erfolgreichsten Weinbauprodukte Luxemburgs und hat heute einen Anteil von 25 % an der gesamten Weinproduktion des Landes erreicht.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Begriff Crémant wurde in der EU Ende der 80er Jahre eingeführt, als die Bezeichnung Champagner oder Méthode champenoise europarechtlich auf die Ursprungsregion in Frankreich reduziert wurde. Während insbesondere in Deutschland zunächst Zuflucht in der Etikettierung „nach traditioneller Methode“ gefunden wurde, entstanden in Frankreich außerhalb der Champagne unter anderem die Crémant-Appellationen Elsass, Bordeaux, Burgund, Jura, Loire und Savoie für nach der Champagner-Methode erzeugte Qualitäts-Schaumweine. Für Luxemburg wurde mit der Regierungsverordnung vom 4. Januar 1991 die Kategorie Crémant de Luxembourg geschaffen. Luxemburg war das erste Land außerhalb Frankreichs, das berechtigt war, die Bezeichnung Crémant zu verwenden. In Belgien wurden 2008 und in Deutschland 2009 die Voraussetzungen für einen Crémant geregelt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Für Luxemburg wurden rechtlich eine Vielzahl von Voraussetzungen festgelegt, die erfüllt sein müssen, wenn ein Schaumwein als weißer oder als rosé das hohe Niveau eines Crémants erreichen will. Das beginnt im Weinberg mit der Handlese perfekter und ausgereifter Trauben und im Keller mit der Ganztraubenpressung mit oder ohne Entrappung. Zwar verringert die Ganztraubenpressung den Ertrag, bewahrt aber die Fruchtaromen und erhöht letztlich die Qualität des Grundweins. Hinsichtlich des Ertrags ist festgelegt, dass nicht mehr als 100 Liter Most aus 150 Kilogramm Trauben gewonnen werden dürfen, was zu schonender Pressung zwingt und damit praktischerweise unerwünschte Phenole vermeidet. Der Grundwein muss die zweite Gärung in der Flasche durchlaufen. Er muss mindestens neun Monate lang im selben Betrieb auf der Hefe liegen, bevor degorgiert wird. In jeder Flasche muss ein Druck von mindestens 4 bar herrschen. Schließlich ist noch geregelt, dass der Gehalt an Zucker 50 Gramm  pro Liter und der an Schwefeldioxid 150 Milligramm pro Liter nicht überschreiten dürfen. Die Bezeichnung „Millésime“ ist den Jahrgangscrémants vorbehalten, die mindestens 24 Monate auf der Hefe zugebracht haben müssen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Über dieses Disziplinar hinaus sind den Weingütern keine Grenzen gesetzt, um durch Innovationen, Traditionsbewusstsein und Kreativität die Qualität zu steigern. Spontanvergärung, der Einsatz von Holz, die Verlängerung des Hefelagers oder ungewöhnliche Cuvée-Kompositionen sind hier nur einige Beispiele. Die Qualität des Crémants wird von der Verkostungskommission des Nationalen Büros für die Bezeichnung kontrollierter Herkunft (Office national de l'appellation d'origine contrôlée) anhand einer Prüfung seiner Farbe, Klarheit, seines Buketts und seines Geschmacks gewährleistet. Ein rechteckiges Etikett auf der Rückseite jeder Flasche trägt den Kontrollvermerk und belegt die luxemburgische Herkunft und die von staatlicher Seite erfolgte Qualitätskontrolle. Die Korken sind mit der Aufschrift &amp;quot;Crémant de Luxembourg&amp;quot; gekennzeichnet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Doch wer denkt schon noch an all die Formalitäten, wenn er einen Crémant aus Luxemburg im Glas hat und begeistert ist von dem reintönigen, frischen und harmonischen Geschmackserlebnis mit seinem eigenständigen Charakter, der glücklicherweise von Anfang an nicht lediglich versucht hat, ein Champagner zu sein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Muschelkalkböden sind die häufigste Grundlage für die säurestarken und mineralisch geprägten Grundweine des Crémants. Nur im südlichen Abschnitt der Mosel von Greiveldingen in Richtung Schengen beherrschen Keuper mit Tonmergel oder Gips das Terrain. Schiefer wie am deutschen Teil der Mosel, gibt es fast gar nicht. Das Mikroklima in den Weinlagen ist einerseits durch ihre Exposition nach Osten, Südosten und Süden in 150 bis 250 Metern Meereshöhe bestimmt, andererseits durch die maximal 400 Meter entfernte Mosel, die Wärme speichert und überraschende Extremfröste verhindert. Im Übrigen überwiegen die mediterranen Einflüsse die kontinentalen bei Weitem. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Rebsorten für den Crémant sind nicht vorgeschrieben, meistens wird eine Cuvée kreiert. Es werden Weißburgunder (Pinot Blanc), Chardonnay, Pinot Gris (Grauburgunder), Auxerrois, Riesling, Elbling und Pinot Noir verwendet. Fast jedes Weingut bietet seine eigene Variante an. In Luxemburg spielen neben den selbstvermarktenden Winzern auch traditionell Genossenschaften und Handelshäuser eine große Rolle. Die Weinproduktion insgesamt wird immerhin zu gut 60 % von Genossenschaften und zu rund 15 % von Handelshäusern getragen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir stellen aus der Crémant-Szene Luxemburgs verschiedene Crémants von zwei renommierten Erzeugern vor. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Crémant vom WEINGUT SCHLINK&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Schlink Domaine Viticole liegt mit dem Weingut und der Weinstube WÄISTUFF DEISERMILL direkt an der Moselschleife im malerischen Weinort Machtum, 3 km südlich von Grevenmacher und 27 km westlich von Trier.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;1911 gründete die Familie Hoffeld den Betrieb mit einem eigenen Weinkeller. Nach der Eheschließung von Anne Hoffeld mit Jean Schlink übernahmen die beiden 1952 als Familie Schlink-Hoffeld das Weingut. 1993 gelangte es an die Brüder Jean-Paul und René Schlink. 2007 wurde es Gründungsmitglied der Charta Luxembourg, einer Initiative, die sich der Erzeugung erstklassiger Weine verschrieben hat und strengste Qualitätskontrollen durchführt, die in den Weinbergen beginnen und zu einem besonderen Flaschenlabel führen. Seit 2020 ist das Weingut Schlink im Alleinbesitz von Jean-Marc Schlink, dem Sohn von René und Edmée Schlink-Clemens, und damit über hundert Jahre im Familienbesitz. Jean-Marc hatte eine vierjährige Ausbildung zum Weinbautechniker in Avize in der Champagne und in Bad Kreuznach im Rheinland gemacht und seit 2008 im Weingut gearbeitet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bewirtschaftet werden 12,5 Hektar Rebfläche mit den bekannten, meist nach Süden ausgerichteten Lagen Gëllebour, Ongkaf, Hohfels und Widdem in Machtum und Köppchen, Elterberg und Heiligenhäuschen in Wormeldingen. Die Böden sind in diesem Abschnitt der Mosel von weißem bis gelben Muschelkalk geprägt, der schon hier und nicht erst weiter südlicher einen hohen Tongehalt aufweist. Das steinige Gelände spendiert den Reben eine ordentliche Mineralik, während der Ton ihre Füße warm hält, auch wenn sie sich gerne von der Kühle der Nacht verwöhnen lassen. Sie müssen ihre Wurzeln in die Tiefe strecken, weil der Regen durch den Muschelkalk hindurchrauscht und der Ton nicht genug speichert. Je tiefgründiger das Wurzelsystem, desto besser für eine charaktervolle Eigenart der Weine und des Crémants. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den Weinbergen von Familie Schlink wird möglichst umweltgerecht und nachhaltig gewirtschaftet. Gelesen wird ausschließlich per Hand mit strenger Selektion. Im Keller wird schonend abgepresst und temperaturgesteuert bei 16° bis 18° C vergoren. Der Ausbau erfolgt im Edelstahl und teilweise im Barrique. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das umfangreiche Sortiment des Weinguts an Stillweinen umfasst neben einigen Cuvées überwiegend reinsortige Weißweine vom Elbling, Rivaner, Pinot Blanc, Chardonnay, Pinot Gris, Auxerrois, Riesling und Gewürztraminer und von den roten Sorten Pinot Noir und Saint Laurent. Seit 1986 stellt das Weingut Schlink Crémants her. Heute hat es sechs verschiedene Crémants im Sortiment, die im Stahltank oder im Eichenfass mit einem Reifeprozess auf der Hefe zwischen 15 und 40 Monaten ausgebaut werden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten drei Crémants des Weinguts Schlink verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Crémant de Luxembourg Brut Millésime 2018 AOP&lt;br/&gt;Dieser Jahrgangscrémant ist eine Cuvée aus den Rebsorten Auxerrois, Riesling, Elbling und Weißburgunder. Im Glas schimmert er in einem klaren, aufgehellten Weißgold. Weißer Schaum verteilt sich langsam und fein und erzeugt die für den Crémant typische feine und lange anhaltende Perlage. Spontan, aber dezent duftet er los mit einer jugendlichen Fruchtigkeit: Weißer Pfirsich, weiße Krokusblüten, frühreife Äpfel, ein Hauch von Kräutern Typ Wiese im Morgentau und ein Touch Limetten. Wir schmecken die aromatische und leicht blumige Fruchtigkeit, die schon das Bukett ausgemacht hat, dazu kommen sanfte Töne von Grapefruit und ein klitzekleines Honigflair. Er schmiegt sich regelrecht an im Mund mit seiner cremigen, prickelnden, feinsüßen Fruchtfülle. Die aktive Säure und die leichte Mineralität sind gut ausbalanciert. Im intensiven Abgang kommen seine cremige Frische und seine Saftigkeit noch einmal ausdrucksstark zur Geltung. Ein Crémant, der Trinkfreude und Schwung verbreitet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Crémant de Luxembourg Knuppert Extra Brut Millésime 2018 AOP&lt;br/&gt;Es gibt neuerdings neben der Nachfrage nach Zero Dosage einen starken Trend zum Extra-Brut. Dabei darf nach dem Degorgieren entweder kein oder bis maximal 6 g Zucker in der flüssigen Versanddosage unmittelbar vor dem Einsetzen des Korkens in die Flasche gegeben werden. Damit ist der Extra Brut ein Crémant, der besonders authentisch den Charakter der Rebsorten und das Terroir zum Ausdruck bringt. Er bildet in hohem Maße die Qualität der Grundweine und das handwerkliche Können im Keller ab.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Knupper steht luxemburgisch für Knallgeräusche wie sie Explosionen auslösen. Die Bezeichnung geht auf eine alte Mosellegende zurück, nach der eine Meerjungfrau in der Mosel durch die Sprengungen bei der Begradigung des Flusses vertrieben worden sein soll. Seitdem lebt sie der Legende nach in einem von Hexen gegrabenen Tunnel unter dem Hügel am Kelsbaach in der Nähe des Weinguts von Familie Schlink. Auf dem Etikett der Flasche ist die Meerjungfrau mit einem Fischkopf abgebildet, in der Hand einen Ballon, der kurz vor der Explosion zu scheinen steht. Auf der Rückseite ist die Legende in luxemburgischer Sprache nachzulesen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dieser Jahrgangscrémant ist komponiert aus den Rebsorten Pinot Noir, Chardonnay, Pinot Blanc und Riesling – eine ganz andere Zusammensetzung als viele traditionelle Crémants. Er liefert eine feine, weiße Mousse mit einer persistierenden, feingliedrigen Perlage. Im Glas funkelt er weißgold mit silbernen Reflexen. In der Nase zeigen sich Birnen und Äpfel, weiße Pfirsiche, Jasminblüten, Zitronenzeste und schöne Anklänge von Brioche und mineralische Noten. Im Mund baut sich ein gut strukturierter, fruchtiger Körper auf, in dem gelbe Äpfel, Zitrusnoten und Quitten, aber auch Noten von exotischen Früchten auftauchen. Das rassige Säurespiel und die dezente Mineralik leiten in ein langes, trockenes, aber fruchtiges Finish über. Das ist ein vielschichtiger Crémant mit Tiefgang, der gekonnt austariert ist und eine feine Eleganz vermittelt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Crémant de Luxembourg Symphonie en bulles Brut Millésime 2018 AOP&lt;br/&gt;Eine Symphonie in Blasen oder besser Perlen heißt dieser Spitzencrémant und so musikalisch ist diese Cuvée aus Chardonnay, Riesling und Pinot Noir auch tatsächlich. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas bleibt die quicklebendige Perlage als feine Mousse lange stabil. In der Nase verbreitet sich eine gereifte, fast komplexe Aromatik mit schöner Betonung von Birnen, grünen Äpfeln und Zitrus und einer kleinen floralen Abrundung. Im Mund perlt der Crémant munter und anhaltend mit einem breiten, reifen Fruchtspektrum, in dem auch Mirabellen und Nüsse angesteuert werden. Gerade im Nachhall werden seine lebendige Säure und die fruchtige Frische der weißen Sorten noch einmal herausgearbeitet. Scheinbar endlos genießen wir das cremige Mousse auf der Zunge. Ein moderner Crémant für eine genussvolle Geschmacksreise nach Luxemburg.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Crémant vom WEINGUT CEP D’OR&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dort, wo die großen Moselschleifen flussabwärts des Weinorts Remich beginnen, liegt im gleichnamigen Kanton der romantische Weinort Stadtbredimus und nicht weit davon Hëttermillen, wo im Keller des Weinguts Cep d‘Or erstklassige Weine und Crèmants entstehen. 1995 wurde das Weingut von Jean-Marie Vesque gegründet, im selben Jahr wurden der Keller mit einer Batterie von Edelstahltanks und die Weinbar Tire-Bouchon (Korkenzieher) in einer architektonisch kühnen und vielbeachteten Betonkonstruktion des Luxemburgers François Valentiny erbaut, in deren Mitte der an eine Weinpresse erinnernde Trichterturm von hohen Säulen getragen wird. Familie Vesque schaut auf eine lange Weinbautradition zurück, die 1762 begann, als ihre Vorfahren aus Lothringen hierher zogen und Teilpächter des Château de Stadtbredimus wurden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bereits mit dem ersten Weinjahrgang begann Jean-Marie Vesque mit der Produktion von Crémant: Ende 1996 stellte er seine beiden ersten Cuvées vor. Heute machen die Crémants die Hälfte der jährlichen Gesamtproduktion von 90.000 bis 120.000 Flaschen aus.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut bewirtschaftet rund 18 Hektar Rebfläche möglichst naturnah. Die Weinberge liegen rund um Stadtbredimus in den Lagen Primerberg und Goldberg, aber auch in anderen Teilen des Kantons Remich. Die Böden sind von Muschel-Kalkmergel, steinigem Ton-Kalk und Lehmzumischungen geprägt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Angebaut werden im Weingut überwiegend die weißen Sorten Rivaner, Auxerrois, Riesling, Pinot Gris, Pinot Blanc, Chardonnay, Elbling, Gewürztraminer, Muscat Ottonel und Cabernet Blanc und die roten Sorten Pinot Noir, Pinotin und Cabernet Noir. Im Außenbetrieb werden die Erträge bewusst niedrig gehalten, um die Qualität der Weine zu steigern. Zudem wird auf den Einsatz von Insektiziden verzichtet. Einige Parzellen sind sogar biologisch zertifiziert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weit über Luxemburg hinaus steht der Name Cep d’Or für hochwertige Crémants mit Fülle, Struktur und Ausgewogenheit, die alle Aromen des Terroirs festhalten. Für die Crémantproduktion werden mehr als 40 % der Traubenernte verwendet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten sechs Crémants des Weinguts Cep d‘Or verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Crémant de Luxembourg Cep d’Or Brut&lt;br/&gt;Das ist sozusagen der Willkommenscrémant des Weinguts. Ein solider Brut in einem strahlenden, hellen Goldgelb. Mit einer feinen, sehr langlebigen Mousse zeigt er sich total lebendig. Im Bukett nehmen Aromen von Williams Birne und Lindenblüten mit sanfter Zitrusfrische einen Drive in gelbfruchtige Richtungen zu Pfirsichen und Mirabellen mit einem Hauch von frischer Brioche – alles dezent und vielschichtig. Am Gaumen tritt er rund und saftig auf, mit einer herrlich schmelzigen Textur und einer schwungvoll animierenden Säurespur, die dem Finish eine frische Leichtigkeit aufsetzt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2017 Crémant de Luxembourg „36“ brut AOP&lt;br/&gt;Dieser Crémant lag drei Jahre in der Flasche auf der Hefe. Im goldgelben Glas haben wir eine Cuvée aus Chardonnay, Weißburgunder und Pino Noir, der als blanc de noirs ausgebaut wurde.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Crémant ist sehr feinperlig und bezieht seine Kraft nicht lediglich wie verbreitet aus dem Säuregerüst, sondern vor allem aus einem cremigen, extraktreichen Körper. Wir entdecken Duftnoten von Williams Birnen, Futoro-Melonen, Pfirsichen, etwas Hefe, einigen weißen Blüten und von einer Zitrusspur. Geschmacklich kommen noch Quitten, ein Touch Erdbeeren und einige Nüsse hinzu. Die intensive Fruchtigkeit, die gewisse, leicht salzige Mineralität und die ordentlich integrierte feine Säure verleiten dazu, immer wieder ins Glas einzutauchen: köstliche, filigrane und harmonische Excellenz aus dem Luxemburger Moseltal.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Crémant de Luxembourg Cep d'Or Riesling Brut AOP&lt;br/&gt;Im Glas funkelt der Crémant in hellen goldgelben Tönen. Er perlt fein, die Mousse hält einen dichten Schaum aufrecht. In der Nase imponiert er durch kühle Düfte von Äpfeln, Aprikosen, Quitten und einem Hauch von Zitronengras. Seine Aromen sind umperlt von feinen Bläschen – ein Fest für den Gaumen. Hier verbindet sich die angemessene Säure mit einer dezenten Mineralität zu einer edlen Saftigkeit mit klitzekleinen Nuancen von Litschis und roter Grapefruit. Er stürzt sich in einen von einer harmonischen Fruchtsüße gestützten, cremigen Abgang, der noch einmal Energie und Spannung aufbaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Crémant de Luxembourg Pinot Noir Rosé Brut Nature AOP&lt;br/&gt;Brut nature oder Zero gleich Null oder non dosé oder brut de brut oder, oder – alles bedeutet Verzicht auf die zweite Dosage, die Versanddosage, und auf die damit verbundene Zuckeranreicherung. Das ist nichts für schwache Zungen, aber eine Offenbarung für viele Trockentrinker. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Rosé-Crémant hat eine helle kupferrote Farbe und hebt sich damit wohltuend von den verbreiteten Himbeercolorationen ab. Die Nase staunt, wie es zu schaffen ist, dass die Spätburgundertraube so prägnant ihre Aromen von Erdbeeren und roten Johannisbeeren spendiert. Wir denken beim Schnüffeln auch noch an helle Kirschen und Orangen. Geschmacklich kommen die Früchte dann eher dezent und unaufdringlich daher, zart und ausgewogen. Sie stützen die mineralisch-fruchtige Impression eines herausragend ausbalancierten Crémants mit einer sehr feinen, aber lebendigen Bläschenstruktur und einer distinguierten Mousse. Der Crémant ist im Abgang schön cremig, das Duett von filigraner Frucht und leichter Säure wirkt noch lange nach. Das ist ein subtiler, schlanker Crémant von imposanter Eleganz.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Crémant de Luxembourg Riesling Brut Nature AOP Millésime 2016&lt;br/&gt;Noch ein brut nature, also Flaschengärung ohne zweite Dosage, diesmal ein reinsortiger Riesling, der vier Jahre in der Flasche auf der Hefe lag. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Er moussiert nachhaltig und vorbildlich wie ein feiner Nieselregen. Das Bukett erscheint sehr sortentypisch, mineralisch und höchst elegant. Eine angenehme zarte Melange aus dem Duft grüner Äpfel mit einem Hauch Zitrus, etwas Quitte und Kräutern entfaltet sich, dazu schwebt eine kleine Hefe-Richtung aus dem Glas. Im Mund perlt der Crémant unaufgeregt über die Zunge und verbreitet saftige Fruchtnoten von Pfirsichen, grünen und gelben Äpfeln und Grapefruit. Die animierende Rieslingsäure ist gut untergebracht und bringt zusammen mit der leichten Kalkmineralik und den Fruchtaromen eine belebende, saftige Frische an den Gaumen bis in das lange, herb-fruchtige Finale. Ein kompromisslos trockener Riesling-Crémant von charmanter Eleganz. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Cep’Or 2018 Signature&lt;br/&gt;Jetzt haben wir eine Cuvée aus Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Gris im Glas, die vier Jahre in der Flasche auf der Hefe lag. Familie Vesque sollen die ersten an der luxemburger Mosel gewesen sein, die einen Crémant aus Pinot Noir und Chardonnay kreiert und sich mit dieser Stilistik an die Champagner rangemacht haben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Bukett begrüßt uns ein regelrechtes Naschwerk von reifen Früchten mit weißen und gelben Pfirsichen, Aprikosen, Futuro-Melonen und exotischen Rambutan-Früchten, dazu ein Hauch einer frischen Brioche und einer Spur Zitrus. Fast nebenbei faszinieren winzig kleine Noten von Vanille. Im Mund perfektioniert sich das komplexe Zusammenspiel der Fruchtaromen mit der feinen, cremigen Perlage und der aktiven und gut austarierten Säure zu einer eleganten Saftigkeit mit enormer Tiefe. Er  entzündet ein mundfüllendes grandioses und überaus harmonisches Sensorik-Feuerwerk. Ein hochwertiger Premium-Crémant, der auch ohne Kreide-Terroir locker etliche Champus-Sorten übertrifft.</description>
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      <title>Das Wein- und Sektgut Steininger aus dem Kamptal in Niederösterreich: Wein in Spitzenqualität und Sekt als edelste Form des Weins</title>
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      <pubDate>Wed, 26 Apr 2023 08:48:12 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2023/4/26_Das_Wein-_und_Sektgut_Steininger_aus_dem_Kamptal_in_Niederosterreich__Wein_in_Spitzenqualitat_und_Sekt_als_edelste_Form_des_Weins_files/xEva,%20Peter,%20Brigitta%20und%20Karl%202.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object000_26.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:132px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Das Weingut Steininger mit der Sektkellerei befindet sich in Langenlois im niederösterreichischen Weinanbaugebiet Kamptal. Das Kamptal ist mit 3.574 Hektar Rebfläche und 237 Betrieben eines der größten Anbaugebiete Österreichs. Den Namen hat es von dem Flüsschen Kamp, das nach 150 km Strecke östlich von Krems in die Donau mündet. Gegründet hat das Weingut Karls Steiningers Vater 1938 im Rahmen der damals üblichen gemischten Landwirtschaft. Er war zuvor auf die Weinbauschule in Krems gegangen und hatte Lenz Moser III kennengelernt. Als erster in Langenlois stellte er seine Weingärten auf dessen System der Hochkultur (Weitraumerziehung) um. Das weitzeilige, durch Drahtrahmen unterstützte Erziehungssystem setzte sich erst in den fünfziger Jahren in ganz Österreich weitgehend durch. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;1980 übernahmen Karl und Brigitta Steininger das Weingut von Karls Eltern. Inzwischen führen sie es nicht mehr allein, sondern mit der ganzen Familie: Die älteste Tochter Eva, die seit 2021 das Weingut in nunmehr dritter Generation leitet, managt zusammen mit ihrer Mutter den Verkauf und die Organisation, ihr Mann Peter ist verantwortlich für Weingärten und Keller, wo er eng mit Karl zusammenarbeitet. Die jüngste Tochter Lisa hat die Hochschule in Geisenheim besucht und zusammen mit ihrem aus Portugal stammenden Mann João Fonseca leckere Produkte wie einen portweinähnlichen Likörwein kreiert. Tochter Anna betreibt zusammen mit ihrem Mann Martin Arndorfer ein eigenes Weingut in Strass im Kamptal. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auch wenn das Weingut Steininger in der Welt für Österreichs beste Sekte steht, so ist längst bekannt, dass hier auch Stillweine gemacht werden, die mit der legendären Qualität der berühmtesten Sekte wetteifern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am Anfang war es ein kostspieliges Abenteuer, als Brigitta und Karl Steininger, inspiriert von einem Besuch in der Champagne und unterstützt von Tochter Eva, 1989 mit der Herstellung von sorten- und jahrgangsreinen Sekten nach der Flaschengärmethode begannen. Inzwischen gehören die national und international vielfach ausgezeichneten Steininger Sekte zu den besten Produkten der österreichischen Sektkultur. Karl Steininger ist Mitglied des Österreichischen Sektkomitees, das – beeinflusst von Karl Steiningers Ideen – die Qualitätspyramide mit der geschützten Ursprungsbezeichnung „g.U“ entwickelt hat. Steiningers Sekte waren eigentlich schon immer „g.U“, weil es ihm stets darauf ankam, dass seine Sekte Rebsorte und Herkunft erkennen lassen. Er und sein Schwiegersohn Peter setzen nach wie vor Maßstäbe für erstklassige Winzersekte weit über Österreich hinaus. Das ist auch kein Wunder bei seinem Leitmotiv, das längst zur österreichischen Sektphilosophie geworden ist: Sekt ist die edelste Form des Weines.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Karl Steininger hat von Anfang an erkannt, dass ein Sekt niemals besser sein kann als der Grundwein. Wenn für den Grundwein die Rebsorte und das Terroir entscheidend sind, was liegt da näher, Sekte zu machen, die die Eigenarten der Rebsorte, die Lage des Weingartens, das Mikroklima und den Charakter des Weins mit unvergleichlichen Geschmackserlebnissen zum Ausdruck bringen. Das steht für Familie Steininger auch für die Stillweine im Vordergrund. Daher wird in allen Weingärten mit höchster Sorgfalt manuell gearbeitet, weil man weiß, dass die Rebstöcke nur dann alles geben, wenn man sie freundlich, artgerecht und schonend behandelt. Dann formt die Natur wie von selbst großartige Persönlichkeiten, die später auch den Wein prägen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Steiningers legen also allergrößten Wert auf die Qualität der eigenen Grundweine, die nicht schematisch auf Versektungssäure getrimmt werden, sondern sich fruchtbetont und aromatisch präsentieren sollten, was vom Hefelager nicht überdeckt werden darf. Anders als die meisten Sekt-Winzer dürfen die Trauben der Grundweine hier häufig länger reifen, um besonders cremige und breit angelegte Sekte zu erhalten, die gleichwohl das Sortentypische der Rebe präzise auf den Punkt bringen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dabei werden die Weine und Sekte entscheidend animiert durch das Terroir und besonders durch die speziellen Böden des Kamptals. Die bilden ein außergewöhnliches geologisches Puzzle, das sich zusammensetzt aus Löss, Schotter und Kristallinzügen über roten, feldspatreichen Sandstein bis zu den Konglomeraten am berühmten Heiligenstein, auf den noch zu kommen sein wird. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Region ist von einem relativ kühlen Klima derart begünstigt, dass die Trauben später und damit näher an der physiologischen Reife geerntet werden können und dann mehr Frucht und Aromen liefern, ohne mit der notwendigen Säure schon schlapp zu machen. Dabei hat die Dynamik zwischen dem warmen pannonischen Becken im Osten und dem kühlen Waldviertel im Nordwesten einen enormen Einfluss. Ob die Reben im Kamptal auf Urgestein oder Löss und Lehm stehen – stets profitieren sie von der enormen Temperaturamplitude zwischen Tageshitze und Nachtkühle und dem langen, sonnenreichen Herbst. Das Terroir gibt den Weinen und Sekten ihre einzigartige Individualität mit – fruchtig, kristallklar und mineralisch.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die gesamte Weinherstellung und die Sektproduktion der Steiningers findet im eigenen Keller des Weinguts statt – vom Ausbau der Still- und Grundweine bis zum Degorgement des Sekts.  Von den Stillweinen, aber auch von den Grundweinen werden einige in großen Akazienfässern ausgebaut oder reifen in kleinen Eichenbarriques. Der Holzeinsatz initiiert auch bei den Grundweinen eine dichte, vielschichtige und elegante Stilistik mit viel Kraft. Gerne experimentiert man im Keller, um die Ausdruckskraft der Sorte und der Herkunft noch zu steigern. Beim Sekt wird zudem die zweite Vergärung behutsam gestaltet und sowohl die Dauer des Hefelagers als auch die Dosage individuell auf die Eigenschaften des Grundweins abstimmt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Familie Steininger hat sogar eine eigene Art des Versektens entwickelt, die sie „Méthode elementar“ nennt und damit auch ihre Elementar-Sekte vom Grünen Veltliner, Riesling und Weißburgunder kennzeichnet. Es ist ein Bereich, zu dem die oftmals überspektakulär vermarkteten Zero Dosage und Pet Nat gehören und der zunehmend nachgefragt ist, vor allem von Sektliebhabern, die meinen, sich schon an alles gewöhnt zu haben. Bei der Méthode elementar wird der Grundwein in der ersten Gärung gestoppt und unfiltriert in der Flasche zum zweiten Mal vergoren, wobei eigens im Betrieb selektionierte Hefen zum Einsatz kommen. Der Zucker stammt ausschließlich aus der Traube, Schwefel und Filtrierung kommen nicht in Frage. Man setzt ausschließlich auf die natürliche Kohlensäure als Oxidationsschutz. Beim Enthefen wird der Sekt blank gerüttelt und beim Degorgieren vollkommen auf die Dosage verzichtet. Die Geschmackseindrücke sollen bewusst ursprünglich, bodenständig und archaisch sein – elementar eben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Steininger bewirtschaftet 65 Hektar Rebfläche mit Parzellen in den Rieden Kittmannsberg, Lamm, Steinhaus, Heiligenstein, Loisium, Steinleiten, Dechant, Panzaun, Spiegel, Kogelberg und Seeberg. Die Weingärten sind zu 70 % mit Grünem Veltliner und zu 15 % mit Riesling, aber auch mit Sauvignon Blanc, Muskateller, Chardonnay, Weißburgunder und Traminer sowie den Rotweinsorten Zweigelt, Blauburgunder (Pinot Noir) und Cabernet Sauvignon bestockt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Derzeit bietet das Wein- und Sektgut 21 verschiedene Sekte an, alle ausschließlich nach der traditionellen Flaschengärmethode hergestellt. Bis auf die Burgunder-Cuvée aus Chardonnay, Weißburgunder und Blauburgunder sind alle übrigen Sekte sorten- und jahrgangsrein: von den fruchtbetonten Sauvignon Blanc, Traminer und Muskateller, den beliebten Grünen Veltliner, Riesling und Chardonnay, den roten Sorten Cabernet Sauvignon, Pinot Noir und Zweigelt über die Elementaren bis zu den Spitzensekten Grüner Veltliner, Riesling und Weißburgunder aus den Crus-Lagen. Etliche rangieren auch als Kamptal DAC- oder als u.G.-Sekte und stehen als „Große Reserve“ an der qualitativen Spitze der österreichischen Sekt-Pyramide. Bei Familie Steiniger ist jeder Jahrgang spannend, denn die Sekte erheben nicht den Anspruch, immer gleich zu schmecken wie eine Industriemarke, schließlich bilden sie die Natur der Herkunft ab, die bekanntlich und glücklicherweise einer unberechenbaren Wandlung unterzogen ist. Das Sortiment der Stillweine wächst stetig und umfasst derzeit mehr als 35 Weine. Der Schwerpunkt liegt auf Grünem Veltliner und Riesling in höchsten Qualitäten auf verschiedenen Ausbaustufen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut ist Mitglied in der Vereinigung Österreichischer Traditionsweingüter, die 1990 von Winzern aus dem heutigen Krems- und Kamptal gegründet wurde und die Klassifizierung der Rieden als “Klassifizierte Lage”, “Erste Lage” und “Große Erste Lage” in Österreich umsetzt. Damit müssen aber auch die strengen Richtlinien der Vereinigung erfüllt werden, wozu unter anderem ein Herbizid- und Insektizidverbot im gesamten Betrieb gehört, es muss per Hand geerntet werden und es muss das EU-Biosiegel oder das Nachhaltigkeitssiegel „Nachhaltig Austria“ vorliegen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Genau das hat das Weingut Steininger. Mit dem Gütesiegel „Nachhaltig Austria“ für nachhaltig produzierte Weine wird auf Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Werterhalt geachtet, wobei ökonomische, ökologische und soziale Kriterien gleichermaßen eine Rolle spielen. Sparsamer Umgang mit Wasser, Energie, Düngemitteln und effizienter Einsatz von Maschinen werden unter anderem ebenso bewertet wie faire Arbeitsbedingungen. Ein großer Pluspunkt sind in diesem Zusammenhang die Schafe, die in der Ried Loisium die Rebzeilen betreuen. Sie ersetzen Mulcher, Motorsense und Dünger und fressen die unteren Blätter der Reben und die Unkräuter, die unter den Reben wachsen. Die Schafe können zu verschiedenen Zeiten des Jahres im Weinberg bleiben. Nur wenn die jungen Blätter und Triebe sprießen und die Trauben reif werden, heißt es aufpassen!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auf dem Grundstück des Weinguts nahe dem bekannten Kornplatz befindet sich nicht nur der langgestreckte Hof, sondern hier wurde 2003 auch die beliebte Wein-Erlebniswelt Loisium eröffnet. Sie besteht aus einem Besucherzentrum mit einem futuristischen, 13 Meter hohen Gebäude inmitten der Weinberge. Neben einem Besucher- und Seminarhotel sind eine Vinothek und Sektothek eingerichtet, in der es Wein und Sekt aller namhaften Winzer aus den acht niederösterreichischen Weinanbaugebieten gibt und über 50 Weine und Sekte verkostet werden können. Vom Besucherzentrum aus gelangt man über mehrere hundert Meter lange Kellergänge in die unterirdische Kellerwelt des Weinguts Steininger, wo ein Rundgang auf über 15 Stationen die Wein- und Sektbereitung erleben lässt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten aus den aktuellen Jahrgängen drei Weine und drei Sekte des Wein- und Sektgutes Steininger verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Muskateller&lt;br/&gt;Das ist eine Cuvée vom gelben und roten Muskateller. Der Muskateller zählt zu den ältesten Rebsorten der Welt und hat sich in über 200 Varietäten verbreitet mit unterschiedlichen Formen, Farben und Aromen. Der Gelbe Muskateller ist sehr verbreitet, der Rote Muskateller ist davon eine Mutation, die sich nur durch die rötliche Farbe der Beeren unterscheidet. Die Trauben für diesen Wein stammen aus Weingärten rund um Langenlois, insbesondere aus den Rieden Kogelberg und Hasel. Sie wachsen überwiegend auf Löss- und Lehmböden, die vermischt sind mit kristallinem Gestein wie Glimmerschiefer und Amphibolite. Die Muskateller-Rebe profitiert von dem sanften Mikroklima um Langenlois herum, darf sie für sichere Erträge doch nicht zu früh reifen. Geerntet wurde per Hand Anfang Oktober. Im Keller wurden die Trauben zunächst nur leicht angequetscht und lagen dann einige Stunden auf der Maische bevor vorsichtig abgepresst wurde. Der Most ist in Edelstahltanks temperaturgesteuert bei 17° C relativ kühl und damit langsam vergoren, das erhält Frucht und Frische im Wein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der strohgelbe Wein tritt mit intensiven Aromen von einem großen Blumenstrauß auf, aus dem Zweige mit Holunder- und Lindenblüten herausragen. Dazu kommen leichte Töne von weißen und gelben Pfirsichen, Orangen und Honigmelonen sowie ein Hauch Ananas. Die zarte Muskatwürze wird unterstützt von einer dezenten, kühlen Kräuterwürze und allerlei orientalischen Spices. Auch geschmacklich ist das Aromenspektrum des Muskatellers eine feinsüßliche süffige Begegnung der besonderen Art. Es geht um Trockenfrüchte, um Blumigkeit, Weintrauben, Würze und die passgenau unterstützende und erstaunlich lebendige Säure. Im Finale tanzt die Aromenvielfalt noch lang auf der Zunge herum, zeigt einen filigranen Körper vor und geht mit einer klaren, spritzigen und mineralisch begleiteten Frische ab. Am besten genießt man das edle köstliche Aroma dieses Weins allein oder zu zweit in stillen Stunden oder zum Abschluss eines netten Abends. Ganz schüchtern wird er auch zu einem asiatisch zubereiteten Hummerschwänzchen ein vollendeter Genuss sein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Ried Seeberg 1ÖTW Riesling Kamptal DAC Reserve&lt;br/&gt;Die zur Gemeinde Langenlois gehörende, sich direkt westlich des Ortes Zöbing am Flüsschens Reith erstreckende Ried Seeberg ist nach Süden ausgerichtet. Die Rebzeilen liegen auf etwa 300 Meter Meereshöhe mit einem schluffig-sandige Verwitterungsboden mit Felsbraunerde, der bis an die Oberfläche silbrig glitzernden Glimmerschiefer mit Amphibolit durchlässt. Hier wirkt sich bereits der Einfluss des Waldviertels aus, der den bis zu 25 Jahre alten Reben nach der gehörigen Portion Mittagssonne die Kühle der Nacht beschert. Die Trauben wurden Mitte Oktober handgelesen, der Wein im Edelstahl vinifziert. Der Jahrgang 2021 wird übrigens als Prachtjahrgang im Weingut angesehen, der die Qualität der Weine auf die Spitze trieb. Der Lagenwein ist in der Bewertung der Österreichischen Traditionsweingüter klassifiziert als ÖTW ERSTE LAGE 1ÖTW – eine von nur zwanzig „Erste Lagen“ im Kamptal.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit einem hellen Gelbgrün steht der Wein im Glas und blitzt silbrig auf. Sofort verströmt er sein fruchtiges Bukett mit einer atemberaubenden Frische, angetrieben durch Noten von Pfirsichen und Aprikosen mit Richtungen von Charente-Melone und Ananas. Ein Hauch von Limetten, weißen Blüten und Wiesenkräutern im Morgentau weht heran. Der saftige und von 13 Grad perfekt integriertem Alkohol getragene Geschmack enttäuscht die Erwartung nicht: Die kräftige Frucht hält die aktive Säure mit angenehmer Restsüße im Zaum, die Mineralität eskortiert den Wein im Hintergrund – alles sehr harmonisch und rund. Ein animierender, kraftvoller und vollmundiger Riesling, der sich im fruchtbetonten Abgang mit seiner leicht salzigen Mineralik noch lange genießen lässt. Mit zunehmender Belüftung wird der komplexe und sehr elegante Wein immer vielschichtiger und tiefgründiger. Begleiten Sie mit ihm einen Honig-Senf-marinierten Fisch-Salat oder ein betont mild gewürztes indisches Gemüsecurry.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Ried Kittmansberg 1ÖTW Grüner Veltliner Kamptal DAC Reserve&lt;br/&gt;Die nur sanft geneigte, fast 95 Hektar große Ried Kittmannsberg liegt westlich von Langenlois auf 270 bis 370 Meter Meereshöhe, ist nach Südosten ausgerichtet und durch eine kesselförmige Einbuchtung vor unerwünschten Winden geschützt. Hier beherrscht tiefgründiger, kalkreicher Lössboden mit lehmig-sandigem Schluff das Terrain. Er spendiert den Rebstöcken kontinuierlich Wasser. Durch das regionale Mikroklima wird die Grüne Veltliner Rebe noch optimiert, so dass sie eine besonders schmackhafte Richtung entwickeln kann. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das leuchtende Gelbgrün im Glas strahlt eine klare Frische aus. Das Bukett ist vornehm und wird von grünen und gelben Äpfeln, zartreifen gelben Pflaumen, Kräutern, roter Grapefruit und einem herrlich exotischen Hauch von Mango bestimmt. Auf der Zunge tritt der Wein saftig und köstlich auf. Hier können die vielfältigen Aromen wiedererkannt werden, hinzu kommen Töne von Futuro Melonen und ein Touch von Wiesenhonig. Die auffällige Sparsamkeit der Pfeffernote, nach der beim Grünen Veltliner immer gleich gesucht wird, bestätigt, dass bei den richtig guten Veltlinern diese Richtung in den Hintergrund tritt oder ganz fehlt. Das spricht für die Ansage, dass eine aufdringliche Pfeffernote eher das Ergebnis unreifer Phenole als eine unabänderliche Ausprägung der Rebsorte oder gar des Terroirs ist. Die Säure des Wein harmoniert hervorragend mit der filigranen, salzigen Mineralik und der klitzekleinen Fruchtsüße, die einen langen Abgang stützt. Es ist ein eleganter, gut strukturierter Wein, gradlinig und mit Substanz. Sie können ihn zu einem klassischen Hähnchen vom Grill oder zu knusprigem, gut gewürztem Schweinsbraten servieren. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Weissburgunder methode elementar brut&lt;br/&gt;Die schon beschriebene neue Methode des Versektens führt zu einem unerwarteten Geschmackserlebnis für die Rebsorte Weißburgunder. Der Grundwein ist im Stahltank vergoren und hatte keinen Holzkontakt. Der Sekt wurde im November 2021 degorgiert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schon die intensive goldgelbe Farbe hat etwas Elementares an sich. Die Nase wird belebt von Rosinen, Haselnüssen, grünen Birnen, Quitten, Zitrus, weißer Akazienblüte und einer Erinnerung an Croissants. Am Gaumen zeigt er sich erfreulicher Weise nicht knochentrocken. Er bedient zwar gerne und hochwertig den puristischen Geschmack, gradlinig und ohne Schnörkel, lässt aber eine gewisse burgundige Fruchtsüße durchblicken. Damit ist nicht etwa ein schneidig klarer Frische-Eindruck verbunden, vielmehr imponiert eine gediegene Reife und cremige Textur, die durch eine zurückhaltende Säure noch gesteigert wird und an einen hochwertigen Fino Sherry erinnert. Rebsortentypisch kommen weiße Früchte zur Geltung und zarte Nussaromen, aber auch Mangos und eine winzige Spur von Bittermandel. Dieses Geschmackspanorama bleibt auch im voluminösen, herben Abgang erhalten. Das ist kein karger, aggressiver Sprudler, sondern ein charakterstarker Weißburgunder-Sekt mit einer robusten Textur, der stoffig und sensationell ausbalanciert auftritt. Servieren Sie ihn in einem großen Weißweinglas, damit er seine Eigenarten großzügig entfalten kann. Dazu spielt er natürlich am besten eine Hauptrolle als Solist. Er wehrt sich aber auch nicht gegen einen Auftritt als schäumender Begleiter einer geräucherten Lachsforelle.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Cabernet Sauvignon Rosé brut&lt;br/&gt;Ein Cabernet Sauvignon Sekt wird selten gemacht und ist schon von daher ein spannendes sensorisches Erlebnis. Die Trauben für den Grundwein kommen aus Weingärten bei Langenlois. Sie wurden in zwei Durchgängen im September und Oktober gelesen. Die Ganztraubenpressung im Zeitlupentempo hat nicht nur die Farbe des Weins, sondern auch die Aromatik und damit die Möglichkeiten des späteren Hefelagers wesentlich beeinflusst. Der Grundwein wurde wie ein Weißwein gekeltert, im Edelstahl vergoren und reifte für sechs Monate in vorbelegten Barriques. Nach Abschluss der Flaschengärung verblieb der Sekt noch neun Monate auf der Hefe liegen. Er wurde im Dezember 2022 degorgiert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Farblich glänzt der Cabernet Rosé Sekt in einem zarten hellen Lachsrosa mit silbrigen Reflexen. Eine feine Perlage mit einer beständigen Mousse deutet bereits auf die hohe Qualität hin. In der Nase erscheinen sortentypische, frische Fruchtaromen von Schwarzen Johannisbeeren, echten Waldheidelbeeren mit einem Hauch von Erdbeeren und Stachelbeeren und von einigen Naturfrüchten wie Schlehe und Sanddorn – alles umweht von einer herrlichen Sommer-Frische. Auch geschmacklich geht es mit diesen frisch-fruchtigen Eindrücken weiter, im feinschmelzigen Finish kommen noch eine Zitrusnote, eine salzige Mineralik und eine Anmutung von Würze dazu. Der Sekt moussiert weiter munter auf der Zunge und verbreitet den gewünschten prickelnden, lebensfreudigen Charme eines edlen, expressiven und schmackhaften Rosés mit einer feinfruchtigen Kernigkeit und einem schönen Körper. Es ist der eindrucksvolle Sekt für jede feierliche und prickelnde Gelegenheit, die auch im Öffnen einer Flasche bestehen kann. Sie sollten seine herrliche Fruchtharmonie aber auch einmal zu einem französischen Ziegenfrischkäse, zu einem Carpaccio von luftgetrocknetem Schinken oder gar zu einem Dessert von frischen Erdbeeren genießen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2017 Riesling Heiligenstein Große Reserve Niederösterreich g.U.&lt;br/&gt;Die zu Zöbing, einer Kastralgemeinde der Stadtgemeinde Langenlois gehörende Ried Heiligenstein am östlichen Ufer des Flüsschens Kamp wird zu den absoluten Spitzenlagen Europas gezählt. Es ist eine muschelförmige, nach Süden und Südwesten geöffnete, steil terrassierte Kessellage mit einem besonderen, fast mediterranen Mikroklima, das ideal für die Rieslingrebe ist. Hier gibt es einen einzigartigen Boden aus rötlichem, verwitterten Wüstensandstein mit Bestandteilen von Vulkanschiefer. Das Wasser gleitet geradewegs in die Tiefe, in die sich die Rebwurzeln recken müssen und von dort reichlich Mineralität aufnehmen, die dem Riesling hervorragend steht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Grundwein für den Große Reserve Sekt reifte ein halbes Jahr im großen Akazienholzfass und wurde in höchster Qualität im Frühjahr 2013 zur zweiten Gärung in die Flasche gefüllt. Familie Steininger sind die Einzigen, die aus der 70 Hektar großen Lage Sekt vinifizieren. Alle anderen Weingüter, die hier Weingärten haben, erscheint die Riede zu kostbar für Sekt – ein gravierender Irrtum, der seinen Ursprung in der von den Steinigers längst widerlegten Vorstellung hat, dass man für Sekt keine erstklassigen Grundweine braucht. Aber Versekten ist eben nicht Versenken. Der Grundwein reifte ein halbes Jahr im großen Akazienholzfass und wurde im Frühjahr 2019 für die zweite Gärung in die Flasche gebracht. Danach ruhte er in der Flasche auf der Feinhefe und wurde im November 2022 degorgiert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas perlt eine feinste Mousse scheinbar unendlich dahin. Wir schnüffeln gierig an dem dichten, strahlenden Bukett: vielfältige, tief gestaffelte Fruchtnuancen vom Steinobst mit reifem Weingartenpfirsich, dazu ein kleines Lüftchen von Limetten, Maracuja und von zarten weißen Blüten. Am Gaumen verwöhnt nicht nur die feine Perlage des Sekts die Zunge, sondern auch seine brillante, klare mineralische Richtung, seine süßliche Marillen- und Limettenfruchtigkeit und die raffinierte, gut balancierte und finessenreiche Säurestruktur. Im langen Finale überrascht eine extravagante winzige Spur von Blütenhonig und Zimt. Wir nehmen immer wieder einen Schluck und lassen uns gerne süchtig machen von der Cremigkeit, der Extraktdichte, der Vielschichtigkeit und der Eleganz. Ein großartiges Sekterlebnis, ein veredeltes Terroir, eine Rarität für ganz spezielle Anlässe, ein Sekt, mit dem man nach den Sternen greifen kann.</description>
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      <title>Das Weingut Johann Gisperg in der Thermenregion: Spitzenqualität mit burgundischer Stilistik und Lebensfreude</title>
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      <pubDate>Wed, 12 Apr 2023 21:22:42 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2023/4/12_Das_Weingut_Johann_Gisperg_in_der_Thermenregion__Spitzenqualitat_mit_burgundischer_Stilistik_und_Lebensfreude_files/xGisperg_9.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object000_27.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:132px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Wollen Sie einmal so richtig das Terroir schmecken? Diese geheimnisvolle, einzigartige und unvergessliche Komposition aus Boden, Klima und dem Stil des Winzers? Weine genießen mit Klarheit, Präsenz, straffer Struktur, Mineralität, Tiefe und Eleganz? Nein, wir sind nicht in Burgund, sondern im Weingut Johann Gisperg im niederösterreichischen Weinbaugebiet Thermenregion südlich von Wien. Der Name des Gebiets kommt von schwefelhaltigen heißen Quellen, die hier vor mehr als 2.000 Jahren von den Römern genutzt wurden. Das mit seinen etwa 1.900 Hektar Rebflächen verhältnismäßig kleine Anbaugebiet reicht von der südlichen Stadtgrenze Wiens entlang dem Westrand der Hügelkette des Wienerwalds nach Südwesten. Nach Osten wird es vom Burgenland und im Nordwesten vom Carnuntum begrenzt. Es entstand 1985, als das österreichische Weingesetz die seinerzeit eigenständigen Weinbaugebiete Gumpoldskirchen und Bad Vöslau zur heutigen Thermenregion vereinte. Die Thermenregion ist eines der beiden letzten Gebiete ohne DAC-Norm, was weder die Weingärtner noch den Weingenuss stört. Gleichwohl wird um die Einführung des DAC-Status seit längerer Zeit gerungen, so dass nicht ausgeschlossen ist, dass die DAC-Regelung noch rechtzeitig zur Ernte 2023 kommt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Johann Gisperg liegt in der Ortschaft Teesdorf in der Hauptstraße 14 unweit der Brücke über das Flüsschen Triesting. Hier macht Familie Gisperg unter anderem Pinot Noir und Chardonnay, die burgundischer sind als an der Côte d’Or oder im Mâconnais und über die man in der Bourgogne staunen würde. Johann Gisperg, das ist jung und alt, wie die Rebstöcke eben. Johann Senior dirigiert die Reben in den Weingärten, während der 31jährige Johann Junior, Hans genannt, seit 11 Jahren als Kellermeister die Trauben zum Wein verführt und die inzwischen legendäre Burgunderstilistik initiiert hat. Er hatte in Klosterneuburg studiert und 2012 die Matura abgelegt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit der Einzigartigkeit seines Weinstils verbreitete sich auch ein richtungsweisendes Prädikat für Hans, das mit einem Wort seine große Leidenschaft ausdrückt: der Burgundermacher. Er ist nämlich Mitglied in der Vereinigung DIE BURGUNDERMACHER, zu der sich vor zwanzig Jahren Winzer aus Tattendorf, Teesdorf und Oberwaltersdorf, also aus dem sogenannten Steinfeld, zusammenschlossen, um mit den Burgundersorten St. Laurent und Pinot Noir innovative und individuelle Stilistiken und Lebensfreude in die Flaschen zu bringen. Heute gehören acht Winzer der Vereinigung an, die ihre fachliche und freundschaftliche Vernetzung nutzen, um Qualität auf höchstem Niveau anzubieten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Was die Familiengeschichte der Gispergs angeht, so ist Hans ganz sicher Johann der Dritte, aber in wievielter familiärer Generation hier Wein gemacht wird, hängt davon ab, ab wann man zu zählen beginnt. Der landwirtschaftliche Betrieb in der Hauptstraße wurde jedenfalls erstmals durch Grundbucheintrag von 1690 als Eigentum der Familie Hufnagel erfasst und durch Heirat 1789 an die Familie Lechner weitergegeben. Der unmittelbare familiäre Stammbaum des gemischten Betriebs mit Weinbau und des Weinguts der Familie Gisperg reicht bis 1874 zurück, als die Lechners an Familie Zöchling verkauften. Durch Geburten und Heirat gelangte der Betrieb an Familie Wanzenböck, die ihn 1964 durch Eheschließung von Hedwig Wanzenböck mit Johann Gisperg dem Ersten in die heutige Linie gab. Im selben Jahr kam Johann Gisperg der Zweite – heute der Senior – zur Welt und heiratete 1989 Erika Seitz. Aus der Ehe stammen die Kinder Petra, Christian und Johann der Dritte – heute der Junior. Johann jun. wiederum heiratete 2020 Maria Brkovic, 2021 wurde Tochter Leonie geboren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Neben der familiären hat das Weingut auch eine komplexe bauliche Geschichte: Das heutige Gebäude geht zurück auf Um- und Ausbauten in den Jahren 1969 bis 1971, als das Heurigenlokal – wie noch einmal in den 90er Jahren – erweitert und der Flaschenweinkeller und das Wohngebäude umgebaut wurden. Seit damals ziert auch der Sgraffito mit Weinbau-Motiv die Fassade. Ein Fassweinkeller entstand 1975 und wurde 1998 zusammen mit dem Presshaus erneuert.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weingärten des Weinguts Johann Gisperg umfassen 16,5 Hektar Rebflächen in Teesdorf und Tattendorf. Die nach Süden und Osten geöffneten Weingartenfluren südlich von Teesdorf liegen in den Rieden Kirchfeld, Rotes Kreuz und Gestein. Die Weingärten südöstlich von Tattendorf erstrecken sich auf Süd- und Südosthängen der Rieden Holzspur und Weißes Kreuz. Geografisch, geologisch und klimatisch hat das Steinfeld im Wiener Becken bei Teesdorf und Tattendorf allerbeste Voraussetzungen, um es gerade Burgunderrebsorten wie Pinot Noir, St. Laurent oder Chardonnay angenehm zu machen und sowohl würzige Rotweine als auch elegante Weißweine entstehen zu lassen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Um Teesdorf herum sind die Bodenschichten geprägt von Kalksteinablagerungen des einstigen Urmeeres, des Pannonsees und von eiszeitlichen Flussschottern. Um Tattendorf herum findet man vorwiegend extrem karge Kalkschotterböden. Hier wie dort ist der grobsteinige wärmespeichernde Kalkstein teilweise mit Kalkmergel, Lehm und Ton oder Verwitterungserde abgedeckt bzw. vermengt, genau wie in den qualitativ wertvollsten Lagen des Burgund. Die Kalkschotterböden sind besonders durchlässig, so dass jegliche Feuchtigkeit nach starken Regenfällen rasch abgeleitet wird. Vom Osten kommen allmorgendlich schon die ersten Sonnenstrahlen vom Leithagebirge. Bei Sonneneinstrahlung erwärmen sich die Böden schnell und speichern die Wärme bis in die Nacht. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht fördern Aromenreife und Zuckerbildung einerseits und frische Frucht und Säure andererseits.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Durch den Wienerwald und dem dahinter liegenden Alpenvorland sind die Weingärten vor starken West- und Nordwestwinden geschützt. Stattdessen wehen durch die Rebzeilen angenehme pannonische Winde, die wärmen und die Trauben nach einem der eher seltenen Regenfälle schnell abtrocknen und damit Pilzbefall verhindern. Die Sommer sind heiß und ebenso trocken wie der Herbst, die Winter sind recht kühl und lang. Das führt dann schon mal zu extrem aufwändigen Maßnahmen zum Schutz vor Spätfrösten bis minus 20° C. Dabei reicht es oft nicht aus, nur einzelne Flächen mit einer Frostberegnung abzudecken. Deshalb wird entlang der Weingärten gegen Mitternacht mit Wasser getränktes Stroh an den sogenannten Rauchstellen entzündet, um bis zum Absinken der Temperatur auf 0° C eine flächendeckende Rauch-Dampfdecke zu bilden. Diese verhindert das Entweichen der Bodenwärme und somit ein Abkühlen der Luft in Bodennähe. Zusätzlich erfolgt in den Morgenstunden die Unterstützung durch Hubschrauber, um die warme Luft von oberen Luftschichten nach unten zu wirbeln.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weingärten sind zu rund 65 % mit den Rotweinsorten St. Laurent, Merlot, Cabernet Sauvignon, Blauer Portugieser, Spätburgunder und Zweigelt bestockt. Als weiße Sorten werden Weißburgunder, Riesling, Neuburger, Grüner Veltliner, Grauburgunder, Frühroter Veltliner und Chardonnay angebaut. Abgefüllt werden alljährlich rund 90.000 Flaschen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Aufteilung der Verantwortlichkeit in den Weingärten und im Keller folgt bei den Gispergs einem ganz familieneigenen und geradezu vorbildlichen Streben nach Harmonie. Die hat über die Jahre auch die Philosophie des Weinmachens bestimmt und so manch eindrucksvolle und bewundernswerte Weinstilistik ermöglicht. Dabei rennt Familie Gisperg nicht jedem Trend hinterher, sondern entwickelt die Traditionen mit Verstand und Leidenschaft weiter. Wichtig dafür sind ein menschliches Umgangs- und Arbeitstempo mit Augenmaß und Respekt, die Offenheit für neue Ideen und die Neugier auf große Erlebnisse. Die Gispergs möchten die alljährliche Gabe der Natur nicht verformen, sondern sie begleiten und ihr dabei einen ganz persönlichen Charakter mitgeben, in dem sich alles ausdrückt, was die Familie als lebens- und erlebenswert empfindet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den Weingärten darf sich jeder der mehr als 65.000 Rebstöcke über die zehn bis zwanzig jährlichen Besuche von Johann Senior freuen, der mit Jahrzehnte langer Erfahrung die verschiedenen Rebsorten ganz individuell betreut. Das lässt sich weder als klassisch integriert, biologisch noch bio-dynamisch einordnen, sondern setzt pragmatisch und ideologiefrei eine naturnahe, umweltschonende und Ressourcen bewahrende Bewirtschaftung um, die ausschließlich per Handarbeit erfolgt. Die Reben sollen sich wohlfühlen, Ruhe haben und die Natur genießen, um sich sortengerecht entwickeln zu können. Sorgsam wird jeder Stock mit Rebschnitt, gezielter Laubarbeit, dem Ausdünnen der Trauben und mit organischem Rindermist aus dem nahegelegenen Helenental durch die Vegetationsperiode geführt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Ernte erfolgt per Hand und mit strenger Selektion, um nur gesundes und qualitativ hochwertiges Lesegut in den Keller zu bringen. Selbst auf diesem Weg werden die Trauben freundlich behandelt, hat das Weingut sich doch schon vor zwanzig Jahren vom Lesewagen verabschiedet und transportiert seitdem die Trauben vorsichtig in Kisten auf die Kelter, wo sie in der Traubenübernahme nochmals sortiert werden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Keller werden alle Weißweine bis auf den „Burgunder Exklusiv“ und die weißen Reserven im Stahltank vergoren und ausgebaut. So bringen die Weine die Rebsorte und das Terroir mit lebendiger Frische, kühler Frucht, herkunftstypischer Mineralik und charaktervoller Finesse ins Glas. Die Rotweine genießen zur Maischegärung und Reifung große Holzfässer und Barriques aus österreichischer oder französischer Produktion. Der Holzeinsatz soll die Eigenarten der Rotweine hervorheben und unterstützen und kein sensorisches Eigenleben entwickeln, das Frucht und Sortentypizität erschlägt. Bei der Abfüllung werden die meisten Flaschen mit Grano-Korken aus der Thermenregion verschlossen, die durch verschiedene Eigenschaften besonders umweltfreundlich sind und eine konstante und einheitliche Flaschenreife garantieren. Ein Teil der verwendeten Flaschen besteht aus Leichtglas, das aufgrund der geringeren Glasmenge einen niedrigeren CO2 Abdruck hat. Alle Flaschen können von der Kundschaft zurückgegeben werden und treten nach Entfernung des wasserlöslichen Etiketts ein neues Leben an.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Sortiment ist seit 2021 in eine Herkunftspyramide eingestellt und hat die bisherigen Linien Riedenwein, Exklusiv und Klassik geschickt integriert. An der Spitze der Pyramide stehen wie bisher die Riedenweine, dann kommen die Ortsweine der Linie Exklusiv aus Teesdorf und Tattendorf, darunter die Gebietsweine der Klassik-Serie und an der Basis der Pyramide die Weine der Linie Leicht &amp;amp; Fruchtig. Die Reserven von Chardonnay, Weißburgunder, Grauburgunder, St. Laurent, Pinot Noir, Zweigelt, Cabernet Sauvignon und Merlot und die weiße Cuvée „Burgunder Exklusiv“ werden als Premium-Weine geführt. Mit dem „Gisperg Brut“ umfasst das Sortiment auch einen eigenen Sekt. In geeigneten Jahren werden zudem süße Prädikatsweine ausgebaut. Darüber gibt es auf dem Hof kleine Schmankeln und Leckereien wie Tresterbrand, Traubensaft, Traubengelee und Rotweinschokolade. Ausdrücklich muss man das gute Preis-Leistungs-Verhältnis der Weine hervorheben, neigt doch leider so mancher Jungwinzer dazu, abgehobene Preise als Vermutung für Qualität zu missbrauchen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Gisperg hat regelmäßig zum Hofverkauf geöffnet, bietet aber auch einen umfassenden Online-Shop auf einer eigenen, hochinformativen Website, die zu den besten Internetauftritten von Weingütern in Österreich gehören dürfte. Im teils sonnigen, teils schattigen Innenhof kann man alle Weine verkosten und dann in den Gästezimmern Frühwirth vis a vis vom Weingut übernachten und von hieraus die wunderschöne Thermenregion erkunden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten einen Sekt und elf Weine aus dem Weingut Johann Gisperg verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Blanc de Blancs brut&lt;br/&gt;Das ist wirklich ein „Weißer von den Weißen“ aus Chardonnay, Grünem Veltliner und Riesling – die etwas andere Champagner-Assemblage. Aber das soll nur eine scherzhafte Anmerkung sein und kein Maßstab. Den haben die Gispergs nämlich gar nicht nötig, denn der nach traditioneller Methode flaschenvergorene Sekt strahlt eine raffinierte Eigenständigkeit aus. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wie es sich gehört, perlt er fein und lange. Er verströmt sein Bouquet nicht aufdringlich, vielmehr entfalten sich die Düfte diskret und distinguiert. Wir nehmen Zitrusfrüchte wahr, grüne Äpfel und Birnen, einen herb-hefigen Touch und eine scheue pflanzliche Note. Die coole Fruchtigkeit und die dezente Mineralik im Geschmack steigern seine lebendige Frische und das Trinkvergnügen zum hochwertigen Genusserlebnis. Dabei vermählen sich am Gaumen leicht nussige, hefige und warme Töne zu einem angenehm schmelzigen Abgang mit elegant harmonischer Substanz. Betrachten Sie den Blanc de Blancs brut bloß nicht nur als Apéritif, seien Sie mal mutig und reichen Sie ihn zur als tonno tonnato oder mit Ananas zubereiteten zarten Putenbrust oder zu einem Räucherlachs mit Sanddorn-Meerrettich-Dip.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Klara Gemischter Satz&lt;br/&gt;Gemischter Satz bedeutet traditionell die gleichzeitige Ernte der Trauben und die gemeinsame Vinifizierung im Keller. Im Gegensatz zur Cuvée, bei der die Rebsorten-Weine im Keller irgendwann assembliert werden, wird beim gemischten Satz alles, was dafür im Weinberg wächst, in trauter Verbundenheit gekeltert. Diese Art des Weinanbaus war bis zum 19. Jahrhundert überall in Europa gebräuchlich, am längsten hat er sich in der Wiener Umgebung und als „Mischsatz“ in der Steiermark gehalten. Durch EU-Verordnung von 2009 wurde die Bezeichnung gemischter Satz geschützt und ist Weinen aus Österreich vorbehalten. Im Weingut Johann Gisperg werden Trauben vom Grünen Veltliner, Riesling und Muskat Ottonell im gemischten Satz vereint, die in den vom Weingut bewirtschafteten Weingärten von Tante Klara wachsen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas entfaltet sich eine reichhaltige Duftigkeit von knackigen Äpfeln und einem Meer weißer Blüten, alles abgerundet mit feinen vegetabilen bis kräutrigen Tönen und einem dezent nussigen Touch. Ab und an weht ein Hauch Cassis heran, der vermutlich vom Riesling stammt. Im Mund verteilen sich eine kühle Frische und eine Fruchtigkeit, die weit über die Bukettaromatik hinausreicht und von kleinen Zitrus-Spitzen begleitet wird. Dabei geben die aktive Säure, die modern salzige Mineralik, eine kleine pikante Note und eine winzige Gerbstoffspur dem jugendlichen Wein bis ins Finale hinein ordentlich Schwung. So ist eben Tante Klara – so heiter, schwungvoll und lebenslustig wie diese Cuvée.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Weissburgunder Thermenregion Klassik&lt;br/&gt;Zwar liebt die Weißburgunderrebe keine reinen Gesteinsböden, doch die Kombination von Kalkschotter mit Kalkmergel, Lehm oder Ton plus Wärme plus verlässliche Wasserzufuhr macht das Terroir der zentralen Thermenregion zu einer Toplage für den weißen Burgunder. Über die weitere Voraussetzung, um Super-Lesegut zu erzielen, nämlich Reifegrade oberhalb der absoluten Untergrenze von 80° Öchsle, lacht das Mikroklima im Steinfeld nur.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir haben einen vollständig im Edelstahltank ausgebauten strohgelben Wein im Glas, der grünlich aufblitzt. Er lässt zarte Aromen von Bergamotte, Klaräpfeln und Birnen erschnüffeln, leicht nussige, würzig-vegetabile und florale Anklänge kommen hinzu. Dann schmatzen wir auch schon auf der Seele dieses Weißburgunders herum: Er ist trocken, die Säure ist schlank und präsent und unterlegt von den frischen Früchten aus der kühlen Bukett-Aromatik, ergänzt durch weiße Blüten und interessante nussige und würzige Nuancen. Dazu kommt die Mineralität aus der Kalklage, die sich nicht unbotmäßig aufdrängt, aber mit guter Cremigkeit nachhallt. Ein extraktreicher, recht eleganter und charaktervoller Weißburgunder mit kräftigem Körper. Der Wein macht Freude zum Spargel und hat bestimmt nichts gegen Jakobsmuscheln oder ein bürgerliches Hühnerfrikassee.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Burgunder Teesdorf Exklusiv&lt;br/&gt;Das ist eine weiße Burgunder-Cuvée aus den Sorten Chardonnay und Weißburgunder, mit der Johann Gisperg eine ganz eigene Stilistik in die Weißweinwelt der Thermenregion gesetzt hat. Wer die kleinen vitikulturellen Sperenzchen des Chardonnay im Griff hat und ihn dann sorgfältig vinifiziert, schätzt es, dass er sich im Keller gerne jedem Experiment aussetzt und dann mit höchst unterschiedlichem Stil und Charakter bedankt. Entscheidend ist, welche Klone im Weingarten gepflanzt sind, denn die aus der Neuen Welt liefern ganz andere Weine als die aus Burgund. Wir deuten den Weinstil von Johann Gisperg dahin, dass der Chardonnay aus Burgunder-Klonen generiert wurde. So richtig interessant wird es natürlich, wenn man mit dem Chardonnay eine Cuvée komponiert. Dabei war die Verbindung mit Weißburgunder schon immer beliebt, anfangs im gemischten Satz, heute vor allem deshalb, weil sich der Chardonnay mit seiner feinen Würze und Tiefe und der Weißburgunder mit seiner intensiven Fruchtigkeit zu vollendeter Harmonie ergänzen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Cuvée fokussiert in erstaunlichem Maße die Fruchtigkeit der Burgundersorten, ohne durch zuviel Holz abzulenken, obwohl der Wein im gebrauchten Barrique reifte. In der Nase bemerken wir Anklänge an frühreife Haselnüsse, Orangen, eingemachte Mirabellen und weiße Blüten mit deutlichen Ahnungen von Röstaromen. Die Cuvée ist im Geschmack ungemein cremig und zugleich kräftig. Die feine Würze liefert der Chardonnay, wohl auch die kalkige Mineralik und die feine Säure. Wir genießen das fruchtbetonte, aromatische Finish mit den punktgenau gelandeten toastigen Holztönen und den Anmutungen von exotischen Früchten und Feigen. Die Fruchtigkeit, die feinen Röstaromen und die Extraktfülle passen gut zu einem Welt-Klassiker der Gourmet-Küche: Roasted chicken with honey-sesame carrots. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Chardonnay Teesdorfer Ried Gestein Reserve&lt;br/&gt;Die Ried Gestein südöstlich von Teesdorf liegt gleich neben dem Bahnhof und der Wache der Freiwilligen Feuerwehr. Hier beherrscht kalkiger, mit Schwarzerde-Verwitterungsboden leicht abgedeckter Flussschotter das Terrain. Der Chardonnay lässt sich im Keller mit Hilfe der Gärungsprozesse und der Reifung im Holz stilistisch wunderbar verzaubern. Der Teesdorfer Rieden Chardonnay ist ein fruchtiger, strahlender Chardonnay ohne Neue Welt Allüren. Wer europäisch mineralische Chardonnays mag, wird von diesem Riedenwein begeistert sein und ihn sogar einem burgundischen Chardonnay wie dem Chablis vorziehen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase offeriert er freigiebig ein leicht florales Bukett von der herbstlichen Wildblumenwiese, dazu gelbe Äpfel, einige Tropenfrüchte und klitzekleine Nuancen von Nüssen und Nougat. Im Mund schmeichelt er sich ein mit einer leicht kräutrigen Würze, grünweißen Delicious-Äpfeln und Maronen. Irgendwo entdecken wir geschmacklich auch eine Paranuss, eine Scheibe Toastbrot und einen Hauch Zimt. Im langen Abgang trumpft er noch einmal auf mit seiner brillanten Fruchtigkeit, seiner salzigen Mineralik, dem dezenten Gerbstoffgriff, der glattgeschliffenen Säure und der frischen Struktur. Wenn Sie ihn solo trinken, dann aus einem mittelgroßen Rotweinglas. Und stellen Sie sich vor, er würde mit einem Blanc de Noirs vom Pinot Noir assembliert und zu einem flaschenvergorenen Sekt gemacht werden, Wow. Und wem sollte das in der Thermenregion gelingen, wenn nicht Johann Gisperg? Kommen wir wieder runter und genießen den Chardonnay aus der Teesdorfer Ried Gestein ganz irdisch zu einer Dorade in Beurre-Blanc.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Giovanni&lt;br/&gt;Giovanni ist schlicht die melodische italienische Version des Namens Johannes und hat nicht unbedingt etwas mit den lüsternen kriminellen Machenschaften des Mozarthelden zu tun. Der italienische Schwung deutet auf die Trinkfreudigkeit dieses Weins hin, mit dem der perfekte Einstieg in die Rotweinwelt von Johann Gisperg gelingt. Es ist eine Cuvée aus Zweigelt, St. Laurent und Rösler. Zum Rösler wird bei der Kontrast-Cuvée noch Einiges zu sagen sein. Jetzt erkunden wir erst einmal die burgundisch markierte rote Universalcuvée. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase haben wir reife Johannisbeeren, Himbeeren, Brombeeren und einen gewissen pflanzlich-kräutrigen Rahmen mit einer milden floralen Abrundung. Am Gaumen kommen all die reifen Beeren an, dazu Zwetschgen, getrocknete Feigen, Zimt, Nougat und Nüsse. Alles wird eskortiert von einem dezenten Vanillearoma, harmonierenden Röstaromen und einer leichten mineralischen Salzigkeit. Der Wein hat Struktur, strotzt von Extrakten und wirkt dank seiner nur 12,5 Volumenprozent Alkohol erstaunlich frisch. Er hat eine angenehm zurückhaltende Tanninstruktur, wenig Säure und zeigt einen saftig-mineralischen Ausklang. Er passt hervorragend zu Penne mit Gemüse und Pecorino-Streifen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Pinot Noir Tattendorf Exklusiv&lt;br/&gt;Die Pinot Noir Rebe zickt bekanntlich im Weinberg bei jeder Gelegenheit herum und merkt sich jeden An- und Ausbaufehler. Wo sie sich indes wohlfühlt und das Terroir im Übrigen stimmt, läuft sie zu Höchstformen auf und liefert absolute Spitzenweine. Sie mag kalkreiche Böden, so dass die Kalkschotterböden um Tattendorf herum beste Voraussetzungen bieten. Wenn dann noch Erfahrung und Leidenschaft des Winzers hinzukommen, darf man Großes erwarten, zumal dieser Wein im vorbelegten Barrique ausgebaut ist.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase drängeln sich sogleich sortentypische Aromen von Waldhimbeeren, Preiselbeeren, Brombeeren, reifen Kirschen und einigen Iris-Blumen. Am Gaumen entwickeln sich die kühlen Fruchteindrücke in einem sanften Körper weiter. Bis in den langen Abgang hinein ist alles gut austariert: die Würze, der kleine Hauch von Marzipan, die feine Mineralität vom Kalkstein, die angenehm strukturierte Säure und die samtigen Tanninspitzen. Um die Eleganz, Ausdauer, Langlebigkeit und das fruchtige Bukett dieses Pinot Noir zu erreichen, brauchte man nicht nur den richtigen Weingarten, sondern vor allem handwerkliches Können, Inspiration und Geduld – alles vorhanden beim Burgunderspezialisten Johann Gisperg. Dieser Pinot Noir Ortswein ist ein sehr vielseitiger Speise-Begleiter und kann sich zu einem deftig geschmorten Ochsenschwanz sehen lassen, ebenso gut auch zu einer weinreichen Brotzeit.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 St. Laurent Teesdorfer Exklusiv&lt;br/&gt;Der St. Laurent zählt zur Burgunderfamilie und gehört neben dem Blaufränkisch zu den Eltern des Zweigelt. Er nimmt in Österreich eine Rebfläche von knapp 600 Hektar ein. Sowohl im Weingarten als auch im Keller ist die St. Laurent Rebe ein wehleidiges Sensibelchen, das gute Lagen verlangt und empfindlich ist, was Früh- und Spätfröste sowie Verrieselung angehen, so dass sie oftmals mit niedrigen Erträgen reagiert. Sie bedankt sich allerdings mit tollen Weinen, wenn man sie nett behandelt und die kleinbeerigen Trauben entgegen den verbreiteten Usancen erst sehr spät erntet. Dieser Teeesdorfer Ortswein aus der Exklusiv-Linie wurde in gebrauchten Barriques vinifiziert. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas strahlt der Wein in einem markanten Rubingranat und blitzt violett auf. Dunkle Beerenfrüchte wie Heidelbeeren, Schwarze Johannisbeeren, Brombeerkonfit, Holunderbeeren – die Aromen nehmen nach minutenlanger Belüftung mächtig Fahrt auf. Schwarzkirschen kommen hinzu, nussige und tabakige Anklänge und eine Abrundung von Karamell und Nougat. Geschmacklich ist es ein sehr eleganter und eindrucksvoll ausbalancierter Wein, der in keiner Richtung übertreibt. Die Säure drängelt sich nicht vor, sondern lässt einer kleinen Restsüße, die an den sanften Holzton ankoppelt, noch ausreichend Raum. Zum Fruchtspektrum kommen Feigen, einige Zwetschgen und eine winzige Tönung von roter Grapefruit hinzu. Die allgegenwärtigen Tannine tänzeln beschwingt und geschmeidig in einen würzig-pikanten Abgang, der deutlich mineralisch unterstützt wird. Der Wein hat eine feine Struktur, steht gut im Saft und präsentiert sich lebendig mit dichtem Körper und fülligem Rückgrat. Er geht auch zu einem kräftig gewürzten Wildgulasch mit Waldpilzen nicht unter und glänzt geradezu neben einem Hirschfilet mit Cassissoße.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Merlot Steinfeld Reserve&lt;br/&gt;Der Aufwand im Weinberg für die Merlot-Rebe ist beträchtlich: Eine dichte Kontrolle der Reifung ist unerlässlich, eine strenge Selektion bei der Lese unbedingt erforderlich. Das alles lohnt sich indes nur, wenn in den Weingärten Boden und Klima stimmen – so wie im Steinfeld. Die kühl-luftigen Höhenlagen, die Wärme speichernden Kalkschotterböden und die Abkühlung in den Nächten dürften der Merlot-Rebe gut gefallen. Die Sorte kommt zwar auch mit Hochofen-Hitze ganz gut zurecht, mag es aber nicht dauerhaft heiß, sonst reift sie zu schnell und kann nicht ihre weiche, runde Art entwickeln.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Farblich funkelt der Merlot Reserve im Glas mit einem intensiven, leuchtenden Granatrot und purpurnen Reflexen. Er präsentiert ein ganz besonderes Aromenspektrum aus herbstlich-robusten Richtungen mit reifen Kirschen, Gewürzen, Schwarzen Johannisbeeren, etwas Mokka, Zedern und Minze. Immer wieder sammeln sich duftige Kräuter und Trockenblumen in der Nase, die auch mineralische Noten aufnimmt. Am Gaumen überzeugen spontan die üppige, geradezu verschwenderische, saftige Frucht von Weichselkirschen, Waldbeeren und Zwetschgen, dazu gut abgestimmte röstig-vanillige Holztöne, Haselnüsse und feinherbe Schokolade. Die Wärme des Kalksteinschotters hat der Merlot-Frucht Temperament und Tiefe mitgegeben, der Ausbau im Barrique hat den Gerbstoffen die Spitzen genommen, die sich dementsprechend feinkörnig und galant mit einer Nebenrolle begnügen, ohne im Hintergrund völlig zu verschwinden. Im Finish vereinen sich die salzige Mineralität, ein feiner fruchtsüßer Schmelz und die schöne Saftigkeit. Das ist ein Merlot, der seine Herkunft und die Vermählung der Rebe mit dem Terroir sehr gut nachvollziehen lässt. Er fließt entspannt und markant samtig über die Zunge. Gönnen Sie dem Merlot Steinfeld Reserve einen Auftritt als Solisten und beleidigen Sie ihn vor allem nicht mit den üblichen verdächtigen reifen Käsesorten. Wenn es unbedingt ein Foodpairing sein muss, dann ein Wildschweinrücken vom Frischling oder Überläufer aus dem Rohr.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2019 Kontrast Steinfeld Reserve&lt;br/&gt;Der Kontrast ist eine Cuvée aus St. Laurent, Rösler, Merlot und Cabernet Sauvignon. Es war die erste Kreation von Johann Jun. und seiner Bezeichnung entsprechend als Aufmüpferwein gedacht und gemacht. Die aktuellen Jahrgänge würde man freundlicher als unplugged einstufen, harmlos ist der Wein aber immer noch nicht. Das liegt schon am Rösler, eine in Österreich seit 2000 zugelassene komplizierte Neuzüchtung aus den 1970er Jahren vom Klosterneuburg, an der Zweigelt und Blaufränkisch beteiligt sind. Der Name kommt vom 1910 verstorbenen Institutsdirektor Roesler. Die Sorte gehört zu den mehltauwiderstandsfähigen PIWIS und hält bis minus 25°C Frost aus, was im Steinfeld mit seinen unberechenbaren Früh- und Spätfrösten gut passt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Wein funkelt im Glas in einem tiefdunklen Rubinrot mit Granatreflexen. In der Nase laden reife Schwarze und Rote Johannisbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren ein, sogar Kirschen lassen grüßen. Blonder Tabak, Mokka und getrocknete Kräuter winden sich in der Nase ebenso wie eine winzig kleine Rauchfahne. Wir schmecken Frische, kühle Frucht, einen mineralischen Support und süßlich-pikantes Holz mit charmanter Tannin-Note, alles vorbildlich harmonisch und im Finish sagenhaft saftig. Das ist kein burgundischer Typ, vielmehr erinnert er an Bordeaux-Cuvées erster Güte Richtung linkes Ufer. Ein stoffiger, intensiver und angenehmer roter Trinkwein mit einem kraftvollen Körper, der sich ohne Diskussionsrisiko zu den großen Drei – Lamm, Rind und Wild – servieren lässt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Zweigelt Ried Holzspur Reserve&lt;br/&gt;Die Tattendorfer Ried Holzspur erstreckt sich auf einer flachen Ebene in 224 Metern Meereshöhe südöstlich des Ortes. Die meisten Rebzeilen sind nach Süd-Südwest ausgerichtet. Der Boden ist tiefgründig von Kalkstein-Flussschotter durchzogen, die Abdeckung aus Schwarzerde-Verwitterungsboden hat an einigen Stellen Lehmeinschlüsse. Der Name der Riede kommt von den Fuhrwerken, die mit ihren Holzrädern tiefe Spuren im Weingarten hinterließen. Ein erfolgreicher Zweigelt in der Flasche setzt voraus, dass die Zweigeltfrucht durch ein ordentliches Gerüst gestützt wird. Er darf nicht durch zu lange Maischestandzeiten gerbstofflastig werden und muss nach der Gärung viel klare Frucht und Struktur haben, damit er das Barrique überhaupt verträgt und die Aromen nicht in der Holz- und Tannindosis untergehen. Wenn der Wein dann noch einer ist, den seine Herkunft aus der Ried Holzspur mit einer präzisen Mineralik versorgt hat, ist er ganz oben auf dem Treppchen angelangt. Dann sind auch diejenigen verblüfft, die ihn zuweilen hochmütig als österreichische Spezialität belächeln. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Zweigelt Ried Holzspur imponiert im Glas durch seine glanzvolle, tiefrote Farbe mit violetten Randreflexen. Er kündigt sich mit einem herrlich süßlich-würzigen Bukett an voller Schwarzkirschen, dunkler Beerenfrüchte, Backpflaumen und etwas Nougat nebst Vanille. Dazu gibt es kleine Düftchen aus dem Gewürzschränkchen zum Beispiel von Wacholder. Schon in der Nase wirkt der Wein kernig und komplex. Am Gaumen führt er körperreiche Fülle und Frucht mit einer druckvollen Lebendigkeit zusammen. Das nuanciert wahrnehmbare Bukett-Spektrum wird geschmacklich noch verfeinert durch eine dezente Verbindung leiser Töne von aromatischen Gewürzen, von Schokolade, Sesam und Süßholz. Würzige Barrique-Noten und feine Tannine ohne jede Aggression begleiten einen fast frischen, mineralischen und saftigen Abgang. Ein Wein, der schon jetzt durch seine Machtfülle und die wunderbare Verbindung von dichter Struktur und Finesse beeindruckt, aber auch noch eine spannende Zukunft vor sich hat. Geben Sie ihm beim Genuss Zeit und Luft, dann bedankt er sich mit einem magischen Zweigelt-Erlebnis. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 St. Laurent Ried Holzspur Reserve&lt;br/&gt;Der Flussschotter-Schwemmlandboden und das Mikroklima in der Tattendorfer Ried Holzspur sind genau richtig für die Rebsorte St. Laurent. Gut ausgereifte Trauben bringen zudem ordentliche Extraktwerte, gleichzeitig ist das Säurepotenzial recht hoch. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir nehmen in der Nase ein zartherbes Weichselbukett wahr und einige dunkle Beeren, alles aufgehellt von einem Touch Holunderblüten, dezenten Gewürznuancen, feinsten Holzaromen und von zarten ätherischen Tönen. Geschmacklich kommen sortentypisch am Gaumen als erstes die Sauerkirschen an, Typ Morellenfeuer. Wir spüren aber auch dunkle Waldbeeren, einige Rote und Schwarze Johannisbeeren und sogar Brombeeren auf. Die Würze, die angemessen zurückhaltenden röstigen Nuancen, die salzige Mineralik und die seidigen Tannine bilden einen harmonischen, herrlich saftigen Rahmen. Der solide Extrakt mit der fröhlichen Säure des Jahrgangs 2020 gibt dem Wein eine für einen St. Laurent nicht selbstverständliche Substanz. Der frisch-säuerliche Kirscheinschlag stellt die Rebe perfekt dar – man sollte im St. Laurent-Wein nicht ständig nach der Pinot-Typik der Sorte suchen. Ein komplexer, charaktervoller Wein, der Kraft, Finesse und Eleganz vereint. Noch das Wort zur Speise: Wie wäre es zu diesem St. Laurent mit kräftig gewürzten Weinbergschnecken oder einer klassischen gebratenen Ente aus dem Rohr? Der St. Laurent Ried Holzspur Reserve war mit dem Jahrgang 2019 Sortensieger bei Falstaff und „Grand Cru-Sieger“ bei À la Carte.&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Das Top-100-Weingut Forstreiter &#13;im Kremstal in Niederösterreich: Vollendeter Geschmack und höchste Qualität für Genießer&#13;</title>
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      <pubDate>Mon, 6 Mar 2023 10:45:44 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Eintrage/2023/3/6_Das_Top-100-Weingut_Forstreiter_im_Kremstal_in_Niederosterreich__Vollendeter_Geschmack_und_hochste_Qualitat_fur_Genieer_files/xDaniel%20Meinhard%20Isa.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.an-den-vier-enden-der-welt.de/Magazin/Lifestyle-News/Media/object001_27.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:182px; height:132px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Das spezifische Weinanbaugebiet Kremstal westlich der angrenzenden Wachau gehört weinbaumäßig zum großen Anbaugebiet Niederösterreich. Bereits im Jahr 973 gab es hier Weingärten des Bistums Passau, bald schon ließen auch Bischöfe aus Salzburg und Bayern in großem Umfang Weingärten anlegen. Über vierzig Klöster bekamen bis zum 16. Jahrhundert Rebflächen als Stiftung zuerkannt. Heute bewirtschaften im Anbaugebiet Kremstal 280 Betriebe eine Anbaufläche von knapp 2.250 Hektar.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weingärten erstrecken sich von Nordwesten bei Senftenberg kommend auf einem rauen Hochplateau und an steilen Urgesteinshängen entlang des idyllischen Flüsschens Krems und südlich der Donau bis zum Stift Göttweig; nach Osten hin grenzen sie bei Langenlois an das Gebiet Kamptal. Krems an der Donau ist bekannt für renommierte Weingüter und modernste Großkellereien, hier gibt es die größte Winzergenossenschaft Österreichs, eine Weinbauschule und ein Weinbaumuseum.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dort, wo die Donau das Städtchen Krems mit einem Bogen nach Süden verlässt und die Krems einmündet, liegt auf dem südlichen Donauufer das Örtchen Hollenburg. Es gehört verwaltungsmäßig zwar zur Stadt Krems, liegt aber außerhalb des bebauten Stadtgebiets umgeben von Weingärten, Feldern und Waldstücken. Wir sind hier rund 70 km nordöstlich von Wien, im Westen ragt das weithin sichtbare Stift Göttweig mit dem 1072 gegründeten Benediktinerkloster auf.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Oberen Hollenburger Hauptstraße Nr. 36, abseits der Kremser Schnellstraße, befindet sich nicht weit vom Badestrand und in Sichtweite der malerischen Ruine des Castello Bertholdstein das WEINGUT FORSTREITER. Seit 1868 macht die Familie hier Wein. 2001 übernahm Meinhard Forstreiter den Betrieb von Vater Meinhard Sen. und Mutter Hermine und führt ihn zusammen mit Ehefrau Isabella nunmehr über 20 Jahre lang. Seit 2017 ist auch Sohn Daniel in fünfter Generation im Betrieb tätig und fungiert zusammen mit seinem Vater als Kellermeister. Tochter Kerstin arbeitet seit letztem Jahr mit dem Bachelor in International Wine Business in der Sektkellerei Mauthner im Weinviertel. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als Meinhard Fortstreiter den elterlichen Betrieb übernahm, gehörten 13 Hektar Weingärten dazu, inzwischen werden 55 Hektar bewirtschaftet. Sie liegen in den Rieden Kremser Kogl, Schiefer und Tabor, die zu den besten des Anbaugebiets gehören, sowie in den Rieden Neuberg, Hollenburger Kreuzberg und Rosengarten im Traisental direkt hinter der Grenze des Kremstals. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Böden sind von dem bekannten Hollenburger Konglomeratgestein durchzogen, das teilweise mit meterhohen Lössschichten bedeckt, an anderer Stelle auch von Sand durchmischt ist. Geologisch gehören die Böden zur Hollenburg-Karlstetten-Formation. Hier hat vor etwa 15 Millionen Jahren die aus den südlich gelegenen Kalkalpen heranströmende Ur-Traisen groben, kalkig-dolomitischen Schotter antransportiert und im Delta des urzeitlichen Parathetysmeer aufgetürmt. Dieser Schotter hat sich über die Jahrmillionen mit Sand und Mergel zu dem kalkig verkitteten Konglomerat verfestigt, das die Böden um Hollenberg auszeichnet. Löss wiederum ist ein Staubsediment, das in der Eiszeit aus dem Alpenraum ins Kremstal herangeweht wurde. Die Weingärtner erfreuen die hervorragenden Eigenschaften des Lössbodens wie Wärme- und Wasserspeicherfähigkeit, Nährstoffgehalt und Feinkörnigkeit. Löss ist oftmals Verursacher fruchtbetonter Power-Weine.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hinzukommt ein dem Weinbau sehr förderliches Mikroklima. Es wird bestimmt von dem einmündenden Flüsschen Krems, den großen Wasserflächen der mächtigen Donau und den weiten Wäldern. Die Reben genießen die harmonische Vermählung der von Osten einströmenden pannonisch-milden Wetterlagen mit nördlich-kühlen Akzenten. Selbst in Hitzejahren folgt den heißen Sommertagen in der Nacht die Kühle von der Donau, dem bewaldeten Hügelland und aus dem nahen Waldviertel. Die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, die hohe Luftfeuchtigkeit und der verbreitete Morgennebel gerade zur Reifezeit verlängern die Vegetationsperiode und fördern am Ende Aromen, Würze, tiefgründige Frucht, Finesse, Tiefe und Komplexität in den Weinen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Weingärten von Familie Forstreiter sind zu 80 % mit Weißweinsorten bestockt, zu 20 % mit roten Sorten. Hauptsorte ist der Grüne Veltliner, daneben werden Riesling, Sauvignon Blanc und Gelber Muskateller angebaut, bei den roten Sorten sind es Zweigelt, St. Laurent, Rösler und Zinfandel. Die Qualitätspyramide im Weingut gliedert sich in Gutsweine, Gebietsweine und Ortsweine, die Spitze bilden die Riedenweine und die Reserven. Der Großteil des Sortiments entfällt auf Kremstal DAC. In witterungsmäßig geeigneten Jahren werden auch edelsüße Prädikate von Beerenauslesen über Trockenbeerenauslesen bis Eiswein gekeltert. Fast 70 Prozent der gesamten Erzeugung werden in 17 verschiedene Länder exportiert, wo gerade die Magnumflaschen beliebt und begehrt sind – wer sonst füllt eine Trockenbeerenauslese in der Magnum ab.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Weingut Forstreiter ist nach wie vor ein Familienbetrieb, in dem jeder in seinem Bereich das Beste gibt. Familiäre Harmonie erlaubt es, sich mit Freude und Leidenschaft auf das Weinmachen zu konzentrieren und für den Erfolg anzupacken, sei es im Weingarten oder im Keller. Die Tradition und die Erfahrung von Meinhard und junge Inspirationen von Daniel assemblieren sich perfekt und haben aus dem Weingut einen der Top-Betriebe Österreichs gemacht: Es wurde vom renommierten US-Weinmagazin Wine &amp;amp; Spirits unter die Top-100-Weingüter des Jahres 2020 gewählt. Für die Liste, die von Wine &amp;amp; Spirits bereits zum 17. Mal erstellt wurde, hat die Fachjury 9.200 Weine aus 13 Ländern einer Blindverkostung unterzogen. Seit 2019 kann das Weingut das Zertifikat ›Nachhaltig produzierter Wein aus Österreich‹ vorzeigen, zudem sind alle Weine vegan. Das Zertifikat gibt es übrigens nicht für ökologische Versprechungen, vielmehr geht es um Erhöhung der Biodiversität, Umgang mit Wasser, Einsatz von Maschinen und die Förderung regionaler Traditionen, die Verbesserung der CO2-Bilanz, die Reduktion des Energieverbrauchs, eine verantwortungsvolle Betriebsführung sowie faire Rahmenbedingungen für Mitarbeiter.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Meinhard und Daniel Forstreiter lieben Perfektion und klare Linien, sowohl im Leben als auch im Wein. Bei ihnen leidet das Weinmachen nicht unter Marketing im Kopf, ja nicht einmal unter dem Status zu den Besten im Kremstal zu gehören oder gar dem Anspruch, es allen recht machen zu wollen. Ausschlaggebend ist der eigene Geschmack, hinter dem man mit Überzeugung steht, die man durch den Wein gerne an andere gemütliche Genussmenschen weitergibt. Dabei wird kompromisslos auf Qualität gesetzt, was die geradezu sensationellen internationalen Auszeichnungen zu Recht belohnen. Die beiden Winemaker haben verinnerlicht, dass Weine im Weingarten entstehen und legen demgemäß im Keller möglichst wenig Hand an. Hier gilt es, das, was die Natur den Trauben mitgegeben hat, zu übersetzen, nicht in Verbraucherwünsche zu verwandeln. Dass die beiden Weingärtner 2016 den Keller nach neuesten Prinzipien des schonenden Kelterns mit hochmodernem Gerät ausgerüstet haben, ist kein Widerspruch, sondern eine Bestätigung ihres Bestrebens, es den Trauben im Keller so angenehm wie möglich zu machen. Nutzung der Schwerkraft ohne unnötige Pumpvorgänge, eine sanfte Kelterung und die temperaturkontrollierte Vergärung sind nur einige der Selbstverständlichkeiten im Forstreiter Keller, der zu den modernsten der Region gehört.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den Weingärten wird umweltverträglich und nachhaltig nach Regeln des biologischen Weinbaus, vor allem aber hart gearbeitet. Interessanterweise ist Botrytis für Meinhard Forstreiter Tabu, weil man geschmacklich ohne pilzinitiierte Nebengeschmäcker aufgestellt sein will, auch wenn das im Weingarten enormen Schnitteinsatz, eine genaue Beobachtung der Vegetation und eine gekonnte Wahl des Erntezeitpunkts erfordert. Die Weine sollen das Terroir und die Rebsorte am jeweiligen Standort authentisch und präzise abbilden. Das setzt Vater Meinhard mit gelebter Tradition um, während Sohn Daniel eher innovativ und experimentell unterwegs ist. Dabei verantwortet er inzwischen Aufsehen erregende Erfolge wie den Grünen Veltliner Maische, den Grünen Veltliner Little Mammut und den Weißburgunder Gebietswein. Sie alle signalisieren schon auf dem Etikett die personelle Herkunft.  Daniel mag kräftige, cremige Weißweine mit viel Eleganz und vollmundigem Körper, filigran und facettenreich, ohne eine alles erschlagende Wuchtigkeit. Das Zusammenwirken von Meinhard und Daniel hat dazu geführt, dass die Forstreiters das höchstprämierte Weingut der Stadt Krems sind. Die tiefgreifenden Veränderungen, die Meinhard Forstreiter seit 2001 im Weingut vorgenommen hat, mündeten im Frühjahr 2020 in der Eröffnung eines modernes Weinpavillons direkt über dem Ufer der Donau mit Verkaufs- und Büroräumen, in dem alle Weine zu Ab-Hof-Preisen erworben und natürlich vorher verkostet werden können. Neben dem aktuellen Weinsortiment werden auch hochprozentige Genüsse, Marmeladen und hin und wieder sogar Erdäpfel angeboten – was der mitbetriebene landwirtschaftliche Betriebsteil eben so herstellt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir konnten elf Weine und einen Sekt aus dem Weingut Forstreiter verkosten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2017 Forstreiter Brut Chardonnay&lt;br/&gt;Die Österreicher sind schon länger begeisterte Sekttrinker, immerhin gehen mehr als 10 % der Weinernte in Grundweine für die Versektung. So richtig ab ging es dann 2017/18, als für die Sekte mit geschützter Ursprungsbezeichnung eine neue Qualitätspyramide eingeführt und für diese Sekte umfangreiche und klar definierte Regeln zur Arbeit im Weingarten, zur Ernte, zum Ausbau der Grundweine, den Herstellungsmethoden des Sekts und zur Kennzeichnung festgelegt wurden. Nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland wird inzwischen erkannt, dass besondere Sekte auch besondere Grundweine verlangen. Da ist man beim Weingut Forstreiter genau richtig. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dieser reinsortige Chardonnay-Sekt ist in Anlehnung an die Champagner-Herstellung mit traditioneller Flaschengärung hergestellt. Die Trauben für den Grundwein wurden voll ausgereift und streng selektiert geerntet. Der Grundwein wurde temperaturkontrolliert im großen Holzfass vergoren, die zweite Gärung erfolgte auf der Flasche, gerüttelt wurde per Hand. Der Sekt hatte länger als zwei Jahre Hefekontakt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der 2017 Forstreiter Brut Chardonnay tritt mit einer feinen Mousse und einer höchst lebendigen, persistierenden Perlage auf. Im Glas funkelt er weißgold mit silbernen Reflexen. Die Nase wird belebt von feinen Zitrusnuancen, dazu grüne Birnen und Äpfel, aber auch Anklänge von Mango und weißen Akazienblüten. Im Mund baut sich ein voller Körper auf, in dem grüne Äpfel, Zitrusfrüchte, Quitten und Futuromelonen mitschmecken. Der Sekt schmiegt sich regelrecht an mit seiner cremigen, prickelnden Saftigkeit. Die präzise Säure stützt einen lange anhaltenden, von mineralischen Akzenten begleiteten Abgang. Immer wieder staunt man über die seidige Zartheit und die saftige Frische im eleganten und komplexen Gesamteindruck. Das ist kein altehrwürdiger Champusklotz, sondern ein beflügelnder Animator, der zu jeder Gelegenheit Genuss bietet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Sauvignon Blanc&lt;br/&gt;Wir haben einen sehr klassischen, sortensoliden Sauvignon im Glas, ohne Verschnörkelungen und Eskapaden. Er ist komplett im Stahltank ausgebaut. Wir sehen einen hellgelben Wein, der grünlich schimmert. Die Bukettaromen gehen in Richtung Kiwi, Stachelbeere und Wachsbohnen, einige Töne von Birne und Ananas schummeln sich aber auch darunter. Das Bukett verrät, dass er eher in grüner Richtung ausgebaut ist als in gelber, jedoch ohne ideologische Übertreibung. Grüne Richtung meint hier ohnehin nicht etwa Unreife, sondern eine Stilistik beim Sauvignon Blanc, die vielfältige Aromen von Stachelbeere, grüner Paprika und Grapefruit aus dem Glas schickt, die aber nicht plump und dreist dominieren, sondern auch gelben Fruchtnoten Raum lassen. Alle vertragen sie sich gut mit den Tönen von Cassis, dem Hauch von Holunderblüten und etlichen Bergkräutern. Im Mund streift der Wein saftig über die Zunge, leicht exotisch animiert, auf jeden Fall sehr sortentypisch. Sein solider Körper ist mit der leichten Säure gut ausbalanciert. Frucht und Säure generieren mit den deutlichen, dezent salzigen mineralischen Anklängen eine moderne, trockene Struktur und eine herrlich fruchtige Frische wie aus einer Bergquelle. Ein Wein mit einer erlesenen Stilistik, der neugierig macht auf weitere weiße Rebsortenweine aus dem Terroir der Forstreiter Weingärten um Hollenburg mit der Handschrift von Familie Forstreiter.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Weißburgunder&lt;br/&gt;Das geschliffene Bukett dieses von Daniel Forstreiter betreuten Weißburgunders entwickelt sich in seiner Vielfalt langsam, aber nachhaltig: Der Wein präsentiert sich mit einer fruchtigen Duftigkeit wie von einer reifen kremser Weinbirne. In der Nase gehen nämlich grüne Birnen mit weißen Pfirsichen voran, dann folgen einige Kräutertöne und eine gut wahrnehmbare Ahnung von der Mineralik. Der Weißburgunder füllt den Mund lebendig und vollmundig aus mit vornehmen, schmelzigen Nuancen von reifen Birnen, gelben Pflaumen, einigen Mandeln und einer schönen Würze. Die zurückhaltende, aber erstaunlich präsente Säure, die herkunftstypische Mineralität und die unaufdringliche Fülle vereinigen sich in einem edlen, vollfruchtigen Abgang. Wer es schafft, eine Languste auf den Grill zu legen, hat mit diesem Weißburgunder den passenden Wein parat. Etwas bodenständiger brilliert er zu einer Meeresfrüchte-Pasta oder – durchaus mutiger – auch zu einem Perlhuhn.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Gelber Muskateller&lt;br/&gt;Der im Stahltank ausgebaute Wein zeigt sich in einem hellen Gelbgrün und tritt mit intensiven Aromen aus dem sortentypischen Muskateller-Spektrum auf. Ein großer Blumenstrauß drängelt in die Nase, Blüten von Holunder und weißem Flieder ragen heraus. Dazu kommen dezente Töne von Orangen, Zitrus, Birnen und weißem Pfirsich sowie ein Hauch weißer Johannisbeeren und Ananas. Die zarte Muskatwürze wird von allerlei orientalischen Spices unterstützt. Auch geschmacklich ist das Aromenspektrum des Buketts ein großes Muskateller-Erlebnis, eine süffige Begegnung mit einer trockenen und eleganten Edition. Es geht um Blumigkeit, kräutrige Würze und die gut untergebrachte frische Säure. Im Finale tanzt das Aromenfeuer noch lang auf der Zunge herum, zeigt einen schlanken Körper vor und geht mit einer klaren, mineralischen Frische ab. Am besten genießt man das edle, köstliche Aroma dieses Weins allein oder zu zweit in stillen Stunden oder zum Abschluss eines netten Abends. Ganz schüchtern wird er auch zu einem Hummerteil ein vollendeter Genuss sein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Grüner Veltliner Maische&lt;br/&gt;Wie der Name schon sagt, ist der Wein im Rotweinstil mit etwa 10 % ganzen Beeren, also mit Maische vergoren, mit der er rund drei Wochen lang Kontakt hatte. Er reifte über neun Monate im großen 500-Liter-Holzfass und lag vier Monate auf der Hefe. Das ist für den Grünen Veltliner eine experimentelle Stilistik, die einen voluminösen und doch äußerst facettenreichen und überraschend harmonischen Wein hervorgebracht hat. Schon mit dem ersten Schluck bemerkt man, dass nicht zufällig für diesen Wein Rebstöcke ausgesucht wurden, die auf kalkreichem Löss wachsen. Das Projekt ist von Daniel Forstreiter initiiert, der damit im Betrieb das erste Mal sehr persönliche und gleich viel beachtete Akzente gesetzt hat.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas schimmert der Wein in einem mittleren Gelbgrün. Er protzt mit höchst feinen Kräuterdüften und kleinen Aromen von Zitrus, weißem Pfirsich, mineralischen Anklängen und einem Touch von Röstaromen. Wer auf andernorts so sortentypische Pfefferschwaden wartet, wird angenehm enttäuscht: Hier ist die Würze zart und bringt eher nebenbei eine unaufdringliche, reife Pikanterie in die Aromatik. Am Gaumen breitet sich eine dichte Stoffigkeit aus. Zu der reifen, gelben Fruchtigkeit kommen Töne von Holunderblüten, Nüssen und von Wald- und Wiesenkräutern hinzu, die unterlegt sind von adretten, gut eingebundenen Holznoten und einer schönen Mineralität. Die aktive Säure lockert die Dichte auf und leitet die straffe, kraftvolle Struktur in einen saftigen, samtigen Abgang mit einer winzigen Anmutung von Exotik über. Das ist ein hochkomplexer und trotz des voluminösen Körpers eleganter Wein, der das bekannte Veltliner-Spektrum sprengt und mit seiner eigenwilligen Stilistik immer neue Seiten seiner Finesse entdecken lässt – wohl genau das, was Daniel Forstreiter erreichen möchte. Der Wein kann jung getrunken werden, Dichte und Stoffigkeit bieten aber auch ein enormes Reifepotenzial: Wenn der Wein schon aus unangepassten Ideen stammt, dann darf er auch am Tisch etwas unangepasst auffallen, nämlich zu Hecht mit grüner Kräutersoße. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2022 Ried Kremser Kogl Grüner Veltiner Kremstal DAC&lt;br/&gt;Die Ried Kogl erstreckt sich direkt über Hollenburg nach Süden hin. Die relativ steil geneigten Terrassen sind nach Südosten ausgerichtet und von kalkreichem Konglomeratgestein durchzogen, das von einer zwei bis zehn Meter dicken Lössschicht abgedeckt ist. Durch die nahe Donau wird die Sommerhitze gedämpft und die Nächte kühlen ab. Das steigert die Aromen in der Traube und die Fruchtigkeit im Wein. Die Ried Kogl gehört ebenso wie die Lage Schiefer zu den besten des gesamten Kremstals. Der Wein ist im Edelstahl ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das leuchtende helle Gelbgrün mit silberfarbenen Reflexen im Glas strahlt eine klare Frische aus. Das Bukett wirkt vornehm und zart und wird von frischen Äpfeln, Aprikosen, reifen gelben Pflaumen, gelben Birnen, Grapefruit, Orangen und Stachelbeeren bestimmt. Die dezenten Fruchtaromen werden umrahmt von sanften floralen Tönen und einer ausgeprägten Würze mit mineralischem Touch. Auf der Zunge tritt der Wein konzentriert und feingliedrig auf. Hier können die vielfältigen Aromen wiedererkannt werden, hinzu kommen Richtungen von Zitrus, Mango und vielen Kräutern. Die auffällige Sparsamkeit der Pfeffernote, nach der beim Grünen Veltliner immer gleich gesucht und oft im Weinviertel gefunden wird, bestätigt, dass bei den richtig guten Veltlinern aus anderen Anbaugebieten diese Richtung in den Hintergrund tritt oder ganz fehlt. Das spricht für die Ansage, dass eine aufdringliche Pfeffernote eher das Ergebnis unreifer Phenole als eine unabänderliche Ausprägung der Rebsorte oder gar des Terroirs ist. Die Säure des Kogl Veltliners ist lebhaft und harmoniert zusammen mit der würzigen, leicht salzigen Mineralik hervorragend mit der feinen Fruchtsüße. Diese großartige Balance möchte man Abgang kaum loslassen. Es ist ein eleganter, gut strukturierter Wein, saftig und mit Substanz. Sie können ihn zu einem klassischen Backhendl oder zu knusprigem, gut gewürzten Schweinsbraten servieren. 2021 wurde der Grüne Veltliner Ried Kremser Kogl vom führenden US Fachmagazin Wine Spectator zu den 100 besten Weinen des Jahres gewählt – weltweit lag er auf Platz 20! Da kann man schon mal klatschen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Ried Schiefer Grüner Veltliner Kremstal DAC&lt;br/&gt;Die Ried Schiefer klettert mit ihren Terrassen auf bis zu 300 Meter Meereshöhe hoch über Hollenburg und grenzt an die Ried Kogl und den Waldrand. Auch hier besteht der Boden aus kalkreichem Konglomerat mit Lössauflage. Die Terrassen sind mit einer Hangneigung von bis zu 30 Prozent nach Süden und Südosten ausgerichtet. Die Ried Schiefer wurde erstmalig 1318 urkundlich als Weinlage erwähnt. In früheren Jahrhunderten stellte man auf dem Schiffberg  Fahnen auf und entzündete Feuer, um die Donauschiffer vor den Gefahren durch den Verlauf der hier seinerzeit 3-armigen Donau und vor Piraten zu warnen. Der Riedenname Schiefer kommt also von Schiffberg und nicht von Schiefergestein, das es hier nicht gibt. Der Wein ist komplett im Edelstahltank ausgebaut und lag neun Monate auf der Feinhefe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Aus dem Glas duftet der Grüne Veltliner Ried Schiefer sehr markant und individuell: frisch, intensiv und einladend. Viele tropische Früchte wie Mangos und Mandarinen sind dabei, auch gelbe Äpfel, junge Quitten, reife Williams Birnen und Aprikosen. Im Mund schlagen würzige Noten eine eigene Richtung ein, die mineralisch umrahmt wird, aber nicht allgemein steinig-salzig, sondern eher speziell in Richtung Feuerstein, was auch schon im Bukett wahrnehmbar ist. Wir schmatzen auf einer gesteigerten, eleganten Fruchtigkeit herum, gelbe und rote Äpfel, Honigmelonen, Marillen, alles getoppt von viel Würze. Die aktive Säure sorgt dafür, dass die Fruchtsüße nicht zu wild wird und fördert ein langes, straffes, facettenreiches, herrlich schmelziges Finish voller Fruchtaromen und mit dem Eindruck einer druckvollen Frische. Wenn dieser elegante Wein auf dem gedeckten Tisch stehen soll, dann entweder ganz österreichisch neben einem Tafelspitz mit Meerrettich oder purdeutsch mit einer Forelle an Meerrettichsoße.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Ried Tabor Grüner Veltiner Kremstal DAC Reserve&lt;br/&gt;Die östlich von Hollenburg liegenden und direkt von der Donau aufsteigenden, nach Nordosten und Osten zum Donautal hin ausgerichteten Terrassen der nur 0,46 Hektar messenden Ried Tabor weisen teils Löss, teils Konglomerat-Boden auf, haben aber auch von Sand durchzogene Partien. Das Besondere an dieser Lage sind die über 150 Jahre alten wurzelechten Rebstöcke des Grünen Veltliners, bei denen also der obere Edelreis unveredelt auf der eigenen Wurzel steht. Sie haben die Reblausplage vor mehr als einhundert Jahren überlebt und stehen damit in einem der ältesten Weingärten Österreichs. Die Ernte der Trauben erfolgt von Hand und immer ganz zum Schluss der Lese, wobei darauf geachtet wird, dass das hochreife Lesegut keinerlei Botrytis hat. Ausgebaut ist der Wein im Stahltank, er lag 8 Monate auf der Feinhefe. Diesen Wein kann man nicht nur wegen der Einzigartigkeit der Herkunft, sondern auch wegen seiner Eigenschaften als eine Art Flaggschiff des Weinguts ansehen. Anzumerken ist noch, dass die Kremstal DAC anders als in anderen Anbaugebieten den Zusatz Reserve für näher definierte kräftige Weine über 13 Volumenprozent auch für DAC-Weine erlaubt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas lädt er mit einem grünlich bis silbrig glitzernden Strohgelb ein. Er sendet nach und nach warme, reife Aromen von Mirabellen und Aprikosen, hellem Wiesenhonig, Papaya und einigen Bananen plus ein Dash Zitrus aus, alles umrahmt von kühlen Spitzen. Dazu kommt eine kraftvolle, fast pikante Würze, die das komplexe Bukett noch spannender macht, vor allem mit zunehmender Belüftung. Im Mund beeindruckt spontan die geschickte Komposition aus saftiger Klarheit und konzentrierter Dichte. Nuancen von Äpfeln, Passionsfrucht, Ananas und Mango, ein Hauch von blondem Tabak und kandiertem Ingwer vermählen sich mit der attraktiven Würze, der markanten, feinkörnigen Säurestruktur und einer sanften Mineralität. Alles mündet in einen vollmundigen, fruchtigen, bodenwürzigen und außergewöhnlich langen Abgang. Der Wein ist nicht etwa ein Extrakt-Monster aus dem Seniorenweingarten, sondern bietet lebendig gelebte, aber tiefgründige, feinmaschige Eleganz und eine enorme Komplexität. Holen Sie Ihre Rotweingläser raus für dieses mächtige Monument und lassen sie den Wein außerhalb des Kühlschranks in einer Karaffe zunächst durchatmen. Er gefällt hervorragend zu gebratenem Entenfilet oder französischem Weichkäse vom Typ Coulommiers, Vacherin Mont-d’Or oder sogar Chaource.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Krems Riesling Schotter Kremstal DAC&lt;br/&gt;Als das Kremstal 2008 den DAC Status –Districtus Austriae Controllatus – erhielt, war von Beginn an der Riesling neben dem Grünen Veltliner die weiße Hauptrebsorte, auch wenn mit ihm bis heute nur rund 13 % des Gebiets bestockt sind. Der Gebietswein Krems Riesling Schotter stammt von Rebstöcken, die auf den Böden der Hollenburg-Karlstetten-Formation stehen. Hier befindet sich in Konglomeratstrukturen jede Menge grober, kalkig-dolomitischer Schotter im Boden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Glas blitzt der Wein silbrig-gelblich-grünlich. Er duftet anders als deutsche Mosel- und Rheinrieslinge nicht so markant nach Zitrus: Es geht pfirsicher zu – viel weißer Weinbergpfirsich und erst ein ganzes Stück dahinter kommen Töne von Litschis, Ananas und weißen Blüten. Es sind sinnlich-sanfte Aromen, die gierig und neugierig machen. Am Gaumen treffen sich gelbe Pfirsiche, gelbe Äpfel, Goldkiwis und Limetten mit einer dezenten Würze. Im Finish folgen wir lange dem leicht salzigen, tief mineralischen, von geschliffener Säure gestützten Rahmen, in der sich nicht nur eine schöne Frische, sondern auch reife Kraft ausbreiten. Der Wein zeigt einen ordentlich strukturierten Körper vor mit zarter Fülle und einer klaren Harmonie. Es ist der schwungvolle Riesling zum gleich trinken, der animiert und zufrieden stellt. Wer den Mainstream der Fischpalette und Asiapfanne verlassen will, serviert ihn zu deftigen Kohlwickel mit leichter Rahmsauce.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2021 Ried Schiefer Riesling Kremstal DAC&lt;br/&gt;Bei einem Riesling aus der Ried Schiefer ist daran zu erinnern, dass der Name von Schiffberg und nicht von Schiefergestein kommt. Der Boden auf den bis zu 300 Meter Meereshöhe ansteigenden Terrassen besteht vielmehr aus kalkreichem Konglomerat mit Lössauflage. Der Wein ist im Stahltank mit dreimonatigem Hefelager ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir haben einen Riesling im Glas, der Düfte von Pfirsich, Marille, weißen Rosen und einen winzigen Zitrustouch verströmt. Am Gaumen fokussiert sich eine zarte Fruchtfülle von reifem weißen Pfirsich, einigen Zitrusfrüchten, jungen Aprikosen und einem Tick Ananas, dazu einige wenige Kräuternoten und ein Hauch von Jasmin. Die kraftvolle Säure bringt kristallklare Frische in den Geschmack und geht in ein gut ausbalanciertes Frucht-Säure-Spiel über, das dem Wein über die jugendliche Frische hinaus auch schon Eleganz verleiht. Dazu trägt nicht zuletzt die salzig-mineralische Ausprägung vom Konglomeratgestein bei. Es ist einer der Rieslinge, an die sich die Zunge erst langsam herantastet und von denen man dann aber bald die zweite Flasche öffnen möchte. Ein Schmaus von edlen Meeresfrüchten einschließlich Muscheln oder eine Trüffelpoularde aus dem Rohr dürfte Ihnen und diesem großartigen Wein bestens gefallen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2020 Eiszeit Welschriesling&amp;amp;Sämling Beerenauslese Burgenland&lt;br/&gt;Die Trauben für diesen Wein stammen aus einer freundschaftlichen Verbindung aus dem Burgenland. Es ist eine Cuvée aus Welschriesling und Scheurebe, die in Österreich Sämling oder Sämling 88 heißt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Diese Beerenauslese strahlt uns mit einem kräftigen, ganz leicht rötlichen Goldgelb an. Sie tritt in der Nase mit intensiven Noten von Pfirsichen, getrockneten Aprikosen, einigen reifen Reineclauden und ganz wenig Zitrus auf, dazu eine schöne Blütenhonigrichtung. Wir schmecken eine vollmundige Frucht-Exotik, denken an Marillen- und Feigenmarmelade und Rosinen. Am Gaumen kommt die Cuvée ganz überraschend fast leichtfüßig und lässig an, was dem raffinierten Zusammenspiel von hohem Restzucker und griffiger Säure vom Welschriesling mit einer kleinen mineralischen Abrundung zu verdanken ist. Das Frucht-Säurespiel ist bekanntlich das eigentliche Geheimnis perfekter Dessertweine und das ist hier in die richtige Richtung gelenkt worden. Die dichte Süße bekommt mit jedem Schluck eine sagenhaft austarierte Portion der präsenten Säure und erreicht am Gaumen immer neue geschmackliche Höhepunkte. Das ist ein wahrhaft köstlicher Nektar, der den Mund nur ungerne verlässt. Man kann mit dem Wein Glas für Glas hemmungslos und wonnig herumschmatzen, aber auch eine österreichische Mehlspeise wie Marillenknödel oder Kaiserschmarrn begeistern.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2017 Das Mammut Reserve Cuvée&lt;br/&gt;Diese Cuvée ist aus Zweigelt, St. Laurent und Rösler komponiert. Die Zweigelt-Rebe ist in den kremser Weingärten nahe der Donau gut aufgehoben, weil das Mikroklima mit den krassen Tag- und Nacht-Unterschieden in den Temperaturen verhindert, dass die Zweigelt Rebe mit einem charakterlosen Mostgewicht durchdreht und sie stattdessen animiert, eine intensive Aromatik aufzubauen. Die St. Laurent zählt zur Burgunderfamilie und gehört neben dem Blaufränkisch zu den Eltern des Zweigelt. Sie ist ein wehleidiges Sensibelchen, das gute Lagen verlangt und empfindlich ist, was Früh- und Spätfröste sowie Verrieselung angehen. Sie läuft aber auf kalkhaltigen Formationen wie dem Konglomerat im Kremstal zu großer Form auf. Während Zweigelt und St. Laurent weit bekannt sind, ist Rösler noch nicht sehr verbreitet. Es handelt sich um eine Neuzüchtung der Klosterneuburger Weinbauschule, die seit dem Jahr 2000 als Qualitätssorte zugelassen ist. Benannt wurde sie nach dem ehemaligen Direktor der Weinbauschule Leonhard Roesler. Sie gehört zu den PIWI-Sorten, also den pilzwiderstandfähigen Reben und wird im Bioweinbau immer beliebter.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Trauben für diesen Wein stammen aus den Weingärten rund um Hollenburg, überwiegend aus der Ried Kogl. Lössauflagen auf Konglomerat- und Schotterböden beherrschen das Terrain. Gelesen wurde Mitte Oktober 2017 und schon im Weingarten sorgfältig selektiert. Die Trauben lagen drei bis vier Wochen auf der Maische, der Wein wurde für 24 Monate in neuen französischen Barriques ausgebaut.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Nase entfalten sich tiefgründige Impressionen von dunklen und roten Waldbeeren, vor allem Brombeeren, dazu Schwarzkirschen, schwarze Holunderbeeren und einige Backpflaumen. Die eher kühle, leicht toastige Holznote, die an eine schöne Würze anknüpft, drängt sich in der Nase niemals in den Vordergrund. Feine rauchige Noten von Tabak sowie Anklänge an Mokka und Nougat runden das duftige Bukett ab. Im Geschmack dominieren Beeren und Kirschfrucht, beides eingebunden in eine geheimnisvolle, unaufdringliche Würze. Dieser rote Schatz präsentiert sich hochgradig elegant und komplex mit einer fülligen, cremig-dichten Struktur, die im Finale von gut gebändigten Tanninen eskortiert wird. Der St. Laurent päppelt den Zweigelt auf, hält den Rösler in Schach und gibt dem im Körper dichten und kräftigen Wein einen charmanten Charakter, der die Trinkfreude ungemein steigert. Im langen, durch eine passende Säure, eine kleine Mineralik und eine feine Frucht- und Extraktsüße gestützten Nachgeschmack tauchen nochmals Brombeeren, Wildkirschen, aber auch dunkle Pflaumen und Holunderbeeren auf. Abseits der super passenden, aber langweiligen Hirschbegegnungen, können Sie den Wein zu einem Wildschweinragout mit einer Pfifferlingspfanne servieren. Genießen Sie ihn aus dem größten Rotweinglas, das Sie im Schrank haben und experimentieren Sie mit Temperaturen zwischen 15° und 19° C. Auf jeden Fall sollten Sie die Flasche drei bis vier Stunden vor dem Genuss öffnen.&lt;br/&gt;</description>
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      <title>FRUIT LOGISTICA 2023:&#13;&#13;Ð    30jähriges Jubiläum der Weltmesse&#13;Ð    Neues vom Apfelweltmarkt&#13;Ð    Superfrucht Avocado im Trend&#13;</title>
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      <pubDate>Mon, 20 Feb 2023 16:07:31 +0100</pubDate>
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Immerhin wurden im vergangenen Jahr 2022 über 2 Milliarden Tonnen Obst und Gemüse weltweit erzeugt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Entstanden ist die FRUIT LOGISTICA aus dem Frische-Forum Obst und Gemüse, das seinerzeit Teil der Grünen Woche war. Die erste FRUIT LOGISTICA fand 1993 statt mit 110 Ausstellern in einer einzigen Messehalle, der 26. Es kamen 1.024 Besucher, davon 31 % aus dem Ausland. Der Auftakt wurde der Beginn einer bemerkenswerten Erfolgsstory für die Obst- und Gemüsebranche und für die Messe Berlin, aber auch im gesamten deutschen Messewesen.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;1999 wuchs die Zahl der Aussteller im erweiterten Bereich der Hallen 26a, 26b und 26c auf 414 Ausstellern aus nunmehr 27 Ländern. Im Jahr 2000 gab es eine ganz besondere Premiere – die erste „goldene“ Kiwi mit gelbem Fruchtfleisch wurde vorgestellt. 2001 nahm erstmals Australien teil, 2002 erstmals Südafrika. Schon 2004 lag die Internationalität der Aussteller bei 79,6%. Ähnlich wie mit der ITB expandierte die Messe Berlin auch mit der FRUIT LOGISTICA: Die erste ASIA FRUIT LOGISTICA fand 2007 in Bangkok statt. Mehr als 3.000 Fachbesucher aus 54 Ländern sowie 116 Aussteller aus 24 Ländern nahmen an der ersten ASIA FRUIT LOGISTICA teil. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Berlin verbreitete sich die FRUIT LOGISTICA Jahr für Jahr über das gesamte Messegelände. Branchen-Höhepunkte wie der Innovations Award oder das Future Lab kamen hinzu. Das Segment Technik mit der Präsentation von Maschinen und Automation belegt inzwischen mehrere Ausstellungshallen und bietet mit der TechStage auch ein Forum für technische Lösungen im Fruchthandel. Beim Forum Logistics Hub erhalten Produzenten, Exporteure und Händler Informationen, die ihnen helfen sollen, die richtige logistische Entscheidung für den Transport ihrer Ware zu treffen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Herausragend an der FRUIT LOGISTICA ist, dass ganz verschiedene Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette des grünen Sortiments in Berlin vertreten sind - vom Global Player bis zu klein- und mittelständischen Anbietern. Das drückt sich aus in den Fresh Products bei Obst und Gemüse, aber auch im Bereich Nüsse und Trockenfrüchte. Die Wertschöpfungskette reicht von der Anbautechnik wie Gewächshaustechnologie oder Klimabeobachtung über Sortenentwicklung bis zu Produktverpackung und Etikettierung, Transport und Logistik, Warenumschlag und Lagerung.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;2.610 Aussteller aus 92 Ländern präsentierten im Jubiläumsjahr vom 8. bis 10. Februar 2023 in 27 Hallen eine umfassende Marktübersicht der Frischfruchtbranche. Neben der Anbahnung und dem Abschluss von Geschäften war für die Aussteller die globale Aufmerksamkeit wichtig. Nach wie vor schätzen die Aussteller die FRUIT LOGISTICA als besonderen Ort der Kommunikation, um bestehende sowie künftige nationale und internationale Partnerschaften sowie Kundenbeziehungen zu pflegen und neue zu gewinnen. Über 63.000 Fachbesucher aus über 140 Ländern kamen in diesem Jahr zur Messe. Die größten Fachbesuchergruppen waren Obst- und Gemüseerzeuger und Vertreter des Import-/Exportgeschäfts gefolgt von Vertretern des Groß- und Einzelhandels. Sie alle erlebten eine weltweit einzigartige Zusammenkunft der Fruchtbranche. Kai Mangelberger, Projektleiter der FRUIT LOGISTICA, sagte dazu: „Vor allem in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, in denen die Branche weltweit mit hohen Energiepreisen, Lieferkettenproblemen und Inflation konfrontiert ist, braucht es die persönliche Begegnung. Die FRUIT LOGISTICA bringt die Branche zusammen, um sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und sich über die Innovationen am Markt zu informieren.“ &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den drei Messetagen der FRUIT LOGISTICA werden vielfach die Weichen für den Erfolg eines gesamten Geschäftsjahres gestellt: So haben diesmal mehr als 40 Prozent der Aussteller während des Messeverlaufs Geschäftsabschlüsse realisiert. Darüber hinaus erwarten etwa 90 Prozent der Aussteller ein sehr gutes bis zufriedenstellendes Nachmessegeschäft. Über 80 Prozent konnten neue Geschäftskontakte knüpfen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die meisten Produzenten und Händler weisen in diesem Jahr allerdings auch auf aktuelle Unsicherheiten der Märkte hin. Trotz der Markterholung nach der Corona-Krise rücken die gestiegenen Lebenshaltungskosten für den Verbraucher den Preis in den Vordergrund und setzen die Nachfrage unter Druck. Das geht so weit, dass Nachhaltigkeit, Regionalität und Bio weniger Ausschlag geben bei der Kaufentscheidung. Auf der anderen Seite steigen bei den Produzenten die Kosten für Energie, Löhne und Dünger dermaßen, dass einige Erzeuger ihren Betriebsumfang reduzieren mussten. Obendrein spitzen sich die Wetterprobleme immer mehr zu. Extremereignisse wie Hitzewellen, Dürren, extreme Fröste, Stürme und Überschwemmungen vernichten oftmals ganze Kulturen. Nicht zuletzt ist die Logistikbranche von Arbeitskräftemangel und höheren Treibstoffkosten massiv betroffen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Von der FRUIT LOGISTICA profitieren auch die Konsumenten. Wir stellen daher zwei Früchte vor, von denen die eine – der Apfel – hierzulande eine Art Basisfrucht im Obsthandel darstellt, während die andere – die Avocado – sich als das derzeit trendigste Handelsprodukt präsentiert. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Apfel geht fast immer&lt;br/&gt;Die Verbraucher werden bekanntlich kritischer und wünschen sich auch bei Obst und Gemüse Authentizität und Transparenz. Wohl kaum eine andere Frucht vermittelt mehr Einfachheit und Echtheit als der Apfel. Der Apfel ist eines der Basisprodukte der Obsterzeugung. Für die Produzenten ist und bleibt er der stabilisierende Faktor der Obstproduktion, auch wenn der Apfelkonsum Schwankungen unterworfen ist. Das liegt zum einen an der Internationalisierung des Geschäfts, aber auch an der Einführung neuer Sorten, nachdem die Marktanteile bei traditionellen Äpfeln wie etwa den Delicius-Arten zurückgegangen sind. In Europa werden jährlich ungefähr 12 Millionen Tonnen Äpfel geerntet mit leicht rückläufiger Tendenz. Dabei fängt die Mostobstindustrie gerne den aktuell leichten Rückgang am Frischmarkt auf. Das hängt auch damit zusammen, dass bestimmte Sorten wie Elstar© und Gala© aus südeuropäischen Regionen nicht langfristig gelagert werden können. Gleichwohl bleiben die Sorten Gala©, Braeburn© und die Jonagold-Gruppe die Grundlagen des Apfelhandels. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dazu drängen neue Sorten in den deutschen Vertrieb, die von internationalen Märkten kommen und ihren Platz neben den bereits gut situierten Innovationen wie Pink Lady© oder Evelina© suchen. Die Einzigartigkeit einer neuen Sorte schafft zudem einen Wettbewerbsvorsprung, vor allem, wenn Geschmack, organoleptische Eigenschaften und der Wiedererkennungseffekt stimmen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Ende September reifende, rotbäckige Sorte Candine© besticht mit ihrer Fruchtsüße und ihrem Aroma und lässt sich lange lagern. Der gelb-rote Joya© überzeugt mit Knackigkeit, Saftigkeit und Frischearoma als idealer Snack-Apfel. Eine große Überraschung bietet der neue Kissabel©-Apfel. Während die Schale sich im Farbspektrum von Rot über Orange bis Gelb bewegt, präsentiert er sich innen in einem beeindruckenden, fast geometrischen Muster in Pink und Rot. Er ist saftig und bedient die Frische mit süß und säuerlich. Selbst im Alten Land, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Europas südöstlich von Hamburg gehören neben den klassischen Äpfeln auch Markensorten wie Kanzi© oder Red Prince© längst zum Sortiment. Hinzugekommen sind zuletzt die Marken Fräulein und SweeTango©.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ob alte Sorten oder Neuzüchtungen, der Apfelmarkt behält mit seiner Dynamik in zahlreichen europäischen Ländern seine überragende betriebswirtschaftliche Bedeutung und bietet mit seiner verlässlichen Qualität dem Konsumenten einen zeitlos köstlichen Genuss.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Avocado - Superfrucht im Aufwärtstrend&lt;br/&gt;Überall im Lebensmittelhandel werden neuerdings massiv Avocados angeboten, oftmals mit Preisen unter 1 Euro. Die gesundheitlichen Aspekte des Verzehrs von Avocados kommen langsam, aber stetig bei den Verbrauchern an. Vor allem spricht sich herum, dass eine Avocado nicht nur in die Guacamole gehört, sondern vor allem als roher Genuss vorzüglich schmeckt. Auch wenn Deutschland auf dem Importmarkt noch keine herausragende Rolle spielt, so wächst der Konsum rasant. Die große Nachfrage und die lukrativen Preise bleiben die wichtigsten Triebfedern für dieses Wachstum. Dazu beigetragen haben auch in Deutschland neue Softripe-Reifekammern für die eher schwierige Avocado-Reifung, die sich über mindestens drei Tage erstreckt. Die genaue Reifedauer bestimmt die Frucht selbst über die intelligente Reifesoftware. Der neuartige Reifeprozess bringt Früchte hervor, die außen fest, aber innen verzehrbereit weich und aromatisch sind. Alle Avocados sind aufgrund der stressfreien und biologisch optimalen Reifung sehr homogen, gesund und stabil und müssen nicht mehr durch eine Sortieranlage.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den Erzeugerländern gehen immer mehr Produzenten dazu über, nachhaltiger anzubauen. Das betrifft vor allem die großen Exportländer wie Mexiko, Peru, Kolumbien und Kenia. Die USA, die vor zehn Jahren noch zu den weltweit größten Avocado-Erzeugern zählten und noch heute der größte Zielmarkt sind, gehören nicht mehr zu den zehn größten Produktionsländern. Mexiko als nunmehr größtes Avocado-Exportland der Welt überschreitet inzwischen die Marke von 1 Million Tonnen. Man nimmt an, dass die Avocado 2030 die am meisten gehandelte tropische Frucht sein wird. Dann wird die Produktion voraussichtlich auf 12 Millionen Tonnen ansteigen, von denen bis zu 3,9 Millionen Tonnen exportiert werden, womit die Avocado sowohl Ananas als auch Mangos in der Menge übertreffen wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Handel bemüht sich bei den Avocados auch um eine Markenbildung, die im Fresh-Produce-Geschäftsbereich bisher schwach verankert und bislang vor allem bei Äpfeln gelungen ist. Auch wenn man es am liebsten hätte, frische Früchte nach Herkunft, Sorte und Jahrgang so darzustellen dass sie als eigenständiger Brand wahrgenommen und dementsprechend positioniert werden können, dürfte das bei Avocados alleine wegen der Saisonalität, unterschiedlicher Ernten, ihrer Verderblichkeit und den Herausforderungen bei Lagerung und Transport eher schwer fallen. Allerdings nimmt der Konsument bereits jetzt die unterschiedlichen Sorten wahr. Von den mehr als 200 Varietäten liegt bei uns die Sorte Hass weit vorne, während die Sorten Ettinger, Pinkerton, Reed und Fuerte folgen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Gleich welche Sorte, die Avocado ist und bleibt als hochwertige Frucht mit ihrer einzigartigen Textur ein echter Genuss und ein  gesundheitlicher Animator.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die nächste FRUIT LOGISTICA findet vom 7. bis 9. Februar 2024 statt.</description>
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