An den vier Enden der Welt
An den vier Enden der Welt
Das Weingut Dr. Wehrheim in der Südpfalz: terroirgeprägte Spitzenweine aus einem biodynamischen Familienbetrieb mit einzigartiger vitikultureller Ausrichtung und höchster Reputation
Diese Lage sagt schon alles: Unweit der Einmündung der einen Weinstraße Richtung Albersweiler in die andere Weinstraße Richtung Siebeldingen steht ein Jugendstilhaus – Stammsitz des Weinguts Dr. Wehrheim. Wir sind hier in der Gemeinde Birkweiler nicht weit von Landau im Bereich Südliche Weinstraße im Anbaugebiet Pfalz.
Der romantische Jugendstilhof wurde 1902 vom Familienmitglied Fritz Müller gegenüber dem Bahnhof Siebeldingen-Birkweiler erbaut, und zwar von dem Architekten Arndt Hartung, der auch die berühmte Villa Schwarz in Landau entworfen hat. 1920 kaufte Karl Wehrheim das Haus und richtete einen landwirtschaftlichen Betrieb ein, der sich über die Jahre auf den Weinbau fokussierte, zumal es einen tiefliegenden Keller gab, der als Fasslager geradezu prädestiniert war.

Sein Sohn Karl-Heinz studierte ebenfalls in Stuttgart Hohenheim Allgemeine Agrarwissenschaften, spezialisierte sich im Hauptstudium auf Weinbau und begann 1984 zusammen mit seiner Ehefrau Ulrike mit der Tätigkeit im Betrieb. Ulrike blieb zwar ihrem Beruf als Oberstudienrätin an der Maria-Ward Schule in Landau treu, setzte aber mit ihrer kulturellen Kompetenz und liebevollen Sorge für die Familie unentbehrliche menschliche Maßstäbe im Betrieb. Damals erhielt das Weingut seinen heutigen Namen Dr. Wehrheim in Ableitung von Heinz Wehrheim, der über den Einfluss der Flurbereinigung auf die Arbeitszeit pro Hektar Reben promoviert hatte. Karl-Heinz machte das Weingut zu einem der angesehensten in der deutschen Weinbranche. 1991 wurde es Mitglied im Verband der Prädikatsweingüter VDP.
2013 kam dann mit Franz Wehrheim die vierte Generation und führte das Weingut zusammen mit seinem Vater weiter. Franz war in Deutschland und den USA zur Schule gegangen, hatte Betriebswirtschaftslehre in Mannheim und Lissabon studiert und dann ein duales Studium in Weinbau und Önologie aufgenommen, das er mit dem Master of Businessadministration im Bereich Weinbau, Nachhaltigkeit und Vertrieb krönte. Franz veranlasste den Erweiterungsbau mit dem temperatur- und feuchtigkeitsgesteuerten Barriquefasskeller. Franz Ehefrau Aurelia stammt aus dem Familienweingut Hamm in Oestrich-Winkel im Rheingau, das sie zusammen mit ihrem Bruder weiterführt. Aurelia bestärkt jeden Tag ihre Familie mit ihrer Leidenschaft für Wein und Genuss. Das hat sich auch auf die nächste Generation mit den gemeinsamen Söhnen Arthur und Erik übertragen, die schon mal gerne im Fasskeller rumtoben.


Das fängt im Weinberg an, wo die Reben in einer intakten natürlichen Umgebung gepflegt und verwöhnt werden, damit sie einerseits resilient werden, andererseits in der Traube alles abbilden können, was ihnen durch Mensch und Natur zuteil geworden ist. Deshalb setzt das Weingut seit 2007 auf einen biologisch-dynamischen Anbau – seit dem Jahrgang 2010 sind alle Weine biozertifiziert. Seit 2017 ist der gesamte Betrieb nach den Regeln des Verbands Respekt Biodyn als biodynamischer Weinbau zertifiziert. Begrünung und Bodenmanagement mit dem Fokus auf Humusaufbau bilden den wesentlichen Ausgangspunkt für die Biodiversität und den CO2 Haushalt in den Lagen. Herbizidfreies Arbeiten und selektive Handlese sind ohnehin selbstverständlich. Dabei werden viele Arbeitsabläufe an den Mondkalender angepasst. Immer wird die Natur als Freund behandelt, nicht als Gegner, den es zu besiegen gilt. Die Reben bedanken sich mit gesunden Trauben höchster Provenienz, die gerne und wie gewünscht das Terroir in den Keller transportieren. Doch nicht nur die Weinberge, sondern der ganze Betrieb lebt im Rahmen eines ganzheitlichen Denkens in einer Symbiose mit Umgebung und Umwelt. Familie Wehrheim hat frühzeitig erkannt, dass nur die konsequente nachhaltige Bewirtschaftung die natürlichen Ressourcen an die nächste Generation weitergeben kann.

Eines der wichtigsten Prinzipien im Weingut Dr. Wehrheim ist die authentische und lupenreine Abbildung des Terroirs. Karl-Heinz Wehrheim begann bereits 1999 Weine „terroirrein“ auszubauen und gehörte damit deutschlandweit zu den ersten Winzern, die darauf setzten. Dabei wird der Begriff Terroir im Betrieb keineswegs inflationär gebraucht oder einfältigerweise auf den Boden reduziert. Mit jedem Wein wird das ganze Spektrum dessen erfasst, was den Begriff des Terroirs ausmacht: ein komplexes Zusammenspiel zwischen Boden und Klima, die Eigenarten des Weinbergs und seine landschaftliche Prägung sowie nicht zuletzt die führende Hand des Winzers. Verkürzt gesagt ist Terroir alles, was die Reben im Weinberg erleben und im Laufe der Reifung bis zur Ernte an ihre Trauben weitergeben. Auch wenn auf diese Weise das Terroir im Mittelpunkt steht, so gehört im Weingut Dr. Wehrheim zur Abbildung der Herkunft der komplette rebsortenbezogene und bodenreine An- und Ausbau der Weine dazu. Darüber hinaus hat Familie Wehrheim konkrete Vorstellungen von einer Weinstilistik, die sie als Anspruch an sich selbst so definiert: "Harmonie und Balance bieten, ohne süß zu sein. Fülle verkörpern, ohne dabei ‚fett‘ zu wirken. Pikant, mineralisch und eigenständig schmecken, ohne auf eine vordergründige Frucht zu setzen. Intensiv und vielschichtig duften. Essen begleiten und nicht überwältigen."

Angebaut werden wie in der Pfalz üblich eine Vielfalt von Rebsorten mit Fokus auf Riesling und Weißburgunder, aber auch auf Grauburgunder und Chardonnay sowie Spätburgunder und St. Laurent, was alles zusammen etwa 80 % des Rebsortenspiegels ausmacht. Dabei spielten die Burgundersorten und der Riesling schon zu Anfangszeiten des Weinguts vor hundert Jahren die entscheidende Rolle. Hinzugekommen sind inzwischen Parzellen, die mit den weißen Sorten Silvaner, Gewürztraminer und Muskateller und den roten Merlot und Cabernet Sauvignon bestockt sind. Das Weingut Dr. Wehrheim füllt alljährlich rund 110.000 Flaschen Wein ab, von denen ein großer Teil in etliche Länder der Welt exportiert wird – bis nach China und Japan. Die Weine sind in die Linien des VDP eingestellt, daneben werden flaschenvergorene Sekte und Edelbrände angeboten. Das Weingut ist Partner von WINEinMODERATION und gehört zur Vereinigung „Fünf Winzer -Fünf Freunde“, eine Kooperation von fünf Weingütern in der Südpfalz.
Die Veranstaltung VDP.Spätburgunder-Vergleich am 12. Dezember 2026 im Weingut ist eine gute Gelegenheit, das Weingut Dr. Wehrheim zu besuchen und dabei auch sieben weitere südpfälzer Weingüter des VDP kennenzulernen.
Wir konnten neun Weine des Weinguts Dr. Wehrheim verkosten.
2025 Weissburgunder Buntstück trocken VDP.GUTSWEIN

Der Wein entfaltet im weißgolden ausgeleuchteten Glas ein starkes, einladendes Bukett mit vielen gelben Früchten: Birnen, Äpfel, Mirabellen, Pfirsiche und Limetten mit Anklängen an Honigmelone und weiße Blüten nebst einem feinen Hauch von Nüssen und frischen Kräutern. Im Mund tritt er vollmundig auf und präsentiert äußerst saftig sein ganzes Bukettspektrum. Die sortentypisch eher dezente Säure begünstigt die Fruchteindrücke von Äpfeln, Birnen und einigen Mangos mit Spuren von Ananas. Alles schmeckt harmonisch, ausgeglichen, extraktreich und erstaunlich elegant, was ihn zu einem wahrlich grandiosen Gutswein macht. Im lebendigen und leicht schmelzigen Abgang beeindrucken noch lange seine Feinfruchtigkeit und die höchst frische, modern salzige Mineralik. Der Weißburgunder Buntstück untermalt das Essen mit seiner feinfruchtigen Aromatik, seine zarte, mäßige Säure unterstützt etliche Geschmacksrichtungen, insbesondere bunte Salate, leichte Pasta und einen klassischen Schweinebraten. Er funkelt im Glas aber auch als der gefällige Sommerwein für alle Weißwein-Gäste.
2024 Riesling Buntstück trocken VDP.GUTSWEIN
Dieser trockene Riesling aus der Buntstück-Linie kommt auch vom Buntsandstein. Er ist ähnlich vinifiziert wie der Weißburgunder Buntstück, also mit Maischekontakt der Trauben, temperaturkontrollierter Gärung und Ausbau im Edelstahl.

Wir erduften offensive Aromen von Zitrus und grünem Apfel mit einem winzigen Touch von weißem Pfirsich und einer Anmutung weißer Blüten. Am Gaumen treffen sich die verschiedenen Zitrusrichtungen mit grünen Äpfeln und mit exotischen Früchten wie Mangos, Papayas und Litschis. Die Rieslingsäure ist kernig, aber nicht aggressiv und vor allem gut eingebunden. Dazu meldet sich der Buntsandstein mit einer attraktiven Mineralik. Das lange Finish wird durch die aktive Säure, die herkunftstypische Mineralik und ganz besonders durch die konzentrierte Struktur gestützt. Die rührt daher, dass die kargen Böden des Buntsandsteins die Beeren klein halten, was die Extraktanreicherung fördert. Wir haben einen frischen, animierenden Pfälzer Riesling im Glas, richtig schön saftig und beschwingend und gleichwohl feingliedrig. Es ist der perfekte Begleiter zu einem gebratenen Zanderfilet oder einem echten Wiener Kalbsschnitzel mit Kartoffelsalat. Er glänzt aber auch stolz neben dem Weißburgunder Buntstück als Sommerwein für die gerade erwähnten Weißwein-Gäste.
2024 Birkweiler Grauburgunder Keuper trocken VDP.ORTSWEIN

Aus dem Glas schickt der Wein neben Duftaromen von Birnen und einigen Mandeln vor allem Töne von Mirabellen und Aprikosen, aber auch florale Nuancen. Am Gaumen eröffnet sich ein ganz besonderer Grauburgunder, der nicht mit der sortentypischen Exotik protzt, sondern schlank, ruhig und gut balanciert die fruchtigen Aprikosen-, Apfel- und Ananastöne und die nussigen, floralen und vegetativen Anklänge mit einer feinen Gerbstoffspur, einer subtilen Würze, einer präzisen Säure und einer bodenständigen kühlen Mineralik zusammenführt und ungewohnte Spannung und Eleganz generiert. Bis ins Finale erfreuen wir uns an einem zurückgenommenen Burgunderschmelz und der körperreichen, gradlinigen Struktur. Das ist ein individueller Charakterzug, der neugierig macht auf die weiteren Stufen der Qualitätspyramide. Dieser Grauburgunder steht richtig auf dem Tisch für ein Lachsfilet mit weißem Spargel. Er ist aber auch der universelle Helfer zu fast jedem Salat und Meeresfrüchte-Gericht.
2024 Birkweiler Chardonnay Keuper trocken VDP.ORTSWEIN

Der Keuper-Chardonnay hat ein fruchtbetontes Bukett mit vielen gelben Äpfeln, einigen weißen Pfirsichen, etwas Ananas, einem winzigen Dash Zitrus und einem schönen Hauch dezent vanilliger Röstaromen vom Holz. Im Mund schmeichelt er mit einem genialen sanften Zusammenspiel von vielfältiger Fruchtexotik, lebendiger Säure und distinguierten Holzaromen. Alles streckt sich im langen energiegeladen Abgang noch einmal ordentlich aus und fügt eine deutliche mineralische und eine winzige vegetabile Spur hinzu. Wir bewundern einen kraftvollen, präzise akzentuierten Chardonnay, der die Fruchtigkeit in eine herrliche Frische und Saftigkeit überleitet, immer harmonisch und freundlich. Wenn Sie ihn solo trinken, dann aus einem mittelgroßen Rotweinglas mit zehnminütiger Belüftung. Und stellen Sie sich vor, er würde mit einem Weißburgunder vom Keuper assembliert und zu einem flaschenvergorenen Sekt gemacht werden, Wow. Und wer sollte das in der Südpfalz machen, wenn nicht Franz Wehrheim? Kommen wir wieder runter und genießen den Birkweiler Keuper Chardonnay ganz irdisch zu einer Dorade in Beurre-Blanc.
2024 Birkweiler Riesling Rotliegendes trocken VDP.ORTSWEIN

Wie es sich für einen Riesling gehört, bringt er ein helles Gelb mit grünlichen Reflexen ins Glas und verströmt mit seinem reduktiven Auftritt dichte Mineraltöne, die an nasse vulkanische Steine erinnern. Mit zunehmender Belüftung machen sie Platz für eine markantes exotisches Duftspektrum, das von einigen Äpfeln, wenigen Limetten und einem deutlichen Touch Kräutern abgerundet wird. Am Gaumen präsentiert sich energisch und zupackend wieder die enorme Mineralik, die sich mit einer grün-gelben Würze, feinen pflanzlichen Noten und etwas Grapefruit verbündet. Dazu kommt eine stronge Säure, die eine grandiose Frische anstößt, alles hochkonzentriert, kristallklar und spritzig. Die kühle Fruchtigkeit ist mit der Säure so gut austariert, dass im schön herben Finish eine powermäßige Saftigkeit entsteht. Dabei haben wir keinesfalls ein ordinäres, plumpes Energiebündel im Mund, ganz im Gegenteil: einen Wein mit Finesse, der einen Höhepunkt an Trinkfreude bietet. Ein markanter Terroirwein, mit dem man die Halbtrocken- und Lieblich-Trinker nicht verschrecken sollte. Wenn Sie nett sein wollen zu sich und dem Wein, so bieten Sie ihm einen in der Pfanne gebratenen Wolfsbarsch oder einen Kaninchentopf mit einer Kräuter-Sahnesoße an.
2024 Birkweiler Rosenberg Chardonnay VDP.ERSTE LAGE

Der strohgelbe Wein lockt mit einer fruchtigen und pikanten Nase, in der sich Zitrusvariationen an den Nuancen von Mandarine, Aprikose und gelber Apfel vorbei nach vorne drängeln. Eine sanfte Brise von vanilliger Holzwürze und von floralen Richtungen steigert die Spannung, die ab und an auch eine mineralische Spur durchlässt. Auf der Zunge verpassen der sehr dezente Säurekick und die feinen mineralischen Anklänge dem schönen Fruchtgefüge von Apfel über Limette bis Mango eine schlanke Frische und eine beeindruckende Eleganz. Zugleich imponiert der dichte und pointiert lebhaft strukturierte Auftritt im langen, dezent cremigen Finale, was den Wein substanzreich und zugleich raffiniert erscheinen lässt. Dieser burgunderhafte Chardonnay ist ein komplexer Wein, der sich gut als Solist und als Gesprächsthema eignet. Er rundet aber auch gerne einen Steinbutt im Salzteig aus dem Ofen oder ein edles Hummergericht mit einer würzig-kräftigen Rahmsoße ab.
2024 Frankweiler Biengarten Riesling VDP.ERSTE LAGE

Im Glas funkelt dieser Riesling zitronengelb und entfaltet animierende Zitrusnoten, die von intensiven steinig-mineralischen Schwaden umgeben sind. Töne von gelben Äpfeln, rosa Grapefruit und einigen weißen Pfirsichen gesellen sich dazu. Eine markante Säure prägt den gradlinigen Geschmack mit einer kristallklaren Frische, einem dichten Extrakt und einer imposanten Fruchtigkeit. Grüne und gelbe Äpfel, weiße Pfirsiche, Limetten, Aprikosen und ein paar Orangen verbünden sich mit einer kalkigen, schön salzigen Mineralik. Alles eskortiert einen langen straffen Abgang, in dem sich die brillante Spannung dieses Rieslings noch lange hält. Er bietet als Solist Geschmacks- und Gesprächsstoff und wird kraftvoll und reichhaltig einen kräftig gewürzten Red Snapper aus der Pfanne erfreuen.
2023 Birkweiler Am Dachsberg Spätburgunder VDP.ERSTE LAGE
In der Lage „Am Dachsberg“ breitet sich auf kühlen 180 bis 220 Metern ein von Kalk und Quarzsandstein durchzogener gelber Buntsandsteinverwitterungsboden aus. Der Wein wurde in Barriques aus französischer und pfälzer Eiche ausgebaut.
Im rubinrot strahlenden Glas präsentiert sich dieser Spätburgunder in der Nase mit einem breit gefächerten, feinmaschigen, im Kern würzigen Duft von roten Johannisbeeren, roten Kirschen, einigen Brombeeren und Schlehen und einer Anmutung von Vanille. Im Mund kommt sein ausbalancierter Fruchtkörper gut an, er zeigt jetzt neben der Verstärkung der Brombeernoten zusätzlich komplexe Waldbeerenaromen und pikante Gewürzspitzen. Die angenehm introvertierte Eichenholznote und die engmaschigen, leicht holzwürzigen Tannine unterstützen zusammen mit der feinen Säure einen mineralisch aufgefrischten, mal kühlen, mal wärmenden, jedenfalls langen Abgang. Das ist ein stringenter, hervorragend burgundisch strukturierter Spätburgunder mit einem unwiderstehlich harmonischen Charakter. Gönnen Sie sich und dem Wein ein Filet aus der Rehkeule, vorsichtig abgeschmeckt mit vielen Kräutern.
2023 Im Sonnenschein Siebeldingen Spätburgunder GG VDP.GROSSE LAGE

In der Nase geht es zärtlich vertraulich und frisch zu: samtig-fruchtige Aromen treten auf mit einem vornehmen Duft nach reifen Erdbeeren und Himbeeren, nach hellem Tabak, Nüssen, Waldheidelbeeren, einigen Schwarzkirschen und reichlich Veilchen – alles umrahmt von einer zarten Gewürz-Note in Richtung Wacholder. Über die Zunge preschen Töne von Amarena-Kirschen, etwas Cassis, eine Prise Assam-Tee, etwas Süßholz, etwas Mokka und nussige Röstaromen. Wir genießen die samtige Würze mit den feinsandigen, trockenen und gut untergebrachten Tanninen und der gebändigten, äußerst feinnervigen Säure. Alles vereint sich harmonisch in dem von energischer Fruchtigkeit, sanfter Würze und feingliedriger Mineralik geleiteten, leicht holzgestützten, nachhaltigen Finale. Dieses Große Gewächs ist ein animierender, tiefgründiger Barrique-Pinot, der gekonnt eine burgundische Handschrift à la Côte de Nuits mitbringt: saftig, körperreich, dicht und elegant. Mit diesem Wein ziehen Sie in die Küche mit einem riesigen Entrecôte ein oder stellen etwas kleiner dimensioniert und mutiger eine leckere Platte verschiedener Schokoladensorten zusammen.
09.06.2026
Fotos: © Weingut Dr. Wehrheim